DOUBLE DEATH RELEASE ft. VERMOCRACY & Zerleger – Arena Wien, 17.01.2026

DOUBLE DEATH RELEASE SHOW:
VERMOCRACY, ZERLEGER, PARENTAL ADVISORY, ATHIRIA & GRAUFAR
17.01.2026, Arena Wien

VERMOCRACY-ZERLEGER-Double-Death-Release-Show

Am 17. Jänner ging in der Wiener Arena die „Double Death Release Show“ über die Bühne. VERMOCRACY und ZERLEGER präsentierten erstmals live ihr neues Material, unterstützt von den lokalen Szenevertretern GRAUFAR, ATHIRIA und PARENTAL ADVISORY. Mit rund 250 Gästen war die Location bis auf den letzten Platz gefüllt – ausverkauft! Alle Fotos vom Abend gibt es hier!

Graufar

GRAUFAR eröffneten den Abend und setzten gleich ein klares Statement: Death Metal kann grooven und darf auch eine schwarzmetallische Note haben. Die Linzer starteten mit zwei Songs von ihrem Debüt Scordalus und machten sofort deutlich, dass das Album in der Szene gut angekommen ist. Die Aufmerksamkeit des Publikums war voll da, Köpfe wippten im Takt.

Graufar-01-2026-Double-Death-Release

Als dritter Song folgte die neue Single „Via Necropolis“. Im Vergleich zu den Debüt-Nummern deutlich langsamer, schwerfälliger und gediegener, konnte sie mich persönlich nicht ganz überzeugen. Danach spielten GRAUFAR noch zwei weitere, bislang unveröffentlichte Songs vom kommenden Album, das am 20. März erscheint.

Dass GRAUFAR an diesem Abend viel neues Material präsentierten, passt grundsätzlich zum Motto der Show. In der Abfolge wirkte es für mich allerdings etwas bremsend. Drei neue Nummern hintereinander – die Single zähle ich hier mit – nahmen dem Set kurz den Schwung. Der Abschluss mit „Authoritarian Scum“ vom Debüt war dafür umso stärker. Saftiger Applaus und laute „Zugabe“-Rufe waren die Folge, doch der Zeitplan ließ keine Verlängerung mehr zu.

Athiria

Athiria-01-2026-Double-Death-ReleaseNach einem kurzen Line-Check eröffneten ATHIRIA ihr Set mit einem epischen Intro. Die Band betrat grinsend die Bühne, das Publikum jubelte. Musikalisch machten sie sofort klar, wofür sie stehen: kompromissloser, direkter Death Metal ohne Schnörkel, ohne Klargesang, dafür mit bösen Growls und schweren Grooves.

Sängerin Andy hatte anfangs leichte Soundprobleme und fragte nach dem zweiten Song ins Publikum, ob man sie gut hören könne. Von meinem Standort aus war alles bestens. Beirren ließ sie sich ohnehin nicht und growlte unbeirrt weiter. Ihr Auftritt wirkte durchgehend souverän und sympathisch – nicht zuletzt wegen der weißen Adidas-Schlapfen. Dafür habe ich ehrlich gesagt mehr Respekt als für jeden Auftritt in 12-cm-Absätzen.

Athiria-01-2026-Double-Death-ReleaseAuch ATHIRIA spielten ein neues, unveröffentlichtes Stück. Dieses war einer „österreichischen Death-Metal-Legende“ gewidmet, von der „glücklicherweise 100 % heute anwesend sind“. Der Song hieß „Praise Catastrofear“ und war – wie sich herausstellte – CATASTROFEAR gewidmet, nicht etwa PARENTAL ADVISORY, wie ich zunächst vermutet hatte. Eigentlich eh naheliegend.

Gegen Ende schlug das Set eine düsterere, fast mysteriöse Richtung ein. Andy kehrte im schwarzen Umhang, mit Pestdoktormaske und Laterne auf die Bühne zurück. Musikalisch blieb es jedoch roh und aggressiv. Für den letzten Song legte sie Maske und Laterne ab. Die Nummer klang mächtig, dynamisch und bildete einen starken Abschluss. Mit einem herzlichen „Hoffentlich bis zum nächsten Mal – wir sehen uns beim Merch auf a Bier“ verabschiedeten sich ATHIRIA.

Parental Advisory

Parental-Advisory-01-2026-Double-Death-ReleaseMit PARENTAL ADVISORY folgte ein weiteres brutales Set. Die Band ist seit fast dreißig Jahren aktiv und gilt zu Recht als Urgestein der österreichischen Death-Metal-Szene. Entsprechend euphorisch fiel der Empfang aus. Die Stimmung war großartig, das Bier schmeckte.

