Band: EVIL DAMN 🇵🇪
Titel: Eons of Horror (EP)
Label: Hells Headbangers
VÖ: 30/01/26
Genre: Death Metal
EVIL DAMN – Eons of Horror
Tracklist
01. Eons Of Horror
02. God Of Chaos
03. Summon Thy Presence
04. Evil Dwells Out There
05. Guerreros De Satan
Besetzung
Romanet – Bass
Zemog – Guitars
Ordep – Guitars
Neyra – Vocals
Porturas – Drums
Bewertung:
Die peruanische Death-Metal-Band EVIL DAMN meldet sich mit „Eons of Horror“ zurück, fünf Jahre nach ihrem letzten Werk. Peru ist nicht unbedingt das erste Land, das man mit extremem Metal assoziiert, doch die Szene dort ist lebendig und aktiv. Mit dieser Veröffentlichung versuchen die inzwischen als Veteranen geltenden EVIL DAMN, ihre Position als einer der prägenden Namen des lokalen Undergrounds weiter zu festigen.
Unheilvolle Melodien und brutaler Auftakt
Summende, unheilvolle und verstörende Klänge eröffnen die neue EP. Der Titeltrack „Eons Of Horror“ beginnt überraschend melodisch, getragen von einem langen Leadgitarren-Solo, das nach und nach von den übrigen Instrumenten ergänzt wird: harte Riffs, hektisches Schlagzeugspiel und infernale Growls setzen ein. Die anfängliche Melodik wird bald zurückgedrängt, der Sound verdichtet sich zu drückendem Death Metal. Verzweifelte Schreie, ein solides Rhythmusfundament und eine Leadgitarre, die zwischen Black-Metal-inspirierten Tremolo-Passagen und leicht heavy-metal-lastigen Solos wechselt. Der Song verbindet melodische Momente mit massiver Aggression, wobei die gequälten Vocals das entscheidende Element darstellen. Trotz der Härte bleibt ein melodischer Eindruck zurück – ein gelungener Opener.
EVIL DAMN stammen aus Lima und wurden 2003 gegründet. Sie zählen zu den beständigen Größen der lokalen Underground-Szene. Von Beginn an dabei sind Bassist Mario Romanet sowie die Gitarristen Nimer „Zemog“ Gómez und Pepo „Ordep“ Trillo. Ein Jahr nach der Gründung stieß Sänger Erick Neyra Morocho hinzu, während Diego Porturas seit 2018 das Schlagzeug übernimmt.
Deutlich aggressiver und stärker im Old-School-Death-Metal verankert präsentiert sich „God Of Chaos“. Der Name ist Programm: chaotische Aggression, wuchtige Riffs, unnachgiebiges Drumming und wütende Vocals dominieren den Song. Melodische Elemente sind hier kaum vorhanden, stattdessen setzt die Band auf rohe Gewalt. Die Leadgitarre ist auch hier präsent, jedoch scharf, dissonant und technisch. Besonders die Vocals stechen hervor und machen den Track zu einer eindringlichen Demonstration klassischen Death Metals.
Mit „Summon Thy Presence“ setzt sich der massive Sound fort, diesmal jedoch strukturierter und rhythmisch präziser. Die Riffs wirken einprägsamer, das Schlagzeug treibt mit Nachdruck voran. Die Vocals sind voller Zorn und variieren gekonnt zwischen Growls, Screams und gesprochenen Passagen. Auch hier taucht ein melodisches Solo auf, doch erneut sind es die vielseitigen Gesangsleistungen, die den Song prägen und ihm seine Durchschlagskraft verleihen.
Weniger melodisch, direkter und mit einer düsteren, höllischen Atmosphäre ausgestattet ist „Evil Dwells Out There“. Das Schlagzeug hält den massiven Puls konstant, während die Leadgitarre teils eigenständig agiert und sich vom restlichen Bandgefüge absetzt. Das Resultat ist ein dynamischer, stellenweise disharmonischer Track, der jedoch nicht ganz das Niveau der vorherigen Songs erreicht.
Old-School-Aggression und vokale Dominanz
Die Produktion bewegt sich im soliden Mittelfeld: weder zu roh noch zu glatt, funktional und dem Material angepasst. Eine leichte Betonung der Leadgitarre steht nicht immer im besten Verhältnis zum restlichen Sound, ebenso rücken die Drums in vielen Passagen stark in den Vordergrund. Gleichzeitig sorgt dies für Dynamik und Druck. Insgesamt handelt es sich um eine ausgewogene, ordentliche Death-Metal-Produktion ohne größere Schwächen.
Der Abschlusstrack „Guerreros De Satan“ beginnt mit Anleihen aus dem Heavy Metal, bevor der Death-Metal-Charakter rasch die Oberhand gewinnt. Doomige, langsame Passagen mit erdrückenden Riffs treffen auf thrashige Elemente und ein ungewöhnliches Solo. Der Song ist kurz, stilistisch vielfältig und mit einem eingängigen Refrain versehen, wirkt jedoch etwas überladen, da viele Ideen auf engem Raum untergebracht werden.
Kurze Spielzeit, hohe Intensität
Kurz, aggressiv und wirkungsvoll zeigt „Eons of Horror“ eine Band, die weiterhin experimentiert und unterschiedliche Einflüsse integriert. Der rote Faden bleibt jedoch stets die Brutalität, die rohe Energie und die morbide Atmosphäre. Besonders die variantenreichen Vocals überzeugen über die gesamte EP hinweg und tragen maßgeblich zur Stimmung bei.
Vom melodischen Einstieg über wuchtige Death-Metal-Attacken bis hin zu einem thrashig angehauchten Finale demonstrieren EVIL DAMN auf „Eons of Horror“ solides musikalisches Können, technische Fertigkeiten und eine spürbare Wut. Ein Werk, das jedem Death-Metal-Fan mehrere Durchläufe wert sein dürfte.
Fazit: EVIL DAMN liefern mit „Eons of Horror“ eine kurze, aber intensive EP, die durch Aggression, Atmosphäre und starke Vocals überzeugt.
EVIL DAMN - Eons of Horror
Neues EXODUS-Album „Goliath“ erscheint im März – erste Details bekannt
EXODUS veröffentlichen am 20. März 2026 ihr neues Album „Goliath“ über Napalm Records. Erste Single „3111“ ist bereits erschienen.

