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ORACULUM – Hybris Divina

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cover artwork ORACULUM Hybris Divina
cover artwork ORACULUM Hybris Divina

Band: ORACULUM 🇨🇱
Titel: Hybris Divina
Label: Invictus Productions
VÖ: 09/01/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. A Monument to Fallen Virtues
02. The Great One
03. Mendacious Heroism
04. Carnage
05. Dolos
06. The Heritage of Our Brotherhood
07. Spiritual Virility
08. Posthumous Exultation

Besetzung

Scourge of God – Guitars, Vocals
Gaius Coronatus – Guitars
Magnified Wrath – Bass
Conqueror of Fear – Drums

Bewertung:

2,5/5

Die chilenischen Death Metal Veteranen ORACULUM präsentieren endlich ihr Debütalbum. Nach einer fünfzehn Jahre langen Karriere, ein paar EPs und anderen kurzen Werken ist das lange erwartete Debütalbum hier. „Hybris Divina“ ist ein LP, das das technische Können der Bandmitglieder zeigt, aber die Musik ist langsam und atmosphärisch, nicht der dynamische Death Metal, den man erwartet.

Zu viele atmosphärische Passagen, zu wenig Death Metal

Das Album startet mit klarer Doom-Metal-Stimmung, sehr langsame Akkorde und eine zermalmende Atmosphäre. Aber „A Monument to Fallen Virtues“ ist nur ein kurzes Intro, und der Song schafft es, die Atmosphäre zu kreieren, die vom nächsten Song „The Great One“ aufgegriffen wird. Diesmal kommen entschiedenere Riffs und ein besserer Rhythmus, um eine überzeugendere Seite der Band zu zeigen. Verzweifelte Schreie und Growls, verhallt, dramatisch. Die Instrumentierung ist ziemlich minimal, die Songstruktur auch, aber trotzdem ist die Musik gut, erdrückend und überzeugend. Aber eine zu lange melodische und atmosphärische Passage nimmt den Fokus zu lange vom erwarteten Death Metal Sound weg – zu viel Atmosphäre, bevor der aggressive Sound zurückkehrt.

Eine sehr rohe Produktion und matschiger Sound helfen der Musik von ORACULUM nicht wirklich, in ihrer echten Qualität geschätzt zu werden. Die atmosphärischen Teile funktionieren besser als die dynamischen, der Sound ist klarer, die Lead-Gitarre kommt über die ganze Instrumentierung viel besser auf diesen Passagen. Ansonsten sind die Rhythmussektion und die Rhythmusgitarre dumpf im Sound, zu weit hinten. Unbalanciertes Mixing für das Album, und das ist schlecht, weil die Musik gewisse Qualitäten hat, die nicht an die Oberfläche kommen können. Für das Genre zu viel Fokus auf Lead-Gitarre, und auch Vocals sind zu sehr im Vordergrund, aber das funktioniert gut. Alle anderen Probleme sind hauptsächlich wegen unentschiedener Richtung und Songwriting, aber das Resultat ist unklar und unfokussiert.

Das Album setzt sich im selben Stil und mit dem dumpfen Sound fort. „Mendacious Heroism“ bringt etwas mehr Uptempo-Musik, mit weit entferntem, aber wichtigem Drumming, fast nur erahnte Riffs und sogar ein bisschen Bass. Trotz der schlechten Produktion hat der Song eine komplizierte Komposition, und in offeneren Passagen klingt die Musik gut. Wieder unterbricht eine ambiente Passage den guten Flow, und wieder zu viel Fokus auf einem Gitarrensolo, das den Gesamtsong nicht unterstützt.

Chilenische Underground-Größen ohne Energie

ORACULUM kommen aus Rancagua, O’Higgins, südlich der Hauptstadt Santiago. Sie wurden 2011 gegründet und sind eine der verehrtesten Bands im chilenischen Underground. Gründungsmitglieder Conqueror of FearDrums und Scourge of GodGitarren und Vocals, wurden später von Gaius CoronatusGitarren und Magnified WrathBass ergänzt. Der Letztere hat, auch wenn als Mitglied der Band genannt und zum Album beitragend, die Band inzwischen verlassen.

Der nächste Song „Carnage“ kehrt zu erdrückendem und aggressivem Sound zurück, Vocals sind verzweifelter als je zuvor, aber kurz danach übernehmen Doom-lastigerer Sound und Rhythmus die Kontrolle über den Song. Nicht der originellste Song, und außer bei den Vocals nichts besonders Interessantes hier – nicht einmal die zu spät im Song kommenden guten Riffs können den mittelmäßigen Eindruck retten. Immer noch mit Doom-Einflüssen und sehr langsam kommt „Dolos„. Nach einer langen Eröffnungspassage, mehr eine atmosphärische, die für mehr als die Hälfte des Songs gestreckt wird, mit nur spärlichen Akkorden, aber mit dämonischen, infernalischen Vocals – wenn einige energetische Riffs in den Song kommen, können sie den Eindruck eines langsamen und nicht wirklich Death Metal Songs nicht ändern.

Das Hörerlebnis ist mehr ein Warten darauf, dass etwas passiert. Die Spannung ist da, der ganze Sound tendiert in eine gute Richtung, aber nichts passiert wirklich. Und dieses Gefühl wird unterstrichen durch „The Heritage of Our Brotherhood„, ein weiteres Interlude, ein kurzer Song, der die Erkundung von langsamem, Doom-lastigerem Sound fortsetzt. Schon zu viele gesprochene Passagen, ein weiterer enttäuschender Song.

Triumphale Sounds eröffnen „Spiritual Virility„, und eine Serie von Riffs bringt etwas Hoffnung für einen besseren Moment. Das Tempo ist hoch, die Instrumentierung dicht und massiv, Gitarren spielen gnadenlos schnelle und bestrafende Riffs. Auch in langsameren Momenten ist der Rhythmus gut, getragen, sehr verzerrt im Sound, aber die gute Art von Verzerrung, surrend und abrasiv. Es gibt eine Tendenz zum Verlangsamen, aber endlich liefert die Lead-Gitarre ein aggressives Solo – der ganze Song fühlt sich wie ein Death Metal an, sie zeigen, dass es möglich ist. Nicht die Katharsis, die man erwartet, aber ein Song, der im Gesamtkontext als Höhepunkt betrachtet werden kann.

Das finale Stück des Albums „Posthumous Exultation“ kehrt zu Doom-lastigerem Sound zurück, mit langsamen heruntergestimmten Gitarren und verzweifeltem Schreien. Simpel in der Struktur, repetitiv, langsam, geladen mit Atmosphäre – wieder kommt ein hohes Tempo zu spät im Song und fühlt sich mehr wie eine Ausnahme als die Regel an. Nicht überzeugender Abschluss eines nicht überzeugenden Albums.

Unentschiedene Richtung und leere Pfade

Zu schade, dass die Band ein Rezept mit atmosphärischen Passagen für alle Songs anwendet – zu lang und ohne viel musikalische Substanz. Für die meisten Teile bauen sie gute Energie mit schneller und entschiedener Instrumentierung auf und zerstören sie dann mit melodischen und ambienten Passagen. Die Doom Metal Momente sind zu prominent, und das sollte klar in der Stilbeschreibung der Band sein, die eher als Doom/Death Metal betrachtet werden kann.

Das Songwriting ist das Hauptproblem der Band. Es fühlt sich an, als könnten sie sich nicht entscheiden, voll in Death Metal zu gehen, und auf dem Album ist der Sound ein permanentes Verharren im Limbo und erreicht nie einen Höhepunkt, eine Schlussfolgerung. Fühlt sich an wie eine Band ohne Energie, aber auch wie eine, die es schaffen könnte – die technischen Fähigkeiten sind da, aber alles löst sich auf in inkohärenter Musik, leere Pfade, die nirgendwohin führen.

Fazit: Das Debütalbum „Hybris Divina“ der Veteranen ORACULUM kommt mit inkohärenter Art von Death Metal, wo langsame und ambiente Passagen den Sound dominieren.

Internet

ORACULUM - Hybris Divina

VISERION – Fire and Blood

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VISERION - Fire and Blood album cover
VISERION - Fire and Blood album cover

Band: VISERION 🇺🇸
Titel: Fire and Blood
Label: Selfrelease
VÖ: 16/01/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Fire and Blood
02. Mad King
03. Reign of Fire
04. Blackfyre
05. Harrenhal

 

Besetzung

Benedetto Marvilli – Guitar/Vocals
Matthew Marvilli – Drums
Cris Valentine – Guitar
Tasso Diakov – Bass

 

Bewertung:

3,5/5

VISERION ist ein US-Black-Metal-Quartett mit klarer Arbeitsteilung und familiärer Achse. Benedetto Marvilli übernimmt Gitarre und Gesang, sein Bruder Matthew Marvilli sitzt am Schlagzeug. Ergänzt wird die Formation durch Cris Valentine an der zweiten Gitarre und Tasso Diakov am Bass. Gemeinsam widmen sie sich einem Black-Metal, der episch denkt, im Gegensatz hierzu handwerklich bodenständig bleibt. »Fire and Blood« ist ihr aktueller Langspieler und setzt thematisch auf Macht, Verfall und brennende Reiche.

