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LIONHEART – Valley Of Death II

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LIONHEART - Valley Of Death II album cover
LIONHEART - Valley Of Death II album cover

Band: LIONHEART 🇺🇸
Titel: Valley Of Death II
Label: Arising Empire
VÖ: 09/01/26
Genre: Hardcore

Tracklist

01. Bulletproof
02. Chewing Through The Leash (feat. Kublai Khan)
03. Ice Cold
04. Valley of Death II
05. No Peace
06. Roll Call
07. Salt The Earth
08. Release The Dogs
09. In Love With The Pain
10. Death Grip (feat. A Day To Remember)

 

Besetzung

Rob Watson – Vocals
Nick Warner – Guitar
Walle Etzel – Guitar
Richard Mathews – Bass
Jay Scott – Drums

 

Bewertung:

4/5

LIONHEART gehören seit Jahren zu den konstantesten Größen des westküstigen Hardcores. Gegründet in Oakland, Kalifornien, steht die Band für kompromisslose Ansagen, Street-Attitüde und eine klare Haltung. »Valley Of Death II« knüpft inhaltlich und musikalisch an die 2019er-Platte an und führt deren Gedanken konsequent weiter. Das aktuelle Line-up besteht aus Rob Watson am Mikrofon, Nick Warner und Walle Etzel an den Gitarren, Richard Mathews am Bass und Jay Scott am Schlagzeug.

Rückkehr ins Hardcore-Tal

»Valley Of Death II« ist kein nostalgischer Rückblick, sondern eine Fortschreibung. LIONHEART nehmen das Grundgefühl des Vorgängers und schärfen es. Der Sound ist massiver, die Produktion klarer, ohne steril zu wirken. Alles sitzt dort, wo es soll. Die Gitarren sind tief gestimmt und breit, der Bass wummert, das Schlagzeug drückt nach vorne. Rob Watson bleibt der zentrale Fixpunkt. Seine Stimme klingt noch angepisster, noch entschlossener. Man hört, dass hier jemand nichts mehr beweisen will.

Härte mit Struktur

Der Opener »Bulletproof« macht unmissverständlich klar, worum es geht. Kein langes Vorgeplänkel, kein Intro. LIONHEART steigen direkt ein und setzen den Ton für die nächsten gut dreißig Minuten. Der Song ist klassischer LIONHEART-Hardcore, aber präziser als früher. Weniger Chaos, mehr Kontrolle.

»Chewing Through The Leash« mit Unterstützung von KUBLAI KHAN funktioniert hervorragend. Die Stimmen ergänzen sich, der Song lebt vom Wechselspiel zwischen Groove und plötzlichen Ausbrüchen. Das Feature wirkt organisch und nicht wie ein Pflichtpunkt fürs Promo-Blatt.

Titeltrack als Statement

Der Titeltrack »Valley Of Death II« steht im Zentrum des Albums. Inhaltlich geht es um Loyalität, Konsequenzen und das Überleben in einem Umfeld, das nichts schenkt. Musikalisch ist der Song überraschend dynamisch. Tempowechsel, Breakdowns mit Gewicht und ein Refrain, der hängen bleibt, ohne sich anzubiedern. Genau hier zeigt sich, wie sicher LIONHEART inzwischen mit ihrem eigenen Stil umgehen.

Wut, Disziplin und Haltung

»No Peace« und »Roll Call« gehören zu den kürzeren, direkteren Nummern. Beide Songs funktionieren wie Faustschläge. Kein Ballast, keine Umwege. Besonders »Roll Call« lebt von seinem Call-and-Response-Charakter und schreit förmlich nach einer Live-Situation mit schwitzendem Pit.

»Salt The Earth« fällt durch seine düstere Stimmung auf. Der Song wirkt langsamer, schwerer, fast bedrohlich. Hier lassen LIONHEART Raum, ohne an Spannung zu verlieren. Ein gutes Beispiel dafür, dass Hardcore nicht immer Vollgas braucht, um Wirkung zu entfalten.

Kontrollierte Eskalation

Mit »Release The Dogs« zieht das Tempo wieder an. Der Song ist aggressiv, beinahe schon bösartig, bleibt im Kontrast hierzu strukturiert. Jay Scotts Drumming verdient hier besondere Erwähnung. Präzise, druckvoll und mit verbaliter dem richtigen Maß an Variation.

»In Love With The Pain« zeigt eine leicht andere Facette der Band. Der Song ist persönlicher, weniger plakativ, ohne weich zu werden. Rob Watson transportiert hier eine Form von Akzeptanz, die nicht versöhnlich klingt, sondern abgeklärt.

Starkes Finale

»Death Grip« mit A DAY TO REMEMBER bildet den Abschluss. Ein mutiges Feature, das funktioniert. Die Kombination aus Hardcore und modernerem Metalcore-Ansatz sorgt für einen letzten Spannungsbogen. Der Song ist hymnisch, ohne kitschig zu sein, und bleibt auch nach dem letzten Ton im Kopf.

»Valley Of Death II« ist ein selbstbewusstes Album. LIONHEART klingen fokussiert, erfahren und gefährlich kontrolliert. Die Band verlässt sich nicht auf alte Rezepte, sondern verfeinert das, was sie ausmacht. Keine Experimente um ihrer selbst willen, keine unnötigen Spielereien. Stattdessen ein Hardcore-Album, das Haltung zeigt und musikalisch überzeugt.

Wer LIONHEART kennt, bekommt genau das, was er erwartet, nur besser ausgeführt. Wer neu einsteigt, findet hier einen guten Zugang zu einer Band, die weiß, wofür sie steht.

Fazit: Mit »Valley Of Death II« unterstreichen LIONHEART, dass sie zu den führenden Kräften im Hardcore-Genre gehören.

Internet

LIONHEART - Valley Of Death II - CD Review

BEYOND THE BLACK – Break The Silence

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BEYOND THE BLACK - Break The Silence - album cover
BEYOND THE BLACK - Break The Silence - album cover

Band: BEYOND THE BLACK 🇩🇪
Titel: Break The Silence
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 09/01/26
Genre: Symphonic Metal

Tracklist

01. Rising High
02. Break The Silence
03. The Art Of Being Alone (feat. Lord Of The Lost)
04. Let There Be Rain (feat. The Mystery Of The Bulgarian Voices)
05. Ravens
06. The Flood
07. Can You Hear Me (feat. Asami From Lovebites)
08. (La Vie Est Un) Cinéma
09. Hologram
10. Weltschmerz

 

Besetzung

Jennifer Haben – Vocals
Chris Hermsdörfer – Lead Guitar
Tobi Lodes – Rhythm Guitar
Kai Tschierschky – Drums

 

Bewertung:

4,5/5

Seit ihrer Gründung hat sich die deutsche Symphonic-Metal-Band BEYOND THE BLACK einen festen Platz in der Szene erspielt. Mit »Break The Silence« legen Jennifer Haben (Gesang), Chris Hermsdörfer (Leadgitarre), Tobi Lodes (Rhythmusgitarre) und Kai Tschierschky (Schlagzeug) ihr nächstes Album vor. Die zehn Tracks zeigen eine Band, die ihre Stärken kennt: kraftvolle Vocals, epische Arrangements und eine musikalische Dramaturgie, die den Hörer von Anfang bis Ende fesselt.

