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MOONSPELL veröffentlichen Musikvideo

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ULTIMA RATIO Moonspell

MOONSPELL veröffentlichen Musikvideo zur neuen Gothic-Metal-Hymne „Cross Your Heart“! – Neues Studioalbum „Far From God“ erscheint am 3. Juli 2026 via Napalm Records!

MOONSPELL - Cross Your Heart (Official Video) | Napalm Records

Nachdem MOONSPELL kürzlich den Titeltrack ihres neuen Albums „Far From God“ vorgestellt haben und dieser weltweit auf extrem positive Resonanz gestoßen ist, legen die portugiesischen Dark-Metal-Pioniere nun nach. Sowohl der Song als auch das offizielle Video verzeichnen bereits starke Streamingzahlen auf allen Plattformen.

Kurz nach einem gefeierten Auftritt beim Wave-Gotik-Treffen präsentiert die Band jetzt das offizielle Musikvideo zur neuen Single „Cross Your Heart“, zugleich der eröffnende Track des kommenden Albums.

Während „Far From God“ eine tragische vampirische Romanze und den spirituellen Verfall des modernen Gothic Metal beleuchtet, richtet „Cross Your Heart“ den Blick auf die endlosen Straßen, die Menschen verbinden und trennen. Der Song verbindet die klassische Atmosphäre der legendären „Irreligious“-Ära mit einem moderneren, schärferen Sound und entwickelt sich zu einer düsteren, melancholischen und emotional dichten Hymne.

Getragen von schweren, treibenden Riffs und dunklen Melodien trifft Fernando Ribeiros markante Stimme auf Themen wie Sterblichkeit, Erinnerung und das fragile Leben unterwegs.

Frontmann Fernando Ribeiro beschreibt den Song als eine Erinnerung an die kleinen Wegschreine, die man weltweit an Straßen findet – Orte des Gedenkens an Menschen, die oft viel zu früh bei Auto- oder Motorradunfällen ums Leben kamen. Gleichzeitig spiegelt der Song das Leben der Band wider, geprägt von Reisen, Nächten auf der Straße und den Momenten zwischen Aufbruch und Verlust.

Das kommende Album entstand über fünf Jahre voller kreativer Suche, Zweifel und Neuorientierung. „Far From God“ wirkt dabei wie eine Wiedergeburt der Band: dunkler, direkter und emotional ungefiltert. Statt Trends zu folgen, konzentriert sich MOONSPELL auf ihre eigene Identität und liefert ein klares Statement des Gothic Metal.

Thematisch bewegt sich das Album zwischen Baudelaire-inspirierter Liebe, existenzieller Schuld, Erlösung und symbolträchtigen Figuren wie Vampiren und Werwölfen. Diese Motive dienen nicht der Flucht, sondern als Ausdruck echter dunkler Emotionen – romantisch, ernst und ohne künstliche Glättung.

Produziert wurde „Far From God“ von Jaime Gomez Arellano (u. a. Paradise Lost, Sólstafir, Ghost) und verbindet den klassischen MOONSPELL-Sound mit moderner Kraft. Das Album ist keine nostalgische Rückschau, sondern ein eigenständiges, starkes Statement – ein Werk, das Gothic Metal in seiner Essenz neu beleben soll.

Tracklist

01. Cross Your Heart
02. Far From God
03. Biblical
04. The Great Wolf in the Sky (ft. Alicia Nuhro on strings)
05. Your Promise of Light
06. For the Love of Mortals
07. Our Freedom to Fall
08. Reconquista

 

Quellenangabe: All Noir

SOULBURN – Neuer Track im Stream

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Soulburn - bandphoto
Photo Credit: S.M. - De Schaduwzijde

SOULBURN – Neuer Track im Stream – fünftes Album „Quantifying Cosmic Doom“ erscheint bald via Testimony Records

Soulburn - In the Very Time That Will Rot Us [Official Single]

Die niederländischen Blackened Death Metaller SOULBURN präsentieren die letzte Vorab-Single ihres neuen Albums „Quantifying Cosmic Doom“, das am 12. Juni 2026 über Testimony Records erscheinen wird.

Der Song „In the Very Time That Will Rot Us“ ist ab sofort hier zu hören:

Sänger Twan van Geel sagt dazu:

„Für mich trifft ‚In the Very Time That Will Rot Us‘ den Kern von Soulburn. Der Song gräbt alte Wurzeln aus, kurz bevor das Album in sein großes Finale eintritt. Eric’s charakteristisches Riffing am Ende hat mich beim Schreiben der Lyrics stark inspiriert. Das Gehirn arbeitet einfach am besten mit Riffs, die direkt und kraftvoll sind!“

Gitarrist Eric Daniels ergänzt:

„Dieser kraftvolle Song ist sehr eindrucksvoll! Ich liebe es, wie Twans lyrische Vision diesen Track in einen authentischen und spannenden Soulburn-Banger verwandelt.“

Hinter dem fünften SOULBURN-Album steht eine lange Reise, die keinem geraden Weg folgte, sondern sich durch viele Dimensionen und verborgene Pfade bewegte. Trotzdem haben die niederländischen Metal-Extremisten zweifellos einen dunklen und zugleich beeindruckenden Höhepunkt erreicht. Auf einem stabilen Fundament aus Death Metal aufgebaut, ergänzt „Quantifying Cosmic Doom“ nahtlos Mauern aus Melancholie, die aus Doom-Fundamenten gemeißelt sind, und krönt massive Riffs mit der wilden, spirituellen Flamme des Black Metal. Eine große musikalische Vielfalt sowie das meisterhafte Storytelling, das sich wie ein roter Faden durch die epischen Songs zieht, zeigen SOULBURN als erfahrene Veteranen, die ihr extremen Handwerk mit Leidenschaft und Selbstsicherheit beherrschen.

Mit „Quantifying Cosmic Doom“ erneuern SOULBURN ihren dunklen Pakt mit ihrer treuen Fangemeinde, extremen und harschen Metal zu liefern, der ständig neue Grenzen auslotet und dabei seinen Wurzeln in Black, Death und Doom treu bleibt.

Aufgenommen, produziert, gemischt und gemastert von Erwin Hermsen & Fons van Dijk im Toneshed Recording Studio, Horst (NL). Drum-Aufnahmen von Jörg Uken im Soundlodge Studio, Rhauderfehn (DE). Gitarrenaufnahmen von Tom Meier im Tom Meier Studio Recording & Live Sound, Enschede (NL). Cover-Artwork von Manuel Tinnemans.

Erscheint als Digipak-CD (handsigniert und nummeriert, limitiert auf 500 Stück), Jewelcase-CD, MC, Gatefold-2LP mit Obi-Streifen (schwarz), Gatefold-2LP mit Obi-Streifen (grau mit schwarzem Splatter, limitiert auf 250 Stück) sowie in digitalen Formaten.

soulburn - Quantifying Cosmic Doom - album cover

Tracklist

01. The Braveheart of Nightmares
02. Powehi, the Embellished Dark Source of Unending Creation
03. A Pyramid Absurd
04. An Impious Journey Through the Cathedral’s Mouth
05. Stalactites of Molten Flesh
06. M87 – What Hopes To Be Born?
07. Iconox Spew Black at the Razor’s Edge
08. Down Among the Stars
09. The Desolationist
10. In the Very Time That Will Rot Us
11. An Innocuous Swathe of Sky

 

Quellenangabe: Sure Shot Worx Photo Credit: S.M. - De Schaduwzijde

FLOTSAM AND JETSAM teilen tollwütigen Titeltrack vom kommenden Album

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FLOTSAM AND JETSAM - bandphoto
Photo Credit: Shane Eckert

Thrash-Legenden FLOTSAM AND JETSAM teilen tollwütigen Titeltrack vom kommenden Album Rats In The Temple

FLOTSAM AND JETSAM - Rats In The Temple (Official Video) | Napalm Records

Die Thrash-Legenden FLOTSAM AND JETSAM öffnen endlich die Pforten zu ihrem neuen Album Rats In The Temple, das am 28. August 2026 über Napalm Records erscheint. Als ersten Einblick teilen sie den Titeltrack, ein schauriger Hit voller mitreißender Gitarren, donnernder Drums und dem erhabenen Heulen von Frontmann Eric A.K. Knutson. Auch nach vier bahnbrechenden Jahrzehnten im Musikgeschäft, zahllosen Welttourneen und 15 genreprägenden Alben bleiben FLOTSAM AND JETSAM präzise!

Eric A.K. Knutson über „Rats in the Temple“:

„Wir freuen uns, die erste Single des Albums zu veröffentlichen, bei der es sich passenderweise um den Titeltrack ‚Rats in the Temple‘ handelt! Dieser Song hat viel zu sagen und wir hoffen, dass die Fans ihn genauso lieben wie wir. Es ist potentiell einer der technisch anspruchsvollsten Songs, die FLOTSAM AND JETSAM je aufgenommen haben, und wir freuen uns auch schon, ihn live zu spielen!“

Schaue HIER das Video zu „Rats in the Temple“!

