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DEATHRAW – Reduced to Ashes

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DEATHRAW - Reduced To Ashes - album cover
DEATHRAW - Reduced To Ashes - album cover

Band: DEATHRAW 🇫🇷
Titel: Reduced to Ashes
Label: Selfrelease
VÖ: 13/02/26
Genre: Thrash Metal

Tracklist

01. Wolves Assemble
02. Reduced to Ashes
03. The Last Testimony
04. Riot
05. Post Human (feat. Ol Drake)

 

Besetzung

Eric Walzer – bass & vocals
Aurélien Gonzalez – rhythm & lead guitars
Fabrice Goddi – drums

 

Bewertung:

4/5

Wenn sich drei Musiker treffen, um klassischen Thrash-Metal auf die Bühne zu bringen, kann schnell etwas Echtes entstehen. DEATHRAW beweisen mit ihrem zweiten Album »Reduced to Ashes«, dass sie nicht allein in die Fußstapfen der alten Helden treten wollen, sondern eigene Spuren hinterlassen. Mit Eric Walzer am Bass und den Vocals, Aurélien Gonzalez an den Gitarren und Fabrice Goddi am Schlagzeug bringt die Band eine Dreierkraft auf die Platte, die tight, aggressiv und ungestüm klingt. Besonders das Gastspiel von Ol Drake bei »Post Human« zeigt, dass die Band ihre Reichweite kennt und gerne neue Impulse aufnimmt.

Auftakt mit Biss

Der Einstieg mit »Wolves Assemble« ist ein Statement. Rasende Drums, wütende Gitarrenriffs und eine Basslinie, die wie ein Vorschlaghammer durch die Gehörgänge donnert, setzen den Ton für das Album. Eric Walzers Stimme wirkt rau und direkt, ohne überproduziert zu sein. Thrash-Metal lebt von Intensität, und dieses Stück liefert sie in purer Form. Die Geschwindigkeit der Gitarrenarbeit von Gonzalez erinnert an die frühen Klassiker der 80er, ohne jedoch altbacken zu klingen. Der Track funktioniert als Einführung, die sofort klarstellt: DEATHRAW sind hier, um Thrash zu zelebrieren, nicht um ihn zu imitieren.

Titeltrack mit Nachdruck

Mit dem Titeltrack wird das Tempo beibehalten, im Kontrast hierzu zeigt die Komposition mehr Facetten. Die Strophen sind aggressiv, die Refrains eingängig, ohne den Druck zu verlieren. Besonders auffällig ist die Balance zwischen präziser Technik und roher Energie. Man hört sofort, dass die Band ihre Instrumente beherrscht. Schlagzeuger Fabrice Goddi sorgt mit Breaks und Double-Bass-Passagen für permanente Spannung, während Gonzalez‘ Soli zwischen Melodie und purer Attacke pendeln. Die Produktion unterstützt das, ohne den Sound zu steril wirken zu lassen: Man hört jede Nuance, fühlt die Schläge auf den Bass, spürt die Gitarrenriffs.

Atmosphäre und Storytelling

»The Last Testimony« zeigt, dass DEATHRAW daneben narrative Tiefe erreichen können. Der Song wirkt wie eine kurze Geschichte, musikalisch aufgebaut in Spannungsbögen, die den Zuhörer durch Wendungen führen. Walzers Vocals schaffen es, eine bedrückende Atmosphäre zu transportieren, während die Gitarren immer wieder kleine, fast melodische Momente einstreuen. Thrash-Metal wird hier nicht bloß als technische Leistung präsentiert, sondern als Ausdrucksmittel. Die Mischung aus Geschwindigkeit, Härte und struktureller Dynamik macht den Song zu einem der Höhepunkte des Albums.

Aggression pur

Mit »Riot« kippt die Stimmung in die rohe, ungezügelte Wut. Der Track ist schneller, direkter und unverblümter als die vorherigen Stücke. Es ist ein klassischer Thrash-Stampfer, bei dem die Band keinerlei Rücksicht auf sanfte Übergänge nimmt. Walzers Stimme treibt die Aggression voran, während die Gitarren in rasender Präzision arbeiten. Hier zeigt sich die rohe Energie, die DEATHRAW auszeichnet: kein Firlefanz, kein Ballast, uneingeschränkt purer Thrash-Metal. Der Song wirkt wie ein Weckruf für alle Fans, die sich die Energie von Live-Auftritten zurück ins Wohnzimmer holen wollen.

Das abschließende »Post Human« bringt ein besonderes Element: ein Gastsolo von Ol Drake, bekannt von EVILE. Sein Spiel fügt dem Song eine zusätzliche Schärfe hinzu und setzt einen Höhepunkt im Album. Der Track kombiniert klassische Thrash-Strukturen mit moderner Aggression, die durch Drake noch verstärkt wird. Die Band zeigt hier, dass sie nicht nur in sich stimmig ist, sondern desgleichen Kooperationen sinnvoll einsetzt, um Akzente zu setzen. Das Ergebnis ist ein Finale, das nachhallt und Lust auf mehr Live-Shows macht.

Thrash-Metal mit Eigenständigkeit

»Reduced to Ashes« ist kein Album, das den Thrash neu erfindet, aber es ist eines, das den Kern dessen trifft, was Thrash-Metal ausmacht: Geschwindigkeit, Aggression, technische Präzision und ein ungebremster Wille, Eindruck zu hinterlassen. DEATHRAW gelingt es, ihre eigene Stimme zu entwickeln, ohne altmodisch oder kopiert zu wirken. Die Gastbeteiligung von Ol Drake setzt Akzente, die die Platte abrunden, während jeder Song klar strukturiert ist und seine eigene Energie entfaltet.

Für Fans des Genres ist das Album eine klare Empfehlung. Vier von fünf Sternen spiegeln die solide Umsetzung, die technische Versiertheit und die spürbare Leidenschaft wider, die in jedem Track steckt. DEATHRAW ist auf dem besten Weg, sich in der europäischen Thrash-Szene einen Namen zu machen, und »Reduced to Ashes« ist der Beweis dafür, dass die Band sowohl Klassiker im Geiste als auch moderne Thrash-Power beherrscht.

Fazit: DEATHRAW haben mit »Reduced to Ashes« ein solides Album vorgelegt, das die Essenz des Thrash-Metal einfängt und gleichzeitig neue Akzente setzt.

Internet

DEATHRAW - Reduced to Ashes - CD Review

POWERRAGE – Debütalbum erscheint im April

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powerrage - beast - album cover

POWERRAGE – Debütalbum „Beast“ im April 2026 über High Roller Records – Single / Lyric-Video-Premiere

High Roller Records gibt stolz das Debütalbum von POWERRAGE bekannt, der neuen Band mit dem ehemaligen Exciter-Gitarristen John Ricci.

„Beast“ soll am 24. April 2026 erscheinen. Es wurde von Dan Swano bei Unisound gemischt und gemastert und verfügt über ein Album-Artwork von Mario Lopez.

Neben Ricci besteht POWERRAGE aus dem Bassisten Todd Pilon (ehemals Witchkiller), dem Schlagzeuger Lucas Dery und nicht zuletzt dem Sänger Jacques Bélanger, der zuvor auf den Exciter-Alben „The Dark Command“ (1997), „Blood Of Tyrants“ (2000) und „New Testament“ (2004) gesungen hat.

