Start Blog Seite 5

Konquest – Dark Waters

0
Konquest – Dark Waters - Artwork
Konquest – Dark Waters - Artwork

Band: Konquest 🇮🇹
Titel: Dark Waters
Label: No Remorse Records
VÖ: 24/04/26
Genre: Heavy Metal/NWOBH

Tracklist

Besetzung

Alex Rossi – Gesang, alle Instrumente

Bewertung: 3,5/5

77%

Dass Soloprojekte ordentlich Qualität abliefern können, beweist aktuell unter anderem Alex Rossi mit seinem mittlerweile dritten KONQUEST – Werk »Dark Waters«. Inspiriert von der NWOBH bietet er allerhand gelungene Kompositionen, die sich auch nach etlichen Durchläufen nicht abnutzen

»Dark Waters« setzt auf altbekannte Zutaten.

So könnte das instrumentale »The Giant« ein Überbleibsel aus Iron Maidens Powerslave – Phase sein, der überragende Rausschmeißer »Kubla Khan« wühlt sich sogar noch tiefer in die Historie der NWOBH und ist stilistisch irgendwo zwischen Piece Of Mind, Cloven Hoofs Dominator und frühen Angelwitch.
Das Eröffnungsdoppel indes versprüht sogar ein bisschen vom punkigen Flair, der Ende der Siebziger noch den Heavy Metal umgab, »Turn The Lights Off« und »Man With A Stone« hingegen klingen sensationell originär nach den ganz frühen Cloven Hoof in der Demophase!

Fazit:

Nichts Neues, nicht Innovatives, aber durchweg gelungene Songs für Fans der Frühphase der NWOBH. Dunkle Wasser müssen nicht immer tief und dreckig sein, manchmal sorgt frischer Wind für etwas Wellengang und somit dafür, dass alte Schätze nach oben treiben. Wer auf Altbewährtes setzt, der wird mit »Dark Waters« extrem glücklich sein!

Internet

KONQUEST – Dark Waters

ABUSER – Blood Marks

0
cover artwork ABUSER Blood Marks
cover artwork ABUSER Blood Marks

Band: ABUSER 🇵🇱
Titel: Blood Marks
Label: Xtreem Music
VÖ: 07/05/26
Genre: Thrash Metal

Tracklist

01. Cry Of The Innocent
02. Suspended In Torture
03. Blood Marks
04. Painbringer
05. Fin De Siècle
06. Monument Of Atrocity
07. Struggling For Reality
08. Lethal Obsession
09. Abuser
10. Witnessing Madness

Besetzung

Paweł Dominiak – Guitar, Vocals
Michał Kotwicki – Bass, Backing Vocals
Albert Matuszny – Guitar, Backing Vocals
Jakub Klimkiewicz – Drums, Backing Vocals

Bewertung:

4,5/5

Polnische Thrash Metal Neulinge ABUSER veröffentlichen ihr Debüt-Full-Length-Album. Sieben Jahre nach vielversprechendem Demo sind sie endlich da mit „Blood Marks„. Das Album nimmt Hörer mit auf eine sonische Reise in aggressive Gefilde – bietet gute Rhythmen und ein solides Beispiel gut komponierten und gespielten Thrash Metal.

Marschierendes Schlagzeug eröffnet Old-School-Attacke

Eine marschierende Schlagzeugsequenz eröffnet das Album, kurz gefolgt von guten und soliden Riffs. „Cry Of The Innocent„, der Eröffnungstrack, bringt Old-School Thrash Metal Stimmung mit guter Dynamik und wirklich angepissten Vocals – sehr technisch und mit inspirierter melodischer Linie. Die Riffs sind überwältigend, und genau das sollte in einem Thrash Metal Song sein – ein guter und vielversprechender Eröffnungstrack.

ABUSER kommen aus Wrocław (Breslau), Niederschlesien, wurden 2018 gegründet und waren ziemlich aktiv all diese Jahre. Gründungsmitglied Paweł Dominiak, der Gitarre und Vocals spielt, ist der einzige Musiker, der von Anfang an im Projekt involviert ist. Neben ihm besteht das aktuelle Lineup aus Michał Kotwicki für Bass und Backing Vocals, Albert Matuszny an Gitarre, Backing Vocals und Jakub Klimkiewicz hinter den Drums, auch Backing Vocals.

Ein klarerer Rhythmus kommt in „Suspended In Torture„, mit derselben Old-School-Attitüde und demselben Klang. Vocals sind nicht ganz typisch für Thrash, funktionieren aber sehr gut mit dem Gesamtklang, ausdrucksstark und giftig. Und im Song beteiligen sich alle anderen Mitglieder als Backing Vocals – „Riot Vocals„, wie die Band diesen Beitrag offiziell listete. Dennoch dominieren die Gitarren den Klang, diesmal bringt ein kurzes, prägnantes Solo dissonanten und gleichermaßen aggressiven Input. Dennoch ein guter Song.

Der Titelsong „Blood Marks“ ist rebellisch, adrenalingetrieben, rasend und sehr gutes Beispiel für simplen und effizienten Thrash Metal. Der Song kommt auch mit dramatischen Tempowechseln und atmosphärischer Passage, getrieben von komplexer Basslinie. Verdünnt leicht den Biss der Musik durch diese musikalischen Komplikationen, beweist einmal mehr, dass simpler Thrash Metal ohne zu viele Ornamente der beste ist.

Klare Produktion ohne Überpolierung

Die Produktion ist gut und klar, ohne überpoliert zu sein. Alle Instrumente sind klar im Mix, alle technischen Ausdrucksformen sehr gut eingefangen. Ein dynamischer Klang, dichtes Mixing resultiert in fesselnder Klanglandschaft für den größten Teil des Albums.

Und das Album setzt sich fort auf dieselbe aggressive und frenetische Weise, „Painbringer“ setzt den Drums-Beitrag mehr ins Licht, gnadenlos, chaotisch und bringt viel Unruhe neben galoppierenden Riffs und überfahrenen Vocals. Pures Chaos, ein Song mit seinem Charme. „Fin De Siècle“ kehrt zurück zu simplen und konsistenten Riffs, sogar mit einigen Death Metal Einflüssen, in der Essenz ein echter mahlender Song. Die seltenen Akzente, meist von Leadgitarre geliefert, sind nicht exzessiv melodisch. Ein intensiver und solider Track, simpel aber effektiv – ein weiterer Höhepunkt des Albums.

Nach dem erdrückenden vorherigen Track setzt „Monument Of Atrocity“ in anderem Ton fort, explosiv und hochenergetisch, wieder ein Song, der einige Einflüsse aus anderen Genres akzeptiert, auch ein Song, der weiter beeindruckt. Chaotisch und überfahren ist „Struggling For Reality“ ein Beispiel purer Furie und entfesselter Energie, wieder ein Song mit Wechseln zwischen schnellem und Mid-Tempo. Eine instrumentale Passage – auch wenn technisch beeindruckend – lässt den Song etwas Power der gewalttätigen ersten Akkorde verlieren. Und „Lethal Obsession“ hält diesen Ansatz, technischer aber langsamer.

Der Song, der den Bandnamen teilt, “Abuser„, ist wieder ein Beispiel zügelloser Furie, gnadenlos und anarchisch. Verzweifelte Vocals werden komplettiert durch sehr verwobene Gitarren, besonders die Leadgitarre zeigt beeindruckende technische Demonstration. Zusammen mit den Riffs füllen sie den ganzen Raum. Unterstützt von solider Rhythmussektion, ein weiteres definitives Highlight. Und der finale Song „Witnessing Madness“ mit seinem wahnsinnig schnellen Tempo repräsentiert eine Rückkehr zu purem Thrash, nachdem sie einige Ausflüge in andere Territorien machten – hier kommen sie ungezügelt in finalem Angriff – auch eine technische Demonstration. Ein würdiges Ende und guter finaler Eindruck.