Symphonic Metal mit orchestraler Wucht

Der Opener »Rising High« setzt gleich die Messlatte hoch. Treibende Gitarrenriffs treffen auf symphonische Elemente, während Jennifer Habens Stimme zwischen zarter Melancholie und kraftvollem Metal wechselt. Das Stück hat diese seltene Mischung aus Energie und Atmosphäre, die sofort gefangen nimmt. Besonders die Dynamik zwischen den Gitarren und den orchestralen Elementen zeigt, dass BEYOND THE BLACK hier den Spagat zwischen Härte und Eleganz souverän meistert.

Titelsong als Herzstück

Der Titelsong »Break The Silence« arbeitet mit dramatischen Steigerungen und einem einprägsamen Refrain. Die Band zeigt hier ihr Gespür für Melodie und Wirkung. An den richtigen Stellen setzt die Produktion Pausen, lässt Raum für Spannung und betont damit die emotionalen Nuancen. Besonders die Brücken, in denen sich Orchester und Gitarre die Klinke reichen, unterstreichen den symphonischen Ansatz der Band. Der Song könnte leicht als Hymne für Fans von epischem Metal durchgehen.

Vielfalt auf der Platte

Auf »The Art Of Being Alone« begrüßen BEYOND THE BLACK LORD OF THE LOST, die mit dunkler, charismatischer Note das Stück bereichern. Jennifer Habens Stimme harmoniert überraschend gut mit Chris Harms, wodurch ein Kontrast entsteht, der die Dramatik noch verstärkt. Auf »Let There Be Rain« arbeitet die Band mit dem Chorprojekt THE MYSTERY OF THE BULGARIAN VOICES zusammen, dessen mehrstimmiger Gesang dem Stück eine fast sakrale Qualität verleiht. Diese Experimente zeigen, dass die Band nicht nur auf bewährte Strukturen setzt, sondern desgleichen den Mut hat, neue Klangfarben zu erforschen.

Intensität in Wellen

Mit »Ravens« und »The Flood« wird die Spannung auf dem Album gehalten. »Ravens« überzeugt durch eine treibende Rhythmussektion und komplexe Gitarrenarbeit, die immer wieder neue Akzente setzt. »The Flood« baut auf Atmosphäre, steigert sich langsam und endet in einem orchestralen Crescendo. Beide Songs zeigen, wie die Band Spannungskurven konstruiert, ohne sich in überladenen Arrangements zu verlieren.

Internationaler Gastauftritt

»Can You Hear Me« punktet durch den Gastauftritt von Asami von der japanischen Band LOVEBITES. Ihr kraftvoller Gesang ergänzt Habens Stimme und sorgt für einen internationalen Touch. Das Duett verleiht dem Album zusätzliche Tiefe und zeigt die Offenheit der Band gegenüber musikalischen Kollaborationen.

Abwechslung und Extravaganz

Mit »La Vie Est Un Cinema« und »Hologram« zeigt die Band eine experimentellere Seite. Während ersteres eher verspielt und melodisch ist, überzeugt »Hologram« durch elektronische Elemente, die geschickt in die symphonische Basis integriert werden. Diese beiden Songs verhindern, dass das Album in einem gleichförmigen Soundbild erstarrt, und geben dem Hörer neue Facetten von BEYOND THE BLACK zu entdecken.

Abschluss mit Nachklang

Das Finale »Weltschmerz« rundet das Album thematisch und musikalisch ab. Nach zehn Tracks, die zwischen Intensität und Melodie changieren, hinterlässt das Stück einen Nachklang von Emotionalität und Größe. Die Band schafft es, das Ende gleichzeitig majestätisch und intim zu gestalten, wodurch das Album einen stimmigen Rahmen bekommt.

Symphonic Metal mit Stil

»Break The Silence« zeigt BEYOND THE BLACK auf einem sehr hohen Niveau. Die Produktion ist ausgereift, die Arrangements durchdacht und die Gastauftritte setzen wirkungsvolle Akzente. Jennifer Habens Stimme bleibt ein zentraler Magnet, während die Instrumentierung sowohl Härte als daneben Orchestrales perfekt balanciert. Kleine Experimente wie der Einsatz bulgarischer Stimmen oder internationaler Duette verleihen dem Album zusätzliche Dimensionen.

»Break The Silence« ist ein Werk, das Kraft und Gefühl verbindet, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Wer epischen Metal liebt, findet hier sowohl hymnische Momente sowie ebenfalls subtile Zwischentöne, die lange im Ohr bleiben.

Fazit: Mit »Break The Silence« liefern BEYOND THE BLACK ein beeindruckendes Werk ab, das sowohl alte Fans als auch Neueinsteiger anspricht.

Internet

BEYOND THE BLACK - Break The Silence - CD Review

ELLENDE – Zerfall

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cover artwork ELLENDE Zerfall
cover artwork ELLENDE Zerfall

Band: ELLENDE 🇦🇹
Titel: Zerfall
Label: AOP Records
VÖ: 02/01/26
Genre: Post-Black Metal

Tracklist

01. Nur
02. Wahrheit Teil I
03. Wahrheit Teil II
04. Zerfall
05. Übertritt
06. Ode Ans Licht
07. Zeitenwende Teil I [feat. Firtan]
08. Zeitenwende Teil II [feat. Norikum]
09. Reise
10. Secunda [cover] [bonus]
11. Verborgenes inneres Leiden [bonus]

Besetzung

L.G. – Alles

Bewertung:

5/5

Es gibt kaum bessere Wege für einen begeisterten Black Metal/Post-Black Metal Fan, das Jahr zu beginnen, als mit einem neuen ELLENDE Album. Und das neueste Werk der Grazer Band ist endlich da. „Zerfall“ setzt den Sound fort, der sie in den letzten Jahren zu einer der wichtigsten österreichischen Bands gemacht hat. Und es lohnt sich definitiv, die Atmosphäre und guten, emotional aufgeladenen Songs machen das neue Werk zu einem der repräsentativsten der Band.