Die Thrash-Metal-Pioniere FLOTSAM AND JETSAM sind zurück: Bekannt für ihre explosive Mischung aus rasendem Thrash und mitreißendem Power Metal, präsentiert die Band mit Rats In The Temple ihr neues Juwel – ihr Debüt bei Napalm-Records-Debüt erscheint am 28. August 2026. Mit Klassikern wie dem von Kerrang! gefeierten Doomsday for the Deceiver (1986), No Place for Disgrace (1988) und Cuatro (1992) sind FLOTSAM AND JETSAM längst ein Fixstern am Metal-Himmel gesichert. In den letzten Jahren untermauerten sie ihre eindrucksvolle Wiedergeburt mit erfolgreichen Releases wie The End of Chaos (2019), Blood in the Water (2021) und I Am the Weapon (2024). Nach fast vier Jahrzehnten auf der Bühne, unzähligen Welttourneen und Auftritten bei renommierten Festivals wie Wacken, Graspop, Bloodstock, Alcatraz und Rock Hard Festival haben sie ihren Sound bis zur Perfektion geschärft. Mit donnernden Blastbeats, sengenden Gitarren, epischen Streicherarrangements und dem unverkennbar eindringlichen Gesang von Frontmann A.K. Knutson entfesseln sie eine Klanggewalt, die ihresgleichen sucht.
 
Frontmann Eric A.K. Knutson über das Album:

„Dieses Album ist ein BIEST, wirklich unsere beste Scheibe bisher!! Tut euch einen Gefallen. Dimmt das Licht, schnappt euch einen Drink, setzt Kopfhörer auf und dreht die Lautstärke voll auf. Ihr werdet es nicht bereuen!!!“

Rats In The Temple startet kraftvoll mit stadiontauglichen Hooks und schwindelerregender Präzision in „Harvesting The Hate“ und „Damnation“, bevor „Absolution“ tief in virtuosen Thrash eintaucht. Das legendäre Gitarrenduo Michael Gilbert und Steve Conley zeichnet in „Blame The Knife“ und „Rats In The Temple“ lebhafte, unheilvolle Klangbilder, während „The Ghost Behind My Door“ und „First on the Spike“ ihre instrumentale Klasse eindrucksvoll unter Beweis stellen – eine Verschmelzung aus der Essenz der ersten Thrash-Welle und moderner, hämmernder Intensität. „The Edge of Nowhere“ baut eine unaufhaltsame Spannung auf, die schließlich in „Last Rites“ entladen wird. Im Zentrum der Antikriegshymne „A Taste For War“ steht das ikonische Rhythmusgespann aus Schlagzeuger Ken Mary und Bassist Bill Bodily, deren präzise Synkopen Bilder von marschierenden Stiefeln und rollenden Panzern heraufbeschwören. Mit „Her Blood Your Pain“ bringen FLOTSAM AND JETSAM kunstvolle, beinahe mittelalterlich anmutende Gitarrenharmonien ins Spiel, während „Anthem For The Broken“ die Intensität weiter steigert und „Going Down That Way“ mit drückenden Riffs und schonungsloser Ehrlichkeit trifft. Rats In The Temple bleibt über die gesamte Laufzeit hinweg fesselnd und öffnet die Türen zu zahlreichen, von Metal durchdrungenen Klangkammern – ein eindrucksvolles Zeugnis der stilistischen Vielfalt und Erfahrung dieser Ausnahmeband.
 
Wie Magma unter der Erdoberfläche brodelt auch das Feuer von FLOTSAM AND JETSAM mit jeder verstreichenden Sekunde intensiver. Rats In The Temple ist der explosive Ausbruch – ein ebenso gewaltiges wie beeindruckendes Feuerwerk. Ob neue oder langjährige Fans: Es gibt kein Entkommen – FLOTSAM AND JETSAM durchbrechen die Mauern.

FLOTSAM AND JETSAM - Rats In The Temple - cover artwork

Tracklist

01. Harvesting the Hate
02. Damnation
03. Absolution
04. Blame the Knife
05. Rats in the Temple
06. The Ghost behind my Door
07. First on the Spike
08. The Edge of Nowhere
09. Last Rites
10. A Taste for War
11. Her Blood your Pain
12. Anthem for the Broken
13. Not Going down that Way

 

Quellenangabe: Napalm Records Photo Credit: Shane Eckert

Leatherwitch – First Spell

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Leatherwitch – First Spell - Artwork
Leatherwitch – First Spell - Artwork

Band: Leatherwitch 🇵🇱
Titel: First Spell
Label: Listenable Records
VÖ: 29/05/26
Genre: Heavy Metal

Tracklist

01. Heroes And The Dice
02. Beast Inside
03. Bound By The Night
04. Silver Stallions
05. Living In The Fast Lane
06. The New Beginning
07. Two Tons Of Steel
08. In the Middle Of The Night
09. Walls Of Jericho/Ride The Sky (Helloween – Cover)

Besetzung

Marta Gabriel – alle Instrumente

Bewertung: 4/5

83%

Marta Gabriel startet nach Crystal Viper mit LEATHERWITCH neu und zieht auf »First Spell« nun ihr eigenes Ding durch. Dies zudem nicht nur kompositorisch, sondern auch instrumental. Laut Info hat die Dame alle Instrumente selbst eingespielt, was angesichts der hier gebotenen Qualität schon sehr beeindruckend ist.

»First Spell« huldigt alten Helden.

Und dafür kann man verschiedene Beispiele finden. Unter anderem sind die Shanty – Gitarren in »Heroes And The Dice« offensichtlich eine Running Wild – Huldigung, »Bound By The Night« als auch »In The Middle Of The Night« hätten Stormwitch nicht besser hinbekommen und »Silver Stallions« erinnert an einen Mix aus Iron Maiden in ihrer Hochphase und Helloween in deren frühen Tagen. Da passt die abschließende, sehr starke Bonuss in Form einer Coverversion von »Ride The Sky« natürlich perfekt.

Fazit:

LEATHERWITCH klingt trotz aller Referenzen frisch und unverbraucht. Auf dem Niveau, auf dem Gabriel hier agiert, sind die maßgeblichen Vorbilder aufgrund ihrer langen Existenzphase schon lange nicht mehr. Wer die EP`s von Hunger und Palantyr abfeiert, darf mit der Party dank »First Spell« in die Verlängerung gehen.

Internet

LEATHERWICH – First Spell

Metall – Chasing The Truth

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Band: Metall 🇩🇪
Titel: Chasing The Truth
Label: Iron Shield Records
VÖ: 30/04/26
Genre: waschechter, ehrlicher Heavy Metal

Tracklist

01. Serpent’s Ensemble
02. Chasing The Truth Sven Rappoldt – Bass, Vocal
03. Dying Hope Alexander Reinhold – Gitarre
04. Lord Of Flies Marko Thäle – Drums
05. The Realm Inside
06. Imminent Strike
07. Slave Of Power
08. Heavens Burn
09. Solomon’s Rage
10. Heart Of Steel

Besetzung

Joel Stieve-Dawe – Gesang
Sven Rappoldt – Bass, Gesang
Alexander Reinhold – Gitarre
Marko Thäle – Schlagzeug

Bewertung: 3,5/5

75 %

Das Debüt der 1982 gegründeten Ostberliner METALL ist mir bis heute in sehr schlechter Erinnerung geblieben, mit »Chasing The Truth« liegt das mittlerweile dritte Werk vor. Und wenn man die Rezension vom Kollegen Alex zum Zweitwerk plus den Beipackzettel zum aktuellen Werk nimmt („Das deutlich stärkere 2. Album „Metal Fire“ erschien 2019… 7 Jahre hat es nun gebraucht, um das hervorragende 3. Album fertig zu stellen.“), begebe ich mich als Ostmetalfan gerne mit auf die Wahrheitssuche.

»Chasing The Thruth« ist aus Teutonenstahl und British Steel geschmiedet.

Nach einem gediegenen Intro gibt es mit dem Titellied und »Dying Hope« gleich mal mit hängenbleibenden Refrains, einem leicht modernen Anstrich und ordentlich Dampf richtig fett auf die Glocke. Und dies bleibt auch überwiegend so.
Zudem sorgen das fast schon in Thrashgefilde entgleitende »Lord Of Flies«, das mit sehr gelungen Groove Metal – Elementen angereicherte »Slave Of Power« sowie die deutschsprachigen Textpassagen im flotten, sehr hymnischen »Solomon`s Rage« zwischendurch immer wieder für prägnante Momente zwischen den restlichen, sich teilweise sehr an Judas Priest orientierenden Songs.

FAZIT:

Die Wahrheit ist, dass Album Nummer drei vollends überzeugt. Der Gesang mag manchmal etwas hölzern daherkommen, die Produktion könnte vielleicht etwas mehr Wärme vertragen, andererseits muss Heavy Metal Ecken und Kanten haben. Die Berliner schaffen es durch die Bank, mit Melodie und Härte auf der einen, mit Eingängigkeit und Epik auf der anderen Seite zu jonglieren, ohne sich zu verlaufen. »Chasing The Truth« macht richtig Spaß!