Frischer Wind mit anarchischem Spirit

Guter Thrash Metal vom polnischen Quartett – viele Einflüsse von Death Metal und auch einige Akzente anderer extremer Stile, all das zusammengebracht in kohärenter Arbeit, die ihre Aggression für die ganze Dauer hält. Permanent mit neuen Ideen kommend, viele davon überraschen den Hörer – die Erfahrung ist sehr dynamisch und befriedigend.

Ein Album, das frischen Wind ins Genre bringt, schafft es zu beeindrucken durch solides und gnadenloses Mahlen, alterniert Momente von Chaos und ungezügelten, explosiven Ausbrüchen, auch mit ruhigeren, gut durchdachten Passagen, die mit klaren und giftigen Riffs konstant Druck aufbauen. Insgesamt anarchische Atmosphäre, die so gut den wahren Spirit von Thrash Metal repräsentiert. Ein vielversprechendes Debüt, ein solider Karrierestart für ABUSER – eine Band, die man im Auge behalten sollte. Und „Blood Marks“ eine klare Empfehlung für jeden, der aggressiven und ungeschliffenen Extreme Metal liebt.

Fazit: ABUSER liefern mit „Blood Marks“ vielversprechendes Thrash-Debüt – chaotisch, technisch, ungezügelt mit anarchischem Spirit.

Internet

ABUSER - Blood Marks

EXTINCT – In Conspiracies We Trust

0
EXTINCT - In Conspiracies We Trust - album cover
EXTINCT - In Conspiracies We Trust - album cover

Band: EXTINCT 🇩🇪
Titel: In Conspiracies We Trust
Label: MDD Records
VÖ: 07/05/26
Genre: Thrash Metal

Tracklist

01. The Conservative Reactionary Wokeness Strikes Back
02. Wladon In Wonderland
03. March Of The Extinct Squad
04. Bullshit Priorities
05. Egoplasma
06. In Conspiracies We Trust
07. Enlightenment
08. Sit Vis Pacem
09. Seizure Of Power

 

Besetzung

Helge Hentrop – Vocals/Bass
Francesco Emiliano Guglielmi – Guitar/backing vocals
Michael Schulz – Drums
Roman Rossbach – Guitar/backing vocals

 

Bewertung:

4,5/5

EXTINCT melden sich mit »In Conspiracies We Trust« zurück und liefern ein Thrash-Metal Album, das sich bewusst zwischen klassischen Wurzeln und modernen Death Thrash Elementen bewegt. Die Band setzt sich aus Helge Hentrop an Vocals und Bass, Francesco Emiliano Guglielmi an der Gitarre und ebenfalls für Backing Vocals verantwortlich, Michael Schulz am Schlagzeug sowie Roman Rossbach an der zweiten Gitarre und Backing Vocals zusammen. Schon diese Besetzung deutet auf ein eng verzahntes Zusammenspiel hin, bei dem Rhythmus und Riffarbeit klar im Mittelpunkt stehen.

Klangbild und Produktion

Das Album bewegt sich klanglich in einem Spannungsfeld aus rauer Old-School-Attitüde und zeitgemäßer Durchschlagskraft. Die Gitarren sind scharf konturiert, ohne steril zu wirken. Statt überproduzierter Glätte dominiert ein organischer Sound, der Raum für Dynamik lässt. Das Schlagzeug arbeitet druckvoll, oft mit hohem Tempo, bleibt dabei aber nachvollziehbar im Groove verankert. Der Bass von Helge Hentrop ist nicht bloß Begleitung, sondern trägt das Fundament vieler Passagen sichtbar mit.

Die Produktion wirkt bewusst nicht überpoliert. Kleine Kanten bleiben erhalten, was dem Material eine gewisse Direktheit verleiht. Gerade im Thrash Kontext funktioniert dieser Ansatz gut, da die Energie der Songs nicht geglättet wird.

Songwriting und thematische Ausrichtung

»In Conspiracies We Trust« versteht sich als Statement Album, das gesellschaftliche Spannungen, politische Verzerrungen und ideologische Überhitzung thematisiert. Dabei arbeitet die Band mit zugespitzten Bildern und provokanten Titeln, ohne in reine Parolenhaftigkeit abzurutschen.

Bereits die ersten beiden Stücke setzen ein hohes Tempo und eine klare Richtung. »The Conservative Reactionary Wokeness Strikes Back« arbeitet mit abrupten Tempowechseln und aggressiven Riffkaskaden. »Wladon In Wonderland« bricht diese Härte punktuell auf, bleibt aber rhythmisch unruhig und unberechenbar.

Highlights der Platte

»March Of The Extinct Squad« gehört zu den kompakteren, aber wirkungsvollsten Tracks des Albums. Hier greifen die Gitarren sauber ineinander, während das Schlagzeug einen beinahe marschartigen Druck erzeugt. Der Song wirkt wie ein zentrales Manifest der Bandidentität.

»Bullshit Priorities« fällt durch seine rhythmische Direktheit auf. Der Track arbeitet mit klaren Breaks und einer fast punkigen Aggression, die sich schnell im Ohr festsetzt. »Egoplasma« hingegen geht stärker in technische Gefilde und zeigt die Gitarrenarbeit von Guglielmi und Rossbach in besonders komplexen Strukturen.

Der Titeltrack »In Conspiracies We Trust« bündelt viele Elemente des Albums. Hier trifft klassische Thrash Energie auf moderne Dichte. Besonders auffällig ist der Wechsel zwischen treibenden Parts und fast schon doomig wirkenden Verdichtungen.

»Enlightenment« und »Sit Vis Pacem« setzen gegen Ende atmosphärisch etwas andere Akzente. Beide Stücke arbeiten stärker mit Spannung als mit Geschwindigkeit und zeigen eine reflektiertere Seite der Band, ohne die Grundaggression aufzugeben.

Das Finale »Seizure Of Power« kehrt noch einmal zur vollen Intensität zurück. Schnelle Riffs, dichte Drums und ein kompromissloser Vortrag sorgen für einen Abschluss, der das Album konsequent abrundet.

Leistung der Musiker

Helge Hentrop liefert einen Gesang, der rau und direkt bleibt, ohne in monotone Aggression zu kippen. Besonders im Zusammenspiel mit den Backing Vocals entsteht eine zusätzliche Schicht, die den Songs mehr Tiefe gibt. Die Gitarrenarbeit von Francesco Emiliano Guglielmi und Roman Rossbach zeigt ein gutes Gespür für Wechsel zwischen klassischem Thrash Riffing und modernerem, technischeren Spiel. Michael Schulz am Schlagzeug hält das Ganze stabil zusammen und sorgt für den nötigen Druck, ohne sich in reiner Geschwindigkeit zu verlieren.

»In Conspiracies We Trust« ist ein Thrash-Metal Album, das seine Herkunft nicht versteckt und gleichzeitig versucht, eigene Akzente zu setzen. EXTINCT liefern ein Werk, das sowohl auf Old-School-Einflüsse zurückgreift als auch moderne Härte integriert. Nicht jeder Moment wirkt vollkommen ausbalanciert, doch genau diese Reibung verleiht dem Album Charakter.

Fazit: »In Conspiracies We Trust« von EXTINCT ist ein Album, das Thrash-Metal in seiner puren Form zelebriert und gleichzeitig aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreift.