VISERION setzen auf eine kraftvolle Mischung aus rohem Riffing, atmosphärischen Passagen und gutturalem Gesang. Die Gitarrenarbeit ist sowohl thrashig wie darüber hinaus mit bekannten Black-Metal Affinitäten. Begleitet von dröhnenden Drums, die das Gefühl von Krieg und Chaos vermitteln.

Zwischen Flammen und Geschichte

Schon der Titel lässt keinen Zweifel an der Ausrichtung. »Fire and Blood« greift Motive von Herrschaft, Wahnsinn und Zerstörung auf und verpackt sie in eine Klangwelt, die zwischen melodischer Weite und roher Aggression pendelt. VISERION suchen nicht den schnellen Effekt, sondern bauen ihre Stücke schichtweise auf. Riffs werden wiederholt, variiert und verdichtet, bis sie ihre Wirkung entfalten. Das sorgt für einen durchgehenden Sog, verlangt aber auch Aufmerksamkeit.

Produktionstechnisch bewegt sich das Album auf solidem Niveau. Die Gitarren sind präsent, ohne alles zu überdecken. Der Bass ist hörbar und gibt den Songs Tiefe, während das Schlagzeug druckvoll, im Kontrast hierzu nicht überladen wirkt. Der Gesang bleibt klassisch im Black-Metal-Spektrum, rau und distanziert, eher Teil des Gesamtbilds als dominanter Erzähler.

Zwischen Raserei und Ritual

Der Opener »Fire and Blood« fungiert als programmatische Ansage. Ein getragenes Intro öffnet den Raum, bevor das Stück Fahrt aufnimmt. Die Riffs sind eingängig, fast hymnisch, und zeigen früh, wohin die Reise geht. VISERION setzen auf klare Motive statt auf technische Spielereien. Der Song wirkt dadurch geschlossen und eignet sich gut als Einstieg in das Album.

Mit »Mad King« wird das Tempo leicht angezogen. Das Schlagzeug arbeitet hier mit mehr Akzenten, während die Gitarren eine düsterere Stimmung erzeugen. Der Song lebt von seinem Wechsel zwischen kontrollierter Raserei und ruhigeren Passagen. Inhaltlich passt der Titel zur Musik. Wahnsinn wird nicht als Chaos dargestellt, sondern als kalte Konsequenz von Macht.

Gitarrenarbeit und Rhythmussektion

»Reign of Fire« ist eines der kompakteren Stücke der Platte. Hier zeigt sich die Stärke der Band im Songwriting. Klare Struktur, prägnante Riffs, kein überflüssiger Ballast. Besonders das Zusammenspiel der beiden Gitarren fällt positiv auf. Sie ergänzen sich, ohne sich gegenseitig im Weg zu stehen. Der Song bleibt hängen, ohne sich aufzudrängen.

Mit »Blackfyre« schlagen VISERION eine epischere Richtung ein. Längere Spannungsbögen, mehr Raum für Atmosphäre. Das Tempo wird bewusst gedrosselt, wodurch Details stärker zur Geltung kommen. Der Bass von Tasso Diakov tritt hier deutlicher hervor und verleiht dem Stück Gewicht. »Blackfyre« wirkt wie das Herzstück des Albums und zeigt, wie gut die Band mit Dynamik umgehen kann.

Der Abschluss »Harrenhal« setzt auf Melancholie und Nachhall. Die Flammen sind hier bereits niedergebrannt, übrig bleibt eine karge Landschaft aus Klang. Der Song baut langsam auf und endet nicht mit einem Knall, sondern mit einem Gefühl von Leere. Ein passender Schlusspunkt, der das Album abrundet und Raum für Nachdenken lässt.

Stärken und Schwächen

»Fire and Blood« punktet mit konsequenter Stimmung und sauberem Zusammenspiel. VISERION wissen, was sie wollen, und ziehen ihre Linie durch. Nicht jeder Song überrascht, manche Strukturen ähneln sich. Das kann als stilistische Geschlossenheit gelesen werden, sorgt allerdings stellenweise für Längen. Wer Abwechslung im Sinne ständiger Brüche sucht, wird hier weniger fündig. Wer andererseits Wert auf Atmosphäre und kohärentes Songwriting legt, dürfte Gefallen finden.

VISERION liefern mit »Fire and Blood« ein solides Black-Metal-Album ab, das auf Details und Stimmung setzt statt auf Extreme. Die Band wirkt eingespielt, das Material durchdacht. Es ist kein Werk, das das Genre neu definiert, hingegen eines, das mit handwerklicher Qualität überzeugt und mehrfaches Hören belohnt.

Fazit: »Fire and Blood« von VISERION ist ein solides Black-Metal-Album, das seine Stärken vor allem in Atmosphäre, Konsequenz und klassischem Songwriting hat.

Internet

VISERION - Fire and Blood - CD Review

VOIDHÄMMER – Noxious Emissions

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cover artwork VOIDHÄMMER Noxious Emissions
cover artwork VOIDHÄMMER Noxious Emissions

Band: VOIDHÄMMER 🇺🇸
Titel: Noxious Emissions (EP)
Label: Caligari Records
VÖ: 09/01/26
Genre: Death Metal/Crust 

Tracklist

01. Rotting in Excrement
02. Cadaveric Bloat
03. Phosphorized
04. Coffin Leakage

Besetzung

Mike Royal – Guitars, Vocals
Shane Bogdon – Drums
Roger Herrera – Bass, Vocals

Bewertung:

2,5/5

Eine neue Band aus Kalifornien präsentiert sich mit einem kurzen und verdichteten Werk. VOIDHÄMMER bringen die „Noxious Emissions“ EP mit Musik voller Leidenschaft, aber auch schwer und aggressiv. Sie charakterisieren sich selbst als „Pulverizing Death Metal/Crust from Long Beach“ – das Album verspricht komplexe und intensive Musik zu zeigen.

Beeindruckender Sonic Assault als Opener

Sehr tiefer Ton und heruntergestimmt – surrende Gitarren begrüßen den Hörer in der neuen EP. „Rotting in Excrement“ startet sehr aggressiv und dissonant, mit wechselnden Tempos, die einen schnellen Rhythmus bringen, gefolgt von zermalmenderen und langsameren. Technical Death Metal mit massiven Einflüssen aus anderen aggressiven Stilen, und das Resultat ist eine bestrafende, erdrückende Musik, dynamisch und auch voll von Wut und Zorn. Sehr tiefe Growls kombinieren sehr gut mit dem Gitarren-Ton, Drums vervollständigen den Sound mit massiven, hämmernden und konstanten Schlägen, die den Rhythmus halten. Ein beeindruckender Sonic Assault, ein guter Opener-Song.

VOIDHÄMMER sind eine neue Band aus Los Angeles mit Mitgliedern anderer Death Metal Bands aus dem lokalen Underground. Das Trio besteht aus Mike Royal (Swampbeast, Karst) an Gitarren und Vocals, Shane Bogdon (Karst) hinter den Drums und Roger Herrera (Karst) für Bass und Vocals. Sie bringen ihre vergangene Erfahrung in den neuen Act und versuchen mit ihren kompositorischen und spielerischen Fähigkeiten zu beeindrucken.

Ein viel Uptempo-Rhythmus kommt im nächsten Song „Cadaveric Bloat„, viel technischere Gitarrenakkorde – ein Song, der insgesamt einen anderen Grad an Können zeigt als der Opener. Die Komposition ist auch viel komplexer. Von simplen Akkorden zu einem Dialog zwischen Gitarren, auch die unvermeidlichen Tempowechsel vertiefen die Kluft zwischen den zwei Phasen von VOIDHÄMMER-Musik: der schnellen und aggressiven und der langsamen und zermalmenden. Aber der Sound und die Musik bleiben insgesamt gut, auch ein beeindruckendes Stück.