Ricci und Bélanger waren zwar beide Mitglieder von Exciter, aber John möchte eines ganz klarstellen:

„Nun, mit dieser Band wollte ich nicht einfach ein weiterer Exciter sein. Es war Zeit, weiterzumachen. Auch wenn Exciter auf meinem Gitarrenstil basierte und das eine erfolgreiche Formel war, wollte ich ganz von vorne anfangen und neu beginnen. Neuanfänge, ohne sich auf vergangene Erfolge zu stützen, sind definitiv eine sehr schwierige Aufgabe, aber ich bin zuversichtlich, dass ich es schaffen kann. Ich habe alles auf „Beast“ geschrieben: Musik, Texte, Melodien. POWERRAGE ist zu 100 % meine musikalische Vision. Alle acht Songs sind brandneu, keine aufgewärmten Riffs aus meiner Zeit bei Exciter.“

Die erste Single, „Dark Wings“, wird hier mit einem Lyric-Video vorgestellt:

powerrage - beast - album cover

Tracklist

01. Dark Wings
02. Cremation Damnation
03. Dragon Man
04. Haunted Hell
05. I Torture I Kill
06. The Devil is Screaming
07. Damned and Cursed
08. The Black Mass

 

Quellenangabe: High Roller Records

BLOODRED – Colours Of Pain

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cover artwork BLOODRED Colours Of Pain
cover artwork BLOODRED Colours Of Pain

Band: BLOODRED 🇩🇪
Titel: Colours Of Pain
Label: Massacre Records
VÖ: 13/02/26
Genre: Blackened Death Metal

Tracklist

01. Ashes
02. Colours Of Pain
03. Mindvirus
04. Heretics
05. A New Dark Age
06. Death Machine
07. Winds Of Oblivion
08. Resist

Besetzung

Ron Merz – Guitars, Bass, Vocals
Joris Nijenhuis – Drums

Bewertung:

3/5

Das deutsche Blackened Death Metal Projekt BLOODRED kehrt mit ihrem vierten Full-Length „Colours Of Pain“ zurück. Gebaut auf permanenten Riffs, harschen Vocals und einer kalten atmosphärischen Kante, verbindet es das Gewicht von Death Metal mit Blackened-Intensität. Es ist gnadenlos, aber melodisch und auch bestrafend, mit Einflüssen aus verschiedenen anderen Genres in einem Album.

Energischer Opener mit epischer Atmosphäre

Ein Uptempo-Rhythmus und eine komplexe Klanglandschaft kommen, um das Album zu eröffnen. „Ashes“ bringt auch viele Effekte und infernalische Growls, sowohl tiefe als auch hochgepitchte Vocals. Klare Black Metal Einflüsse ergänzen sehr gut den melodischen Sound mit dissonanten und aggressiven Akzenten. Konstantes Riffing füllt den Sound der Band sehr gut, es gibt auch einen melodischen Touch, ein Song mit Energie, epischer und triumphaler Atmosphäre.

BLOODRED ist ein deutsches Blackened Death Metal Projekt, 2009 in Oberstenfeld, Baden-Württemberg gegründet. Ursprünglich ein Ein-Mann-Projekt von Ron Merz, der Gitarren, Bass und Vocals spielt, aber auch Songwriting und Texte verantwortet. Der Drummer Joris Nijenhuis, der ursprünglich auf den ersten Releases als Gastmusiker figurierte, ist jetzt ein vollwertiges Mitglied der Band, mit dem Duo, das auf allen Band-Releases zu hören ist.

Ein langsamerer Start in „Colours Of Pain„, aber die gnadenlosen Drums setzen bald ein höheres Tempo, ein viel melodischerer Sound, sogar mit einem Hauch Melancholie. Stilistisch näher an Melodic Death Metal als an anderen Stilen. Vocals beeindrucken weiter durch diverse Ansätze, aber der Song ist nicht wirklich beeindruckend – Mid-Tempo, unklare Richtung, zu viel Melancholie und zu viele Interferenzen aus verschiedenen Genres.

Dichte Produktion verhindert massiven Sound

Die Produktion ist ok, aber nicht mehr als das. Klar im Mix sind nur Vocals und Drums, der Rest der Instrumente ist ziemlich eng gemixt. Riffs, wenn sie vorkommen, kommen mit wichtigem Gewicht zum Sound hinzugefügt, aber Bass und Lead-Gitarre sind ziemlich im Hintergrund und haben einen minimalen Impact auf den Sound. Auch nicht besonders dynamisch, das dichte Mixing verhindert, dass die Songs mit massivem Sound kommen.

Mit distanzierten ambienten Sounds, sehr langsam ist „Mindvirus„, aber ansonsten ziemlich ähnlich wie der vorherige Song – melodisch und mit verhallten Vocals, dieselbe epische Hintergrund-Atmosphäre, und diesmal bringt ein langes und komplexes Solo noch mehr Melodie ins Spiel. Irgendwie beginnt die impactvolle Musik, die das Album eröffnet, sich zu verwässern – mehr und mehr Wiederholungen, auch fühlen sich die Kompositionen mehr wie Füllsongs an, nicht wirklich interessant oder eingängig. „Heretics“ wechselt sehr melodische Momente mit viel dissonanteren. Nicht wirklich aggressive Musik, auch nicht die interessanteste Komposition.

Füllsongs ohne Inspiration dominieren

Atmosphärisch und mit klarer Black Metal Stimmung, auch ein orientalischer Touch ist „A New Dark Age„, und um die nicht sehr spezielle melodische Linie zu kompensieren, kommt BLOODRED mit frenetischem Drumming, um die Tremolo-gepickte Lead-Gitarre zu unterstützen. Dämonische Vocals, ein infernalischeres Gefühl und ziemlich dissonant im Sound, aber „Death Machine“ kehrt zu Melodie-durchzogenem Sound zurück, trauriges Gefühl und gequlte Vocals, aber mit einem kompletten Tempowechsel in der Mitte des Songs wird es abstrakter. Nicht der inspirierteste Song auf dem Album.

Das Rezept wird auch für „Winds Of Oblivion“ angewandt, mit langem atmosphärischem Intro im Song, gefolgt von melodischen Gitarren in einem Mid-Tempo-Ansatz mit einem unheimlichen Chor und den gnadenlosen Drums als finaler Zutat. Final Song „Resist“ bringt einen dynamischeren Sound, eine dichtere Instrumentierung, leidenschaftliche Vocals, einen kohärenteren Ansatz – einer der interessantesten Songs auf dem Album, Emotionen und Wut besser zusammen gemixt.

Verschwommene stilistische Zone ohne Kohärenz

Die Kompositionen sind nicht wirklich unvergesslich, die Atmosphäre ist nicht wirklich beeindruckend, aber das kreiert kein unangenehmes Hörerlebnis. Von ziemlich mittelmäßiger Qualität, viele Füllsongs oder Passagen, selbst auf den interessantesten Songs – der Opener und die abschließenden sind ok, aber nicht wirklich unvergessliche, und sie gehen verloren in einem ziemlich gewöhnlichen Sound, der den Rest der Songs repräsentiert.

In einer verschwommenen stilistischen Zone, mit den meisten Songs näher an Melodic Death Metal, aber auch welchen, die zu Black Metal tendieren, nicht notwendigerweise resultieren die Stile in einer kohärenten Union. Viele Richtungen resultieren in einem Album, wo sie Passagen diverser Qualitäten und Stile einbeziehen. Ein Album, wo eingefleischte Fans der erwähnten Genres ein paar gute Momente finden können.

Fazit: BLOODRED kombinieren mit „Colours Of Pain“ Death Metal und Blackened-Einflüsse – mittelmäßig und ohne unvergessliche Kompositionen.