EXODUS kündigen neues Album Goliath an. Das neue Werk der Bay-Area-Thrash-Legenden erscheint am 20. März 2026 über Napalm Records und markiert zugleich die Rückkehr von Sänger Rob Dukes, der 2025 nach elfjähriger Pause wieder zur Band stieß.
Goliath ist das erste Album von EXODUS für Napalm Records und umfasst zehn Songs, die als das bislang vielseitigste Material der Band beschrieben werden. Erstmals in der über vier Jahrzehnte währenden Bandgeschichte entstand ein Album mit Beiträgen mehrerer Mitglieder. Neben Rob Dukes sind Gitarristen Gary Holt und Lee Altus, Bassist Jack Gibson sowie Schlagzeuger Tom Hunting beteiligt. Zudem finden sich Gastauftritte von Peter Tägtgren (Hypocrisy, Pain) sowie der Violinistin Katie Jacoby auf dem Album.
Mit dem Album-Opener „3111“ haben EXODUS zeitgleich zur Ankündigung die erste Single veröffentlicht. Der Song präsentiert sich als düsterer, rasender Thrash-Track und setzt inhaltlich wie musikalisch früh ein klares Ausrufezeichen. Laut Band thematisiert „3111“ die Narco-Morde in Juárez; der Titel bezieht sich auf die geschätzte Zahl von Tötungsdelikten allein im Jahr 2010. EXODUS kommentieren dazu: „We decided to go hard with the leadoff single, 3111.“
Ein begleitendes Musikvideo zu „3111“ wurde ebenfalls produziert. Berichten zufolge gilt dieses in seiner aktuellen Form als zu drastisch für eine Veröffentlichung auf YouTube; eine vollständige Veröffentlichung soll zu einem späteren Zeitpunkt und über einen noch nicht benannten Kanal erfolgen.
Musikalisch spannt Goliath einen breiten Bogen innerhalb des Thrash Metals. Songs wie „Hostis Humani Generis“ und „The Changing Me“ verbinden aggressive Riffs mit komplexen Strukturen und melodischen Elementen, während der Titeltrack „Goliath“ das Tempo zugunsten dichter, schwerer Passagen drosselt. Das knapp achtminütige „Summon Of The Gods Unknown“ unterstreicht den dynamischen Ansatz der Band ebenso wie weitere Stücke, die klassische Neunzigerjahre-Einflüsse mit zeitgemäßer Härte verbinden.
Produziert wurde Goliath von EXODUS selbst, das Mixing und Mastering übernahm Mark Lewis (Whitechapel, Nile, Undeath). Das Album erscheint auf CD, Vinyl und in digitalen Formaten und kann ab sofort vorbestellt werden: https://napalmrecords.com/deutsch/exodus-goliath-digisleeve-cd.html
EXODUS LINEUP:
Rob Dukes – Vocals
Gary Holt- Guitar
Lee Altus – Guitar
Jack Gibson – Bass
Tom Hunting – Drums
EXODUS werden das neue Material auch live präsentieren und am 9. April 2026 in der Raiffeisen Halle im Wiener Gasometer auftreten, wo neben Klassikern auch Songs von Goliath zu erwarten sind.

Tracklist
01. 3111
02. Hostis Humani Generis
03. The Changing Me (feat. Peter Tägtgren)
04. Promise You This
05. Goliath (feat. Katie Jacoby)
06. Beyond The Event Horizon
07. 2 Minutes Hate
08. Violence Works
09. Summon Of The God Unknown
10. The Dirtiest Of The Dozen
Quellenangabe: Napalm Records
Photo Credit: Jim Louvau
MONSTROSITY kündigen neues Album an, neues Video und Single präsentiert.
Monstrosity: US-Death-Metal-Legenden veröffentlichen „Screams From Beneath The Surface“ am 13. März via Metal Blade Records, neues Video/Single jetzt online

Aus den schattigen Tiefen des Extreme-Metal-Undergrounds meldet sich MONSTROSITY mit ihrem neuesten Werk Screams From Beneath The Surface zurück, das am 13. März über Metal Blade Records erscheinen wird.
Diese wütende Veröffentlichung – die erste der Band seit sieben Jahren – zeigt die charakteristische Mischung aus Aggression, technischer Präzision und Intensität. Angeführt von Drummer, Gründer und Hauptsongwriter Lee Harrison präsentiert sich MONSTROSITY mit einem schlagkräftigen Line-up: Langzeit-Gitarrist Matt Barnes, die triumphale Rückkehr des ursprünglichen Bassisten Mark Van Erp sowie Sänger Ed Webb (ex-Massacre), dessen gutturaler, roher Vortrag der Band eine elektrisierende neue Energie verleiht. Screams From Beneath The Surface festigt nicht nur die typische Death-Metal-Gewalt von MONSTROSITY, sondern treibt das Genre weiter voran und schlägt einen Weg ein, der zugleich innovativ ist und den eigenen Wurzeln treu bleibt.
Das Album umfasst zehn Tracks aggressiven Death Metals und verkörpert den aufrührerischen Geist, für den MONSTROSITY seit jeher geschätzt werden. Hervorstechende Songs wie „Banished To The Skies“ und „The Atrophied“ liefern eine Lehrstunde in der Verbindung aus zermalmenden Riffs, komplexem Drumming und eindringlicher, drastischer Bildsprache, die sich unauslöschlich im Bewusstsein der Hörer festsetzt. Stücke wie „The Dark Aura“ und „Fortunes Engraved In Blood“ zeigen hingegen die Fähigkeit der Band, sich weiterzuentwickeln, neue klangliche Facetten einzubringen und dabei die brutale Intensität zu bewahren, die ihr Vermächtnis definiert. Jede Komposition zeugt von der technischen Stärke von MONSTROSITY und ihrer Weigerung, Zugeständnisse zu machen, und festigt ihren Status als Pioniere des Genres.