Kraftvoller emotionaler Start

Das Album eröffnet mit melodischen Gitarrenakkorden, Melancholie ist klar von den ersten Noten an. Verhallte Gitarre, gesprochene distanzierte Vocals, die traurige Atmosphäre, die typisch für die Band ist, schafft einen kraftvollen und emotionalen Start ins Album. „Nur“ ist ein instrumentales Stück, aber neben melodischen Gitarren übernimmt bald der volle Sound, und der Klang wird dissonant, aber mit der unverwechselbaren Band-Aura. „Wahrheit Teil I“ führt den Sound des Eröffnungssongs fort, jetzt vervollständigen die kalten, verzweifelten Vocals den Sound und geben ein starkes kontrastierendes Element zur melodischen Linie, die von Gitarren getragen wird. Guter Rhythmus, starker Bass und dynamisches Drumming. Tempowechsel bringen die emotionale, melancholische Melodie zurück, geflüsterte Vocals halten die dunkle Atmosphäre aufrecht, vervollständigt durch eine weinende Gitarre und distanzierte Akkordeon-Akkorde. Ein kraftvoller Opener, ein komplexer Song, voll von Emotion und Atmosphäre.

Wahrheit Teil II“ führt – wie erwartet – die melodische Linie des vorherigen Songs fort, aber in einem anderen Register. Mit delikaten Klaviernoten, einem massiven Bass-Beitrag und auch dynamischerem Rhythmus. Aber immer noch geladen mit Emotionen – die depressiven, traurigen, melancholischen Gefühle, die durch den Song übertragen werden, sind überwältigend. Dennoch liefern die verzweifelten, gequälten Schreie und Shrieks die kontrastierende Kraft, die dem Song eine dramatische Note gibt. Der zweiteilige Song handelt von Unsicherheit, hinterfragt die Natur von Realität, Wahrheit und Existenz. Trotz erlebtem Schmerz und Leidenschaft bestätigen sie ihr Lebendigsein. Beeindruckender Start ins Album.

Grazer Atmosphären-Meister

Braucht keine Vorstellung – eine der beliebtesten und geschätztesten österreichischen Bands, ELLENDE kommen aus Graz, das Soloprojekt von L.G. (Lukas Gosch), der für alles rund um das Projekt verantwortlich ist, vom Songwriting über Texte bis zum Spielen von Vocals, Gitarren, Bass, Klavier und den vielen anderen Instrumenten, die in den ELLENDE-Sound eingebunden sind. Verschiedene Musiker nehmen an Live-Auftritten der Band teil: P. F. an den Drums (auf älteren Alben auch als Studio-Musiker genannt), L. B. und G. T. an den Gitarren, S. L. für Bass. Aber keiner davon wird in den Album-Credits erwähnt, man kann also nur sicher sein, dass L.G. es aufgenommen hat. Eine wichtige Anmerkung: L.G. ist als Künstler auch der Schöpfer des Album-Covers, dunkel aber sehr ausdrucksstark. Charakterisiert mit dem Satz „Dort, wo die Fichte mit ihren Nadeln die Geschichte näht.“ Ein Satz, der zweifellos die Wichtigkeit von Texten und Atmosphäre für die Band klarmacht.

Der Titelsong „Zerfall“ startet mit minimalistischem Sound, distanzierte Blasinstrumente, ein Klavier, wieder eine beeindruckende Basslinie, viele Effekte, aber eine kohärente und schöne Melodie dominiert den Song. Und bald dringt der volle Black Metal Sound in den Song ein, mit Break-ups, die eine andere Ausdrucksebene bringen. Ein Song, der viele Texturen auf vielen Ebenen einbezieht – neben atmosphärischen gibt es dissonante und sehr aggressive Ausbrüche, aber sehr gut kontrolliert und mit einem einheitlichen Sound. Textlich ist der Sprecher überwältigt und kämpft, fühlt sich, als würde er auseinanderfallen und sich auflösen. Er ist an seinem Wendepunkt und muss sich ändern. Wieder eine komplexe Komposition und ein sehr guter Song, ein weiterer Höhepunkt.

Übertritt“ startet minimalistischer, mit Clean Singing, aber die typische kontrastierende Musik kehrt zurück und verwandelt die ganze Klanglandschaft in eine sehr aggressive und wütende. „Ode Ans Licht“ beginnt mit positivem Ton – nach den Black-Metal-lastigeren Momenten auf den vorherigen Songs ist jetzt Post-Metal präsenter. Die sehr emotional aufgeladenen Gitarren, die viele Ebenen melodischer Solos und Riffs verweben, bringen das Ganze in eine immer noch mit Melancholie geladene, aber hellere Grundstimmung. Ein Chor, der den Songtitel skandiert, bringt eine fast mantrische Dimension. Mit Themen von Einsamkeit, Trauer, Wut und Schmerz, die sie mit der transformierenden Kraft des Lichts und dem Wert des Lebens kontrastieren.

Rohe, dichte Produktion perfekt eingefangen

Die Produktion ist sehr gut, vielleicht etwas roher und viel dichter im Vergleich zu älteren Werken der Band. Ein massiver Bass ist durch das Album hindurch zu hören und bringt eine sehr gute Dynamik, auch die Drums haben wirklich beeindruckende Momente. Die Gesamtatmosphäre wird extrem gut von der Produktion eingefangen, Instrumente sind ausbalanciert und die Vocals sehr gut integriert. Die Rohheit, die in verschiedenen Passagen kommt, ist auch eine gewünschte – sie kontrastiert mit den anderen Aspekten der Musik, und das Resultat ist sehr kohärent.

Melancholisch, mit der unverwechselbaren Geige von Gastmusikerin Klara Bachmair (Firtan), ist „Zeitenwende Teil I“ am Anfang sehr atmosphärisch, nur um langsam in einen Uptempo-Song verwandelt zu werden, mit Tremolo-gepickten Gitarren und dämonischen, infernalischen Shrieks. Ein viel aggressiverer Song als der Rest des Albums, ein voller Sound, auf vielen Ebenen gespielt, mit der Geige, die in den finalen Noten zurückkehrt, um alles in Stille zu verwandeln. Der zweite Teil des Songs „Zeitenwende Teil II“ featuring Norikum, die Grazer Kollegen-Band – zumindest einige Musiker der Band waren als Gast-Musiker auf dem Song. Geknurrte Vocals geben dem Song einen total anderen Sound im Vergleich zum ersten Teil, auch wenn die melodische Linie eine Fortsetzung bleibt. Wieder leidenschaftlich und voll von Emotionen, ein starker Track.