Internet

METALL – Chasing The Truth

HECATE ENTHRONED – The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried

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HECATE ENTHRONED - The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried - cover artwork
HECATE ENTHRONED - The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried - cover artwork

Band: HECATE ENTHRONED 🇬🇧
Titel: The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried
Label: M-Theory Audio
VÖ: 29/05/26
Genre: Symphonic/Melodic Black Metal

Tracklist

01. Adar Rhiannon
02. Spirits Stir Within Our Ancestors Tombs
03. The Arcane Golem
04. Steed Of Still Water
05. PWCA
06. Deathless In The Dryad Glade
07. A Gallery Of Rotting Portraits
08. The Boreal Monastery
09. Into A Vale Of Endless Snow

 

Besetzung

Joe Stamps – Vocals
Matt Holmes – Drums
Nigel Dennan – Guitars & Acoustics
Andy Milnes – Guitars
Pete White – Piano & keyboards
Dylan Hughes – Bass

 

Bewertung:

4/5

Mit »The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried« melden sich die britischen Symphonic-Black-Metal-Veteranen HECATE ENTHRONED eindrucksvoll zurück. Die Band aus dem nordwestenglischen Raum gehört seit den Neunzigern zu den Namen, die den melodischen und orchestralen Black-Metal auf der Insel entscheidend geprägt haben. Während viele ehemalige Weggefährten entweder ihre Schärfe verloren oder sich stilistisch komplett neu erfanden, halten HECATE ENTHRONED weiterhin an ihrer düsteren Vision fest. Das aktuelle Werk verbindet frostige Atmosphäre, klassische Extreme-Metal-Härte und cineastische Keyboardlandschaften zu einem Album, das tief im Genre verwurzelt ist und dennoch frisch wirkt.

Die Besetzung um Joe Stamps, Matt Holmes, Nigel Dennan, Andy Milnes, Pete White und Dylan Hughes liefert dabei eine bemerkenswert geschlossene Leistung ab. Besonders auffällig ist, wie organisch die einzelnen Elemente ineinandergreifen. Die Produktion von Dan Abela sorgt für Druck und Transparenz, ohne den rauen Charakter des Albums glattzubügeln. Gerade im Symphonic-Black-Metal ist das ein schmaler Grat.

Zwischen Grabkammern und uralten Legenden

Schon der Opener »Adar Rhiannon« öffnet das Tor in eine kalte, mythische Welt. Atmosphärische Keyboards und finstere Gitarrenläufe erzeugen sofort jene majestätische Stimmung, die Fans des Genres erwarten. Statt überladen zu wirken, bleibt der Song fokussiert und dynamisch. Direkt danach entfaltet »Spirits Stir Within Our Ancestors Tombs« seine ganze Stärke. Hier treffen aggressive Blastbeats auf hymnische Melodien, während Joe Stamps seine Vocals mit einer Mischung aus Boshaftigkeit und Kontrolle durch die Arrangements treibt.

Die große Stärke des Albums liegt darin, dass HECATE ENTHRONED nie nur auf Geschwindigkeit setzen. Stücke wie »The Arcane Golem« oder »Steed Of Still Water« leben von ihrer Dramaturgie. Die Gitarrenarbeit von Nigel Dennan und Andy Milnes überzeugt mit präzisen Riffs, melodischen Leads und geschickt eingesetzten Akustikpassagen. Gerade letztere sorgen für willkommene Kontraste und verleihen dem Album zusätzliche Tiefe.

Dabei erinnert die Atmosphäre stellenweise an die goldene Ära des europäischen Symphonic-Black-Metal, ohne dabei wie eine bloße Kopie vergangener Klassiker zu wirken. Vielmehr klingt die Band gereift. Die Kompositionen wirken strukturierter, durchdachter und weniger hektisch als auf manchem älteren Werk.

Dunkle Eleganz statt bloßer Raserei

Mit »PWCA« folgt ein eher kompakter Titel, der wie ein düsteres Intermezzo funktioniert. Danach entwickelt sich »Deathless In The Dryad Glade« zu einem der Höhepunkte der Platte. Hier verbinden sich orchestrale Arrangements, aggressive Passagen und melodische Leads zu einer fast filmreifen Klangkulisse. Besonders Pete Whites Keyboardarbeit verdient Lob. Die symphonischen Elemente dominieren nie den eigentlichen Metal-Anteil, sondern erweitern ihn sinnvoll.

Auch »A Gallery Of Rotting Portraits« zeigt die Stärke des Albums im Songwriting. Der Track wechselt gekonnt zwischen rasenden Momenten und schwereren, beinahe doomigen Sequenzen. Dadurch entsteht Spannung, die viele moderne Genrevertreter vermissen lassen. Statt permanent auf maximale Geschwindigkeit zu setzen, arbeitet die Band mit Atmosphäre und Dynamik.

Einen zusätzlichen Reiz bringt die Gaststimme von Tasha Collins ein. Die weiblichen Gesangsparts wirken nicht kitschig oder übertrieben theatralisch, sondern fügen sich elegant in die dunkle Gesamtstimmung ein. Gerade in den ruhigeren Passagen entsteht dadurch eine fast gespenstische Schönheit.

Ein frostiges Finale

Gegen Ende entfaltet das Album noch einmal seine ganze Klasse. »The Boreal Monastery« erzeugt mit seinen melodischen Gitarren und den kalten Keyboardflächen eine eindringliche Winterstimmung. Der abschließende Longtrack »Into A Vale Of Endless Snow« funktioniert schließlich wie ein epischer Abspann. Hier bündeln HECATE ENTHRONED sämtliche Stärken der Platte. Aggressive Black-Metal-Wucht, symphonische Breite und starke melodische Führung.

Produktionstechnisch gibt es ebenfalls wenig zu beanstanden. Die Drums besitzen genügend Wucht, ohne steril zu klingen, der Bass bleibt angenehm hörbar und die Gitarren behalten trotz dichter Arrangements ihre Schärfe. Das Mixing schafft Raum für die orchestralen Elemente, ohne den eigentlichen Bandsound zu verwässern.

Natürlich erfindet »The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried« das Genre nicht neu. Wer experimentellen Black-Metal oder moderne Extreme-Metal-Crossover erwartet, wird hier kaum Überraschungen finden. Doch genau darin liegt auch die Stärke des Albums. HECATE ENTHRONED liefern kein trendgetriebenes Werk, sondern ein ehrliches, atmosphärisch dichtes Symphonic-Black-Metal-Album mit viel Liebe zum Detail.

Für Fans von frostiger Melodik, düsteren Klanglandschaften und klassischem Symphonic-Black-Metal ist diese Veröffentlichung definitiv ein Pflichtkauf. Die Briten beweisen eindrucksvoll, dass sie auch Jahrzehnte nach ihrer Gründung noch immer relevant klingen können.

Fazit: HECATE ENTHRONED gelingt mit ihrem neuesten Werk eine beeindruckende Symbiose aus klassischem Black Metal und orchestraler Pracht.

Internet

HECATE ENTHRONED - The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried - CD Review

Bewitched – Diabolical Death Mass

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Bewitched - Diabolical Death Mass - cover artwork
Bewitched - Diabolical Death Mass - cover artwork

Band: Bewitched 🇸🇪
Titel: Diabolical Death Mass
Label: Osmose Productions
VÖ: 24.04.2026
Format: Digital / CD / LP / MC
Genre: Black/Thrash Metal / Speed Metal / Old School Black Metal

Tracklist

01. Sanguinis Altare (intro)
02. Diabolical Death Mass
03. Into the Fire
04. Crossing the Styx
05. Black Spells & Unclean Spirits
06. (Fear the) Revenge of the Ripper
07. By Satan Enslaved
08. Vicious and Wild
09. The Witch Spell
10. Those of the Devil Born
11. Enforcer of Evil

Besetzung

Marcus „Vargher“ Norman – Guitars, Vocals
Hellfire – Guitars
Kristofer „Wrathyr“ Olivius – Bass
Zoidor – Drums

Bewertung:

4,5 von 5 Punkten

Manche Bands kommen zurück, andere kriechen einfach wieder aus dem Höllenschlund, klopfen sich den Staub von der Kutte und tun so, als wären zwanzig Jahre Studiopause nur eine kurze Raucherpause vor der Gruft gewesen. Bewitched aus Umeå gehören eindeutig zur zweiten Sorte. Mit »Diabolical Death Mass« liefern die schwedischen Black/Thrash-Veteranen kein vorsichtiges Alterswerk, sondern eine höllisch angeschärfte Old-School-Messe, die nach Leder, Nieten, Schwefel und aufgerissenen Verstärkern riecht.

Albumstream

Dabei ist das Album keine moderne Extrem-Metal-Operation am offenen Hochglanzherzen. Hier wird nichts steril glattgebügelt, nichts auf Streaming-Playlist-Freundlichkeit zurechtmassiert und schon gar nichts weichgespült. Bewitched klingen auf »Diabolical Death Mass« so, als hätte jemand die Essenz aus frühem Black Metal, Speed Metal, Thrash-Klinge und klassischem Heavy-Metal-Gehabe in einen rostigen Kelch gegossen. Prost Mahlzeit, der Becher brennt.