Internet

EXTINCT - In Conspiracies We Trust - CD Review

SINS OF SHADOWS – The Last Frontier

0
SINS OF SHADOWS - The Last Frontier - album cover
SINS OF SHADOWS - The Last Frontier - album cover

Band: SINS OF SHADOWS 🇫🇷
Titel: The Last Frontier
Label: Selfrelease
VÖ: 05/05/26
Genre: Heavy/Power/Groove Metal

Tracklist

01. The Void
02. The Last Frontier
03. Walls of Past
04. Tell me Why
05. Rise Again
06. Prologue
07. As Darkness Falls
08. The End of the Road
09. One Last Journey

 

Besetzung

Nicolas Jacon – All Guitars
Sebastien Normand – Bass
Rodolphe Plachesi – Drums
Tasos Lazaris – featured Vocals

 

Bewertung:

4/5

Mit ihrem neuesten Album »The Last Frontier« setzen SINS OF SHADOWS ein kraftvolles Zeichen im Bereich des Heavy-, Power- und Groove-Metal. Die französische Band, bestehend aus Nicolas Jacon (Gitarre), Sebastien Normand (Bass), Rodolphe Plachesi (Schlagzeug) und dem gefeaturten Vocalisten Tasos Lazaris, vereint in ihrem Werk eine Vielzahl von musikalischen Einflüssen zu einem intensiven Hörerlebnis. Das Ergebnis ist ein Album, das sowohl Fans alter Schule als auch Liebhaber moderner Metal-Klänge anspricht.

Sound und Produktion

Musikalisch bewegt sich das Album zwischen Heavy-, Power- und Groove-Metal. Die Basis bildet ein klassischer Gitarrensound, der sich stark an der Energie der NWOBHM orientiert, gleichzeitig aber modern produziert wirkt. Einflüsse von IRON MAIDEN und SAXON sind ebenso hörbar wie die progressive Wucht von SYMPHONY X oder ICED EARTH. In den härteren Momenten blitzen auch Elemente auf, die an MEGADETH oder TESTAMENT erinnern, vor allem im Riffing und in der rhythmischen Präzision.

Besonders auffällig ist der Einsatz von Twin-Guitar-Harmonien, die eine gewisse Wärme in die Songs bringen und stellenweise an THIN LIZZY erinnern. Diese Mischung aus Nostalgie und moderner Aggression gibt dem Album seine eigene Identität. Sebastien Normand hat Mix und Mastering übernommen und sorgt dafür, dass jedes Instrument klar im Raum steht, ohne die rohe Energie zu glätten.

Songs und Struktur

Der Einstieg mit »The Void« setzt direkt ein dunkles, druckvolles Zeichen. Der Song baut Spannung auf, ohne sich zu früh zu entladen, und führt direkt in den Titeltrack »The Last Frontier«. Hier zeigt die Band ihre Stärken besonders deutlich, kraftvolle Riffs, ein treibendes Drumming und ein Refrain, der sich schnell festsetzt.

»Walls of Past« arbeitet stärker mit melodischen Gitarrenlinien und bringt eine nachdenklichere Note ins Album. »Tell Me Why« geht dagegen direkter nach vorne und setzt auf Groove und Eingängigkeit, ohne die metallische Schärfe zu verlieren. Einer der emotionaleren Momente folgt mit »Rise Again«, dass eine Art hymnische Energie transportiert und live vermutlich besonders gut funktionieren dürfte.

Mit »Prologue« gönnt sich das Album einen kurzen atmosphärischen Zwischenmoment, bevor »As Darkness Falls« wieder deutlich dunkler und aggressiver wird. Hier dominiert das Zusammenspiel von Rhythmussektion und Gitarrenarbeit, während die Vocals von Tasos Lazaris eine raue, aber kontrollierte Intensität entfalten.

»The End of the Road« bringt eine gewisse epische Breite ins Spiel, bevor »One Last Journey« das Album abschließt. Der finale Track wirkt wie eine Zusammenfassung der vorherigen Elemente. Melodisch, schwer und zugleich offen genug, um nachzuklingen, wenn die letzte Note verklungen ist.

Eindruck und Einordnung

»The Last Frontier« zeigt eine Band, die ihre Einflüsse kennt und sie bewusst in eine eigene Form gießt. Statt reine Zitate zu liefern, werden klassische Metal-Strukturen weitergedacht und mit moderner Produktion verbunden. Die Gitarrenarbeit bleibt dabei klar im Mittelpunkt, während Bass und Schlagzeug für ein stabiles, druckvolles Fundament sorgen.

Nicht jeder Song überrascht durch radikale Wendungen, doch die Stärke des Albums liegt eher in der Konsequenz und im Zusammenspiel der einzelnen Elemente. Besonders die Gitarrenharmonien und die präzise Rhythmik geben dem Werk eine klare Identität, die sich durch alle neun Tracks zieht.

SINS OF SHADOWS liefern mit »The Last Frontier« ein Album, das klassische Metal-Wurzeln respektiert und gleichzeitig zeitgemäß klingt. Die Mischung aus Härte, Melodie und technischer Präzision funktioniert über weite Strecken sehr gut. Kleine Längen im Mittelteil verhindern die Höchstwertung, dennoch bleibt ein starkes, geschlossenes Werk mit viel musikalischem Charakter.

Fazit: »The Last Frontier« ist ein starkes Album, das die Vielseitigkeit und das Können von SINS OF SHADOWS unter Beweis stellt.

Internet

SINS OF SHADOWS - The Last Frontier - CD Review

MÖHRKVLTH – Gwenojennoù An Ankounac’h

0
cover artwork MÖHRKVLTH Gwenojennoù An Ankounac’h
cover artwork MÖHRKVLTH Gwenojennoù An Ankounac’h

Band: MÖHRKVLTH 🇫🇷
Titel: Gwenojennoù An Ankounac’h
Label: Antiq
VÖ: 05/05/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Dindan gouloù ar c’hroajoù mein
02. Va c’heriadenn
03. Recueillement
04. Pour une couronne de chrysanthèmes
05. Noz ar re grouget
06. Aux songes de l’hiver

Besetzung

Florian Le Borgne – Bass
Galaad Biannic – Drums
Grégory Person – Guitars, Vocals
Mathieu Losq-Le Bars – Vocals
Sven Vinat – Guitars, Vocals

Bewertung:

3/5

Die französische Black Metal Band MÖHRKVLTH kehrt mit ihrem Sophomore-Album zurück – acht Jahre nach ihrem Debüt. „Gwenojennoù An Ankounac’h“ ist ein Album, das einmal mehr die Stärke der Band zeigt, verstörende Klanglandschaften zu kreieren.

Interessante Melodien von katastrophalem Schlagzeug zerstört

Atmosphärisch, finster – der Eröffnungssong „Dindan gouloù ar c’hroajoù mein“ klingt wie eine distanzierte epische und ätherische ambiente Klanglandschaft, die sich langsam entfaltet und komplexer wird, plötzlich in einen aggressiven Angriff von Gitarren und besonders Schlagzeug transformiert. Mit gewisser Folk-beeinflusster melodischer Linie, behält einen melancholischen Klang – cleane Vocals ergänzt durch verzweifelte Shrieks, leidenschaftliche Schreie. Ein melodischer Ansatz, der leider zerstört wird durch deplatziertes Schlagzeug, das hart weiter hämmert – nur konstantes und gnadenloses Hämmern, das sehr bald nervtötend wird. Unverbunden mit der Melodie, ohne jede Fantasie, einfach katastrophales Schlagzeug. Wäre da nicht diese Schlagzeug-Raserei, wäre der Klang interessant und sensibel gewesen. Zu schade.

