THE NEPTUNE POWER FEDERATION – Mondo Tomorrow - Cover

Band: THE NEPTUNE POWER FEDERATION 🇦🇺
Titel: Mondo Tomorrow
Label: Cruz Del Sur Music
VÖ: 10/04/26
Genre: Psychedelic Rock

Tracklist

01. Mondo Tomorrow
02. The Grip of Death
03. And the Bones Decay
04. Living in the Gutter
05. Mind Controller
06. Cybernetic Times
07. Rhapsody in Blue
08. The Barbarian Dominion

 

Besetzung

Screaming Loz Sutch – Vocals
Search and DesTroy – Guitar
Inverted CruciFox – Guitar
Jaytanic Ritual – Bass
River Sticks – Drums

 

Bewertung:

3,5/5

Seit ihrer Gründung im Jahr 2012 steht THE NEPTUNE POWER FEDERATION für eine eigenwillige Mischung aus dreckigem Hard Rock, Punk-Attitüde und einer ordentlichen Portion Wahnsinn. Mit ihrem siebten Album „Mondo Tomorrow“ kehrt die australische Truppe nun lauter, wilder und ein gutes Stück schräger zurück. Inhaltlich richtet sich der Blick diesmal weniger auf historische Eskapaden ihrer schillernden Frontfigur Screaming Loz Such alias „Imperial Priestess“, sondern auf die Schattenseiten technologischer Allmacht. Verpackt wird das Ganze in einen retro-futuristischen Sound, der rohe, eingängige Riffs mit spacigen Klangexperimenten verbindet. Trotz aller thematischen Schwere bleibt sich die Band treu: direkter, ungefilterter Rock’n’Roll.

Klare Richtung ab der ersten Nummer

Der Opener „Mondo Tomorrow“ macht direkt klar, wohin die Reise geht: freche, rotzige Riffs treffen auf einen Refrain, der sich sofort festsetzt und zum Mitsingen einlädt. Simpel gestrickt, aber effektiv. Die Saiteninstrumente dröhnen ordentlich und formen eine dichte Klangwand, die sogleich den charakteristischen Sound der Australier vorstellt. Mit „The Grip of Death“ wird die Stimmung spürbar düsterer, ohne an Groove zu verlieren. Besonders die Mitte sticht hervor: eine psychedelische Passage, durchzogen von hallenden Echos, ergänzt durch nostalgisch anmutende Synthesizer. Hier zeigt die Band ihre Vorliebe für klangliche Experimente.

Futuristische Elemente treffen auf Punk-Rock der alten Schule

„And the Bones Decay“ verbindet die bekannte Punkrock-Attitüde mit futuristischen Elementen. Der Beat marschiert zunächst geradlinig nach vorne, wird im Mittelteil aber bewusst aufgebrochen. Der Ausflug ins Psychedelische fällt hier länger aus. Ein lässiges Gitarrensolo begleitet uns durch den Space-Trip und spuckt uns beim Refrain in gewohntem Tempo aus. Auch „Living in the Gutter“ setzt auf Groove, diesmal mit einem klassischen Old-School-Riff und prägnanten Percussion-Akzenten. Der Refrain bleibt eingängig, wirkt aber deutlich zurückgenommener. Die psychedelische Passage in der Mitte ist fast schon verträumt, während die Gitarre im Vordergrund steht.

Polarisierende Vocals

Weniger überzeugend gestaltet sich jedoch „Mind Controller“. Hier wird der Sängerin viel Raum gegeben, während die sonst so prägenden Riffs in den Hintergrund treten. Das nimmt dem Song spürbar Energie und lässt ihn vergleichsweise blass wirken. „Cybernetic Times“ geht einen eigenwilligen Weg: Verzerrte Vocals dominieren die Strophen und ziehen sich als krächzender Unterton durch den Refrain. Das sorgt für starke Kontraste, wirkt aber stellenweise unausgegoren. Der Song schwankt zwischen spannenden Ideen und einem fehlenden roten Faden.

Mit „Rhapsody in Blue“ rückt die Stimme noch stärker ins Zentrum. Die hohen Lagen und der Einsatz der Kopfstimme polarisieren – nicht jede Passage sitzt technisch sauber, manches klingt leicht überzogen. Gleichzeitig liegt genau darin auch ein Teil des bandtypischen Charmes. Hier fällt die Diskrepanz jedoch stärker ins Gewicht und lenkt vom Instrumentalen ab.

Experimente, die nicht immer ins Schwarze treffen

Den Abschluss bildet „The Barbarian Dominion“, das noch einmal alle Trademarks bündelt: klassische Rock-Riffs, gepaart mit psychedelischem Einschlag. Allerdings wird der Song in den letzten Minuten durch einen abrupten Bruch aus dem Fluss gerissen. Die Aneinanderreihung von Effekten wirkt eher wie ein loses Konzeptfragment als ein stimmiger Abschluss. Unterm Strich ist „Mondo Tomorrow“ ein Album, das vor allem durch seine dröhnenden Riffs und konstanten Grooves Spaß macht. Die Verbindung aus Old-School-Rock und spaciger Psychedelik funktioniert oft gut, wird aber stellenweise überreizt. Nicht jeder experimentelle Ausflug zündet, doch wenn die Band ihren Kernsound ausspielt, trifft sie genau ins Schwarze.

Fazit: Mit „Mondo Tomorrow“ liefern THE NEPTUNE POWER FEDERATION ein unterhaltsames, stellenweise überladenes Album ab, das mit starken Riffs und mutigen Psychedelik-Ausflügen punktet, aber nicht immer die Balance hält.

Internet

THE NEPTUNE POWER FEDERATION – Mondo Tomorrow

Vorheriger ArtikelLeatherhead – Violent Horror Stories
Nächster ArtikelBattleroar – Petrichor