Das Spannende daran: Die Band ruht sich nicht nur auf ihrem Namen aus. Natürlich schreit hier vieles nach Venom, Bathory, Mercyful Fate, Slayer und dieser wunderbaren Zeit, als Metal noch gefährlich, dreckig und leicht verboten roch. Aber Bewitched spielen diese Referenzen nicht wie Museumswärter, sondern wie Täter am Tatort. Das Album hat Attacke, Druck und eine fast jugendliche Frechheit. Wer also dachte, nach so langer Zeit käme nur noch ein nettes Nostalgie-Grußkärtchen aus der Hölle, bekommt hier den Umschlag direkt ins Gesicht geklatscht.

DER ALTAR IST OFFEN, DIE RIFFS SIND SCHARF

»Sanguinis Altare« ist als Intro kurz, aber wirkungsvoll. Kein minutenlanges Nebelmaschinen-Theater, keine endlose Filmsequenz, sondern ein schnelles Öffnen der Pforte. Der Titel deutet bereits an, worum es auf diesem Album geht: Blut, Ritual, Altar, Entweihung. Bewitched bereiten nicht lange vor, sie zünden an.

Dann bricht »Diabolical Death Mass« los und macht sehr schnell klar, dass diese Platte nicht auf Samtpfoten unterwegs ist. Der Titeltrack ist ein Statement aus schwarzmetallischer Fiesheit, thrashiger Direktheit und klassischer Heavy-Metal-Eingängigkeit. Marcus „Vargher“ Norman klingt am Mikrofon wie ein Prediger, der seine Gemeinde nicht erlösen, sondern zum kollektiven Abbrennen der Kapelle anstiften will. Seine Stimme ist rau, giftig und schön angefressen, bleibt aber immer verständlich genug, um den Song nicht im reinen Gekeife untergehen zu lassen.

Gitarristisch sitzt hier fast alles. Die Riffs sind nicht kompliziert um der Komplikation willen, sondern gebaut wie alte Falltüren: Man merkt zu spät, dass man schon gefallen ist. Vargher und Hellfire liefern diese Mischung aus sägendem Black-Thrash, melodischer Kralle und traditionellem Metal-Gefühl, die Bewitched seit jeher ausgezeichnet hat. Textlich funktioniert der Song als zentrales Ritualbild des Albums. Die „diabolische Totenmesse“ ist hier weniger Erzählung als Bekenntnis: Anti-Frömmigkeit, Todeskult und Teufelspose werden mit voller Absicht in den Raum gestellt. Subtil? Nein. Effektiv? Aber Hallo.

FEUER, FLUSS UND EIN GANZER SACK VOLLER FLÜCHE

»Into the Fire« ist kurz, bissig und herrlich ohne Umschweife. Die Nummer fühlt sich an wie ein Sprung in die Flammen, bei dem niemand vorher die Temperatur misst. Die Gitarren hacken, das Schlagzeug drückt nach vorne, und Wrathyr gibt dem Ganzen am Bass genau jene Körperlichkeit, die solche Songs brauchen. Gerade bei dieser Art Black/Thrash kann der Bass schnell verschwinden. Hier nicht. Er knurrt im Hintergrund und sorgt dafür, dass der Song nicht nur kratzt, sondern auch beißt.

Mit »Crossing the Styx« öffnen Bewitched ein stärker mythologisches Bild. Der Fluss Styx steht für den Übergang ins Totenreich, und genau diese Schwelle wird musikalisch in einen aggressiven Ritt verwandelt. Das Stück wirkt nicht traurig oder tragisch, sondern wie eine Überfahrt mit brennendem Ruderboot. Zoidor treibt den Song mit viel Energie an, ohne alles in klinischer Präzision zu ersticken. Sein Drumming hat Druck, Bewegung und diese leichte Unsauberkeit im besten Sinne, die Old-School-Metal lebendig hält.

»Black Spells & Unclean Spirits« macht dann bereits im Titel keine Gefangenen. Hier stehen schwarze Zauber, unreine Geister und okkulte Selbstinszenierung im Zentrum. Der Song ist einer dieser Momente, in denen Bewitched besonders gut zeigen, wie man Atmosphäre ohne Schnickschnack erzeugt. Keine sinfonischen Teppiche, kein überzuckertes Gruselambiente, sondern Riffs, Schlagzeug, Bass und eine Stimme, die klingt, als hätte sie Weihwasser zum Frühstück ausgespuckt. Musikalisch ist das eingängig, aber nicht zahm. Der Reiz liegt genau in dieser Mischung: Der Song hat genug Haken, um hängen zu bleiben, aber genug Schmutz, um nicht brav zu wirken.

DER RIPPER KOMMT, SATAN LACHT, DIE NACKENMUSKELN WEINEN

»(Fear the) Revenge of the Ripper« bedient den klassischen Horror-Faktor des Albums. Der Ripper als Figur ist natürlich kein neues Motiv im Metal, aber Bewitched behandeln ihn nicht wie eine trockene Geschichtsstunde. Hier geht es um Angst, Nacht, Gewalt und diese alte Faszination für das Böse als Legende. Der Song hat einen starken Vorwärtsdrang und wirkt wie ein schwarzmetallischer Horror-Streifen auf Speed. Besonders die Gitarrenarbeit setzt hier schöne Akzente: kurze Leads, scharfe Attacken, kein unnötiges Gefiedel. Das Ding will nicht glänzen, es will schneiden.

»By Satan Enslaved« ist einer der stärksten Tracks der Platte. Der Titel klingt nach kompletter Unterwerfung, aber im Kontext dieser Musik ist Satan weniger theologische Figur als Symbol radikaler Gegenmacht. Es geht um Umkehrung, Trotz, Verweigerung und das bewusste Abstoßen christlicher Ordnungsvorstellungen. Musikalisch hat der Song eine fast hymnische Qualität. Die Riffs sitzen sofort, der Refrain-Charakter funktioniert, und Vargher liefert eine Performance ab, die irgendwo zwischen Hetzpredigt und Schlachtruf liegt.

»Vicious and Wild« sagt dann eigentlich schon alles, bevor der erste Akkord richtig eingeschlagen ist. Die Nummer ist wild, schnell, ungehobelt und lebt von dieser wunderbar altmodischen Metal-Attitüde: Hauptsache die Maschine rollt, Hauptsache die Faust geht hoch, Hauptsache die Gitarren reißen Löcher in die Luft. Hier kommt die Speed-Metal-Schlagseite besonders deutlich durch. Das Stück wirkt nicht überkomponiert, sondern bewusst direkt. Manchmal braucht es eben keinen philosophischen Überbau, manchmal reicht ein Song, der klingt wie ein Motorrad ohne Bremsen auf dem Weg zum Friedhof.

HEXEREI, TEUFELSBRUT UND DIE LETZTE ABRECHNUNG

»The Witch Spell« nimmt etwas Geschwindigkeit heraus und setzt stärker auf Beschwörung. Der Song hat einen anderen Puls, mehr Ritual, mehr Dunkelraum. Hier wirkt die Musik weniger wie ein Angriff und mehr wie ein Kreis aus Kerzen, Rauch und unfreundlichen Absichten. Textlich bewegt sich das Stück um Hexerei, Zauber und Kontrolle. Schön ist, dass Bewitched daraus keinen Gothic-Kitsch machen. Der Song bleibt rau, trocken und gefährlich. Die Atmosphäre entsteht aus Riff, Wiederholung und Stimme, nicht aus aufgesetztem Budenzauber.

»Those of the Devil Born« formuliert das satanische Motiv als Zugehörigkeit. Das ist auf diesem Album ein wichtiger Punkt: Die Texte wirken nicht wie individuelle Tagebucheinträge, sondern wie Parolen eines Kultes. Man stellt sich nicht gegen das Heilige, weil man mal einen schlechten Sonntag hatte. Man tut es als Haltung, als Pose, als Tradition und als bewusste Metal-Theatralik. Genau hier liegt die Stärke von Bewitched. Die Band weiß, dass diese Symbolik größer ist als reine Provokation. Sie ist Teil einer Ästhetik, die Black und Thrash Metal seit Jahrzehnten miteinander verbindet.

»Enforcer of Evil« beendet das Album dann ohne versöhnliche Geste. Keine Lichtung, kein Sonnenaufgang, kein „Danke fürs Zuhören“. Stattdessen gibt es noch einmal Riffs, Druck und die letzte Portion Bosheit. Das Stück wirkt wie ein finaler Stempel unter einem Pakt, den man besser nicht mit normaler Tinte unterschreibt. Zoidor hält die Nummer energisch zusammen, Wrathyr schiebt von unten, und die Gitarren setzen noch einmal genau jene scharfen Kanten, die dieses Album so angenehm garstig machen.

KLANG, HANDWERK UND ALTE SCHULE OHNE STAUBSCHICHT

Der Sound von »Diabolical Death Mass« ist ein entscheidender Pluspunkt. Das Album klingt nicht modern steril, aber auch nicht wie eine Demoaufnahme aus dem feuchten Proberaum. Die Gitarren haben Biss, die Drums besitzen Druck, der Bass bekommt genug Platz, und der Gesang sitzt präsent im Mix, ohne alles zuzukleistern. Genau diese Balance macht die Platte so stark. Sie riecht nach Underground, funktioniert aber mit genügend Klarheit, damit die Songs wirklich zünden.

