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UNFYROS – Star Blood

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Unfyros Star Blood album cover
Unfyros Star Blood album cover

Band: UNFYROS 🇫🇮
Titel: Star Blood
Label: Avantgarde Music
VÖ: 12/12/25
Genre: Black Metal

Bewertung:

3,5/5

Mit »Star Blood« liefert die Black-Metal-Formation UNFYROS ihr neuestes Album ab und erweitert ihr Klanguniversum um dunkle, kosmische Facetten. Die Band aus der Underground-Szene setzt auf ein Trio-Line-Up: Anti Ittna H. übernimmt Gesang und Gitarre, Nox Vector sorgt am Schlagzeug für treibende Rhythmen, und T. Von Kollaja bringt den Bass ins Spiel. Das Ergebnis ist ein sieben Tracks umfassendes Werk, das zwischen eisiger Aggression und atmosphärischer Tiefe balanciert.

Atmosphärische Kälte und roher Ausdruck

Das Album öffnet mit »Skinning Winds«, einem Stück, das sofort die Frostigkeit von UNFYROSSound transportiert. Scharfkantige Gitarrenriffs treffen auf präzises Schlagzeugspiel, während Anti Ittna H.s heiserer Gesang den Hörer in eine raue Klanglandschaft zieht. Es ist nicht der rein aggressive Ansatz, der hier beeindruckt, sondern die Fähigkeit, düstere Stimmung und rohe Energie zu verbinden. Bereits dieser Einstieg zeigt, dass Star Blood weniger auf kommerzielle Struktur setzt, sondern die rohe Intensität des Black Metal in den Vordergrund stellt.

»Her Freezing Wings« und »Elemental Poison« verstärken dieses Gefühl. Beide Tracks wechseln zwischen schnell gespielten Blastbeats und atmosphärischen Zwischenspielen, wobei der Bass von T. Von Kollaja das Fundament stabil hält. Die Produktion ist klar, ohne steril zu wirken. Die Mischung lässt jedes Instrument durchdringen, während die Arrangements organisch bleiben. Besonders die Gitarrenarbeit fällt auf: Sie variiert zwischen schneidender Präzision und melancholischen Melodien, was die Kälte des Albums noch unterstreicht.

Kosmische Dimensionen

Mit »Black Magnetism« und »Dark Star Talisman« betritt UNFYROS einen beinahe kosmischen Bereich. Die Tracks arbeiten stark mit repetitiven Motiven und hypnotischen Rhythmen, die fast tranceartige Zustände erzeugen. Es ist, als würde man durch einen schwarzen Sternennebel treiben, in dem jeder Ton eine neue Facette von Dunkelheit offenbart. Nox Vectors Schlagzeugspiel ist hier besonders bemerkenswert: präzise, im Kontrast hierzu nie mechanisch, es trägt die Songs durch die langen, dichten Passagen, ohne die Intensität zu verlieren.

»Into Obsidian Chasm« ist das Herzstück des Albums. Über sieben Minuten zieht der Track den Hörer in eine tiefdunkle Schlucht aus Klang. Die Gitarren weben komplexe Texturen, während der Bass durchgehend präsent bleibt und die rhythmische Basis stabilisiert. Anti Ittna H.s Stimme klingt wie ein Echo aus einer anderen Dimension, mal wispernd, mal markerschütternd, und trägt die narrative Schwere des Albums.

Der abschließende Song »Nefyral (Cold-Whisperer)« rundet das Werk ab. Langsame Passagen wechseln mit schnellen Angriffen, die Mischung aus Melodie und Brutalität sorgt für ein intensives Finale. Es ist ein Stück, das die Themen des Albums bündelt: Kälte, Leere, kosmische Gewalt und introspektive Dunkelheit.

UNFYROS im schwarzen Kosmos

Mit einer Gesamtwertung von 3,5 von 5 Punkten zeigt »Star Blood«, dass UNFYROS ihre Stärken klar in der Atmosphäre und der rohen Energie hat. Die Songs sind durchdacht, die Produktion sauber, und das Trio beweist technisches Können. Kritikpunkt bleibt die etwas einseitige Dynamik in einzelnen Tracks, die stellenweise zu vorhersehbar wirken. Dennoch: Wer sich für modernen Black Metal mit kosmischem Einschlag interessiert, findet in Star Blood ein starkes Album.

UNFYROS gelingt es, mit »Star Blood« ein Werk zu schaffen, das in seiner Kälte und Dunkelheit fesselt. Die Mischung aus präziser Instrumentierung, atmosphärischer Tiefe und roher Ausdruckskraft zeigt die Band als ernstzunehmenden Vertreter ihres Genres. Zwar fehlen gelegentlich überraschende Akzente, aber die klaren Strukturen und der konsequente Sound machen das Album zu einem hörenswerten Erlebnis für Fans von intensivem, modernen Black Metal.

Fazit: »Star Blood« von UNFYROS ist ein empfehlenswertes Werk für Liebhaber des schwarzen Genres.

Tracklist

01. Skinning Winds
02. Her Freezing Wings
03. Elemental Poison
04. Black Magnetism
05. Dark Star Talisman
06. Into Obsidian Chasm
07. Nefyral (Cold-Whisperer)

 

Besetzung

Anti Ittna H. – Vocals & Guitar
Nox Vector – Drums
T. Von Kollaja – Bass

 

Internet

UNFYROS – Star Blood CD Review

ROB MORATTI – Sovereign

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rob moratti sovereign album cover
rob moratti sovereign album cover

Band: ROB MORATTI 🇨🇦
Titel: Sovereign
Label: Frontiers Music s.r.l.
VÖ: 12/12/25
Genre: Melodic Rock

Bewertung:

4/5

ROB MORATTI hat sich im Melodic-Rock-Genre längst einen Namen gemacht, doch mit »Sovereign« legt er ein Album vor, das sowohl alte Fans begeistert als desgleichen neue Zuhörer gewinnt. Das Line-Up liest sich wie ein Who’s Who der Szene: Moratti selbst übernimmt den Gesang, unterstützt von Joel Hoekstra an der Leadgitarre, Tony Franklin am Bass, Felix Borg am Schlagzeug, Fredrik Bergh am Keyboard und Pete Alpenborg, der Rhythmusgitarre und zusätzlich Keyboard beisteuert. Gemeinsam schaffen sie eine dichte Klangwelt, die technisch anspruchsvoll ist und dennoch sofort zugänglich bleibt.

Melodic Rock auf höchstem Niveau

»Sovereign« beginnt mit »Don’t Give Up On Love«, einem Stück, das sofort zeigt, warum Moratti in der Szene so geschätzt wird. Die Stimme des Sängers ist kraftvoll, nichtsdestoweniger emotional nuanciert, und Hoekstras Gitarrenarbeit setzt präzise Akzente. Schon hier wird deutlich, dass es nicht bloß um technische Perfektion geht, sondern um Songs, die Geschichten erzählen. Der Track vermittelt Hoffnung, ohne kitschig zu wirken, und macht Lust, sofort weiterzuhören.

