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ÖTTE – Prolog

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OETTE - Prolog - cover artwork
OETTE - Prolog - cover artwork

Band: ÖTTE 🇩🇪
Titel: Prolog
Label: NRT Records
VÖ: 2026
Format: Digital
Genre: Deutschrock / Heavy Rock / Art Rock / Punk ’n’ Roll

Tracklist

01. Rockin’ Clown (Gimme All Your Lovin’)
02. Theater In Berlin
03. Seelenfresser
04. Kalter Morgen

Besetzung

Chris Ötte – Gesang
Frank Bothur – Gitarre
Rene Radke – Bass
Michael Hahn – Schlagzeug

Bewertung:

5 von 5 Punkte

ÖTTE ist keiner dieser Musiker, die mal eben aus dem Proberaum stolpern und hoffen, dass der Verstärker schon irgendwie den Rest erledigt. Der Mann hat seit 1982 den Bass in der Hand, mit der ÖTTEBAND Fußball-WM-Luft geschnuppert, vor großen Kulissen gespielt, Alben wie »Saitenwechsel«, »Grünes Licht«, »Gare du Noise« und »Mayday« rausgehauen und sich über Jahrzehnte zwischen Deutschrock, Rock’n’Roll, Pop-Momenten und Art-Rock-Kante seine eigene Ecke gebaut. Dazu kommt ein echtes Stück Panikrock-Geschichte: ÖTTE ist seit Jahren eng mit dem Kosmos von Udo Lindenberg verbunden, begleitete dessen Rockliner, stand dort sogar im direkten Umfeld von Udo Lindenberg und Nina Hagen an der Reeling-Gitarre und etablierte mit dem Rockliner-Veteranen-Treffen ein jährliches Fantreffen für die Panik-Familie. Man merkt also: Hier kommt kein Newcomer mit frisch polierter Sonnenbrille, sondern ein alter Hase mit Narben, Herz, Humor und ordentlich Strom auf der Leitung. Mit »Prolog« liefert ÖTTE nun den Appetizer zum kommenden Album »Rockin’ Clown« – und zwar nicht als laues Warm-up, sondern als vier Songs starke Kampfansage zwischen Heavy Rock, Art Rock, Punk’n’Roll, Ballade und deutscher Texttiefe.

EP-Stream:

DER CLOWN IST ZURÜCK – UND ER MEINT ES ERNST

Mit »Rockin’ Clown (Gimme All Your Lovin’)« meldet sich ÖTTE direkt druckvoll zurück und hat dabei hörbar eine Schar an merkbar talentierten Musikern im Rücken. Die stilistische Melange aus Heavy Rock, Art Rock und klassischem Rock’n’Roll geht im mittleren Tempo direkt zur Sache und kommt mit ordentlich Druck aus den Boxen. Das ist kein zaghaftes Hallo, sondern eher ein breit grinsendes: „Da bin ich wieder, Hoschi – und jetzt wird aufgedreht.“

Aufgebaut auf ein mächtiges Fundament aus Drumgrooves von Michael Hahn, die nicht stumpf nach Schema F durchlaufen, sondern mit Toms, Breaks und sauberer Dynamik arbeiten, legt Bassist Rene Radke ein absolut geiles Bassspiel darunter, das die Musik nicht nur begleitet, sondern aktiv nach vorne trägt. Frank Bothur überzeugt mit griffigen Rhythmusgitarren, die eine bluesige Rock’n’Roll-Natur verstrahlen, setzt mit seinem epischen Gitarrensolo aber noch einen obendrauf und zeigt deutlich: Hier sind keine Feierabend-Schrammler unterwegs, sondern Musiker, die wissen, wie man einen Song trägt.

Und vorne steht natürlich Chris Ötte. Der Mann hat ein Bariton-Organ mit durchdringender Schwere, dem man im Zweifel auch den Wetterbericht abkaufen würde. Nur wäre das hier verschwendet, denn lyrisch steckt in »Rockin’ Clown (Gimme All Your Lovin’)« deutlich mehr als reine Rampensauerei. Aus der Ego-Perspektive erzählt der Song vom Clown als Figur zwischen Entertainer, Heiler, Schmerzträger und Rock’n’Roll-Missionar. Er bringt Farbe in graue Welten, gibt dem Publikum Glück, Flucht, Fantasie und Adrenalin – doch unter der Schminke sitzt Einsamkeit. Gerade dieser Gegensatz macht den Song stark: Der Clown spendet Licht, obwohl er selbst im Schatten steht.

BERLIN BRENNT, TANZT UND SCHMERZT

Nach diesem starken Einstieg ist die Luft aber noch lange nicht raus, denn ÖTTE und seine Band legen direkt eine Schippe drauf. Mit dem zügigen Punk’n’Roll-lastigen »Theater In Berlin« zeigt ÖTTE, dass er auch tanzbar kann. Treibende Drums und satte Bässe liefern im Zusammenspiel mit der Gitarre die Grundlage für ein perfektes Rockspektakel, das den Zuhörer in seinen Bann zieht. Hier riecht nichts nach glattgebügelter Radioware, sondern nach Asphalt, Neonlicht, Kippenrauch und Großstadtnacht.

Inhaltlich ist »Theater In Berlin« eine wuchtige Momentaufnahme einer Stadt, die gleichzeitig glänzt und blutet. Zwischen Rausch, Hoffnung, Einsamkeit, falschen Küssen, dunklen Ecken und flackernden Lichtern zeichnet ÖTTE ein Berlin, das nicht nur Kulisse ist, sondern Hauptdarsteller. Die Stadt wird zum Theater, in dem jeder seine Rolle spielt, während Schmerz und Wunderkerzen nebeneinander brennen. Das ist romantisch, dreckig, angeschlagen und trotzdem voller Leben. Genau dieser Kontrast gibt dem Song seinen besonderen Reiz.

Musikalisch ist die Nummer schneller, direkter und kantiger als der Opener. Der Punk’n’Roll-Schub sitzt, die Hook bleibt hängen, und live dürfte »Theater In Berlin« eine sichere Bank sein. Man sieht förmlich die Fäuste in der Luft, während irgendwo zwischen Dreck und Goldstaublicht die Gitarren scheppern. So muss ein Song über Berlin klingen: nicht sauber, nicht brav, aber verdammt lebendig.

DUNKELHEIT MIT BISS

Lyrische Tiefgründigkeit ist eine der absoluten Spezialitäten von ÖTTE. Ein starkes Zeugnis dafür ist der Heavy Rocker »Seelenfresser«, der mit seinem düsteren Charakter noch einmal eine ganz andere Tür aufstößt. Eröffnet von Synthesizern und Effekten, die fast wie aus einem Horrorfilm kommen, wird der Zuhörer von schweren Bässen, massiven Gitarren und Doublebass-Drums empfangen. Das verleiht dem Stück einen stark metallischen Charakter und sorgt dafür, dass die EP nicht nur rockt, sondern stellenweise auch richtig finster die Zähne zeigt.

Zunächst bleibt der Song im Verse im mittleren Tempo, baut Spannung auf und zieht den Hörer langsam in diese kalte Atmosphäre hinein. Im Refrain schaltet die Nummer dann in ein anderes Energielevel und drückt mächtig nach vorne. Hier wird es schwerer, härter und giftiger. »Seelenfresser« ist kein Song, der nett anklopft. Der tritt die Tür ein, stellt sich mitten in den Raum und fragt, wer hier eigentlich wem die Seele aussaugt.

Inhaltlich geht es um psychische Zersetzung, toxische Beziehungen, innere Kälte und den Moment, in dem aus Verletzung Gegenwehr wird. Der sogenannte Seelenfresser erscheint als Figur, die Energie nimmt, Gift verteilt, Worte verdreht und emotionale Reste verwertet. Doch der Song bleibt nicht in der Opferhaltung stehen. Im Verlauf kippt die Perspektive: Aus Schmerz wird bissiger Trotz, aus Ohnmacht wird Abwehr. Das macht die Nummer so effektiv. ÖTTE suhlt sich nicht nur in der Dunkelheit, sondern zeigt, wie aus dieser Dunkelheit Widerstand entsteht.

BALLADE IM ASCHELICHT

Zum krönenden Abschluss gibt es mit »Kalter Morgen« eine melancholisch anmutende Ballade, die man nach der Heavyness von »Seelenfresser« so vielleicht nicht erwartet hätte. Genau deshalb funktioniert sie so gut. Der Song beweist die Vielseitigkeit von ÖTTE und zeigt, dass er nicht nur Druck, Dreck und Rock’n’Roll kann, sondern auch große Gefühle ohne Kitschfalle.

Die Nummer beginnt mit effektvoll verzerrtem Klavierspiel und einer Atmosphäre, die fast wie aus einem alten Grammophon heraus in den Raum kratzt. Danach öffnet sich der Sound in einen klareren, größeren Hi-Fi-Klang. Fantastische Streicher, akustische Gitarren und ein starker Gesang von Chris Ötte sorgen dafür, dass sich »Kalter Morgen« langsam entfalten kann. Die E-Gitarre agiert hier weniger als Brechstange, sondern als melodisch ambitioniertes Element voller Leidenschaft und Liebe zum Detail.