Screams From Beneath The Surface entstand mit akribischer Liebe zum Detail und spiegelt Harrisons gewaltige Vision sowie die eingespielte Chemie der Band wider. Die Aufnahmen fanden in mehreren Studios statt, um klangliche Perfektion zu erreichen. Drums, Bass und Mixing wurden in den Audiohammer Studios unter der fachkundigen Leitung von Produzent Jason Suecof (The Black Dahlia Murder, Deicide, Job For A Cowboy) realisiert, während Gesang, Gitarren und Mastering in den legendären Morrisound Studios entstanden, wo MONSTROSITY erneut mit dem renommierten Produzenten Jim Morris (Iced Earth, Warrant, Savatage) sowie Mark Prator und BJ Ramone zusammenarbeiteten. Diese Kombination aus modernen und klassischen Produktionstechniken sorgt für einen gnadenlosen Sound, der die traditionsreiche Geschichte der Band ehrt und zugleich die Entwicklung des modernen Death Metals aufgreift. Das markante Cover-Artwork, geschaffen vom Künstler Timbul Cahyono, ist eine vollständig organische Arbeit, frei von KI oder computergenerierten Elementen, und verkörpert den rohen, authentischen Geist der Musik von MONSTROSITY.
Im Vorfeld der Albumveröffentlichung präsentiert die Band die erste Single „The Colossal Rage“. Der Track trifft hart und kommt sofort auf den Punkt. Dieser geradlinige Song liefert eine Salve an Riffs mit monströser Attitüde. Der neue MONSTROSITY-Sänger Ed Webb entfesselt eine vernichtende Performance inklusive monumentaler Screams. „A pedestal for a king to rise“ – in der Tat. Van Erps Bass hämmert unnachgiebig durch den gesamten Song, ergänzt von Barnes’ eindrucksvoller Leadgitarrenarbeit. Harrison schrieb die ursprünglichen Themen des Stücks und arbeitete mit Barnes zusammen, um den Song auf das nächste Level zu heben. Die Lyrics sind unerbittlich und dominierend und verschonen kein lebendes Wesen. Voll darauf ausgelegt, den Hörer wie eine Planierraupe zu überrollen.
Seht euch das von Thomas Crane von Kill Devil Films inszenierte Video zu „The Colossal Rage“ HIER an.
Mit Screams From Beneath The Surface hält die Band nicht nur die brutale Tradition ihrer bisherigen Werke aufrecht, sondern betritt auch neues Terrain und liefert eine Veröffentlichung ab, die ebenso innovativ wie vernichtend ist.
Screams From Beneath The Surface erscheint auf CD, in digitalen Formaten sowie auf Vinyl. Vorbestellungen unter: metalblade.com/monstrosity

Tracklist
1. Banished To The Skies
2. The Colossal Rage
3. The Atrophied
4. Spiral
5. Fortunes Engraved In Blood
6. Vapors
7. The Thorns
8. Blood Works
9. The Dark Aura
10. Veil Of Disillusion
Quellenangabe: Metal Blade Records, Band
Photo Credit: Tim Hubbard
Cover Artwork: Timbul Cahyono
KERRIGAN – Zweites Album erscheint im März
KERRIGAN – Zweites Album „Wayfarer“ für März 2026 über High Roller Records angekündigt – Videopremiere

KERRIGAN präsentieren einen neuen Song aus ihrem zweiten Album „Wayfarer“, das am 27. März 2026 über High Roller Records in allen Formaten erscheinen wird.
Ein Videoclip zum Titel „Fighter“ wird hier erstmals vorgestellt:
KERRIGAN sind eine der vielversprechendsten Newcomer-Bands aus Deutschland, die traditionellen Heavy Metal spielen. Drei Jahre nach ihrem hochgelobten Debütalbum „Bloodmoon“ ist es nun Zeit für den Nachfolger mit dem Titel „Wayfarer“.
„Verträumt, melancholisch und ziemlich vielseitig“
, so beschreibt Gitarrist und Sänger Jonas Weber das zweite KERRIGAN-Album. Für ihn ist „Wayfarer“ mehr oder weniger eine direkte Fortsetzung von „Bloodmoon“:
„Was das Songwriting angeht, knüpft ‚Wayfarer‘ dort an, wo ‚Bloodmoon‘ aufgehört hat. Die Idee für den Song ‚Blood And Steel‘ stammt beispielsweise aus der Mixing-Phase von ‚Bloodmoon‘ in den Iguana Studios, und die Demo-Aufnahmen von ‚Surrender‘ und ‚Wayfarer‘ entstanden parallel zur Arbeit am ersten Album.“
„Für mich ist das Album alles, was ich an Bands aus den Achtzigern liebe“
, fügt Gitarrist Bruno Schotten hinzu.
„Songs, die zugänglich sind, aber so viele interessante Details haben, dass sie nie langweilig werden. Wir haben uns gesagt: Vielleicht ist es tatsächlich Zeit für einen modernen Heavy-Metal-Klassiker, und ich hoffe, dass wir mit Songs wie ‚The Ice Witch‘ oder ‚Blood And Steel‘ unserem Ziel einen Schritt näher gekommen sind. Außerdem würde ich sagen, dass „Wayfarer“ ein sehr abwechslungsreiches Album ist. Abgesehen von orthodoxem Speed Metal findet man dort alles, sogar einen fröhlichen, mitreißenden Song wie „Fighter“.
„Wayfarer“ wurde von Christoph Brandes in den Iguana Studios / Deutschland aufgenommen, gemischt und gemastert. Das Cover-Artwork stammt von Adam Burke.

Tracklist
01. Torchbearer
02. Asylum
03. The Ice Witch
04. Surrender
05. Wayfarer
06. Blood and Steel
07. Dystopia
08. Fighter
09. Red Light Tower
Quellenangabe: Sure Shot Worx
Photo Credit: Samira Aline
ROTHEADS – Unfazed by Death
Tracklist
01. Intro
02. Stench Of Death
03. Dark War
04. Unfazed By Death
05. Burden Of Sin
06. Warding Blood
07. Howling At The Galaxy’s Edge
08. Outro
Besetzung
Spurcăciune – Guitars, Vocals
Bîrsatan – Bass
Omu‘ Rău – Guitars
Potaie – Drums
Bewertung:
„Unfazed by Death“ von ROTHEADS ist eine Neuauflage eines alten Demos aus den Anfangstagen der rumänischen Band. Trotz Rohheit und unausgewogenen Sounds zeigt das Album eine vielversprechende Band voller Leidenschaft. Eine Arbeit, die gut gealtert ist und jetzt, 10 Jahre später, endlich der Öffentlichkeit präsentiert wird.