Spielerisch gibt es ebenfalls wenig zu meckern. Vargher ist als Sänger und Gitarrist das dämonische Zentrum der Platte. Seine Riffs tragen die Songs, seine Stimme gibt ihnen Charakter. Hellfire ergänzt die Gitarrenfront mit sauber gesetzten Angriffen und Leads, die nie bloß Dekoration sind. Wrathyr sorgt am Bass für Fundament und Druck, während Zoidor an den Drums den richtigen Mittelweg aus roher Energie und kontrolliertem Spiel findet. Das klingt nicht nach zusammengebasteltem Comeback, sondern nach einer Band, die weiß, warum sie diesen Sound spielt.

Besonders stark ist, dass Bewitched ihre Songs nicht künstlich aufblasen. Viele Stücke bleiben kompakt, direkt und auf Wirkung getrimmt. Keine endlosen Selbstverliebtheiten, keine zehnminütigen Umwege zur nächsten Riffidee. Die Band geht rein, schlägt zu und verschwindet wieder im Rauch. Das passt perfekt zu dieser Art Musik.

KLEINE KRATZER AM PENTAGRAMM

Ganz ohne Einwand bleibt auch diese schwarze Messe nicht. Wer mit der typischen Bewitched-Formel aus Black/Thrash, Speed-Keule und satanischer Symbolik wenig anfangen kann, wird hier nicht plötzlich bekehrt. Das Album erfindet die Band nicht neu, und manche Songs arbeiten bewusst mit sehr ähnlicher Grundenergie. Das kann man als stilistische Geschlossenheit feiern oder als leichte Gleichförmigkeit empfinden.

Auch textlich bewegt sich »Diabolical Death Mass« klar im klassischen Vokabular des Genres. Feuer, Teufel, Hexerei, Tod, Ripper, Altar, Fluch – das ist keine literarische Neuerfindung des Bösen. Aber genau darum geht es hier auch nicht. Bewitched wollen keine philosophische Doktorarbeit über Satanismus schreiben, sondern ein Old-School-Metal-Ritual abhalten. Und dafür braucht es keine Fußnoten, sondern Riffs.

FAZIT:

»Diabolical Death Mass« ist ein verdammt starkes Lebenszeichen von Bewitched. Die Schweden liefern ein Album ab, das seinen alten Geist nicht verleugnet und trotzdem erstaunlich vital wirkt. Black Metal, Thrash Metal, Speed Metal und klassisches Heavy-Metal-Flair werden hier zu einer kompakten, bissigen und höllisch unterhaltsamen Messe verschmolzen.

Die Platte lebt von starken Riffs, giftigen Vocals, treibendem Schlagzeug und einer Produktion, die roh genug für den Untergrund und klar genug für kräftige Wirkung ist. Inhaltlich bleibt alles tief im satanischen Metal-Arsenal verwurzelt: schwarze Messen, Flüche, Hexerei, Horror, Tod und antichristliche Symbolik. Wer Differenzierung sucht, ist hier am falschen Altar. Wer aber Bock auf old-schoolige Black/Thrash-Power mit Nietenarmband, Bierdunst und Schwefelwolke hat, darf die Kerzen anzünden.

Die stärksten Momente sind »Diabolical Death Mass«, »Black Spells & Unclean Spirits«, »By Satan Enslaved«, »Vicious and Wild« und »Enforcer of Evil«. Kleine Abzüge gibt es für die gelegentliche Gleichförmigkeit und den Umstand, dass Bewitched stilistisch lieber den alten Dolch nachschärfen, als eine neue Waffe zu schmieden. Aber ganz ehrlich: Wenn der alte Dolch so tief sitzt, braucht man keine Laserkanone.

»Diabolical Death Mass« ist kein höfliches Comeback, sondern ein ruppiges „Wir waren nie weg“. Für Fans von Venom, Bathory, Aura Noir, Destroyer 666, Hellripper, Nifelheim und klassischem Black/Thrash Metal ist dieses Album Pflichtstoff. Höllisch direkt, angenehm ungehobelt und mit genug Feuer unterm Kessel, um auch 2026 noch ordentlich die Kutten zu versengen.

Videoclip

Internet

Bewitched - Diabolical Death Mass - CD Review

THE CRUEL INTENTIONS – All Hail Hypocrisy

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THE CRUEL INTENTIONS - All Hail Hypocrisy - cover artwork
THE CRUEL INTENTIONS - All Hail Hypocrisy - cover artwork

Band: THE CRUEL INTENTIONS 🇳🇴
Titel: All Hail Hypocrisy
Label: Indie Recordings
VÖ: 29/05/26
Genre: Hard/Sleaze Rock

Tracklist

01. Beating In My Chest
02. Living Out of Line
03. All Hail Hypocrisy
04. Triple Threat
05. Wasteland
06. When Eden Burn
07. Pseudo Genius
08. Bad Addiction
09. Porridge Head
10. Whatcha Gonna Do
11. Cashed Out

 

Besetzung

Lizzy DeVine – Vocals & Guitar
Kristian Solhaug – Guitar
Mats Wernerson- Bass
Robin Nilsson – Drums

 

Bewertung:

4,5/5

Zwischen Glam, Dreck und großen Hooks

Mit ihrem zweiten Album »All Hail Hypocrisy« liefern THE CRUEL INTENTIONS genau das ab, was Fans von ehrlichem Sleaze- und Hard-Rock hören wollen. Eingängige Refrains, rotzige Gitarren, jede Menge Attitüde und Songs, die sich nicht in Nostalgie verlieren. Die 2015 gegründete schwedisch-norwegische Formation aus Oslo verbindet den Spirit klassischer Sunset-Strip-Bands mit modernem Punch und einer Portion Pop-Punk-Energie. Das Ergebnis klingt nach verschwitztem Club, Lederjacke, Bierdusche und langen Nächten, ohne dabei altbacken zu wirken.

Die Bandbesetzung bleibt dabei überschaubar, aber effektiv. Lizzy DeVine übernimmt Vocals und Gitarre, Kristian Solhaug sorgt für die zweite Gitarrenfront, Mats Wernerson liefert den drückenden Bass und Robin Nilsson sitzt hinter dem Schlagzeug. Produziert, gemischt und gemastert wurde das Album von Erik Mårtensson, dessen Handschrift man deutlich hört. Der Sound wirkt fett, klar und druckvoll, ohne den rauen Rock’n’Roll-Charakter glattzubügeln.

Rock’n’Roll mit modernen Zähnen

Schon der Opener »Beating In My Chest« macht keine Gefangenen. Der Song startet direkt mit einem treibenden Groove und einem Refrain, der sich nach wenigen Sekunden festsetzt. Genau hier liegt eine der größten Stärken von »All Hail Hypocrisy«. Die Band versteht es, Hooks zu schreiben, die sofort funktionieren, ohne billig zu wirken.

»Living Out of Line« schlägt anschließend in dieselbe Kerbe, wirkt aber etwas rotziger und erinnert phasenweise an frühe MÖTLEY CRÜE-Momente mit moderner Produktion. Die Gitarrenarbeit bleibt dabei angenehm dynamisch. Statt stumpfem Dauerfeuer setzt das Quartett auf Rhythmusgefühl und eingängige Leads.

Der Titeltrack »All Hail Hypocrisy« gehört klar zu den stärksten Momenten der Platte. Hier verbinden sich hymnische Chöre mit einem sleazigen Grundgefühl und einer ordentlichen Portion Straßenattitüde. Der Song transportiert genau jene Mischung aus Arroganz und Selbstironie, die guten Hard Rock seit Jahrzehnten ausmacht.

Zwischen Party und Abgrund

Was das Album besonders angenehm macht, die Band verlässt sich nicht ausschließlich auf schnelle Partyhymnen. »Wasteland« bringt beispielsweise eine düstere, leicht melancholische Stimmung ins Spiel und zeigt, dass THE CRUEL INTENTIONS mehr können als bloßes Poser-Gehabe. Vor allem Lizzy DeVines Stimme funktioniert in diesen Momenten hervorragend, weil sie rau klingt, aber dennoch melodisch bleibt.

Auch »When Eden Burn« überzeugt mit atmosphärischen Gitarren und einer emotionaleren Grundstimmung. Hier zeigt sich erneut die Stärke der Produktion. Erik Mårtensson schafft es, jedem Instrument genug Raum zu geben, ohne dass die Songs an Druck verlieren.

»Pseudo Genius« und »Bad Addiction« liefern danach wieder deutlich mehr Tempo und Rotz. Gerade »Bad Addiction« besitzt enormes Livepotenzial. Der Song schreit förmlich nach Festivalbühne, klebrigem Asphalt und gröhlendem Publikum.

Kein Retro-Aufguss

Viele moderne Sleaze- oder Hard-Rock-Bands scheitern daran, dass sie lediglich bekannte Versatzstücke kopieren. THE CRUEL INTENTIONS umgehen dieses Problem erstaunlich geschickt. Natürlich hört man Einflüsse von GUNS N’ ROSES, MÖTLEY CRÜE oder auch BACKYARD BABIES heraus, doch die Band wirkt nie wie eine reine Tribute-Version vergangener Tage.