MÖHRKVLTH kommen aus Plougonven, Bretagne, seit 2014 aktiv. In typischer Black Metal Manier können nicht viele Details über die Bandmitglieder bekannt sein – genauer, wer und wann im Projekt kollaboriert. Das aktuelle Lineup besteht aus Bassist Florian Le Borgne, Schlagzeuger Galaad Biannic, Vocalist Mathieu Losq-Le Bars und dem Gitarren-Duo Grégory Person und Sven Vinat, beide auch als Backing Vocals.

Noch melancholischer kommt „Va c’heriadenn“ mit komplexerem Klangbild. Wenn man das überwältigende Schlagzeug ignorieren kann, ist die Melodie gut – lehnt sich an Depressive Black Metal an. Die traditionellen Folk-Elemente können immer noch in der melodischen Linie erkannt werden – eine voll von Traurigkeit, verleiht dem Song schmerzerfüllte Stimmung. Mit dem Tempo, das plötzlich anzieht und einen Wechsel kreiert, der gut kontrolliert und gespielt ist. Mit gesprochenen Passagen wird die gesamte Atmosphäre erdrückender, eine neue Dimension in sensibler Richtung kann gehört werden. Dann sind da die Drums…

Katastrophale Produktion lässt Schlagzeug alles überdecken

Die Produktion kann als sehr schlecht betrachtet werden – schwer vorstellbar, dass ein Tontechniker dieses Schlagzeug im finalen Produkt erscheinen ließ, ohne zu realisieren, wie viel Schaden es bringt. Fast nichts anderes kann beurteilt werden – die Weise, wie das Schlagzeug den Klang dominiert und alles andere überdeckt, ist solch ein Fehler. Alle Bemühungen des Rests der Band sind vergebens. Auch haben die Songs so unterschiedlichen Klang voneinander, bei verschiedener Lautstärke – lässt einen denken, dass das Album in verschiedenen Phasen aufgenommen wurde. Solch ein großer Unterschied sollte im finalen Mixing nicht hörbar sein.

Ein kurzes Intermezzo – „Recueillement“ kommt mit delikater Melodie, Akustikgitarren und vielen Emotionen, die sich fortsetzen in „Pour une couronne de chrysanthèmes“ – ein viel direkterer Black Metal Klang, fast roh. Mit allen Instrumenten, die plötzlich ein enges Fuzz im Hintergrund der verzweifelten Vocals wurden. Zum Glück involviert dieser Lautstärkenabfall und das Straffen des Klangs auch die Drums – immer noch ohne Fantasie, nicht mehr so dominant. Ein großer Wechsel im Ansatz, auch mit ihrer Musik, die gewöhnlicher und uninspirierter im Song wird.

Ruhig und atmosphärisch bringen die Eröffnungsakkorde in „Noz ar re grouget“ einen ruhigen Moment mit Naturgeräuschen und einer weiteren sensiblen Melodie. Traurig und trauernd am Anfang, transformiert sich der Song vorhersehbar in eine Klangmauer – einen dichten und lauten Hintergrund für die trostlosen Vocals und punktuell für die Tremolo-gepickte Gitarre, die ein wenig Seele in die Musik setzt. Insgesamt nicht die inspiriertesten Momente der Band.

Der Final Track „Aux songes de l’hiver“ ist ein viel langsamerer Ansatz mit noch erdrückenderer Atmosphäre, voll von Verzweiflung. Ein gequälter Vocal-Ansatz kreiert einen starken Eindruck. Plötzlich gerät der Song in ein anderes Tempo, und der volle Klang der Band überdeckt viel von der Sensibilität vom Start. Ein Song, der permanent zwischen diesen zwei Extremen oszilliert, die Übergänge sind gut kontrolliert. Eine gute Komposition und guter Abschlusssong.

Gute Musik unter schlechter Produktion begraben

Wenn ein Hörer seinen Kopf darauf einstellen kann, das Schlagzeug zu ignorieren, ist die Musik auf „Gwenojennoù An Ankounac’h“ sehr gut – eine sehr ausbalancierte Kombination aus Aggressivität und Sensibilität mit inspirierten Melodien und guten Kompositionen. Wegen katastrophaler Produktion wurde das Album allerdings ein mittelmäßiges, ein unangenehmes Hörerlebnis. Zu schade – die Musik selbst sollte ein sorgfältiger produziertes Werk verdienen.

Voll von Leidenschaft und Sensibilität zeigt die Musik von MÖHRKVLTH beunruhigte Musiker, die versuchen, ihre inneren Dämonen auszudrücken. Eine Note von Melancholie läuft wie ein roter Faden durch das gesamte Album, mit gut integrierten Ausbrüchen von Aggressivität, mit vielen Vocal-Ansätzen – die Dynamik ist gut, und die emotionale Dimension ist immer präsent. Eine Band, die klare Qualitäten zeigt und immer noch ein vielversprechender Name im Genre ist.

Fazit: MÖHRKVLTH zeigen mit „Gwenojennoù An Ankounac’h“ gute Melodien und Folk-Einflüsse – katastrophale Produktion begräbt musikalische Qualitäten unter dominantem Schlagzeug.

Internet

MÖHRKVLTH - Gwenojennoù An Ankounac’h

WITHOUT MERCY – Infinite Loss

0
WITHOUT MERCY - Infinite Loss - album cover
WITHOUT MERCY - Infinite Loss - album cover

Band: WITHOUT MERCY 🇨🇦
Titel: Infinite Loss
Label: Selfrelease
VÖ: 08/05/26
Genre: Death/Groove Metal, Metalcore

Tracklist

01. Infinite Loss
02. The Saint
03. Glass

 

Besetzung

Alex Friis – Vocals
DJ Temple – Guitars
Ryan Loewen – Bass
Matt Helie – Drums

 

Bewertung:

4/5

Eine Band zwischen Kontrolle und Chaos

WITHOUT MERCY wurden 2007 gegründet, mit dem klaren Anspruch, extreme Metal-Elemente neu zu denken. Alex Friis (Vocals), DJ Temple (Gitarre), Ryan Loewen (Bass) und Matt Helie (Drums) vereinen Groove-lastige Rhythmen mit der Härte von Death und Metalcore. Die Idee dahinter wirkt fast konzeptionell, Musik schaffen, die nicht nur aggressiv ist, sondern strukturiert, fokussiert und trotzdem unberechenbar bleibt.

Für »Infinite Loss« zog sich die Band bewusst zurück. Nach Monaten intensiver Vorarbeit reiste das Quartett ins Ausland, um dort in nur acht Tagen das komplette Material aufzunehmen. Produziert, gemischt und gemastert wurde alles von John Douglass, was dem Werk eine geschlossene klangliche Handschrift verleiht.

Verdichteter Sound ohne Ausweichflächen

Schon der Opener »Infinite Loss« zeigt, wohin die Reise geht. Ohne lange Einleitung fällt die Band direkt in ein dichtes Riffgeflecht. Die Gitarren von DJ Temple arbeitet mit präzisen, rhythmisch verschachtelten Figuren, die sich immer wieder zwischen Groove und Blast-Elementen bewegen. Ryan Loewen hält den Bass tief im Mix verankert, wodurch eine massive Grundspannung entsteht.

Matt Helies Schlagzeugspiel wirkt kontrolliert und gleichzeitig unruhig. Besonders auffällig ist, wie oft die Band mit Tempowechseln arbeitet, ohne dass der Song dabei auseinanderfällt. Alex Friis setzt mit seinem Gesang die emotionalen Spitzen. Sein Stil bewegt sich zwischen tiefem Growling und schneidenden Shouts, die selten melodisch werden, aber genau dadurch Wirkung entfalten.