Mit »Can’t Let You Go« setzt das Album den emotionalen Kurs fort. Ein klassischer Melodic-Rock-Song, der sowohl eingängige Melodien als daneben komplexere harmonische Strukturen bietet. Morattis Stimme trägt die Dramatik der Lyrics, während Franklin am Bass für den nötigen Groove sorgt. Besonders die Gitarrensoli wirken organisch, nicht überladen – ein feines Gleichgewicht zwischen Virtuosität und Songorientierung.

Stimmungswechsel und Dynamik

»Waiting« ist ein Song, der sich viel Zeit lässt, um Atmosphäre aufzubauen. Hier zeigen Berghs Keyboardflächen und Alpenborgs sanfte Gitarrenarrangements, wie wichtig Details für die Gesamtwirkung sind.

Mit »Locked Down« nimmt das Album eine etwas rockigere Wendung. Die Gitarren klingen aggressiver, die Drums treiben nach vorne. Trotzdem verliert Moratti keinesfalls den melodischen Fokus. Es ist ein Song, der im Live-Kontext vermutlich ausgesprochen gut wirken wird, weil er sowohl musikalische Tiefe als sowie Mitsing-Potenzial bietet.

Balladen, die berühren

Balladen haben im Melodic-Rock eine besondere Bedeutung, und »In The Air Tonight« sowie »Every Word« erfüllen diese Erwartung auf hohem Niveau. Morattis Stimme überzeugt hier durch Ausdrucksstärke, ohne ins Übertrieben-Romantische abzudriften. Die Arrangements sind sparsam, hingegen wirkungsvoll – besonders die Kombination aus Keyboard- und Gitarrenmelodien sorgt für eine emotionale Dichte, die den Hörer packt.

Rockige Höhepunkte

»The Calling« und »Angel« zeigen wieder die härtere, im Kontrast hierzu melodische Seite des Albums. Hier treffen energiegeladene Riffs auf eingängige Refrains, die sofort im Ohr bleiben. Bemerkenswert sticht Hoekstras Leadgitarre hervor, präzise und virtuos, im Gegensatz nie selbstzweckhaft. Diese Songs sorgen dafür, dass »Sovereign« nicht uneingeschränkt aus Balladen und Midtempo-Stücken besteht, sondern darüber hinaus kraftvolle Momente bietet, die das Album dynamisch wirken lassen.

Den Abschluss bildet »This Is Forever«, eine Hymne, die sowohl musikalisch als außerdem textlich das Album zusammenfasst. Moratti gelingt es, das finale Stück episch zu gestalten, ohne dass es überladen wirkt. Die Instrumentierung ist üppig, aber ausgewogen, und der Song hinterlässt ein Gefühl von Vollendung.

Kraftvoll, melodisch, souverän

»Sovereign« ist ein Album, das zeigt, warum ROB MORATTI zu den festen Größen im Melodic-Rock gehört. Die Kombination aus exzellentem Songwriting, virtuoser Instrumentierung und einer Stimme, die sowohl Kraft als gleichermaßen Gefühl vermittelt, macht das Album hörenswert. Es gibt keine Füller, jeder Track trägt zum Gesamterlebnis bei. Kleine Abstriche gibt es höchstens beim Wiedererkennungswert einzelner Songs, die nicht sofort ins Ohr gehen.

Mit einer Bewertung von 4 von 5 Punkten lässt sich sagen, dass »Sovereign« nicht nur für Fans des Genres ein Gewinn ist. Die Balance zwischen Emotionalität und technischer Präzision, die verschiedenen Stimmungen von Balladen bis zu rockigen Tracks und die durchgängige Professionalität der Musiker machen das Album zu einem überzeugenden Statement. Für alle, die melodischen Rock schätzen, ist es eine lohnenswerte Investition in Musik, die sowohl Herz als auch Ohr anspricht.

Fazit: ROB MORATTI gelingt mit »Sovereign« ein überzeugendes Album, das Melodic Rock-Fans begeistern wird.

Tracklist

01. Don’t Give Up On Love
02. Can’t Let You Go
03. Every Word
04. Waiting
05. Locked Down
06. Two Hearts
07. In The Air Tonight
08. I’ll Never Break Your Heart
09. The Calling
10. Angel
11. This Is Forever

 

Besetzung

Rob Moratti – vocals
Joel Hoekstra – lead guitar
Tony Franklin – bass
Felix Borg – drums
Fredrik Bergh – keyboards
Pete Alpenborg – rhythm guitar and keyboards

 

Internet

ROB MORATTI – Sovereign CD Review

OPPRESSION – No Safe Place

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Oppression No Safe Place album cover
Oppression No Safe Place album cover

Band: OPPRESSION 🇫🇷
Titel: No Safe Place
Label: Folter Records
VÖ: 12/12/25
Genre: Melodic Black Metal

Bewertung:

4,5/5

Mit ihrem neuesten Album »No Safe Place« liefern OPPRESSION eine eindringliche und intensive Erfahrung, die den Hörer unweigerlich in dunkle, kompromisslose Klangwelten zieht. Das Quintett aus Gesang, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug zeigt erneut, dass sie ihr Handwerk verstanden haben und den Black-Metal-Sound konsequent weiterentwickeln. Die Band präsentiert sich kompromisslos, und das Album vermittelt von der ersten Sekunde an ein Gefühl von Bedrohung und innerer Zerrissenheit.

Ein düsteres Meisterwerk des Black Metal

Die Besetzung liest sich wie ein Who-is-Who des modernen Black Metal: G.S.V am Gesang sorgt mit seiner variablen Stimme für die düstere Intensität, Tom L ist nicht allein für die Gitarre, sondern desgleichen für die Kompositionen verantwortlich, während Predark die zweite Gitarre spielt. Desert liefert den Bass und John A steuert das Schlagzeug bei. Zusammen gelingt es dem Quintett, eine dichte, atmosphärische Soundwand zu erzeugen, die sowohl technische Finesse als daneben rohe Emotion transportiert.

Klangliche Eindrücke

»No Safe Place« ist kein Album, das sich anbiedert. Von Beginn an dominiert eine bedrückende, approximativ klaustrophobische Atmosphäre. Die Produktion ist klar, aber nicht steril; jedes Instrument bekommt Raum, gleichzeitig wirkt das Ganze wie ein einziger brodelnder Fluss aus Aggression und Melancholie. Die Gitarrenarbeit von Tom L und Predark ist besonders hervorzuheben: schnelles Tremolo, dissonante Riffs und punktgenaue Leads wechseln sich ab und schaffen einen Kontrast zwischen Brutalität und Melodie. Desert setzt den Bass gezielt ein, um Tiefe zu erzeugen, während John A die rhythmische Basis stabil hält und durch schnelle Blastbeats und präzises Drumming Akzente setzt.