Das liegt vor allem daran, dass immer wieder moderne Elemente eingebaut werden. Einige Refrains besitzen fast schon pop-punkige Energie, während bestimmte Gitarrenpassagen angenehm zeitgemäß klingen. Dadurch bleibt das Album frisch und erreicht vermutlich auch jüngere Rockfans, die mit klassischem Sleaze bisher wenig Berührung hatten.

»Porridge Head« fällt dabei besonders auf. Der Song besitzt einen leicht chaotischen Charakter, funktioniert aber genau deshalb hervorragend. Die Band wirkt hier locker, unangepasst und herrlich unperfekt. Genau diese Momente geben dem Album Persönlichkeit.

Starkes Finale

Mit »Whatcha Gonna Do« und dem abschließenden »Cashed Out« zieht die Band das Niveau nochmals an. Vor allem der Closer hinterlässt Eindruck, weil er die unterschiedlichen Facetten des Albums bündelt. Melodie, Druck, Mitsingfaktor und eine gewisse emotionale Schwere.

Über die gesamte Laufzeit hinweg gelingt es THE CRUEL INTENTIONS, das Energielevel hochzuhalten. Zwar bewegen sich viele Songs stilistisch in ähnlichen Gefilden, langweilig wird das Album aber nie. Dafür sorgen die starken Refrains, das spielfreudige Gitarrenduo und eine Produktion, die genau weiß, wie moderner Hard-Rock klingen muss.

»All Hail Hypocrisy« ist ein starkes Hard-Rock-Album geworden, das die goldenen Zeiten des Sleaze-Rock feiert, ohne wie ein billiger Retro-Abklatsch zu wirken. THE CRUEL INTENTIONS liefern ehrliche Rockmusik mit Schweiß, Dreck und großen Melodien. Die Mischung aus klassischem Glam-Feeling, modernen Hooks und druckvoller Produktion funktioniert hervorragend. Wer Bands wie GUNS N’ ROSES, CRASHDÏET oder BACKYARD BABIES schätzt, sollte hier definitiv reinhören.

Fazit: »All Hail Hypocrisy« von THE CRUEL INTENTIONS ist ein Album, das sowohl die Essenz des Hard Rocks einfängt, als auch frische Impulse setzt.

Internet

THE CRUEL INTENTIONS - All Hail Hypocrisy - CD Review

Immunity – Dark Side Of The Earth

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Immunity - Dark Side Of The Earth - cover artwork
Immunity - Dark Side Of The Earth - cover artwork

Band: Immunity 🇩🇪
Titel: Dark Side Of The Earth
Label: Easthaven Records
VÖ: 01.11.2024
Format: Digital / Stream
Genre: Metalcore / Modern Metalcore / Post-Hardcore

Tracklist

01. Cold Case
02. Panic Room
03. We Are All Mad Here
04. Unhinged
05. Ghosts
06. A Tale
07. Of War And Peace feat. Lina Benabdesslem
08. Vultures
09. The Fire Inside
10. Addicted To The Pain

Besetzung

Dominik Maiser – Vocals
Adrien Dembowski – Gitarre
Max Neuner – Bass
Johannes Noderer – Drums

Gast:
Lina Benabdesslem / Parallyx – Vocals auf „Of War And Peace“

Bewertung:

4 von 5 Punkte

Die dunkle Seite der Erde ist bei Immunity kein astronomischer Ausflug mit Teleskop und Thermoskanne, sondern ein moderner Metalcore-Brocken, der Schmerz, Verlust, Wut und melodische Refrains in eine kompakte 32-Minuten-Packung presst. »Dark Side Of The Earth« ist das zweite Album der Nürnberger und klingt wie eine Platte, die nicht geschrieben wurde, weil gerade noch Platz im Releasekalender war, sondern weil etwas rausmusste. Und zwar nicht leise, nicht höflich und schon gar nicht mit angezogener Handbremse.

Albumstream: Dark Side Of The Earth

DIE ERDE BEBT, DER CORE BEISST

»Dark Side Of The Earth« ist moderner Metalcore, der seine Trademarks kennt: tief gestimmte Gitarren, drückende Drums, melodische Refrains, elektronische Schatten im Hintergrund und ein Sänger, der zwischen Clean-Gesang, Shouts und Screams nicht herumtapst, sondern ordentlich Strecke macht. Genre in einem Satz: Immunity liefern modernen Metalcore mit Post-Hardcore-Kante, Melancholie im Maschinenraum und genug Druck auf der Achse, dass der Pit nicht fragt, ob er darf, sondern einfach losrennt.

Der große Unterschied zu vielen glattgezogenen Core-Produktionen liegt im emotionalen Unterbau. Hier wird nicht einfach nur hübsch gelitten, damit der Refrain auf TikTok traurig guckt. Das Album ist von echten Brüchen, Verlust und psychischer Überlastung durchzogen. Genau deshalb haben die Songs oft diese Mischung aus Stadion-Hook und Kloß im Hals. Das Ding haut dir nicht nur die Prügel raus, es schaut dich dabei auch noch ziemlich direkt an.

KALTSTART MIT AKTENZEICHEN

»Cold Case« eröffnet das Album mit direktem Zugriff. Keine minutenlange Nebelwand, kein überambitioniertes Intro mit Weltuntergangsmonolog, sondern ein Song, der sofort weiß, wo der Hammer hängt. Die Gitarren schieben modern und kantig, die Vocals wechseln zwischen melodischer Führung und harter Ansage, während die Produktion jedes Element sauber nach vorne drückt. Das ist kein roher Garagensound, sondern Hochdruck-Metalcore mit klarer Zielerfassung.

»Panic Room« zieht die Stimmung enger. Der Titel passt: Es klingt nach innerem Alarmzustand, nach Wänden, die näher rücken, nach Luft, die im Brustkorb stecken bleibt. Musikalisch arbeiten Immunity hier stärker mit Spannung und kontrollierter Eskalation. Die Nummer macht nicht nur Rabatz, sondern baut diese klaustrophobische Grundstimmung auf, die dem Album später noch öfter die Farbe aus dem Gesicht zieht.

ALICE IM ABRISSWUNDERLAND

Mit »We Are All Mad Here« wird es theatralischer, leicht verdrehter und ein Stück verspielter. Die Nummer nimmt den bekannten Wahnsinnsverweis nicht als billige Dekoration, sondern als Stimmung: Alles kippt ein wenig, alles grinst etwas zu breit, alles fühlt sich an wie Metalcore durch einen Zerrspiegel. Dabei bleibt der Song kompakt und eingängig genug, um nicht im eigenen Konzeptnebel zu verschwinden.

»Unhinged« ist dann eines der emotionalen Zentren der Platte. Inhaltlich geht es um den Moment, in dem das Leben aus der Verankerung reißt. Musikalisch tragen Immunity diesen Zustand mit viel Melodie, Druck und einer spürbaren Zerbrechlichkeit. Der Song ist nicht die härteste Nummer des Albums, aber eine der wichtigsten. Hier wird aus persönlichem Schmerz kein Kitsch gebaut, sondern ein moderner Core-Song, der die Faust ballt, während ihm eigentlich die Knie weich werden.

GEISTER IM MASCHINENRAUM

»Ghosts« bleibt im Schattenbereich und arbeitet mit jener Sorte Melancholie, die nicht jammerig, sondern nachhallend wirkt. Der Track schiebt weniger frontal als andere Nummern, dafür sitzt die Atmosphäre. Man merkt, dass Immunity nicht nur auf Breakdown und Refrain schielen, sondern auch wissen, wie man Zwischenräume nutzt. Gerade diese dunkleren Passagen geben dem Album Tiefe.

»A Tale« funktioniert als kurzes Zwischenstück, das einmal Luft holt, ohne den Faden zu verlieren. Solche Momente können schnell nach Füllmaterial riechen, hier aber sorgt der kleine Einschub dafür, dass das Album nicht durchgehend im gleichen Modus gegen die Wand fährt. Kurz, stimmungsvoll, zweckdienlich. Kein Monster, aber ein sinnvoller Ruhepunkt vor dem nächsten großen Thema.

KRIEG, FRIEDEN UND ZWEI STIMMEN

»Of War And Peace« mit Lina Benabdesslem gehört klar zu den stärksten Momenten. Der Song verhandelt Krieg, Frieden und moralische Verdrehungen nicht als trockene Parole, sondern als dramatischen Schlagabtausch. Die zweite Stimme gibt der Nummer zusätzliche Farbe und macht das Stück größer, ohne es aufzublasen. Hier treffen Pathos, Härte und Melodie so zusammen, dass der Klnag nicht nur breit, sondern auch erzählerisch wirkt.

Besonders stark ist, dass der Song nicht in platte Weltverbesserungsrhetorik kippt. Immunity stellen eher die Frage, wie lange Menschen Gewalt noch als angebliche Notwendigkeit verkaufen wollen. Das ist inhaltlich ernst, musikalisch aber immer noch kompakt genug, um nicht in Betroffenheits-Prog abzudriften. Gute Entscheidung, starke Umsetzung.