»The Saint«, der zweite Track, zeigt eine etwas andere Seite. Hier tritt Groove stärker in den Vordergrund. Die Riffs sind weniger chaotisch, dafür schwerer und fast marschartig aufgebaut. Der Song wirkt dadurch zugänglicher, ohne an Härte zu verlieren. Gerade in der Mitte entwickelt sich ein Spannungsbogen, der sich langsam aufbaut und in einem kontrollierten Ausbruch endet.

Zwischen Brutalität und Struktur

Die EP lebt davon, dass sie keine klassischen Songstrukturen verfolgt, diese aber auch nie völlig auflöst. Stattdessen arbeitet die Band mit wiederkehrenden Motiven, die sich in unterschiedlichen Intensitäten zeigen. Diese Methode sorgt dafür, dass die Songs trotz technischer Komplexität nachvollziehbar bleiben.

»Glass« als Abschlussstück ist der emotional kälteste Moment der Veröffentlichung. Hier wird das Tempo reduziert, die Gitarren klingen kantiger und fast schneidend. Der Song wirkt fragmentierter, als würde er bewusst auseinanderbrechen. Gerade diese Unruhe verleiht dem Stück seine Wirkung. Es ist kein klassisches Finale, eher ein kontrollierter Absturz.

Produktion als Verstärker der Idee

John Douglass hat der EP einen sehr direkten Sound gegeben. Nichts wirkt überproduziert, gleichzeitig bleibt jedes Instrument klar hörbar. Besonders auffällig ist die Balance zwischen Rohheit und Klarheit. Die Gitarren stehen dominant im Raum, während Drums und Bass eine massive, aber nicht überladene Grundlage bilden.

Der Verzicht auf übermäßige Effekte unterstützt die musikalische Idee der Band. Alles klingt nah, fast physisch. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Songs eher gespielt als konstruiert wurden, obwohl die Arrangements sehr durchdacht sind.

Einordnung und Wirkung

»Infinite Loss« ist keine leichte Veröffentlichung. Die EP fordert Aufmerksamkeit und belohnt wiederholtes Hören. Nicht jeder Moment zielt auf sofortige Eingängigkeit ab, viele Strukturen erschließen sich erst nach mehreren Durchläufen. Genau darin liegt ihre Stärke.

WITHOUT MERCY positionieren sich mit diesem Release klar im Schnittfeld aus Death-Metal, Groove und Metalcore, ohne sich vollständig einem dieser Genres zu unterwerfen. Die Band nutzt Elemente dieser Richtungen, um eine eigene Sprache zu entwickeln, die eher auf Spannung als auf klassische Hooks setzt.

Fazit: WITHOUT MERCY gelingt mit »Infinite Loss« ein beeindruckendes Statement im Bereich des Death/Groove Metal, Metalcore.

Internet

WITHOUT MERCY - Infinite Loss - CD Review

BEYOND THE STYX – DIVID

0
BEYOND THE STYX - DIVID - album cover
BEYOND THE STYX - DIVID - album cover

Band: BEYOND THE STYX 🇫🇷
Titel: DIVID
Label: Innerstrength Records
VÖ: 08/05/26
Genre: Metalcore/Hardcore

Tracklist

01. Dust Off [feat. Okan Deniz from I Am Revenge]
02. Bystander
03. Never Ending War
04. Chaosystem
05. Flowerviolence [feat. Delphine from Sisterhood Issues]
06. Anyøne
07. Graveyard FS
08. Kiss of the Cobra
09. Deadlock V
10. Storm of Life

 

Besetzung

Emile – vocals
Adrien – drums
David – rhythmic guitar
Yoann – bass
Guillaume – lead guitar

 

Bewertung:

3,5/5

Wenn Hardcore die Bruchlinien der Welt spiegelt

BEYOND THE STYX kommen aus Frankreich und stehen seit Jahren für eine Mischung aus Metalcore und Hardcore, die sich weniger an Genregrenzen interessiert als an Druck, Tempo und Haltung. Mit »DIVID«, ihrem vierten Album, schärft die Band diesen Ansatz noch einmal nach. Das Line-up bleibt stabil. Emile am Gesang, Adrien am Schlagzeug, David an der Rhythmusgitarre, Yoann am Bass und Guillaume an der Leadgitarre. Zusammen entsteht ein Klangbild, das kontrolliert wirkt und trotzdem ständig kurz davor steht zu kippen.

Produziert wurde das Album gemeinsam von der Band und Daan Nieboer, der auch für Engineering, Mixing und Mastering verantwortlich ist. Das Ergebnis klingt klar, aber nicht glatt. Die Kanten bleiben hörbar, die Energie wirkt nicht normiert. Gerade im Hardcore-Kontext ist das eine bewusste Entscheidung, denn »DIVID« lebt von Reibung.

Ein Album über Trennungslinien

Inhaltlich kreist die Platte um ein Thema, das sich durch alle zehn Songs zieht, Spaltung. Gemeint ist kein abstraktes Konzept, sondern ein sehr konkretes Bild von Welt. Gesellschaften, die sich voneinander entfernen, politische und soziale Spannungen, aber auch persönliche Brüche. Krieg, Umweltzerfall und Gleichgültigkeit stehen gleichberechtigt neben inneren Konflikten. Das Album zeichnet kein dystopisches Szenario als Zukunft, sondern beschreibt eher einen Zustand, der bereits Realität ist.

Diese Perspektive zieht sich ohne große Umwege durch die Songs. Es gibt keine Umwege über Metaphern, die alles weichzeichnen würden. Stattdessen setzt die Band auf direkte Sprache und eine musikalische Umsetzung, die diesen Druck transportiert.

Sound zwischen Kontrolle und Eskalation

Musikalisch bewegt sich »DIVID« zwischen klassischem Metalcore und moderner Hardcore-Ästhetik. Die Gitarrenarbeit ist dicht, oft rhythmisch geführt, aber mit genug Raum für melodische Spitzen in den Lead-Parts. Der Bass bleibt präsent im unteren Frequenzbereich, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Adrien am Schlagzeug sorgt für ein hohes Maß an Dynamik, mit vielen Tempowechseln und präzisen Breaks.

Emiles Gesang pendelt zwischen aggressivem Shouting und kontrollierter Härte. Dabei entsteht kein permanenter Ausnahmezustand, sondern ein Wechselspiel aus Spannung und Entladung. Gerade diese Kontrolle verhindert, dass das Album in reine Wut kippt.

Zwischen Gastbeiträgen und Kollisionen

Zwei Features setzen zusätzliche Akzente. Bei »Dust Off« ist Okan Deniz von I AM REVENGE zu hören. Der Track wirkt dadurch noch rauer und bekommt eine zusätzliche Ebene an Intensität. »Flower Violence« bringt Delphine von SISTERHOOD ISSUES ins Spiel, was dem Stück eine andere emotionale Färbung verleiht, ohne den Grundton zu verändern.

Diese Gäste sind keine dekorativen Elemente. Sie fügen sich in die Struktur ein und verstärken die Grundidee des Albums. Verschiedene Stimmen in einem gemeinsamen, konflikthaften Raum.

Songs als Zustandsbeschreibungen

»Bystander« arbeitet mit dem Gefühl des Wegschauens, während »Never Ending War« den zentralen thematischen Kern schon im Titel trägt. »Chaosystem« spielt mit der Idee eines strukturierten Zusammenbruchs, während »Deadlock V« eher mechanisch und fast kalt wirkt. Gegen Ende öffnet »Storm of Life« noch einmal mehr Raum, ohne die Grundspannung aufzulösen.

Wirkung und Grenzen

So geschlossen das Konzept wirkt, so sehr zeigt sich auch eine gewisse Gleichförmigkeit im Mittelteil des Albums. Einige Übergänge ähneln sich strukturell, was die Dynamik leicht dämpfen kann, wenn man das Album am Stück hört. Gleichzeitig bleibt die Produktion stabil genug, um diese Momente abzufangen.

