Desecration: Interview mit Andi Morris

Was Desecration aus Wales so am Friedhof treiben. Wie sie dabei fast von Joggern geschnappt worden wären. Und warum Desecration über Anti-Death-Metal-Terroristen-Eunuchenvirus-Attacken nur kalt mit den Schultern zucken. Das und mehr lest ihr hier.

1. Blessed are The Sick, wie geht´s euch, Coffin Smashers?

Danke, exzellent; bereiten uns auf die anstehende Albumveröffentlichung vor [Cemetary Sickness entsteigt am 26. Juni 2014 der Gruft – Lex].

2. Lasst uns zuerst über eure neueste Sammlung von (De)Kompositionen namens Cemetary Sickness sprechen: Es ist wirklich eine lange, lange Zeit her, dass ich soviel SPASS dabei hatte mir bluttriefenden Death Metal anzuhören. Wie war das Feedback bisher?

Danke sehr! Spaß ist das was wir anstreben, ebenso wie blutig und pervers zu sein. Bisher war das Feedback exzellent, beinahe besser als wir hätten hoffen können. Die Kritiken sind durchwegs positiv und ich denke die Leute sind richtig begeistert vom Album. Das Video ist ebenfalls echt gut angekommen, also bin ich wirklich zufrieden mit dem Feedback bisher.

3. Was Cemetary Sickness von so vielen anderen musikalischen Verbrechen wider die Menschheit echt absetzt, ist dieser spezielle Funken des Bösen, wie ihn Slayer auf ihren Klassikeralben zu entfachen verstanden haben. Das ist eine ziemlich selten gewordene Eigenschaft im heutigen Extreme Metal: Irgendwelche Songwriting-Geheimnisse die Du hier teilen möchstest?

Keine Geheimnisse, aber wir stellen nur die Songs fertig die wir alle mögen, und ich denke das merkt man. Der ganze Prozess ist eine Teamarbeit zwischen uns dreien; Alle steuern Riffs bei, wir beteiligen uns alle am Songwriting, und – was dieses Album angeht – waren wir sogar alle am Texte schreiben beteiligt. Wir sind gut genug miteinander befreundet, dass wir uns nicht davor scheuen den Mund aufzumachen wenn etwas unserer Meinung nach beschissen klingt. Und dann ändern wir es solange bis es gut ist.
Wir stehen auf Musik die hängen bleibt, und wir wollen Spaß dran haben die Songs zu spielen. Ich persönlich kann mir 99% im Death Metal nicht anhören, weil es einfach nur langweilig ist. Ich liebe Desecration weil ich mich an die Riffs erinnern kann, wenn die Musik zum Spielen aufgehört hat.

4. Ihr seid in der Vergangenheit einmal aufgrund eures Coverartworks und eurer Lyrics im Rahmen des sogenannten „Obscene Publication Act“ verhaftet worden. Letzten Endes seid ihr vom Gericht ermahnt worden, den Ball in Zukunft etwas flacher zu halten. Offensichtlich habt ihr das nie und eure Lyrics und Coverartworks sind immer noch krank wie Scheiße. Ist das schlicht die Art, wie Death Metal Lyrics eben sein müssen, oder gibt es da irgendetwas Besonderes an diesem ganzen Leichen-Vergewaltigungs-Eingeweide-Kram, was in euch einfach die Muse weckt?

Nun, Ollie ist tatsächlich die morbid-besessenste Person, die ich kenne. Er ist Bestatter am Tag, und Horror-/Death Metal Fan bei Nacht. Also stehen uns jede Menge Geschichtenmaterial zur Auswahl, wenn es ans Schreiben der Texte geht. Ich denke Desecration ist eine Gore Band und dass sich das nie ändern wird. Du brauchst keine Metzeltexte um eine Death Metal Band zu sein, aber es schadet nicht.

5. Wie ging es euch beim Dreh des Musikvideos zu Coffin Smasher? Ist etwas witziges während der Dreharbeiten passiert? Und… geht´s dem Friedhof wieder gut?

Es war ein Riesenspaß das Video zu machen, aber es gab echt ein paar Momente in denen man uns dabei beinahe erwischt hätte. Eines Abends entschieden wir uns zu filmen, trafen uns beim Friedhofstor, packten die Schaufeln aus und zogen uns die Sturmhauben über. Grade als wir dabei waren, die Kamera anzuwerfen, kam eine Horde Läufer daher gesprintet!
Wahrscheinlich war gerade um die Zeit herum ein Rennen organisiert. Wir mussten uns schnell vor die Schaufeln stellen, die Masken abnehmen und so tun als würden wir Fotos schießen. Das hat uns ein paar seltsame Blicke eingebracht, aber zum Glück hat niemand angehalten und wir konnten anfangen zu filmen sobald sie alle weg waren. Was den Friedhof angeht, naja drücken wir es so aus dass wir unsere Spuren gut verwischt haben.

