Sonata Arctica – Tony Kakko

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Pic by Terhi Ylimainen

Seit einigen Jahren schaffen es Sonata Arctica mit jedem Album an die Spitze der finnischen Charts. Auch bei uns sind die Finnen nicht gerade unbekannt und sind nun auch endlich mit ihrem aktuellen Output Stones Grow Her Name auch Live in unserer Nähe unterwegs. Da war es natürlich klar, dass ein Gespräch mit Frontmann Tony Kakko im Zuge ihres Auftrittes im Backstage München nicht fehlen durfte.

Danke, dass du dir noch so kurz vor dem Gig Zeit nimmst, es ist der letzte Tag der langen Europatour, was bleibt als Resümee zu sagen?

Naja, wir sind jetzt nur ein paar Tage zu Hause und dann geht’s gleich weiter nach Nordamerika für 14 Tage, da kommen wir erst am 22. Dezember oder so zurück, gerade rechtzeitig für Weihnachten.

Gibt es ein paar interessante Geschichten von der bisherigen Tour?

Oh, da bin ich ganz der falsche Ansprechpartner, ich bin nie dabei wenn irgendwas Spannendes passiert, da schlafe ich meistens. Aber es ist eine coole Tour mit Battle Beast, die sind eine coole Band, alles läuft schön ruhig, nichts Schräges passiert. Okay, in Zlin in Tschechien hatten wir eine Show auf diesem Winter Masters Of Rock, so ein Festival wo wir die letzte Band waren und vor uns Cradle Of Filth, Kreator und Morbid Angel gespielt haben und wir dann unsere Perspektive des Metal gespielt haben, da haben wir uns schon mal kurz gedacht, ob wir hier richtig sind, aber es war trotzdem Spaß.

Aber von den Shows und vom Publikum her bist zu zufrieden?

Oh ja, gerade heute wird’s heiß, ich glaube es ist mit fast 600 Leuten oder so relativ ausverkauft

Viele Bands machen ja am letzten Tag der Tour immer schräge Sachen auf der Bühne, was habt ihr da geplant?

Ich habe eigentlich nichts geplant, das mach eher die Crew wenn etwas Schräges passiert. Wir sind aber auch keine Band die eine Show einer anderen Band crasht. Wir wollen die Show der anderen Band nicht schlechter machen, maximal durch Spaß auf der Bühne etwas verbessern. Aber für heute hab ich nichts geplant.

Du hast ja bereits die Nordamerika-Tour angesprochen, was sind die Erwartungen für die Tour dort?

Wir wollen die Tour überleben, das ist das wichtigste. Hoffentlich wird auch niemand krank. Es ist zwar immer Spaß in Nordamerika unterwegs zu sein, aber Weihnachten ist die wichtigste Zeit für mich, da bin ich schon sehr gerne daheim bei der Familie, ist zwar mit Jetlag und so nicht so schön, aber das ist das Leben.

Wie würdest du denn die Metal-Szene zwischen Nordamerika und Europa vergleichen?

In Amerika würde ich sagen ist es um einiges härter, da sind mehr Hardcore und Black Metal Bands unterwegs. Neun von Zehn Bands die mit uns unterwegs sind und für uns den Abend eröffnen sind auch Black Metal Bands oder so ähnliche. In Europa ist es viel leichter Bands zu bekommen, die zu unserem Stil passen, so in die Richtung Power Metal oder Rock. In Nordamerika spielt einfach fast jeder Black Metal, was eigentlich ein ziemlicher Kontrast zum Rest wie HipHop und so ist. Es ist schon sehr unterschiedlich.

Wenn du die Reaktion der Fans auf euren Sound vergleichst?

Es sind auch in Nordamerika sehr viele Fans von diesem Sound unterwegs, was auch daran liegen kann, dass die europäischen Bands nicht so oft unterwegs sind wie die amerikanischen Bands, die ja sehr oft spielen. Das erfrischt auch ein wenig.

Mit dem Sweden Rock und Wacken habt ihr ja bisher nur zwei Festivals bestätigt, kommen da noch mehr?

Ja ich glaube im Jänner werden wir eine Tour durch Skandinavien machen, dann im Februar geht’s glaub ich nach Japan, dann Südamerika im März, dann noch bevor die Festivals losgehen eine UK-Tour, aber ich glaube Festivals werden dann auch noch einige kommen nd dann konzentrieren wir uns eh schon wieder auf das nächste Album.

Lass uns einmal einen Blick zurück auf die Festivals in diesem Sommer werfen, ihr habt ja mit Guns N‘ Roses beim Seerock in Österreich gespielt, was war das für ein Gefühl?

Wir haben sie eigentlich nicht gesehen, wir sind schon früher wieder abgereist. Es ist aber einfach eine Show, ich meine Guns N‘ Roses war nie meine Lieblingsband. Für Tommy unseren Drummer wäre es schon eine coole Sache gewesen, aber du kannst halt nicht immer gewinnen.