Demo-Qualität behindert gute Musik
Wie Trauermusik beginnt das Album – ein symphonisches Orchester spielt ein kurzes „Intro„. „Stench Of Death“ bringt dann Action: dämonische Vocals in sprechend-knurrender Technik, ziemlich schnelle Drums, und der Rhythmus entwickelt sich stetig vom langsamen Beginn zu mehr Uptempo. Die Demo-Qualität lässt nur Drums und teilweise Vocals klar hörbar werden, der Rest der Instrumente bleibt weit entfernt und leise. Erst bei den finalen Akkorden dominiert die Solo-Gitarre klar alles andere. Generell ein langsamer Song in Doom-Tempo mit Black Metal Einflüssen – interessante Musik mit gewissen Qualitäten.
Sehr schlechte Produktion, typische Demo-Qualität – roh und matschig. Der Sound behindert wirklich ein anständiges Hörerlebnis, schade, weil die Musik es wert ist, gehört zu werden. Wegen der Qualität der Musik hätte sich eine Neuaufnahme oder zumindest Remastering gelohnt, stattdessen gibt es nur ein Reissue.
Noch vielversprechender beginnt „Dark War“ mit einem Sound, der an Demilich erinnert, mehr durch die Vocals als die Musik. Auch hier liegt der Fokus auf den Drums, während Gitarren im Hintergrund mahlen. Vocals bleiben sehr leise und kaum hörbar, auch durch die gewählte Technik. Trotzdem kann man guten Rhythmus und eine gute melodische Linie erkennen – die Lead-Gitarre bekommt ihren Moment zum Glänzen in den letzten Akkorden.
Vielversprechend genug für Label-Investment
ROTHEADS kommen aus Bukarest, gegründet 2014. Nach diesem Demo von 2016 veröffentlichte die Band noch zwei weitere Alben – ein Zeichen, dass das Demo vielversprechend genug war für Label-Investment. Bei der Demo-Aufnahme spielten Dávid an Drums und Bogdan (Künstlername Spurcăciune) an Gitarren und Vocals. Zusätzlich wirkten Bîrsatan am Bass und Mircea (Omu‘ Rău) an Gitarren mit, beide auch Bandmitglieder. Die einzige personelle Veränderung unmittelbar nach der Aufnahme der Demo: Matei Gheorghe (Potaie) ersetzte den ursprünglichen Drummer, und in den folgenden Jahren übernahm Carnagiu die Gitarren und Muzgoare das Schlagzeug.
Der Titelsong „Unfazed By Death“ wechselt zwischen Doom-artigen und schnelleren Tempos. Finstere Atmosphäre, tiefe Growls und Tremolo-gepickte Lead-Gitarre prägen den Song. Er zögert nicht mit guten Momenten – frenetische Drums und entsprechend schnelle Riffs zeigen das Potential.
Technische Fähigkeiten versteckt hinter schlechtem Sound
Die folgenden Songs halten die morbide Atmosphäre und bewegen sich näher an Old-School Death Metal. „Burden Of Sin“ kommt mit infernalischen Growls, massiven Riffs und Uptempo-Rhythmus – die Gitarren demonstrieren wirklich gute technische Fähigkeiten, auch wenn kaum hörbar.
„Warding Blood“ weicht vom generellen Album-Sound ab: langsam, melodisch, voller Black Metal Einflüsse. Eine traurigere, fast melancholische Atmosphäre mit viel mehr Melodie als der Rest des Albums, überzeugt den Song trotzdem nicht wirklich.
„Howling At The Galaxy’s Edge“ bringt gruselige ambiente Sounds – nur ein kurzes Intermezzo als Vorbereitung auf das „Outro„, das alles andere als Metal ist. Elektronische Musik mit kurzen rhythmischen Akkorden ergibt ein zweifelhaftes Ende. Ein Interlude, das auf ein Outro vorbereitet – sicher etwas Einzigartiges.
Leidenschaft überwindet Demo-Qualität
Durch die Demo-Qualität sind die Drums am präsentesten im Mix – gutes, technisches Drumming. Viel mehr steckt dahinter, leider kaum hörbar. Die Lead-Gitarre glänzt bei Solos, passiert allerdings sehr selten. Musik, die eine Neuaufnahme verdient hätte, weil gute musikalische Momente vorhanden sind.
Trotz aller Produktionskritik: Ein altes Werk neu aufzulegen ist gut, wenn es das wert ist. All diese Demos mit damals limitierter Verbreitung bekommen jetzt verdiente Aufmerksamkeit. Sicher gibt es unbeholfene Momente wie die finalen zwei Songs ohne echten musikalischen Wert, insgesamt lohnt sich das Album dennoch – simple, impaktvolle Art von Death Metal, authentisch und mit Leidenschaft gemacht.
Fazit: Das neu aufgelegte Demo „Unfazed by Death“ von ROTHEADS zeigt vielversprechenden Death Metal – trotz rohem Sound lohnt die Leidenschaft.
ROTHEADS - Unfazed by Death
INVICTUS – Nocturnal Visions
Tracklist
01. Intro
02. Abyssal Earth Eradicates
03. Altar of Devoted Slaughter
03. Lucid Dream Trauma
04. Persecution Madness
05. Dragged Beneath The Grave
06. Frozen Tomb
07. Wandering Ashdream
08. Nocturnal Visions
Besetzung
Toshihiro Seki – Bass
Haruki Tokutake – Drums
Takehitopsy Seki – Guitars, Vocals
Bewertung:
Die japanische Death-Metal-Band INVICTUS präsentiert mit ihrem neuen Album „Nocturnal Visions“ eine weitere Auseinandersetzung mit einem alten, äußerst brutalen Death-Metal-Verständnis. Nach dem von Fans und Kritikern gleichermaßen positiv aufgenommenen Debüt zeigt sich der Sound nun leicht verändert, bleibt aber weiterhin tief in infernalischer und zerstörerischer Klangästhetik verwurzelt.
Dunkle Auftaktgewalt und technische Präzision
Unheilvoll und zunächst beinahe melodisch eröffnet das „Intro“, doch rasch übernehmen dissonante Gitarren das Kommando, bevor „Abyssal Earth Eradicates“ unmittelbar zuschlägt. Ein massiver Basslauf mit extrem tiefem Ton, sirrende Gitarren, tiefe Growls und eine dichte Instrumentierung dominieren den Sound. Der Bass bleibt präsent und technisch verspielt, während schnellere Passagen das hohe spielerische Niveau der Band offenlegen. Druckvoll, erdrückend und dennoch beweglich – ein überzeugender und vielversprechender Einstieg.