Der letzte Song „Reise“ startet mit cinematischer Passage, gesprochenen distanzierten Vocals, baut langsam die erwartete Atmosphäre auf. Mit einem vom Chor gesungenen Refrain bringt er Folk-Einfluss, aber verdoppelt durch solide Riffs behält der Song die Konsistenz und bleibt solide im Post-Black Metal Sound verankert. Textlich auch ein philosophischer Text im Song – man wird zu einem unbekannten Ziel gezogen, sucht Freiheit und Selbstfindung, umarmt Einsamkeit und die unendlichen Möglichkeiten, die vor einem liegen. Ein solider Abschluss des Albums, zwischen dem Aggressiven und Atmosphärischen, das das ganze Album definiert.

Das Album hat noch zwei Songs als Bonus-Tracks: „Secunda„, ein instrumentales Coversong des Stücks ursprünglich aus dem Soundtrack des Videospiels Skyrim, komponiert von Jeremy Soule, gespielt von einem Klavier, das die ambient geladene und melancholische Musik überträgt, und „Verborgenes inneres Leiden„, das irgendwie die Stimmung fortsetzt, die im vorherigen Song gesetzt wurde, auch mit Klaviernoten, geflüsterten Vocals, delikater Musik – eine schöne Komposition, sehr ruhig und melodisch. Eine andere Art von Ende mit den zwei Bonus-Tracks, viel introvertierter, meditativer.

Seelenberührende Klanglandschaften

Ein Album, das alle Elemente von ELLENDE-Musik enthält. Schmerz, Traurigkeit, aber auch andere Gefühle erscheinen oder werden in der Musik erahnt. Die Vielzahl von Instrumenten, die im Album involviert sind, macht es zu einem sehr komplexen – der Hörer wird nie gelangweilt, auch wenn manche melodischen Linien repetitiv kommen, gibt es immer etwas Anderes, das sie einzigartig macht. Einige neue oder nie zuvor auf älteren Alben der Band gehörte Elemente sind jetzt integraler Teil der Musik, aber alles ist so gut integriert, es behält den authentischen Band-Sound.

ELLENDE hat eine sehr beeindruckende Diskografie hinter sich, ein gewisses Qualitätsniveau ist klar in allen älteren Alben. „Zerfall“ ist ein Album, das sich sehr gut ins Gesamtbild integriert. Schwer zu sagen, ob es besser ist als die älteren, aber es ist sicher da oben, unter den besten Werken. Nahtlos Emotion mit Aggression kombinierend, Traurigkeit mit Wut und Dunkelheit mit Licht, ist „Zerfall“ ein komplexes Werk, das sicher älteren Fans der Band Freude bringen wird, ebenso wie neueren Hörern. Es überträgt emotional das Gewicht an jeden, der zuhört, was man sicher erfolgreiche Musik nennen kann.

Fazit: Emotional und atmosphärisch setzt „Zerfall“ die beeindruckende ELLENDE-Diskografie großartig fort – seelenberührende Klanglandschaften.

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ELLENDE - Zerfall

Steel Arctus – Dreamruler

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Steel Arctus – Dreamruler - Artwork
Steel Arctus – Dreamruler - Artwork

Band: Steel Arctus 🇬🇷
Titel: Dreamruler
Label: No Remorse Records
VÖ: 28/11/25
Genre: Power Metal

Tracklist

01. Cry For Revenge
02. Defender Of Steel
03. Fate Of The Beast
04. Dreamruler
05. Wicked Lies
06. Fires Of Death
07. Riding Through The Night
08. Glory Of The Hero
09. Will To Power
10. Legend Of The Warrior
11. Onar (όναρ)

Besetzung

Tasos Lazaris – Gesang
Nash G. – Gitarren, Akkustikgitarren, Tasteninstrumente
Strutter – Bassgitarre, Tasteninstrumente
Minas Chatziminas – Schlagzeug

Bewertung: 3/5

69 %

»Dreamruler« ist für mich, STEEL ARCTUS betreffend, der Einstand. Interessant ist, dass die (mehr als Projekt Tasos Lazarsis zu wertende) Band im Gegensatz zu den meisten ihrer Landsleute eher dem Euro Power Metal fröhnen, auch wenn hier offenbar eine US – Schlagseite im Unterton mitschwingt.

STEEL ARCTUS haben für ihr Klangbild einige Inspirationsquellen.

Das Manowar eine der Hauptinspirationsquellen der Helenen ist, offenbart schon das Eröffnungsstück »Cry For Revenge«, aber vor allem (Wer hätte das bei den Titeln gedacht?) »Defenders Of Steel« und »Fires Of Death«.
Dabei bindet man sehr gekonnt Merkmale vieler europäischer Power Metal Bands ein und kreiert somit durchaus ein eigenes Klangbild.

»Dreamruler« beginnt stark…

Einen Innovationspreis darf man natürlich nicht erwarten!
Aber der solide, zwischen Manowar, Iron Fire und Custard befindliche Opener »Cry For Revenge«, gefolgt vom mit progressiven Keyboardklängen a la Kamelot oder auch Ivanhoe angereicherten »Defenders Of Steel« dürften für Liebhaber dieses Genre genauso essenziell sein wie das verhältnismäßig schnelle und mit USPM – Einschüben veredelte »Fate Of The Beast«.

…und steigert sich…

Im weiteren Verlauf sind es insbesondere das Primal Fear – lastige »Wicked Lies« als auch das wieder mal zwischen Bands wie Iron Fire und Custard sowie Manowar befindliche,
mit einem harten Hauptriff und sehr prägnanten Gitarrenharmonien versehene »Fires Of Death«,
die extrem begeistern und vom sehr guten, DIO inspirierten Titeltrack sowie dem soliden »Riding Through The Night« umrahmt werden.

…um am Schluss stark nachzulassen.

Gegen Ende geht dem Album jedoch immer mehr die Luft aus.
Da hilft weder der gut arrangierte Mitsingrefrain im immerhin noch guten »Glory Of The Hero« noch das bärenstarke Solo im ansonsten durchschnittlichen »Will To Power«.
Spätestens in der Mitte der überlangen Schlaftablette »Legend Of The Warrior« ist die Begeisterung der Langeweile gewichen.

»Dreamruler« verdient es aber trotz des Schwachen letzten Aktes, beachtet zu werden.
Denn bis »Glory Of The Hero« liefern STEEL ARCTUS hier ein wirklich großartiges Power Metal – Album ab, das mit der Speerspitze des Genre mithalten kann!