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BLOODRED - Colours Of Pain

SHATTERHEART – Infernal Symphony

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SHATTERHEART - Infernal Symphony - album cover
SHATTERHEART - Infernal Symphony - album cover

Band: SHATTERHEART 🇸🇪
Titel: Infernal Symphony
Label: Art Gates Records
VÖ: 06/02/26
Genre: Symphonic Metal

Tracklist

01. Afterlife
02. Nightchild
03. No Rest
04. A Shattered Heart
05. Betrayal
06. The Ghost Remains
07. Raging Storm
08. Forever Will Last
09. Ground Turns to Dust
10. Infernal Symphony

 

Besetzung

Johan Bergman – Guitars
Alicke Kostopoulou – Vocals
Olle Bengtsson – Drums
Jonathan Strand – Bass
Daniel Lyngsaa Larsson – Keyboards

 

Bewertung:

4/5

SHATTERHEART sind eine schwedische Symphonic-Metal-Band, die sich zwischen klassischer Bombast-Ästhetik und moderner Metal-Produktion bewegt. Das Line-up besteht aus Johan Bergman an der Gitarre, Alicke Kostopoulou am Gesang, Olle Bengtsson am Schlagzeug, Jonathan Strand am Bass und Daniel Lyngsaa Larsson an den Keyboards. Mit »Infernal Symphony« legt die Band ihr aktuelles Studioalbum vor und positioniert sich klar im Spannungsfeld von epischem Pathos, düsteren Melodien und druckvollen Riffs.

Zwischen Oper und Abgrund

Schon der Titel »Infernal Symphony« deutet an, wohin die Reise geht: große Emotionen, große Arrangements, große Gesten. SHATTERHEART setzen dabei konsequent auf die klassische Symphonic-Metal-Formel, ohne sich komplett darin zu verlieren. Orchestrale Keyboards treffen auf harte Gitarren, Doublebass-Passagen auf eingängige Refrains. Der Sound ist sauber produziert, transparent gemischt und deutlich auf internationale Standards getrimmt.

Was sofort auffällt, ist die Stimme von Alicke Kostopoulou. Sie trägt das Album mit einer Mischung aus klarer, angenähert, poppiger Präsenz und dramatischer Power. Keine Opernübertreibung, kein unnötiges Pathos, sondern kontrollierte Intensität. Ihre Vocals geben den Songs Struktur und sorgen dafür, dass selbst die überladensten Arrangements nie ins Chaos kippen.

Starker Einstieg, klare Dramaturgie

Der Opener »Afterlife« funktioniert wie ein Manifest. Cinematische Keyboards bauen Spannung auf, dann setzen die Gitarren ein und ziehen den Hörer direkt in den Kern des Albums. Der Song zeigt bereits viele Stärken der Band: einprägsamer Refrain, klare Songstruktur, ordentlich Druck im Refrain, ohne die Symphonic-Elemente zu erdrücken.

»Nightchild« und »No Rest« schlagen in eine ähnliche Kerbe, wirken im Gegensatz hierzu etwas düsterer und direkter. Besonders »No Rest« profitiert von einem treibenden Rhythmus und einer annähernd hymnischen Hookline. Hier merkt man, dass SHATTERHEART nicht nur auf Atmosphäre setzen, sondern desgleichen klassische Metal-Energie liefern wollen.

Emotionale Mitte

Der Track »A Shattered Heart« bildet das emotionale Zentrum der Platte. Ruhigere Strophen, breite Refrains, viel Raum für die Stimme. Der Song ist zwar nicht besonders innovativ, trifft aber genau den Nerv des Genres. Melancholie, Verlust, innere Zerrissenheit, alles wird musikalisch sauber verpackt, ohne kitschig zu wirken.

»Betrayal« und »The Ghost Remains« vertiefen diesen emotionalen Teil. Vor allem »The Ghost Remains« überzeugt durch eine dichte Atmosphäre und zurückhaltendere Instrumentierung. Hier zeigen SHATTERHEART, dass sie daneben leise Momente beherrschen und nicht ständig auf maximalen Bombast angewiesen sind.

Wenn der Sturm losbricht

Mit »Raging Storm« wird das Tempo wieder deutlich angezogen. Der Song ist einer der härtesten auf dem Album und lebt von schnellen Drums und aggressiveren Gitarren. Olle Bengtsson liefert hier eine der stärksten Leistungen des Albums, während Bass und Keys eher unterstützend im Hintergrund agieren.

»Forever Will Last« fungiert danach approximativ wie ein Gegenpol. Melodischer, optimistischer, fast schon hymnisch. Der Refrain bleibt schnell im Ohr, auch wenn der Song insgesamt annähernd vorhersehbar bleibt. Typischer Symphonic-Metal-Radio-Track, der live wahrscheinlich gut funktionieren dürfte.

Finale mit viel Pathos

»Ground Turns to Dust« und der abschließende Titeltrack »Infernal Symphony« führen das Album in sein großes Finale. Besonders der letzte Song ist als episches Schlusskapitel angelegt: lange Intro-Passage, wechselnde Dynamik, großes orchestrales Arrangement. Hier wird noch einmal alles aufgefahren, was SHATTERHEART ausmacht.

Der Titeltrack ist ambitioniert, teilweise sogar überambitioniert. Nicht jede Idee sitzt perfekt, manche Passagen wirken leicht überladen. Trotzdem funktioniert das Gesamtbild. Der Song hinterlässt Eindruck und gibt dem Album einen runden Abschluss.

Zwischen Routine und eigener Handschrift

SHATTERHEART erfinden das Genre nicht neu. Wer NIGHTWISH, EPICA oder DELAIN kennt, wird sich hier sofort heimisch fühlen. Die Strukturen sind vertraut, die Dramaturgie vorhersehbar, die Themen klassisch. Doch SHATTERHEART schaffen es, diese bekannten Zutaten mit ausreichend eigener Persönlichkeit zu füllen.

Die größte Stärke liegt in der Ausgewogenheit. Kein Instrument drängt sich unangenehm in den Vordergrund, der Sound ist modern, im Kontrast hierzu nicht steril, die Songs sind zugänglich, ohne banal zu wirken. Schwächen gibt es vor allem im Songwriting, da einige Tracks zu nah an bekannten Mustern bleiben und selten wirklich überraschen.

SHATTERHEART liefern mit »Infernal Symphony« ein solides, professionell produziertes Symphonic-Metal-Album ab, das Fans des Genres definitiv ansprechen dürfte. Starke Vocals, gute Arrangements und ein klarer roter Faden sorgen für ein stimmiges Gesamtwerk. Innovation ist hier nicht das Ziel, sondern Qualität im bekannten Rahmen.

Wer epischen Metal mit viel Gefühl, klaren Melodien und orchestraler Wucht sucht, wird hier bestens bedient.

Fazit: SHATTERHEART beweisen mit »Infernal Symphony«, dass sie zu den vielversprechenden Vertretern des Symphonic-Metal zählen.

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SHATTERHEART - Infernal Symphony - CD Review

MAYHEM – Liturgy Of Death

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cover artwork MAYHEM Liturgy Of Death
cover artwork MAYHEM Liturgy Of Death

Band: MAYHEM 🇳🇴
Titel: Liturgy Of Death
Label: Century Media Records
VÖ: 06/02/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Ephemeral Eternity
02. Despair
03. Weep For Nothing
04. Aeon’s End
05. Funeral Of Existence
06. Realm Of Endless Misery
07. Propitious Death
08. The Sentence Of Absolution

Besetzung

Attila Csihar – Vocals
Ghul – Guitars
Teloch – Guitars
Hellhammer – Drums
Necrobutcher – Bass

Bewertung:

4,5/5

Die legendären MAYHEM, die Erfinder von Black Metal als musikalischem Stil, eine der am meisten diskutierten und analysierten Bands in Metal-Musik, eine der am meisten abgedeckten Bands in News, Presse oder Social Media – MAYHEM sind mit einem neuen Album „Liturgy Of Death“ zurückgekehrt. Von Fans mit Hoffnungen oder Ängsten erwartet, weil sie während ihrer Geschichte bewiesen haben, dass man alles von einem neuen Bad-Release erwarten kann, aber dennoch ist jeder immer neugierig, ihre neuen Alben zu hören. Und „Liturgy Of Death“ ist nicht hier, um zu enttäuschen, sondern um ihren musikalischen Pfad fortzusetzen.

