Band: Züül
Titel: Out Of Time
Label: High Roller Records
VÖ: 2010
Genre: Heavy Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Für die Freunde des Retro Metal haben das Label High Roller Records die nächsten Helden angeheuert, die dem alten Stahl frönen. Es gibt wohl viele Bands die alten Glanztaten a la Iron Maiden, aber auch Motörhead nacheifern. Keine Band aber verschafft sich mit solch einem Charme für Gehör wie die Jungs von Züül. Die aus Illinois stammenden Burschen haben obwohl sie aus Amerika stammen eine Spielweise drauf, die eher in den Frühachtzigern in England üblich war. Dennoch erspielen sich die Amis auf ihrem ersten Lebenszeichen locker in die Herzen vieler Metaller die auf eine gute Brise NWOBHM stehen, welcher allerdings aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten stammt. Am 20.04.2010 wird der Silberling von The Baron Batteau (guit), Mike „The Butcher“ Bushur (guit), Hateful Jared (guit), Bob Scott (bass) und The Mosquito Hawk (drums) zu haben sein. Wer also auf die bereits alten genannten Helden steht sollte sich schon mal jetzt den Release Termin dick im Kalender anstreichen, denn die Amis sind mit ihrer Mischung des NWOBHM auf dem Siegeszug.

„Out of Time“ rotiert mit einer rhythmischen Mischung aus Motörhead meets Angel Witch und alte Iron Maiden daher. Somit beweisen die Amis das traditioneller Heavy Metal mit leichtem britischen Einschlag nicht zwangsläufig von der Insel kommen muss. Vor allem die weitläufige Mischung hat es in sich und weiß sich durchaus aus der Masse durchzusetzen. Die sagenhaften Maiden lastigen, melodischen Riffs sind einfach göttlich und treiben die Speerspitze voran. Dies trägt man mit einem sehr adretten, flotten Tempo vor und das weiß zu gefallen.

Weiter geht es mit dem viel rotzigeren „Warriors“, dem man auch kleinere Punk Messerspitzen als Zusatz hinzu gegeben hat. Weiterhin baut man auf eine flotte Rhythmik die einen ohne Missverständnisse zum Bangen verleitet. Das ganz besondere Etwas ist der Sound den man hier gefunden hat. Sicher nicht neu, aber dennoch bewahrt man mit simpleren Effekten das Reinheitsgebot. Darüber streut man noch kleinere Teutonen Metal Einflüsse und verpackt diesen in einem sehr knackigen Packet das wie eine Bombe entzündet.

Holla, „Executioner“ klingt von der Rhythmik her wieder sehr stark nach Motörhead. Mit simpler, schroffer Technik galoppiert die Truppe hier sehr speedig dahin. Doch auch hier findet man eine breite Auswahl an britischem Stahl und so schallen auch zeitgerecht wieder melodische Iron Maiden Solis und das Programm was uns hier geboten wird dürfte der Kuttenfraktion sehr gefallen. Eine Mischung aus beiden Bands mag zwar nicht einfallsreicht klingen, doch die Amis wissen wie man diese Elemente mit dem Bandeignen Sound verbindet. Unterm Stricht kommen hier sehr adrette Bangerrhythmen raus und dabei lässt es sich die Rübe mit viel Freude kreisen.

„Warhammer“ rattert nun sehr bretternd daher und wird durch viele melodische Einlagen unterwandert. Etwas mehr in den amerikanischen Metal Sektor wird hier gelenkt. Viele Fäuste reckende, als auch Banger lastige Momente wurden hier gekonnt auf einen Konsens gebracht. An und ab wird es kurz hymnisch, doch schon springen die Jungs wieder in die Presche und rattern wie ein alter T-34 Panzer daher. Für Traditionalisten eine flotte Hymne vor dem Herrn.

Deutlich rockiger und punkiger setzt man mit „Air Raid“ nach. Für meinen Teil ist dieser Track nicht so stark ausgefallen wie seine Vorgänger. Zu schroff und zu wirr erscheinen hier die Linien.

Ohne wenn und aber knallt man nun wieder mit „Backstreet Crawler“ daher. Zwar baut man auch hier auf eine etwas rockigere und punkigere Mischung. Allerdings bei diesem Track wird eine Lunte gelegt die mit einer Wucht gezündet wird. Nach diesem Beben denkt man vielleicht zwar das es längere, ruhigere Breaks gibt, doch sogleich belehren uns die Amerikaner eines besseren und brettern wieder mit viel Freude dahin. Auch verabschiedet man sich weites gehend von englischen Elementen und frönt deutlich mehr amerikanischen Metal Einflüssen der Frühphase.

„Darkness on the Ice“ wird mit einem sehr räudigen Bassspiel eingeläutet. Sehr tolle Idee die das Ganze etwas rotziger klingen lässt. Dadurch kommt etwas Groove auf, aber schlussendlich hat man hier eine etwas shakigere Nummer eingebaut die amtlich kracht und das nach allen Regeln der Kunst des Heavy Metal. Dies trägt man uns mit einem breiten Grinsen und einem Hang zum 80er Stahl vor, allerdings klingt das Stück nicht zu altbacken.

Weiter geht es mit „Ride Ride“ welches wesentlich klarer rüber kommt. Superbe Ablöse, die viel verspielter klingt. Dennoch baut die Truppe weiterhin auf eher leichtere Kost die unmissverständlich zum Bangen verleiten.

Den finalen Todesstoß versetzt man uns mit dem leichten melodisch – thrashigen „Return to Yagi“. Noch einmal geben Züül alles um die Meute zu unterhalten und das gelingt ihnen mit dieser flotten Nummer spielend. Mit vereinten Kräften werden noch einmal alle Reserven ins Gefecht geworfen.

Fazit: Englisch beeinflusster Stahl, der allerdings aus Amerika kommt. Alles in allem tolles 80er lastiges Albm, welches aber nur wirklich für Fans dieser Musik gedacht ist. Gesetz dem Fall das man ein Freund des Modtörhead – Iron Maiden Sounds der Frühphase ist kann man hier viel entdecken.

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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