Rohe Produktion mit unbalanciertem Mix

Die Produktion ist ziemlich roh, aber dient dem musikalischen Stil recht gut. Vocals sind ein bisschen zu viel im Hintergrund, Drums sind im Gegenzug manchmal zu viel im Vordergrund – das Ganze ist nicht sehr gut ausbalanciert. Massiver Sound insgesamt, sehr dicht und mit einer klaren Aura von Old-School Death Metal, respektive Doom Metal oder Crust. Bewusst nicht sehr poliert, bleibt der Sound ein typischer für das Genre. Die Art, wie sie die meisten Songs mit einer dissonanten Note beenden, die unbegrenzt oder zumindest viel zu lange ausgedehnt wird, ist mehr eine kindische Attitüde als eine seriöser Musiker würdige.

Der nächste Track gewinnt das Momentum zurück und startet wieder sehr schnell. „Phosphorized“ bringt gnadenlose Drums und infernalische Vocals. Stilistisch ist Crust das Genre, das den Song besser definiert, aber viele andere Stile sind im Stück zusammengeführt. Aber wieder verwässert der Rhythmus, und die Doom-lastigere Seite der Band setzt ein in einer wütenden Alternation der zwei Genres. Höllische Vocals, massive Gitarren, ein sehr dichter Sound, aber langsam wird die endlose Alternation der Tempos ermüdend und zeigt einen Mangel an kohärenter Vision. Es scheint, als könnten sie einer guten musikalischen Idee in einem Genre nicht folgen, ohne sie sofort zu wechseln. Aber ein Song mit guten Momenten, auch wenn disparat.

Der letzte Song „Coffin Leakage“ setzt die bereits etablierte Richtung fort und kombiniert verschiedene Geschwindigkeiten für verschiedene Passagen, wechselt gute und sehr inspirierte Momente mit nur Übergangs-Momenten ab. Die Riffs beeindrucken weiterhin, surrende Gitarren halten konstant einen massiven Sound, und die Drums beenden den Song in einer Explosion schneller und sehr entschiedener Blast Beats. Ein zu plötzliches Ende lässt den Hörer irgendwie unzufrieden, und das Gefühl ist, dass der Band einfach die Energie ausging und sie entschieden, unerwartet aufzuhören, die Musik zu spielen. Enttäuschendes Ende.

Unreife musikalische Vision trotz Potential

Das Album von VOIDHÄMMER bietet eine Mischung aus faszinierenden Momenten und solchen, die die Unreife der Band offenbaren. Elemente von Crust, Death Metal und Grindcore kombinierend zielen sie darauf ab, Musik zu kreieren, die an Coffins oder Morbid Angel erinnert. Während sie noch weit von ihren Idolen entfernt sind, besitzt VOIDHÄMMER gewisse Qualitäten. Mit besser durchdachter und sorgfältigerer Komposition könnten sie ihr Ziel erreichen.

Wenn sie ein Uptempo-Rhythmus beibehalten, ist die Musik, die sie machen, sehr beeindruckend – technisch, gut strukturiert und bringt unvergessliche Momente. In der alternativen Phase, der Doom-lastigeren, fühlt es sich mehr wie Passagen an, wo die Band eine Pause nach den Uptempo-Momenten braucht – nicht überzeugend und ohne viel musikalische Substanz. Und all diese Wechsel passieren viele Male während eines Songs, das finale Resultat ist inkohärent und zusammenhanglos.

Fazit: Das Debüt „Noxious Emissions“ von VOIDHÄMMER präsentiert eine Band mit Potential zum Wachsen, aber musikalisch zeigt die EP eine noch nicht reife Vision.

Internet

VOIDHÄMMER - Noxious Emissions

CRYPTOPSY kehren mit „All So Vile EUROPE 2026“ nach Wien zurück

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CRYPTOPSY tour 2026

CRYPTOPSY, 200 Stab Wounds, Inferi, Corpse Pile
All So Vile European Tour 2026” – ((szene)) Wien, 4. Februar 2026

Mit einem Line-Up, das technisch versierten Death-Metal auf ganz unterschiedliche, aber stets stringente Weise präsentiert, kommt die „All So Vile European Tour 2026“ nach Wien. TON-Music Productions bringt an diesem Abend vier Bands auf die Bühne, die jeweils ihren spezifischen Beitrag zur aktuellen extremen Metalszene leisten: Corpse Pile, Inferi, 200 Stab Wounds und natürlich die Headliner CRYPTOPSY. Das Ganze steht im Zeichen des 30-jährigen Jubiläums eines der einflussreichsten Death-Metal-Alben aller Zeiten – None So Vile – und verspricht einen Abend unerbittlicher Brutalität und technischer Klasse. 

Corpse Pile

Den Auftakt des Abends bestreitet Corpse Pile, eine Band, die sich in den letzten Jahren in der Brutal-Death-Szene einen Namen gemacht hat. Bekannt für ihren rohen, unbarmherzigen Sound und eine unmittelbare, fast archaische Energie, liefern sie mit ihrem Material einen aggressiven Einstieg in den Konzertabend. Songs wie „Genesis of Suffering“ oder “Fuck Your Life” zeigen eindrucksvoll ihre Vorliebe für rhythmische Zerstörung und unnachgiebige Intensität, die in der Livesituation besonders gut zur Geltung kommen. 

Corpse Pile bewegen sich stilistisch im Grenzgebiet zwischen Death Metal und Grindcore, wobei die rohe Härte und die dichte, konstante Energie ihres Spiels schnell einen intensiven Grundton setzen. Für viele Fans gilt gerade ihre Live-Darbietung als willkommenes Kontrastprogramm zum durchkomponierten technischen Death Metal der Headliner – rohe Gewalt als idealer Vorbote für die kommenden Acts.

Inferi

Als nächstes betritt Inferi die Bühne. Die amerikanische Formation hat sich mit ihrem melodisch ausgefeilten, technisch anspruchsvollen Death Metal einen festen Platz in der Szene erarbeitet. Charakteristisch für Inferi ist die Kombination aus präziser Spieltechnik, komplexen Arrangements und melodischen Lead-Elementen, die der oft schweren und dichten Grundstimmung eine gewisse kontemplative Tiefe verleihen. 

Im Live-Setting sollten gerade diese Wechsel zwischen technischer Finesse und melodischer Klarheit besonders zur Geltung kommen. Inferi gelingt es immer wieder, harte Death-Markierungen mit einem fast symphonischen Gefühl für Höhepunkt- und Spannungsbögen zu verbinden. Gerade für Zuhörer, die fortgeschrittene Kompositionen und strukturierte Dynamik schätzen, stellen sie einen starken und zugleich zugänglichen Teil des Abends dar.

200 Stab Wounds

Mit 200 Stab Wounds folgt ein weiterer Act, der in der Death-Metal-Szene einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Die Band hat sich durch ihre brutalen, jedoch technisch versierten Songs schnell einen Platz in der internationalen Underground-Community erkämpft – klar fokussiert auf knallharte Riffs, druckvolle Rhythmen und eine aggressive Gesamtperformance. 

Live dürfte 200 Stab Wounds für einen der härtesten Momente des Abends sorgen. Ihre Musik verzichtet auf unnötige Schnörkel und konzentriert sich stattdessen auf unmittelbare Zerstörungskraft und maximale Intensität. Gerade in Kombination mit den anderen Bands des Abends zeigt sich hier die ganze Bandbreite aktueller Death-Metal-Interpretation – von strukturiert brutal bis hin zu technisch aufwändig und effizient.

CRYPTOPSY

Den Abschluss des Abends bestreiten mit CRYPTOPSY wahre Veteranen und Pioniere des technischen Death Metal. Die Kanadier aus Montreal gehören seit den frühen 1990er-Jahren zu den einflussreichsten Vertretern der extremen Szene und haben mit einer Reihe von Alben Maßstäbe gesetzt. Besonders das 1996 erschienene None So Vile gilt heute als Meilenstein des Genres, dessen Einfluss auf zahllose nachfolgende Bands kaum zu überschätzen ist. None So Vilezeichnet sich durch unerbittliche Geschwindigkeit, komplexe Riff-arbeit, extreme Tempowechsel und eine rohen dahinterliegenden Aggression aus, die von Kritikern und Fans gleichermaßen als prägend beschrieben wurde. 

An diesem Abend werden CRYPTOPSY diesen historischen Rahmen nicht nur würdigen, sondern ihn auch lebendig machen: Die Band hat angekündigt, zahlreiche Songs von None So Vile in ihr Set aufzunehmen. Für viele Fans dürfte dies ein Höhepunkt des Konzerts werden – nicht nur aus nostalgischen Gründen, sondern weil diese Stücke bis heute zu den radikalsten und technisch faszinierendsten gehören, die der Death Metal je hervorgebracht hat. 