Vielversprechender atmosphärischer Start

Das Album startet atmosphärisch, gruselige Geräusche, ein Horror-artiges Gefühl, das sich langsam in das entwickelt, was später MAYHEM-Sound ist. „Ephemeral Eternity“ wird zum vollen Sound, den man erwartet, wenn Attila Csihar seine dämonische Stimme ins Spiel bringt. Auch auf dem Song featured ein Gast-Vocal von Garm – (Kristoffer Rygg von Ulver), der einen etwas finstereren Touch neben den theatralischen von Attila hinzufügt. Aber der Song kommt auch mit den Trademark-Drums von Hellhammer, absolut frenetisch und den Sound der Gitarren bereichernd, die in einem ziemlich traditionellen Sound bleiben. Von voll atmosphärischen Passagen zu massiv aggressiven – ein Song, der das Album auf vielversprechende und positive Weise eröffnet.

MAYHEM ist eine Band, über deren Geschichte Tonnen von Büchern geschrieben und ein paar berühmte Filme gemacht wurden. Eine Band, die die Geschichte von Extreme Metal geprägt hat wie nicht viele andere. MAYHEM erfanden Black Metal, sie koagulierten um sich eine Menge Bands aus verschiedenen anderen Genres, historisch gesehen einer der wichtigsten Namen im modernen Metal. Wir werden also hier nicht auf ihrer Geschichte insistieren. Die Bandmitglieder präsentieren ein ziemlich stabiles Lineup in letzter Zeit, in mehr als einem Jahrzehnt keine Änderungen im Lineup. Das Gründungsmitglied Necrobutcher spielt Bass, mit ihm auch Mitglied seit den historischen Tagen Hellhammer an Drums, Vocalist Attila Csihar, einmal 2004 zurückgekehrt, ist ein permanentes Mitglied. Die neueren Mitglieder vom Anfang der 2010er, das Gitarren-Duo Ghul und Teloch. Alle sehr fähige Musiker.

Polierter Stil mit einzigartigen Vocals

Das Album setzt sich fort mit „Despair„, in einer ähnlichen Klanglandschaft wie der Opener – gnadenlose Drums, geflüsterte und infernalische, höllische Vocals, kontinuierliche Tremolo-gepickte Lead-Gitarre, eine diskretere Rhythmusgitarre, die die typischen Riffs webt, die man auf den letzten Alben hören kann. Ein leicht anderer Sound als das Black Metal Angebot heute – MAYHEM haben ihren Stil in letzter Zeit poliert, andere werden sagen verändert, mit Songs, die jetzt ziemlich ähnlich zwischen ihnen klingen, aber zumindest mit einem einzigartigen Touch. Und wie auf allen späten Band-Alben sind Vocals die, die die definitive Einzigartigkeit in ihren Sound bringen, mit einer Spanne von geflüsterten Growls zu operatischen Momenten verdient Attila alle Lobpreisungen. Ein Song mit gutem Rhythmus, einige „Wall of Sound“-Momente, die dem Song einen schwereren Touch geben.

Sehr aggressiv startet „Weep For Nothing„, mit Tempowechseln, die die melodische Linie in introspektivere atmosphärische Richtung nehmen, leidenschaftliche Vocals mit einer melodischen Lead-Gitarre, die eine distinktive Aura zum Song bringt, eine andere als der Rest der Songs des Albums. Mit mehr atmosphärischen Passagen, wo die Band immer noch das technische Können zeigt – interessanter Song, aber nicht wirklich ihr Bester.

Die Produktion ist sehr gut, auch wenn die Band die war, die für den rohesten Ansatz in den Anfängen des Genres predigte. Ihre Produktionen, startend mit „De Mysteriis Dom Sathanas„, waren die besten, zu denen sie Zugang hatten, und meist eine sehr klare und polierte, und das ist auch hier der Fall. Jedes Instrument kommt sehr klar im Mix, Gitarren beeindrucken weiter durch das ganze Album mit Präzision und kristallklarem Sound. Massive Drums sind wie immer ein definitives Element im Band-Sound und ziemlich laut im Mix, aber Hellhammer verdient das. Vocals toppen den Sound, aber überdecken ihn nicht – klar, sehr einzigartig und leidenschaftliche Vocals. Alles in allem ein klarer Sound und eine gute Produktion.

Etablierter Sound mit einzelnen Highlights

Die nächsten Songs drehen sich um denselben Sound. „Aeon’s End“ ist direkt und aggressiver, aber kompositorisch nicht weit von dem, was wir bereits gehört haben – dämonisch, gequlte Schreie und eine dichte Instrumentierung. „Funeral Of Existence“ im Gegenzug ist einer der näheren Band-Songs zu dem, was wir jetzt unter dem „Black Metal“-Tag verstehen, aber weiter von den Prinzipien des Genres entfernt, wie sie formuliert wurden. Eine verhallte Lead-Gitarre bringt viel Atmosphäre, die melodische Linie ist ziemlich melancholisch, die Instrumentierung kommt sehr dicht, und die Komposition ist eine ziemlich typische für das Genre, aber eine gute. Ein Highlight des Albums.

Der aggressive Ansatz kommt in „Realm Of Endless Misery„, um den beeindruckenden Sound zu unterstreichen – abrasiv, aber mit melodischen Touches, infernalisch, chaotisch, mit Necrobutchers technischem Bass, der eine sehr schöne Mid-Song-Passage macht. Und der etablierte Sound setzt sich fort mit „Propitious Death„, ein weiterer Song, der, auch wenn er gut klingt, sich in der Vielzahl von Songs mit ziemlich ähnlichem Sound verliert. Kein schlechter Song, keinesfalls ein Filler, aber auch nicht ganz anders.

Der letzte Song des Albums, „The Sentence Of Absolution„, bringt wieder einen leicht anderen Ansatz, und der kommt wieder von Gitarren – ein verzerrter Sound, der dem Song ein ziemlich einzigartiges Gefühl gibt. Auch ein Rhythmus im Crescendo, mit Alternationen, die das Ganze interessanter machen, ein Song, der die alten komfortablen Ansätze abschüttelt und einige neue versucht. Hier folgen Vocals nicht dem Rest der Band und spielen dieselben theatralischen geflüsterten oder fast gesprochenen Linien, oder vielleicht sind genau die Vocals das Element jetzt, das Kontinuität liefert. Tribale Rhythmen, gruselige Vocals beenden den Song in einem finalen und unerwarteten Twist. Jedenfalls interessant, bemerkenswert, mit neuen Pfaden, denen sie folgen, ein guter Song, ein weiteres klares Highlight.

Fortsetzung des etablierten Sounds

Eine Empfehlung für jeden, der die letzten Alben schätzt, aber besonders „Daemon„, weil „Liturgy Of Death“ sich sehr nach einer Fortsetzung davon anfühlt. Der aktuelle Sound der Band kommt besser definiert und klarer im Album. Nicht sehr original im Vergleich zu älteren Werken. Und falls jemand nach alten MAYHEM innerhalb der Noten des aktuellen Albums sucht, ist das nicht der Fall – diese typischen dunklen und wirklich einzigartigen Kompositionen bleiben in der Vergangenheit.