Ihr habt dieses Jahr mit Stones Grow Her Name ein neues Album veröffentlicht. Wenn du jetzt ein halbes Jahr später darauf blickst, hättest du lieber etwas anders gemacht bei diesem Album?

Das gibt es immer. Ich meine wenn du mit der Tour anfängst und Songs Live spielst kommst du drauf, dass du den einen oder anderen Teil ganz anders singen könntest als auf dem Album. Wenn wir wieder mal ein Live-Album aufnehmen sollten kann deshalb auch mal eine alternative Version eines Songs darauf enthalten sein. Das sind aber Kleinigkeiten aber im Grunde bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Das Album war ja wieder auf Platz 1 in Finnland und hat auch in anderen Ländern hohe Chartpositionen erreicht. Hast du dir das so vorgestellt oder hättest du dir mehr erwartet?

Ich glaube Stones Grow Her Name ist ein Album, das eine längere Lebensdauer hat, da es sehr viele verschiedene Leute erreicht. Es ist sehr unterschiedlich zu den bisherigen Alben die wir veröffentlicht haben da es eher mehr in Richtung Rock orientiert ist. Das ist auch ein Aspekt den wir bei den Live-Shows merken. Viele der Headbanger waren früher wirkliche Metalheads, die kommen aber nicht mehr so häufig, jetzt haben wir eher das Publikum das auf softere Nummern wie The Day oder auch Broken stehen.

Du hast schon das kommende Album kurz erwähnt, wie wird da der Stil sein. Orientiert ihr euch da wieder an Stones Grow Her Name oder wird es eher wieder progressiv wie die Vorgänger?

Ich glaube wir bleiben in der Richtung wo wir jetzt sind. Es macht keinen Sinn dauernd den Stil zu ändern um die Leute zu verwirren. Ich glaube zwei Alben in einem Stil sollte man schon machen. Ist ja auch so wenn du auf einer Hochzeit spielst, zuerst spielst du zwei Walzer und dann zwei ganz andere Sachen. Ist dann so wie bei den Alben, man soll einfach bei einem Stil bleiben. Wir haben vier Alben mit Power Metal veröffentlicht dann zwei mit dem progressiven Zeug und jetzt ist der simple Part, der auch auf dem nächsten Album so sein soll. Ich weiß es zwar noch nicht genau, da ich noch keine Songs für das Album geschrieben habe, da ich in der Endphase meines Soloalbums bin.

Wie du gerade erwähnt hast, viele Metal-Sänger haben ja Solo-Alben veröffentlicht, Timo Kotipelto oder Joacim Cans um nur einmal zwei zu nennen, was kannst du mir über deines erzählen?

Ich arbeite jetzt schon 10 Jahre daran und frage auch immer wieder Musiker, ob sie dann dabei sein wollen. Ich höre selbst derzeit sehr viel Devin Townsend und irgendwo in diese Richtung, irgendwo in diesem weiten Spektrum, von ganz aggressiv bis zu ruhigen Sachen wie dem Album Ghost, daran möchte ich mich dann orientieren.

Hast du schon eine Idee wer die Instrumente spielen wird?

Nein eigentlich nicht, damit beschäftige ich mich dann erst wenn ich genug Songs dafür habe, da es ja immer wieder vorkommt, das die Songs von Sonata Arctica geklaut werden. Ich kenne zwar viele Leute, zum Beispiel Schlagzeuger, wie Kai Hahto von Wintersun, der auch andere Sachen spielen kann.

Also besteht die Möglichkeit, dass ein geplanter Solo-Song auf dem nächsten Sonata Arctica Album landet?

Ja, es wäre ja auch gemein, wenn ich mir einen richtig guten Song für mich behalten würde. Mein Lebenswerk ist ja eigentlich auch Sonata Arctica, aber ich will eben auch was Eigenes schaffen.

Du bist jetzt schon sehr lange im Musikgeschäft, welche Tipps würdest du einem jungen Musiker geben, der seine Karriere starten will?

Mach es nicht. Es ist kein schönes Geschäft. Was ich gemacht habe und was ich auch gut finde ist, dass ich sehr lange gelernt habe.  Auch wenn ich dann wegen der Band irgendwann keine Zeit mehr hatte, fand ich es sehr gut. Irgendwann hab ich es dann eben geschafft, dass ich davon leben konnte. Blackie Lawless glaub ich hat es schön gesagt, lass die Professionalität dich finden anstatt du findest die Professionalität. Du darfst auch nicht vergessen, dass Musik auch ein Hobby ist. Je professioneller du Musik machst, desto mehr verlierst du den Spaß an deinem Hobby, da muss man einfach vorsichtig sein.

Dann sind wir schon am Ende angelangt, die letzten Worte gehören dir.

Danke an alle die zu den Shows gekommen sind, es war ein großer Spaß. Schöne Weihnachten ein schönes neues Jahr und wir sehen uns im Sommer auf den Festivals.

 

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