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SANGUISUGABOGG bringen ihre Europe-Tour nach Wien

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Sanguisugabogg Tour Poster

SANGUISUGABOGG, Fulci, Gates To Hell, Celestial Sanctuary
Europe 2026 Tour – Viper Room Wien, 22. Februar 2026

Sanguisugabogg-Tour Poster

Am 22. Februar 2026 bringt TON-Music Productions ein Paket nach Wien, das moderne Extreme-Metal-Strömungen mit klassischem Death-Metal-Fundament verbindet. Im Viper Room treffen vier Bands aufeinander, die unterschiedliche Zugänge zu Härte, Groove und Brutalität pflegen – vereint durch eine klare Ausrichtung auf intensive, körperlich wirkende Livemusik. Die „Europe 2026“-Tour macht damit auch in Wien Halt und verspricht einen Abend ohne stilistische Umwege.

Den Beginn machen CELESTIAL SANCTUARY aus Cambridge (UK). Die Band steht für einen rohen, tief im klassischen Death Metal verwurzelten Sound, der stark von der alten britischen Szene geprägt ist, dabei aber keineswegs rückwärtsgewandt wirkt. Schwerfällige Riffs, dunkle Atmosphäre und ein klarer Fokus auf Gewicht und Dichte bestimmen ihre Musik. Live entfaltet dieser Ansatz eine unmittelbare Wirkung, die weniger auf Tempo als auf Druck und Präsenz setzt – ein passender Einstieg, der das Publikum langsam, aber bestimmt in den Abend zieht.

Es folgen GATES TO HELL aus Kentucky, die Death Metal und Metalcore zu einer aggressiven, energiegeladenen Mischung verbinden. Ihre Musik lebt von harten Breakdowns, massiven Riffs und einem modernen Groove-Verständnis, ohne den Bezug zu klassischem Death Metal zu verlieren. Gerade live überzeugt die Band durch Dynamik und körperliche Intensität, mit Songs, die auf direkte Reaktion abzielen und das Publikum aktiv einbinden. Gates To Hell stehen für einen zeitgemäßen Extreme-Metal-Ansatz, der Härte und Struktur wirkungsvoll kombiniert.

Mit FULCI wird der Abend deutlich finsterer. Die italienische Band bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Death Metal und Grind-Einflüssen und ist bekannt für ihren dichten, aggressiven Sound. Schnelle Tempos, abrupte Wechsel und eine generell sehr rohe Ästhetik prägen ihre Musik. Live entfaltet sich daraus eine intensive, fast erdrückende Atmosphäre, in der Präzision und Gewalt eng miteinander verzahnt sind. Fulci liefern keinen dekorativen Extreme Metal, sondern eine direkte, ungeschönte Form, die auf maximale Wirkung ausgelegt ist.

Als Headliner stehen SANGUISUGABOGG auf der Bühne, eine der derzeit markantesten Bands im modernen Death Metal. Spätestens mit ihrem aktuellen Album haben sie gezeigt, dass rohe Gewalt und ausgefeilte Songstrukturen kein Widerspruch sein müssen. Ihre Musik ist dicht, schwer und fokussiert, getragen von massiven Riffs, tiefen Vocals und einem Rhythmusfundament, das konstant Druck aufbaut. Im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen wirkt das letzte Album “Hideous Aftermath” strukturierter und reifer, ohne an Brutalität einzubüßen.

Live übertragen SANGUISUGABOGG diesen Ansatz mit beeindruckender Konsequenz. Die Songs zielen auf maximale Intensität, verzichten auf überflüssige Ausschmückungen und setzen stattdessen auf Durchschlagskraft und Präsenz. Genau diese Mischung aus technischer Sicherheit, physischer Härte und klarer musikalischer Linie macht ihre Shows so wirkungsvoll. In Kombination mit dem restlichen Line-Up verspricht der Abend im Viper Room ein geschlossenes, extrem starkes Gesamtbild moderner Death-Metal-Spielarten.

Tickets für das Konzert sind im Vorverkauf erhältlich und hier zu finden.

Sanguisugabogg Tour Poster

SANGUISUGABOGG – Europe 2026 Tour

13/02/2026 Antwerpen
14/02/2026 Paris
15/02/2026 London
16/02/2026 Bristol
17/02/2026 Glasgow
18/02/2026 Manchester
19/02/2026 Birmingham
20/02/2026 Tilburg
21/02/2026 München
22/02/2026 Wien
24/02/2026 Prague
25/02/2026 Hamburg
26/02/2026 Copenhagen
27/02/2026 Berlin
28/02/2026 Leipzig
01/03/2026 Oberhausen

Quellenangabe: TON-Music Productions, Bands

2025 – Der etwas andere Jahresrückblick Teil II

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April – Juni

Daniels Idee eines Jahresrückblicks, der bewusst jene Alben berücksichtigt, die uns im Laufe des Jahres begleitet oder nachhaltig beschäftigt haben, wurde im Team schnell als spannend und sinnvoll wahrgenommen. Der Anspruch, zusätzlich zu den regulären Reviews eine größere Anzahl weiterer Veröffentlichungen einzuordnen, ist ohne Zweifel ambitioniert. Gleichzeitig erleichtert der persönliche Zugang diese Aufgabe: Es geht um Musik, die über Monate hinweg präsent war, intensiv gehört wurde oder aus unterschiedlichen Gründen als relevant empfunden wird. Mit Charlene jetzt als zusätzlicher Stimme erweitert sich dieser Blick nochmals deutlich. Die Auswahl wird breiter, die Perspektiven vielfältiger, und genau daraus ergibt sich ein Überblick, der nicht nur individuelle Hörgewohnheiten widerspiegelt, sondern auch unterschiedliche Zugänge und Schwerpunkte zusammenführt.

Auch wenn sich die tägliche redaktionelle Arbeit in der Regel auf bevorzugte Stilrichtungen wie Death, Black und Thrash Metal konzentriert, zeigt sich gerade im Rückblick, wie viele weitere Veröffentlichungen Beachtung verdienen. Darunter finden sich überzeugende Alben ebenso wie solche, die vor allem durch hohe Erwartungen und starke Resonanz innerhalb der Szene auffallen. Entsprechend breit gefächert fällt die stilistische Ausrichtung dieser Liste aus – weniger als programmatische Entscheidung, sondern als logische Konsequenz eines Jahres, in dem qualitativ hochwertige Musik aus nahezu allen Bereichen des Metal erschienen ist.

Ein weiterer Aspekt ergibt sich aus dem Live-Kontext. Einige Bands haben ihren nachhaltigen Eindruck nicht primär über das Album, sondern zunächst auf der Bühne hinterlassen. Gerade als Support-Acts zeigt sich, welche Bedeutung Konzerte weiterhin für die Entdeckung neuer Musik haben. Bands wie BENTHOS oder DÉTRESSE überzeugten live derart, dass eine intensivere Auseinandersetzung mit ihren Studioveröffentlichungen folgte – und diese Erwartung letztlich auch eingelöst wurde.

Rückblickend erweist sich 2025 als ein ausgesprochen reichhaltiges Metal-Jahr, das selbst nach seinem Abschluss noch zahlreiche Entdeckungen bereithält. Spätestens mit dem Erscheinen der Jahreslisten und Bestenplatzierungen wird deutlich, wie viel Musik selbst engagierten Hörern entgangen ist. Wenn Alben in Top-3- oder Top-10-Listen auftauchen, die bislang noch nicht wahrgenommen wurden, verdeutlicht das die enorme Dichte und Komplexität der aktuellen Metal-Landschaft. Die Anzahl an Bands, die auf hohem Niveau arbeiten, bleibt unüberschaubar – und vollständige Erfassung ist weder realistisch noch Ziel dieses Rückblicks.

Auch dieser zweite Teil des Jahresrückblicks erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr bietet er einen persönlichen, redaktionell geprägten Einblick in Alben, die für uns im Zeitraum relevant waren. Teil II umfasst die Monate April, Mai und Juni und setzt den Versuch fort, ein Jahr aus unterschiedlichen Blickwinkeln nachzuzeichnen.

April

cover artwork ROTTING CHRIST 35 Years of Evil Existence – Live in Lycabettus

ROTTING CHRIST 🇬🇷 – 35 Years of Evil Existence – Live in Lycabettus (Black Metal)
(Season Of Mist, 04/04/25)
Ein Live-Erlebnis mit ROTTING CHRIST ist stets eine intensive musikalische Reise, da es der Band gelingt, Energie und Rohheit ihres Sounds auf der Bühne besonders authentisch zu transportieren. „35 Years of Evil Existence – Live in Lycabettus“ dokumentiert das 35-jährige Bandjubiläum und vereint Songs aus allen Schaffensphasen. Die stilistische Entwicklung über die Jahrzehnte wird ebenso deutlich wie die Konstanz eines unverwechselbaren Sounds. Vom eröffnenden „Χ ξ ς’“ über jüngere Stücke wie „Fire, God and Fear“ oder „Like Father, Like Son“ bis hin zu Klassikern wie „Societas Satanas“, „Forest of N’gai“, „Among Two Storms“, „Nemecic“ oder „Grandis Spiritus Diavolos“ ist das Set dicht und schlüssig gewählt. Fast wie eine Live-Werkschau, die eindrucksvoll zeigt, warum die Band zu den prägenden Namen des Genres zählt. Klanglich sehr gelungen und für Fans unverzichtbar. (4,5/5) Voicu

cover artwork TÓMARÚM Beyond Obsidian Euphoria

TÓMARÚM 🇺🇸 – Beyond Obsidian Euphoria (Progressive Black Metal, Technical Death Metal)
(Prosthetic Records, 04/04/25)
TÓMARÚM präsentieren ein sehr geschlossenes und ambitioniertes Album, das unterschiedlichste Stilmittel zu einem komplexen Gesamtwerk verwebt. Die Musik fordert Aufmerksamkeit und entfaltet ihre Wirkung erst nach mehreren Durchläufen, wenn sich die vielen Ebenen aus verschachtelten Rhythmen, permanent wechselnden Tempos und ineinandergreifenden Melodielinien erschließen. Die Kompositionen sind lang und strukturell anspruchsvoll, die technische Ausführung auf hohem Niveau. Mitunter verliert sich das Album etwas in Füllpassagen und Überkomplexität, doch die musikalischen Ideen und die Konsequenz im Ansatz machen „Beyond Obsidian Euphoria“ zu einer lohnenden Herausforderung für Fans progressiver Spielarten des Extreme Metal. (4/5) Voicu 

cover artwork BENTHOS From Nothing

BENTHOS 🇮🇹 – From Nothing (Progressive Metal)
(InsideOut Music, 11/04/25)
Vielschichtig, tonal offen und stellenweise bewusst sperrig: BENTHOS bewegen sich mit „From Nothing“ an der Grenze zur Dissonanz, ohne den Fokus zu verlieren. Einflüsse aus Jazz, Djent und klassischem Prog werden zu einem dichten, ständig in Bewegung befindlichen Sound verbunden. Live wirkt das Material sogar noch überzeugender, da Energie und Spielfreude besonders deutlich hervortreten. Die Vocals wechseln mühelos zwischen aggressiven Growls, Screams und kontrolliertem Klargesang. Technisch wie kompositorisch bewegt sich die Band auf hohem Niveau und zeigt eine bemerkenswerte Sicherheit im Wechsel zwischen Ordnung und Chaos. Ein klarer Entwicklungsschritt und ein relevantes Album im modernen Progressive Metal. (4,5/5) Voicu

cover artwork MESSA The Spin

MESSA 🇮🇹 – The Spin (Doom Metal/Rock)
(Metal Blade, 11/04/25)
MESSA zählen längst zu den etablierten Namen im Doom-Umfeld, und auch „The Spin“ knüpft daran an. Die Band verbindet epische, oft melancholische Songs mit Elementen aus Gothic Doom und Rock, wodurch ein zugänglicher, stellenweise melodisch geprägter Charakter entsteht. Der verhallte Frauengesang verleiht dem Album eine leicht nostalgische Note und öffnet den Sound auch für weniger genretypische Einflüsse. Im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen wirkt das Material dichter ausgearbeitet, mit klarerem Fokus auf ausgeformte Kompositionen. „Void Meridian“ als Opener und „Thicker Blood“ zum Abschluss zählen zu den stärkeren Momenten. Solider, gut hörbarer Doom, der vor allem Genre-Fans ansprechen dürfte. (3/5) Voicu

cover artwork LIK Necro

LIK 🇸🇪 – Necro (Death Metal)
(Metal Blade, 18/04/25)
LIK gehören seit einigen Jahren zu den Bands, denen es besonders überzeugend gelingt, den klassischen schwedischen Old-School-Death-Metal-Sound einzufangen. Nach den starken Vorgängeralben war „Necro“ daher eines der meist erwarteten Genre-Releases des Jahres 2025. Ganz erreicht das Album zwar nicht das Niveau der vorherigen Veröffentlichungen, bleibt aber dennoch eine der wichtigsten Death-Metal-Platten des Jahres. Massiver Death Metal, unerbittliche Rhythmen, tiefgestimmte, sägende Gitarren, die die für das Genre typische Schwere garantieren, sowie passende Growls prägen das Gesamtbild. Hochwertiger Death Metal, voll von guten Headbanging-Momenten, schnell, druckvoll und nahezu ohne ruhigere Passagen – eine durchgehend strafende Platte. Dass dem Album ein klarer Übersong fehlt, der sich deutlich abhebt, lässt es im Vergleich zu früheren Werken etwas schwächer erscheinen. Die Erfahrung der beteiligten Musiker, die Verbindungen zu Bands wie Katatonia, Bloodbath, Grave oder Repugnant haben, ist jedoch jederzeit hörbar. Technisch stark, stilistisch überzeugend und ein weiteres klares Statement für den klassischen schwedischen Sound. (3,5/5) Voicu