Alle MAYHEM-Werke waren kontroverse, von den ersten Releases, die ein neues musikalisches Genre weg von Death Metal starteten, bis zu den letzten, die nicht mehr ihrem eigenen Pfad folgen, und alle verursachten mehr oder weniger extreme Fans- oder Kritikerreaktionen von Ehrfurcht bis Ablehnung. So ist es auch mit „Liturgy Of Death“ – viele werden es schätzen, dass sie der etablierten Richtung folgen, viele werden sich beschweren, nicht mit neuen und anderen Sounds zu kommen.

Aber fernab von aller fanatischen Leidenschaft oder Ablehnung, objektiv beurteilend, ist „Liturgy Of Death“ kein schlechtes Album. Und ganz im Gegenteil, es kann als ein sehr gutes Album betrachtet werden. Keine Revolution – die Band hat ziemlich sicher damit gespielt, nicht zu viele Risiken genommen, aber ihr Talent reicht aus, um selbst mit dieser Attitüde ein sehr gutes Werk zu versichern. Ein Album, das weiter Fans polarisieren wird, aber ein Album, das definitiv ein paar Spins verdient.

Fazit: MAYHEM setzen mit „Liturgy Of Death“ ihren etablierten Sound fort – kein Durchbruch, aber solide und polarisierend wie immer.

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MAYHEM - Liturgy Of Death

INDUCTION – LOVE KILLS!

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INDUCTION - LOVE KILLS! - album cover
INDUCTION - LOVE KILLS! - album cover

Band: INDUCTION 🇩🇪
Titel: LOVE KILLS!
Label: Reigning Phoenix Music
VÖ: 06/02/26
Genre: Symphonic Power Metal

Tracklist

01. Virtual Insanity
02. War Of Hearts
03. Dark Temptation
04. Steel And Thunder
05. Strangers To Love (feat. Clémentine Delauney)
06. Beyond Horizons
07. Gods Of Steel (feat. Antonio Calanna)
08. Love Kills
09. I Am Evil
10. The Veil of Affection
11. Empress

 

Besetzung

Gabriele Gozzi – Vocals
Tim Kanoa Hansen – Guitar
Justus Sahlman – Guitar
Dominik Gusch – Bass
Markus “Maks” Felber – Drums

 

Bewertung:

4/5

INDUCTION kehren mit »LOVE KILLS!« zurück und zeigen, wie man Symphonic und Power Metal modern, episch und emotional zugleich spielt. Gabriele Gozzi übernimmt den Gesang, Tim Kanoa Hansen und Justus Sahlman die Gitarren, Dominik Gusch den Bass, Markus „Maks“ Felber das Schlagzeug. Das Quintett versteht es, orchestrale Passagen und harte Riffs zu verschmelzen, ohne dass das Ganze je aufgebläht wirkt. Die Bühne für Dramatik, Emotion und Geschwindigkeit ist bereitet.

Fünf Musiker, eine Mission

»Virtual Insanity« startet das Album mit einem Mix aus wuchtigen Riffs und fließenden Synthesizerflächen. Gozzis Stimme bewegt sich zwischen verletzlicher Intensität und starker Metal-Power, die sofort packt. Schon im Opener merkt man: Dieses Album scheut keine Themen, die Herz und Kopf fordern – Liebe, Sehnsucht, aber auch Verrat und dunkle Versuchungen.

»War Of Hearts« wirkt wie ein Sturm aus Gitarren und Drums. Die orchestralen Elemente verleihen dem Stück ein cineastisches Gefühl, fast so, als stünde man mitten in einem epischen Konflikt. »Dark Temptation« geht tiefer, erzählt von Begehren und inneren Dämonen. Gozzi balanciert zwischen sanfter Verführung und starker Präsenz, und man spürt die Spannung, die die Band hier aufbaut.

Mit »Steel And Thunder« liefern INDUCTION eine klassische Power-Metal-Hymne, die sofort ins Ohr geht. Die Gitarrenarbeit von Hansen und Sahlman ist präzise, der Bass drückt, das Schlagzeug treibt voran. Alles zusammen erzeugt eine Energie, die man am liebsten live miterleben möchte. Es ist ein Song, der zeigt, dass Technik und Herz hier Hand in Hand gehen.

Wenn Gäste Akzente setzen

Besonders gelungen sind die Gastauftritte: Clémentine Delauney verleiht »Strangers To Love« eine melancholische Tiefe, Antonio Calanna sorgt auf „Gods Of Steel“ für epische Wucht. Beide Stimmen ergänzen Gozzi perfekt und unterstreichen, dass INDUCTION Gastauftritte nicht nur dekorativ einsetzen, sondern dramaturgisch durchdenken.

»LOVE KILLS!« bündelt die zentrale Aussage des Albums. Liebe wird hier zur zerstörerischen Kraft, getragen von choralen Effekten, orchestralen Schichten und kraftvollen Gitarren. Der Song ist approximativ cinematisch und markiert den emotionalen Höhepunkt des Albums.

»I Am Evil« und »The Veil of Affection« zeigen die dunkleren Seiten der Liebe. Komplexe Rhythmen, wechselnde Taktarten, aggressive und melodische Passagen wechseln sich ab und halten die Spannung. Das abschließende »Empress« fasst alles zusammen: Macht, Leidenschaft, Tragik – und hinterlässt das Gefühl, dass die Reise durch »LOVE KILLS!« vollendet ist.

Die Produktion ist klar und lebendig. Jeder Gitarrenlauf, jeder Schlagzeugwirbel und jede orchestrale Linie bekommt ihren Raum. Gozzis Stimme bleibt stets präsent, der Mix wirkt transparent, ohne zu klinisch zu sein. Es ist ein Sound, der sich sowohl auf Kopfhörern als desgleichen über die Anlage entfaltet.

Energie, Emotion, Epik

»LOVE KILLS!« ist kein Album zum Durchhören im Hintergrund. Es verlangt Aufmerksamkeit, belohnt im Gegensatz hierzu mit packenden Melodien, dramatischen Arrangements und emotionaler Tiefe. INDUCTION zeigen, dass sie sowohl Symphonic als daneben Power Metal verstehen und weiterdenken. Die Songs sind abwechslungsreich, die Arrangements durchdacht, die Emotion spürbar.

Ein starkes Album, das zeigt, dass INDUCTION in der europäischen Metal-Szene angekommen sind. Wer kraftvolle Riffs, orchestrale Dramatik und emotionale Intensität schätzt, findet hier reichlich Material, das hängenbleibt – im Kopf und im Herzen.

Fazit: INDUCTION gelingt mit »LOVE KILLS!« ein beeindruckendes Werk, das die Grenzen des symphonischen Power-Metals auslotet.

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INDUCTION - LOVE KILLS! - CD Review

SLAUGHTERDAY – Dread Emperor

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cover artwork SLAUGHTERDAY Dread Emperor
cover artwork SLAUGHTERDAY Dread Emperor

Band: SLAUGHTERDAY 🇩🇪
Titel: Dread Emperor
Label: Testimony Records
VÖ: 13/02/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Enthroned
02. Obliteration Crusade
03. Rapture of Rot
04. Astral Carnage
05. Subconscious Pandemonium
06. Dread Emperor
07. The Forsaken Ones
08. Necrocide
09. Dethroned
10. Golem (Protector cover)

Besetzung

Jens Finger – Guitars, Bass
Bernd Reiners – Vocals, Drums

Bewertung:

2,5/5

Mit ihrem sechsten Full-Length-Album „Dread Emperor“ versprechen SLAUGHTERDAY alles, was ein Fan erwartet – Old-School Death Metal mit melodischem Touch, soliden Rhythmen und massiver Energie. Mit einer soliden Diskografie hinter sich versuchen sie, ihre Position auf der lokalen Szene mit dem neuen Album zu festigen.