Darüber hinaus wird das aktuelle Album An Insatiable Violence im Fokus stehen, das 2025 erschienen ist und erneut die Fähigkeit der Band unterstreicht, monströse technische Fähigkeiten mit roher Gewalt und kontrollierter Chaos-Ästhetik zu verbinden. Tracks wie „Dead Eyes Replete“ oder „Our Great Deception“ zeigen eine Band, die trotz Jahrzehnten im Geschäft nichts von ihrer Durchschlagskraft verloren hat, sondern ihre Wurzeln mit zeitgenössischer Aggression zusammenführt. 

CRYPTOPSY lebt von dieser Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Während None So Vile die Referenz ist, die vielen Fans den Einstieg in die extreme Szene eröffnet hat, beweist An Insatiable Violence, dass die Band auch heute noch relevant, hungrig und technisch auf allerhöchstem Niveau agiert. Mit dieser Mischung erwartet die Szene in Wien ein denkwürdiger Abend extremen Metals.

Der Ticketvorverkauf ist bereits gestartet; angesichts des Line-ups empfiehlt sich eine frühzeitige Sicherung der Karten.

CRYPTOPSY tour 2026

Cryptopsy – All So Vile Europe Tour 2026

15/01/2026 Hannover
16/01/2026 Dortmund
17/01/2026 Antwerpen
18/01/2026 Southampton
19/01/2026 Bristol
20/01/2026 Glasgow
21/01/2026 Nottingham
22/01/2026 Manchester
23/01/2026 Plymouth
24/01/2026 London
25/01/2026 Nijmegen
26/01/2026 Hamburg
28/01/2026 Stockholm
29/01/2026 Oslo
30/01/2026 Copenhagen
31/01/2026 Leipzig
01/02/2026 Berlin
02/02/2026 Warsaw
03/02/2026 Prague
04/02/2026 Wien
05/02/2026 Budapest
06/02/2026 München
07/02/2026 Milano
08/02/2026 Aarau
09/02/2026 Villeurbanne
10/02/2026 Barcelona
11/02/2026 Madrid
12/02/2026 Portugalete (Bizkaia)
13/02/2026 Toulouse
14/02/2026 Nantes
15/02/2026 Paris

Quellenangabe: TON-Music Productions, Bands

UUHAI – Human Herds

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UUHAI - Human Herds album cover
UUHAI - Human Herds album cover

Band: UUHAI 🇲🇳
Titel: Human Herds
Label: Napalm Record
VÖ: 09/01/26
Genre: Folk Rock/Metal

Tracklist

01. Beginning
02. Human Herds
03. Ancient Land
04. Uuhai
05. Dracula
06. Khurai
07. Khar Khulz
08. Paradise
09. Uvdis
10. Secret History Of The Mongols

 

Besetzung

Otgonbaatar Damba – Drums
Zorigoo Battsooj – Horsehead Fiddle, Throat Vocals
Khurtsgerel Damiranjav – Horsehead Fiddle, Throat Vocals
Saruul Tsogt-Erdene – Vocals
Batbayar Dulamsuren – Percussions
Dalaitseren Nasanbuyan – Guitars
Anand Naranbaatar – Bass Guitar

 

Bewertung:

4,5/5

Die mongolische Band UUHAI vereint Folk-Rock und Folk-Metal zu einer kraftvollen Symbiose. Mit traditionellen Instrumenten und modernen Klängen schaffen sie eine einzigartige Atmosphäre, die sowohl Fans des Genres als daneben Neueinsteiger begeistert. Die Band besteht aus talentierten Musikern: Otgonbaatar Damba am Schlagzeug, Zorigoo Battsooj und Khurtsgerel Damiranjav an Pferdekopfgeigen und Kehlkopfgesang, Saruul Tsogt-Erdene am Gesang, Batbayar Dulamsuren an Percussion, Dalaitseren Nasanbuyan an der Gitarre und Anand Naranbaatar am Bass. Ihre Musik spiegelt die reiche mongolische Kultur wider und verbindet sie mit zeitgenössischem Ausdruck.

Zwischen Steppe und Verstärker

Mit »Human Herds« legen UUHAI ein Debütalbum vor, welches eine beeindruckende Reise durch die mongolische Geschichte und Mythologie ist. Mit zehn kraftvollen Tracks entführt das Werk die Zuhörer in eine Welt voller Mythen, Traditionen und moderner Melodien. Das Album bewegt sich allemal zwischen Folk Rock und Folk Metal, ohne sich je festnageln zu lassen. Die Musik schöpft aus mongolischer Tradition, wirkt aber nie museal. Statt Folklore als Dekoration einzusetzen, wird sie hier zum tragenden Fundament. Kehlkopfgesang und Pferdekopfgeige stehen gleichberechtigt neben verzerrten Gitarren und treibendem Bass. Genau darin liegt die Stärke dieser Platte.

Der Klang der Herde

Der Opener »Beginning« ist mehr als ein Intro. Er zieht langsam Spannung auf, mit weiten Flächen und ersten vokalen Akzenten, die wie Rufe über die Steppe wirken. Danach setzt der Titeltrack »Human Herds« ein und macht klar, wohin die Reise geht. Druckvolle Riffs treffen auf rhythmische Percussion, darüber legt sich der raue Gesang von Saruul Tsogt-Erdene. Das Stück wirkt approximativ hymnisch, ohne platt zu werden, und trägt das zentrale Motiv des Albums: Gemeinschaft, Bewegung, manchmal auch blinde Gefolgschaft.

Alte Geschichten, moderne Wucht

»Ancient Land« und »Uuhai« vertiefen diesen Ansatz. Besonders hier glänzen Zorigoo Battsooj und Khurtsgerel Damiranjav mit ihren Pferdekopfgeigen, deren Klang zwischen Melancholie und Kampfgeist pendelt. Der Kehlkopfgesang wirkt nicht als exotischer Effekt, sondern als erzählerisches Mittel. Die Songs atmen Geschichte, ohne sich in Nostalgie zu verlieren. Gitarrist Dalaitseren Nasanbuyan hält die Balance zwischen Zurückhaltung und Durchschlagskraft, während Bassist Anand Naranbaatar das Ganze erdig zusammenhält.

Unerwartete Abzweigungen

Mit »Dracula« überrascht die Band. Der Titel klingt nach klassischem Metal, doch musikalisch bleiben UUHAI ihrem Stil treu. Dunkle Grooves, fast tänzerische Rhythmen und eine leicht ironische Note machen den Track zu einem der eigenständigsten Momente des Albums. »Khurai« und »Khar Khulz« gehen danach wieder stärker in Richtung Ritual und Trance. Hier zeigt sich, wie sicher das Zusammenspiel der Band inzwischen ist. Schlagzeuger Otgonbaatar Damba und Percussionist Batbayar Dulamsuren verzahnen ihre Patterns präzise, ohne steril zu wirken.

Lichtblicke und Weite

»Paradise« öffnet den Sound, wirkt luftiger und melodischer. Der Song gönnt sich Raum, lässt die Instrumente atmen und bleibt trotzdem eingängig. »Uvdis« setzt ebenfalls mehr auf Atmosphäre als auf Härte. Die Band beweist hier, dass sie nicht uneingeschränkt Druck erzeugen kann, sondern desgleichen leise Spannung. Diese Momente verhindern, dass »Human Herds« zu gleichförmig wird.

Ein historischer Abschluss

Der letzte Track »Secret History Of The Mongols« ist ein würdiger Schlusspunkt. Das Stück greift thematisch wie musikalisch weit aus und verbindet vieles, was zuvor angerissen wurde. Traditionelle Motive, Rockstruktur und erzählerischer Gesang fließen zusammen. Man hört, dass hier ein Konzept zu Ende gedacht wird, nicht einfach nur ein Album aus Einzeltracks.

»Human Herds« ist ein starkes Statement. UUHAI schaffen es, ihre kulturellen Wurzeln selbstbewusst zu präsentieren und sie gleichzeitig in einen zeitgemäßen Kontext zu setzen. Das Album klingt roh, durchdacht und lebendig. Kleine Längen verzeiht man gern, weil die Platte insgesamt eine klare Haltung hat und musikalisch überzeugt. Für Fans von Folk Rock, Folk Metal und ungewöhnlichen Klangwelten ist dieses Werk ein Volltreffer.