DIE GEIER KREISEN TIEFER

»Vultures« fährt die Krallen aus. Hier wird das Album bissiger, direkter und etwas giftiger. Der Song wirkt wie ein Kommentar auf Menschen, die von Schwäche, Schmerz oder Scheitern anderer profitieren. Musikalisch passt dazu der härtere Zugriff: Riffs, Rhythmusgruppe und Vocals greifen ineinander, als würde man die Geier nicht nur beobachten, sondern gleich mit dem Vorschlaghammer vom Dachfirst holen.

Aufgebaut auf ein standfestes Fundament aus Drums und Bass werden die Gitarren hier wuchtig und präzise draufgesetzt. Adrien Dembowski liefert keine verkopfte Griffbrett-Gymnastik, sondern moderne Riffarbeit mit Zweck und Ziel. Max Neuner und Johannes Noderer halten darunter den Laden zusammen, als hätten sie den Beton persönlich angerührt. Hoschi, das knallt.

LICHT IM INNEREN BRAND

»The Fire Inside« bringt mehr Hoffnung in die Dunkelheit, ohne plötzlich die Sonnenbrille aufzusetzen und einen Sommerhit zu spielen. Der Song wirkt wie ein innerer Widerstandsmoment: Wenn schon alles brennt, dann wenigstens nicht kampflos. Die Melodien öffnen sich stärker, der Refrain bleibt hängen, und dennoch bleibt genug metallische Erdung vorhanden, damit das Ganze nicht in weichgespülte Core-Romantik rutscht.

»Addicted To The Pain« setzt zum Schluss noch einmal ein Ausrufezeichen. Der Titel klingt nach Selbstzerstörung, Abhängigkeit vom eigenen Drama und dem bitteren Kreislauf, in dem Schmerz irgendwann fast vertraut wirkt. Musikalisch ist das einer der härteren Abschlüsse, mit mehr Biss in den Vocals und einer Energie, die der Platte gut tut. Genau hier hätte man sich an manchen Stellen des Albums noch ein bisschen mehr Rasierklinge gewünscht.

ZWISCHEN SAWDUST-DRUCK UND CLEAN-HOOKS

Produktionstechnisch steht »Dark Side Of The Earth« sehr ordentlich da. Die Zusammenarbeit mit Christoph Wieczorek und Sawdust Recordings hört man: Alles ist modern, druckvoll, sauber sortiert und auf Wirkung gebaut. Die tiefen Gitarren sitzen breit im Mix, die Drums schieben, der Bass macht sein Fundament nicht nur theoretisch, und die elektronischen Elemente geben Atmosphäre, ohne den Metalcore-Kern zu übermalen.

Gleichzeitig liegt hier auch der kleine Haken. Manchmal sind die Clean-Passagen sehr dominant, manchmal dürfte der Breakdown noch brutaler zuschnappen, manchmal wünscht man sich, dass die Band den Käfig einfach noch ein Stück weiter aufreißt. Denn wenn Immunity wirklich hart werden, funktioniert das verdammt gut. Die Platte ist stark, aber sie lässt gelegentlich erahnen, dass da noch ein ungezähmteres Biest im Keller sitzt.

DOMINIK MAISER TRÄGT DIE PLATTE

Die Leistung von Dominik Maiser ist der emotionale Dreh- und Angelpunkt des Albums. Seine Clean Vocals geben den Songs Eingängigkeit, seine Shouts und Screams liefern die nötige Schärfe, und vor allem klingt das Ganze nicht wie eine technische Übung aus dem Core-Handbuch. Man glaubt ihm diese Platte. Das ist bei einem Album, das so stark von Verlust, mentalem Druck und persönlicher Verarbeitung geprägt ist, entscheidend.

Auch die Instrumentalfraktion macht ihren Job mit Druck und Disziplin. Adrien Dembowski setzt die Gitarren modern, tief und effektiv ein. Max Neuner am Bass und Johannes Noderer an den Drums bilden das stabile Rückgrat, auf dem die Songs nicht nur stehen, sondern ordentlich nach vorne marschieren. Kein überladenes Technikfeuerwerk, sondern Banddienlichkeit mit Punch.

FAZIT:

»Dark Side Of The Earth« ist ein starkes zweites Album einer Band, die modernen Metalcore nicht neu erfindet, ihn aber mit echter emotionaler Substanz, sauberer Produktion und guten Hooks überzeugend auf die Straße bringt. Immunity liefern keine stumpfe Prügelplatte, sondern ein Werk zwischen Schmerzverarbeitung, Druckabbau und melodischer Selbstbehauptung.

Die stärksten Songs sind »Cold Case«, »Unhinged«, »Of War And Peace«, »Vultures« und »Addicted To The Pain«. Kleine Abzüge gibt es für einzelne weichere Passagen, die etwas mehr Biss vertragen hätten. Aber wenn diese Platte trifft, dann trifft sie mit Gewicht.

Für Fans von modernem Metalcore, Architects-Schlagseite, emotionalem Post-Hardcore, tiefen Gitarren und Refrains mit dunklem Unterbau ist »Dark Side Of The Earth« eine klare Empfehlung. Kein perfektes Album, aber ein verdammt ehrliches, druckvolles und stellenweise richtig packendes Werk. Die Erde ist dunkel, der Core ist heiß – und Immunity stehen mittendrin mit der Brechstange in der Hand.

Stärkstes Musikvideo: IMMUNITY - Vultures

Internet

Immunity - Dark Side Of The Earth - CD Review

Tyrannus – Mournhold

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Tyrannous - Mournhold - cover Artwork
Tyrannous - Mournhold - cover Artwork

Band: Tyrannus 🇬🇧
Titel: Mournhold
Label: True Cult Records
VÖ: 15.05.2026
Format: Digital / CD / LP / MC
Genre: Blackened Thrash Metal / Death-Thrash / Atmospheric Black Metal

Tracklist

01. Violent Inheritance
02. Orbus Non Sufficit
03. Seize The Stars
04. Flesh Eternal
05. Reignfall
06. Mournhold
07. Back To Grey

Besetzung

Callum John Cant – Lead Vocals & Guitars
Alistair Harley – Bass Guitar, Additional Guitars & Backing Vocals
Richard Codling – Guitars & Backing Vocals
Alasdair Dunn – Drums & Backing Vocals
Scott McLean – Keyboards & Synthesizers

Bewertung:

4,5 von 5 Punkten

Manchmal ist ein zweites Album der wahre Charaktertest. Das Debüt darf noch roh sein, hungrig, leicht überdreht und charmant unkontrolliert. Beim Nachfolger wird es ernst: Hat die Band wirklich eine eigene Sprache, oder war der erste Schlag nur ein glücklicher Treffer? Tyrannus aus Schottland beantworten diese Frage auf »Mournhold« ziemlich deutlich. Das Ding wirkt fokussierter, mutiger und erwachsener als »Unslayable«, ohne den giftigen Grundcharakter der Band zu verlieren.

»Mournhold« ist kein reiner Blackened-Thrash-Brandbeschleuniger, auch wenn es davon reichlich gibt. Tyrannus erweitern ihren Sound um atmosphärische Black-Metal-Flächen, death-thrashige Muskelarbeit und überraschend starke Post-Punk-Schatten. Dadurch entsteht ein Album, das nicht nur nach vorne hämmert, sondern auch Räume öffnet. Die Schotten prügeln nicht einfach sieben Songs durch, sie bauen eine Welt aus politischer Wut, persönlicher Abrechnung, kosmischem Unbehagen und diesem speziellen Gefühl, dass unter jedem Riff noch ein zweites, dunkleres lauert. Kurz gesagt: Hier wird nicht nur geballert, hier wird sehr bewusst gezielt.

(Schaut hier »Reignfall« von Tyrannus)

ERBE, MACHT UND DER GANZE VERDAMMTE SCHERBENHAUFEN

»Violent Inheritance« startet mit einer Klangwelle, bevor Tyrannus die Maschine anwerfen. Der Song lebt von starken Tempowechseln, eisigen Riffs, bissigen Vocals und Leadgitarren, die mal klagend, mal schneidend über dem Fundament liegen. Inhaltlich geht es um eine vererbte Welt aus Hierarchie, Gier, Ausbeutung und politischer Verwüstung. Das „gewaltsame Erbe“ ist hier keine abstrakte Metapher, sondern der Alltag, den frühere Machtstrukturen hinterlassen haben: kaputte Flüsse, kaputte Körper, kaputte Hoffnungen.

Musikalisch ist das ein starker Einstieg, weil Tyrannus sofort zeigen, dass sie mehr können als lineare Raserei. Der Song drückt, bremst, kippt, zieht wieder an und hält dabei die Spannung hoch. Callum John Cant klingt dabei nicht wie jemand, der wütend sein möchte, sondern wie jemand, der bereits zu lange zugesehen hat.