BEYOND THE STYX setzen weniger auf Überraschung als auf Konsequenz. Das funktioniert besonders dann, wenn man sich auf die Wiederholung als Stilmittel einlässt. Wer jedoch stärkere Brüche oder unerwartete Richtungswechsel sucht, wird hier nur punktuell fündig.

»DIVID« ist ein konzentriertes, technisch sauberes und thematisch klares Album. Es verliert sich nicht in Details, sondern bleibt bei seiner Grundidee. Die Band zeigt Erfahrung im Umgang mit Druck und Struktur, ohne sich in Selbstdarstellung zu verlieren.

Fazit: »DIVID« von BEYOND THE STYX ist mehr als nur Musik, es ist ein Aufruf zum Nachdenken über gesellschaftliche Konflikte und persönliche Zerwürfnisse.

Internet

BEYOND THE STYX - DIVID - CD Review

Ritchie Newton veröffentlicht heute „Higher Power“: Neues Rockalbum mit Bonfire-, Whitesnake- und Thin-Lizzy-Gästen im kostenlosen Albumstream

0

Ritchie Newton feiert seine musikalische Rückkehr mit dem Hard Rock Epos „Higher Power“. Mit Dabei unter anderem: Hans Ziller & Frank Pané von Bonfire, Armin Sabol, Marco Mendoza (Thin Lizzy) und weitere. JETZT kostenlos  ANHÖREN

Hört hier das vollständige Album Higher Power

Ritchie Newton veröffentlicht heute sein neues Studioalbum „Higher Power“ über NRT-Records und stellt das komplette Werk direkt als kostenlosen Full-Album-Stream bereit. Wer klassischen Hard Rock, melodischen Adult Oriented Rock, emotionale Balladen und Songs mit persönlicher Geschichte schätzt, kann das Album ab sofort in voller Länge hören.

Mit „Higher Power“ legt Ritchie Newton ein Album vor, das sich nicht auf einzelne Singles oder kurze Momentaufnahmen reduziert. Die Veröffentlichung versteht sich als geschlossenes Rockalbum mit klarer Handschrift: große Melodien, klassische Gitarrenarbeit, emotionale Texte und eine thematische Linie, die sich um Hoffnung, Verlust, innere Stärke und den Glauben an eine Kraft dreht, die Menschen auch durch dunkle Zeiten tragen kann.

Der Albumtitel ist dabei bewusst gewählt. Der Drache als, der in vielen asiatischen Kulturen als Sinnbild für innere Stärke gilt, steht symbolisch für die zentrale Botschaft von „Higher Power“: nicht aufgeben, wenn die Lage aussichtslos wirkt, und sich an etwas festhalten, das größer ist als der Moment des Schmerzes. Newton verbindet diese Idee mit persönlichen Geschichten, gesellschaftlichen Themen und klassischem Rock-Songwriting, zwischen AOR, Classic Rock und Hard Rock.

Neben der digitalen Veröffentlichung erscheint „Higher Power“ auch auf CD und Vinyl. Gerade die Vinyl-Ausgabe dürfte für Sammler und Rockfans interessant sein, die ein Album nicht nur streamen, sondern bewusst als physisches Werk erleben möchten. Die LP-Version umfasst neun Songs, erscheint in 180 Gramm und stellt gleichzeitig die erste Vinylveröffentlichung aus dem Hause NRT-Records dar. Quasi eine Premiere für alle Parteien. Die CD Version wurde hierbei um Bonustracks erweitert.

Dass sein Label NRT-Records und Ritchie Newton das Album gleichzeitig in voller Länge als Stream verfügbar machen, ist ein starkes Signal: Hörer können direkt eintauchen, das Werk komplett erleben und anschließend entscheiden, ob sie sich die Vinyl- oder CD-Version ins Regal stellen möchten.

Higher Power erscheint in folgenden Ausgaben:

Limitiertes Vinyl in 180 Gramm
CD – Deluxe Fassung
Digitale Deluxe Box auf Bandcamp – Hi-Res Audio
Als Stream auf allen gängigen Plattformen

Prominente Unterstützung aus Hard Rock, AOR und internationaler Rockszene

Für „Higher Power“ hat Ritchie Newton nicht nur mit namhaften Gästen gearbeitet, sondern sich auch auf das Fundament seiner eigentlichen Hauptband gestützt. Den Kern der Aufnahmen bilden Iwan May an der Gitarre, Dandy am Schlagzeug, Dodi am Bass und Reyfan Lapaehe am Keyboard. Diese Besetzung liefert das musikalische Rückgrat des Albums und sorgt dafür, dass die Songs trotz der zahlreichen Gastbeiträge wie ein geschlossenes Werk wirken.

Darauf aufbauend holte Newton eine ganze Reihe bekannter Musiker ins Boot. Dabei geht es nicht um bloße Namensnennung, sondern um hörbare Rock-Erfahrung aus verschiedenen Ecken der Szene.

Zu den Gästen gehört Hans Ziller, Gitarrist und Gründungsmitglied der deutschen Heavy Metal-Institution Bonfire. Ziller zählt seit Jahrzehnten zu den prägenden Figuren des melodischen deutschen Hard Rock und bringt genau jene Erfahrung mit, die zu den emotionalen und hymnischen Momenten von „Higher Power“ passt.

Ebenfalls aus dem Bonfire-Umfeld stammt Frank Pané, der als Gitarrist nicht nur bei Bonfire, sondern auch in weiteren Hard-Rock- und Metal-Kontexten aktiv ist. Mit ihm entstand unter anderem „Come Give Me Your Love“, ein Song, der ein schweres Thema aufgreift: sexuellen Missbrauch an Schutzbefohlenen, Machtmissbrauch, Manipulation und den Verlust von Unschuld.

Ein weiterer prominenter Name ist Marco Mendoza. Der Bassist ist international unter anderem durch seine Arbeit mit Whitesnake und Thin Lizzy bekannt und gehört zu jenen Musikern, deren Vita tief im klassischen Hard Rock verwurzelt ist. Auf „Crying In The Summer Rain“ ist Mendoza Teil eines Songs, der auf einer wahren Begebenheit basiert und von einem Menschen erzählt, der zu Unrecht verhaftet wurde und einem Justizirrtum zum Opfer fiel.

Auch Armin Sabol wirkt an „Crying In The Summer Rain“ mit. Sabol ist vielen durch seine Arbeit mit Peter Schilling bekannt und war außerdem im Umfeld von Die Fantastischen Vier aktiv. Seine musikalische Handschrift bringt zusätzliche Erfahrung aus Rock, Pop und Studioproduktion in das Album ein.

Mit Jimmy Katone ist zudem ein Musiker beteiligt, der als Schlagzeuger von Hit The Ground Runnin’ sowie durch seine Arbeit mit Katone bekannt ist. Katone spielte nicht nur musikalisch eine Rolle, sondern war laut Presseinformation auch bei den Musikvideos involviert, die rund um „Higher Power“ entstanden sind.

Der Titeltrack „Higher Power“ wurde von Ritchie Newton gemeinsam mit Markus Pfeffer geschrieben und komponiert. Pfeffer ist unter anderem durch Lazarus Dream und Winterland bekannt und steht für melodisches Songwriting mit deutlicher Rock- und Metal-Kante. Gerade beim Titelsong ist diese Zusammenarbeit zentral, da er die Kernbotschaft des Albums musikalisch und textlich bündelt.

Darüber hinaus sind Dave Slaat von Crowheart, Tobias Dorner von Jester’s Tears sowie die Sängerin Riri als weitere Gäste beteiligt. Dorner wirkt bei „Goodbye My Little Boy“ mit, einem der persönlichsten Stücke des Albums. Der Song ist Ritchie Newtons Sohn Rino gewidmet und greift eine Geschichte auf, die für Newton weit über reine Musik hinausgeht.