Inhaltlich ist »Kalter Morgen« vielschichtig und schwer. Der Song kreist um Erinnerung, Verlust, Überleben und die Frage, was bleibt, wenn selbst die Erinnerung brüchig wird. Bilder von Schnee, Asche, Staub, Blei und Stille erzeugen eine Nachkriegs- oder Katastrophenstimmung, ohne dabei platt zu werden. Es geht um Spuren, die nicht verschwinden, um Namen, die in der Kälte festfrieren, und um das leise Begreifen, dass Überleben nicht automatisch Heilung bedeutet. Als Abschluss der EP ist das mutig, weil es nicht mit Konfetti endet, sondern mit Nachhall.

SOUND ZWISCHEN STRASSENSTAUB UND BÜHNENLICHT

Produktionstechnisch wirkt »Prolog« angenehm organisch. Die Songs atmen, die Instrumente haben Platz, und trotzdem fehlt es nicht an Druck. Gerade die Rhythmussektion aus Michael Hahn und Rene Radke gibt der EP ein solides, standfestes Fundament. Darauf werden die Gitarren von Frank Bothur gekonnt aufgebettet – mal bluesig, mal schwer, mal punkig, mal melodisch.

Chris Ötte setzt sich mit seiner Stimme klar in den Vordergrund, ohne die Band zu überfahren. Das ist wichtig, denn »Prolog« lebt nicht nur vom Sänger, sondern vom Zusammenspiel. Die EP klingt nach Band, nach Raum, nach Erfahrung. Keine sterile Plastikproduktion, kein künstlich auf jung gebürsteter Deutschrock, sondern Musik mit Ecken, Narben und einem durchaus erwachsenen Verständnis von Dynamik.

Besonders stark ist, dass jeder Song eine eigene Farbe besitzt. »Rockin’ Clown (Gimme All Your Lovin’)« ist die Rückkehr mit breitem Grinsen und wundem Herzen. »Theater In Berlin« liefert Großstadt-Punk’n’Roll mit Tanzbein und blutiger Lippe. »Seelenfresser« schiebt sich schwer und metallisch durch die Dunkelheit. »Kalter Morgen« schließt als melancholischer Blick zurück. Vier Songs, vier Stimmungen, ein roter Faden: ÖTTE erzählt vom Fallen, Weitermachen, Erinnern und Wiederauferstehen.

ZWISCHEN WUT, HOFFNUNG UND ROCK’N’ROLL

Was »Prolog« besonders macht, ist die Mischung aus klassischer Rockenergie und biografischer Schwere. Man hört dieser EP an, dass hier kein Künstler auf Autopilot läuft. Die Songs bewegen sich zwischen Verzweiflung, Hoffnung, Wut, Theater, Erinnerung und diesem typischen Rock’n’Roll-Trotz, der sagt: Ihr könnt mich ankratzen, aber nicht auslöschen.

Natürlich ist das keine moderne Metalcore-Platte und auch kein Hochglanz-Alternative-Rock für algorithmische Playlisten. ÖTTE bleibt in seinem eigenen Kosmos: Deutschrock mit Charakter, Heavy-Rock-Elementen, Balladenstärke, Art-Rock-Flair und einem Hang zur großen Geste. Manchmal ist das bewusst theatralisch, manchmal rau, manchmal pathetisch – aber nie egal.

Und genau das ist der Punkt: »Prolog« ist kein seelenloses Zwischenprodukt, sondern eine klare Ansage. Der Titel passt. Diese EP fühlt sich tatsächlich wie der Auftakt zu einem neuen Kapitel an. Der Clown steht wieder im Rampenlicht, aber er kaspert nicht nur herum. Er zeigt Zähne, Wunden und Herz.

FAZIT:

»Prolog« ist eine gelungene EP, die Vorfreude auf das kommende Album »Rockin’ Clown« weckt und ÖTTE als gereiften Rockmusiker mit starker Band, klarer Stimme und erzählerischem Tiefgang präsentiert. Zwischen Heavy Rock, Punk’n’Roll, düsterer Härte und melancholischer Ballade zeigt diese Veröffentlichung viele Seiten, ohne auseinanderzufallen.

Die stärksten Momente sind der druckvolle Opener »Rockin’ Clown (Gimme All Your Lovin’)«, das großstädtisch flackernde »Theater In Berlin« und der finstere Heavy-Rocker »Seelenfresser«. »Kalter Morgen« setzt zum Abschluss einen emotionalen Kontrapunkt und beweist, dass ÖTTE auch leise, nachdenkliche Momente mit Format stemmen kann.

Für Fans von deutschsprachigem Rock mit Charakter, klassischem Songwriting, kräftiger Stimme, ehrlichen Texten und einer ordentlichen Portion Bühnenblut ist »Prolog« ein klarer Fall. Keine Plastiknummer, kein Blender, kein halbgare Comeback-Übung. Das Ding hat Herz, Druck und Haltung.Vergesst den Joker, ÖTTE der rockende Clown ist zurück – und unter der Schminke brennt noch immer das Feuer.

ÖTTE - Prolog - EP-Stream

Internet

ÖTTE - Prolog - EP Review

Unzucht – Neon Dom

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Unzucht Albumcover zu Neon Dom

Band: Unzucht 🇩🇪
Titel: Neon Dom
Label: Metalville
VÖ: 15.05.2026
Format: Digital / CD / LP / 3CD-Fanbox 
Genre: Dark Rock / Alternative Metal / Industrial Rock / Gothic Rock

Tracklist

01. Katharsis
02. Neon Dom
03. Feuerregen
04. Krieger
05. Chaos
06. Nie mehr zurück
07. 1000 Scherben
08. Gegen die Zeit
09. Koloss
10. Apokalypsis
11. Nachtschatten 1
12. Nachtschatten 2

Besetzung

Timm Hindorff – Vocals
Daniel De Clercq – Gitarre, Vocals, Programmierung, Elektronik
Don Canone – Bass
Toby Fuhrmann – Drums

Bewertung:

4 von 5 Punkten

Seit ihrer Gründung im Jahr 2009 haben sich Unzucht aus Hannover Stück für Stück ihren eigenen Platz zwischen Dark Rock, Alternative Metal, Gothic-Szene und Neuer-Deutscher-Härte-Nähe erarbeitet. Schon früh standen Festivals, Support-Touren und später Alben wie »Todsünde 8«, »Rosenkreuzer«, »Venus Luzifer«, »Neuntöter«, »Akephalos« und »Jenseits der Welt« auf dem Weg. Dann kam der Einschnitt: Sänger Daniel Schulz ging, Timm Hindorff übernahm das Mikrofon, und plötzlich stand nicht nur ein neues Album, sondern auch eine neue Phase im Raum.

Mit »Neon Dom« liefern Unzucht nun genau diesen Befreiungsschlag. Das Album wirkt nicht wie ein vorsichtiger Neustart, bei dem alle Beteiligten erst einmal höflich anklopfen. Nein, hier wird die Tür direkt aufgestoßen. Unzucht klingen dunkler, metallischer und stellenweise wuchtiger als zuletzt, behalten aber ihren Sinn für große Refrains, emotionale Fallhöhe und clubtaugliche Schattenromantik. Das ist kein kalter Maschinenrock, der nur auf Stampfbeat und Lederjacke setzt, sondern eine Platte, die Wut, Schmerz, Hoffnung und Aufbruch in einen sehr greifbaren Sound presst.

Aufgebaut auf ein solides Fundament aus Drums und Bass entwickelt »Neon Dom« seine eigentliche Stärke vor allem dann, wenn Toby Fuhrmann und Don Canone den Boden unter den Songs betonieren und Daniel De Clercq darüber Gitarren, Elektronik und programmierte Dunkelflächen stapelt. Darüber steht Timm Hindorff, der seinen Einstand nicht nur ordentlich, sondern richtig stark hinlegt. Seine Stimme bringt genug Schärfe für die härteren Momente mit, hat aber auch die nötige Melancholie, um die emotionalen Stücke nicht wie Pflichtballaden wirken zu lassen. Genau hier entscheidet sich, ob die neue Ära funktioniert. Antwort: Ja, sie funktioniert.

(Schaut hier »Katharsis« von Unzucht)

ZWISCHEN KATHARSIS UND NEONLICHT

»Katharsis« eröffnet das Album mit ordentlich Druck und macht sofort klar, dass Unzucht ihren Neustart nicht in Watte packen. Die Gitarren greifen bissig zu, die Drums setzen früh auf Vorwärtsbewegung, und der Refrain hat genug Größe, um live direkt zu funktionieren. Inhaltlich passt der Titel perfekt zum Album: Reinigung, Loslösung, innerer Brand und der Wille, nicht länger im eigenen Schatten sitzen zu bleiben. Das ist Dark Rock mit aufgerissener Brust, aber ohne peinliche Selbstmitleids-Geste.