Song für Song bohrt sich in den Gehörgang

Die Eröffnung mit »No Safe Place« legt sofort die Messlatte hoch: ein wütender Sturm aus Gitarren, Blastbeats und G.S.Vs markantem Gesang. Attrition folgt mit einer noch düstereren Stimmung, die stark von dissonanten Gitarrenriffs lebt. »Homeland’s Fury« verbindet Geschwindigkeit mit epischen Momenten und zeigt die Fähigkeit der Band, narrative Spannung aufzubauen. »Psalm for the Fallen« ist ein Höhepunkt des Albums. Die melancholischen Melodien kontrastieren mit aggressiven Passagen und erzeugen eine beinahe hymnische Intensität. Maria Rosenthal zeigt ein etwas melodischeres Gesicht, ohne die Härte aufzugeben, und bleibt so sowohl emotional sowie bedrohlich.

Mit »Journey Beyond Consciousness« tauchen OPPRESSION in experimentellere Gefilde ein: atmosphärische Zwischenspiele wechseln mit verzerrten Gitarren, während »End Humanism« die philosophische Auseinandersetzung mit der Dunkelheit und menschlicher Grausamkeit in musikalische Form gießt.

»The Call of the Night« bringt die Nacht in all ihrer unbarmherzigen Härte zum Ausdruck, während das abschließende »Nice Death Matters« die Ambivalenz von Leben und Tod, Zerbrechlichkeit und Gewalt auf intensive Weise einfängt. Die Songstruktur ist dabei konsequent durchdacht, ohne dass ein Moment künstlich aufgeblasen wirkt.

Atmosphäre und Thematik

Die thematische Linie des Albums ist klar: Es geht um Isolation, Unterdrückung und die Suche nach einem Ausweg in einer feindseligen Welt. Texte und Musik verschmelzen zu einer Einheit, die den Hörer nicht bloß fordert, sondern regelrecht herausfordert. Jeder Track ist ein kleiner Ausbruch aus der Realität, ein Versuch, emotionale und psychologische Dunkelheit hörbar zu machen.

Die Band verzichtet bewusst auf überflüssige Füllung. Jeder Ton, jede Pause, jeder Crescendo-Moment ist sorgfältig gesetzt, sodass »No Safe Place« sowohl für Black-Metal-Puristen wie ebenfalls für Hörer interessant bleibt, die sich von intensiven Klanglandschaften ansprechen lassen.

Mit »No Safe Place« demonstrieren OPPRESSION eindrucksvoll, wie Black Metal heute klingen kann, wenn technische Versiertheit, atmosphärische Dichte und thematische Tiefe aufeinandertreffen. Die Kombination aus präziser Instrumentalarbeit, emotional aufgeladenem Gesang und durchdachter Komposition macht das Album zu einem Must-Have für Fans der Szene. Ein Werk, das nachhallt und sich nicht einfach nebenbei konsumieren lässt – eine echte Einladung in die Dunkelheit, die gleichzeitig erschreckt und fasziniert.

Fazit: »No Safe Place« von OPPRESSION bleibt in Erinnerung, weil es nicht nur musikalisch, sondern faktisch inhaltlich stark ist.

Tracklist

01. No Safe Place
02. Attrition
03. Homeland’s Fury
04. Psalm for the Fallen
05. Maria Rosenthal
06. Journey Beyond Consciousness
07. End Humanism
08. The Call of the Night
09. Nice Death Matters

 

Besetzung

G.S.V – vocals and lyrics
Tom L – guitar and composition
Predark – guitar
Desert – bass
John A – drums

 

Internet

OPPRESSION – No Safe Place CD Review

DARK DIVINATION – Liito Hengen Ja Veren

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DARK DIVINATION Liitto Hengen Ja Veren album cover
DARK DIVINATION Liitto Hengen Ja Veren album cover

Band: DARK DIVINATION 🇫🇮
Titel: Liito Hengen Ja Veren
Label: Signal Rex
VÖ: 12/12/25
Genre: Black Metal

Bewertung:

3/5

Mit »Liito Hengen Ja Veren« präsentiert DARK DIVINATION ein Black-Metal-Solo-Projekt, bei dem Dark Divinator selbst für Gesang und alle Instrumente verantwortlich ist. Das Album ist ein eindrucksvolles Beispiel für die DIY-Mentalität der Szene: rohe Produktion, kompromisslose Atmosphäre und eine klare künstlerische Handschrift. Gleichzeitig zeigt es die Grenzen eines Solo-Projekts, das alles auf eine einzige kreative Stimme stützt.

Dunkle Visionen aus Finnland

Der Sound des Albums ist typisch nordischer Black Metal: kalt, unbarmherzig, oft schleppend und gleichzeitig mit überraschend melodischen Momenten durchsetzt. Bereits der Opener »Selvännäkijä« legt die Tonalität fest: schnelle Tremolo-Riffs treffen auf schneidende Blastbeats, während Dark Divinators kehlige Vocals eine düstere Erzählung einleiten. Es wirkt wie ein Aufbruch in eine frostige Landschaft, in der die Musik die Leere und Isolation unterstreicht.

»Pride of Victory« und »Burn« folgen klassischen Mustern des Genres, kombinieren jedoch atmosphärische Passagen mit aggressiven Ausbrüchen. Besonders in »Burn« zeigt sich die Fähigkeit, Spannung zu erzeugen, bevor die Songs in chaotische, wütende Klangströme übergehen. Die Produktion ist roh, zeitweilig fast ungeschliffen, was dem Album Authentizität verleiht, aber gelegentlich Details verschluckt. Fans, die klare, polierte Gitarrensounds erwarten, könnten hier enttäuscht werden.

Titeltrack als Herzstück

Mit »Dark Divination« als zentralem Stück des Albums tritt die konzeptionelle Kraft des Projekts deutlich zutage. Hier bündelt sich die düstere Energie, die in den vorherigen Songs angedeutet wurde. Die Gitarrenlinien wechseln zwischen hypnotischen Läufen und aggressiven Akzenten, während der Gesang zwischen Grollen und Schreien oszilliert. Dieses Stück zeigt, dass Dark Divinator trotz Solo-Besetzung ein Gespür für Dynamik und dramatischen Aufbau hat.

Atmosphärische Experimente

Einige Tracks wie »Kohti ikuista tuhoa« und »Katse menneisyyteen« heben sich durch experimentelle Elemente ab. Langsame Passagen wechseln mit abrupten Tempiwechseln, was die Spannung hält. »Kohti ikuista tuhoa« wirkt beinahe episch, mit einem bedrohlichen Unterton, der die nordische Schwarzmetall-Tradition aufgreift. Bei »Katse menneisyyteen« mehr Wert auf Melodik gelegt, die sich wie ein melancholischer Schleier über die harten Riffs legt.

Das neunte Stück »Fall From Power« schließt das Album mit einer Mischung aus Reflexion und Aggression ab. Hier spürt man die Ambition, das Werk nicht nur als Sammlung einzelner Songs zu präsentieren, sondern als in sich geschlossene Erzählung.

Sprachliche und thematische Ausrichtung

Die Songtitel, teils in Finnisch, teils in Englisch, spiegeln das Spannungsfeld zwischen lokaler Verwurzelung und internationalem Black-Metal-Diskurs. »Liito Hengen Ja Veren«, der namensgebende Track, steht thematisch für ein Bündnis aus Geist und Blut, ein Bild, das sowohl ritualistisch als daneben persönlich interpretiert werden kann. Die Texte bleiben kryptisch, laden im Kontrast hierzu gerade deshalb zu eigener Interpretation ein. Das Spiel mit Mythos, Aggression und innerer Dunkelheit ist durchgehend spürbar.