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STEEL ARCTUS - Dreamruler

Aktor – Professori (Season Two)

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Aktor – Professori (Season Two) - Artwork
Aktor – Professori (Season Two) - Artwork

Band: Aktor 🇺🇸 / 🇫🇮
Titel: Professori (Season Two)
Label: High Roller Records
VÖ: 28/11/25
Genre: Alternative Rock/Hardrock

Tracklist

01. He Never Came Home
02. Just One Hand
03. Nemesis
04. Politics Politics
05. Idiot Brother
06. Another Piece
07. Too Close (Still Not Close Enough)
08. Back On The Case
09. Children Always Know
10. Helicopter
11. Bigger Picture

Besetzung

Professor Black – Gesang
Jussi Lehtisalo – Gitarren
Tomi Leppänen – Schlagzeug

Bewertung: 3,5/5

75 %

AKTOR sind die Nebenspielwiese von Chris Black (High Spirits), der auf deren dritten Album »Aktor – Professori (Season Two)«, im Gegensatz zu seinem Hauptprojekt, ein breiteres musikalisches Spektrum darbietet.
So richtig in das Konzept der Plattenfirma passen AKTOR nur bedingt, denn hier verknüpft man hauptsächlich

New Wave mit Rockmusik.

So hört sich »He Never Came Home« wie The Police mit härteren Gitarren an, »Just One Hand« lässt darauf schließen, dass Professor Black auch die Musik von Men At Work schätzt und sowohl das mit Judas Priest – Elementen spielende »Too Close (Still Not Close Enough)« als auch »Back On The Case« enlarven ihn als großen B`52 – Fan.

Mit »Nemesis« gibt es zur Abwechslung auch mal klassischen Hardrock, der auf diesem Album sonst zumeist mit elektronischer 80er Musik vermengt wird.
Beispielsweise klingt »Helicopter« wie eine Symbiose aus Talking Heads, AC/DC und ein wenig Guns N` Roses, »Idiot Brother« ist ein Stilmix aus Blue Öyster Cult – Hardrock und The Police und »Bigger Picture« könnte ein Rocksong von Wall Of Voodoo sein.

»Aktor – Professori (Season Two)« stellt sich stilistisch breit auf.

Neben »Nemesis« lockert der Klang depressiver Alphaville in »Another Piece« die reichliche dreiviertel Stunde etwas auf. Die Kreativität innerhalb der stilistisch gesteckten Grenzen ist also sehr hoch, weshalb man »Professori (Season Two)« zwar nicht der klassischen Heavy Metal/Hardrock – Gemeinde, aber uneingeschränkt jedem Rockfan mit offenen Ohren empfehlen kann.

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AKTOR – Professori (Season Two)

Symphonity – Beyond Olympus

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Symphonity – Beyond Olympus - Artwork
Symphonity – Beyond Olympus - Artwork

Band: Symphonity 🇨🇿
Titel: Beyond Olympus (EP)
Label: Limb Music
VÖ: 05/12/25
Genre: Symphonic/Melodic/ Power Metal

Tracklist

01. Out And About
02. Evening Star (Live)
03. In The Name Of God (Live)
04. The Gates Of Fantasy (Live)
05. Dreaming Of Home (Live)
06. Give Me Your Helping Hand (Live)

Besetzung

David Åkesson – Gesang
Libor Křivák – Gitarren
Tomáš Sklenář – Bassgitarre
Martin „Marthus“ Škaroupka – Becken, Schlagzeug

Bewertung: ohne Bewertung

SYMPHONITY gehören bei mir zu den wenigen Bands des Genre, die ich ernst nehmen kann.
Gründe dafür sind nicht nur die ersten beiden Werke der Tschechen, die dort anknüpfen wo Rhapsody kompositorisch Ende der Neunziger gerne weitergemacht hätten und sich auf dem Niveau ähnlicher Band wie Sonata Arctica, Freedom Call und sogar Stratovarius befinden.
Besonders das Konzeptalbum über Marco Polo fand ich aufgrund der anspruchsvollen Umsetzung sehr gelungen.

Lohnt sich »Beyond Olympus« eigentlich?

Im Großen und Ganzen ist bis auf »Out And About« nichts Neues zu vernehmen.
Dieser Song ist brandneu und macht Lust auf das nächste Album, weil er alle Facetten der Band von großartigen Melodien bis zu progressiven Passagen präsentiert.
Die anschließenden Lieder sind dann ein Livemitschnitt vom Konzert in Athen, wo man Anfang April diesen Jahres für Marco Hietala und Tarja anheizen durfte.

Um sich die Wartezeit zu verkürzen lohnt sich diese EP zumindest für Fans .
Wer die Band als Genrefan noch nicht kennt, sollte sich »Out And About« auf jeden Fall mal geben und die bisherigen Alben sowieso anchecken.

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SYMPHONITY – Beyond Olympus

WILDHUNT – Aletheia

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cover artwork WILDHUNT Aletheia
cover artwork WILDHUNT Aletheia

Band: WILDHUNT 🇦🇹
Titel: Aletheia
Label: Jawbreaker Records
VÖ: 02/01/26
Genre: Thrash/Heavy Metal

Tracklist

01. Touching the Ground
02. The Holy Pale
03. Made Man
04. Kanashibari
05. In Frozen Dreams
06. Aletheia
07. Sole Voyage

Besetzung

Wolfgang Elwitschger – Vocals, Guitars
Julian Malkmus – Guitars
Robbie Nöbauer – Bass, Backing vocals
Lukas Lobnig – Drums, Percussion

Bewertung:

4,5/5

Nach einem Jahrzehnt der Erkundung kehrt die österreichische Metal-Band WILDHUNT mit ihrem mit Spannung erwarteten zweiten Album „Aletheia“ zurück. Das Album baut auf dem Pfad auf, den ihr Debütalbum „Descending“ gesetzt hat, und vermischt komplizierte Details mit energischem Metal und epischen Songstrukturen.

Unerwarteter Start mit Metallica-Feeling

Das Album eröffnet irgendwie unerwartet – akustische Gitarren und eine sehr schöne und melancholische Melodie. „Touching the Ground“ lässt eine elektrische Gitarre langsam den Song übernehmen, und dann wird alles elektrisch, und mit einsetzenden Drums verwandelt sich die Musik in einen vollen Metal-Song. Eine schöne Übung mit einem sich entwickelnden Song, ein Opener, der an sehr alte Metallica-Meisterwerke im selben Stil erinnert. Ein instrumentaler Song, aber voll von Melodie, auch dynamisch und ausdrucksstark. Ein guter Einstieg.