Der Titeltrack »Neon Dom« schlägt danach düsterer und atmosphärischer ein. Hier wird das Bild eines kalten, künstlich leuchtenden Schutzraums aufgebaut, der zugleich Zuflucht und Gefängnis sein kann. Musikalisch gefällt besonders, wie Daniel De Clercq Gitarren und Elektronik miteinander verzahnt. Nichts wirkt wie nachträglich aufgeklebt, die Synth-Flächen und Programmierungen gehören zum Kern des Songs. Timm Hindorff nutzt diesen Raum stark aus: mal rau, mal fast verletzlich, mal mit jener dramatischen Kante, die Unzucht seit jeher brauchen.

»Feuerregen« trägt den Aufbruch bereits im Titel. Der Song wirkt wie ein brennender Schnitt durch alte Bindungen, Ängste und falsche Sicherheiten. Hier zeigt die Band, dass sie Pathos kann, ohne komplett in Kitsch zu kippen. Der Refrain ist breit, die Gitarren schieben ordentlich, und die Rhythmusgruppe bleibt angenehm hartnäckig im Rücken. Genau diese Mischung aus emotionaler Geste und metallischer Bodenhaftung macht die erste Albumhälfte stark.

KRIEGER, CHAOS UND DIE WUCHT DER MASCHINE

»Krieger« gehört zu den unmittelbarsten Songs der Platte. Das Stück funktioniert über klare Konturen, eine starke Hook und den typischen Unzucht-Spagat zwischen Verletzlichkeit und Kampfansage. Man könnte sagen: Die Nummer trägt schwarze Schminke, aber darunter steckt ein ziemlich kräftiger Puls. Toby Fuhrmann arbeitet hier am Schlagzeug sehr songdienlich. Kein unnötiges Gefrickel, sondern treibende Energie, die den Song nach vorne zwingt.

Mit »Chaos« wird der Härtegrad merklich angezogen. Hier kratzt die Band stärker am Industrial-Metal-Rand, ohne den eigenen Dark-Rock-Kern zu verlieren. Das Riffing ist kantiger, die Elektronik kälter, der Gesang bissiger. Genau dieser Song zeigt, warum »Neon Dom« nicht nur als Fortsetzung alter Unzucht-Muster gelesen werden sollte. Die Band klingt befreit, entschlossener und teilweise auch metallischer. Das steht ihr gut. Man merkt: Diese Formation will nicht bloß beweisen, dass sie nach dem Sängerwechsel noch existiert. Sie will zeigen, dass sie gerade dadurch neuen Schub bekommen hat.

»Nie mehr zurück« ist dann der emotionale Gegenpol. Die Nummer geht deutlich unter die Haut und behandelt Dunkelheit nicht als schicke Kulisse, sondern als echten inneren Zustand. Gerade weil der Song weniger auf Härte und mehr auf Verletzlichkeit setzt, funktioniert er so gut. Timm Hindorff zeigt hier seine vielleicht stärkste gefühlvolle Seite. Er überzieht nicht, er trägt. Das ist wichtig, denn solche Songs kippen schnell ins Drama-Schaufenster. Hier bleibt es glaubwürdig.

SCHERBEN, ZEITDRUCK UND EIN KOLOSS IM NEBEL

»1000 Scherben« nimmt danach wieder Tempo auf und bringt eine klassische Unzucht-Tugend zurück: Eingängigkeit mit dunklem Unterbau. Der Song hat Ohrwurmqualität, ohne seine Kanten zu verlieren. Don Canone sorgt am Bass für einen kräftigen Untergrund, der die Gitarren nicht nur begleitet, sondern dem Song zusätzlich Druck gibt. Genau so muss das bei diesem Sound sein. Wenn unten nichts rollt, wirkt oben schnell alles nur wie Nebelmaschine mit WLAN.

»Gegen die Zeit« arbeitet stärker mit Dringlichkeit. Der Titel sagt es bereits: Hier rennt etwas, hier brennt etwas, hier will jemand dem eigenen Verfall oder den äußeren Umständen entkommen. Musikalisch ist das einer der Songs, die sofort in Bewegung bringen. Die Arrangements sind nicht überkompliziert, aber clever genug aufgebaut, um nicht nach Schema F zu klingen. Gerade die Verbindung aus Rhythmik, Gitarrenhärte und Refrain macht den Track stark.

»Koloss« legt mehr Gewicht auf die Waage. Der Song wirkt massiver, dunkler und etwas schwerfälliger im besten Sinne. Hier passt der Titel zur Musik: Das Ding stapft. Nicht elegant, aber wirkungsvoll. Die Gitarren stehen breiter, die Atmosphäre wird dichter, und Unzucht zeigen, dass sie nicht nur schnelle Club-Brecher schreiben können, sondern auch schwere, drückende Momente überzeugend hinbekommen.

APOKALYPSE, NACHTSCHATTEN UND DER BLICK NACH INNEN

»Apokalypsis« bringt noch einmal eine metallische Schärfe ins Spiel. Der Song besitzt klare Riffs, viel Druck und eine fast endzeitliche Grundfarbe. Hier macht sich positiv bemerkbar, dass Unzucht den Metallgehalt auf »Neon Dom« hörbar angezogen haben. Das ist keine reine Gothic-Rock-Schwebeplatte, sondern ein Album, das immer wieder mit den Zähnen knirscht.

Mit »Nachtschatten 1« und »Nachtschatten 2« endet die Platte deutlich atmosphärischer. Der Abschluss wirkt weniger wie ein klassisches Finale mit Feuerwerk, sondern eher wie ein Auslaufen in die Dunkelheit. Die beiden Stücke setzen stärker auf Stimmung, Melancholie und Nachhall. Das passt zum Albumtitel, denn »Neon Dom« ist kein einfacher Ort des Lichts. Dieses Neon leuchtet kalt, brüchig und manchmal sehr einsam.

Gerade im letzten Drittel zeigt sich aber auch eine kleine Schwäche: Nicht jeder Song setzt sich gleich stark fest. Die erste Albumhälfte hat mit »Katharsis«, »Neon Dom«, »Feuerregen«, »Krieger« und »Chaos« eine enorme Dichte. Danach bleibt das Niveau hoch, aber einzelne Momente könnten noch etwas mehr Eigenprofil vertragen. Das ist kein Beinbruch, aber bei zwölf Songs fällt es eben auf, wenn nicht jeder Refrain gleich tief im Nacken sitzt.

NEUE STIMME, ALTER SCHATTEN, FRISCHER DRUCK

Die größte Frage vor »Neon Dom« war natürlich: Wie klingt Unzucht mit Timm Hindorff? Die Antwort ist erfreulich klar. Er versucht nicht, Daniel Schulz zu kopieren, sondern bringt eine eigene Farbe mit. Seine Stimme hat mehr als genug Ausdruck für die melancholischen Stücke, aber auch die nötige Aggression für Songs wie »Chaos« oder »Apokalypsis«. Damit gibt er der Band nicht nur Ersatz, sondern tatsächlich eine neue Energie.

Daniel De Clercq bleibt als Gitarrist, Sänger, Programmierer und Elektronik-Kopf das zentrale Klangscharnier. Seine Arbeit entscheidet, ob der Sound nur nach Rockband mit ein paar digitalen Schatten klingt oder wirklich zu einer Einheit wird. Auf »Neon Dom« gelingt das sehr ordentlich. Don Canone am Bass und Toby Fuhrmann an den Drums bilden dazu das bereits erwähnte solide Fundament aus Drums und Bass, das die Songs trägt und ihnen Druck verleiht. Gerade dieser Unterbau sorgt dafür, dass die emotionalen Momente nicht zerfließen und die harten Songs nicht nur behaupten, hart zu sein.

KLEINE EINWÄNDE AUS DEM NEON-SCHATTEN

Ganz ohne Kritik geht es nicht. »Neon Dom« ist stark, aber nicht jeder Song erreicht die gleiche Trefferquote. Einige Refrains sitzen sofort, andere brauchen länger oder bleiben etwas blasser. Außerdem ist der Sound sehr klar auf die bekannte Schnittstelle aus Dark Rock, Alternative Metal, Gothic-Geste und Industrial-Kante zugeschnitten. Wer mit dieser Art Pathos grundsätzlich nichts anfangen kann, wird hier nicht plötzlich zum Jünger im Neonlicht.

Trotzdem muss man der Band zugutehalten, dass sie ihren Neustart mutig genug angeht. Unzucht beschädigen ihre Vergangenheit nicht, aber sie hängen auch nicht nur daran wie an einem alten Tourshirt. »Neon Dom« klingt nach Übergang, aber nicht nach Unsicherheit. Und genau das ist nach einem Sängerwechsel ein ziemlich gutes Zeichen.