Solo-Projekt mit Vor- und Nachteilen

Als Soloprojekt hat DARK DIVINATION einige Stärken, demgegenüber erkennbare Schwächen. Die kohärente Vision sorgt dafür, dass das Album einen einheitlichen, unverwechselbaren Charakter besitzt. Allerdings fehlt es an Abwechslung in der Instrumentierung: Gitarren, Bass und Schlagzeug klingen zuweilen ähnlich, was die Songs näher zusammenrücken lässt, gleichwohl bisweilen eintönig wirken kann. Ein weiterer Punkt ist die Produktion: authentisch, hingegen vereinzelt etwas matschig, was vor allem bei schnelleren Passagen auffällt.

»Liito Hengen Ja Veren« ist kein Album für die breite Masse, sondern für Black-Metal-Puristen, die rohe Energie und düstere Atmosphäre zu schätzen wissen. Es zeigt das Talent von Dark Divinator, Atmosphäre und Aggression zu verbinden, leidet nichtsdestoweniger unter den typischen Beschränkungen eines Solo-Projekts. Der Hörer bekommt ein authentisches Werk, das experimentelle Ansätze wagt, sich manchmal außerdem in sich verliert.

Mit 3 von 5 Punkten ist das Album solide, indessen nicht herausragend. Die Stärken liegen in der konsequenten Umsetzung und der düsteren Atmosphäre, die Schwächen in der Produktion und der begrenzten klanglichen Variation. Für Fans des Genres bietet es dagegen genug, um es mindestens einmal aufmerksam durchzuhören, insbesondere wegen der Tracks »Dark Divination« und »Kohti ikuista tuhoa«, die die Vision des Projekts am besten verkörpern.

DARK DIVINATION liefert mit »Liito Hengen Ja Veren« ein eigenständiges, stimmiges Werk ab, das in seiner rohen Form sowohl beeindruckt sowie irritiert. Die Mischung aus Tradition und kleinen experimentellen Momenten macht das Album zu einem interessanten Beitrag in der nordischen Black-Metal-Szene, wenngleich es in seiner Gesamtheit nicht das volle Potenzial ausschöpft.

Fazit: DARK DIVINATION liefert mit »Liito Hengen Ja Veren« eine dunkle, atmosphärische Platte, die vor allem durch ihre Authentizität und Intensität überzeugt.

Tracklist

01. Selvännäkijä
02. Pride of Victory
03. Burn
04. Dark Divination
05. Hymn of Hate
06. Kohti ikuista tuhoa
07. Katse menneisyyteen
08. Liitto hengen ja veren
09. Fall From Power

 

Besetzung

Dark Divinator – Vocals & all Instruments

 

Internet

DARK DIVINATION – Liito Hengen Ja Veren CD Review

BYGONE – Bygone

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bygone bygone album cover
bygone bygone album cover

Band: BYGONE 🇺🇸
Titel: Bygone
Label: Svart Records
VÖ: 12/12/25
Genre: Heavy Metal/Rock

Bewertung:

3,5/5

Ein Album, das den Namen der Band trägt, ist oft mehr als nur eine Visitenkarte. Es ist Standortbestimmung, Selbstvergewisserung und Ansage zugleich. »Bygone« erfüllt genau diese Funktion. Die gleichnamige Band bewegt sich klar im Spannungsfeld von Heavy-Rock und Metal, ohne sich auf eine Schule festzulegen. Statt Retro-Pose oder moderner Hochglanzästhetik setzt das Sextett auf handgemachte Songs, die spürbar aus dem Proberaum kommen. Nicht alles sitzt perfekt, im Gegensatz hierzu wirkt vieles ehrlich und mit Nachdruck gespielt.

Einstand mit Ecken, Kanten und Ambition

Produktionstechnisch bleibt »Bygone« angenehm bodenständig. Die Gitarren von Noah und CC stehen breit im Mix, mal Riff-betont, mal melodisch ausgreifend. Renato am Keyboard sorgt für Farbe, ohne den Songs die Schwere zu nehmen. Das Instrument bleibt meist im Hintergrund, öffnet aber Räume, gerade in den ruhigeren Momenten. Cecelias Bass ist präsent und erdig, wiederholt mehr treibende Kraft als bloße Verdopplung der Gitarren. Connor am Schlagzeug spielt kontrolliert, schnörkellos und Song-dienlich. Keine unnötigen Showeinlagen, dafür solides Fundament.

Über allem steht Jim am Mikrofon. Sein Gesang schwankt bewusst zwischen rauer Direktheit und melodischer Klarheit. Nicht jede Linie bleibt sofort hängen, im Kontrast hierzu verleiht die Stimme dem Album Charakter. Man hört, dass hier jemand singt, der etwas erzählen will, desgleichen, wenn die Texte nicht immer bis ins Letzte ausgearbeitet wirken.

Der Einstieg: Energie und Erwartung

»Lightspeed Nights« eröffnet das Album mit Tempo und einem klaren Statement. Ein direkter Rocksong, der keine Umwege macht und sofort zeigt, wo die Reise hingeht. Der Refrain ist griffig, ohne anbiedernd zu sein, das Zusammenspiel der Gitarren wirkt eingespielt und entschlossen. »Shadow Rising« legt danach an Härte zu und bringt düsterere Farben ins Spiel. Hier funktionieren vor allem die Spannungsbögen zwischen Strophe und Refrain, ebenfalls wenn der Song im Mittelteil einigermaßen Luft verliert.

Zwischen Hymne und Introspektion

Mit »Take Me Home« zeigt die Band ihre melodischere Seite. Der Song ist zugänglicher, fast hymnisch, und dürfte live gut funktionieren. Er bleibt überdies nah genug am Grundsound, um nicht aus dem Album zu fallen. »Into The Gleam« schlägt einen introspektiveren Ton an. Die Keyboards bekommen mehr Raum, das Tempo wird zurückgenommen. Hier zeigt sich, dass BYGONE nicht bloß über Lautstärke arbeiten will, sondern daneben über Atmosphäre.

Der lange Atem

»The Last Horses Of Avalon« ist der ambitionierteste Track der Platte. Länger, epischer, erzählerischer. Nicht jede Idee zündet sofort, hingegen wächst der Song mit der Zeit. Gerade die dynamischen Wechsel und das geduldige Songwriting machen ihn interessant. Er verlangt Aufmerksamkeit und belohnt sie mit Details, die sich erst beim zweiten oder dritten Hören erschließen.

Alltag und Feuer

»City Living« holt das Album zurück auf den Boden. Ein straighter Rocksong mit urbanem Puls, der thematisch näher an der Gegenwart bleibt. Hier sitzt der Groove, hier greifen Band und Sänger besonders gut ineinander. »Fire In You Fire In Me« bildet den Abschluss und fasst vieles zusammen, was »Bygone« ausmacht. Druckvolle Riffs, ein emotionaler Kern und ein Refrain, der bleiben will, ohne sich aufzudrängen. Kein großes Finale, sondern ein konsequenter Schlusspunkt.