INVICTUS stammen aus Nagano, wurden 2015 gegründet und „Nocturnal Visions“ ist ihr zweites Full-Length-Album, ergänzt durch zahlreiche Demos und EPs in der bisherigen Diskografie. Das Trio besteht seit Beginn aus denselben Mitgliedern: Toshihiro Seki am Bass, Haruki Tokutake am Schlagzeug und Takehitopsy Seki an Gitarre und Gesang. Diese Konstanz spiegelt sich in einem spürbar eingespielten Zusammenspiel wider.
„Altar of Devoted Slaughter“ setzt auf einen ähnlichen, rauen und aggressiven Klang. Im Midtempo gehalten, tragen massive Riffs den Song, während die Leadgitarre selten, aber gezielt eingreift. Die Komposition ist einfacher strukturiert, wirkt jedoch entschlossener. Ein langes, stark dissonantes Solo unterstreicht, dass Melodie hier zweitrangig ist – entscheidend sind Wucht und morbide Atmosphäre. „Lucid Dream Trauma“ klingt erbarmungslos und höllisch; der Schlussteil bringt neue Energie und ein hohes technisches Niveau, mit beeindruckenden Gitarrenläufen und unnachgiebigem Rhythmus. Ein klares Highlight.
Rohproduktion und konstante Bedrohung
„Persecution Madness“ folgt mit einer anderen Struktur: schneller, mit frenetischem Schlagzeugspiel, präzise verzahnter Instrumentierung und einer makabren Grundstimmung. Die Riffs sind konstant stark, das Solo technisch, aber weniger dissonant. Ein weiterer Höhepunkt. „Dragged Beneath The Grave“ beginnt erneut mit erstickendem Tempo und Klang, wuchtigen Drums und etwas verspielteren Gitarren, bleibt insgesamt jedoch drückend und furios – erneut ein sehr starker Moment des Albums.
Die Produktion ist roh und betont die tiefen Frequenzen. Abgesehen von der Leadgitarre ist der Sound dicht und kompakt gemischt, was einen enormen Druck erzeugt. Der Bass ist klar hörbar und verleiht dem Klangbild Tiefe, während die Rhythmussektion äußerst präzise agiert. Die Gitarren sind gut platziert, besonders die Solos treten deutlich hervor, während der Gesang etwas weiter im Hintergrund bleibt. Insgesamt transportiert die Produktion die Intention der Band sehr deutlich und unterstützt die aggressive, wütende Grundstimmung.
Mit „Frozen Tomb“ kehrt die Band zu einem weniger melodischen Ansatz zurück, behält aber Tempo und Angriffslust bei. Dissonant, rau und laut, beeindruckt der Song dennoch mit massiven Riffs und technischer Ausführung. „Wandering Ashdream“ zeigt sich technisch und unerbittlich, mit starken Riffs bei moderatem Tempo. Der Abschlusstrack und Titeltrack „Nocturnal Visions“ bewegt sich überwiegend im Midtempo-Bereich, bleibt jedoch kraftvoll und bestimmt, mit einer klar erkennbaren melodischen Linie. Die letzten Passagen kippen kurz in ein doomiges Tempo, bevor das Stück nochmals extrem beschleunigt – ein durchdachter Aufbau und ein eindrucksvolles Ende.
Düstere Entwicklung und schlüssiger Abschluss
„Nocturnal Visions“ klingt deutlich anders als das Vorgängerwerk: eine völlig andere Produktion, weniger klare Strukturen und ein roheres Gesamtbild. Während das Debüt transparenter und melodischer war, erzeugt der neue Ansatz eine andere Wahrnehmung der Musik. Beide Varianten funktionieren im Kontext der Band, zeigen jedoch unterschiedliche Entwicklungsstufen und einen konsequenten Fortschritt auf ihrem gewählten Weg.
Zahlreiche starke Momente, überzeugende Riffs, eine geschlossene Atmosphäre und solides Songwriting prägen „Nocturnal Visions“. Der rohe Sound passt hervorragend zur Musik, das stetig vorwärtsdrängende Tempo ebenso wie die gezielten Tempowechsel. Eine durchweg intensive und lohnende Veröffentlichung für Genre-Fans.
Fazit: „Nocturnal Visions“ zeigt INVICTUS gereift, technisch stark und klanglich düsterer – ein rohes, druckvolles Death-Metal-Album mit überzeugender Atmosphäre.
INVICTUS - Nocturnal Visions
GUYOĐ – Death Throes Of A Drowning God
Tracklist
01. Signal 00347
02. A Thousand Invisible Eyes
03. Signal 05575
04. Behind Walls of Ice
05. Signal 14721
06. Vortex of Infinite Despair
07. Hestia Drowning
08. Signal 79357
Besetzung
Dohrn – Guitars
Daikakuji – Bass
Rehoboth – Drums
Ōjin – Vocals
Bewertung:
Ein weiteres Werk der Grazer Band GUYOĐ, das sich auf Ozeane, Meeresleben und mythologische Themen über Kreaturen aus… Ozeanen bezieht und davon inspiriert ist. Wir haben hier eine starke Thematik. In ihren eigenen Worten: „Musik beschworen aus den endlosen Tiefen und der Dunkelheit der Ozeane, aus der trüben Weite des großen Unbekannten, wo kein Licht, keine Hoffnung, kein Mensch wohnt.“
Zweifelhafte erste Eindrücke
Sehr atmosphärisch, elektronische Effekte oder zumindest klingt es so – sie wollen uns überzeugen, dass das die Klänge des Ozeans sind, sicher können sie das sein – aber seltsame Sounds. Der erste Eindruck mit dem Eröffnungssong „Signal 00347“ ist ein zweifelhafter. Etwas besser kommt „A Thousand Invisible Eyes„, sehr langsam, aber immer noch ein bizarrer Gesamtsound, als wäre alles durch Effekte transformiert. Gitarren klingen nicht wirklich nach Gitarren, die Vocals sind distanziert, knurrend, aber fast flüsternd. An einem Moment nimmt der Song etwas Fahrt auf, etwas Energie wird hörbar. Aber alles in allem als Komposition typischer Doom Death Metal. Nur dass hier der Sound so schlecht ist.