FAZIT:

»Neon Dom« ist ein überzeugender Neubeginn für Unzucht. Die Band verbindet ihre bekannte Dark-Rock-DNA mit mehr metallischem Druck, intensiver Emotionalität und einer neuen Stimme, die dem Material hörbar guttut. Timm Hindorff liefert einen starken Einstand, Daniel De Clercq hält Gitarren, Elektronik und Atmosphäre zusammen, während Don Canone und Toby Fuhrmann den Songs das nötige Fundament geben.

Die stärksten Stücke sind »Katharsis«, »Neon Dom«, »Feuerregen«, »Krieger«, »Chaos« und »Nie mehr zurück«. Gerade diese Songs zeigen, wie gut die neue Konstellation funktioniert: hart, dunkel, eingängig und emotional genug, um mehr zu sein als bloßer Szenestandard.

Kleine Abzüge gibt es für ein paar weniger markante Momente im hinteren Teil der Platte. Insgesamt bleibt »Neon Dom« aber ein starkes Album, das alte Fans nicht verschreckt und neue Hörer durchaus anziehen kann. Wer Lord Of The Lost, Mono Inc., Stahlmann, Eisbrecher, Megaherz oder dunklen Alternative Metal mit deutschsprachiger Schlagkraft mag, sollte hier definitiv einsteigen.

Kurz gesagt: Unzucht stehen wieder im Licht. Es ist zwar Neonlicht, kalt und flackernd, aber es brennt hell genug, um zu zeigen, dass diese Band noch lange nicht am Ende ist.

Videoclip

Internet

Unzucht - Neon Dom - CD Review

Angellore – Nocturnes

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Angellore - Nocturnes - cover Artwork
Angellore - Nocturnes - cover Artwork

Band: Angellore 🇫🇷
Titel: Nocturnes
Label: Ardua Music
VÖ: 15.05.2026
Format: Digital / CD 
Genre: Gothic Doom Metal / Atmospheric Doom Metal / Death Doom / Dark Metal

Tracklist

01. Falling Birds
02. Black Sun River
03. Forsaken Fairytale
04. Martyrium
05. A Dormant Stream

Besetzung

Lucia – Vocals
Rosarius – Clean & harsh vocals, electric & acoustic guitars, synths, grand piano
Walran – Harsh & clean vocals, synths, grand piano
Celin – Bass, additional guitars, EBow, backing extreme vocals
Ronnie – Drums & percussions

Gäste:
Gunnar Ben – Oboe
Ségolène Perraud – Flute
Dirk Goossens – Bass Clarinet
Raphaël Verguin – Cello
Déhà – Additional Arrangements

Bewertung:

4,5 von 5 Punkten

Es gibt Alben, die spielt man an, nickt kurz und weiß nach zwei Minuten, wo die Reise hingeht. Und dann gibt es Platten wie »Nocturnes« von Angellore, bei denen man erst einmal die Uhr ablegt, das Licht dimmt und akzeptiert, dass diese Musik nicht im Vorbeigehen funktioniert. Die Franzosen aus Avignon liefern hier kein kleines Häppchen Gothic Doom für zwischendurch, sondern fünf ausladende Nachtstücke, die sich langsam öffnen wie ein alter Waldweg im Mondlicht. Klingt pathetisch? Ja. Aber genau dort wohnt diese Musik.

»Nocturnes« ist ein Album voller Schwermut, Romantik, Kammermusik, Death-Doom-Schwere und dunkler Erzählkunst. Wer bei Gothic Doom sofort an Samtvorhang, Kerzenständer und übertriebenes Drama denkt, liegt nicht völlig falsch, sollte hier aber nicht die Nase rümpfen. Angellore nutzen diese Ästhetik nicht als billige Dekoration, sondern als tragende Architektur. Flöte, Oboe, Bassklarinette, Cello, Klavier, klare Stimmen und harsche Vocals werden nicht einfach auf schwere Gitarren gestreut, sondern wachsen organisch in die Songs hinein. Das Ergebnis klingt groß, traurig, schön und manchmal so todverliebt, dass selbst eine Grabstatue kurz schlucken müsste.

(Hört hier »Nocturnes« von Angellore)

FÜNF NACHTSTÜCKE UND KEIN WEG ZURÜCK

»Falling Birds« eröffnet das Album mit elf Minuten, die sofort klarstellen: Hier wird nicht gehetzt. Der Song baut sich langsam auf, lässt Raum für Melancholie, Atem und Zwischentöne. Die Oboe und die Bassklarinette geben dem Stück eine fast geisterhafte Tiefe, während die Gitarren wie schwere Wolken über der Szenerie hängen. Inhaltlich bewegt sich der Song zwischen Erinnerung, Verlust, Naturbildern und der Frage, ob Schönheit noch retten kann, wenn das Vergangene bereits unerreichbar geworden ist. Das ist Gothic Doom in Reinform: groß, traurig, aber nie leer.

Besonders stark ist dabei die Art, wie Angellore mit Stimmen arbeiten. Klargesang, dunklere Farben und harsche Ausbrüche wirken nicht wie willkürliche Stilmittel, sondern wie verschiedene Figuren in einem düsteren Kammerspiel. Lucia, Rosarius und Walran geben dem Album eine theatralische, aber nicht überzuckerte Präsenz. Genau dadurch wird »Nocturnes« nicht nur schwer, sondern erzählerisch.

»Black Sun River« ist der zugänglichste Moment der Platte und gleichzeitig einer der stärksten. Der Song besitzt eine dunkle, fast tanzende Bewegung, ohne wirklich leicht zu werden. Textlich geht es um Suche, Entfremdung, Nähe, die vielleicht nur noch Erinnerung ist, und einen schwarzen Fluss, der als Grenze zwischen Liebe, Traum und Verlust gelesen werden kann. Musikalisch treffen hier starke Melodien auf doomige Schwere und eine Atmospähre, die tatsächlich zieht, statt nur hübsch herumzunebeln.

MÄRCHENWALD, MARTYRIUM UND SEHR VIEL MONDLICHT

Mit »Forsaken Fairytale« wird der märchenhafte Charakter von »Nocturnes« besonders deutlich. Der Titel klingt schon nach verwunschenem Schloss, gebrochenem Versprechen und einer Prinzessin, die vermutlich besser nie eingeschlafen wäre. Doch Angellore vermeiden den Kitsch, indem sie die Schönheit immer wieder mit Schwere erden. Das Cello und die Flöte wirken hier nicht wie Schmuck am Kleid, sondern wie tragende Stimmen im Arrangement. Die Musik wandert, schwebt und kniet gewissermaßen vor der eigenen Traurigkeit nieder, bleibt aber musikalisch spannend genug, um nicht in bloßer Selbstbetrachtung zu versinken.

»Martyrium« ist dann der große Kathedralenmoment der Platte. Über zwölf Minuten Schmerz, Sehnsucht, Selbstaufgabe und düstere Größe. Hier zeigen Angellore, dass sie Pathos nicht fürchten. Das Stück ist feierlich, schwer und stellenweise beinahe überwältigend. Die harschen Vocals reißen die romantische Oberfläche auf, während die klaren Passagen für genau jene zerbrechliche Schönheit sorgen, die Gothic Doom braucht, wenn er nicht nur drücken, sondern auch berühren will. Inhaltlich liest sich das Stück wie eine Liebesqual, die längst über normale Trauer hinausgewachsen ist. Hier liebt niemand gesund. Hier leidet man mit Stil, aber eben richtig.

DER LETZTE STROM IN DIE DUNKELHEIT

»A Dormant Stream« beschließt das Album mit fast dreizehn Minuten und wirkt wie ein letzter Gang durch diese Nachtwelt. Der Song verbindet pastorale Ruhe, kammermusikalische Farben und massive Doom-Schwere zu einem Finale, das nicht explodiert, sondern langsam versinkt. Das passt hervorragend. »Nocturnes« ist keine Platte, die am Ende die Tür aufreißt und ins Tageslicht rennt. Sie legt sich in den Schatten, sieht noch einmal zu den Sternen und verabschiedet sich mit einer Mischung aus Erlösung und endgültigem Verlust.

Klanglich ist das Album stark produziert. Der Mix von Déhà lässt die vielen Elemente atmen: Die Gitarren sind schwer, aber nicht matschig; die Stimmen stehen präsent, ohne alles zu dominieren; die akustischen Instrumente bekommen Platz, ohne den Metal-Kern zu verwässern. Das Mastering von Markus Skroch sorgt zusätzlich dafür, dass die Platte groß klingt, aber nicht künstlich aufgeblasen. Gerade bei dieser Art Musik ist das wichtig, denn Gothic Doom kann schnell in Zuckerwatte oder Nebelsuppe kippen. Angellore bleiben hier auf der richtigen Seite des Mondes.

KLEINE EINWÄNDE AUS DEM NEBEL

Ganz ohne Kritik geht es dennoch nicht. »Nocturnes« verlangt Geduld, und zwar nicht zu knapp. Fünf Songs, rund fünfundfünfzig Minuten, viel Langsamkeit, viele Wiederholungen, viel emotionale Schwere: Das ist nichts für Hörer, die nach drei Minuten einen klaren Refrain und nach vier Minuten den nächsten Song erwarten. Manchmal könnte man sich wünschen, dass Angellore einzelne Passagen etwas stärker verdichten oder noch konsequenter kürzen. Nicht weil das Material schwach wäre, sondern weil manche Bögen sehr weit gespannt sind.