Kraftvoller Start, dann Energieverlust

Leicht atmosphärisch und fast Doom-durchzogen kommt der erste Song des Albums „Enthroned„, ein kurzes Intro, das seinen Zweck erreicht, Atmosphäre zu kreieren. Aber „Obliteration Crusade“ bringt einen komplett anderen Ansatz – schnell, massiv, kraftvoll. Gnadenlose Drums und solide Riffs, impactvolle Growling-Vocals und eine immer präsente Lead-Gitarre mit einer aggressiven Serie von Solos. Simpler und effektiver Death Metal, gute melodische Linie, solider Rhythmus.

SLAUGHTERDAY wurden 2010 in der ostfriesischen Stadt Leer gegründet, mit dem originalen – und bis heute verbliebenen – Kern-Duo, bestehend aus Gitarrist und Bassist Jens Finger (Temple of Dread, The X Factor, ex-Obscenity, ex-Banished) und Vocalist und Drummer Bernd Reiners (ex-BK 49, ex-Pain for Pleasure, ex-Splattered Remains).

Viel langsamer, aber bereits vom Beginn an macht die dominante Lead-Gitarre ihre Präsenz bekannt – „Rapture of Rot„, nach den ruhigen Eröffnungsakkorden kehren die frenetischen Drums und guten Riffs zurück. Ziemlich konservativ im Ansatz, Songs mit klarer Struktur und Stil. Aber hier kommen die Solos melodischer und sogar mit einem Hauch Melancholie. Aber das Tempo fällt dramatisch, wenn die Solos passieren, kreiert einen Bruch im Song und zerstört die gute Energie.

Noch melodischer ist „Astral Carnage„, aber auch ein besserer Rhythmus und ein komplexerer Sound, bis die langsamen Lead-Gitarren-Teile einsetzen – melodisch, fast kommerziell melodisch. Das macht den Song zusammenhanglos und lässt ihn energielos wirken. SLAUGHTERDAY-Musik auf dem Album fühlt sich an wie ein Motor, der kraftvoll startet, nur um Sekunden später zu stoppen, und wieder und wieder.

Lead-Gitarren dominieren, Riffs fallen zurück

Die Produktion ist gut, die Instrumente sind klar im Mix und der Sound ist ziemlich ausbalanciert. Vielleicht etwas zu viel Akzent auf Lead-Gitarren, nicht nur als Anteil in der Musik, sondern auch als Lautstärke und Präsenz, was die guten Riffs nach hinten fallen lässt. Auch macht das den aggressiven Teil der Band verwässerter und das ganze Hörerlebnis wie das Hören von Melodic Death Metal oder sogar näher an Melodic Doom. Die Vocals werden in diesem Kontext fast unbedeutend – sie sind da auf jedem Song, aber der bleibende Eindruck ist, dass man ein Instrumentalalbum gehört hat.

Der kontinuierlich alternierende Sound setzt sich fort für die nächsten Songs – „Subconscious Pandemonium“ mit ein paar ziemlich guten Riffs, aber ansonsten ziemlich identisch mit dem vorherigen Song, der Titelsong „Dread Emperor“ kontrastiert gute Teile mit mittelmäßigen, aber insgesamt kein besonders unvergesslicher Song. Aber als Titelsong verdient er ein Doppel-Solo, mit zwei Gitarren, die umeinander wirbeln. Klar eine Band, die Gitarren-Solos total liebt.

Monotonie und vorhersehbare Strukturen

The Forsaken Ones“ versucht, einen entschiedeneren Sound zu bringen, fällt aber bald in denselben lauwarmen Sound. Aber mit einer fast Black-Metal-Lead-Gitarre ist es zumindest etwas Neues, eine willkommene Veränderung nach demselben Solo auf jedem einzelnen Song. Die Tremolo-gepickte Technik passt auch besser zu den dynamischeren Passagen. Im Album-Kontext einer der besten Songs hier.

Ein technischeres Solo eröffnet „Necrocide„, aber abgesehen davon wiederholt der Song die bereits bekannten Akkorde. „Dethroned“ bringt Mid-Tempo, fast Doom Metal für den größten Teil, dieselben Growls und Solos, aber diesmal ohne ein vielversprechendes Riff, das versucht, die Kontrolle über den Sound zu gewinnen.

Schließlich bringt der letzte Song „Golem„, ein Coversong, einen leicht anderen Sound. Der Original-Song wurde von der deutschen Thrash/Death Metal Band Protector auf ihrem hochgelobten Album „Golem“ von 1988 gespielt. Ein besserer Song, eine viel interessantere Komposition und mit interessanteren Vocals, selbst die langsameren Passagen funktionieren besser für SLAUGHTERDAY auf diesem Coversong, und wir bekommen endlich solide Riffs, die hier sind, um zu bleiben und einen Impact zu machen. Die Lead-Gitarre versucht meist, sehr kurz, punktuell zu intervenieren, und im obligatorischen Solo kommt sie mit einem komplett anderen Sound – simpel und effizient. Ein guter Ending-Song, ein anderer und viel besserer letzter Eindruck.

Weit von den Versprechen entfernt

Dieses Album neigt sich zu Death Metal, bleibt aber dahinter zurück. Während manche Songs gute Momente haben, fallen sie alle letztendlich in langsame und melodische Sektionen, die schnell Energie verlieren. Der Sound ist vorhersehbar, mit Songs, die zwei distinkte Hälften haben: eine langsame melodische Sektion, dominiert von Lead-Gitarre, und einen dynamischen, energiegeladeneren Teil mit Riffs und Growls. Es ist kein vollwertiges Death Metal Album noch ein vollwertiges Melodic.

Die Monotonie ist auch ziemlich ausgeprägt. Manche Songs sind kaum unterschiedlich, mit repetitiven und faden Kompositionen. Jeder Song folgt einer ähnlichen Struktur und macht es ziemlich simpel und sehr ähnlich durchgehend. Es ist nicht wirklich Death Metal, falls es so betrachtet werden kann, und es ist ziemlich mittelmäßig insgesamt. Ziemlich weit von dem, was sie zu präsentieren versprachen.

Dread Emperor“ ist mehr wie ein Solo-Gitarren-Album mit kurzen Ausbrüchen von Riffing, aber die sind auch nicht sehr definiert. Der Musik fehlt Inspiration, und die Lead-Gitarre wird sehr schnell repetitiv und uninteressant. Die konstanten Alternationen zwischen Sektionen sind ermüdend, und kein Riff bleibt im Kopf. Es ist kein wirklich unvergessliches Album, es ist nur mittelmäßig aus jedem Blickwinkel.

Fazit: „Dread Emperor“ von SLAUGHTERDAY bleibt hinter Versprechen zurück – monoton, energielos und mehr Solo-Album als Death Metal.