Sirens Death 🇩🇪 – Demo (Heavy Metal)
(Eigenproduktion, 23/04/25)
Die Bonner Formation ist aufgrund einer Pause der Band Hornado entstanden und bewegt sich stilistisch zwischen Schweden und Großbritannien, setzt aber auch mal einen Fuß in die USA. Dabei erinnert man manchmal an die frühen, okkulten Anfänge der NWOBH. Insbesondere der Signatur – Song und das grandiose »Avalon« wecken Assoziationen zu Bands wie Angelwitch, Clooven Hoof, Wytchfynde und so weiter. Auch der dezent epische Ausflug in »Steel, Fortune & Fate« steht der Band mehr als gut. Das Potenzial ist hier nicht nur offensichtlich vorhanden, sondern enorm hoch. Lediglich Sängerin Jacky sollte noch etwas an Ihrem Gesang feilen, denn dieser liegt leider noch zu oft neben der Spur. Mein Wunsch für 2026 ist trotzdem:
Mehr! Vielleicht findet sich ein Label für den Vertrieb einer EP, wenn die kleinen Mankos beseitigt und noch ein paar Songs mehr geschrieben wurden. (4/5) Daniel

cover artwork Cadaver Hymns Of Misanthropy

CADAVER 🇳🇴 – Hymns Of Misanthropy (Death Metal)
(Listenable Records, 25/04/25)
Als eine der frühen Bands des Death Metal melden sich CADAVER 2025 mit ihrem siebten Album „Hymns Of Misanthropy“ zurück. In einer Diskografie mit wechselnder Qualität nimmt diese Veröffentlichung einen der besseren Plätze ein. Zwar finden sich auch hier vereinzelte experimentelle Ansätze, insgesamt gelingt es der Band jedoch, ein fokussiertes, dynamisches und überwiegend aggressives Album vorzulegen, das tief im Old-School-Death-Metal verwurzelt ist. Gelegentliche Groove-Momente und wiederkehrende Thrash-Einflüsse erinnern an frühere Phasen der Bandgeschichte, ohne den Gesamteindruck zu stören. Die Produktion ist nicht optimal und wirkt stellenweise etwas roh, was das Hörerlebnis leicht beeinträchtigt. Dennoch überzeugen massive Gitarren, treibende Drums, präsenter Bass und infernale Growls in insgesamt schlüssigen Kompositionen. Die Band beweist weiterhin Leidenschaft und Motivation, neue Musik zu veröffentlichen. Auch wenn das Niveau nicht an das Debüt heranreicht, ist „Hymns Of Misanthropy“ ein interessantes Album, das Genrefans definitiv mehrere Durchläufe wert ist. (4/5) Voicu

Eluveite 🇨🇭 – Ànv (Folk/Death Metal)
(Nuclear Blast Records, 25/04/25)
Für Folkies zu derb, für Death Metaller zu folkig, und trotzdem hat Grigel Glanzmann es geschafft, seine eigensinnige musikalische Version im Metalkosmos erfolgreich zu integrieren. »Ànv« erblickt nach sechs Jahren Wartezeit das Licht der Welt und knüpft da an, wo Ategnatos aufhörte. Unterbrochen von folkigen Instrumentalstücken und musikalisch untermalten, gesprochenen Passagen bieten »Taranoías«, »The Prodigal Ones«, »Premonition«, »The Harvest«, »Aeon Of The Crescent Moon« und das abschließende »The Prophecy« die perfekte Verbindung aus Folk und (teilweise sehr brutalem) Death Metal. Auch ein kommerzieller Songs wie »Awen« darf natürlich nicht fehlen, ist aber wieder mal von überragender Qualität. Eines meiner Highlights des Jahres, welches, wenn sich mit »All Is One« nicht doch noch ein eher durchschnittlicher Track eingeschlichen hätte, in der Digipackversion ein perfektes ELUVEITIE – Werk wäre. (4,5/5) Daniel

cover artwork STRUCTURE Heritage

STRUCTURE 🇳🇱 – Heritage (Atmospheric Doom/Death Metal)
(Ardua Music, 25/04/25)
STRUCTURE ist das Soloprojekt von Bram Bijlhout (ex-Officium Triste), und das Debütalbum „Heritage“ war angesichts seines musikalischen Hintergrunds mit hohen Erwartungen verbunden. Das Album wurde sowohl von Fans als auch von Kritikern sehr positiv aufgenommen – zu Recht, denn es handelt sich um ein äußerst geschlossenes Werk im Bereich Doom/Death Metal mit stark ausgeprägter atmosphärischer Komponente. Bereits der Opener „Will I Deserve It“, zugleich einer der Höhepunkte des Albums, führt tief in die erdrückende Klangwelt ein. Von extrem langsamen, kriechenden Passagen bis hin zu dynamischeren Momenten entfaltet sich ein Sound, der durchgehend emotional aufgeladen ist. Epische Abschnitte wechseln sich mit Momenten von Verzweiflung und innerer Leere ab. Die Lead-Gitarren unterstreichen dies mit langen, technisch versierten Solos, während das Fundament von schweren, konstanten Riffs getragen wird. Der Titelsong „Heritage“ sticht ebenfalls hervor – besonders durch seine überwältigende Schwere in Kombination mit einer melancholischen Grundstimmung. Ein sehr geschlossenes, kohärentes Album und zweifellos eines der stärkeren Doom/Death-Releases des Jahres. (4/5) Voicu

Cirith Ungol 🇺🇸 – Live At The Roxy (Epic/Heavy/Doom Metal)
(Metal Blade Records, 25/04/25)
Ein musikalisches Denkmal ist die Aufzeichnung des Abschiedsgigs der Legende CIRITH UNGOL vom zwanzigsten Oktober 2023. In knapp zweiundsechzig Minuten gibt es im ersten Teil die Livedarbietung des letzten Albums Dark Parade, im zweiten Akt bietet man einen Querschnitt durch die Diskografie feil. Auch wenn die Band hier nicht, wie sie es verdient hätte, vor zehntausenden Menschen spielt und Tim Baker nicht mehr so wie früher klingt, kann man den Schweiß in dem Klub beim Abspielen der Platte förmlich riechen und Baker agiert trotzdem brillant, indem er seine altersbedingten stimmlichen Schwächen mit der Einbindung des Publikums und einem aggressiveren Grundton umschifft. Das Album ist vertonte Energie und ein würdiger (hoffentlich nur vorübergehender) Abschluss der Bandhistorie. Die beiliegende DVD habe ich übrigens bis heute nicht angerührt, denn »Live At The Roxy« sorgt auch ohne Bewegtbilder für Kopfkino bis zum Schluss! Danach allerdings, kommt Wehmut auf… (10/5) Daniel

Wednesday-13-Mid-Death-Crisis

WEDNESDAY 13 🇺🇸– Mid Death Crisis (Punk/Rock/Heavy Metal)
(Napalm records, 25/04/25)
 „Mid Death Crisis“ klingt wie eine Hommage an WEDNESDAY 13s Debüt „Transylvania 90210“ (2005) und seine gesamte Wandlung seitdem. Anfangs klar im Punkrock angesiedelt, lehnten sich die Songs mit der Zeit immer stärker in Richtung (Industrial) Metal. Typisch sind außerdem die Texte über Horrorfilm-Klassiker und verwandte schaurige Themen. Der oft komödiantische Ton, getragen von ausgelassener Musik, ging auf den beiden Vorgängern „Necrophaze“ (2019) und „Horrifier“ (2022) etwas verloren.
Auf „Mid Death Crisis“  ist dieses alte Flair jedoch von der ersten Sekunde an wieder spürbar – frisch und unverkrampft. Knackige Songs und Texte mit dem gewohnten Augenzwinkern („Rotting Away“, „Decapitation“) treffen auf mitreißende Refrains und Strophen wie in „When The Devil Commands“ und „In Misery“. So bleibt das Album kurzweilig und einprägsam, ohne sich zu wiederholen. Die Metal-Elemente tragen in Form von groovigen Riffs und druckvollen Drums zu einem dynamischen und zeitgemäßen Sound bei. (4,5/5) Charlene

Mai

Palantyr 🇫🇷 – The Ascent And The Hunger (Speed/Heavy Metal)
(Jawbreaker Records, 02/05/25)
Bei den Franzosen von PALANTYR handelt es sich mitnichten um eine neue Band, sondern um die umbenannten, schon seit einer Dekade aktiven Destrukt. Diese Erfahrung merkt man »The Ascent & The Hunger« auch an, denn Speed Metal Hymnen wie »Shan E Sorkh« und »Broken Mirror« sind dermaßen auf den Punkt gespielt, dass man zur Verzückung des Hörers in »Son Of The White Mare« selbst bei Überschallgeschwindigkeit auch vor komplexen Breaks nicht zurückschreckt. Zudem macht die Stimmung in »Graveyard« dem Namen alle Ehre und mit dem stilistisch perfekt adaptierten Paul Roland – Cover »Nosferatu« hat man einem echten Hit in petto. Wer auf Smoulder und Lady Beast auf Speed steht, kann hier gar nicht anders als zugreifen! (4,5/5) Daniel

cover artwork CREMATORY Destination

CREMATORY 🇩🇪 – Destination (Industrial/Gothic Metal)
(ROAR! / Rock of Angels Records, 02/05/25)
CREMATORY veröffentlichen 2025 mit „Destination“ ihr siebzehntes Studioalbum. Musikalisch liefert die Band genau das, was man von ihren jüngeren Veröffentlichungen erwartet: melodischen Industrial Metal mit Gothic-Anleihen, eingängigen Refrains, moderater Härte und starker Keyboard-Präsenz. Vom frühen Gothic Death Metal ist man längst weit entfernt, und die Diskografie der letzten Jahre zeigt deutliche Qualitätsschwankungen. Auch „Destination“ reiht sich hier ein, mit einer Mischung aus gelungenen Songs und vielen weniger überzeugenden Momenten. Stilistisch tauchen immer wieder alternative Metal-Elemente auf, während die dominanten Keyboards den industriellen Rahmen sichern. Insgesamt fehlt es dem Album an Überraschungen, viele Songs wirken glatt, stellenweise zu kommerziell und nicht immer vollständig ausgearbeitet. Zwischen eingängigen und eher belanglosen Stücken bleibt am Ende ein Release, das für viele Genre-Fans relevant sein dürfte, darüber hinaus jedoch keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. (2,5/5) Voicu

cover artwork HATE Bellum Regiis

HATE 🇵🇱 – Bellum Regiis (Blackened Death Metal)
(Metal Blade, 02/05/25)
HATE gehören zu den konstantesten Bands im extremen Metal und haben über ihre mehr als 35-jährige Karriere hinweg nahezu im Zwei- bis Drei-Jahres-Rhythmus neue Alben veröffentlicht. Auch stilistisch ist die Band ihrer Linie stets treu geblieben, trotz punktueller Entwicklungen im Laufe der Jahre. Nach vier Jahren Wartezeit erscheint mit „Bellum Regiis“ das neue Werk, das erwartungsgemäß genau dort ansetzt, wo die letzten Veröffentlichungen aufgehört haben. Solider Death Metal mit blackened Einschlag, kraftvolle Riffs, druckvolles Drumming und vor allem die markanten Vocals von Adam, der als einziges konstantes Mitglied das Herz der Band darstellt. Musikalisch ist das Album handwerklich überzeugend, bringt jedoch kaum neue Impulse. Die Melodien sind durchgehend gut, ähneln sich jedoch stark untereinander und erinnern häufig an Material früherer Alben. Es fehlt an klarer Differenzierung zwischen den Songs und an Momenten, die sich nachhaltig festsetzen. Ein insgesamt angenehmes Album ohne echte Schwächen, dem jedoch der Funke fehlt, der aus guten Songs bleibende macht. Dennoch ein Werk, das Genre-Fans einige Durchläufe wert ist. (3/5) Voicu

Blindgänger 🇩🇪 – Damokles (Groove/Heavy Metal)
(Eigenproduktion, 15/05/25; 02/01/25)
Trick 17, denn das am zweiten Januar erschienene fünfte Album der Leipziger BLINDGÄNGER hatte ich glatt im ersten Teil ausgelassen, wurde allerdings am 15.05. als LP veröffentlicht und muss erwähnt werden. Denn die Kapelle hat einen beeindruckenden musikalischen Weg von einer Punk-/Deutschrock – Combo hinzu einer der besten deutschsprachigen Metalacts hinter sich. Und da »Damokles« in Teilen zwar extrem politisch ist, aber nicht wie der Vorgänger politisch extrem, kommt es hier zur Geltung. Die Hardcore – Walze mit Kid D. als Gast eröffnet den Reigen großartiger Songs, denn nicht nur das folgende »Damokles« bietet Groove Metal der keine Gefangenen macht, sondern überzeugt durch lyrisch stark in Szene gesetzte Konsumkritik. Ebenfalls auf textlichem wie musikalischem Toppniveau sind die Kritik an der Lethargie des Individuums im hitverdächtigen »Zeichen« und das mit seiner selbstreferenziellen Lyrik sehr authentisch rüberkommende »Glut«. Dazwischen gibt es mit »Stolperstein« und »Zeichen« auch Kritik an der politischen Lage in der Republik, mit »Ganz gleich« Zukunftsangst aus grüner Sicht und mit der (ungefähr 45 Jahre zu spät erschienenen) Feminismus/Heavy Metal Hymne »Schwestern aus Stahl« mit Laura Guldemond von Burning Witches musikalisch ausnahmslos großartige Kost. »Damokles« ist eines der besten deutschsprachigen Metalalben seit Jahren! (4/5) Daniel