Auch der große romantische Gestus ist Geschmackssache. Wer Gothic Doom liebt, wird genau darin baden. Wer mit Pathos, Mondlicht, verlorener Liebe und dramatischer Todessehnsucht wenig anfangen kann, wird vermutlich schon nach dem ersten langen Blick in den Wald nervös. Aber das ist kein echter Makel, sondern eine Frage der Zielgruppe. »Nocturnes« will nicht jedem gefallen. Es will die Richtigen vollständig verschlucken.

FAZIT:

»Nocturnes« ist ein starkes, elegantes und tief melancholisches Gothic-Doom-Album, das sich Zeit nimmt und genau darin seine Kraft findet. Angellore erschaffen aus schweren Gitarren, mehrstimmigem Gesang, harschen Ausbrüchen, Klavier, Flöte, Oboe, Bassklarinette und Cello eine eigene Nachtwelt, die zwischen Märchen, Trauer, Naturmystik und dunkler Romantik pendelt. Das ist keine Musik für nebenbei. Das ist Musik für Kopfhörer, Kerzenlicht und den Moment, in dem draußen idealerweise Regen gegen das Fenster schlägt.

Die stärksten Stücke sind »Falling Birds«, »Black Sun River« und »Martyrium«, wobei auch »A Dormant Stream« als Abschluss viel Wirkung entfaltet. Kleine Abzüge gibt es für die enorme Länge und einzelne Passagen, die noch etwas straffer hätten ausfallen dürfen. Trotzdem bleibt »Nocturnes« ein beeindruckendes Werk mit Seele, Tiefe und Atmosphäre.

Wer Tristania, Theatre Of Tragedy, Draconian, Saturnus, Empyrium, My Dying Bride oder romantischen Death Doom mit kammermusikalischer Note liebt, sollte hier dringend eintauchen. Angellore liefern kein schnelles Album, sondern eine Reise. Und wie bei jeder guten Reise in den dunklen Wald ist man am Ende nicht ganz sicher, ob man wirklich wieder vollständig zurückgekommen ist.

Full Album Stream

Internet

Angellore - Nocturnes - CD Review

DÅZR – Do Or Die

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DAZR - Do Or Die - cover artwork
DAZR - Do Or Die - cover artwork

Band: DÅZR 🇺🇸
Titel: Do or Die
Label: DAZR Records
VÖ: 06.05.2026
Format: Digital / CD / LP
Genre: Hard Rock / Rock ’n’ Roll / Classic Rock / Sleaze Rock

Tracklist

01. Hold The Line
02. Another Lie
03. Night Lady
04. Unsatisfied
05. Fly Away
06. Down We Go
07. Tough
08. Got It All
09. Can’t Take It Anymore
10. Do Or Die

Besetzung

Grant Hendrix – Guitars
Austin Hendrix – Lead Vocals
Matthew Shranko – Bass
Shalor O’Bryant – Drums

Bewertung:

4 von 5 Punkten

Aus South Carolina kommt mit DÅZR eine Band, die nicht lange um den heißen Verstärker redet. »Do or Die« ist das Debütalbum der amerikanischen Hard-Rocker und klingt so, als hätte jemand den Staub von alten Marshall-Boxen gepustet, eine Kiste Bier neben das Schlagzeug gestellt und dann gesagt: „So, jetzt aber bitte ohne Netz und doppelten Boden.“

Das funktioniert erstaunlich gut. DÅZR spielen keinen modernen Plastikrock, der im Refrain nach Werbejingle riecht, sondern handfesten, riffbetonten Hard Rock mit deutlicher Classic-Rock-Schlagseite. Man hört hier Guns N’ Roses, etwas Mötley Crüe, ein bisschen Led Zeppelin-Schweiß, dazu eine Portion Südstaaten-Dreck unter den Stiefeln. Das Ganze ist nicht revolutionär, aber ehrlich, laut und angenehm ungekünstelt. Also genau die Sorte Rock, bei der man nicht nachdenkt, ob die Snare modern genug komprimiert wurde, sondern ob das nächste Bier schon offen ist.

(Schaut hier »Hold The Line« von DÅZR)

RIFFS, SCHWEISS UND KEIN AUTOTUNE-PARFÜM

»Hold The Line« eröffnet die Platte mit genau jener Ansage, die ein Debüt braucht: großer Groove, markantes Riff, kräftige Stimme und genug Stadionluft, ohne gleich peinlich auf den Mond zu zeigen. Grant Hendrix setzt auf Gitarrenarbeit mit Rückgrat, während Austin Hendrix stimmlich rau, melodisch und schön nach vorne singt. Das ist kein glattgebügelter Casting-Rock, sondern Musik mit echter Körpertemperatur.

»Another Lie« zieht die Zügel etwas enger und zeigt, dass DÅZR auch in kompakteren Rocknummern funktionieren. Der Song lebt von seinem direkten Aufbau und einer starken Hookline. Matthew Shranko gibt dem Material am Bass die nötige Bodenhaftung, während Shalor O’Bryant das Schlagzeug nicht nur verwaltet, sondern ordentlich anschiebt. Da wackelt nichts unnötig, aber es atmet noch. Sehr wichtig.

ZWISCHEN CLUBBÜHNE UND GROSSER GESTE

Mit »Night Lady«, »Unsatisfied« und »Fly Away« zeigen DÅZR, dass sie nicht nur ein Tempo kennen. Die Band schiebt Melodie, Schmutz und Rock-Pathos zusammen, ohne dabei in Zuckerwatte zu kippen. Besonders stark ist, dass die Songs nach Bühne klingen. Man hört förmlich, dass dieses Material nicht für Laptop-Lautsprecher geschrieben wurde, sondern für heiße Clubs, klebrige Böden und Leute, die am nächsten Morgen eine leicht beleidigte Nackenmuskulatur haben.

»Down We Go« und »Tough« bringen mehr Druck in die zweite Albumhälfte. Hier sitzt der Hard-Rock-Motor besonders sauber. Die Riffs haben Griff, die Drums bleiben präsent, und der Gesang besitzt genug Dreck, um nicht nach bravem Retro-Fotoalbum zu klingen. Klar, DÅZR erfinden das Rad nicht neu. Aber sie montieren es verdammt ordentlich an einen alten Muscle Car und treten dann beherzt aufs Gas.

BALLADE, BISS UND DER LETZTE SCHLAG

»Can’t Take It Anymore« ist der emotionale Ruhepunkt der Platte. Die Nummer zeigt, dass DÅZR auch die große Rockballade können, ohne komplett im Kitsch zu baden. Natürlich wird hier mit offenem Hemd und Herz auf dem Tresen gearbeitet, aber hey: Genau dafür ist Hard Rock doch auch da. Manchmal muss die Faust eben kurz runter, damit die Hand ans Herz kann.

Der Titeltrack »Do Or Die« beendet das Album dann passend kämpferisch. Hier wird noch einmal deutlich, worum es bei dieser Band geht: Haltung, Energie und das Gefühl, dass Rockmusik nicht aus zwanzig Spuren Sicherheitsnetz bestehen muss. Vier Musiker, vier Instrumente, fertig ist die Laube. Oder in diesem Fall: fertig ist der Verstärkerbrand.

FAZIT:

»Do or Die« ist ein starkes Debüt von DÅZR, das vor allem durch Ehrlichkeit, Spielfreude und handgemachte Rock-Energie punktet. Die Band klingt nicht wie ein nostalgisches Kostümfest, sondern wie eine junge Formation, die alte Tugenden ernst nimmt: starke Riffs, echte Vocals, ein drückendes Fundament und Songs, die live ziemlich sicher noch besser funktionieren als auf Platte.

Kleine Abzüge gibt es, weil manche Nummern stilistisch recht nah beieinander liegen und der ganz große Überraschungsmoment noch fehlt. Aber als Debüt macht »Do or Die« vieles richtig. Wer auf klassischen Hard Rock, sleazige Gitarren, große Hooks und ehrliche Bühnenenergie steht, sollte hier definitiv ein Ohr riskieren.

Die stärksten Songs sind »Hold The Line«, »Another Lie«, »Night Lady«, »Can’t Take It Anymore« und »Do Or Die«. Für Fans von Guns N’ Roses, Mötley Crüe, L.A. Guns, Skid Row und modernem Classic Rock mit ordentlich Schub ist das Album eine runde Sache. Nicht perfekt, aber verdammt lebendig. Und manchmal ist genau das mehr wert als jede polierte Hochglanzfassade.