Internet

SLAUGHTERDAY - Dread Emperor - Album Review

HEIR CORPSE ONE – Destination Domination

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HEIR CORPSE ONE - Destination Domination - album cover
HEIR CORPSE ONE - Destination Domination - album cover

Band: HEIR CORPSE ONE 🇸🇪
Titel: Destination Domination
Label: Emanzipation Productionst
VÖ: 06/02/26
Genre: Death/Groove Metal

Tracklist

01. Destination Domination
02. Undeath From Above
03. Reaping Human Harvest
04. Shelter In The Darkness
05. Well Of Blood
06. Thresher
07. Mechanisms of Mortality
08. Motordead
09. The Last Supper
10. Undead Nation

 

Besetzung

Rogga Johansson – guitars, vocals
Kjetil Lynghaug – lead guitar
Peter Svensson – bass, backing vocals
Marcus Rosenkvist – drums

 

Bewertung:

3,5/5

HEIR CORPSE ONE ist ein schwedisches Projekt mit klarer Old-School-DNA. Angeführt von Rogga Johansson, der in der Szene längst als Dauerarbeiter zwischen Death-, Doom- und Grind gilt, setzt die Band auf eine klassische Viererbesetzung: Johansson übernimmt Gitarren und Vocals, Kjetil Lynghaug steuert die Leadgitarre bei, Peter Svensson ist für Bass und Backings zuständig, während Marcus Rosenkvist am Schlagzeug sitzt. Die musikalische Ausrichtung ist eindeutig: Death-Metal mit starkem Groove-Fokus, wenig Schnörkel, viel Druck.

Destination: Domination – der Anspruch

Schon der Titel des Albums lässt keine Missverständnisse zu. »Destination: Domination« will kein subtiler Grower sein, sondern direkt in die Vollen gehen. HEIR CORPSE ONE setzen auf ein Konzept, das sich an klassischen Death-Metal-Tugenden orientiert: massive Riffs, knurrende Vocals, treibende Drums und ein Songwriting, das mehr auf Wucht als auf Komplexität setzt.

Dabei klingt das Projekt weniger nach moderner Technikschau, sondern eher nach einer Verbeugung vor der schwedisch-amerikanischen Schnittmenge aus ENTOMBED-Groove, BOLT-THROWER-Walze und einer Prise moderner Durchschlagskraft. Das Ziel ist klar: Songs schreiben, die live funktionieren und auf Platte keinen Leerlauf erzeugen.

Sound und Produktion

Die Produktion ist druckvoll, gleichwohl nicht überpoliert. Gitarren liegen fett im Mix, der Bass ist hörbar präsent, und das Schlagzeug klingt organisch genug, um nicht steril zu wirken. Gerade Rosenkvists Drums sorgen für viel Bewegung, da sie nicht permanent auf Blastbeats setzen, sondern oft im Midtempo bleiben und den Groove betonen.

Johanssons Stimme ist das bekannte tiefe Growlen, dass man von ihm erwartet. Kein großes Experiment, keine stilistischen Ausflüge, sondern ein konstanter, aggressiver Grundton. Das passt zum Material, weil die Songs eher auf Atmosphäre und Rhythmus setzen als auf extreme Dynamik.

Die Songs im Überblick

Der Opener und Titelsong »Destination: Domination« macht direkt klar, worum es geht. Ein simples, freilich effektives Riff, stampfender Rhythmus, ein Refrain, der sich schnell festsetzt. Kein komplizierter Aufbau, sondern ein klassischer Einstieg, der das Album-Feeling sofort definiert.

»Undeath From Above« und »Reaping Human Harvest« knüpfen nahtlos an. Beide Tracks setzen auf groovige Midtempo-Riffs mit kurzen Tempowechseln. Besonders »Reaping Human Harvest« bleibt durch sein leicht thrashiges Gitarrenspiel im Ohr und gehört zu den stärkeren Nummern der ersten Hälfte.

Mit »Shelter In The Darkness« wird das Tempo etwas zurückgenommen. Der Song lebt von einer düsteren Grundstimmung und schweren, schleppenden Riffs. Hier zeigt sich die Doom-Seite von Rogga Johansson, ohne dass der Track komplett ins Langsame abdriftet.

»Well Of Blood« und »Thresher« bringen wiederum mehr Bewegung rein. Gerade »Thresher« fällt durch ein markantes Hauptriff auf, das stark auf Groove setzt und fast schon an alte SIX FEET UNDER erinnert, allerdings mit mehr Druck und weniger Minimalismus.

»Mechanisms of Mortality« gehört zu den technischsten Stücken des Albums. Mehr Leadgitarren, mehr kleine Breaks, mehr Abwechslung im Songverlauf. Hier kommt Kjetil Lynghaug stärker zur Geltung, vor allem in den Soloparts.

»Motordead« ist dann wieder reiner Vorwärtsdrang. Kurze Spielzeit, aggressives Tempo, wenig Umwege. Ein typischer Nackenbrecher, der live vermutlich gut funktionieren wird.

Mit »The Last Supper« und »Undead Nation« geht das Album solide ins Finale. Beide Songs bleiben im bekannten Rahmen, ohne große Überraschungen, liefern trotzdem das, was man von HEIR CORPSE ONE erwartet: schwere Riffs, klare Strukturen und eine konsequente Death-Metal-Ästhetik.

Stärken und Schwächen

Die größte Stärke von »Destination: Domination« liegt in seiner Konsequenz. Das Album weiß buchstäblich, was es sein will, und verliert sich nicht in unnötigen Experimenten. Die Songs sind kompakt, eingängig und durchgehend gut spielbar.

Gleichzeitig liegt hier auch die Schwäche. Wer nach Innovation, ungewöhnlichen Arrangements oder stilistischen Brüchen sucht, wird wenig finden. Viele Riffs folgen bekannten Mustern, einige Songstrukturen ähneln sich stark. Das Album klingt eher wie eine sehr gut gemachte Genre-Arbeit als wie ein Meilenstein.

»Destination: Domination« ist ein solides Death/Groove-Metal-Album ohne große Risiken, hingegen mit viel Routine und handwerklicher Qualität. HEIR CORPSE ONE liefern genau das, was der Titel verspricht: Dominanz durch Schwere, Groove und aggressive Grundhaltung. Kein Album, das das Genre neu definiert, aber eines, das Fans von klassischem Death Metal zuverlässig abholt.

Fazit: HEIR CORPSE ONE liefern mit »Destination: Domination« ein Album ab, das die Erwartungen erfüllt.

Internet

HEIR CORPSE ONE - Destination Domination - CD Review

METAL CHURCH – kündigen neues Album an

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metal church - dead to rights - album cover

METAL CHURCH – kündigen neues Album „Dead to Rights“ an / Pre Order gestartet!

metal church - dead to rights - album cover

Die Thrash-Metal-Legenden der Westküste, METAL CHURCH, sind zurück mit ihrem 13. Studioalbum „Dead To Rights“, das am 10. April über Reaper Entertainment in Europa veröffentlicht wird. Das Album ist die erste Veröffentlichung der neuen Bandbesetzung, bestehend aus Gründungs-Gitarrist Kurdt Vanderhoof, dem langjährigen Gitarristen Rick Van Zandt, Bass-Ikone David Ellefson, Powerhouse-Schlagzeuger Ken Mary und dem dynamischen neuen Sänger Brian Allen.

Das Album bietet den typischen, riffgetriebenen Heavy-Sound von Metal Church, von dem aggressiven Eröffnungsangriff „Brainwash Game“ bis zum rifflastigen Finale „My Wrath“. Fans werden den klassischen Metal-Church-Stil auch in Songs wie „Deep Cover Shakedown“, „The Show“ und „Wasted Time“ wiedererkennen. Die erste Single des Albums, „F.A.F.O.“, die letzten November veröffentlicht wurde, hat mit dem offiziellen Video bereits über 400.000 Aufrufe gesammelt. „Dead To Rights“ wurde von Kurdt Vanderhoof produziert und von Zeuss bei Planet Z gemixt und gemastert.