Scorcher 🇬🇷 – The Regal Eye (US Power/Melodic Metal)
(Eigenproduktion, 16/05/25)
Es ist eine Sünde, dass die unter dem Banner SCORCHER agierenden Brüder Chris und Hauptprotagonist Vangelis Tekas seit mittlerweile dreizehn Jahren kaum jemanden etwas sagen. Jedem der bisher drei Alben merkt man nicht nur die Liebe zum Heavy Metal der Achtziger an, Vangelis „Tex“ Tekas ist zudem einer der besten Songwriter, welche jemals im traditionellen Spektrum unterwegs waren. Die Griechen zeichnet seit Jahren aus, eine als unerreichbar geltende Einheit von NWOBH und dem USPM zu kreieren. Das Zweitwerk Steal The Throne ist eines der besten Steel Prophet – Alben, das nicht von den Amis geschrieben wurde und der Nachfolger Systems Of Time klingt wie ein Jam Session Battle zwischen Clooven Hoof, Judas Priest und Iron Maiden auf der einen, Helstar, Vicious Rumors, Jag Panzer und Metal Church auf der anderen Seite. Sieben Jahre später stehen auf »The Regal Eye« die Gewinner dieser Schlacht fest und die britische Sektion darf lediglich durch sehr markante Gastbeiträge glänzen. Der eröffnende Titeltrack und das begeisternde »De-synchronized« bilden als Steel Prophet – Referenzen lediglich die Ausnahme, das schon vor vier Jahren als 7“ Single und bis zum erscheinen des Albums regelmäßig rotierende »Radio Silence« als auch »Joyful Child« führen den auf dem Vorgänger angedeuteten Weg zu mehr Konsequenz in der Gitarrenarbeit nicht nur fort, sondern perfektionieren dies geradezu. »(No Need To Know) The Future« hätte ebenso auf der aktuellen (großartigen!) Wretch stehen können und dass man sieben Minuten gnadenlosen, treibenden US Power Metal dermaßen kurzweilig wie in »We Are The Cure« zum Besten kann, ist beinahe ein Unikum in diesem Genre. »The Regal Eye« schafft es, magische Melodien mit kompromissloser Härte zu vereinen, ist ein Denkmal an die Hochphase des Heavy Metal im Allgemeinen und sollte neben der neuen Wings Of Steel auch von jedem traditionellen Metalfan abseits des US Metal zumindest angecheckt werden. (5/5) Daniel

cover artwork DÉTRESSE Pessimismes

DÉTRESSE 🇦🇹 – Pessimismes (Black Metal)
(Vendetta Records, 16/05/25)
DÉTRESSE sind eine Black-Metal-Band aus Wien, und die Musik, die sie spielen, ist direkter, gut komponierter Black Metal. Verzweifelte Schreie unterstreichen durchgehend die trostlose Atmosphäre, werden jedoch von sehr starker Musik getragen, die klar in einer eher klassischen Black-Metal-Tradition verwurzelt ist. Von klagenden Momenten mit hoher emotionaler Aufladung bis hin zu äußerst aggressiven, von Wut geprägten Passagen reicht das inspirierte Songwriting. „Pessimismes“ widmet sich – wie der Titel bereits andeutet – stärker der depressiven Seite des Genres, melancholische Akkorde verleihen der Musik dabei kontinuierlich eine atmosphärische Dimension. Insgesamt hinterlässt das Album einen sehr geschlossenen Eindruck, es ist sorgfältig ausgearbeitet und durchdacht komponiert. Der Abschlusstrack und zugleich der Titeltrack setzt einen letzten emotionalen Akzent: ein langes, akustisches Gitarrenstück, getragen von Traurigkeit und einem tiefen Gefühl von Verlust, das das Album beschließt. Ein anderer Klangraum, aber ein würdiger Abschluss. Insgesamt ein Album mit vielen Facetten, die jedoch allesamt von sehr guter Musik getragen werden. Eindrucksvoll und überzeugend. (4,5/5) Voicu

Titan Killer 🇦🇹 – Slow Self-Destuction (Heavy/Power Metal)
(Eigenproduktion, 16/05/25)
Eine Frage in den Raum: Wer hat Bock auf eine Mischung aus Scanner und Iced Earth? Richtig, alle! Wobei die grobe Umschreibung des Klangbildes der Wiener TITAN KILLER dem Fünfer nicht gerecht wird. Hinzu gesellt sich der Einfluss alter Accept genauso wie die NWOBH. Wer jetzt schon sabbert, sollte aufhören zu lesen und sofort reinhören, dem kleinen Rest sei noch mitgeteilt, dass der Titeltrack, »Fear The Cross«, »Forced The Hollow«, »Echoes Of Hope«, »SF-1« sowie die letzten drei Lieder allesamt Walzen sind, die eindrucksvoll zwischen Gitarrenwand, Accept – Chören, britischen Melodien und fetten Refrains alles platt machen, was im europäischen Raum an Veröffentlichungen im traditionellen Metalbereich 2025 rauskam. Die Band ist hier eine Wand, eine Armee im Gleichschritt, ein gottverdammter Panzer, dessen Zerstörungskraft in Zukunft zu spüren sein sollte. Denn trotz des zu lethargischen »Fuel Addicted« ist »Slow Self-Destruction« eines der Alben des Jahres, wenn es um unverfälschten, kompromisslosen und anspruchsvollen Heavy Metal mit einhundert Prozent Wiedererkennungswert geht! (4,5/5) Daniel

cover artwork PELICAN Flickering Resonance

PELICAN 🇺🇸 – Flickering Resonance (Post-Metal/Rock)
(Run For Cover Records, 16/05/25)
Einst gehörten PELICAN zu den prägendsten Bands des instrumentalen Post-Metal, zuletzt haben sie sich jedoch stärker in Richtung Rock bewegt. Dennoch wurde das neue Album von langjährigen Fans mit großem Interesse erwartet. Es ist nicht zwingend eine Enttäuschung, erreicht jedoch bei Weitem nicht das Niveau der besten Arbeiten der Band. Ohne wirkliche Hooks, die den Hörer nachhaltig fesseln könnten, wirkt das Material vergleichsweise linear, mit Akkordfolgen, die sich häufig wiederholen. Obwohl die Musik an sich interessant ist, fehlt ihr jene kompositorische Sogwirkung, die frühere Veröffentlichungen ausgezeichnet hat. Vieles erinnert eher an einen dokumentarischen Soundtrack oder an neutrale Hintergrundmusik. Trotz einiger guter Riffs und der unbestrittenen technischen Fähigkeiten der Bandmitglieder fehlt der Funke, der den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen und einer wirklich herausragenden Band ausmacht. Wiederholende Strukturen, nur seltene melodische Akzente oder Kontraste, insgesamt eine recht blasse Angelegenheit. Dennoch handelt es sich innerhalb der Welt des instrumentalen Post-Metal um eine relevante Veröffentlichung, zugleich aber um einen Tiefpunkt in der bisherigen Karriere der Band. (2,5/5) Voicu

Düsenjäger 🇦🇹 – Tod von oben (EP) (Heavy/Speed/Thrash Metal)
(Eigenproduktion, 25/05/25)
Das Konzept des Venator Nebenprojektes dürfte bei einigen Zeitgenossen für Schnappatmung sorgen. Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR indes denkt man mit Begeisterung beim Hören von »Tod von oben« an Bands Titan, Vantom und die aus meiner Heimat stammenden Biest, »Luftangriff« erinnert sogar ein wenig an alte Macbeth. Mittlerweile gibt es ja immer mal wieder Bands, die sich an deutschsprachigem Heavy Metal und Hardrock versuchen, aber bis auf Iron Kobra mit der Kerker und Drachen – EP und dem Vulva Ableger Ritvs kam bis Juli 2025 niemand an die alten Hardrock- und Ostmetalbands ran. Für HMFEG – Fans ein Muss! (4,5/5) Daniel

Sapid Steel 🇩🇪 – Feel The Fire (Hardrock/Heavy Metal)
(Eigenproduktion, 25/05/25)
Die Chemnitzer haben mit Moshquito – Basser Rudi und Barock – Frontmann Marv (unter anderem ex- Steelclad) zwei bekanntere Gesichter im Line Up und spielen Live zumeist Covershows mit AC/DC-, Motörhead- und diversen Achtziger Metalsongs. Allerdings schreibt man ab und an auch eigene Lieder, und dies scheint mit hinzukommen des aktuellen Sängers verstärkt angegangen worden zu sein. Auch wenn es hier viele olle Bandkamellen auf »Feel The Fire« geschafft haben, lohnt sich das Album durchaus für Fans von AC/DC, Krokus und alte Accept. Obendrauf gibt es in »Whatever«, »Feel The Fire« sowie »Rock It Hot« leichte Rolling Stones – Vibes und die eben erwähnten Kamellen erstrahlen im neuen Glanz. Die finalen Versionen von »Wasted Trouble«, »Scream Machine« und »Steelbreaker« machen richtig Spaß, das Debüt ist zudem ideal für längere Autofahrten. »Feel The Fire« wirkt wie eine Bestandsaufnahme auf der einen Seite, auf der anderen wie ein Übergang. Denn einen schlechten Song kann man hier nicht ausmachen, im Gegenteil. Am Ende gibt es mit »Hangover« einen richtig starken (Southern)Rock Song und die Saxon/Accept – Dampframme »Damnatio Memoriae« ist in meiner Topsongplaylist unter den besten fünf Songs des Jahres. Hier deutet sich an, wohin die Reise nach diesem sehr guten Einstand noch gehen kann. (3,5/5) Daniel

cover artwork ŠAKAL II

ŠAKAL 🇷🇸 – II (Black Metal, Pagan Black Metal)
(Independent, 30/05/25)
Auch bekannt als Шакал, ist die serbische Band ŠAKAL noch ein vergleichsweise neuer Name im großen Black-Metal-Kosmos. Mit dem Debütalbum konnten sie jedoch bereits überzeugen, und mit „II“ versuchen sie nun, ihre Position weiter zu festigen. Das neue Material erweist sich als sehr überzeugend. Viele der heidnischen Einflüsse wurden in eine deutlich kompaktere und direktere Form von Black Metal überführt. Das Album bietet unerbittliche Rhythmen, wobei die Leadgitarre häufig eine zentrale Rolle im Gesamtbild einnimmt. Trotz beeindruckender Tremolo-Linien wirken die Solos stilistisch oft aus einem anderen musikalischen Kontext entlehnt und sind nicht immer stimmig eingebettet. Abgesehen davon funktioniert jedoch nahezu alles sehr gut in der Musik der Band: verzweifelte Schreie und dämonische Vocals, getragen von einer spürbaren Dringlichkeit, sorgen für zahlreiche dramatische Momente. Dichte, kraftvolle Instrumentierung und solide kompositorische Fähigkeiten halten die Spannung konstant aufrecht. Ein starkes Album und eine Band, die ihren Status bereits überzeugend unter Beweis stellt. (4/5) Voicu

cover artwork RIVERS OF NIHIL Rivers Of Nihil

RIVERS OF NIHIL 🇺🇸 – Rivers Of Nihil (Progressive/Technical Death Metal)
(Metal Blade Records, 30/05/25)
Nach einem schwächeren Vorgänger melden sich die amerikanischen Progressive/Technical-Death-Metaller RIVERS OF NIHIL mit einem selbstbetitelten Album zurück. „Rivers Of Nihil“ entstand zudem unter deutlichen personellen Veränderungen, mit dem erklärten Ziel, an die Dynamik ihres Meisterwerks „Where Owls Know My Name“ anzuknüpfen. Teilweise gelingt die Rückkehr zu stärkerem Songwriting und einer lebendigeren musikalischen Ausrichtung. Zwischen scharf geschnittenen, kraftvollen Passagen finden sich Elemente aus dem Deathcore, eingebettet in einen technisch versierten Death-Metal-Kontext. Gleichzeitig gibt es melodische und progressiv geprägte Momente, wobei Clean Vocals weiterhin einen wichtigen Anteil an der Gesangsarbeit haben. Die Songs sind komplex aufgebaut, mit zahlreichen ineinandergreifenden Ebenen, polyrhythmischen Strukturen und dicht verwobenen Melodien – in diesem Sinne ein konsequent progressives Album. „House of Light“ sticht als eines der epischsten Stücke hervor, weniger verschachtelt als viele andere Songs, dafür mit einer klareren und inspirierteren melodischen Linie. Weniger experimentell als der direkte Vorgänger, dafür intensiv und dynamisch, mit kreativer Handschrift. Nicht auf dem Niveau der stärksten Veröffentlichungen der Band, aber dennoch ein solides Werk, das mehrere Durchläufe verdient. (3,5/5) Voicu

Juni

Cromlech 🇩🇪 – Of Owls And Eels (Atmospheric/Melodic Black Metal)
(Darkness Shall Rise Productions, 06/06/25)
Das wieder aufgenommene Projekt von Impurus, der einigen vielleicht als Teil der Doomer Albez Duz bekannt ist, setzt neben allerhand Klangeffekten auf die alte Schule. Atmosphärisch sehr dicht, sitzen Songs wie »Owls In The Fog« und »Past Forever« zwischen den schwedischen Naglfar und The Ruins Of Beverast, »Ice Curse« und das deutschsprachige »Mordlust« assoziieren zudem einen Bezug zu Bands wie Lunar Aurora, Gehenna, auch klirrende Emperor – Gitarren spielen eine wichtige Rolle in dieser Aufführung. Gesanglich geht hier alles vom dezent Klargesang über Erzählung und vor allem guttural, die Keyboards sind ein wesentlicher Bestandteil des Klangbildes und verdichten die Mauern der Kammer, in die sich der Hörer begibt. Sicher ist diese Art des Black Metal eine reine Geschmacksfrage, aber wer auf die oben genannten Referenzen abfährt, fährt mit »Of Owls And Eels« auf jeden Fall gut. (4/5) Daniel