[Manche Fragen bleiben wohl esser ungestellt… Lex]

6. Vor einiger Zeit hat Nergal (BEHEMOTH) gemeint, dass der extreme Metal heutzutage von technischer Perfektion besessen ist, aber nichts Einzigartiges erzeugt und keine Gefühle hervorruft. Wie denkst du über die aktuelle extreme Metalszene?

Bei allem Respekt vor Nergal, ist er vielleicht doch ein bisschen jenseits der Undergroundszene wie wir sie bei Gigs und Festivals erleben. Wie auch immer, er hat in einem gewissen Sinn schon recht. Ich denke dass zu viele Bands da draußen nicht so gut sind wie die Summe ihrer Teile. Das heißt, die Musiker sind alle brilliant, aber sie können ums Verrecken keinen Song schreiben und sind zu sehr damit beschäftigt, ihre technischen Fähigkeiten zu demonstrieren.
Ollie und ich dagegen, wenn man uns als Beispiel nimmt, sind musikalisch nicht mal ansatzweise so gut wie Typen in anderen Bands, aber sobald es drum geht angemessene Riffs zu kreieren steckt Ollie jeden anderen den ich kenne locker in die Tasche. Mic andererseits ist ein fantastischer Musiker, wenn er mal rechtzeitig aufkreuzt…

Jetzt zwei Standardfragen:

7. Wie steht´s mit euren Plänen ein paar Bühnen zu entern und etwas Live-Publikum zu schlachten? Vielleicht ein paar Auftritte in Österreich?

Es ist schon viele Jahre her dass wir in Österreich gespielt haben, und ich würde liebend gern mal zurückkommen! Allerdings sind wir alle in anderen Bands aktiv, die leider mehr unserer Zeit in Anspruch nehmen als DESECRATION. Mic spielt bei ONSLAUGHT, die jede Menge touren! Ollie und ich sind außerdem bei EXTREME NOISE TERROR. Da bleibt nicht viel Zeit übrig, um mit DESECRATION zu touren. Immerhin haben wir eine kurze Tour in Finnland für Oktober geplant, und werden hoffentlich in der Lage sein ein paar andere Abstecher nach Europa und vielleicht noch weiter zu machen.

8. Schon Pläne für das nächste Album?

Nun, tatsächlich haben wir jetzt schon mit dem Schreiben begonnen, noch bevor Cemetary Sickness rauskommt. Grad eben haben wir einen brandneuen Track geschrieben und aufgenommen, der hoffentlich später dieses Jahr auf einem Split Release erscheinen wird. Noch gibt es keine fix bestätigten Details dazu. Der Track flog nur so zusammen und wir lieben ihn alle. Wenn die kreativen Säfte schon fließen können wir genauso gut das Eisen weiter bearbeiten, solange es heiß ist und noch etwas mehr Material schreiben.

Meine Schwachsinnsfrage:
9. Extremisten gelingt es erfolgreich einen neuen Virus zu erschaffen, die die Produktion von Death Metal für immer verhindern soll: Infizierte Personen – und das ist in diesem Szenario wirklich jeder auf dem Planeten Erde – verlieren die Fähigkeit zu grunzen. Genauer gesagt klingt nun jeder, einschließlich der Mitglieder von Desecration, die ganze Zeit wie King Diamond. Wie löst ihr dieses Problem wenn ihr dann ein Album aufnehmt?

Das ist kein Problem und jetzt schon etwas, das wir planen. Halt die Augen offen nach unserem anstehenden Heavy Metal-Seitenprojekt STEEL DEFENDER. Featuring DESECRATION und KING DIAMOND – artige Vocals… Ich mach jetzt nicht mal Witze.

10. Vielen Dank für das Interview, die letzten Worte gehören Dir:

Danke fürs Interview. Wir hoffen es bald nach Österreich zu schaffen. In der Zwischenzeit schnappt euch ein Exemplar von Cemetary Sickness über unsere Seite auf Bandcamp (https://desecration.bandcamp.com), und zieht euch das Coffin Smasher Video auf YouTube rein. Es wird euch umhauen!

Lex J.Oven
Lex J.Ovenhttps://www.metalunderground.at
Heavy Metal is not dead - your taste of music is

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