Aufgenommen in Jakarta

Entstanden ist „Higher Power“ im La Voice Studio in Jakarta. Ritchie Newton produzierte das Album selbst, während Rizky Wahyudi für Mix und Mastering verantwortlich war. Als technischer Assistent wirkte Hannes Ritl mit. So verbindet die Produktion internationale Rock-Gäste, Newtons feste Bandbesetzung und die persönliche Handschrift des Musikers zu einem Album, das klassische Rocktradition und biografische Tiefe zusammenführt.

Ritchie Newton: Rockmusiker, Autor, Auswanderer und Geschichtenerzähler

Ritchie Newton stammt aus Straubing in Niederbayern und fand früh zur Musik. Seine ersten musikalischen Schritte machte er im Spielmannszug Oberalteich, später folgten Stationen in verschiedenen Rock- und Metalbands. In den Achtzigerjahren gründete er unter anderem die Heavy-Metal-Band Lucifer und veröffentlichte unter dem Namen Ritchie V seine erste Single „Pleasure of Life / Woman in Doubt“.

Später war Newton unter anderem mit MASS, Pussy Lover, der Georgia Molly Gang und als Rocka Ritch aktiv. Abseits der Musik baute er mit Ritchie’s Catering ein eigenes Catering-Unternehmen auf und kochte für internationale Musikgrößen wie Fats Domino und Suzi Quatro. Ein breiteres Publikum kennt ihn außerdem durch mehrere Auftritte in der VOX-Sendung „Goodbye Deutschland“.

Auch als Autor ist Newton aktiv. Zu seinen Büchern zählen „Rocksau 1“, „Das Land Der Liebeskasper“, „Rocksau 2“und das besonders persönliche Werk „Die Angst ihn zu verlieren“, in dem er die Geschichte seines Sohnes Rino verarbeitet. Diese persönliche Ebene fließt auch in „Higher Power“ ein.

Mit „Higher Power“ veröffentlicht Ritchie Newton nun ein Album, das viele Facetten seiner Laufbahn bündelt: Rockmusiker, Geschichtenerzähler, Vater, Auswanderer, Produzent und jemand, der persönliche Erfahrungen in Songs übersetzt. Das komplette Album kann ab sofort kostenlos im Full-Album-Stream gehört werden.

Tracklist (Deluxe Edition)

01. Higher Power
02. Come Give Me Your Love
03. Crying In The Summer Rain
04. I Lost My Faith In You
05. Glory Harleylujah
06. Saxanna
07. King Of The Night
08. When Children Cry
09. Goodbye My Little Boy
10. Winds Of Destiny
11. Woman In Doubt

Bonus Tracks:

12. Come Give Me Your Love (Feat. Iwan May)
13. I Lost My Faith In You (Feat. Iwan May)

Quellenangabe: NRT-Records - Fotos: RItchie Newton

IN MALICE’S WAKE – The Profound Darkness

0
cover artwork IN MALICE'S WAKE The Profound Darkness
cover artwork IN MALICE'S WAKE The Profound Darkness

Band: IN MALICE’S WAKE 🇦🇺
Titel: The Profound Darkness
Label: Selfrelease
VÖ: 01/05/26
Genre: Thrash Metal

Tracklist

01. The Profound Darkness
02. Beyond Death
03. By Tongues Of Demons
04. The Last Song
05. Numb To Paradise
06. Upon My Flesh
07. The Great Purifier
08. Away From The Light
09. The Darkness Below Us

Besetzung

Mark Farrugia – Drums
Shaun Farrugia – Guitars, Vocals
Karl Watterson – Bass
Leigh Bartley – Guitars

Bewertung:

3,5/5

Mit hoher Erwartung erwartet – das neue Album der Australier IN MALICE’S WAKEThe Profound Darkness„. Denn sie sind eine Band ohne schwache Releases, mit konsistenter Diskografie, die jeder Thrash Metal Fan kennt und schätzt. Das fünfte Full-Length versucht, die Verbindung zu den musikalischen Wurzeln der Band zu halten, während es einen modernen Akzent hinzufügt.

Massiver Opener mit rebellischer Attitüde

Der Klang ist massiv und aggressiv von den ersten Noten im Eröffnungs- und zugleich Titelsong „The Profound Darkness“ – ein komplexes Klangbild, das die Technik und Fähigkeiten der Band zur Schau stellt. Hohes Tempo ergänzt mit guten Riffs, solider Rhythmussektion und wütenden Vocals. Auch mit allen Mitgliedern, die zusammen schreien – eine rebellische und konfrontative Attitüde, ein moderner Ansatz zu Thrash Metal als Klang, ein guter und überzeugender Opener.

IN MALICE’S WAKE sind eine der repräsentativsten Bands im Thrash Metal und eine der feinsten Australiens. Aus Melbourne, Victoria, 2002 gegründet von den Brüdern Mark Farrugia am Schlagzeug und Shaun Farrugia an Gitarren und Vocals, mit den anderen zwei Mitgliedern, die 2014 beitraten – Karl Watterson am Bass und Leigh Bartley für zweite Gitarren.

Noch entschiedener startet „Beyond Death“ – simpler als Komposition, voll von guten Riffs, ergänzt mit melodischen und technischen Solos. Tempowechsel verdünnen allerdings ein wenig den kraftvollen Song-Start, der atmosphärischer wird, seine Intensität verliert. Die gute Energie wird zurückgewonnen in „By Tongues Of Demons“ nach dem experimentelleren vorherigen Track. Mit starken Passagen, betont durch gute Riffs und wütende Shouts – ein typischer Thrash-Song, giftig und explosiv.

Nach ruhigeren Intro-Noten macht ein plötzlicher Aggressionsausbruch „The Last Song“ zu guter Fortsetzung des Albums – in melodischere Richtung, dennoch intensiver Track. Ebenso „Numb To Paradise“ mit gnadenlosen Drums und komplexem Ansatz – nervös, mit galoppierenden Riffs, rasiermesserscharfen Solos und knochenbrechender Rhythmik. Straffe und präzise Instrumentierung.

Moderne Produktion bereichert Kompositionen mit Details

Die Produktion ist sehr gut, ausbalanciert und klar. Alle Instrumente haben das korrekte Gewicht im Gesamtklang – das Klangbild immer voll und sehr dynamisch. Der ziemlich moderne Klang auf dem Album ist auch der guten Produktion geschuldet, eine, die die guten Kompositionen nahm und sie mit Details bereicherte, die eine gnadenlose Erfahrung kreieren. Wie es auf einem Thrash Metal Album sein sollte, dominieren die Gitarren den Klang, Vocal- und Rhythmussektion-Beiträge sind auch vital für das finale Klangbild.

Die gute Stimmung und Atmosphäre geht weiter mit „Upon My Flesh“ – ein weiteres Beispiel von Technik verdoppelt durch inspirierte Riffs und eingängige Komposition. Schnelles Tempo, hämmerndes und frenetisches Schlagzeug und rasender Vocal-Ansatz. Angepisst und aggressiv setzt „The Great Purifier“ den Angriff fort. Mit komplexeren Vocals, auch Gitarren, die solide Riffs mit komplexer Leadgitarren-Arbeit alternieren. Und „Away From The Light“ geht weiter in denselben Bahnen, mit mehr Einflüssen aus anderen verwandten Stilen und auch atmosphärischen Momenten.