Twist Of Fate 🇺🇸 – Only When It Rains (US Melodic Progressive Metal)
(Arkeyn Steel Records, 06/06/25)
Das Album sollte ursprünglich 1997 erscheinen und war eines der großen Juwelen, die in den Neunzigern vergraben wurden. Wer im US – Underground zu Hause ist, dem wird die 1998 erschienene EP der Band sicher noch etwas sagen, allerdings lohnt sich auch jetzt ein Blick die Band. Denn unter anderem war ein gewisser Tim Owens vor den Aufnahmen Sänger von TWIST OF FATE und mit Dennis Hayes, Jeff Curenton und Nick Giannakos sind gleich drei (Ex-)Mitglieder von Wretch im Line Up vertreten, die sich für eines der besten US Power Metal Werke aller Zeiten verantwortlich zeigten. Und das kann man »Only When It Rains« auch entnehmen, denn »Alone«, »Season Of Chance«, »Red Skies«, »Two Arms« und »Above The Law« beinhalten Ideen, die neun Jahre später in einem anderen musikalischen Kontext auf Reborn nochmals verwendet wurden. »Only When It Rains« ist mehr als eine Zeitreise in ein Jahrzehnt, wo Musiker noch mehr Ansprüche an sich selbst hatten und diese Art von Musik (welche entgegen der offiziellen Doktrin nicht tot war, sondern) keine Möglichkeit geboten bekam, beworben zu werden. Denn die Überarbeitung der Aufnahmen lässt das Album nicht verstaubt klingen und alle Songs auf dem gesamten Werk sind bis ins kleinste Detail arrangiert. TWIST OF FATE schaffen es innerhalb dieser guten Stunde mittels einer vielfältigen Farbpalette, bestehend aus der direkten Art von Bands wie Wretch und Fifth Angel und den Traumwelten alter Heir Apparent und Queensryche, durch die Dramaturgie früher Fates Warning in ein großartiges sowie einzigartiges Klanggemälde zu verwandeln. Das i-Tüpfelchen ist jedoch die Gitarrenarbeit. Habe ich im ersten Teil Giannakos als das personifizierte US Metal Shredding bezeichnet, was man hier unter anderem in »Once Again« und »White Crime« erneut eindrucksvoll belegt bekommt, beinhaltet das gesamte Album obendrein in Verbindung mit den Solos und Gänsehautmelodien eine der besten Gitarrenarbeiten im US Metal überhaupt. (4,5/5)

cover artwork AUTUMN NOSTALGIE Metanoia

AUTUMN NOSTALGIE 🇸🇰 – Metanoia (Post-Black Metal/Ambient)
(Northern Silence Productions, 06/06/25)
Nostalgische Akkorde, Melancholie, Traurigkeit und eine ausgeprägt emotionale Grundstimmung sind das, was man von der slowakischen Post-Black-Metal-Band AUTUMN NOSTALGIE erwarten darf – und genau das findet sich auch auf ihrem aktuellen Album „Metanoia“. Sehr melodisch, dabei stark von einer traurigen Atmosphäre getragen, bewegt sich die Musik überwiegend im Spannungsfeld von Blackgaze, ergänzt durch Elemente aus Post-Metal und gelegentliche Ambient-Passagen. „Return to Nowhere“ bringt die typischen, hypnotischen Akkordfolgen ins Spiel, schöne Musik mit erheblichem emotionalem Gewicht. Dieses melancholische Moment zieht sich in einem kontinuierlichen Fluss durch das gesamte Album. Die Leadgitarre mit ihren Tremolo-Linien prägt maßgeblich die melodische Dimension, während markante Basslinien und treibende Drums das Fundament bilden, auf dem die verzweifelten, gequälten Schreie ihre dramatische Wirkung entfalten. Der Titeltrack „Metanoia“ zeigt sich aggressiver, enthält aber auch eine atmosphärische Passage und zählt zu den melodischsten Stücken des Albums. AUTUMN NOSTALGIE, das Soloprojekt von A.G., erfindet den Post-Black-Metal nicht neu, überzeugt jedoch mit starken Melodien und viel Gefühl, das konsequent über die Musik transportiert wird. Eine Empfehlung für alle, die dem Genre nahestehen. (4/5) Voicu

cover artwork GAAHLS WYRD Braiding The Stories

GAAHLS WYRD 🇳🇴 – Braiding The Stories (Black Metal)
(Season Of Mist, 06/06/25)
Sechs Jahre nach dem Debüt kehren GAAHLS WYRD mit ihrem zweiten Full-Length zurück und präsentieren erneut eine Reise durch äußerst unterschiedliche musikalische Klangräume. Von Passagen, die beinahe an einen Leonard-Cohen-Song erinnern könnten, bis hin zu aggressiven, voll ausgeformten Black-Metal-Ausbrüchen spannt sich ein weiter Bogen. Dramatische Momente durchziehen das gesamte Album, und stets bleibt das Gefühl präsent, Teil einer Erzählung zu sein, eher Zuhörer einer Geschichte als Konsument einzelner Songs. Stücke wie „Braiding the Stories“, „And the Now“ und vor allem das klare Highlight „Time and Timeless Timeline“ fungieren als markante Wegpunkte innerhalb dieser Reise. Die Kompositionen sind sorgfältig ausgearbeitet, geprägt von starken dramaturgischen Spannungen, sehr experimentellen Elementen und einer stilistischen Offenheit zwischen Black Metal, progressiven Ansätzen und avantgardistischen Strukturen. In typischer Gaahl-Manier wirkt das Album mehr wie ein musikalisches Theaterstück denn wie ein klassisches Metal-Album. Seine vokale Performance ist dabei interessanter und vielschichtiger denn je, die Vielzahl an Ausdrucksformen und Techniken beeindruckend. Ein Album mit enormem Gehalt, das Aufmerksamkeit und Geduld verlangt, dessen Komplexität und Klasse sich jedoch mit jedem Durchlauf deutlicher erschließen. (4/5) Voicu

cover artwork GRUESOME Silent Echoes

GRUESOME 🇺🇸 – Silent Echoes (Progressive Death Metal)
(Relapse Records, 06/06/25)
Für jeden Fan von DEATH sind GRUESOME unweigerlich als eine der klanglich ähnlichsten Bands erkennbar. Doch GRUESOME sind längst mehr als eine reine Referenz oder Verneigung – sie haben eine eigene Identität und eine klar erkennbare musikalische Handschrift entwickelt, was sie mit „Silent Echoes“ erneut unter Beweis stellen. Stilistisch bewegt sich die Band inzwischen stärker im progressiven Death Metal und überzeugt durch komplexe Kompositionen sowie verschachtelte Klanglandschaften. Der Einfluss von DEATH ist dabei stets präsent, ohne dominierend zu wirken, und verleiht der Musik zusätzliche Tiefe. Bereits die starke Eröffnung mit „Condemned Identity“ und „A Darkened Window“ zieht den Hörer mit wechselnden Tempos und ausgefeilten Strukturen in den Bann. Die folgenden Stücke bestätigen diesen Eindruck: massive Riffs, tiefes Growling, komplexe Gitarrensolos und durchweg überzeugendes Songwriting prägen das Album. Getragen von einem unnachgiebigen Rhythmusgefüge formen die Songs ein geschlossenes, homogenes Klangbild. Technisch präzise, sehr dicht gespielt und kompositorisch überzeugend ist „Silent Echoes“ aus allen Blickwinkeln ein starkes Album und eine konsequente Fortsetzung einer ohnehin beachtlichen Diskografie. (4,5/5) Voicu

cover artwork VOLBEAT God Of Angels Trust

VOLBEAT 🇩🇰 – God Of Angels Trust (Heavy/Groove Metal, Hard Rock)
(Vertigo Records / Universal Music Group, 06/06/25)
Der unverwechselbare Stil von VOLBEAT, der ihnen über die Jahre eine riesige und treue Fanbasis eingebracht hat, ist bereits mit den ersten Takten von „God Of Angels Trust“ sofort erkennbar. Die Mischung aus Rock’n’Roll-Attitüde, eingängigen Melodien und druckvollen Riffs bildet auch hier das Fundament. Vier Jahre nach dem Vorgänger „Servant Of The Mind“, der für viele zu den stärksten Veröffentlichungen der Band zählt, waren die Erwartungen entsprechend hoch. Diese kann das neue Album nicht vollständig erfüllen, dennoch handelt es sich um ein solides und typisches VOLBEAT-Werk. Die kraftvollen Riffs und eingängigen Refrains sind vorhanden, allerdings fehlt es an ein oder zwei klaren Highlights, die sich nachhaltig festsetzen. Positiv fällt auf, dass das Album weniger kitschig und insgesamt dynamischer wirkt, mit einer stärkeren Ausrichtung auf härtere Passagen und einem geringeren Hang zum allzu Glatten. Kein schwaches Album, sondern eher ein gleichmäßiges Werk ohne viele herausragende Momente, das dennoch als relevante Veröffentlichung des Jahres betrachtet werden kann. (3/5) Voicu

Fabula Rasa 🇩🇪 – Tome II: The Beyond (Power/Folk Metal)
(Eigenproduktion, 13/06/25)
Die Düsseldorfer Formation spielt keinen astreinen Power Metal, denn sie hat statt einer zweiten Gitarre eine Violine am Start. »Tome II: The Beyond« setzt trotzdem überwiegend auf Metal, auch wenn sich wie in »At The Full Moon« tanzbare Folkpassagen mit Melodic Power Metal Solos abwechseln. »Vegeance Is Mine« und »Dragon Rising« galoppieren unnachgiebig nach vorn, »Anthem Of The North« ist eine richtig starke Metalhymne und mit »Legend Of Jhachaar« und »Until The Dawn« befinden sich großartige Folk/Power Metalstücke auf dem Album, die selbst Rhapsody in ihrer Hochphase nicht besser hinbekommen hätten. Aus der Sicht eines Metallers hätte man sich zwar das reine Folkstück »Burning Innocence« schenken und den grauenvollen Refrain von »Deties Fight« sparen können, aber dies ändert weder etwas an der beeindruckenden Leistung von Sänger Achim Hopf, noch an dem Alleinstellungsmerkmal der Violine und schon gar nichts daran, dass sich »Tome II: The Beyond« vor allem für Euro Power Metal Fans lohnt. (3,5/5) Daniel

cover artwork CRYPTOPSY An Insatiable Violence

CRYPTOPSY 🇨🇦 – An Insatiable Violence (Brutal/Technical Death Metal)
(Season Of Mist, 20/06/25)
Die Pioniere des Brutal Death Metal melden sich 2025 mit einem neuen Album zurück und liefern eine der gnadenlosesten musikalischen Attacken des Jahres ab. „An Insatiable Violence“ ist ein Album ganz im Geiste der Band: brutal, infernalisch und von der ersten bis zur letzten Sekunde ein permanenter Angriff ohne Verschnaufpause. Melodien spielen hier keine Rolle – und das erwartet bei CRYPTOPSY auch niemand. Stattdessen dominieren rohe Gewalt, eine makabre Atmosphäre sowie mahlende, massive Rhythmen. Die technische Klasse der Musiker treibt ihre Fähigkeiten an die absolute Grenze. Das Schlagzeug ist ein permanentes Feuerwerk aus komplexer Rhythmik, virtuosen Figuren und rasenden Blastbeats. Brutale Death-Metal-Slams wechseln sich mit extrem beschleunigten Passagen ab. „Dead Eyes Replete“ sticht als klares Highlight hervor, ebenso wie „Embrace The Nihility“ oder „The Nimis Adoration“ – Songs von enormer Energie und Durchschlagskraft. Die Darbietung ist hochpräzise, die technische Versiertheit offensichtlich, und auch kompositorisch zeigt sich die Band auf höchstem Niveau. Ein herausragendes Album und einer der markantesten Beiträge im Death-Metal-Jahr 2025. (4,5/5) Voicu

 

Yungblud - Idols -Coverart

YUNGBLUD 🇬🇧 – Idols (Rock/Pop)
(Locomotion Recordings, 20/06/25)
Wahrscheinlich war ich nicht die Einzige, die bis zum 5. Juli 2025 keinerlei Berührungspunkte mit YUNGBLUD hatte. Seine Live-Performance von BLACK SABBATHs „Changes“ beim geschichtsträchtigen Event „Back To The Beginning“ zu Ehren von Ozzy Osbourne ging tausenden Menschen unter die Haut. Entsprechend dominierten Clips dieser Performance sowie Interviews mit Dominic Richard Harrison alias Yungblud anschließend meine Social-Media-Feeds. Der Algorithmus tat sein Übriges und führte mich schließlich zu seinen aktuellen Singles.
Kurz vor dem Event erschien sein viertes Studioalbum „Idols“. Die Single „Zombie“ wirkte auf mich zunächst zu poppig und zu glatt. „Hello Heaven, Hello“ hingegen überraschte mich positiv: Der neunminütige, in drei Akte gegliederte Opener spannt einen stimmigen Bogen von bittersüßer Melancholie über eine energiegeladene Rockpassage mit deutlichen BLACK-SABBATH-Einflüssen bis hin zu einem orchestralen, versöhnlichen Outro. Als Albumauftakt setzt der Song die Messlatte hoch.
Die übrigen elf Tracks fallen jedoch deutlich simpler aus. „Idols Pt.1“ bleibt brav, „Lovesick Lullaby“ punktet mit Ausgelassenheit, während Songs wie „Zombie“ oder „Ghosts“ vor allem durch ihre Texte wirken. Musikalisch fehlt vielen Songs die rebellische Attitüde, die YUNGBLUD verkörpert. Stärke zeigt „Idols“ vor allem in den Lyrics, die sich sensibel mit psychologischen Themen auseinandersetzen, sowie in den gezielt eingesetzten orchestralen Arrangements. „Idols“ präsentiert sich als überraschend zurückhaltendes, aber kurzweiliges Werk, das YUNGBLUDs Entwicklung zum authentischen Rock noch nicht vollendet, seinen Pop-Background jedoch deutlich kontrastiert. (3,5/5) Charlene