»Bygone« ist kein Album, das alles neu erfindet. Es will das auch nicht. Stattdessen liefert die Band ein solides, teilweise sehr starkes Debüt, das von ehrlichem Zusammenspiel und spürbarer Leidenschaft lebt. Schwächen gibt es vor allem im Feinschliff mancher Arrangements und in der Konsequenz einiger Ideen. Trotzdem überwiegt der Eindruck einer Band, die weiß, was sie will und genug Substanz hat, um darauf aufzubauen.

3,5 von 5 Punkten sind hier gut angelegt. »Bygone« ist ein Album, das man ernst nimmt, das wächst und das neugierig macht auf den nächsten Schritt von BYGONE.

Fazit: BYGONE gelingt mit »Bygone« ein solides Album, das durch seine Energie und Vielseitigkeit besticht

Tracklist

01. Lightspeed Nights
02. Shadow Rising
03. Take Me Home
04. Into The Gleam
05. The Last Horses Of Avalon
06. City Living
07. Fire In You Fire In Me

 

Besetzung

Jim – Vocals
Noah – Guitars
CC – Guitars
Renato – Keyboards
Cecelia – Bass
Connor – Drums

 

Internet

BYGONE – Bygone CD Review

Bardo Thodol – Sumerian Tragedy

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Bardo Thodol – Sumerian Tragedy - Artwork
Bardo Thodol – Sumerian Tragedy - Artwork

Band: Bardo Thodol 🇮🇹 🇸🇪 🇬🇧
Titel: Sumerian Tragedy
Label: Obelisk Polaris Productions
VÖ: 28/11/25
Genre: Occult Heavy/Doom Metal

Bewertung: 2,5/5

54 %

Die internationale Kollaboration BARDO THODOL (benannt nach dem tibetischen Totenbuch) legt mit »Sumerian Tragedy« nach eigenen Angaben Horror Metal vor, was ich für einen Marketingfehler halte, weil es falsche Erwartungen schüren könnte.
Denn weder wird es gruselig, noch reizt man wie der König des Horror Metals mit, da man tempomäßig und stilistisch anders verortet ist.

»Sumerian Tragedy« hat interessante Facetten, fesselt jedoch wenig.

Dafür sorgt unter anderem der teilnahmslos rüberkommende Gesangstil von „The Sorceress“ Ginevra De Giusti. Mitreizend ist etwas anderes, hier wären Nachhilfestunden bei Mark Deeks (Winterfylleth, Ard) lohnenswert, denn die Grundidee ist durchaus interessant.

Und größtenteils bleibt diese auch das einzig interessante. Das Eröffnungsstück nutzt sich schon beim zweiten Mal dank der ständigen Wiederholung des Refrains dermaßen ab, dass es nach weiteren Durchläufen nervt.
Anders verhält es sich bei dem Mercyful Fate – inspirierten »The False Prophet« mit seinem interessanten Kontrast von Musik und Gesang oder den nah am europäischen Heavy Metal befindlichen »Visions Of The Void« und »Black Hearts Under A Silver Moon«, die zwar nicht überragend sind, aber dennoch für ein willkommene Abwechslung sorgen.

Melancholisch – epischer Heavy/Doom Metal sollte es wohl werden, ist es aber selten.

Auch das an Lordian Guard erinnernde »The Okkult Key« hinterlässt einen guten Eindruck, welcher dann leider nicht nur mit der langweiligen King Diamond – Blaupause »Field Of Blood«, sondern vor allem mit den letzten beiden Songs, die ich mal als Castle Rat – Kopie mit Candlemass – Einflüssen ohne Kopfkino beschreiben möchte, kontrakariert wird.
Geht man das Album also grob durch, bleibt es nur der Versuch, etwas originelles zu kreieren. Das Debüt dümpelt somit trotz guter Ansätze insgesamt im Mittelmaß rum.

Tracklist

01. Queen Of The Nile
02. The False Prophet
03. Book Of The Dead
04. Visions Of The Void
05. The Occult Key
06. Black Hearts Under A Silver Moon
07. Castle Of The Winds
08. Field Of Blood (Akeldama)
09. Servants Of The Serpent
10. Sumerian Tragedy

Besetzung

Ginevra De Giusti – Gesang
Peter Svensson – Gitarren, Tasteninstrumente
Scott Naylor – Schlagzeug

Internet

BARDO THODOL – Sumerian Tragedy CD Review

GRAVETAKER – Sheer Lunacy

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cover artwork GRAVETAKER Sheer Lunacy
cover artwork GRAVETAKER Sheer Lunacy

Band: GRAVETAKER 🇫🇮
Titel: Sheer Lunacy
Label: Iron Bonehead
VÖ: 22/12/25
Genre: Black/Death Metal

Bewertung:

4/5

Die finnische Band GRAVETAKER legt mit „Sheer Lunacy“ ihr Debüt vor – formal ein Demo, faktisch jedoch der erste ernsthafte Kontakt mit der Außenwelt. Sie präsentieren sich bewusst kryptisch: „Laute Klänge aus Finnland und darüber hinaus.“ Allein die Herkunft als finnische Metalband reicht jedoch aus, um diesem ersten Lebenszeichen ein gewisses Maß an Erwartung mitzugeben.

Akustischer Auftakt, rohe Aggression und stilistische Vielschichtigkeit

Der Einstieg erfolgt überraschend ruhig: Melodische Akustikgitarren eröffnen „Black Sepulchres“ mit einem langen, sensiblen Vorspiel. Fein, zurückhaltend, beinahe zart – ein Kontrast, der abrupt gebrochen wird, sobald das eigentliche Stück einsetzt. Dissonant, roh, im mittleren Tempo gehalten, verdichtet sich der Sound zu einer kompakten Wand. Verzweifelte Vocals dominieren, im Refrain von der restlichen Band echohaft verstärkt, was dem Song zusätzliche Dramatik verleiht. Ein starker Opener: aggressiv, technisch und überzeugend komponiert.

GRAVETAKER wurden laut ihrem offiziellen Bandcamp-Profil 2014 gegründet. Mangels weiterer offizieller Informationen bleibt nur diese Angabe – was angesichts der offensichtlichen musikalischen Reife überrascht. Elf Jahre bis zur ersten Veröffentlichung erscheinen ungewöhnlich lang für eine Band dieses Niveaus. Aus Oulu stammend, bestehen GRAVETAKER aus Lunatik (Gitarre, Bass) und Atavistic Mouth (Vocals, Gitarre, Keyboards) – zwei Musiker, deren Fähigkeiten hier unüberhörbar sind.

Threshold“ folgt mit leicht veränderter Ausrichtung: rhythmischer, melodischer, zugleich von einer anderen Form von Wut geprägt. Unterdrückend, aber dynamisch, wechseln sich langsamere Passagen mit explosiven Ausbrüchen ab. Die Vocals sind von Bosheit, Leidenschaft und Aggression durchzogen. Ein hektisches, rasendes Gitarrensolo, eine markante Basslinie und schrille Lead-Gitarren erzeugen starke Kontraste. Ein sehr überzeugender Track.