Nicht nur eine rohe Produktion, sondern ein sehr matschiger Sound, keine Dynamik, keine Mittenfrequenz, nur hohe Sounds. Aber auf einem professionellen System können auch die extremen Tieffrequenzen gehört werden, auf einem alltäglichen Lautsprecher/Headset nicht hörbar. Das ist etwas, was ein Doom Metal Album normalerweise hat: die Mitten- und Tiefenspektrum-Sounds. Und das ist offensichtlich ein Produktions- und Mixing/Mastering-Problem, wenn ein Album High-End-Geräte erfordert, um anständig zu klingen, und ansonsten matschig ist mit Musik, die kaum verständlich ist. Aber egal wie man es versucht, der Sound ist roh, schlecht gemixt, die Verzerrung ist zu viel auf den Gitarren, die Vocals sind zu weit hinten und machen keinen Impact. Die Definition einer schlechten Produktion.
„Signal 05575“ ist ein weiteres seltsames Intermezzo, kurz gefolgt von „Behind Walls of Ice“ – Clean Vocals sprechend/schreiend kombiniert mit Knurren hinterlassen weiter ein seltsames Gefühl. Ziemlich minimale Instrumentierung, eine hochgepitchte Gitarre und frenetische Drums. Aber da ist auch ein Bass, aber so verzerrt, dass er leicht mit einer Gitarre verwechselt werden kann, und das ist ein Grund, warum das Album keine Tiefe im Sound hat. Eher ins Experimentelle gehend, eine Sammlung disparater Sounds, weniger wie eine Melodie.
Ozean-Obsession lenkt von der Musik ab
GUYOĐ wurden 2020 gegründet, kommen aus Graz und (falls jemand die Information verpasst hat) sind leidenschaftlich über Ozeane und Meeresleben. Die vier Mitglieder der Band sind Dohrn an Gitarren, Daikakuji am Bass, Rehoboth an Drums und Ōjin für Vocals.
Die Interlude-Idee setzt sich fort mit „Signal 14721„, ein kurzer Track mit distanzierten Sounds – all diese Interludes bringen absolut nichts musikalisch oder als Atmosphäre. „Vortex of Infinite Despair“ hat einen besseren Rhythmus mit Riffs, die kommen und gehen, mit einer quietschenden Lead-Gitarre, die noch verzerrtere und disparatere Sounds bringt. Aber hinter all dem gibt es eine melodische Linie, es gibt gequälte Schreie, aber nicht wirklich mit der Musik verbunden. Dennoch eine bessere Komposition, ein Song, der einige Ideen bringt – das Nächste zu Musik vom Album. Mit einer besseren Produktion könnte es ein ziemlich guter Song sein, weil hier Songwriting mit guten Ideen kommt, interessant und klarer.
Überraschenderweise kommt „Hestia Drowning“ ohne Intermezzo, aber die Eröffnungssequenz agiert wie eines, und dann ferne Drums in einem tribalen monotonen Rhythmus mit Effekten und Synth, die langsam Textur hinzufügen. Aber langsam wird der Song nur zu dissonanten Sounds, überhaupt nicht melodisch, nur Schreie und Geräusche. Und das finale Signal „Signal 79357“ kommt als Ende, ein Outro – dieselben uninspirierten Sounds, die nichts musikalisch bringen.
Gescheitertes Experiment mit katastrophaler Produktion
Ein Experiment, und kein besonders erfolgreiches, und mit der katastrophalen Produktion ist das Resultat zweifelhaft. Aber die Produktion beiseite lassend: Als Musik gibt es einige interessante Momente auf dem Album, sie zeigen ihre technischen Fähigkeiten. Zu viel Fokus auf der Lead-Gitarre, und die ganze Ozean-besessene Attitüde lenkt sie von der Musik ab. Die Intros – und sie können echte Ozean-Sounds sein, aufgenommen mit einem hochtechnologischen Gerät – bleiben zu abstrakt, und wie bereits erwähnt, können sie leicht mit Synth-Effekten oder irgendeiner Art von ambienten Geräuschen verwechselt werden. Falls das echte Aufnahmen sind, hoffentlich hat die Band sie selbst aufgenommen, weil keine andere Quelle zitiert ist.
Experimentell, weniger konzentriert darauf, Musik zu machen, sondern zu schockieren und anders zu sein – GUYOĐ beeindruckt nicht mit „Death Throes Of A Drowning God„. Die seltenen Momente, wenn sie fokussiert sind, einige Akkorde zu spielen, sind vielversprechend. Im Versuch, einzigartig zu sein, schafft es GUYOĐ mit der letzten EP, eine erzwungene Arbeit zu zeigen – weniger Musik, aber mehr abstrakte Sounds. Sie tauchen zu tief in entfernte Konzepte ein.
Fazit: GUYOĐ leiden mit „Death Throes Of A Drowning God“ unter katastrophaler Produktion und erzwungenen experimentellen Konzepten.
GUYOĐ - Death Throes Of A Drowning God
SOEN – Reliance
Tracklist
01. Primal
02. Mercenary
03. Discordia
04. Axis
05. Huntress
06. Unbound
07. Indifferent
08. Drifter
09. Draconian
10. Vellichor
Besetzung
Joel Ekelöf – vocals
Martin Lopez – drums
Lars Åhlund – keyboards, guitar
Cody Ford – guitar
Stefan Stenberg – bass
Bewertung:
SOEN sind bekannt für ehrliche, ungeschönte Texte über gesellschaftliche, politische und individuelle Herausforderungen. Musikalisch lösten sie sich in den letzten Jahren immer stärker von ihrem progressiven Ursprung. Stattdessen wurden die Lieder zugänglicher gemacht, indem Songstrukturen geradliniger und der Fokus auf eingängige, melodische Refrains gelegt wurde. Mit ihrem mittlerweile siebten Studioalbum „Reliance“ halten sie diesen Trend aufrecht.