Prinzip – Live Kamenz ´78 (Hardrock/Classic Rock)
(ROKKFILM, 27/06/25)
Ein wunderbares Sammlerstück mit einem üppigen Beiheft über die Geschichte einer Band, die Musikgeschichte geschrieben hatte, ist der 1978er Livemittschnitt der Gruppe PRINZIP, die bis 1990 existierte. In Relation zum Erfolg der Band in den Staaten der damaligen Sowjetunion sowie der Tatsache, dass man unter anderem mit »Sieben Meter Seidenband«, »Müh Dich fort« und »Preßlufthammer Conny« neue Härtemaßstäbe östlich des antifaschstischen Schutzwalls setzte und somit die Grundlage für den Heavy Metal in der DDR legte, kann man hier von den Scorpions des Ostens sprechen. Der DDR –  Staatsführung war der Härtegrad zu hoch, so dass mit Rainer Kirchmann ein von der Regierung verordneter Keyboarder Einzug in die Band hielt, um weitermachen zu dürfen. Auch das Bandlogo wurde zensiert, weil es zu „…westlich orientiert sei…“.
Das Line Up der Band beherbergte zudem im Verlauf der Bandhistorie einiges an Prominenz, doch dazu werde ich an anderer Stelle ausholen. PRINZIP war für die Auftritte berühmt, weil die Band ab Beginn der Achtziger mit einer Lichtshow auf Westniveau brillieren konnte und die Lieder späterer Veröffentlichungen härter darbot als auf den weichgespülten Alben. »Live Kamenz ´78« bietet musikalisch für die damalige Zeit sehr harten Hardrock in einer groben Schnittmenge aus Deep Purple/Uriah Heep und zeigt auf, was für großartige Musiker hier mit an Bord waren. Alleine die hier vertretene Version von »Sieben Meter Seidenband« lässt Classic Rock Fans dahinschmelzen, die heutzutage bekannten Interna lassen einen außerdem über den offensichtlichen (instrumentalen und den Gig befruchtenden) Zweikampf von Matkowitz und Kirchmann schmunzeln. Dieses Werk ist ein wichtiges Stück deutscher Rockgeschichte und unschätzbar, was unter anderem auch die Unterstützung des Good Times Magazin bei dieser Veröffentlichung verdeutlicht. (/) Daniel

Fortsezung folgt

THE RUINS OF BEVERAST – Tempelschlaf

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cover artwork THE RUINS OF BEVERAST Tempelschlaf
cover artwork THE RUINS OF BEVERAST Tempelschlaf

Band: THE RUINS OF BEVERAST 🇩🇪
Titel: Tempelschlaf
Label: Ván Records
VÖ: 09/01/26
Genre: Atmospheric Black/Doom Metal

Tracklist

01. Tempelschlaf
02. Day Of The Poacher
03. Cathedral Of Bleeding Statues
04. Alpha Fluids
05. Babel, You Scarlet Queen!
06. Last Theatre Of The Sea
07. The Carrion Cocoon

Besetzung

Alexander von Meilenwald – Alles

Bewertung:

2/5

Die deutsche Band THE RUINS OF BEVERAST kehrt nach fünf Jahren mit einem neuen Album zurück, „Tempelschlaf„. Einst ein sehr wichtiger Name im Atmospheric Black Metal änderten sie dramatisch ihren Stil im Laufe der Jahre, erst durch Einbeziehung von Doom-Elementen und später mit Tonnen diverser anderer Einflüsse, die ihr letztes Werk „The Thule Grimoires“ zum schwächsten Stück ihrer Diskografie machten. Hohe Erwartungen waren für eine Rückkehr zu alten und besseren Tagen mit dem neuen Album.

Unklare musikalische Richtung

Mit atmosphärischem Sound und verhallten Akkorden startet das Album. Der Titelsong „Tempelschlaf“ bringt gesprochene Vocals, eine Gothic Metal Musik, die langsam Black Metal Sounds hinzufügt und melodischer wird, fast melancholisch. Langsamer Rhythmus und viele elektronische Effekte vervollständigen das irgendwie finstere Ambiente, disparate Noten, aber ein konstantes Drumming, nicht wirklich mit der eigentlichen Musik verbunden. Ein introspektiver Song mit vielen Stilen, die durchgemischt sind, keine klare musikalische Richtung. Auch eine leichte Abweichung von den älteren Werken, aber näher am letzten Album – die Gothic-Einflüsse bewegen die Musik sicher in eine andere Klanglandschaft als erwartet. Trotzdem interessanter Song, hauptsächlich ambiente Musik.

THE RUINS OF BEVERAST kommen aus Aachen, Nordrhein-Westfalen, und sind tatsächlich ein Soloprojekt von Alexander von Meilenwald, der für alles rund um das Projekt verantwortlich ist, vom Songwriting bis zum Spielen aller Instrumente und Vocals auf dem neuen Album. Die Produktion wird von Michael Zech (auch Mitglied der Live-Besetzung der Band), mit V. Santura verantwortlich für das Mastering – dasselbe Team, das sich um ältere Werke der Band gekümmert hat. Trotz der nicht beeindruckenden Musik ist die Produktion eine gute.

Ein besserer Uptempo-Rhythmus kommt mit „Day Of The Poacher“ – entschiedenere Gitarren, einige Riffs sind im Hintergrund zu hören, und das gibt eine Groove-Dynamik. Knurrende Vocals über einer leicht orientalisch beeinflussten melodischen Linie, gnadenloses Drumming, wieder in einem total anderen Tempo als der Song. Nicht so gothic, mehr zwischen Black und Doom Metal, aber mit atypischen triumphalen Momenten, die mehr nach Industrial Metal klingen. Die kuriose Genremischung setzt sich fort, aber zumindest ein überzeugenderer Song als der Opener.

Type O Negative Ähnlichkeiten

Ein klarerer Doom-Metal-Sound kommt in „Cathedral Of Bleeding Statues„, aber nach einem vielversprechenden Start sind die Gothic-, Type O Negative-Ähnlichkeiten sogar klarer als beim Opener. Die Clean Vocals von Alexander bringen eine andere Stimmung in den Song, und gefolgt von Growls ist der Kontrast klar, und auch die Tatsache, dass Letztere so viel besser in ihrer Musik funktionieren. Außer bei den Vocals eine gute Komposition, ein guter Song.

Alpha Fluids“ bleibt in demselben musikalischen Bereich, weniger experimentell und daher eine viel bessere Klanglandschaft. Entschiedenes Drumming, schöne geknurrte Vocals, ein guter Rhythmus und insgesamt ein Hauch von Melodie – ein Song, wo alles, alle Instrumente, besser kombiniert sind. Zu schade, dass die Clean Vocals zurückkehren und die gut funktionierende erste Hälfte zerstören. Dennoch, im Gesamtkontext des Albums ein Höhepunkt, ein besser komponierter Track, generell eine klarere Richtung und ein guter Rhythmus.

Immer noch aggressiv bleibt „Babel, You Scarlet Queen!“ im aggressiveren Bereich – gnadenloses Schlagzeug und massive, sehr dichte Gitarren, leidenschaftliche Schreie, schreiende Vocals. Ein distanzierter Chor vervollständigt die Landschaft im Refrain, aber der Song bleibt solide mit sehr gut verbundener Instrumentierung. Die weinende Lead-Gitarre kommt auch im richtigen Moment und fügt viel Textur und Dramatik hinzu. Leidenschaftlich, sehr nah an älteren Songs, bis zum letzten Teil, wo sich wieder alles in den neuen Band-Sound verwandelt – kitschig und kommerziell.

Last Theatre Of The Sea“ behält dieselben Akkorde wie der vorherige und setzt die melodische Linie fort, kaum als anderer Song zu betrachten. Das finale Stück auf dem Album „The Carrion Cocoon“ startet cinematisch mit ambienten Sounds und setzt sich im Gothic Metal Stil fort, aber geladen mit vielen Electronics und seltsamen Effekten. Ein Tiefpunkt des Albums, ein enttäuschendes Ende eines enttäuschenden Albums.

Zögerlicher Musiker zwischen zwei Welten

Klar, die Gothic-artigen Clean Vocals sind nicht jedermanns Geschmack, aber unabhängig von persönlichen Meinungen lassen sie die ganze Musik in eine andere Richtung gleiten. Vielleicht ist die Mischung der zwei Genres keine ganz gute Idee, aber klar kommen die Gothic-Vocals nicht gut mit Black Metal aus.

Trotz der widersprüchlichen und generell nicht guten Reviews des vorherigen Albums behält Alexander seine musikalische Vision und setzt den gewählten Pfad fort. Auch wenn das ihn Fans verlieren lässt, ist es etwas, das geschätzt werden kann. Insgesamt ein Album auf demselben Level und derselben Qualität wie das vorherige – die Stilmischung hält das Album fern von einem klaren Genre, aber auch von einer musikalischen Richtung. Eine Enttäuschung, nicht nur bezogen auf Erwartungen oder mit den ersten Werken der Band, sondern insgesamt musikalisch. Unsicher, welchem Pfad folgen sollte, eine Unentschlossenheit, die jeden Song des Albums beeinflusst. Anstatt die Musik reicher zu machen, zeigt der zusammenhanglose Ansatz einen zögernden Musiker, gefangen zwischen zwei Welten.

Fazit: Der Niedergang von THE RUINS OF BEVERAST, der mit ihrem letzten Album begann, setzt sich mit dem neuen fort – „Tempelschlaf“ ist stilistisch unentschieden.

Internet

THE RUINS OF BEVERAST - Tempelschlaf - CD Review

GLASGOW KISS – Interview

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GLASGOW KISS - Bandphoto
Photo Credi: Agnieszka Iwanska
glasgow_kiss_-_bandlogo

Interview: Robert RESCH Fotos: Agnieszka Iwanska

Charlotte ist keine Sängerin, die sich in den Vordergrund drängt, um Eindruck zu schinden. Ihre Stimme tut das für sie. Mit GLASGOW KISS bewegt sie sich irgendwo zwischen Alternative Rock und Metal, mit einer Dunkelheit, die nie aufgesetzt wirkt, sondern ehrlich und kontrolliert. Die Band kommt aus Norwegen, klingt aber nicht nach Klischee, sondern nach eigener Haltung.

Im Gespräch geht es um Musik als Ventil, um Kontrolle und Kontrollverlust auf der Bühne und darum, wie man Härte zeigt, ohne sich dahinter zu verstecken. Charlotte spricht ruhig, überlegt und sehr klar darüber, was GLASGOW KISS ausmacht und warum diese Songs genau so klingen müssen, wie sie klingen.

GLASGOW KISS - Those Wasted Years [Hard Rock music video] (OFFICIAL)„Down In Flames“ klingt wie ein Albumtitel ohne Sicherheitsnetz. In welcher Verfassung warst du, als die Songs geschrieben wurden?

Alle Songs auf dem Album wurden über einen längeren Zeitraum geschrieben, vielleicht etwa drei Jahre. Während dieser Zeit habe ich verschiedene Herausforderungen gemeistert, die mich emotional beeinflusst haben, sodass ich die Texte geschrieben habe. Seit vielen Jahren kämpfe ich mit Angstzuständen und Depressionen, daher ist das ein Thema, über das ich ganz natürlich schreibe.

Das Album wirkt düsterer und kompromissloser als Ihre früheren Werke. War das eine bewusste Entscheidung oder einfach der natürliche Lauf der Dinge?

Es war ein sehr natürlicher Lauf der Dinge, da ich, wie bereits erwähnt, mit Depressionen und Angstzuständen zu kämpfen habe. Als Sänger und Texter nutze ich das auch als Selbsttherapie, um meine Frustration und meinen Schmerz loszuwerden, in der Hoffnung, dass sich das Publikum damit identifizieren kann und Trost darin findet, zu wissen, dass es nicht allein ist, wenn es ähnliche Herausforderungen durchlebt.

Viele der Songs vermitteln eine spürbare Wut. Gegen wen oder was richtet sich diese

Ich habe früher in meinem Leben einige schwere Zeiten durchgemacht – für mich ist es daher irgendwie befriedigend, über diese Dinge zu schreiben und die Frustration und Emotionen herauszulassen.

Wie viel von den Texten ist persönlich und wo beginnt die bewusste Übertreibung?

Ich denke, etwa 80 % der Texte sind persönlich und einige sind von Menschen inspiriert, die mir nahestehen. Die meisten Texte sind etwas ausgeschmückt, um sie eindringlicher zu machen. Aber ich habe diese Art von Emotionen auch in bestimmten Phasen meines Lebens empfunden, als es ziemlich düster zuging.

glasgow kiss - down in flames - album coverDer Sound bewegt sich zwischen Alternative Rock und Metal. Gab es Diskussionen darüber, wie hart oder roh das Album sein sollte?

Ja, wir haben während des Mixing-Prozesses hin und her überlegt. Wir wussten, dass wir einen organischen und authentischen Sound wollten, der auch viel Punch und Attitüde hat. Es gab einige Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten in der Band, aber am Ende hatten wir das Gefühl, den richtigen Sound für das Album gefunden zu haben.

Welche musikalischen Einflüsse hatten den stärksten Einfluss auf euch während der Arbeit an „Down In Flames“?

Ich bin sehr inspiriert von melodischen Hardrock-Bands, und was mich und die anderen Mitglieder der Band betrifft, so haben wir alle sehr unterschiedliche Einflüsse wie Rammstein, Evergrey, Halestorm, Megadeath, Volbeat usw. Aber für dieses Album habe ich das Gefühl, dass wir einfach Songs geschrieben haben, die uns persönlich gefallen haben, ohne zu versuchen, wie jemand anderes zu klingen. Es ist eine Mischung aus unseren unterschiedlichen Geschmäckern, bei der wir alle unseren persönlichen Stil einbringen konnten.