Fazit: UUHAI haben mit ihrem Debütalbum »Human Herds« ein bedeutendes Zeichen gesetzt

Internet

UUHAI - Human Herds - CD Review

SEMPER ACERBUS – Following Omens

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SEMPER ACERBUS - Following Omens album cover
SEMPER ACERBUS - Following Omens album cover

Band: SEMPER ACERBUS 🇺🇸
Titel: Following Omens
Label: Eclipse Records
VÖ: 09/01/26
Genre: Melodic Metalcore

Tracklist

01. Suffering Awaits
02. Unwanted
03. One Day at A Time
04. The Gallows
05. Alluring Vendetta
06. Archangel
07. Wounded
08. Torn Inside
09. District Coward

 

Besetzung

Nelson Acerbus – vocals
Jaime Vargas – guitar
Joe Dragich – guitar
Sammy Farhat – bass
Tyler Thomas – drums

 

Bewertung:

4/5

Mit »Following Omens« melden sich SEMPER ACERBUS eindrucksvoll zurück. Die Band um Frontmann Nelson Acerbus, Gitarristen Jaime Vargas und Joe Dragich, Bassist Sammy Farhat und Schlagzeuger Tyler Thomas liefert neun Tracks ab, die melodischen Metalcore auf technisch hohem Niveau präsentieren. Schon im Line-up wird klar, dass die Musiker eine Mischung aus Virtuosität und roher Energie mitbringen – eine Kombination, die auf diesem Album voll zur Geltung kommt. Die Band zeigt, dass sie sowohl aggressive Härte als gleichermaßen melodische Finesse in Einklang bringen kann.

Metalcore auf der Überholspur

Der Opener »Suffering Awaits« setzt direkt auf harte Riffs und eine dichte Schlagzeugarbeit. Nelson Acerbus‘ Stimme balanciert zwischen aggressivem Shout und melodischem Gesang, während die Gitarren harmonische Schichten über die treibenden Drums legen. Schon hier zeigt sich das Talent der Band, schwere Breakdowns mit eingängigen Hooks zu verbinden. Der Song gibt die Richtung für das gesamte Album vor: kraftvoll, düster, melodisch. Die Produktion wirkt klar und transparent, sodass jeder Schlag und jeder Ton sofort greifbar ist.

Emotionale Tiefe trifft Härte

»Unwanted« beschäftigt sich mit Ausgrenzung und inneren Kämpfen. Ein treibendes Bassfundament trägt die Gitarrenlinien, die zwischen Melodie und Aggression wechseln. Die Dynamik des Songs fesselt sofort. »One Day at a Time« beginnt ruhiger und steigert sich zu einem emotionalen Höhepunkt. Hier beweist die Band, dass sie nicht nur technisch versiert, sondern wahrhaftig in der Lage sind, Stimmungen und Emotionen zu transportieren. Gerade in diesen Tracks zeigt sich, wie viel Raum SEMPER ACERBUS den Vocals lassen, um Wirkung zu entfalten.

Härte in Perfektion

»The Gallows« treibt das Album weiter an. Komplexe Schlagzeugrhythmen treffen auf verzerrte Gitarrenriffs, die aggressiv und präzise zugleich wirken. »Alluring Vendetta« überzeugt durch überraschende Breaks und einen Refrain, der trotz Härte hängenbleibt. Hier wird deutlich, dass die Band nicht bloß Geschwindigkeit, sondern darüber hinaus ein feines Gespür für Songaufbau besitzt. Die Songs wirken durchdacht, jeder Part scheint seinen Platz im Ganzen zu haben.

Ein melodisches Statement

»Archangel« ist einer der melodischeren Tracks des Albums. Die Gitarren erzeugen harmonische Layer, die sich elegant mit den kraftvollen Vocals von Acerbus verbinden. Der Song zeigt, dass Metalcore nicht unbedeutend Aggression transportiert, sondern überdies Atmosphäre erzeugen kann. Die Melodien wirken eingängig, ohne kitschig zu wirken, und geben dem Album eine abwechslungsreiche Facette.

Persönliche Themen als Klanggewalt

»Wounded« behandelt Schmerz und Verlust und wird von einem schweren, präzisen Rhythmus getragen. »Torn Inside« zeigt die Band von einer introspektiven Seite. Beide Songs wirken wie ein Spiegel der Emotionen der Musiker, die ihre persönlichen Erfahrungen in dichte Arrangements gießen. Die Mischung aus Härte und Verletzlichkeit macht die Tracks besonders intensiv und greifbar.

Kraftvolles Finale

Den Abschluss bildet »District Coward«. Der Song bündelt alle Stärken der Band: prägnante Riffs, treibendes Schlagzeug, wechselnde Gesangsdynamik und eingängige Hooks. Es ist ein Abschluss, der das Album stimmig rundet, ohne die Spannung zu verlieren. Die Band zeigt noch einmal, dass sie sowohl technische Präzision als daneben Energie und Ausdruckskraft beherrscht.

Zwischen Härte und Melodie

»Following Omens« ist ein durchdachtes Album, das melodischen Metalcore gekonnt zwischen Wucht und Emotion balanciert. SEMPER ACERBUS liefern eine Mischung aus technischer Präzision und Ausdruckskraft, die sowohl Genre-Fans als desgleichen neue Hörer überzeugt. Mit neun starken Tracks zeigen sie, dass sie die Härte beherrschen und gleichzeitig Melodien so einsetzen, dass sie im Gedächtnis bleiben. Die Produktion ist sauber, die Dynamik durchgehend spürbar, die Songs sind abwechslungsreich und trotzdem stimmig.

Fazit: Mit »Following Omens« liefern SEMPER ACERBUS ein Album ab, das sowohl musikalisch als auch thematisch überzeugt.

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SEMPER ACERBUS - Following Omens - CD Review

FUATH – III

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cover artwork FUATH III
cover artwork FUATH III

Band: FUATH 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿
Titel: III
Label: Northern Silence Productions
VÖ: 02/01/26
Genre: Atmospheric Black Metal

Tracklist

1. The Cailleach
2. Embers of the Fading Age
3. Possessed by Starlight
4. The Sluagh

Besetzung

Andy Marshall – Alles

Bewertung:

3,5/5

Das dritte Album der schottischen Band/des Soloprojekts FUATH, einfach „III“ betitelt, nimmt die Hörer mit auf eine atmosphärische Reise. Geladen mit Melodie und Aggression fängt das Album den typischen Sound des Genres ein – gut komponiert und gespielt. Fünf Jahre nach ihrem letzten Album verkörpert „III“ einen kalten, atmosphärischen, harschen und hypnotischen Sound, getrieben von melodischen Momenten und roher Intensität. Das Album behält die eindringliche melodische Tiefe, die die Essenz von FUATH definiert.

Atmosphärischer Start mit hypnotischen Melodien

Eine direkte Art von Black Metal eröffnet das Album mit dem ersten Song „The Cailleach„. Tremolo-gepickte Gitarre, ein Uptempo-Rhythmus mit konstantem solidem Drumming, distanzierte Shrieks, aber insgesamt sehr atmosphärisch und mit einem gewissen Grad an Aggressivität. Melodisch, aber ohne die Folk-Dimension, die überall in Saor-Musik zu hören ist – hier mit klarer Wurzel in Black Metal, in der atmosphärischen Zone des Genres. Konstante Lead-Gitarren-Akkorde, melancholisch und traurig, werden verdoppelt durch aggressivere Instrumentierung, die im Hintergrund läuft – ein klassisches Rezept, aber mit so guten Resultaten in FUATH-Musik. Eindringliche, hypnotische melodische Linien – der Song holt alles aus einer simplen repetitiven melodischen Linie heraus, wird aber nie langweilig. Die kompositorischen Fähigkeiten des Musikers sichern, dass der Song interessant bleibt, trotz der repetitiven Akkorde. Atmosphärisch, melodisch, ein guter Start ins Album.

FUATH ist das Soloprojekt von Andy Marshall, besser bekannt aus seinem anderen Projekt Saor, wo die musikalische Richtung zwischen Black Metal und vielen Folk-Einflüssen liegt. 2015 gegründet, wurde FUATH als Marshalls Ventil für eine kältere, wildere Vision geformt, die mehr Aggression mit eindringlichen, melancholischen Melodien verschmilzt. Und tatsächlich sind die Unterschiede zwischen den beiden Projekten wichtige – stilistisch sehr unterschiedlich. Auf „III“ sind alle Musik und Texte von Andy geschrieben und gespielt, ein sehr talentierter Multiinstrumentalist.

Der nächste Song „Embers of the Fading Age“ kommt mit mehr Akzent auf Lead-Gitarre, lässt den Rest der Instrumentierung mehr im Hintergrund. Wechselnde Passagen in einem anderen Tempo und mit neuer Klanglandschaft kommen mit fernem Schlagzeug, das in einer anderen Geschwindigkeit schlägt, und akustischer Gitarre, aber das ist nur ein Interlude in der Mitte des Songs, bevor der hohe Rhythmus zurückkehrt. Das Drumming schafft es, den Fokus vom eigentlichen Song wegzunehmen – zu laut und komplett out of sync, eine experimentelle, aber nicht sehr erfolgreiche Idee des Musikers.