»Orbus Non Sufficit« übersetzt den alten Gedanken „Die Welt ist nicht genug“ in eine bittere Selbstbefreiung. Der Text kreist um Machtgier, toxische Bindungen, ausgelaugte Liebe und den Moment, in dem man erkennt, dass jemand die eigene Substanz benutzt hat, um sich selbst Flügel zu bauen. Das ist stark, weil der Song politische und persönliche Lesarten zulässt. Auf musikalischer Ebene feuert die Band treibende Blackened-Riffs ab, lässt aber genug Raum für dunkle Chöre und ein gesprochenes Zwischenspiel, das dem Stück eine fast theatralische Schwere gibt. Hier klingt nichts zufällig. Jeder Bruch sitzt.

DER FASCHIST KLETTERT, DIE RIFFS SÄGEN

»Seize The Stars« ist eine der offensichtlichsten Abrissbirnen der Platte. Der Song nimmt sich Karrierismus, Machtgier, faschistische Selbststilisierung und den ganzen elenden Mythos vom „Selfmade“-Aufstieg vor, der in Wahrheit auf gebrochenen Rücken steht. Textlich ist das eine klare Ansage gegen autoritäre Figuren, die sich über andere erheben und dann auch noch Applaus erwarten. Spoiler: Den bekommen sie hier nicht. Eher die Quittung mit rostigem Rahmen.

Musikalisch gehört die Nummer zu den stärksten Momenten. Thrash-Riffing, Black-Metal-Fieber, aggressive Vocals und eine zwingende Refrainstruktur greifen hervorragend ineinander. Der Song hat genug Direktheit für den Pit und genug Substanz für mehrfache Durchläufe. Wenn Tyrannus in Zukunft einen Live-Kracher brauchen: bitte hier entlang.

Dann kommt »Flesh Eternal« – und plötzlich steht die Platte in einem anderen Raum. Post-Punk-Bass, kühlere Atmosphäre, klarerer Gesang und ein deutlich körperlicheres, fast unheimlich intimes Textbild. Inhaltlich geht es um Liebe, Besitz, Verschmelzung und den Wunsch, jemanden nicht nur emotional, sondern existenziell an sich zu binden. Romantisch? Ja, aber auf diese Art, bei der man sicherheitshalber die Fluchtwege prüft. Der Song ist mutig, weil er den Blackened-Thrash-Strom kurz unterbricht und trotzdem völlig logisch wirkt. Genau solche Momente heben »Mournhold« über solide Genrekost hinaus.

REVOLUTION, HUNGER UND DIE GRENZEN DES SIEGES

»Reignfall« fährt wieder härter in den politischen Bereich. Der Text beschwört Aufstand, Unterklasse, Landlords, Gewalt gegen ein System aus Glas und Gier. Klingt nach Revolution, aber Tyrannus sind clever genug, nicht einfach einen glorreichen Sieg auszurufen. Das Stück zeigt auch, wie leicht sich Gewalt, Hunger und neue Ordnung wieder ineinander verbeißen können. Wer oben sitzt, fällt. Wer unten war, kann trotzdem neue Zähne entwickeln.

Musikalisch ist »Reignfall« der vielleicht thrashigste Song der Platte. Der Track marschiert nach vorne, ist knackig arrangiert und besitzt eine klare Live-Energie. Keine unnötigen Umwege, keine Selbstdarstellung. Hier geht es um Druck und Wirkung. Alasdair Dunn treibt das Stück mit starkem Schlagzeugspiel an, während die Gitarrenarbeit genau den richtigen Mix aus Schärfe und Eingängigkeit findet.

Der Titeltrack »Mournhold« verlagert die Perspektive wieder nach innen. Einsamkeit, gescheiterte Liebe, Selbsttäuschung, Neid und das Loslösen von einer zerstörerischen Bindung prägen den Text. Das ist einer der emotional stärksten Momente des Albums, weil der Song nicht nur wütend ist, sondern verletzt. Die Schatten von Mournhold stehen für einen Ort, den man verlassen muss, wenn man nicht darin verrotten will. Musikalisch zieht die Band das Stück breiter auf, mit mehr Atmosphäre, mehr Melodie und einem Aufbau, der dem Titel gerecht wird.

ZURÜCK INS GRAU, ABER NICHT OHNE WÜRDE

»Back To Grey« beendet das Album nicht mit einem einfachen Triumph, sondern mit einem bittersüßen Blick auf Vergänglichkeit. Blumen, Erinnerung, Abschied, verlorene Liebe und die Frage, was bleibt, wenn selbst Schmerz seine Form verliert. Der Song klingt zunächst fast wie eine weitere Fluchtbewegung, entwickelt dann aber eine eigene Mischung aus Speed, Death-Rock-Färbung und blackmetallischem Ausbruch. Das ist ein überraschend starker Abschluss.

Gerade hier zeigen Tyrannus, wie gut sie inzwischen verschiedene Einflüsse verbinden können. Ein bisschen Avantgarde-Speed-Metal, ein bisschen Post-Punk, ein bisschen Necrophobic-artige Kälte, dazu diese schottische Grimmigkeit, die keine großen Gesten braucht. »Back To Grey« schließt die Platte nicht sauber ab, sondern lässt einen Rest hängen. Sehr passend. Manche Alben brauchen kein Happy End. Manche brauchen nur den richtigen letzten Schatten.

KLANG, SPIELFREUDE UND FOKUS

Die Produktion von Scott McLean ist ein deutlicher Gewinn. »Mournhold« klingt scharf, aber nicht dünn; roh, aber nicht matschig; modern, aber nicht klinisch. Die Gitarren beißen, der Bass bekommt erfreulich viel Raum, die Drums haben Kraft, und die Keyboards/Synthesizer werden nicht als kitschiges Extra benutzt, sondern als atmosphärische Verstärkung. Das Mastering von Brad Boatright gibt dem Album zusätzlich Druck, ohne den Charakter plattzuwalzen.

Auch spielerisch hat die Band hörbar zugelegt. Callum John Cant führt das Material mit giftigem Gesang und starkem Riffgefühl. Alistair Harley sorgt gerade in den post-punkigeren Momenten für enorm wichtige Basslinien. Richard Codling ergänzt die Gitarrenarbeit mit zusätzlichen Farben, und Alasdair Dunn hält die komplexeren Bewegungen souverän zusammen. Das Ganze wirkt tight, aber nicht steril. Genau so muss das sein.

Der größte Fortschritt gegenüber »Unslayable« liegt im Songwriting. Tyrannus haben Fett weggeschnitten, ohne Atmosphäre zu verlieren. Die Songs sind kompakt, aber nicht flach. Sie sind aggressiv, aber nicht eindimensional. Vor allem »Seize The Stars«, »Flesh Eternal«, »Mournhold« und »Back To Grey« zeigen, wie viel Spielraum in diesem Sound steckt.

KLEINE EINWÄNDE AUS DER GRUFT

Ganz ohne Kritik geht es nicht. Sieben Songs nach vier Jahren Wartezeit sind stark verdichtet, aber man könnte sich durchaus noch ein oder zwei zusätzliche Momente wünschen, in denen Tyrannus ihre neuen post-punkigen und atmosphärischen Facetten weiter ausbauen. Außerdem ist die Platte trotz ihrer Vielfalt kein sofort leicht zugängliches Album. Wer einfachen Black-Thrash auf die Zwölf erwartet, bekommt zwar genug Prügel, muss aber auch mit Stimmungswechseln, Textschwere und sperrigeren Momenten leben.

Das ist allerdings eher ein Hinweis als ein echter Makel. »Mournhold« will nicht bequem sein. Es will seinen Raum behaupten. Und genau das gelingt. Die Platte hat Wut, Klasse, Bewegung und eine eigene Farbe. Vor allem aber hat sie Haltung. Nicht als Aufkleber, sondern als tragende Struktur.

FAZIT:

»Mournhold« ist ein verdammt starker zweiter Schlag von Tyrannus. Die Schotten verbinden Blackened Thrash, Death-Metal-Wucht, atmosphärischen Black Metal und Post-Punk-Elemente zu einem Album, das aggressiv, politisch, emotional und überraschend variabel ausfällt. Die Band klingt nicht mehr wie ein vielversprechender Underground-Name, sondern wie eine Formation, die ihren eigenen Bereich gefunden hat.

Textlich geht es um geerbte Gewalt, Ausbeutung, faschistische Machtphantasien, kaputte Liebe, Revolution, Selbstbefreiung und den mühsamen Weg aus persönlicher wie gesellschaftlicher Verstrickung. Musikalisch wird das mit starken Riffs, giftigen Vocals, treibenden Drums, markanten Basslinien und einer ausgezeichneten Produktion umgesetzt.

Die stärksten Songs sind »Violent Inheritance«, »Seize The Stars«, »Flesh Eternal«, »Mournhold« und »Back To Grey«. Kleine Abzüge gibt es nur dafür, dass die Platte gern noch etwas länger hätte sein dürfen und manche Ideen nach weiterer Ausdehnung rufen. Aber lieber sieben starke Songs als zwölf halbgare. Tyrannus liefern mit »Mournhold« ein intensives, cleveres und richtig bissiges Album ab. Wer Satyricon der »Nemesis Divina«-Phase, frühen Enslaved, Skeletonwitch, Aura Noir, Necrophobic oder politisch aufgeladenen Extreme Metal mag, sollte hier dringend einsteigen.

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Tyrannus - Mournhold - CD Review