Einige Songs wirken fast klaustrophobisch. Wie wichtig war die Atmosphäre im Vergleich zu klassischen Songstrukturen?

Beim Songwriting haben wir nicht viel Zeit damit verbracht, über die Songs, die Struktur oder die Atmosphäre nachzudenken. Aber als ich die Texte und die Gesangsmelodien schrieb, konzentrierte ich mich mehr auf die Emotionen jedes Songs, da ich wollte, dass der Gesang und die Texte der instrumentalen Gestaltung gerecht werden.
GLASGOW KISS - Bandphoto
Photo Credi: Agnieszka Iwanska

Gab es einen Track, der euch im Studio besonders herausgefordert hat?

Der wahrscheinlich anspruchsvollste Song war „One Last Time”. Er hat eine tiefe Bedeutung für mich, ich habe ihn für eine meiner besten Freundinnen geschrieben, die vor einiger Zeit an Krebs gestorben ist. Als ich sie das letzte Mal sah, saß ich an ihrem Sterbebett, und kurz bevor ich ging, bat sie mich, bei ihrer Beerdigung zu singen, und erklärte, dass dies ihr letzter Wunsch sei – das war das letzte Mal, dass wir miteinander sprachen.  Ich hatte das Gefühl, dass die Herausforderung bei der Aufnahme des Gesangs darin bestand, die richtigen Emotionen einzubringen, also schaltete ich alle Lichter im Studio aus, damit ich die Geschichte besser spüren konnte.

Wie sah dein Songwriting-Prozess dieses Mal aus? Mehr Jam-Room oder mehr Feinschliff?

Ich denke, irgendwo dazwischen, eine Mischung aus Feinschliff und Jammen. Normalerweise kommt jemand mit einem Riff oder einer Melodie, und wir arbeiten daran, während wir sagen, dass wir es „Glasgowfy it“, wenn jeder seine Ideen in jeden Song einbringen kann.

Der Albumtitel suggeriert Versagen, aber auch Läuterung. Was bedeutet er für dich persönlich?

Er bedeutet, dass nichts für immer währt, also muss man die Zeit schätzen, die man hat, bevor es zu spät ist, und wenn man ganz oben steht, kann es nur noch bergab gehen.

Welche Rolle hat der Produzent beim Sound des Albums gespielt?

Der Produzent hat die Songs gemischt und dabei ein paar Tipps zum Sound gegeben. Aber der Großteil der Produktion wurde von der Band selbst übernommen.

Wenn man das Album am Stück hört, fühlt es sich wie eine Reise an. Habt ihr bewusst an der Dramaturgie gearbeitet?

Ja, das war die Idee, und wir wollten das Album auch etwas bunter gestalten, also haben wir versucht, die Reihenfolge zu mischen, um es für die Zuhörer interessant zu halten. 

GLASGOW KISS - Down In Flames [Hard Rock Music Video] (OFFICIAL) Gab es Momente, in denen ihr Songs abgelehnt habt, weil sie zu glatt oder zu bequem waren?

Als ich den Entwurf des Songs „Down In Flames” zum ersten Mal hörte, gefiel mir das Instrumental überhaupt nicht. Ich fand es zu flach und für meinen Geschmack nicht melodisch genug, sodass ich dachte, meine Stimme würde überhaupt nicht zu diesem Song passen. Zuerst habe ich ihn abgelehnt, aber schließlich habe ich versucht, einen melodischen Gesang dazu zu schreiben, und dann hat er mir doch gefallen.

Inwiefern spiegelt „Down In Flames” euren aktuellen Status als Band wider?

Während der Arbeit am Album „Down In Flames” sind wir uns als Band nähergekommen. Wir hatten sowohl Höhen als auch Tiefen, weil wir alle eine große Leidenschaft und starke Vorstellungen davon hatten, wie das Endergebnis aussehen sollte. Momentan befinden wir uns auf einem Höhepunkt – die Zusammenarbeit mit Eclipse Records ist ein Meilenstein für uns, und wir sind sehr dankbar dafür, dass wir das tun dürfen, was wir tun.

Alternative Rock und Metal haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Wo seht ihr euch in dieser Landschaft?

Rock ‚n‘ Roll ist nie gestorben; daher denken wir, dass es an der Zeit ist, dass mehr Menschen ihre Augen für dieses Genre öffnen, da es offenbar immer beliebter wird. Ein Genre, in dem es darum geht, echt und authentisch zu sein und einfach alles loszulassen. Als Frau im Heavy Rock müssen wir meiner Meinung nach noch etwas härter arbeiten, um zu beweisen, dass wir unseren Platz in diesem Genre verdient haben, aber seit der Ära von Joan Jett hat sich viel verändert. Sie hat damals wirklich die „Drecksarbeit” gemacht, um Frauen im Rock bekannt zu machen. Ich habe großen Respekt vor ihr. Versteht mich nicht falsch, die Liebe und Unterstützung, die wir bekommen haben, war absolut unglaublich! Wir hätten uns nichts Besseres wünschen können, die Leute sind so freundlich und das Album hat viele tolle Rückmeldungen und Kritiken bekommen. Wir sind sehr, sehr dankbar.

GLASGOW KISS - Forsaken [Hard Rock music video] (OFFICIAL) Welche Reaktionen erhofft ihr euch von den Zuhörern und welche würdet ihr als unangenehm empfinden?

Wir hoffen, dass die Leute unsere Musik und unseren Sound mögen und dass sie sich mit unseren Geschichten identifizieren können. Wir finden es völlig in Ordnung, wenn jemand unsere Musik nicht mag, aber es ist unangenehm, wenn jemand unhöflich ist und eine Person oder ein Instrument in der Band persönlich angreift.

Gibt es einen Song auf dem Album, der für euch live besonders wichtig ist, und warum

Ich würde sagen „One Last Time”, wegen der starken Botschaft und dem Gefühl, die Emotionen des Songs an das Publikum weiterzugeben. Als Hardrock-Band hören wir bei Konzerten oft, dass die Leute es lieben, wenn wir etwas ruhiger werden und sie unsere verletzliche Seite sehen können, damit ihre Ohren eine kleine Pause bekommen, haha.

Wie beeinflusst die aktuelle Weltlage dein Songwriting, auch wenn du das Thema nicht explizit ansprichst?

Ich habe darüber nachgedacht, auch über politische Themen und Dinge zu schreiben, die in unserer Welt passieren. Vielleicht werden wir das auf unserem nächsten Album tun. Neben der Musik ist meine andere große Leidenschaft der Tierschutz und die Sicherheit von Tieren! Das ist also auch etwas, worüber ich in Zukunft schreiben möchte.

Wenn du das Album jemandem, der dich nicht kennt, in einem Satz beschreiben müsstest, wie würde dieser lauten?

Kick-ass melodischer Heavy Rock mit Riffs, Attitüde und einem Sound, der dir einen Glasgow Kiss direkt ins Gesicht verpasst!

Nach „Down In Flames”: Fühlt es sich eher wie ein Endpunkt oder wie ein Neuanfang an?

Definitiv wie ein Neuanfang!

GLASGOW KISS – Interview

JINJER kehren mit “European Duél-Tour 2026” nach Wien zurück

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JINJER-Duel-Tour-2026

JINJER, UNPROCESSED & TEXTURES – „European Duél Tour” 2026 – Gasometer Wien, 17. Februar 2026

JINJER-Duel-Tourflyer-2026

Nach mehr als sechs Jahren kehren JINJER endlich wieder als Headliner auf die europäischen Bühnen zurück. Im Rahmen ihrer „European Duél“-Tour 2026 macht das ukrainische Quartett am 17. Februar 2026 Halt im Wiener Gasometer – ein Pflichttermin für Fans von modernem progressiven Metal. Als Support mit dabei sind UNPROCESSED und TEXTURES.

In den vergangenen 15 Jahren haben sich JINJER von einer Underground-Formation zu einer der mutigsten und einflussreichsten Bands des modernen Metals entwickelt. Mit ihrer unverwechselbaren Mischung aus progressivem Groove, technischer Präzision und emotionaler Wucht erspielten sie sich weltweite Anerkennung – untermauert durch über 250 Millionen Streams und Views. Spätestens seit dem viralen Durchbruch mit der Single „Pisces“ gelten JINJER als Impulsgeber des Genres. Alben wie „Macro“ (2019) und „Wallflowers“ (2021) spiegeln ihre düstere, komplexe und kompromisslose Seite eindrucksvoll wider.

Ihr neues Album „Duél“ (2025) markiert nun den nächsten Evolutionsschritt. Singles wie „Someone’s Daughter“, „Fast Draw“ und „Green Serpent“ zeigen eine Band, die sich konsequent weiterentwickelt, lyrisch in die Tiefe geht und klanglich neue Grenzen erforscht. Nach umjubelten Tourneen mit Größen wie SLIPKNOT, SEPULTURA und BABYMETAL sind JINJER live explosiver und selbstbewusster denn je.

Neben JINJER werden an jenem Abend UNPROCESSED und TEXTURES demonstrieren, wie breit gefächert progressiver Metal ist. UNPROCESSED stehen für die neue Generation von technisch anspruchsvollem Metal. Mit ihrer energiegeladenen Mischung aus Djent, Prog und modernen Rock-Einflüssen haben sich die Deutschen international einen Namen gemacht. Technische Virtuosität trifft hier auf eingängige Hooks und massive Breakdowns. Ihr jüngstes Album „Angel“ (2025) begeisterte die Szene durch einen härteren Klang und emotional anspruchsvollen Texten.

Einen besonderen Reiz erhält das Tourpaket durch TEXTURES, die mit ihrem polyrhythmischen Progressive Metal als wahre Genre-Pioniere gelten. Die Niederländer verbinden seit jeher komplexe Songstrukturen, atmosphärische Elemente und kompromisslose Härte. Nach der Auflösung der Band 2016 war die Freude unter den Fans groß, als TEXTURES ihre Wiedervereinigung 2023 verkündeten. Die Reunion wird mit einem neuen Album zelebriert: „Genotype“ wird am 23. Jänner veröffentlicht – früh genug, um es sich vor dem Konzert in Wien noch zu Gemüte zu führen!

JINJER-Duel-Tourflyer-2026

Tourdaten

23. Jan. – DE – Köln, Palladium
24. Jan. – NL – Tilburg, O13
25. Jan. – BE – Brüssel, AB Brussels
02. Feb. – FR – Paris, L’Olympia
03. Feb. – FR – Lyon, Transbordeur
04. Feb. – FR – Toulouse, Bikini
11. Feb. – CH – Zürich, X-tra
12. Feb. – DE – Stuttgart, LKA
13. Feb. – DE – Wiesbaden, Schlachthof
14. Feb. – DE – Munich, Tonhalle
16. Feb. – HU – Budapest, Barba Negra
19. Feb. – CZ – Prag, Sasazu
20. Feb. – DE – Leipzig, Felsenkeller
21. Feb. – DE – Berlin, Astra
01. März – DK – Kopenhagen, Amager Bio
02. März – DE – Hamburg, Grosse Freiheit 36

 

Quellenangabe: Barracuda Music GmbH
Photo Credit: Lina Glasir

ZU – Ferrum Sidereum

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cover artwork ZU Ferrum Sidereum
cover artwork ZU Ferrum Sidereum

Band: ZU 🇮🇹
Titel: Ferrum Sidereum
Label: House of Mythology
VÖ: 09/01/26
Genre: Jazz Metal

Tracklist

01. Charagma
02. Golgotha
03. Kether
04. A.I. Hive Mind
05. La Donna Vestita Di Sole
06. Pleroma
07. Fuoco Saturnio
08. The Celestial Bull And The White Lady
09. Hymn of the Pearl
10. Perseidi
11. Ferrum Sidereum

Besetzung

Luca T. Mai – Baritonsaxophon, Electronics
Massimo Pupillo – Bass
Paolo Mongardi – Schlagzeug

Bewertung:

4/5

ZU präsentieren mit „Ferrum Sidereum“ ihr neues Album. Fast sieben Jahre nach der letzten Veröffentlichung ist die Rückkehr der Jazz-Metal-Pioniere entsprechend erwartungsvoll aufgenommen worden – sowohl im Metal- als auch im Jazz-Umfeld. Diese Erwartungen werden nicht enttäuscht: Das Album zeigt sich ebenso komplex und experimentell wie die bisherigen Arbeiten der Band und ist erneut ein eindrucksvoller Beleg für ihre technische und kompositorische Klasse.

Elektronische Einstiege und erste Spannungsbögen

Elektronische Klänge eröffnen das Album. „Charagma“ setzt zunächst auf bizarre Rhythmen, bevor nach einer langen Einleitung schließlich die typischen Jazzakkorde in den Vordergrund treten und das Stück langsam dominieren. Markante Basspassagen – schließlich eines der prägenden Elemente im Klangkosmos von ZU – strukturieren den Song, während das Baritonsaxophon zusätzliche Farbe und Tiefe einbringt. Klassische Jazzharmonik, modern interpretiert und getragen von einem massiven, dominanten Bass: ein überzeugender Einstieg ins Album.

Deutlich zurückhaltender beginnt „Golgotha“. Trotz des dissonanten Saxophons bleibt der Sound zunächst eher flächig und atmosphärisch als klar konturiert. Erst nach der ausgedehnten Einleitung gewinnen Bass und Schlagzeug an Präsenz, ergänzt durch eine Vielzahl elektronischer Elemente. Musikalisch wirkt das Stück stärker verdünnt, mit wechselnden Tempos, die bewusst chaotisch und experimentell angelegt sind. In den abschließenden Passagen entwickelt sich der Song jedoch zu einer schlüssigen und überzeugenden Komposition.