Lead-Gitarre im Fokus der Produktion

Die Produktion ist insgesamt gut, aber nicht ohne Fehler. Die erwähnten Drums können ziemlich nervig werden, wenn sie etwas so Unterschiedliches von der eigentlichen Melodie spielen. Viel Fokus auf der Lead-Gitarre lässt einen denken, dass tatsächlich viele der anderen Instrumentenbeiträge komplett entfernt werden könnten, so weit hinten sind sie gemixt. Keine Spur von Bass, und das macht die Musik manchmal ziemlich eindimensional und fade. Aber insgesamt sind die musikalischen Ideen klar ausgedrückt, und geladen mit Atmosphäre erreicht das Album sein Ziel.

Viel aggressiver und weniger ambient eröffnet „Possessed by Starlight„, aber bald kehrt die Tremolo-gepickte Gitarre zurück, um den Sound zu bringen, der das Album bereits definiert hat. Sehr ähnlich in der melodischen Linie zu vorherigen Songs, mit mehr Wut, die in den Song eingebaut ist, besseres Drumming, aber immer noch zu laut. Ein guter Rhythmus insgesamt, auch neue Klanglandschaften und mehr Riff-orientiert bringen einen neuen Sound. Ein irgendwie interessanterer Song, viel abwechslungsreicher im Ansatz, offener in den Ideen und besser produziert – ein Höhepunkt im Album-Kontext.

Wieder aggressiver in den Eröffnungsakkorden kommt „The Sluagh„, verlangsamt aber bald danach und wird introspektiver und noch melancholischer. Wieder sehr ferne Vocals, fast wie distanzierte Flüstern wahrgenommen, aber Verzweiflung tragend und geladen mit Leidenschaft. Die zwei Gitarren definieren die Songstruktur und bringen sowohl Traurigkeit als auch Wut. Mit zwischenliegenden Passagen nur mit akustischen Gitarren oder Synthesizern bringen diese etwas Abwechslung in den Song und machen das Hörerlebnis farbenfroher. Der finale Teil des Songs und Albums bringt einen mehrschichtigen Sound, kurz bevor eine akustische Passage alles in einem ruhigen, melodischen Ton beendet.

Obsessive Melodien ohne Folk-Elemente

Die Songs sind lang, und jeder von ihnen quetscht alles aus einer melodischen Linie heraus, nimmt die definierenden Akkorde und dreht sie, lässt sie kreisen und drückt alle Facetten simpler Akkorde aus – obsessiv, eindringlich werdend. Mit akustischen Passagen, ambienten werden die Songs etwas dynamischer oder zumindest abwechslungsreicher. Unbestreitbare kompositorische Fähigkeiten von Andy sichern dem Album viele interessante, unvergessliche Momente.

So unterschiedliche Musik im Vergleich zu Saor – es beweist einmal mehr das Talent und die Offenheit des Musikers hinter beiden Projekten. Aber „III“ ist insgesamt ein gutes atmosphärisches Black Metal Album, auch wenn hier nichts wirklich Neues ist, nur gute Melodien, sehr atmosphärisch und melodisch. Ein überdurchschnittliches Album, eine erfolgreiche Reise in eine andere musikalische Klanglandschaft von einem Musiker, der mit Saor sein Talent beweist und jetzt dieses Statement in atmosphärischem Black Metal unterstreicht, ohne die typischen Folk-Elemente.

Fazit: FUATH bringen mit „III“ atmosphärische Klanglandschaften und Wut in einem gut dosierten Album – simple aber gute Melodien.

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FUATH - III

LIONHEART – Valley Of Death II

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LIONHEART - Valley Of Death II album cover
LIONHEART - Valley Of Death II album cover

Band: LIONHEART 🇺🇸
Titel: Valley Of Death II
Label: Arising Empire
VÖ: 09/01/26
Genre: Hardcore

Tracklist

01. Bulletproof
02. Chewing Through The Leash (feat. Kublai Khan)
03. Ice Cold
04. Valley of Death II
05. No Peace
06. Roll Call
07. Salt The Earth
08. Release The Dogs
09. In Love With The Pain
10. Death Grip (feat. A Day To Remember)

 

Besetzung

Rob Watson – Vocals
Nick Warner – Guitar
Walle Etzel – Guitar
Richard Mathews – Bass
Jay Scott – Drums

 

Bewertung:

4/5

LIONHEART gehören seit Jahren zu den konstantesten Größen des westküstigen Hardcores. Gegründet in Oakland, Kalifornien, steht die Band für kompromisslose Ansagen, Street-Attitüde und eine klare Haltung. »Valley Of Death II« knüpft inhaltlich und musikalisch an die 2019er-Platte an und führt deren Gedanken konsequent weiter. Das aktuelle Line-up besteht aus Rob Watson am Mikrofon, Nick Warner und Walle Etzel an den Gitarren, Richard Mathews am Bass und Jay Scott am Schlagzeug.

Rückkehr ins Hardcore-Tal

»Valley Of Death II« ist kein nostalgischer Rückblick, sondern eine Fortschreibung. LIONHEART nehmen das Grundgefühl des Vorgängers und schärfen es. Der Sound ist massiver, die Produktion klarer, ohne steril zu wirken. Alles sitzt dort, wo es soll. Die Gitarren sind tief gestimmt und breit, der Bass wummert, das Schlagzeug drückt nach vorne. Rob Watson bleibt der zentrale Fixpunkt. Seine Stimme klingt noch angepisster, noch entschlossener. Man hört, dass hier jemand nichts mehr beweisen will.

Härte mit Struktur

Der Opener »Bulletproof« macht unmissverständlich klar, worum es geht. Kein langes Vorgeplänkel, kein Intro. LIONHEART steigen direkt ein und setzen den Ton für die nächsten gut dreißig Minuten. Der Song ist klassischer LIONHEART-Hardcore, aber präziser als früher. Weniger Chaos, mehr Kontrolle.

»Chewing Through The Leash« mit Unterstützung von KUBLAI KHAN funktioniert hervorragend. Die Stimmen ergänzen sich, der Song lebt vom Wechselspiel zwischen Groove und plötzlichen Ausbrüchen. Das Feature wirkt organisch und nicht wie ein Pflichtpunkt fürs Promo-Blatt.

Titeltrack als Statement

Der Titeltrack »Valley Of Death II« steht im Zentrum des Albums. Inhaltlich geht es um Loyalität, Konsequenzen und das Überleben in einem Umfeld, das nichts schenkt. Musikalisch ist der Song überraschend dynamisch. Tempowechsel, Breakdowns mit Gewicht und ein Refrain, der hängen bleibt, ohne sich anzubiedern. Genau hier zeigt sich, wie sicher LIONHEART inzwischen mit ihrem eigenen Stil umgehen.

Wut, Disziplin und Haltung

»No Peace« und »Roll Call« gehören zu den kürzeren, direkteren Nummern. Beide Songs funktionieren wie Faustschläge. Kein Ballast, keine Umwege. Besonders »Roll Call« lebt von seinem Call-and-Response-Charakter und schreit förmlich nach einer Live-Situation mit schwitzendem Pit.

»Salt The Earth« fällt durch seine düstere Stimmung auf. Der Song wirkt langsamer, schwerer, fast bedrohlich. Hier lassen LIONHEART Raum, ohne an Spannung zu verlieren. Ein gutes Beispiel dafür, dass Hardcore nicht immer Vollgas braucht, um Wirkung zu entfalten.

Kontrollierte Eskalation

Mit »Release The Dogs« zieht das Tempo wieder an. Der Song ist aggressiv, beinahe schon bösartig, bleibt im Kontrast hierzu strukturiert. Jay Scotts Drumming verdient hier besondere Erwähnung. Präzise, druckvoll und mit verbaliter dem richtigen Maß an Variation.

»In Love With The Pain« zeigt eine leicht andere Facette der Band. Der Song ist persönlicher, weniger plakativ, ohne weich zu werden. Rob Watson transportiert hier eine Form von Akzeptanz, die nicht versöhnlich klingt, sondern abgeklärt.

Starkes Finale

»Death Grip« mit A DAY TO REMEMBER bildet den Abschluss. Ein mutiges Feature, das funktioniert. Die Kombination aus Hardcore und modernerem Metalcore-Ansatz sorgt für einen letzten Spannungsbogen. Der Song ist hymnisch, ohne kitschig zu sein, und bleibt auch nach dem letzten Ton im Kopf.

»Valley Of Death II« ist ein selbstbewusstes Album. LIONHEART klingen fokussiert, erfahren und gefährlich kontrolliert. Die Band verlässt sich nicht auf alte Rezepte, sondern verfeinert das, was sie ausmacht. Keine Experimente um ihrer selbst willen, keine unnötigen Spielereien. Stattdessen ein Hardcore-Album, das Haltung zeigt und musikalisch überzeugt.