Und das Album endet auf hohem Niveau mit „The Darkness Below Us“ – ein letztes Beispiel guten und inspirierten Thrash Metal. Ein langes melodisches Solo und Synth-ambiente Noten transformieren sich in hochenergetischen und rasenden Angriff, dann in groovigen und atmosphärischen Moment. Leidenschaftliche Shouts und melodische Komposition in einem der besten Songs des Albums.

Energie vorhanden, Biss der frühen Werke verloren

Viel Energie kommt mit „The Profound Darkness“ – ein angenehmes und überzeugendes Hörerlebnis, auch ein guter Headbanger. Dennoch scheint im Vergleich zu den ersten Band-Alben, dass ein wenig Inspiration und Biss verloren gegangen ist. Keineswegs ein schwaches Release, die besten Momente von IN MALICE’S WAKE liegen in der Vergangenheit. Schwer, an die exzellenten ersten Alben heranzukommen, dieselbe DNA kann dennoch durch ihre gesamte Diskografie gespürt werden.

Ein Album, das den Hörer von den ersten Akkorden packt und einen durch seine gesamte Dauer involviert hält. Selbst wenn die Band mit langsameren Momenten kommt, behalten sie die Schwere. Zu schade, dass diese Tempowechsel zu oft auftreten – fühlt sich an wie eine Band, die, als sie älter wurde, auch müde und weniger fokussiert wurde. Voll von guten Momenten, auch mit irgendwie chaotischer Gesamtstimmung – trotzdem ein Album, das einen Spin für jeden Thrash Metal Fan verdient.

Fazit: IN MALICE’S WAKE liefern mit „The Profound Darkness“ kraftvollen Thrash – technisch versiert, aber mit zu vielen Tempowechseln und verlorenem Biss.

Internet

IN MALICE'S WAKE - The Profound Darkness

SEVENDUST – One

0
SEVENDUST - One - album cover
SEVENDUST - One - album cover

Band: SEVENDUST 🇺🇸
Titel: One
Label: Napalm Records
VÖ: 01/05/26
Genre: Alternative Metal, Alternative Rock, Nu Metal

Tracklist

01. One
02. Unbreakable
03. Is This The Real You
04. Threshold
05. We Won
06. Construct
07. Bright Side
08. The Drop
09. Blood Price
10. Misdirection

 

Besetzung

Lajon Witherspoon – Vocals
Clint Lowery – Guitar
John Connolly – Guitar
Vincent „Vinnie“ Hornsby – Bass
Morgan Rose – Drums/Vocals

 

Bewertung:

4,5/5

Eine Band mit Geschichte und Hunger nach vorne

Seit mehr als drei Jahrzehnten gehören SEVENDUST zu den festen Größen im modernen Metal- und Rockspektrum. Die Band aus Atlanta hat sich früh einen Ruf als verlässliche Live-Macht und als Studioformation mit klarem Profil erarbeitet. Ihr Mix aus Alternative-Metal, Alternative-Rock und Nu-Metal war nie reine Nostalgie, sondern stets in Bewegung. Auch auf ihrem 15. Studioalbum »One«, das am 1. Mai 2026 über Napalm Records erscheint, bleibt dieses Selbstverständnis spürbar.

Die aktuelle Besetzung wirkt dabei so eingespielt wie lange nicht, Lajon Witherspoon prägt mit seiner markanten Stimme das Zentrum, Clint Lowery und John Connolly liefern das Gitarren-Fundament. Vincent „Vinnie“ Hornsby sorgt am Bass für Tiefe, während Morgan Rose am Schlagzeug nicht nur rhythmisch antreibt, sondern punktuell auch gesanglich Akzente setzt.

»One« als klares Statement

Der Titel des Albums wirkt bewusst gewählt. »One« klingt nach Konzentration, nach Bündelung von Erfahrung und Energie. Genau das zieht sich durch die zehn Songs, die ohne Umwege auf den Punkt kommen. Gigantische Riffs treffen auf seismische Grooves, darüber liegen Hooks, die sich schnell festsetzen, ohne billig zu wirken.

Produziert wurde das Album erneut von Michael „Elvis“ Baskette, der in den vergangenen Jahren unter anderem mit ALTER BRIDGE, FALLING IN REVERSE und MAMMOTH gearbeitet hat. Sein Einfluss ist hörbar, aber nicht dominierend. Der Sound bleibt roh genug, um die Identität der Band nicht zu glätten, gleichzeitig aber klar und druckvoll im modernen Sinne.

Zwischen Härte und Melodie

»One« bewegt sich souverän zwischen Druck und Eingängigkeit. Der eröffnende Titeltrack setzt direkt ein Ausrufezeichen. „Unbreakable“ arbeitet mit klassischer SEVENDUST-Intensität, während »Is This The Real You« eine etwas düsterere, fast nachdenkliche Note einbringt. Gerade diese Mischung aus Aggression und Melodie war schon immer eine Stärke der Band, wirkt hier aber gereifter und kontrollierter.

Mit »Threshold« und »We Won« zeigt sich die rhythmische Seite besonders präsent. Die Songs leben von ihrem Groove, der weniger auf Geschwindigkeit als auf Gewicht setzt. »Construct« und »Bright Side« öffnen dagegen melodischere Räume, ohne die Schwere komplett abzulegen. Besonders interessant ist »The Drop«, das mit dynamischen Wechseln arbeitet und Spannung über Struktur aufbaut statt über reine Lautstärke.

Im späteren Verlauf verdichtet sich das Album erneut. »Blood Price« gehört zu den härteren Momenten der Platte, während »Misdirection« einen letzten, leicht unruhigen Akzent setzt und das Album nicht glatt auslaufen lässt, sondern bewusst mit Kanten beendet.

Produktion mit Kontrolle und Druck

Die Produktion von Baskette ist ein zentraler Baustein des Albums. Gitarren sind breit, aber nicht überladen, das Schlagzeug hat Körper und Raum, ohne klinisch zu wirken. Besonders auffällig ist, wie gut die Stimme von Lajon Witherspoon im Mix sitzt. Sie steht nie isoliert über dem Sound, sondern ist eingebettet in das Gesamtbild der Band.

Diese Balance sorgt dafür, dass »One« trotz seiner Klarheit nicht steril klingt. Es bleibt ein Album mit Ecken, das sich nicht ausschließlich auf Radiotauglichkeit ausrichtet, sondern die Live-Energie der Band mittransportiert.

Ein gereiftes Kapitel statt Neuanfang

SEVENDUST erfinden sich auf »One« nicht neu, und genau das wirkt hier wie eine bewusste Entscheidung. Statt Brüche zu suchen, setzt die Band auf Verdichtung. Erfahrung wird nicht als Routine ausgespielt, sondern als Grundlage für präzisere Songs.

Gerade im Kontext ihrer langen Karriere wirkt das Album wie eine Standortbestimmung. Nicht laut um Veränderung bemüht, sondern sicher in dem, was funktioniert. Gleichzeitig bleibt genug Spannung, um nicht in Selbstzitat zu kippen.

»One« ist kein radikaler Schritt, sondern ein konsequent ausgearbeitetes Album einer Band, die ihre Sprache gefunden hat. SEVENDUST liefern zehn Songs, die zwischen Härte, Groove und Melodie sauber austariert sind. Die Produktion unterstützt das ohne Übergewicht, die Band selbst wirkt fokussiert und geschlossen.

Mit 4,5 von 5 Punkten zeigt sich das Album als starkes Kapitel in einer langen Diskografie, das weniger überraschen will, als überzeugen. Und genau das gelingt ihm ziemlich zuverlässig.

Fazit: »One« ist ein starkes Comeback und ein Beweis dafür, dass SEVENDUST auch nach über drei Jahrzehnten nichts von ihrer Kraft eingebüßt haben.

Internet

SEVENDUST - One - CD Review