Videoclip

Internet

DÅZR - Do or Die - CD Review

HAEMOTH – Black Dust

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HAEMOTH - Black Dust - cover artwork
HAEMOTH - Black Dust - cover artwork

Band: HAEMOTH 🇫🇷
Titel: Black Dust
Label: Agonia Records
VÖ: 22/05/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Ashen Remains
02. Blood Atonement
03. When The Dust Finally Settles
04. D = IX
05. Human Defects
06. Dead Frequency
07. Incense Of The Last Rite
08. Fragments Of The Sign
09. Black Dust
10. Void Theory
11. Stigmata

 

Besetzung

Haemoth – vocals, bass, guitar
Syht – drums

 

Bewertung:

2/5

»Black Dust« ist das vierte Album der französischen Black-Metal Formation HAEMOTH und markiert eine Rückkehr, die lange auf sich warten ließ. Fünfzehn Jahre nach »In Nomine Odium« meldet sich das Duo mit einer Veröffentlichung zurück, die bewusst keinen Neuanfang im klassischen Sinn darstellt, sondern eher eine Fortsetzung einer sehr eigenen Klangwelt.

Rückkehr ohne Nostalgie

Seit der Gründung im Jahr 1999 bewegt sich HAEMOTH im Spannungsfeld zwischen klassischem Black-Metal und einer stark deformierten, fast körperlosen Klangästhetik. Hinter dem Projekt steht der Musiker Haemoth selbst, der Gitarre, Bass und Gesang übernimmt. Ergänzt wird er seit Jahren durch Schlagzeuger Syht. Die Konstellation ist stabil, die Ausrichtung ebenso, reduziert, kalt, kompromisslos.

Im Vergleich zu seinem anderen Projekt SPEKTR verzichtet HAEMOTH weiterhin konsequent auf Ambient oder industrielle Einschübe. Stattdessen steht ein direkter, fast grobkörniger Black-Metal im Mittelpunkt, der sich weniger über Atmosphäre im klassischen Sinn definiert, sondern über Reibung, Disharmonie und eine konstante Unruhe im Klangbild.

Klangbild zwischen Druck und Leere

»Black Dust« klingt bewusst unangenehm. Die Gitarren sind tief gestimmt, stark verzerrt und oft so verdichtet, dass einzelne Linien eher als Flächen wahrgenommen werden. Der Bass arbeitet im Untergrund, während das Schlagzeug eine stoische, fast mechanische Präsenz entwickelt. Syht spielt dabei nicht verspielt, sondern funktional, manchmal fast stoisch wiederholend.

Die Produktion lässt wenig Raum für Klarheit im klassischen Sinn. Stattdessen entsteht ein dichter, staubiger Klangkörper, der den Titel des Albums sehr direkt widerspiegelt. Alles wirkt wie unter einer Schicht aus Asche begraben, ohne dass die Musik dabei ihre Struktur verliert.

Zwischen Kontrolle und Zerfall

Inhaltlich bewegt sich das Album durch Motive von Schuld, Entfremdung und innerer Leere. Die Texte sind knapp gehalten und eher funktional eingebettet, was dem Gesamtbild entspricht. HAEMOTH setzen nicht auf erzählerische Entwicklung, sondern auf Zustände.

Auffällig ist die konsequente Vermeidung von klassischen Höhepunkten. Stattdessen arbeiten die Songs mit Wiederholung und subtilen Verschiebungen. Kleine Veränderungen im Riff oder in der Rhythmik reichen aus, um Spannung zu erzeugen. Diese Herangehensweise zieht sich durch das gesamte Album und macht es eher zu einem gleichförmigen Strom als zu einer Sammlung einzelner Stücke.

Einzelne Titel stechen kaum durch musikalische Brüche hervor, sondern eher durch minimale Verschiebungen im Gesamtfluss. Besonders »Dead Frequency« und der Titeltrack »Black Dust« zeigen die typische Mischung aus monotoner Härte und unterdrückter Dynamik am deutlichsten.

Leistung und Grenzen

Musikalisch bleibt das Album konsequent innerhalb der eigenen Parameter. Genau darin liegt sowohl Stärke als auch Schwäche. Die klare Vision ist jederzeit hörbar, gleichzeitig fehlt es an Momenten, die über das bereits Bekannte hinausführen. Viele Passagen wirken bewusst reduziert, aber auch vorhersehbar in ihrer Entwicklung.

Gerade im Mittelteil verliert das Album etwas an Spannung, da sich Strukturen stark ähneln und die Idee der Wiederholung nicht immer neue Facetten erzeugt. Die Produktion unterstützt diesen Eindruck, indem sie kaum Kontraste zulässt.

»Black Dust« ist ein geschlossenes, aber forderndes Werk. Es verlangt Geduld und die Bereitschaft, sich auf eine sehr monotone, fast starre Interpretation von Black-Metal einzulassen. Innovation spielt hier keine große Rolle, vielmehr geht es um Konsequenz in der Umsetzung einer bestehenden Idee.

Die Bewertung fällt entsprechend zurückhaltend aus. 2 von 5 Punkten spiegeln ein Album wider, das zwar eine klare Handschrift trägt, aber über lange Strecken zu wenig Varianz bietet, um wirklich nachhaltig zu wirken.

Fazit: Mit »Black Dust« kehren HAEMOTH zurück in die Black-Metal-Szene, doch das Album bleibt hinter den Erwartungen zurück.

Internet

HAEMOTH - Black Dust - CD Review

BLOOD PYTHON – Voidseeker

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BLOOD PYTHON - Voidseeker - cover artwork
BLOOD PYTHON - Voidseeker - cover artwork

Band: BLOOD PYTHON 🇳🇴
Titel: Voidseeker
Label: Independent
VÖ: 21/05/26
Genre: Heavy Metal

Tracklist

01. 10,000 AD
02. Death on Four Wheels
03. Voidseeker
04. Cromlech
05. Divine Electronic Doom
06. Midnight Ritual
07. We Emerge
08. Entranced in Desire
09. The False Dreamer

 

Besetzung

Martin Horn Sørlie – All instruments, Vocals

 

Bewertung:

4/5

Aus dem Norden in den Abgrund

Hinter BLOOD PYTHON steht der norwegische Musiker Martin Horn Sørlie, der sämtliche Instrumente selbst einspielt und auch den Gesang übernimmt. Das Projekt stammt aus den dichten, oft mystisch verklärten Wäldern Ostnorwegens und bewegt sich stilistisch im Spannungsfeld von okkultem Heavy Metal, rauem 80s-Charme und einer bewusst roh gehaltenen Produktion. Seit »Acheron« (2022) und dem Nachfolger »Thunder City« (2023) hat sich ein klar erkennbarer Sound entwickelt. Eigenständig, leicht lo-fi und getragen von einer düsteren, fast rituellen Atmosphäre.

Mit »Voidseeker« legt BLOOD PYTHON nun das dritte Kapitel dieser Entwicklung vor. Das Album wirkt entschlossener, schwerer und gleichzeitig experimentierfreudiger als seine Vorgänger. Die Grundidee bleibt gleich, klassischer Heavy Metal mit okkultem Unterton, ergänzt durch thrashige Beschleunigungen und synthetische Elemente, die sich immer wieder überraschend in den Vordergrund schieben.

Zwischen Ritual und Riffgewitter

Der Einstieg über »10,000 AD« fällt kurz aus, wirkt aber wie ein bewusst gesetztes Intro, das die Tür in eine andere Welt öffnet. Ohne Umwege folgt mit »Death on Four Wheels« ein direkter, treibender Heavy-Metal-Song, der sofort zeigt, wo die Reise hingeht, kantige Riffs, eine raue Gesangsperformance und ein Rhythmus, der eher drückt, als glänzt.

Der Titeltrack »Voidseeker« bildet das emotionale Zentrum des Albums. Hier verbindet sich die typische BLOOD PYTHON-Ästhetik mit einer fast hypnotischen Struktur. Die Gitarren wirken kreisend, der Gesang schiebt sich wie eine Beschwörung durch den Mix. Es ist kein Song, der sich sofort erschließt, sondern einer, der sich langsam festsetzt.

»Cromlech« geht danach stärker in Richtung klassischer Heavy-Metal-Strukturen, bleibt aber durch kleine atmosphärische Einschübe eigenständig. Besonders interessant wird es mit »Divine Electronic Doom«, das den synthetischen Aspekt des Albums stärker betont. Die elektronischen Elemente wirken nicht dekorativ, sondern setzen gezielt Brüche im ansonsten organischen Soundbild.

»Midnight Ritual« und »We Emerge« bewegen sich wieder stärker im traditionellen Bandkontext. Hier dominiert der treibende Rhythmus, begleitet von Gitarren, die zwischen klassischem Heavy Metal und leicht thrashigen Anleihen pendeln. Besonders »We Emerge« wirkt dabei wie ein kurzer Moment des Aufatmens, ohne die Grundstimmung wirklich aufzulösen.

Dunkler als zuvor, klarer im Konzept

Im Mittelteil zeigt sich, wie sehr sich BLOOD PYTHON seit den frühen Veröffentlichungen verändert hat. Während frühere Aufnahmen stärker von roher Energie geprägt waren, wirkt »Voidseeker« kontrollierter, aber auch bewusster aufgebaut. Jeder Song scheint eine klare Funktion innerhalb des Gesamtbildes zu haben.