Lo-fi-Produktion, strukturelle Vielfalt und technische Ambitionen

Die Produktion ist roh, klar lo-fi, teils matschig und rauschend, mit wenig instrumentaler Trennschärfe. Stimmen und Lead-Gitarre stehen deutlich im Vordergrund, während Details im Hintergrund oft im dichten Klangbild verschwinden. Die Drums fungieren meist als rhythmischer Impulsgeber ohne große Präsenz. Für ein Demo ist das erwartbar – dennoch bleibt genug Transparenz, um Struktur und Ausdruck der Musik erfassbar zu machen.

Mit „Bacchic Enthusiasm“ setzt sich der klangliche Angriff fort, stärker im Black Metal verankert, mit verändertem Tempo und komplexerer Struktur. Gequälte Lead-Gitarren prägen den Eindruck, doch trotz der Aggressivität bleibt die Komposition klar nachvollziehbar. Ein langsamer, atmosphärischer Mittelteil erweitert das Klangspektrum und unterstreicht den breiten Ansatz der Band. Technisch wie kompositorisch ein beeindruckendes Stück, introspektiver im Ton, ohne an Intensität zu verlieren.

Aberrations“ greift erneut auf Akustikgitarren zurück: melodisch, melancholisch, technisch versiert und sensibel gespielt. Erwartungsgemäß kippt das Stück bald in Aggression und Lärm. Wütende, bellende Vocals treffen auf ein solides Rhythmusfundament. Stilistisch öffnet sich der Song in Richtung Doom/Death, mit präsenterem Bass und klarer wahrnehmbaren Drums. Dissonant, disharmonisch, aber musikalisch interessant umgesetzt.

Der Abschluss „Revelation“ folgt dem etablierten Muster: langsamer, akustischer Beginn, melodisch getragen, von versiertem Schlagzeug begleitet. Der anschließende Ausbruch ist chaotisch und lärmend, bevor die Gitarren allmählich Struktur und Rhythmus herstellen. Schreie und treibende Riffs verweisen auf Thrash-Einflüsse, kombiniert mit einer deutlich punkigen Haltung. Trotz der stilistischen Vielfalt bleibt auch dieser Song schlüssig und reich an markanten Passagen.

Rohes Debüt mit klarer Ausrichtung und erkennbarem Potenzial

Der Zugang zu Demos neuer Bands erlaubt einen Blick auf den Ursprung musikalischer Entwicklung. Motivation, Energie und der Wille zu überzeugen stehen im Vordergrund – und im Fall von GRAVETAKER gelingt das. „Sheer Lunacy“ ist kein kurzes Statement, sondern erreicht mit seiner Laufzeit beinahe Albumlänge. Die Songs sind ausgearbeitet, vollständig, und trotz des rohen Sounds wird das musikalische Niveau deutlich hörbar.

Die Band nennt Darkthrone als prägenden Einfluss und formuliert den Anspruch, sich an den „ambitious and obscure roots of death metal“ zu orientieren. Für eine Band am Anfang ihres Weges ist das eine klare Zielsetzung – und „Sheer Lunacy“ schlägt diese Richtung überzeugend ein. Ein vielversprechendes Debüt, das mit besserer Produktion künftig noch stärker wirken dürfte.

Fazit: „Sheer Lunacy“ ist ein wütendes, technisch versiertes Debüt von GRAVETAKER, das trotz roher Produktion durch starke Kompositionen und klare musikalische Vision überzeugt.

Tracklist

01. Black Sepulchres
02. Threshold
03. Bacchic Enthusiasm
04. Aberrations
05. Revelation

Besetzung

Lunatik – Guitars, Bass
Atavistic Mouth – Vocals, Guitars, Keyboards

Internet

GRAVETAKER – Sheer Lunacy CD Review

DEAD SUN – This Life Is A Grave

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DEAD SUN This Life Is A Grave album cover
DEAD SUN This Life Is A Grave album cover

Band: DEAD SUN 🇸🇪
Titel: This Life Is A Grave
Label: Emanzipation Productions
VÖ: 19/12/25
Genre: Death Metal

Bewertung:

4/5

Wenn Rogga Johansson am Werk ist, kann man sicher sein, dass es tief ins dunkle Terrain des Death-Metal geht. Mit »This Life Is A Grave« legt er zusammen mit Thomas Ohlsson ein Album vor, das gnadenlos, im Gegensatz hierzu durchdacht wirkt. Johansson übernimmt Gitarre, Bass und Gesang, Ohlsson sorgt für den präzisen Schlagzeugteppich. Das Duo setzt auf rohe Energie, ohne die Komplexität der Arrangements zu vernachlässigen.

Dunkle Grundstimmung trifft präzises Handwerk

Schon der Opener »Primordial Knowledge (Where Ubbo-Sathla Reign)« zeigt, wohin die Reise geht. Tiefe Riffs, schleppende Passagen und Johansson in gewohnt markantem Growl ziehen den Hörer sofort in eine düstere, fast mythische Welt. Die Atmosphäre wirkt dabei nie beliebig, sondern sorgfältig aufgebaut, sodass die Schwere der Musik spürbar wird.

»Embraced By The Succubus« und »A Midnight Serenade« zeigen die Bandbreite der beiden Musiker. Während ersterer Track mit treibendem Tempo und aggressiven Breaks überzeugt, setzt »A Midnight Serenade« auf eine annähernd schon hypnotische Rhythmik. Johansson schafft es, in beiden Songs seine Vielseitigkeit zu zeigen: Die Gitarrenarbeit ist kantig und melodisch zugleich, der Gesang kraftvoll und variabel.

Verstörend und eingängig zugleich

Mit »Sin Collector« und »Nighttime Butterfly« wird das Album etwas zugänglicher, ohne die dunkle Grundstimmung zu verlieren. Die Melodien schleichen sich ins Ohr, während die Rhythmik die Zähne zeigt. Besonders »Nighttime Butterfly« ist ein Beispiel für Johansson, wie man Düsternis mit einem Hauch Eingängigkeit kombiniert. Es wirkt wie ein Tanz auf dem Grab, brutal und dennoch elegant.

»She Drank My Soul« bringt wieder die rohe Gewalt des Death Metal zum Vorschein. Der Track ist direkt, ohne unnötige Schnörkel, und zeigt, wie Johansson und Ohlsson die klassischen Elemente ihres Genres mit einem modernen, klaren Sound versehen. Das Schlagzeug arbeitet präzise, unterstützt die Gitarren perfekt, ohne aufdringlich zu wirken.

Das Zentrum des Albums

Mit »Your Life Is A Grave« erreicht das Album seinen emotionalen Höhepunkt. Die Mischung aus treibenden Riffs und schleppenden, beinahe doomigen Passagen erzeugt ein bedrückendes Gesamtbild. Johansson variiert sein Growling gekonnt, Ohlsson gibt dem Stück die nötige Dringlichkeit. »Calls From The Crypt« und »To Give The End A Voice« schließen das Album konsequent ab. Sie runden das Werk ab, indem sie die zuvor etablierten Themen noch einmal aufnehmen und in kraftvolle, finalisierende Arrangements packen. Besonders der letzte Song hinterlässt einen bleibenden Eindruck: Eine Mischung aus Melodie und Brutalität, die die Essenz des Albums bündelt.

