Band: Volbeat
Titel: Seal The Deal & Let’s Boogie
Label: Universal Music
VÖ: 03. Juni 2016
Genre: Hellvis Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Lazer

Seit 2001 tummelt sich Volbeat durch die heimischen Wohnzimmer, durch die Autoradios und sonstigen Wiedergabegeräte. Seit längerer Zeit sind die Dänen auch Stammgäste auf so ziemlich jedem erdenklichen Festival, und das jährlich. Ein europäisches Top-Festival ohne Volbeat gibt es gar nicht mehr. Bei der eingefleischten Metal-Gemeinde scheiden sich bezüglich Volbeat die Geister. Manche lieben sie heiss, manche mögen sie überhaupt nicht. Nun stehen die vier Mannen mit ihrem sechsten Full-Length Album auf der Matte und bitten erneut zum Tanz.

Wenn man die Diskografie Volbeat’s mal so durchgeht, merkt man in ihrer Entwicklung diverse Unterschiede. Vielleicht ergeht es nur mir so, aber gefühlsmäßig werden die Dänen von Album zu zu Album immer eine Spur „weicher“. Welcher wirkliche Volbeat-Fan erinnert sich nicht gerne an Songs wie zum Beispiel „A Moment Forever“, „Boa“, „Fallen“, „Rebel Monster“, „Pool Of Booze, Booze, Booze“, „The Human Instrument“, „Sad Man’s Tongue“, „Still Counting“, „Heaven Nor Hell“, „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ und so weiter, und so fort…

Bis zum Jahre 2013 – als ihr letztes Album „Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“ rauskam – waren die Volbeat Alben immer mit ein paar sehr coolen und mit ein paar richtigen Monster-Songs bestückt. Ihr letzter Output war keineswegs schlecht, jedoch brauchte man für den etwas Country-angehauchten Longplayer schon ein paar Anläufe, ehe sich die Tracks so richtig im Langzeitgedächtnis festfraßen. Von so richtigen Krachersongs war aber auf „Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“ schon keiner mehr dabei.

„Seal The Deal & Let’s Boogie“, das brandneue, teilweise schon heiß ersehnte neue Stück, sollte es seinem unmittelbaren Vorgänger gleichtun. Volbeat packen 13 Songs auf ihre Langrille und versuchen mit einigen wenigen Neuerungen ihre Fanschar bei Laune zu halten, oder eben noch mehr begeisterte Hörer für sich zu gewinnen. Ob das gelingen mag, bleibt ein kleines Geheimnis, wird sich aber bald zeigen.

Der Opener ist gleichzeitig auch das Zugpferd des Albums. Das ist mal wieder ein richtiger Volbeat-Kracher, wie die oben genannten „Evergreens“. Jedoch verbirgt sich auch in diesem Song ein eher untypischer Volbeat-Mittelteil. Trotzdem kann dieser Song an alte Tage sehr gut anknüpfen.
Für „For Evigt“ holten sich die Dänen wieder gesangliche Unterstützung von Johan Olsen (Magtens Korridorer), wie schon 2007 für „The Gardens Tale“. Dieser Song klingt fast so wie der aus 2007, jedoch kann man den auf jeden Fall als sehr lässig gelten lassen.

Sehr neue, ganz dezente, aber dennoch prächtige Töne werden bei „The Gates Of Babylon“ angeschlagen. Hier lassen die Jungs an den Gitarren leichte mesopotamische Melodien anklingen. Sehr untypisch, jedoch aber auch ziemlich erfrischend und auflockernd.

Der Song „Let It Burn“ bedarf wieder ein paar Anläufe, ehe er richtig sitzt. Hier kommt im Mittelteil ein sehr unerwartetes aber absolut cooles Gitarrensolo, das völlig überrascht an dieser Stelle und in diesem „Spielverlauf“ des Songs.

Weitere Unterstützung am Mikrofon holte sich Michael Poulsen für den Track „Black Rose“. Hier trällert doch glatt ein gewisser Herr Danko Jones ein paar Strophen runter. Sehr erstaunlich an diesem Lied ist, dass der Song sowohl absolute Danko Jones- als auch typische Volbeat Eigenschaften aufweist. „Black Rose“ klingt sehr interessant und könnte etwas für die breite Masse sein.

Der Titelsong „Seal The Deal“ ist wieder eher den Anfangszeiten ähnlich. Hier werden ohne Umschweife sehr flotte Rhythmen angeschlagen die für unheimlich viel Drive und Kraft sorgen.

Nun kommen wir zu einem Song, der polarisiert. Gut, nicht der Song an sich polarisiert, sondern die Tatsache, dass es sich um einen Coversong handelt. „Battleship Chains“ stammt ursprünglich von den Georgia Satellites und datiert aus dem Jahre 1986. Wie man zu Coversongs stehen mag, bleibt jedem selber überlassen. Hier sei gesagt, Volbeat schaffen es, den Song sehr nahe am Original zu platzieren, verpassen ihm aber den typischen Volbeat-Charme. Meine Meinung – kann man so machen.

Mein Fazit: „Seal The Deal & Let’s Boogie“ ist nach ein paar Durchläufen wieder ein sehr typisches Volbeat Album geworden. Die Qualität der Tracks kennt man, und weiß man auch zu schätzen. Auch wenn man sich vom ursprünglichen „Hellvis-Metal“ mittlerweile fast gänzlich verabschiedet hat, bleiben dennoch sehr angenehme, typische Volbeat Einschläge wie zum Beispiel eingehende Melodien immer noch bestehen. Auch wenn man das Gefühl nicht loswird, die Jungs sind etwas zu weich gespült, haben die Tracks trotzdem Durchsetzungskraft und Drive. Die neuen Volbeat-Songs haben ihre Qualität und Originalität auf jeden Fall, auch wenn man zwei oder drei Anläufe dafür benötigt. Eines muss ich dennoch loswerden – es würde bestimmt einige Fans nicht enttäuschen, wenn man wieder mal mehr „Hellvis-Metal“ und mehr „Poulsen-Gegröle“ zu hören bekäme.

Tracklist:

01. The Devil’s Bleeding Crown
02. Marie Laveau
03. For Evigt (feat. Johan Olsen) Magtens Korridorer – schon 2007 bei „The Gardens Tale“ dabei
04. The Gates Of Babylon
05. Let It Burn
06. Black Rose (feat. Danko Jones)
07. Rebound
08. Mary Jane Kelly
09. Goodbye Forever
10. Seal The Deal
11. Battleship Chains (Georgia Satellites Cover)
12. You Will Know
13. The Loa’s Crossroad

Besetzung:

Michael Poulsen – Vocals, Guitars
Rob Caggiano – Guitars
Kaspar Boye Larsen – Bass (neu seit 2016)
Jon Larsen – Drums

Internet:

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