Vereinzelte progressive Elemente
Vorweg sei erwähnt, dass ich mit SOEN noch nicht allzu viele Berührungspunkte hatte. Die Unfähigkeit des detaillierten Vergleichs mit Vorgänger-Scheiben ist daher Vor- und Nachteil zugleich. Was trotzdem sofort auffällt, ist die oben angesprochene Verabschiedung technisch vertrackter Songs à la OPETH und TOOL. Auf „Reliance“ erinnert am ehesten die Schlagzeugarbeit an diese Zeit, speziell an das Debüt „Cognitive“ (2012). Während die Gitarren häufig eher linear spielen, werden am Schlagzeug Techniken angewandt, die viel Kontrolle und Hirnschmalz benötigen. Die sanften Schläge und Akzente in den Strophen von „Discordia“ und „Drifter“ sind gute Beispiele dafür. Genau solche Details heben die Lieder auf ein etwas anspruchsvolleres Niveau.
Schwierige Stimme
Die Entwicklung hin zu einfacheren Songstrukturen wurde mit einem Anstieg an Melodik gekoppelt. Diese manifestiert sich sowohl instrumental als auch gesanglich. Der Gesang von Joel Ekelöf klingt dabei stellenweise sehr nasal und unscharf, zudem bewegt er sich häufig in einer relativ hohen Lage. An bestimmten Stellen erzeugt das einen klagenden Eindruck. Die „I don’t need another hero“-Passagen in „Huntress“ sind ein Paradebeispiel dafür. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die stark melodische und sehr bombastische Produktion der instrumentalen Begleitung. „Huntress“ ist deshalb meiner Meinung nach eines der schlechtesten Lieder.
Ehrliche Texte betont durch musikalisches Feingefühl
Eine von SOENs unzweifelhaften Stärken sind ihre Lyrics. Von persönlichen Krisen sowie gesellschaftlichen und politischen Missständen schreibt man gerne in bildhafter, abstrakter Weise. SOEN nehmen da lieber einen direkteren Weg und behandeln diese Themen, ohne sie zu verschönern. In „Discordia“ wird z. B. sehr offen über Depressionen, Gefühle der Ohnmacht, der Hilflosigkeit, von Ängsten usw. erzählt. Es ist ein Lied, in das man sich richtig hineinfühlen kann, da auch die musikalische Untermalung auf dem Punkt ist. Entweder schöpft man Kraft daraus, oder man suhlt sich in seinem eigenen Selbstmitleid, was sehr katharisch wirken kann. „Primal“ spricht im Gegensatz dazu die fragwürdigen Entwicklungen der modernen Gesellschaft und Technologie an. Es geht um Frustration, Wut und Spaltung. Auch hier wurde die akustische Inszenierung gut gewählt. Schwerfällige Mid-Tempo-Beats treiben die Strophen an während der Refrain eine melancholische Färbung durch die Melodien bekommt.
Altbewährte Songstrukturen
„Reliance“ ist in Summe ein sehr melodisches Album. Härtere Passagen kommen regelmäßig vor – überwiegend in den Strophen – und folgen meist einem ähnlichen Muster. Sowohl in „Primal“ als auch in „Unbound“, „Axis“ und „Draconian“ wird Härte und Aggression durch ein synchrones Zusammenspiel von Schlagzeug und Gitarren hergestellt. Sie erschaffen einen marschierenden Rhythmus, der z. B. häufig tongebend im Metalcore ist. Die Refrains gehen stets gut ins Ohr und kontrastieren die Strophen unterschiedlich stark. In „Huntress“ ist der Kontrast z. B. merklich weniger ausgeprägt als in „Draconian“.
Großartige Ausreißer
Es gibt wenige Ausreißer, die nicht diesem Schema folgen: „Indifferent“ tanzt eindeutig aus der Reihe. Es ist eine bittersüße Ballade, in der das Klavier und Streichinstrumente die akustische Szenerie erschaffen. Ekelöf singt im Refrain mit seiner Bruststimme, was ihn sehr mächtig klingen lässt. Die E-Gitarre wird nur einmal nach dem ersten Refrain eingesetzt, sorgt dabei aber für wilde Gänsehaut. „Axis“ sticht im Gegensatz dazu wegen ganz anderer Elemente heraus. Es ist durchgehend energisch. Sogar der Refrain bleibt groovig und wird von lässigen Gesangsrhythmen getragen. Im letzten Lied „Vellichor“ beweisen SOEN noch einmal ihr Talent für die musikalische Übersetzung von komplexen Gefühlen. „Vellichor“ ist ein Begriff, der die Melancholie und Nostalgie beschreibt, die man mit dem Geruch von alten Büchern assoziiert. Mit diesem Fun Fact im Hinterkopf wirkt das Lied beim Hören überraschend stimmig.
Ein Album zum Hineinfühlen
SOEN werden mit „Reliance“ niemanden mehr wegen seiner technisch ausgeklügelten Songs vom Hocker reißen. Klar, die progressiven Elemente sind da, treten aber in den Hintergrund. „Reliance“ überzeugt sattdessen mit ehrlichen Texten und einem guten Gespür, komplexe Gefühle und Herausforderungen musikalisch zu manifestieren. Die Lieder knüpfen an Emotionen an und haben häufig etwas Kathartisches. Zudem ist das Verhältnis zwischen Melodik und Aggression ausgewogen. Es ist einprägsam, mitreißend und gut geschrieben.
Fazit: Mit „Reliance“ liefern SOEN ein melodisches, emotional zugängliches Album ab, das weniger durch progressive Komplexität als vielmehr durch ehrliche Texte und ein feines Gespür für die musikalische Übersetzung innerer und gesellschaftlicher Konflikte überzeugt.
SOEN – Reliance
CASKET – In The Long Run We Are All Dead
Tracklist
01. The Will To Comply
02. Highest Thrones
03. Mirrors
04. Seeds Of Desolation
05. Hammer, Knife, Spade
06. Skull Bunker
07. Necrowaves
08. Mainstream Mutilation
09. Fundamental Rot
10. Strangulation Culture
11. Graveyard Stomper
Besetzung
Schorsch – Guitars, Vocals
Susi – Bass
Marinko – Drums
Bewertung:
Die deutschen Veteranen CASKET sind mit einem neuen Werk „In The Long Run We Are All Dead“ zum Leben zurückgekehrt, neun Jahre nach dem vorherigen Album. Pioniere des Death Metal finden sie weiter neue Wege, ihre Musik auch mit dem neuen Album auszudrücken.