WILDHUNT sind heute in Wien ansässig, die Band wurde aber 2011 in Villach gegründet. Der Gründer, Herz und Seele der Band ist Wolfgang Elwitschger, der aktuell Vocals und Gitarren spielt. Neben ihm sind die restlichen Mitglieder Julian Malkmus an den Gitarren, Robbie Nöbauer für Bass und Backing Vocals sowie Lukas Lobnig für Drums und Percussion. Sehr technische Musiker, die ihre Fähigkeiten mit jeder Note auf dem Album zeigen.

Der nächste Song „The Holy Pale“ bringt von Anfang an Old-School Thrash Metal – guter Rhythmus, komplizierte aber sehr gut kontrollierte Instrumentierung, anspruchsvolle Musik. Vocals sind typischer für Heavy Metal, eine Old-School-Aura ist noch präsenter als im Eröffnungssong. Eine epische Komposition mit Anklängen von Progressive Metal, aber außer einigen schnellen Riffs ist der Song viel mehr Heavy Metal als Thrash. Rhythmuswechsel unterstreichen die Komplexität des Songs, Bass kommt mit sehr schönen Akzenten, die Riffs sind massiv und sehr technisch. Ein solider und beeindruckender Song.

Noch mehr verschiedene Einflüsse lassen sich vom Beginn des nächsten Songs „Made Man“ hören. Ein Song, der vor langer Zeit als Single präsentiert wurde und jetzt seinen Platz auf dem Album findet. Ein galoppierendes Riff offenbart wieder das technische Können der Band. Ein Hauch von klassischem Metal kommt in der Mitte des Songs in Form eines Gitarrendialogs, mit dem Bass, der den Sound dynamischer hält – ein schöner Beitrag. Wieder eine epische Komposition. Beeindruckende Gitarren in allen möglichen Formen, von Tremolo-gepickt zu massiven Riffs, von delikaten Solos zu aggressiven Passagen. Mehrschichtiger Sound, sehr komplexe Instrumentierung, die Vocal-Intervention ist minimal und lässt die Instrumente den Song musikalisch definieren. Beeindruckend, ein klarer Höhepunkt.

Vintage-Sound mit moderner Qualität

Die Produktion ist sehr gut, ausbalanciert und schafft es, den alten, fast Vintage-Sound aus den Anfängen der Genres zu bewahren. Aber alle Instrumente sind klar im Mix und korrekt dosiert, um den ganzen Sound voll und komplett zu machen. Beeindruckende Gitarren, ein sehr starker Bass mit entschiedenen Interventionen durch das Album, Drums sind auch sehr gut ins Gesamtbild integriert. Die Qualität der Musik wird durch eine sehr gute Produktion, Mixing und Mastering gut ausgedrückt.

Fast Jazz-Musik, sehr melodische Gitarren, ein ambienter Start in „Kanashibari„. Und der Song ist genau das – ein melodisches Interlude mit sehr melancholischem Vibe, schöne Melodie, ein kurzer instrumentaler Song. „In Frozen Dreams“ übernimmt die Idee vom vorherigen Song und bringt die typische Dynamik, aber wieder mit progressiverem Sound. Diesmal passen die Vocals perfekt zur Klanglandschaft, das Storytelling fließt gut zwischen Musik und Texten. Interessante Songstruktur, wieder viele Schichten von Sounds, die zusammenkommen in einer massiven Klanglandschaft.

Der Titelsong „Aletheia“ bringt einen Hauch von Pink Floyd ins Spiel, aber nach einem kurzen melodischen Intro kehrt der Song zu einem viel entschiedeneren und kraftvolleren Song zurück. Epischer Refrain mit geschrienen aber melodiösen Vocals, eine Melodie, die sich öffnet und in eine komplexe und polyrhythmische verwandelt, viele Texturen und ein expansiver Sound. Ein warmer Song, auch wenn nicht unbedingt so melodisch wie einige der vorherigen – hier sind die Progressive-Rock-Einflüsse am klarsten auf dem Album.

Der Abschlusssong „Sole Voyage“ ist eine Mini-Oper für sich, ein über elf Minuten langer Track – die ambitionierte Komposition wird von Anfang an klar. Der Wechsel zwischen atmosphärischen Passagen und schnellen Riff-dominierten kreiert einen unvorhersehbaren Sound, ein story-getriebener Song, weitläufig und auch fließend. Wieder bringt eine sehr atmosphärische, aber Jazz-beeinflusste Passage einen schönen Wechsel im Song. Überkomplex, cinematische Momente mit puren aggressiven Riffs mischend – definitiv ein progressiver Song, für die meiste Zeit langsamer und technisch. Die im Wechselspiel stehenden Gitarren sind auf manchen Passagen einfach majestätisch und so gut gespielt. Auch als Komposition ist die epische Dimension sehr gut kontrolliert und ausgedrückt. Ein weiterer klarer Höhepunkt.

Zeitreise zu den Wurzeln des Metal

In gewisser Weise eine Reise zurück in der Zeit mit dem Sound, den WILDHUNT auf „Aletheia“ haben. Schwer zu definieren, aber mit so vielen Einflüssen, die direkt in den ursprünglichen Wurzeln von Metal-Musik verankert sind. Epische Kompositionen, sehr dramatische Melodien verwoben mit Gitarren, die konstant die Haupt-Melodielinie zurückbringen. Zwischen den originalen Heavy-Metal-Helden und Black Sabbath, mit frühen Thrash-Metal-Bands als Einflüsse, von Annihilator zu Coroner, aber auch Heathen, King Diamond oder Paradox. All diese Ähnlichkeiten zeigen den komplexen Sound der Band, eine originelle Mischung, die all das in einen einzigartigen Stil integriert.

Für jeden, der den Band-Sound von früheren Werken nicht kennt, wird „Aletheia“ eine schöne Überraschung sein – ein Werk, das Nostalgie der Anfänge von Extreme Metal zurückbringt, aber mit einer Serie von Einflüssen, die das ganze Hören dynamisch und sehr angenehm machen. Viele Wendungen in der Songstruktur, aber alle zusammengehalten durch inspirierte Übergänge und klare kompositorische Fähigkeiten. Ein Muss für Fans von Progressive, Thrash oder Heavy Metal.

Fazit: WILDHUNT zementieren mit „Aletheia“ ihren Status – technisch versiert mit innovativer Neuinterpretation von 80er Heavy Metal.