Kurdt Vanderhoof erklärt:

„Dieses neue Album ist aus einem Grund sehr besonders für mich: Die Band war vorbei, und ehrlich gesagt habe ich nicht damit gerechnet, dass sie wiederbelebt wird. Aber irgendwie hat sie sich selbst zurück ins Leben gebracht – wieder einmal! Ich bin unglaublich stolz auf diese neuen Songs; sie packen richtig zu. Brian Allen bringt den klassischen Metal-Church-Sound in die Vocals ein, und eine Rhythmussektion mit Musikern von Kaliber wie Dave Ellefson und Ken Mary zu haben, macht das Ganze zu einer wahren Macht. Wer klassischen Metal Church liebt, wird dieses Album lieben.“

„Dead To Rights“ hier in verschiedenen Versionen vorbestellen:
Metal Church EU Shop

metal church - dead to rights - album cover

Tracklist

01. Brainwash Game
02. F.A.F.O.
03. Dead To Rights
04. Deep Cover Shakedown
05. Feet To The Fire
06. The Show
07. Heaven Knows (Slip Away)
08. No Memory
09. Wasted Time
10. My Wrath

 

Quellenangabe: Reaper Entertainment

TAILGUNNER – Midnight Blitz

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TAILGUNNER - Midnight Blitz - album cover
TAILGUNNER - Midnight Blitz - album cover

Band: TAILGUNNER 🇬🇧
Titel: Midnight Blitz
Label: Napalm Records
VÖ: 06/02/26
Genre: Heavy Metal

Tracklist

01. Midnight Blitz
02. Tears In Rain
03. Follow Me In Death
04. Dead Until Dark
05. Barren Lands And Seas Of Red
06. War In Heaven
07. Blood Sacrifice
08. Night Raids
09. Eye Of The Storm
10. Eulogy

 

Besetzung

Craig Carns – Vocals
Rhea Thompson – Lead Guitar
Zach Salvini – Lead Guitar
Bones – Bass Guitar
Eddie Mariotti – Drums

 

Bewertung:

4/5

TAILGUNNER gehören zu den Bands, die Heavy Metal nicht als Nostalgieprojekt begreifen, sondern als lebendige, atmende Gegenwart. Das Line-up liest sich wie ein klassisches Metal-Rollenspiel: Craig Carns am Mikro, die beiden Lead-Gitarristen Rhea Thompson und Zach Salvini als tonales Zwillingsgespann, Bones am Bass und Eddie Mariotti am Schlagzeug. Mit »Midnight Blitz« legt die Band ihr neues Studioalbum vor und zeigt ziemlich eindrucksvoll, wie zeitlos traditioneller Metal klingen kann, ohne altbacken zu wirken.

Zwischen Stahl und Neon

Vorangehend macht der Opener und Titeltrack »Midnight Blitz« klar, wohin die Reise geht. Schnelle Riffs, ein treibendes Doublebass-Pattern und ein Refrain, der sofort im Ohr bleibt. TAILGUNNER setzen auf klassische Heavy-Metal-DNA, irgendwo zwischen JUDAS PRIEST, frühen IRON MAIDEN und modernerer US-Power-Metal-Schule. Was dabei auffällt: Die Produktion ist druckvoll, nichtsdestoweniger nicht überpoliert. Gitarren haben Biss, das Schlagzeug klingt organisch und der Bass bleibt stets hörbar.

Craig Carns überzeugt mit einer Stimme, die kraftvoll und rau ist, ohne ins Schreien abzudriften. Er bewegt sich souverän zwischen melodischen Linien und aggressiveren Passagen. Gerade im Titeltrack wirkt das sehr stimmig, weil sich Gesang und Riffs gegenseitig antreiben.

Melodien mit dunklem Kern

Mit »Tears In Rain« wird das Tempo leicht zurückgenommen. Hier zeigt die Band ihre melodische Seite. Der Song lebt von einem approximativ melancholischen Grundton, getragen von harmonischen Leadgitarren. Das erinnert ein wenig an die epischeren Momente von DIO oder QUEENSRŸCHE, ohne deren Pathos zu kopieren. Die Hook sitzt, der Refrain öffnet sich und bleibt hängen.

»Follow Me In Death« geht danach wiederum deutlich härter nach vorne. Ein klassischer Midtempo-Stampfer mit düsterer Grundstimmung, schweren Riffs und einem Chorus, der sich live perfekt für Mitsing-Passagen anbietet. Besonders stark ist hier die Gitarrenarbeit. Thompson und Salvini spielen sich die Leads wie in einem Dialog zu, ohne dass es jemals nach Selbstzweck klingt.

Krieg, Blut und Apokalypse

Thematisch bleibt »Midnight Blitz« klar im Metal-Kosmos: Tod, Krieg, Untergang, mythologische Bilder. »Dead Until Dark« und »Barren Lands And Seas Of Red« gehören zu den düstersten Tracks des Albums. Gerade letzterer fällt durch seine Länge und Struktur auf. Der Song baut sich langsam auf, wechselt mehrmals das Tempo und entwickelt eine fast epische Atmosphäre. Hier zeigt sich, dass TAILGUNNER mehr können als nur geradeaus zu bolzen.

»War In Heaven« ist dann wieder ein direkter Angriff. Ein schnelles Riff jagt das nächste, Eddie Mariotti treibt das Ganze gnadenlos voran. Sein Drumming gehört ohnehin zu den Stärken der Platte. Er spielt technisch sauber, gleichwohl nie steril, immer mit spürbarem Groove.

Blutrote Highlights

»Blood Sacrifice« ist einer der eingängigsten Songs des Albums. Klassischer Heavy-Metal-Refrain, simple, aber effektive Struktur, dazu ein Solo, das buchstäblich die richtige Länge hat. Kein unnötiges Gefrickel, sondern melodisch und songdienlich. Hier merkt man, dass die Band ein gutes Gespür für Dynamik hat.

Mit »Night Raids« und »Eye Of The Storm« folgt ein starkes Doppel, das nochmal unterschiedliche Facetten zeigt. Ersterer ist schnell, aggressiv und annäherungsweise thrashig angehaucht, während »Eye Of The Storm« deutlich mehr Atmosphäre aufbaut und mit Spannungsbögen arbeitet. Besonders der ruhige Mittelteil mit cleaneren Gitarren ist ein gelungener Kontrast.

Ein würdiger Abgang

Der Abschluss »Eulogy« ist genau das, was der Titel verspricht. Ein eher langsamer, schwerer Song, der sich Zeit nimmt. Keine Hektik, dafür viel Gefühl. Carns singt hier besonders eindringlich, beinahe schon verletzlich. Der Song wirkt wie ein Abspann, der das Album sauber abrundet und ihm eine gewisse emotionale Tiefe verleiht.

»Midnight Blitz« ist ein Album, das nichts Neues erfinden will und exakt darin seine Stärke findet. TAILGUNNER liefern klassischen Heavy Metal in Reinform, im Kontrast hierzu mit genug Eigenständigkeit, um nicht in der Retro-Falle zu landen. Die Songs sind durchweg stark, das Niveau bleibt über die komplette Laufzeit hoch, echte Ausfälle gibt es keine. Besonders die Gitarrenarbeit und der Gesang sorgen ad hoc, dass sich die Platte nicht im Einheitsbrei verliert.

Die Band wirkt eingespielt, fokussiert und hungrig. Man spürt, dass hier Musiker am Werk sind, die Heavy Metal nicht bloß spielen, sondern leben. »Midnight Blitz« eignet sich perfekt für Fans traditioneller Metal-Klänge, die Wert auf starke Riffs, eingängige Refrains und ehrliche Energie legen.

Fazit: »Midnight Blitz« bestätigt erneut das Können von TAILGUNNER. Mit ihrer energiegeladenen Performance, den tiefgründigen Texten und der musikalischen Vielfalt setzen sie ein starkes Zeichen im Heavy-Metal-Genre.

Internet

TAILGUNNER - Midnight Blitz - CD Review