Wer LIONHEART kennt, bekommt genau das, was er erwartet, nur besser ausgeführt. Wer neu einsteigt, findet hier einen guten Zugang zu einer Band, die weiß, wofür sie steht.

Fazit: Mit »Valley Of Death II« unterstreichen LIONHEART, dass sie zu den führenden Kräften im Hardcore-Genre gehören.

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LIONHEART - Valley Of Death II - CD Review

BEYOND THE BLACK – Break The Silence

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BEYOND THE BLACK - Break The Silence - album cover
BEYOND THE BLACK - Break The Silence - album cover

Band: BEYOND THE BLACK 🇩🇪
Titel: Break The Silence
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 09/01/26
Genre: Symphonic Metal

Tracklist

01. Rising High
02. Break The Silence
03. The Art Of Being Alone (feat. Lord Of The Lost)
04. Let There Be Rain (feat. The Mystery Of The Bulgarian Voices)
05. Ravens
06. The Flood
07. Can You Hear Me (feat. Asami From Lovebites)
08. (La Vie Est Un) Cinéma
09. Hologram
10. Weltschmerz

 

Besetzung

Jennifer Haben – Vocals
Chris Hermsdörfer – Lead Guitar
Tobi Lodes – Rhythm Guitar
Kai Tschierschky – Drums

 

Bewertung:

4,5/5

Seit ihrer Gründung hat sich die deutsche Symphonic-Metal-Band BEYOND THE BLACK einen festen Platz in der Szene erspielt. Mit »Break The Silence« legen Jennifer Haben (Gesang), Chris Hermsdörfer (Leadgitarre), Tobi Lodes (Rhythmusgitarre) und Kai Tschierschky (Schlagzeug) ihr nächstes Album vor. Die zehn Tracks zeigen eine Band, die ihre Stärken kennt: kraftvolle Vocals, epische Arrangements und eine musikalische Dramaturgie, die den Hörer von Anfang bis Ende fesselt.

Symphonic Metal mit orchestraler Wucht

Der Opener »Rising High« setzt gleich die Messlatte hoch. Treibende Gitarrenriffs treffen auf symphonische Elemente, während Jennifer Habens Stimme zwischen zarter Melancholie und kraftvollem Metal wechselt. Das Stück hat diese seltene Mischung aus Energie und Atmosphäre, die sofort gefangen nimmt. Besonders die Dynamik zwischen den Gitarren und den orchestralen Elementen zeigt, dass BEYOND THE BLACK hier den Spagat zwischen Härte und Eleganz souverän meistert.

Titelsong als Herzstück

Der Titelsong »Break The Silence« arbeitet mit dramatischen Steigerungen und einem einprägsamen Refrain. Die Band zeigt hier ihr Gespür für Melodie und Wirkung. An den richtigen Stellen setzt die Produktion Pausen, lässt Raum für Spannung und betont damit die emotionalen Nuancen. Besonders die Brücken, in denen sich Orchester und Gitarre die Klinke reichen, unterstreichen den symphonischen Ansatz der Band. Der Song könnte leicht als Hymne für Fans von epischem Metal durchgehen.

Vielfalt auf der Platte

Auf »The Art Of Being Alone« begrüßen BEYOND THE BLACK LORD OF THE LOST, die mit dunkler, charismatischer Note das Stück bereichern. Jennifer Habens Stimme harmoniert überraschend gut mit Chris Harms, wodurch ein Kontrast entsteht, der die Dramatik noch verstärkt. Auf »Let There Be Rain« arbeitet die Band mit dem Chorprojekt THE MYSTERY OF THE BULGARIAN VOICES zusammen, dessen mehrstimmiger Gesang dem Stück eine fast sakrale Qualität verleiht. Diese Experimente zeigen, dass die Band nicht nur auf bewährte Strukturen setzt, sondern desgleichen den Mut hat, neue Klangfarben zu erforschen.

Intensität in Wellen

Mit »Ravens« und »The Flood« wird die Spannung auf dem Album gehalten. »Ravens« überzeugt durch eine treibende Rhythmussektion und komplexe Gitarrenarbeit, die immer wieder neue Akzente setzt. »The Flood« baut auf Atmosphäre, steigert sich langsam und endet in einem orchestralen Crescendo. Beide Songs zeigen, wie die Band Spannungskurven konstruiert, ohne sich in überladenen Arrangements zu verlieren.

Internationaler Gastauftritt

»Can You Hear Me« punktet durch den Gastauftritt von Asami von der japanischen Band LOVEBITES. Ihr kraftvoller Gesang ergänzt Habens Stimme und sorgt für einen internationalen Touch. Das Duett verleiht dem Album zusätzliche Tiefe und zeigt die Offenheit der Band gegenüber musikalischen Kollaborationen.

Abwechslung und Extravaganz

Mit »La Vie Est Un Cinema« und »Hologram« zeigt die Band eine experimentellere Seite. Während ersteres eher verspielt und melodisch ist, überzeugt »Hologram« durch elektronische Elemente, die geschickt in die symphonische Basis integriert werden. Diese beiden Songs verhindern, dass das Album in einem gleichförmigen Soundbild erstarrt, und geben dem Hörer neue Facetten von BEYOND THE BLACK zu entdecken.

Abschluss mit Nachklang

Das Finale »Weltschmerz« rundet das Album thematisch und musikalisch ab. Nach zehn Tracks, die zwischen Intensität und Melodie changieren, hinterlässt das Stück einen Nachklang von Emotionalität und Größe. Die Band schafft es, das Ende gleichzeitig majestätisch und intim zu gestalten, wodurch das Album einen stimmigen Rahmen bekommt.

Symphonic Metal mit Stil

»Break The Silence« zeigt BEYOND THE BLACK auf einem sehr hohen Niveau. Die Produktion ist ausgereift, die Arrangements durchdacht und die Gastauftritte setzen wirkungsvolle Akzente. Jennifer Habens Stimme bleibt ein zentraler Magnet, während die Instrumentierung sowohl Härte als daneben Orchestrales perfekt balanciert. Kleine Experimente wie der Einsatz bulgarischer Stimmen oder internationaler Duette verleihen dem Album zusätzliche Dimensionen.

»Break The Silence« ist ein Werk, das Kraft und Gefühl verbindet, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Wer epischen Metal liebt, findet hier sowohl hymnische Momente sowie ebenfalls subtile Zwischentöne, die lange im Ohr bleiben.

Fazit: Mit »Break The Silence« liefern BEYOND THE BLACK ein beeindruckendes Werk ab, das sowohl alte Fans als auch Neueinsteiger anspricht.

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BEYOND THE BLACK - Break The Silence - CD Review

ELLENDE – Zerfall

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cover artwork ELLENDE Zerfall
cover artwork ELLENDE Zerfall

Band: ELLENDE 🇦🇹
Titel: Zerfall
Label: AOP Records
VÖ: 02/01/26
Genre: Post-Black Metal

Tracklist

01. Nur
02. Wahrheit Teil I
03. Wahrheit Teil II
04. Zerfall
05. Übertritt
06. Ode Ans Licht
07. Zeitenwende Teil I [feat. Firtan]
08. Zeitenwende Teil II [feat. Norikum]
09. Reise
10. Secunda [cover] [bonus]
11. Verborgenes inneres Leiden [bonus]

Besetzung

L.G. – Alles

Bewertung:

5/5

Es gibt kaum bessere Wege für einen begeisterten Black Metal/Post-Black Metal Fan, das Jahr zu beginnen, als mit einem neuen ELLENDE Album. Und das neueste Werk der Grazer Band ist endlich da. „Zerfall“ setzt den Sound fort, der sie in den letzten Jahren zu einer der wichtigsten österreichischen Bands gemacht hat. Und es lohnt sich definitiv, die Atmosphäre und guten, emotional aufgeladenen Songs machen das neue Werk zu einem der repräsentativsten der Band.

Kraftvoller emotionaler Start

Das Album eröffnet mit melodischen Gitarrenakkorden, Melancholie ist klar von den ersten Noten an. Verhallte Gitarre, gesprochene distanzierte Vocals, die traurige Atmosphäre, die typisch für die Band ist, schafft einen kraftvollen und emotionalen Start ins Album. „Nur“ ist ein instrumentales Stück, aber neben melodischen Gitarren übernimmt bald der volle Sound, und der Klang wird dissonant, aber mit der unverwechselbaren Band-Aura. „Wahrheit Teil I“ führt den Sound des Eröffnungssongs fort, jetzt vervollständigen die kalten, verzweifelten Vocals den Sound und geben ein starkes kontrastierendes Element zur melodischen Linie, die von Gitarren getragen wird. Guter Rhythmus, starker Bass und dynamisches Drumming. Tempowechsel bringen die emotionale, melancholische Melodie zurück, geflüsterte Vocals halten die dunkle Atmosphäre aufrecht, vervollständigt durch eine weinende Gitarre und distanzierte Akkordeon-Akkorde. Ein kraftvoller Opener, ein komplexer Song, voll von Emotion und Atmosphäre.