Internet

WILDHUNT - Aletheia

EXCAVATED GRAVES – Life Isn’t For Everyone

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cover artwork EXCAVATED GRAVES Life Isn’t For Everyone
cover artwork EXCAVATED GRAVES Life Isn’t For Everyone

Band: EXCAVATED GRAVES 🇵🇱
Titel: Life Isn’t For Everyone (EP)
Label: Selfmadegod Records
VÖ: 02/01/26
Genre: Death Metal

Tracklist

1. Soil
2. Life Isn’t For Everyone
3. Waste Of War
4. Deepfrozen
5. Taboo

Besetzung

Piotr Sabarański – Guitar
Michał “Stoker” Stopa – Bass

Bartłomiej “Bruno” Waruszewski – Vocals
Michał Kaszczyszyn – Lead Guitar
Mariusz “Mel” Miernik – Drums
Adrian Słojewski – Guitar, Vocals

Bewertung:

3/5

Eine neue Death-Metal-Band aus dem polnischen Underground meldet sich zu Wort: EXCAVATED GRAVES präsentieren mit „Life Isn’t For Everyone“ ihr Debüt – eher EP oder Mini-LP als vollwertiges Album, vor allem als erste Standortbestimmung gedacht. Abseits der bloßen Vorstellung der Band liefert die Veröffentlichung jedoch bereits eine ordentliche Portion druckvollen Death Metal.

Zwischen Doom-Schwere und Old-School-Wurzeln

Ungewöhnlich beginnt das Album mit einer Eröffnungspassage, die eher an Cartoon-Musik erinnert. Erst danach setzt „Soil“ mit sehr langsamen Akkorden und tiefen Riffs ein, insgesamt stark doomig geprägt. Ein befremdlicher Moment folgt in der Mitte des Songs: langanhaltender Applaus und Ovationen erzeugen beinahe ein Theatergefühl, bevor der Track endgültig Fahrt aufnimmt. Danach entfaltet sich der Song mit massiver Instrumentierung, starker Komposition, wuchtigen Growls und klaren Referenzen an den schwedischen Old-School-Death-Metal-Stil. Der zweite Teil überzeugt mit strafferem Tempo, solider Rhythmussektion sowie aggressiv-dissonantem Solo. Ohne den ausgedehnten Intro-Teil wäre „Soil“ ein wuchtiger Death-Metal-Song.

EXCAVATED GRAVES wurden erst vor kurzer Zeit gegründet, vereinen jedoch Musiker mit viel Erfahrung aus zahlreichen polnischen Bands der letzten Jahrzehnte. Zum Kern zählen Piotr Sabarański (Parricide) an der Gitarre und Michał „Stoker“ Stopa (ex-Fam, ex-Dissenter) am Bass. Unterstützt wurden sie im Studio von Bartłomiej „Bruno“ Waruszewski (Prototyp, ex-Azarath) am Gesang, Michał Kaszczyszyn (ex-Neaghi) an der Leadgitarre, Mariusz „Mel“ Miernik (ex-Damnable, ex-Squash Bowels) am Schlagzeug sowie Adrian Słojewski (Pyorrhoea, Nuclear Vomit) an Gitarre und Gesang.

Der Titelsong „Life Isn’t For Everyone“ setzt ohne Umschweife aggressiv ein, wirkt in seiner Struktur jedoch deutlich komplexer. Häufige Tempowechsel sorgen für Dynamik, aber auch für eine gewisse Unruhe. Furioses Schlagzeugspiel, konstante Riffs und erneut ein sehr offensives Gitarrensolo prägen den Track. Teilweise melodischer als der Opener, insgesamt jedoch sprunghaft, wechseln musikalische Ideen zu abrupt, und nicht alle Tempoänderungen greifen überzeugend.

Struktur, Tempo und Klangbild

Waste Of War“ setzt auf verzweifelter klingende Vocals und entwickelt dadurch eine düstere, atmosphärische Wirkung. Nach dem eher chaotischen Vorgänger überzeugt der Song mit klarerer Struktur und stimmigerer Komposition. Tempowechsel sind weiterhin präsent, funktionieren hier jedoch deutlich besser. Stilistisch bleibt man beim klassischen schwedischen Death Metal, allerdings in einer langsameren, schwereren Ausprägung. Die Drums treiben konstant voran und arbeiten teilweise bewusst gegen das Grundtempo – ein Kontrast, der gut aufgeht.

Die Produktion ist solide, mit einer gewissen Rohheit, die dem Hörerlebnis nicht schadet. Die Leadgitarre steht mit ihren schneidenden Solos sehr weit im Vordergrund, teils fast zu dominant. Das unterstreicht zwar den abrasiven Charakter der Musik, bringt musikalisch jedoch nicht immer zusätzlichen Mehrwert und rückt andere Elemente etwas in den Hintergrund. Gerade die Rhythmusgitarre hätte mehr Präsenz verdient. Gesang und Rhythmussektion hingegen sind gut ausbalanciert.

Deepfrozen“ startet mit einem melodischeren Ansatz, starker Gesangsleistung und klar definierten Riffs. Eine nachvollziehbare melodische Linie zieht sich durch den Song, auch die Leadgitarre fügt sich hier stimmiger ins Gesamtbild ein. Der Wechsel zwischen ruhigeren Passagen und schnellen, aggressiven Momenten wirkt kontrolliert und überzeugend.

Der Abschlusstrack „Taboo“ beginnt erneut in gemächlichem Tempo, zieht dann jedoch deutlich an und kombiniert Uptempo-Parts mit eindringlichen, beinahe besessenen Vocals. Eine melodischere Grundstimmung prägt den Song, auch die Solos sind weniger schneidend als zuvor. Als Rückbezug auf den Opener schließt der Track mit erneutem Applaus und Ovationen – diesmal kürzer, aber weiterhin leicht befremdlich.

Solider Einstieg mit Luft nach oben

Life Isn’t For Everyone“ ist ein kurzes Werk, aber stilistisch klar umrissen. Die Wurzeln von EXCAVATED GRAVES sind deutlich erkennbar, und diese werden respektiert. Gleichzeitig gibt es vereinzelte experimentelle Ansätze, insbesondere im Opener – nicht immer mit überzeugendem Ergebnis. Dort, wo sich die Band auf ihren Kern konzentriert und geradlinigen Death Metal spielt, funktioniert das Material am besten.

Manche Hörer hatten auf eine klangliche Fortsetzung von Parricide gehofft, dem früheren Projekt von Piotr Sabarański, das auch zehn Jahre nach seiner Auflösung noch vermisst wird. EXCAVATED GRAVES teilen jedoch nur wenig mit dieser Band. Der neue Ansatz ist weniger wild und weniger roh, dafür stilistisch anders ausgerichtet.