ZU stammen aus Ostia und wurden bereits 1997 gegründet. Als Veteranen ihres Genres und mit über fünfzehn Veröffentlichungen zählen sie zu den produktivsten und eigenständigsten Formationen im Grenzbereich zwischen Jazz und Metal. Ihre Musik folgt keinem festen Schema, sondern verbindet Elemente aus Metal, Noise, Prog, Elektronik, Ambient, Industrial und zeitgenössischer Musik zu einem eigenständigen Ausdruck. Der Kern der Band besteht aus Luca T. Mai (Baritonsaxophon, Elektronik), Massimo Pupillo (Bass) und Paolo Mongardi (Schlagzeug), wobei ZU auf ihren Alben regelmäßig durch Gastmusiker ergänzt werden, die dem Sound zusätzliche Facetten verleihen.

Zwischen Minimalismus, Ritual und Klangforschung

Das Album setzt seine stilistische Offenheit fort. „Kether“ kehrt zu einem langsameren, melodischeren Grundtempo zurück, während „A.I. Hive Mind“ melancholischer ausfällt und orientalische Anklänge sowie tribalartige Rhythmen integriert. Ein sehr langes, ambient geprägtes Mittelstück bestimmt die Struktur des Songs, der insgesamt eher minimalistisch angelegt ist. Das dissonante Ende wirkt konsequent, erreicht jedoch nicht die erwartete Komplexität, insbesondere angesichts der ausgedehnten Laufzeit.

Die Produktion bewegt sich zwischen Rohheit und Klarheit. In einigen Momenten klingt das Album bewusst rau, wobei Filter und Effekte den dissonanten Charakter zusätzlich betonen und dem Sound eine sperrige Oberfläche verleihen. In anderen Passagen wiederum ist das Klangbild außergewöhnlich transparent. Diese bewusste Wechselhaftigkeit folgt einer klaren künstlerischen Vorstellung, erzeugt jedoch stellenweise einen leicht fragmentierten Gesamteindruck. Hervorzuheben ist der Bass, der in allen Lagen hervorragend zur Geltung kommt. Das Schlagzeug bleibt in vielen ambienten Momenten fast im Hintergrund, was eine ungewöhnliche, fragile Feinheit entstehen lässt. Das Baritonsaxophon hingegen tritt häufig sehr dominant auf und wirkt stellenweise fast erdrückend.

La Donna Vestita Di Sole“ führt den minimalistischen, zugleich dissonanten Ansatz fort. Mit einer Laufzeit nahe der Zehn-Minuten-Marke eröffnet der Song mit einem eindrucksvollen Schlagzeugpart, der Percussion und Rhythmus in den Mittelpunkt stellt. Vereinzelte Saxophonakzente und ein allmählich einsetzender Bass verdichten den Klang zunehmend, bis sich eine klare rhythmische Struktur und eine erkennbare melodische Linie herausbilden. Das Baritonsaxophon verleiht dem Stück eine tiefe, eindringliche Atmosphäre, bleibt dabei jedoch vergleichsweise zugänglich. Hypnotische Effekte erzeugen ein vielschichtiges, nahezu sphärisches Klangbild. Ein klarer Höhepunkt des Albums.

Verdichtung, Auflösung und ein dissonanter Schluss

Pleroma“ beginnt mit entfernten, schwebenden Klängen und entwickelt sich langsam zu einer etwas kohärenteren Struktur, bleibt insgesamt jedoch sehr ruhig. Elektronische Texturen, zurückhaltende Bass- und Drum-Elemente prägen den Song, der zu den schwächeren Momenten des Albums zählt. Die einfache, nahezu reduzierte Elektronik mündet in einem energischen Saxophonausbruch, dessen Wirkung jedoch ambivalent bleibt. „Fuoco Saturnio“ bleibt dem atmosphärischen Ansatz treu, setzt jedoch stärker auf harmonische und feingliedrige Passagen, die sich mit schlichten Jazzakkorden abwechseln.

The Celestial Bull And The White Lady“ beginnt erneut mit einer ausgedehnten ambienten Einleitung, entwickelt sich dann jedoch zu einem dynamischen Stück mit massivem Bassfundament. In einem stetigen Crescendo greifen Schlagzeug und schließlich das Saxophon ein, bis der Song in einem komplexen Höhepunkt kulminiert. Vielschichtige Arrangements und eine dichte Instrumentierung machen den Track zu einem weiteren starken Moment des Albums.

Nach dieser Dynamik wirkt „Hymn of the Pearl“ wie eine bewusste Entspannung: elektronische Klänge, zurückhaltende Percussion und ein ruhiges, fast friedliches Grundtempo bestimmen das Stück. Wie so oft bei ZU nimmt die Komplexität im Verlauf zu, bleibt jedoch im Grenzbereich zwischen Ambient und freier Klangforschung. „Perseidi“ fungiert als kurzes, dissonantes Intermezzo mit effekthaften Einschüben, die an Schussgeräusche erinnern, und leitet zum abschließenden Titelstück über. „Ferrum Sidereum“ bildet einen unerwartet harschen Abschluss: aggressiver Bass und ebenso scharfes Saxophon treten in einen spannungsgeladenen Dialog, ergänzt durch unheimliche, verstörende Klangfarben. Ein düsteres, irritierendes Finale für ein ansonsten überwiegend ruhiges und melodisches Album.

Ein Album jenseits klarer Zuordnungen

Die Verbindung aus experimentellem und zeitgenössischem Jazz kann für viele Hörer fordernd sein, doch die technischen Fähigkeiten der beteiligten Musiker sind unübersehbar. Solche Virtuosität ist im Jazzkontext nicht neu, bleibt hier jedoch eindrucksvoll.

Weder eindeutig Metal noch klassischer Jazz – am treffendsten lässt sich ZUs Musik wohl als experimentell bezeichnen. „Ferrum Sidereum“ ist stark von elektronischen Elementen geprägt und bewegt sich stellenweise vollständig in diesem Bereich, was beide Genres bewusst unterläuft. Die Vielzahl weiterer Einflüsse fügt sich dennoch schlüssig in das Gesamtbild ein, und die künstlerische Vision der Band bleibt klar erkennbar.

Die deutlichsten metallischen Aspekte finden sich im Bass und in einzelnen dissonanten Strukturen. Riffs oder klassische Solos sollte hier niemand erwarten. Stattdessen dominieren Einflüsse aus Noise, Elektronik, Industrial und zeitgenössischer Musik. Das Album bietet starke musikalische Momente, aber ebenso viele sperrige, ruhige oder bewusst irritierende Passagen. Für manche faszinierend, für andere schwer zugänglich – „Ferrum Sidereum“ entzieht sich gängigen Maßstäben. Gerade deshalb lohnt sich ein offenes Hören für alle, die unkonventionelle Ansätze nicht scheuen.

Fazit: Komplexe Klanglandschaften zwischen Jazz und zahlreichen weiteren Einflüssen prägen ZUs  „Ferrum Sidereum“ – technisch und kompositorisch auf hohem Niveau.

Internet

ZU - Ferrum Sidereum - CD Review

KREATOR – Krushers Of The World

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KREATOR - Krushers Of The World album artwork
KREATOR - Krushers Of The World album artwork

Band: KREATOR 🇩🇪
Titel: Krushers Of The World
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 16/01/26
Genre: Thrash Metal

Tracklist

01. Seven Serpents
02. Satanic Anarchy
03. Krushers of the World
04. Tränenpalast
05. Barbarian
06. Blood of Our Blood
07. Combatants
08. Psychotic Imperator
09. Deathscream
10. Loyal to the Grave

 

Besetzung

Mille Petrozza – Vocals/Guitar
Sami Yli-Sirnio – Guitar
Freddie LeClercq – Bass
Ventor – Drums

 

Bewertung:

5/5

KREATOR gehören zu den wenigen Thrash-Metal-Bands, die sich nie mit dem Erreichten zufriedengegeben haben. Seit den frühen Achtzigern steht der Name für kompromisslose Härte, politische Haltung und eine klare künstlerische Vision. Angeführt von Mille Petrozza, der als Sänger, Gitarrist und Hauptsongwriter das kreative Zentrum bildet, präsentiert sich die Band auf »Krushers Of The World« in der Besetzung Petrozza, Sami Yli-Sirnio an der zweiten Gitarre, Bassist Freddie LeClercq und Urgestein Ventor am Schlagzeug. Eine Formation, die Routine besitzt, ohne jemals träge zu wirken.

Ein Album ohne Sicherheitsnetz

Schon der Opener »Seven Serpents« macht unmissverständlich klar, wohin die Reise geht. Kein atmosphärisches Vorspiel, kein Aufbau über Umwege. Kreator setzen sofort auf Tempo, messerscharfe Riffs und Ventors treibendes Schlagzeug. Der Song wirkt wie ein Schlag ins Gesicht, präzise, wütend und kontrolliert. Genau diese Mischung zieht sich durch das komplette Album.

Mit »Satanic Anarchy« folgt ein klassischer Thrash-Brecher, der alte Fans sofort abholt. Das Riffing ist kantig, fast schon aggressiv minimalistisch, während Petrozzas Gesang zwischen Anklage und Schlachtruf pendelt. Hier zeigt sich, wie souverän die Band mit Genre-Versatzstücken umgeht, ohne sich selbst zu zitieren.

Titeltrack als Manifest

»Krushers Of The World« ist das programmatische Herzstück der Platte. Der Song kombiniert hymnische Refrains mit kompromisslosen Strophen und entwickelt eine Wucht, die live problemlos ganze Hallen zum Beben bringen dürfte. Besonders auffällig ist das Zusammenspiel der Gitarren. Petrozza und Yli-Sirnio ergänzen sich perfekt, wechseln zwischen rasiermesserscharfen Leads und massiven Rhythmuspassagen, ohne sich gegenseitig Raum zu nehmen.

Der Track steht sinnbildlich für das gesamte Album. KREATOR wirken hier nicht wie eine Band, die ihren Status verwaltet, sondern wie eine, die sich anhaltend noch beweisen will.

Atmosphäre und Härte im Gleichgewicht

Mit »Tränenpalast« schlägt das Album kurzzeitig andere Töne an. Der Song ist dunkler, approximativ melancholisch, ohne an Intensität zu verlieren. Die Gitarrenarbeit wirkt strukturierter, das Tempo etwas gedrosselt. Gerade dieser Moment verleiht dem Album Tiefe und verhindert, dass sich die permanente Aggression abnutzt. Die Duetts mit Britta Görtz (HIRAES) sind das absolute Sahnehäubchen. Ein Thrash-Duett, welches sich als absolutes Albumhighlight in die Gehirnwindungen einbrennt.

»Barbarian« reißt die Tür danach abermals weit auf. Ein Song, der seinem Titel alle Ehre macht. Roh, direkt und ohne Schnörkel. Ventor zeigt hier, warum er immer noch zu den prägendsten Drummern des Genres zählt. Jeder Schlag sitzt, nichts wirkt überladen.

Blut, Loyalität und Wahnsinn

Die zweite Albumhälfte hält das Niveau mühelos. »Blood of Our Blood« und »Combatants« setzen auf stampfende Midtempo-Passagen, die Raum für Groove lassen, ohne die Thrash-Wurzeln zu verleugnen. Freddie LeClercqs Bassarbeit ist hier besonders präsent und verleiht den Songs zusätzliche Tiefe.

»Psychotic Imperator« und »Deathscream« drehen das Tempo erneut hoch. Vor allem ersterer fällt durch seine beinahe chaotische Struktur auf, die dennoch jederzeit kontrolliert bleibt. KREATOR spielen mit Erwartungshaltungen, brechen Rhythmen auf und ziehen sie im nächsten Moment wieder brutal gerade.

Der Abschluss »Loyal to the Grave« wirkt wie ein Statement. Kein versöhnlicher Ausklang, sondern ein letzter, entschlossener Schlag. Der Song fasst thematisch und musikalisch zusammen, wofür KREATOR seit Jahrzehnten stehen: Konsequenz, Haltung und absolute Hingabe.

Produktion und Gesamtbild

Die Produktion ist druckvoll und klar, ohne steril zu wirken. Gitarren haben Biss, das Schlagzeug klingt organisch und präsent, der Gesang steht genau dort, wo er sein muss. Alles dient dem Song, nichts dem Selbstzweck. »Krushers Of The World« klingt modern, aber nicht modisch.

KREATOR liefern mit »Krushers Of The World« ein Album ab, das keine Schwächen zeigt. Es ist aggressiv, durchdacht und voller Energie. Die Band wirkt fokussiert, hungrig und erstaunlich frisch. Ein Thrash-Metal-Album, das sowohl alte Fans begeistert sowie neue Hörer problemlos abholen kann.

Fazit: »Krushers Of The World« ist ein herausragendes Werk, das KREATORS Stellung im Thrash-Metal untermauert

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KREATOR - Krushers Of The World - CD Review

ECTOVOID – In Unreality’s Coffin

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cover artwork ECTOVOID In Unreality’s Coffin
cover artwork ECTOVOID In Unreality’s Coffin

Band: ECTOVOID 🇺🇸
Titel: In Unreality’s Coffin
Label: Everlasting Spew Records
VÖ: 09/01/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Dissonance Corporeum
02. Collapsing Spiritual Nebula
03. Intrusive Illusions (Echoes From A Distant Plane)
04. Formless Seeking Form
05. Irradiated Self
06. In Unreality’s Coffin
07. Erroneous Birth
08. It Is Without Shape…
09. In Anguished Levitation

Besetzung

Chuck Bryant – Rhythm Guitar, Vocals
Charlie Southern – Guitar, Backing Vocals
Ryan Sullivan – bass
Chris McDonald – Drums

Bewertung:

4,5/5

Die amerikanische Death Metal Band ECTOVOID präsentiert ihr neues Werk, das dritte Album der Band mit dem Titel „In Unreality’s Coffin„. Bekannt für einen direkten und aggressiven Ansatz, technisch, ist das neue Werk eine Fortsetzung ihrer Diskografie und auch ein neuer Meilenstein in ihrer Karriere.