Produktion und Sound

Die Produktion von »This Life Is A Grave« ist klar und druckvoll. Man hört jede Gitarrenspur, den Bass und das Schlagzeug differenziert, ohne dass es steril wirkt. Die Mischung aus roher Aggression und klaren Details macht das Album sowohl für Puristen als desgleichen für Neueinsteiger interessant. Die Vocals sitzen perfekt im Mix, die Instrumente unterstützen die düstere Atmosphäre optimal.

Todesblei der mit Intensität donnert

»This Life Is A Grave« ist ein Album, das Death-Metal-Fans abholt, die Wert auf Intensität und handwerkliche Präzision legen. Rogga Johansson und Thomas Ohlsson liefern ein Werk, das brutal und melodisch zugleich ist, düster, aber keineswegs eintönig. Einzelne Tracks bleiben sofort im Gedächtnis, die Gesamtstimmung zieht sich stringent durch alle neun Songs.

Mit einer Bewertung von vier von fünf Punkten zeigt sich, dass DEAD SUN vieles richtig machen: Das Songwriting ist abwechslungsreich, die Atmosphäre dicht, die Performance stark. Kleinere Längen in einigen Passagen trüben das Vergnügen kaum. Für Freunde des Genres ist das Album ein klarer Tipp, ein Zeugnis dafür, dass Death-Metal sowohl Tradition als auch Innovation verträgt.

Fazit: »This Life Is A Grave« von DEAD SUN ist ein starkes Werk, das die dunklen Seiten des Genres auslotet.

Tracklist

01. Primordial Knowledge (Where Ubbo-Sathla Reign)
02. Embraced By The Succubus
03. A Midnight Serenade
04. Sin Collector
05. Nighttime Butterfly
06. She Drank My Soul
07. Your Life Is A Grave
08. Calls From The Crypt
09. To Give The End A Voice

 

Besetzung

Rogga Johansson – Guitars, bass & vocals
Thomas Ohlsson – Drums

 

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DEAD SUN – This Life Is A Grave CD Review

LOST IN EXISTENCE – Atonement

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LOST IN EXISTENCE Atonement album cover
LOST IN EXISTENCE Atonement album cover

Band: LOST IN EXISTENCE 🇪🇸
Titel: Atonement
Label: Art Gate Records
VÖ: 19/12/25
Genre: Modern Metalcore/Djent

Bewertung:

4/5

LOST IN EXISTENCE melden sich nach ihrem letzten Output zurück und präsentieren mit »Atonement« ein Album, das Modern-Metalcore mit klaren Djent-Anleihen verbindet. Das Quintett bestehend aus Migue am Bass, Airon am Schlagzeug, Selu an der Leadgitarre, Jesús an den Synths und Fern, der sowohl Gesang und Gitarre übernimmt, liefert ein dichtes, emotional aufgeladenes Werk, das technische Finesse und rohen Ausdruck miteinander verknüpft.

Riffs und Rhythmus: Technik trifft Energie

Von der ersten Sekunde an zeigt »Atonement«, dass LOST IN EXISTENCE die Balance zwischen Komplexität und Eingängigkeit beherrschen. Selus Gitarrenarbeit ist filigran und zugleich kraftvoll, präzise auf den Punkt gebracht, während Airons Schlagzeugspiel die Songs dynamisch trägt, ohne überladen zu wirken. Besonders im Opener »Iridescent« wird diese Mischung deutlich: Djent-artige Stakkatos treffen auf fließende Metalcore-Riffs, während Migue den Bass sauber und präsent einbettet. Das Ergebnis ist ein Rhythmusteppich, der sowohl technische Kenner als auch Fans emotionaler Melodien anspricht.

Synthesizer als atmosphärisches Bindeglied

Jesús Synths fügen eine zusätzliche Dimension hinzu. Sie untermalen die Songs mit subtilen, im Kontrast hierzu wirkungsvollen Schichten, die den Übergang zwischen den aggressiven Gitarrenpassagen und Ferns variabel eingesetztem Gesang geschmeidig gestalten. Besonders bei »Shameful Sigh« entsteht durch die Synthesizer ein beinahe cineastisches Gefühl, das die düstere Stimmung des Albums verstärkt, ohne sich aufzudrängen.

Gesang: Emotional und variabel

Fern bewegt sich sicher zwischen den klaren Gesangspassagen und harschen Screams. Diese Vielseitigkeit erlaubt es, die Emotionen der Songs auf mehreren Ebenen zu transportieren. In »From The Outside« gelingt der Wechsel zwischen cleanen Melodien und aggressiven Vocals fließend, sodass keine Brüche entstehen, sondern ein intensives, organisches Hörerlebnis. Hier zeigt sich, dass die Band nicht bloß technische Virtuosität, sondern überdies Gespür für Dramaturgie besitzt.

Tracks mit Eigenständigkeit

Die Tracklist von »Atonement« zeigt eine Band, die sich nicht hinter Genre-Konventionen versteckt. »False Gods« überrascht mit ungeraden Taktarten und komplexen Riffstrukturen, die freilich eingängig bleiben. Der Titeltrack »Atonement« rundet das Album ab, indem er alle Stärken der Band bündelt: kraftvolle Gitarren, expressive Vocals, eine dichte Rhythmussektion und atmosphärische Synthesizer. Der Song wirkt wie ein konzentriertes Destillat dessen, was LOST IN EXISTENCE ausmacht – technisch versiert, emotional dicht und musikalisch variabel.

Produktion: Klar und druckvoll

Die Produktion von »Atonement« unterstützt die Band in allen Facetten. Instrumente sind sauber getrennt, ohne steril zu wirken. Der Mix legt die Details offen, sodass komplexe Gitarrenläufe, Basslinien und Schlagzeugfiguren klar hervortreten. Gleichzeitig bleibt der Gesamtsound kraftvoll und druckvoll. Gerade bei den dynamischeren Passagen, wie in »Iridescent« oder »False Gods«, zeigt sich, dass jede Nuance bewusst platziert wurde.

Anspruchsvoll, aber zugänglich

»Atonement« ist ein Album, das sowohl Fans von Modern-Metalcore als desgleichen von Djent anspricht. LOST IN EXISTENCE gelingt der Spagat zwischen technischer Versiertheit und emotionalem Ausdruck. Die Songs wirken durchdacht und dennoch lebendig, die Band bleibt in keinem Moment statisch. Mit fünf Tracks auf rund 18 Minuten Spielzeit bietet das Album genug Raum, um sich zu entfalten, ohne sich zu wiederholen.