Insgesamt ein gutes, wenn auch nicht perfektes Debüt. Einige Passagen wirken etwas überhastet, manche Kompositionen noch nicht vollständig ausgearbeitet. Mit mehr Feinschliff in Songwriting und Produktion lässt sich jedoch erwarten, dass die Band in Zukunft ein sehr starkes Album vorlegen kann. Enttäuschend ist „Life Isn’t For Everyone“ keinesfalls – vielmehr ehrlicher, klassisch verwurzelter Death Metal mit Entwicklungspotenzial.

Fazit: „Life Isn’t For Everyone“ ist ein kurzes, aber solides Debüt, das klassischen Death Metal mit klaren Stärken und erkennbarem Potenzial präsentiert.

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EXCAVATED GRAVES - Life Isn’t For Everyone

Hounds – Rise Of The Immortals

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Hounds – Rise Of The Immortals - Artwork
Hounds – Rise Of The Immortals - Artwork

Band: Hounds
Titel: Rise Of The Immortals
Label: Iron Shield Records
VÖ: 21/11/25
Genre: Epic/Heavy Metal

Tracklist

01. Knightmare
02. Fight, Warrior
03. A.O.R. (All Out Running)
04. Lohengrin
05. Rise Of The Immortals
06. Still Believe
07. Fatal Destroyer

Besetzung

Massimo Ventura – Gesang, Gitarren
Marco De Fabianis Manferto – Tasteninstrumente, Begleitgesang
Stefano Paparesta – Bassgitarre
Enrico Cairola – Schlagzeug, Begleitgesang

Bewertung: 3,5/5

76 %

Wie beim Debüt vor fünf Jahren darf man bei den Italienern HOUNDS auf »Rise Of Immortals« Virgin Steele als Haupteinfluss benennen. Die Zeit hat man offensichtlich genutzt, denn die Kritikpunkte, welche beim Debüt vor allem die Produktion, aber auch die Qualität einiger Songs sowie den Gesang betraf, wurden diesmal vollkommen ausgemerzt. Denn was ich hier vernehme ist

Underground Metal vom Feinsten!

Nachdem galloppierenden »Knightmare« gibt man sich in »Fight, Warrior« dermaßen kampfbereit, dass ich hier manchmal an Bands wie (später auch beim Titeltrack) Hyborian Steel denken muss. Allerdings verhindern sowohl die Keys als auch das epische Ende, dass man zu einer Kopie verkommt.
Ebenfalls sehr gut stehen » A.O.R. (All Out Running)« die „Turbo“ – Synthesizer und Hair Metal Vibes sowie die an alte Savatage erinnernde Gitarrenarbeit in »Fatal Destroyer« und dem Instrumentalstück »Lohengrin«.

An »Rise Of The Immortals« kommt man als Heavy Metal Fan schwer vorbei,

auch wenn HOUNDS hier nichts bahnbrechendes abliefern. Wie sehr gereift die Band ist, lässt an »Still Believe« gut erklären:
Trotz aller Vorhersehbarkeit schafft es das Lied durch geschickt im Hintergrund platzierte, kleine Details nicht nur die Spannung in den über sieben Minuten hoch zu halten. Man sorgt damit auch dafür, dass der Song trotz der Länge hängen bleibt.

Wer sich mit einer geringen Dosis alter Savatage, ordentlich Virgin Steele – Pathos sowie der musikalischen Art und Weise von Bands wie Validor, Hyborian Steel, Executioner Steel und Savage Oath anfreunden kann, hat hier auf jeden Fall eine Menge Spaß.

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HOUNDS – Rise Of The Immortals t

Now Or Never – The Legacy

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Now Or Never – The Legacy - Cover
Now Or Never – The Legacy - Cover

Band: Now Or Never 🇩🇰 / 🇫🇷 / 🇨🇭
Titel: The Legacy
Label: Metalpolis Records
VÖ: 05/12/25
Genre: Melodic/Heavy Metal

Tracklist

01. Burning Daylight
02. Legacy
03. Accidental Synergy
04. The Letter
05. Mr. Misery
06. Hide Behind The Screen
07. Hollow Idol
08. Secret Dream
09. Remember Icarus
10. How Do You Sleep,
11. No One Will Make Me Cry
12. Where The Road Ends
13. Dive Into The Void

Besetzung

Peer Johansson – Gesang
Ricky Marx – Gitarren, Tasteninstrumente
Guillaume Surroca – Bassgitarre
Ranzo – Schlagzeug

Bewertung: 3/5

68 %

Die einst als Pretty Maids – Ableger gestarteten NOW OR NEVER präsentieren mit »The Legacy« nicht nur ihr viertes Album im dreizehnten Jahr ihres Bestehens, sondern mit Guillaume Surroca auch den vierten Tieftöner sowie mit Peer Johannson den dritten Sänger der Bandgeschichte.

Peer Johansson macht den Unterschied auf »The Legacy«.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger gibt der Neue am Mikro dem Klangbild einen eigenständigeren Anstrich und sorgt außerdem für einen rauen Grundton. Reiner Melodic Metal ist auf dieser Scheibe kaum noch zu hören. So befinden sich in der Mitte des Albums mit »Hide Behind The Screen« sowie »Hollow Idol« überraschend aggressive Songs, die durch einen harmonischen Mittelteil aufgelockert werden.

Auch »Burning Delight« und »Mr. Misery« überzeugen durch neue Aspekte und integrieren mit harten, aber harmonischen Gitarrenläufen Merkmale der deutschen Power Metal – Schule. Ebenfalls gut ins Ohr gehen mit dem zwischen Mittachziger Accept, MSG und Primal Fear befindlichen »Accidental Synergy«, das Led Zeppelins Kashmir zitierende »Legacy« sowie die ausnahmsweise mal etwas schnelleren »No One Will Make Me Cry« und »Dive Into The World« gegen Ende.

Weniger ist manchmal mehr!

»The Legacy« ist mit dreizehn Liedern zwar opulent bestückt, hat allerdings auch einige Füller. Warum man nach einem überwiegend akustisch vorgetragenen Stück wie »Secret Dream« später mit »Where The Road Ends« nochmal ein ähnliches und zudem viel schwächeres Stück auf die Scheibe packt bleibt ebenso ein Rätsel wie der Umstand, dass man auch mit »Remember Icarus« und »How Do You Sleep« gegen Ende alle verzichtbaren Songs versammelt.

Irgendwo zwischen Primal Fear und Pretty Maids ist eine schmale Lücke, die NOW OR NEVER in den neunundsechzig Minuten zwei Drittel der Laufzeit voll ausfüllen können. Vor allem Peer Johansson macht hierbei in allen (Ton-) Lagen eine exzellente Figur. Insofern lohnt sich ein Check der Zielgruppe auf jeden Fall!

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NOW OR NEVER – The Legacy