Vielversprechender Start mit unvergesslichen Momenten
Massiv, volle Aggression, brutal und ein guter solider Rhythmus – das sind die Eröffnungsakkorde in „The Will To Comply„, ein Song mit wütender Attitüde und makabrer Atmosphäre. Chaotische und dissonante Passagen wechseln sich ab mit sehr Uptempo und gut strukturiertem Rhythmus. Ein schwerer Sound, beeindruckende Gitarren und Rhythmussektion und tiefe Growls, und der Moment, wenn sie in den Uptempo-Modus wechseln, ist einfach unvergesslich. Nicht nur ein guter Start ins Album, sondern auch ein Höhepunkt und eine vielversprechende Attitüde.
1990 in Reutlingen gegründet, wurde CASKET mit frühen Demos, die in den ersten Jahren nach der Formation veröffentlicht wurden, zu einem Namen im Genre, nicht nur auf lokaler Szene, sondern auch auf größerem Level. Mit den Alben, die in den folgenden Jahren veröffentlicht wurden, zementierte die Band diese Position. Bemerkenswert: Das Trio hat dieselbe Besetzung von Anfang an – Schorsch an Gitarren und Vocals, Susi am Bass und Marinko für Drums.
Der gute erste Eindruck setzt sich im nächsten Track fort. „Highest Thrones“ geht weiter mit guten Riffs und einer Kombination zwischen Chaos und Ordnung. Dämonische Growls, sehr präzise Rhythmussektion und eine sehr effektive Gitarre, alles in einem voll aggressiven Song. Dissonanter und wieder lassen die heruntergestimmten Gitarren ein gutes Uptempo-Riff sehr gut klingen, voll von Energie.
Roher Sound trifft auf technischen Ansatz
Ein cinematisches Intro und melodische, sehr ferne Sounds kreieren einen anderen Sound und Atmosphäre für „Mirrors„, aber das ist nur ein Intermezzo. Und das Ambiente wird sofort von massiven Riffs und infernalischen Growls invadiert, wenn die fernen Sounds sich in „Seeds Of Desolation“ verwandeln. Technischer, mit komplexen Basslinien und komplizierten Gitarrenlinien. Aber auch ein besserer Rhythmus, eine Serie von sehr klaren Riffs, wild, mahlend. Diese zwei gegensätzlichen Sounds – der technische Ansatz und die massiven Rhythmen – kreisen füreinander durch den ganzen Song. Ein beeindruckendes Stück mit unvergesslichen Riffs, ein weiterer Höhepunkt.
Die Produktion ist sehr gut, behält einen rohen Sound, wo dieser besser zur Band-Intention passt, kann aber auch viel klarer klingen, wenn der technische Ansatz vorherrscht. Ein sehr schwerer Sound – die heruntergestimmte Gitarre und die tiefen Growls mischen sich sehr gut mit dem Bass, und die Drums halten ein gutes Tempo für das gesamte Album. Die Lead-Gitarre beeindruckt mit technischen und scharfen Interventionen.
Langsamer, ein verzerrterer Sound, aber nicht weniger bestrafend – „Hammer, Knife, Spade“ legt mehr Akzent auf Vocals, mit Gitarren bewusst im Hintergrund gelassen, bis die soliden Riffs zurückkehren. „Skull Bunker“ hat weniger Melodie, nur ein gnadenloses Assault von frenetischen Drums und heruntergestimmten Gitarren mit punktuellen Interventionen von Lead-Gitarre. Ein mittlerer Teil des Albums dominiert von langsamem Tempo, aber immer noch bestrafende und höhlenartige Musik.
Mittelmäßiger Mittelteil nach starkem Beginn
Ein weiteres Interlude „Necrowaves„, ein kurzer Moment fast Ruhe, gefolgt von „Mainstream Mutilation„, ein Song, der zu schnellen und wilden Riffs zurückkehrt, die in den ersten Songs beeindrucken, nach einem nicht so beeindruckenden mittleren Teil. Wieder geben die schnellen und massiven Riffs viel Power zum Song, ein weiterer guter Song. Eine viel simplere Komposition, aber effektiver Sound.
„Fundamental Rot“ behält den langsamen Doom-artigen Ansatz, ist aber nicht weniger erdrückend im Sound, und wenn das Tempo gewechselt wird, bringen die gnadenlosen Drums die hohe Energie zurück, die so gut klingt. Verzerrt, technisch, aber wieder beeinflusst der Mangel an Energie die Musik. „Strangulation Culture“ bringt nichts Neues – dieselben guten Riffs, wenn sie passieren, gefolgt von langsameren Passagen.
Final Track „Graveyard Stomper“ startet wieder vielversprechend, verliert aber fast sofort das Momentum, und dann die übliche Alternation zwischen Ansätzen. Insgesamt ein besserer Song als die vorherigen, aber dennoch bleibt am Ende des Albums ein Gefühl von Unzufriedenheit – das versprochene kraftvolle Ende geschah nie.
Qualität vorhanden, aber nie voll realisiert
Das Album hinterlässt beim Hörer ein ambivalentes Gefühl. Die schnelleren Passagen sind unglaublich effektiv, und die Tempo-Alternation kreiert einen dynamischen Sound. Jedoch fehlt dem Mid-Tempo und sehr Doom-artigen Ansatz, obwohl beeindruckend gespielt, Substanz und wird weniger unvergesslich. Von den vielversprechenden und wirklich beeindruckenden ersten Songs zu einem mittleren Teil, der weder schlecht noch großartig ist, und einem finalen Teil, der versucht, die Eröffnungsmomente zurückzugewinnen – das Album wechselt zwischen guten und mittelmäßigen Momenten wie ein Song mit majestätischem Refrain, aber minderwertigen Versen.
Das Problem ist, dass die Qualität offensichtlich ist, aber nie voll realisiert wird. Das verhindert, dass CASKET den Höhepunkt auf „In The Long Run We Are All Dead“ erreicht. Ein wirklich unvergesslicher Song wäre einer, der das hohe Tempo voll umarmt. Eine verbleibende Frustration ist das Gefühl, dass sie so viel besser machen könnten.
Fazit: CASKET liefern mit „In The Long Run We Are All Dead“ dynamischen Sound mit effektiven Passagen, aber ohne überzeugende Klimax.
