»Entranced in Desire« bringt eine fast überraschend melodische Seite ins Spiel, ohne die düstere Grundstimmung zu verlieren. Der Song arbeitet stärker mit Dynamikwechseln und setzt auf eine fast schleichende Intensität. »The False Dreamer« schließt das Album schließlich mit einem bedrückenden, schwer schleppenden Finale ab, das die okkulte Grundstimmung konsequent zu Ende führt.

Gerade diese letzte Phase zeigt, dass das Projekt nicht nur auf einzelne starke Ideen setzt, sondern versucht, ein geschlossenes Albumgefühl zu erzeugen. Die Übergänge wirken fließend, die Stimmung bleibt konstant dunkel, aber nicht eindimensional.

Produktion zwischen Rohheit und Kontrolle

Die Produktion von »Voidseeker« bewegt sich bewusst auf einer schmalen Linie. Einerseits bleibt der Sound roh genug, um den Underground-Charakter des Projekts zu erhalten. Andererseits ist genug Klarheit vorhanden, um die vielen Schichten aus Gitarren, Vocals und Synthesizern sauber voneinander zu trennen.

Diese Balance funktioniert besonders gut in den Momenten, in denen elektronische Elemente auf klassische Metal-Strukturen treffen. Statt sich gegenseitig zu überlagern, erzeugen sie eine gewisse Reibung, die dem Album Tiefe verleiht. Gerade diese Reibung hebt »Voidseeker« von vielen vergleichbaren Ein-Mann-Projekten ab.

Ein Schritt nach vorn

»Voidseeker« zeigt BLOOD PYTHON in einer gereiften Form. Das Album wirkt durchdachter als die bisherigen Veröffentlichungen, ohne die ursprüngliche Wildheit zu verlieren. Die Mischung aus okkultem Heavy Metal, Thrash-Anleihen und synthetischen Experimenten greift hier besser ineinander als zuvor.

Nicht jeder Song zündet sofort, und manche Passagen verlangen Geduld. Genau darin liegt aber auch ein Teil der Wirkung. Das Album entfaltet seine Stärke über Zeit, nicht über den ersten Eindruck. Am Ende bleibt ein Werk, das seinen eigenen Raum schafft und diesen konsequent füllt, ohne sich an gängige Erwartungen anzupassen.

Fazit: »Voidseeker« ist eine gelungene Fortsetzung der musikalischen Reise von BLOOD PYTHON.

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BLOOD PYTHON - Voidseeker - CD Review

MOONSPELL veröffentlichen Musikvideo

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ULTIMA RATIO Moonspell

MOONSPELL veröffentlichen Musikvideo zur neuen Gothic-Metal-Hymne „Cross Your Heart“! – Neues Studioalbum „Far From God“ erscheint am 3. Juli 2026 via Napalm Records!

MOONSPELL - Cross Your Heart (Official Video) | Napalm Records

Nachdem MOONSPELL kürzlich den Titeltrack ihres neuen Albums „Far From God“ vorgestellt haben und dieser weltweit auf extrem positive Resonanz gestoßen ist, legen die portugiesischen Dark-Metal-Pioniere nun nach. Sowohl der Song als auch das offizielle Video verzeichnen bereits starke Streamingzahlen auf allen Plattformen.

Kurz nach einem gefeierten Auftritt beim Wave-Gotik-Treffen präsentiert die Band jetzt das offizielle Musikvideo zur neuen Single „Cross Your Heart“, zugleich der eröffnende Track des kommenden Albums.

Während „Far From God“ eine tragische vampirische Romanze und den spirituellen Verfall des modernen Gothic Metal beleuchtet, richtet „Cross Your Heart“ den Blick auf die endlosen Straßen, die Menschen verbinden und trennen. Der Song verbindet die klassische Atmosphäre der legendären „Irreligious“-Ära mit einem moderneren, schärferen Sound und entwickelt sich zu einer düsteren, melancholischen und emotional dichten Hymne.

Getragen von schweren, treibenden Riffs und dunklen Melodien trifft Fernando Ribeiros markante Stimme auf Themen wie Sterblichkeit, Erinnerung und das fragile Leben unterwegs.

Frontmann Fernando Ribeiro beschreibt den Song als eine Erinnerung an die kleinen Wegschreine, die man weltweit an Straßen findet – Orte des Gedenkens an Menschen, die oft viel zu früh bei Auto- oder Motorradunfällen ums Leben kamen. Gleichzeitig spiegelt der Song das Leben der Band wider, geprägt von Reisen, Nächten auf der Straße und den Momenten zwischen Aufbruch und Verlust.

Das kommende Album entstand über fünf Jahre voller kreativer Suche, Zweifel und Neuorientierung. „Far From God“ wirkt dabei wie eine Wiedergeburt der Band: dunkler, direkter und emotional ungefiltert. Statt Trends zu folgen, konzentriert sich MOONSPELL auf ihre eigene Identität und liefert ein klares Statement des Gothic Metal.

Thematisch bewegt sich das Album zwischen Baudelaire-inspirierter Liebe, existenzieller Schuld, Erlösung und symbolträchtigen Figuren wie Vampiren und Werwölfen. Diese Motive dienen nicht der Flucht, sondern als Ausdruck echter dunkler Emotionen – romantisch, ernst und ohne künstliche Glättung.

Produziert wurde „Far From God“ von Jaime Gomez Arellano (u. a. Paradise Lost, Sólstafir, Ghost) und verbindet den klassischen MOONSPELL-Sound mit moderner Kraft. Das Album ist keine nostalgische Rückschau, sondern ein eigenständiges, starkes Statement – ein Werk, das Gothic Metal in seiner Essenz neu beleben soll.

Tracklist

01. Cross Your Heart
02. Far From God
03. Biblical
04. The Great Wolf in the Sky (ft. Alicia Nuhro on strings)
05. Your Promise of Light
06. For the Love of Mortals
07. Our Freedom to Fall
08. Reconquista

 

Quellenangabe: All Noir

SOULBURN – Neuer Track im Stream

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Soulburn - bandphoto
Photo Credit: S.M. - De Schaduwzijde

SOULBURN – Neuer Track im Stream – fünftes Album „Quantifying Cosmic Doom“ erscheint bald via Testimony Records

Soulburn - In the Very Time That Will Rot Us [Official Single]

Die niederländischen Blackened Death Metaller SOULBURN präsentieren die letzte Vorab-Single ihres neuen Albums „Quantifying Cosmic Doom“, das am 12. Juni 2026 über Testimony Records erscheinen wird.

Der Song „In the Very Time That Will Rot Us“ ist ab sofort hier zu hören:

Sänger Twan van Geel sagt dazu:

„Für mich trifft ‚In the Very Time That Will Rot Us‘ den Kern von Soulburn. Der Song gräbt alte Wurzeln aus, kurz bevor das Album in sein großes Finale eintritt. Eric’s charakteristisches Riffing am Ende hat mich beim Schreiben der Lyrics stark inspiriert. Das Gehirn arbeitet einfach am besten mit Riffs, die direkt und kraftvoll sind!“

Gitarrist Eric Daniels ergänzt:

„Dieser kraftvolle Song ist sehr eindrucksvoll! Ich liebe es, wie Twans lyrische Vision diesen Track in einen authentischen und spannenden Soulburn-Banger verwandelt.“

Hinter dem fünften SOULBURN-Album steht eine lange Reise, die keinem geraden Weg folgte, sondern sich durch viele Dimensionen und verborgene Pfade bewegte. Trotzdem haben die niederländischen Metal-Extremisten zweifellos einen dunklen und zugleich beeindruckenden Höhepunkt erreicht. Auf einem stabilen Fundament aus Death Metal aufgebaut, ergänzt „Quantifying Cosmic Doom“ nahtlos Mauern aus Melancholie, die aus Doom-Fundamenten gemeißelt sind, und krönt massive Riffs mit der wilden, spirituellen Flamme des Black Metal. Eine große musikalische Vielfalt sowie das meisterhafte Storytelling, das sich wie ein roter Faden durch die epischen Songs zieht, zeigen SOULBURN als erfahrene Veteranen, die ihr extremen Handwerk mit Leidenschaft und Selbstsicherheit beherrschen.

Mit „Quantifying Cosmic Doom“ erneuern SOULBURN ihren dunklen Pakt mit ihrer treuen Fangemeinde, extremen und harschen Metal zu liefern, der ständig neue Grenzen auslotet und dabei seinen Wurzeln in Black, Death und Doom treu bleibt.

Aufgenommen, produziert, gemischt und gemastert von Erwin Hermsen & Fons van Dijk im Toneshed Recording Studio, Horst (NL). Drum-Aufnahmen von Jörg Uken im Soundlodge Studio, Rhauderfehn (DE). Gitarrenaufnahmen von Tom Meier im Tom Meier Studio Recording & Live Sound, Enschede (NL). Cover-Artwork von Manuel Tinnemans.