Parental-Advisory-01-2026-Double-Death-ReleaseEinen schönen Kontrast zur brachialen Musik boten die Ansagen des Sängers. „Human Piñata“ wurde etwa mit den Worten angekündigt: „Den nächsten Song spielen wir eigentlich ausschließlich auf Kindergeburtstagen.“ Für die Inszenierung wurde noch ein „Zerstörer“ gesucht – eigentlich war der Sänger von ZERLEGER gemeint. Der Versprecher sorgte für Schmunzeln und wurde von beiden Seiten charmant weggelacht.

Gegen Ende bedankte sich die Band bei allen anwesenden Acts und beim Publikum fürs Ausverkaufen. Nach dem letzten Song rief jemand mit voller Inbrunst nach einer Zugabe – so laut, dass der Rest des Raumes offenbar beschloss, Energie zu sparen. Auch hier ließ der Zeitplan keine Verlängerung zu. Stattdessen wurde ein Gruppenfoto gemacht, bei dem das Publikum kollektiv den Mittelfinger zeigen sollte. Die Band war nicht einmal vollständig drauf. Es war einfach nur lustig. Insgesamt ein sehr charmanter Auftritt einer brutalen Band. Kontraste funktionieren eben.

Zerleger

Zerleger-01-2026-Double-Death-ReleaseSänger, die live kein Instrument spielen, bringen automatisch eine andere Dynamik auf die Bühne. Das zeigte sich bereits bei ATHIRIA und setzte sich bei ZERLEGER fort. Sänger Stefan stampfte über die Bühne, brüllte sich die Seele aus dem Leib und legte die Lederjacke bald hinter der Bühne ab.

Zerleger-01-2026-Double-Death-ReleaseMusikalisch ging es ebenso wild zu. ZERLEGER mischen ihren Death Metal mit Punk, Groove, klassischem Heavy Metal und Thrash. Bei manchen Songs war ein deutlicher DEBAUCHERY-Einfluss zu hören. Auch bei den Ansagen setzte die Band auf Humor. „Wir spielen immer gern ein Cover, aber es ist immer dasselbe“, leitete „War Machine“ von KISS ein. Außerdem kündigten sie ein Liebeslied an: „Herbst“, noch unveröffentlicht.

ZERLEGER übernahmen den ersten Teil des „Double Death Release“ und spielten ihre neue EP „Abgekratzt“. Ganz ehrlich: Während Fotografieren und Mitschreiben ist mir nicht klar geworden, ob die EP komplett und in Reihenfolge gespielt wurde. Ich gehe davon aus – sicher bin ich mir aber nicht. Angekommen ist aber, dass sie das Publikum mit ihrer Authentizität und Spielfreude mitgerissen haben! 

Vermocracy

Vermocracy-01-2026-Double-Death-ReleaseDen Abschluss machten VERMOCRACY mit dem zweiten Teil des „Double Death Release“ und ihrem neuen Album „Of Failing And Fading“. Obwohl angekündigt wurde, das Album vollständig zu spielen, startete das Set mit älteren Songs. Ein kluger Schachzug, um das Publikum langsam an das neue Material heranzuführen.

Dieses zündete allerdings schnell. Beim dritten Song „A Sermon to the Sheep“ zündete der erste Mosh Pit des Abends. Noch etwas zaghaft und klein, aber vorhanden. Beim darauffolgenden „The Path“ wurde es dann ernst – der Pit nahm Fahrt auf.

VERMOCRACY präsentierten sich in absoluter Topform. Allein den beiden Gitarristen zuzusehen, machte deutlich, wie anspruchsvoll das Material ist. Besonders „About Ephemereality“ blieb mir im Kopf. Dass Schlagzeug und Gitarren in den Strophen unterschiedliche Rhythmen spielen, fällt schon beim Hören auf. Live war ich regelrecht gefesselt und fragte mich permanent, wie man das fehlerfrei umsetzt. Respekt!

Vermocracy-01-2026-Double-Death-ReleaseDas Publikum genoss den Auftritt sichtlich. Auf Michaels Frage, ob es denn gefalle, folgte lauter Jubel. Entsprechend wenig überraschend waren die Zugabe-Rufe. Ein paar Minuten waren noch übrig, also verabschiedete sich die Band mit „Grace Of Hypnos“ vom Vorgänger-Album „Age Of Dysphoria“.

 Fazit: Der Abend war hervorragend organisiert. Fünf Bands sind für so ein Line-up durchaus ambitioniert, doch die Zeitfenster waren gut gewählt. Die rund 20-minütigen Pausen wurden strikt eingehalten, jede Band konnte ihr Set voll ausspielen. Trotz ausverkaufter Halle war der Bereich vor der Bühne nie überfüllt. Die rund 250 Gäste verteilten sich angenehm zwischen Bar, Merch und Stage, ohne Gedränge oder Platzangst. Unterm Strich war die „Double Death Release Show“ ein stark organisierter Konzertabend mit hervorragender Stimmung und durchwegs überzeugenden Bands. Mehr Fotos vom Abend gibt es hier

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