In der Gesamtbewertung verdient »Atonement« solide vier von fünf Punkten. Es ist ein Werk, das zeigt, dass die Band sowohl ihr Handwerk versteht, als desgleichen den Mut hat, eigene Wege zu gehen. Zwischen virtuoser Instrumentaltechnik, atmosphärischen Synthesizern und variabel eingesetztem Gesang entsteht ein Hörerlebnis, das sowohl den Kopf sowie die Emotionen anspricht. LOST IN EXISTENCE zeigen, dass Modern-Metalcore und Djent nicht nur technische Leistung, sondern außerdem Ausdrucksstärke transportieren können.

Für alle, die zwischen Härte und Melodie den perfekten Mittelweg suchen, ist »Atonement« ein hörenswerter Beitrag, der sich in der Szene klar positioniert und die Erwartungen an eine moderne Metalcore-Produktion erfüllt.

Fazit: LOST IN EXISTENCE gelingt mit »Atonement« ein starkes Statement im Bereich des modernen Metal.

Tracklist

01. Iridescent
02. From The Outside
03. Shameful Sigh
04. False Gods
05. Atonement

 

Besetzung

Migue – Bass
Airon – Drums
Selu – Lead Guitar
Jesús – Synths & Backing Vocals
Fern – Lead vocals & Guitar

 

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LOST IN EXISTENCE – Atonement CD Review

MINOTAURUS – Memories In The Haze

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MINOTAURUS Memories In The Haze album cover
MINOTAURUS Memories In The Haze album cover

Band: MINOTAURUS 🇩🇪
Titel: Memories In The Haze
Label: NRT Records
VÖ: 27/11/25
Genre: Celtic Folk Metal

Bewertung:

3,5/5

Mit »Memories In The Haze« legen MINOTAURUS ihr aktuelles Album vor und zeigen abermals, wie Celtic Folk Metal klingen kann, wenn man die Elemente mit Bedacht mischt. Die Band, bestehend aus Oliver Klump und Clarissa Hobeck am Gesang, Reiner Zumkeller und Jürgen Hermann an den Gitarren, Marcus Finger am Bass und Rouven Zumkeller am Schlagzeug, setzt auf eine Kombination aus kraftvollen Riffs, eingängigen Melodien und folkloristischen Einflüssen, die sich durch das gesamte Werk ziehen.

Atmosphärischer Auftakt und Titeltrack

Das Album startet mit »Master Of The Universe«, einem treibenden Song, der sofort den Ton angibt. Die Gitarrenarbeit von Reiner Zumkeller und Jürgen Hermann ist klar strukturiert, während Rouven Zumkeller am Schlagzeug für den nötigen Druck sorgt. Oliver Klumps Gesang legt die Grundlage, während Clarissa Hobeck mit ihrer hellen, klaren Stimme Akzente setzt. Es entsteht ein Wechselspiel zwischen Härte und Melodie, dass das Celtic-Folk-Metal-Genre gut repräsentiert.

Der Titeltrack »Memories In The Haze« setzt die Atmosphäre des Openers fort, bringt aber noch deutlich mehr melancholische Elemente ein. Hier zeigt die Band, dass sie desgleichen in ruhigeren Passagen überzeugen kann, ohne an Intensität zu verlieren. Die harmonische Verwebung von Gesang und Instrumenten schafft ein dichtes, annähernd filmisches Klangbild, das sich über die gesamte Spielzeit des Stückes entfaltet.

Zwischendrang und Folk-Einschlag

»Coming Home« und »Der Jüngling am Bache« sind die Momente, in denen der Folk-Anteil besonders stark hervorsticht. Akustische Gitarren, sanfte Melodien und die beiden Stimmen im Dialog erzeugen eine approximativ narrative Qualität. Gerade »Der Jüngling am Bache« wirkt wie eine kleine Reise in eine andere Zeit, eine Geschichte, die durch Musik erzählt wird. Die Band spielt hier mit Dynamik und Kontrasten, was die Platte abwechslungsreich hält.

Mit »D.R.I.P.« und »Heroes« kehren MINOTAURUS wieder zu den kernigen Metal-Wurzeln zurück. Die Gitarrenriffs sind härter, der Rhythmus treibender, und der Chor-ähnliche Gesang bei »Heroes« gibt dem Stück einen epischen Charakter. Die Mischung aus schnellen Passagen und melodischen Breaks zeigt das handwerkliche Können der Musiker und sorgt für Spannung über die gesamte Tracklänge.

Melancholie und Hymnencharakter

»Lonely Prisoner« und »Proud Kings Of Avalon« sind wiederum von einer melancholischen Note geprägt. Vor allem »Lonely Prisoner« punktet mit introspektiver Stimmung, während »Proud Kings Of Avalon« fast hymnisch wirkt und deutlich die Folk-Einflüsse trägt. Die Band schafft es, ohne Überladenheit sowohl emotionale Tiefe als daneben energiegeladene Momente zu transportieren.

Mit »Sehnsucht« und dem »Tears Of A Hero (2024 Remake)« bringen MINOTAURUS die gefühlvolle Seite auf den Punkt. Hier dominiert der Gesang, unterstützt von reduzierten Gitarrenpassagen und einem Bass, der die Melancholie unaufdringlich trägt. Das Remake von »Tears Of A Hero« wirkt frischer und moderner, ohne die Essenz des Originals zu verlieren. Den Abschluss bildet »Goodbye«, ein stimmiger Ausklang, der die thematischen Fäden des Albums noch einmal aufgreift und ruhig ausklingen lässt.

Produktion und Gesamtbild

Die Produktion von »Memories In The Haze« ist sauber, die Instrumente klar voneinander getrennt, ohne dass die rohe Energie verloren geht. Besonders die Gitarren- und Schlagzeugarbeit profitieren von der klaren Abmischung, während die Stimmen die melodischen Höhepunkte setzen. Die Balance zwischen Härte, Melodie und Folkelementen ist weitgehend gelungen, auch wenn einige Passagen stellenweise etwas vorhersehbar wirken.

»Memories In The Haze« zeigt MINOTAURUS auf einem soliden Level. Das Album überzeugt durch handwerklich sauberen Folk Metal, abwechselnde Stimmungen und ein starkes Zusammenspiel der Bandmitglieder. Höhepunkte wie »Memories In The Haze«, »Der Jüngling am Bache« oder »Proud Kings Of Avalon« heben das Album hervor, während kleinere Längen den Gesamteindruck minimal schmälern. Mit einer Bewertung von 3,5 von 5 Punkten handelt es sich um ein hörenswertes Werk, das Fans des Genres anspricht und Neueinsteiger neugierig machen kann.

Fazit: »Memories In The Haze« ist ein hörenswertes Werk, das die Stärken von MINOTAURUS unter Beweis stellt.

Tracklist

01. Master Of The Universe
02. Memories In The Haze
03. Coming Home
04. Der Jüngling am Bache
05. D.R.I.P.
06. Heroes
07. Lonely Prisoner
08. Proud Kings Of Avalon
09. Sehnsucht
10. Tears Of A Hero (2024 Remake)
11. Goodbye

 

Besetzung

Oliver Klump – Vocals
Clarissa Hobeck – Vocals
Reiner Zumkeller – Guitar
Jürgen Hermann – Guitar
Marcus Finger – Bass
Rouven Zumkeller – Drums

 

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MINOTAURUS – Memories In The Haze CD Review