Erscheint als Digipak-CD (handsigniert und nummeriert, limitiert auf 500 Stück), Jewelcase-CD, MC, Gatefold-2LP mit Obi-Streifen (schwarz), Gatefold-2LP mit Obi-Streifen (grau mit schwarzem Splatter, limitiert auf 250 Stück) sowie in digitalen Formaten.

soulburn - Quantifying Cosmic Doom - album cover

Tracklist

01. The Braveheart of Nightmares
02. Powehi, the Embellished Dark Source of Unending Creation
03. A Pyramid Absurd
04. An Impious Journey Through the Cathedral’s Mouth
05. Stalactites of Molten Flesh
06. M87 – What Hopes To Be Born?
07. Iconox Spew Black at the Razor’s Edge
08. Down Among the Stars
09. The Desolationist
10. In the Very Time That Will Rot Us
11. An Innocuous Swathe of Sky

 

Quellenangabe: Sure Shot Worx Photo Credit: S.M. - De Schaduwzijde

FLOTSAM AND JETSAM teilen tollwütigen Titeltrack vom kommenden Album

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FLOTSAM AND JETSAM - bandphoto
Photo Credit: Shane Eckert

Thrash-Legenden FLOTSAM AND JETSAM teilen tollwütigen Titeltrack vom kommenden Album Rats In The Temple

FLOTSAM AND JETSAM - Rats In The Temple (Official Video) | Napalm Records

Die Thrash-Legenden FLOTSAM AND JETSAM öffnen endlich die Pforten zu ihrem neuen Album Rats In The Temple, das am 28. August 2026 über Napalm Records erscheint. Als ersten Einblick teilen sie den Titeltrack, ein schauriger Hit voller mitreißender Gitarren, donnernder Drums und dem erhabenen Heulen von Frontmann Eric A.K. Knutson. Auch nach vier bahnbrechenden Jahrzehnten im Musikgeschäft, zahllosen Welttourneen und 15 genreprägenden Alben bleiben FLOTSAM AND JETSAM präzise!

Eric A.K. Knutson über „Rats in the Temple“:

„Wir freuen uns, die erste Single des Albums zu veröffentlichen, bei der es sich passenderweise um den Titeltrack ‚Rats in the Temple‘ handelt! Dieser Song hat viel zu sagen und wir hoffen, dass die Fans ihn genauso lieben wie wir. Es ist potentiell einer der technisch anspruchsvollsten Songs, die FLOTSAM AND JETSAM je aufgenommen haben, und wir freuen uns auch schon, ihn live zu spielen!“

Schaue HIER das Video zu „Rats in the Temple“!

Die Thrash-Metal-Pioniere FLOTSAM AND JETSAM sind zurück: Bekannt für ihre explosive Mischung aus rasendem Thrash und mitreißendem Power Metal, präsentiert die Band mit Rats In The Temple ihr neues Juwel – ihr Debüt bei Napalm-Records-Debüt erscheint am 28. August 2026. Mit Klassikern wie dem von Kerrang! gefeierten Doomsday for the Deceiver (1986), No Place for Disgrace (1988) und Cuatro (1992) sind FLOTSAM AND JETSAM längst ein Fixstern am Metal-Himmel gesichert. In den letzten Jahren untermauerten sie ihre eindrucksvolle Wiedergeburt mit erfolgreichen Releases wie The End of Chaos (2019), Blood in the Water (2021) und I Am the Weapon (2024). Nach fast vier Jahrzehnten auf der Bühne, unzähligen Welttourneen und Auftritten bei renommierten Festivals wie Wacken, Graspop, Bloodstock, Alcatraz und Rock Hard Festival haben sie ihren Sound bis zur Perfektion geschärft. Mit donnernden Blastbeats, sengenden Gitarren, epischen Streicherarrangements und dem unverkennbar eindringlichen Gesang von Frontmann A.K. Knutson entfesseln sie eine Klanggewalt, die ihresgleichen sucht.
 
Frontmann Eric A.K. Knutson über das Album:

„Dieses Album ist ein BIEST, wirklich unsere beste Scheibe bisher!! Tut euch einen Gefallen. Dimmt das Licht, schnappt euch einen Drink, setzt Kopfhörer auf und dreht die Lautstärke voll auf. Ihr werdet es nicht bereuen!!!“

Rats In The Temple startet kraftvoll mit stadiontauglichen Hooks und schwindelerregender Präzision in „Harvesting The Hate“ und „Damnation“, bevor „Absolution“ tief in virtuosen Thrash eintaucht. Das legendäre Gitarrenduo Michael Gilbert und Steve Conley zeichnet in „Blame The Knife“ und „Rats In The Temple“ lebhafte, unheilvolle Klangbilder, während „The Ghost Behind My Door“ und „First on the Spike“ ihre instrumentale Klasse eindrucksvoll unter Beweis stellen – eine Verschmelzung aus der Essenz der ersten Thrash-Welle und moderner, hämmernder Intensität. „The Edge of Nowhere“ baut eine unaufhaltsame Spannung auf, die schließlich in „Last Rites“ entladen wird. Im Zentrum der Antikriegshymne „A Taste For War“ steht das ikonische Rhythmusgespann aus Schlagzeuger Ken Mary und Bassist Bill Bodily, deren präzise Synkopen Bilder von marschierenden Stiefeln und rollenden Panzern heraufbeschwören. Mit „Her Blood Your Pain“ bringen FLOTSAM AND JETSAM kunstvolle, beinahe mittelalterlich anmutende Gitarrenharmonien ins Spiel, während „Anthem For The Broken“ die Intensität weiter steigert und „Going Down That Way“ mit drückenden Riffs und schonungsloser Ehrlichkeit trifft. Rats In The Temple bleibt über die gesamte Laufzeit hinweg fesselnd und öffnet die Türen zu zahlreichen, von Metal durchdrungenen Klangkammern – ein eindrucksvolles Zeugnis der stilistischen Vielfalt und Erfahrung dieser Ausnahmeband.
 
Wie Magma unter der Erdoberfläche brodelt auch das Feuer von FLOTSAM AND JETSAM mit jeder verstreichenden Sekunde intensiver. Rats In The Temple ist der explosive Ausbruch – ein ebenso gewaltiges wie beeindruckendes Feuerwerk. Ob neue oder langjährige Fans: Es gibt kein Entkommen – FLOTSAM AND JETSAM durchbrechen die Mauern.

FLOTSAM AND JETSAM - Rats In The Temple - cover artwork

Tracklist

01. Harvesting the Hate
02. Damnation
03. Absolution
04. Blame the Knife
05. Rats in the Temple
06. The Ghost behind my Door
07. First on the Spike
08. The Edge of Nowhere
09. Last Rites
10. A Taste for War
11. Her Blood your Pain
12. Anthem for the Broken
13. Not Going down that Way

 

Quellenangabe: Napalm Records Photo Credit: Shane Eckert

Leatherwitch – First Spell

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Leatherwitch – First Spell - Artwork
Leatherwitch – First Spell - Artwork

Band: Leatherwitch 🇵🇱
Titel: First Spell
Label: Listenable Records
VÖ: 29/05/26
Genre: Heavy Metal

Tracklist

01. Heroes And The Dice
02. Beast Inside
03. Bound By The Night
04. Silver Stallions
05. Living In The Fast Lane
06. The New Beginning
07. Two Tons Of Steel
08. In the Middle Of The Night
09. Walls Of Jericho/Ride The Sky (Helloween – Cover)

Besetzung

Marta Gabriel – alle Instrumente

Bewertung: 4/5

83%

Marta Gabriel startet nach Crystal Viper mit LEATHERWITCH neu und zieht auf »First Spell« nun ihr eigenes Ding durch. Dies zudem nicht nur kompositorisch, sondern auch instrumental. Laut Info hat die Dame alle Instrumente selbst eingespielt, was angesichts der hier gebotenen Qualität schon sehr beeindruckend ist.

»First Spell« huldigt alten Helden.

Und dafür kann man verschiedene Beispiele finden. Unter anderem sind die Shanty – Gitarren in »Heroes And The Dice« offensichtlich eine Running Wild – Huldigung, »Bound By The Night« als auch »In The Middle Of The Night« hätten Stormwitch nicht besser hinbekommen und »Silver Stallions« erinnert an einen Mix aus Iron Maiden in ihrer Hochphase und Helloween in deren frühen Tagen. Da passt die abschließende, sehr starke Bonuss in Form einer Coverversion von »Ride The Sky« natürlich perfekt.

Fazit:

LEATHERWITCH klingt trotz aller Referenzen frisch und unverbraucht. Auf dem Niveau, auf dem Gabriel hier agiert, sind die maßgeblichen Vorbilder aufgrund ihrer langen Existenzphase schon lange nicht mehr. Wer die EP`s von Hunger und Palantyr abfeiert, darf mit der Party dank »First Spell« in die Verlängerung gehen.

Internet

LEATHERWICH – First Spell