Wahrheit Teil II“ führt – wie erwartet – die melodische Linie des vorherigen Songs fort, aber in einem anderen Register. Mit delikaten Klaviernoten, einem massiven Bass-Beitrag und auch dynamischerem Rhythmus. Aber immer noch geladen mit Emotionen – die depressiven, traurigen, melancholischen Gefühle, die durch den Song übertragen werden, sind überwältigend. Dennoch liefern die verzweifelten, gequälten Schreie und Shrieks die kontrastierende Kraft, die dem Song eine dramatische Note gibt. Der zweiteilige Song handelt von Unsicherheit, hinterfragt die Natur von Realität, Wahrheit und Existenz. Trotz erlebtem Schmerz und Leidenschaft bestätigen sie ihr Lebendigsein. Beeindruckender Start ins Album.

Grazer Atmosphären-Meister

Braucht keine Vorstellung – eine der beliebtesten und geschätztesten österreichischen Bands, ELLENDE kommen aus Graz, das Soloprojekt von L.G. (Lukas Gosch), der für alles rund um das Projekt verantwortlich ist, vom Songwriting über Texte bis zum Spielen von Vocals, Gitarren, Bass, Klavier und den vielen anderen Instrumenten, die in den ELLENDE-Sound eingebunden sind. Verschiedene Musiker nehmen an Live-Auftritten der Band teil: P. F. an den Drums (auf älteren Alben auch als Studio-Musiker genannt), L. B. und G. T. an den Gitarren, S. L. für Bass. Aber keiner davon wird in den Album-Credits erwähnt, man kann also nur sicher sein, dass L.G. es aufgenommen hat. Eine wichtige Anmerkung: L.G. ist als Künstler auch der Schöpfer des Album-Covers, dunkel aber sehr ausdrucksstark. Charakterisiert mit dem Satz „Dort, wo die Fichte mit ihren Nadeln die Geschichte näht.“ Ein Satz, der zweifellos die Wichtigkeit von Texten und Atmosphäre für die Band klarmacht.

Der Titelsong „Zerfall“ startet mit minimalistischem Sound, distanzierte Blasinstrumente, ein Klavier, wieder eine beeindruckende Basslinie, viele Effekte, aber eine kohärente und schöne Melodie dominiert den Song. Und bald dringt der volle Black Metal Sound in den Song ein, mit Break-ups, die eine andere Ausdrucksebene bringen. Ein Song, der viele Texturen auf vielen Ebenen einbezieht – neben atmosphärischen gibt es dissonante und sehr aggressive Ausbrüche, aber sehr gut kontrolliert und mit einem einheitlichen Sound. Textlich ist der Sprecher überwältigt und kämpft, fühlt sich, als würde er auseinanderfallen und sich auflösen. Er ist an seinem Wendepunkt und muss sich ändern. Wieder eine komplexe Komposition und ein sehr guter Song, ein weiterer Höhepunkt.

Übertritt“ startet minimalistischer, mit Clean Singing, aber die typische kontrastierende Musik kehrt zurück und verwandelt die ganze Klanglandschaft in eine sehr aggressive und wütende. „Ode Ans Licht“ beginnt mit positivem Ton – nach den Black-Metal-lastigeren Momenten auf den vorherigen Songs ist jetzt Post-Metal präsenter. Die sehr emotional aufgeladenen Gitarren, die viele Ebenen melodischer Solos und Riffs verweben, bringen das Ganze in eine immer noch mit Melancholie geladene, aber hellere Grundstimmung. Ein Chor, der den Songtitel skandiert, bringt eine fast mantrische Dimension. Mit Themen von Einsamkeit, Trauer, Wut und Schmerz, die sie mit der transformierenden Kraft des Lichts und dem Wert des Lebens kontrastieren.

Rohe, dichte Produktion perfekt eingefangen

Die Produktion ist sehr gut, vielleicht etwas roher und viel dichter im Vergleich zu älteren Werken der Band. Ein massiver Bass ist durch das Album hindurch zu hören und bringt eine sehr gute Dynamik, auch die Drums haben wirklich beeindruckende Momente. Die Gesamtatmosphäre wird extrem gut von der Produktion eingefangen, Instrumente sind ausbalanciert und die Vocals sehr gut integriert. Die Rohheit, die in verschiedenen Passagen kommt, ist auch eine gewünschte – sie kontrastiert mit den anderen Aspekten der Musik, und das Resultat ist sehr kohärent.

Melancholisch, mit der unverwechselbaren Geige von Gastmusikerin Klara Bachmair (Firtan), ist „Zeitenwende Teil I“ am Anfang sehr atmosphärisch, nur um langsam in einen Uptempo-Song verwandelt zu werden, mit Tremolo-gepickten Gitarren und dämonischen, infernalischen Shrieks. Ein viel aggressiverer Song als der Rest des Albums, ein voller Sound, auf vielen Ebenen gespielt, mit der Geige, die in den finalen Noten zurückkehrt, um alles in Stille zu verwandeln. Der zweite Teil des Songs „Zeitenwende Teil II“ featuring Norikum, die Grazer Kollegen-Band – zumindest einige Musiker der Band waren als Gast-Musiker auf dem Song. Geknurrte Vocals geben dem Song einen total anderen Sound im Vergleich zum ersten Teil, auch wenn die melodische Linie eine Fortsetzung bleibt. Wieder leidenschaftlich und voll von Emotionen, ein starker Track.

Der letzte Song „Reise“ startet mit cinematischer Passage, gesprochenen distanzierten Vocals, baut langsam die erwartete Atmosphäre auf. Mit einem vom Chor gesungenen Refrain bringt er Folk-Einfluss, aber verdoppelt durch solide Riffs behält der Song die Konsistenz und bleibt solide im Post-Black Metal Sound verankert. Textlich auch ein philosophischer Text im Song – man wird zu einem unbekannten Ziel gezogen, sucht Freiheit und Selbstfindung, umarmt Einsamkeit und die unendlichen Möglichkeiten, die vor einem liegen. Ein solider Abschluss des Albums, zwischen dem Aggressiven und Atmosphärischen, das das ganze Album definiert.

Das Album hat noch zwei Songs als Bonus-Tracks: „Secunda„, ein instrumentales Coversong des Stücks ursprünglich aus dem Soundtrack des Videospiels Skyrim, komponiert von Jeremy Soule, gespielt von einem Klavier, das die ambient geladene und melancholische Musik überträgt, und „Verborgenes inneres Leiden„, das irgendwie die Stimmung fortsetzt, die im vorherigen Song gesetzt wurde, auch mit Klaviernoten, geflüsterten Vocals, delikater Musik – eine schöne Komposition, sehr ruhig und melodisch. Eine andere Art von Ende mit den zwei Bonus-Tracks, viel introvertierter, meditativer.

Seelenberührende Klanglandschaften

Ein Album, das alle Elemente von ELLENDE-Musik enthält. Schmerz, Traurigkeit, aber auch andere Gefühle erscheinen oder werden in der Musik erahnt. Die Vielzahl von Instrumenten, die im Album involviert sind, macht es zu einem sehr komplexen – der Hörer wird nie gelangweilt, auch wenn manche melodischen Linien repetitiv kommen, gibt es immer etwas Anderes, das sie einzigartig macht. Einige neue oder nie zuvor auf älteren Alben der Band gehörte Elemente sind jetzt integraler Teil der Musik, aber alles ist so gut integriert, es behält den authentischen Band-Sound.

ELLENDE hat eine sehr beeindruckende Diskografie hinter sich, ein gewisses Qualitätsniveau ist klar in allen älteren Alben. „Zerfall“ ist ein Album, das sich sehr gut ins Gesamtbild integriert. Schwer zu sagen, ob es besser ist als die älteren, aber es ist sicher da oben, unter den besten Werken. Nahtlos Emotion mit Aggression kombinierend, Traurigkeit mit Wut und Dunkelheit mit Licht, ist „Zerfall“ ein komplexes Werk, das sicher älteren Fans der Band Freude bringen wird, ebenso wie neueren Hörern. Es überträgt emotional das Gewicht an jeden, der zuhört, was man sicher erfolgreiche Musik nennen kann.

Fazit: Emotional und atmosphärisch setzt „Zerfall“ die beeindruckende ELLENDE-Diskografie großartig fort – seelenberührende Klanglandschaften.

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ELLENDE - Zerfall