Beeindruckender Start ohne Umschweife

Brutal und aggressiv – so startet das Album. Kein Intro, keine atmosphärische Passage, nur eine Demonstration von Technik und wütender Musik. „Dissonance Corporeum“ ist ein kurzer und direkter Song mit beeindruckenden Gitarren und sehr Uptempo-Rhythmus. Angepisste Vocals, guttural, fast gesprochene Verse oder Growls, aber auf dieselbe bellende Art – sie ergänzen die massiven Sounds sehr gut. Beeindruckende und sehr technische Lead-Gitarre, nicht nur in einem messerscharfen Solo, sondern während des ganzen Songs eine konstante Präsenz. Beeindruckender Start, guter Technical Death Metal.

ECTOVOID kommen aus Birmingham, Alabama, gegründet 2010. Gründungsmitglieder Chuck Bryant an Rhythmusgitarre und Vocals sowie Chris McDonald für Drums sind immer noch in der Band. Ryan Sullivan stieß ein paar Jahre später am Bass dazu, ebenso Charlie Southern an Gitarre und Backing Vocals, aber Letzterer hat die Band inzwischen verlassen und wurde durch Shawn Staszko an Lead-Gitarre und Vocals ersetzt, der aber nicht an der Albumaufnahme teilnahm.

Der gute Start setzt sich noch besser strukturiert und in hohem Tempo fort mit „Collapsing Spiritual Nebula“ – konstante bestrafende Riffs und dynamischer Gesamtsound. Die Drums sind sehr kreativ und auch schnell und halten den infernalischen Rhythmus. Brutaler Sound, dichte Instrumentierung, einige Rhythmuswechsel kommen im mittleren Teil des Songs, aber nicht viel Verlangsamung, nur ein anderer Ansatz. Bestrafender Rhythmus, abgrundtiefe Atmosphäre, ein sehr klarer und guter Song, ein Höhepunkt.

Unaufhörliche Aggressivität und komplexe Musik

Das Album setzt sich im selben Stil und mit unaufhörlicher Aggressivität fort. „Intrusive Illusions (Echoes From A Distant Plane)“ bringt denselben gnadenlosen Rhythmus und massive Vocals in einem konstanten Angriff auf alle Sinne. „Formless Seeking Form“ mit langsameren Rhythmus als die vorherigen Songs, aber das macht den Track nicht zu einem langsamen – nur dass das Tempo in den ersten Songs wahnsinnig schnell war. Auch mit massiven Riffs, einer sehr gut ausgearbeiteten Komposition und massivem Sound. Ein weiterer sehr guter Song.

Die Produktion ist exzellent, klar, sehr gut ausbalancierter Sound – alle Instrumente sind perfekt hörbar und mit der richtigen Intensität. Jede Note ist am richtigen Platz, Produktion und Mixing verdienen wirklich besonderes Lob, besonders wenn man an die sehr komplexe Musik denkt, die man hört. Die Solos sind perfekt ins Gesamtbild integriert, Vocals werden, auch wenn sie so wichtig im Band-Sound sind, auf demselben Level mit dem Rest der Band gehalten, und das gibt einen viel kohäsiveren und organisierten Sound. Einfach eine massive Death Metal Maschine, die intensive und komplizierte Kompositionen spielt.

Sehr offensiv kommt der nächste Song „Irradiated Self“ – simple Riffs, aber ein wütender Rhythmus treibt den Song voran, frenetisches Drumming und gleichermaßen wütender Bass. Nicht so komplex wie die ersten Songs, aber dennoch insgesamt ein beeindruckender Song. Der Titelsong „In Unreality’s Coffin“ kehrt zu komplexerem Sound zurück, behält aber die Dynamik und Aggressivität. Unmenschliche Vocals, gequält und mit punktuell verzweifelten Schreien und auch geflüsterten Reimen – großer Effekt und eine willkommene Änderung im Vocal-Ansatz, die Vielfalt zeigt. Wieder hat die Lead-Gitarre einige gute Kontraste in der allgemein sehr engen Instrumentierung. Nicht sehr melodischer Song, aber voll von gnadenlosen und gewalttätigen Momenten.

Makabere Atmosphäre und flawlose Ausführung

Der finale Teil des Albums bringt „Erroneous Birth„, ein weiterer technischer Song, jetzt mit verhallten Vocals – wieder eine viel simplere Komposition und eine sehr effektive. Mit wechselnden Rhythmen, ein dynamischer Song, solide Riffs und eine makabre Atmosphäre. „It Is Without Shape…“ fungiert mehr wie ein Interlude, mit Musik, die progressiv immer lauter wird und mit konstantem Wachstum im Sound. Auch als instrumentales, atmosphärisches Intermezzo behält der Song ein gutes Tempo und einen vollen Sound, bringt aber auch mehr Melodie.

Der finale Song des Albums „In Anguished Levitation“ kehrt zu massiven Rhythmen und aggressivem Sound zurück, geflüsterte Vocals ergänzen die tiefen Growls. Der zermalmende Rhythmus wird langsamer für den Anfang des Songs, aber er wird komplexer und schneller, je weiter er voranschreitet. Immer noch technisch, aber melodischer – ein irgendwie anderer Sound vom Rest des Albums, aber dennoch ein überzeugender Abschluss des LP.

Massives Werk auf höchstem Niveau

Ein beeindruckendes Werk der amerikanischen Band – komplex und dunkel, Technical Death Metal. Ein Album, das für seine gesamte Dauer nicht verlangsamt, es bestraft und zermalmt den Hörer immer wieder. Und nicht nur das, sondern die Songs sind komplex und die Ausführung makellos. Konstante Riffs und eine gnadenlose Rhythmussektion performen massive, komplizierte und infernalische Musik. Ein Höhepunkt in der Band-Karriere, ein klarer Schritt nach oben von den vorherigen Releases.

Die Band zeigt wirklich beeindruckende technische Qualitäten – die Musik ist so komplex und so gut ausgeführt, aber auch so gut produziert, und alles kommt in so einer dichten Klanglandschaft. Mit vielen unvergesslichen Momenten, aber mehr als Ganzes ist das Album eine gute Demonstration von gut komponiertem und gespieltem Death Metal. Ein Muss für jeden Fan des Genres.

Fazit: Das beeindruckende Album „In Unreality’s Coffin“ von ECTOVOID hält durchgehend hohes Tempo und massive Instrumentierung aufrecht.

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ECTOVOID - In Unreality’s Coffin

VESSELES – Home

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VESSELES - Home album cover
VESSELES - Home album cover

Band:VESSELES 🇺🇸
Titel: Home
Label: Independent
VÖ: 16/01/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Flesh Throne
02. Eternally Within Us
03. The Beneath
04. Home
05. They Wither…
06. Until They Are Dust
07. Scriptures Etched Into the Mind’s Pillars
08. Perpetual Chasm of Black Mirrors
09. This Is Not Home

 

Besetzung

Valira Pietrangelo – Vocals, Guitars, Piano, Lyrics, Songwriting
Ron Graves – Bass
Nick Brown – Drums
Joel Ferry – Keyboard and vocals

 

Bewertung:

3,5/5

Mit »Home« liefern VESSELES ein weiteres Kapitel ihres düsteren, symphonischen Black Metal ab. Die Band, bestehend aus vier erfahrenen Musikern, kombiniert klassische Black-Metal-Elemente mit orchestralen Strukturen und einer atmosphärischen Tiefe, die nicht bloß Fans des Genres anspricht. Valira Pietrangelos vielseitiger Einsatz von Gesang, Gitarre und Piano zieht sich wie ein roter Faden durch das Album.

Ein wuchtiger Auftakt

Das Album beginnt mit »Flesh Throne«, einem Track, der sofort das typische VESSELES-Feeling transportiert: Rasende Gitarrenriffs, blastbeatartige Schlagzeugmuster und eine dichte Keyboard-Schicht, die die düstere Atmosphäre trägt. Pietrangelos Gesang wechselt zwischen krassem Gekeife und growlenden-dämonischen Passagen, was den Song dynamisch hält. Die Produktion ist sauber, ohne dass die rohe Energie des Black Metal darunter leidet.

Zwischen Melodie und Chaos

»Eternally Within Us« zeigt die Fähigkeit der Band, Melodien in den sonst aggressiven Sound zu integrieren. Die symphonischen Elemente werden hier subtiler eingesetzt, während der Bass von Ron Graves den Song trägt. Die Komposition wirkt wie ein durchdachtes Mosaik aus Intensität und Ruhephasen. Besonders auffällig ist das Zusammenspiel von Piano und Gitarre, das eine melancholische Tiefe erzeugt.

Dunkle Klangwelten

Mit »The Beneath« taucht das Album in noch düsterere Gefilde. Das Schlagzeug von Nick Brown treibt die Songstruktur mit unerbittlicher Präzision voran, während Joel Ferry die Atmosphäre mit tiefen Keyboard-Texturen verdichtet. Die Stimme von Pietrangelo wirkt fast geisterhaft, unterstützt durch gelegentliche Hintergrundvocals, die den Eindruck eines Chors erzeugen. Es ist einer der Tracks, der am stärksten die symphonischen Ambitionen der Band zeigt.

Titeltrack als emotionale Mitte

Der Titeltrack »Home« fungiert als emotionales Herzstück des Albums. Hier stehen Melodie und Atmosphäre klar im Vordergrund, die Black-Metal-Elemente treten teils in den Hintergrund. Die Lyrics reflektieren innere Konflikte und das Gefühl von Verlorenheit, was durch die Kombination von Piano, Gitarre und synthetischen Orchesterflächen intensiv vermittelt wird. Die Songstruktur erlaubt es, sich in der Musik zu verlieren, ohne dass Langeweile aufkommt.

Düstere Kontinuität

Die beiden Songs »They Wither…« und »Until They Are Dust« knüpfen nahtlos an die vorherige Stimmung an. Schnelle Passagen wechseln mit epischen Breaks, wobei die Band das Gleichgewicht zwischen Härte und Harmonie wahrt. Besonders die Gitarrenarbeit fällt auf, die sowohl aggressiv als desgleichen melodisch überzeugen kann. VESSELES schafft es hier, eine konstante Spannung aufzubauen, ohne dass die Stücke überladen wirken.

Komplexität trifft Epik

Dieser Track fällt durch seine Länge und Komplexität auf. Mehrere Themen werden miteinander verwoben, und die symphonischen Elemente entfalten ihre ganze Wirkung. Die Mischung aus Blastbeats, melodischen Gitarrenlinien und Keyboard-Arrangements zeigt, dass VESSELES nicht nur Atmosphäre, sondern daneben handwerkliche Präzision beherrscht. Ein Highlight für Fans, die detaillierte Kompositionen schätzen.

Intensität und Experimentierfreude

»Perpetual Chasm of Black Mirrors« zeigt die experimentelle Seite der Band. Unkonventionelle Songstrukturen und ein Wechselspiel zwischen aggressiven und approximativ balladesken Passagen machen den Song abwechslungsreich. Pietrangelos Gesang trägt stark zur dramatischen Wirkung bei, während die Instrumentierung eine düstere, annähernd filmische Bildsprache erzeugt.

Abschluss mit Nachklang

Der Abschlusstrack »This Is Not Home« fasst die Stärken des Albums noch einmal zusammen: epische Symphonik, treibende Riffs und emotionale Gesangslinien. Der Song wirkt wie ein Rückblick, der die zentralen Themen des Albums – Verlust, innere Kämpfe, düstere Reflexionen abermals aufgreift.

Das Album endet damit auf einer nachdenklichen Note, ohne seine Energie zu verlieren.

»Home« ist ein starkes, atmosphärisches Album, das die Vielschichtigkeit von VESSELES unter Beweis stellt. Die Kombination aus symphonischen Arrangements und klassischem Black Metal erzeugt intensive Klangwelten, die besonders in den mittleren Tracks ihre volle Wirkung entfalten. Allerdings gibt es Momente, in denen die Songs etwas zu lang geraten oder die Arrangements zu dicht wirken, was die Aufmerksamkeit strapaziert. Insgesamt liefert die Band ein solides Werk ab, das sowohl Fans von symphonischem Black Metal als auch Neueinsteiger ansprechen kann. Mit 3,5 von 5 Punkten bewegt sich »Home« im soliden Mittelfeld: kein Meisterwerk, aber ein hörenswertes Album mit vielen intensiven Momenten.

Fazit: »Home« von VESSELES ist ein atmosphärisches, kraftvolles Album mit starker emotionaler Tiefe – das Potenzial für weitere Entwicklungen ist vorhanden.

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VESSELES - Home - CD Review

ORACULUM – Hybris Divina

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cover artwork ORACULUM Hybris Divina
cover artwork ORACULUM Hybris Divina

Band: ORACULUM 🇨🇱
Titel: Hybris Divina
Label: Invictus Productions
VÖ: 09/01/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. A Monument to Fallen Virtues
02. The Great One
03. Mendacious Heroism
04. Carnage
05. Dolos
06. The Heritage of Our Brotherhood
07. Spiritual Virility
08. Posthumous Exultation

Besetzung

Scourge of God – Guitars, Vocals
Gaius Coronatus – Guitars
Magnified Wrath – Bass
Conqueror of Fear – Drums

Bewertung:

2,5/5

Die chilenischen Death Metal Veteranen ORACULUM präsentieren endlich ihr Debütalbum. Nach einer fünfzehn Jahre langen Karriere, ein paar EPs und anderen kurzen Werken ist das lange erwartete Debütalbum hier. „Hybris Divina“ ist ein LP, das das technische Können der Bandmitglieder zeigt, aber die Musik ist langsam und atmosphärisch, nicht der dynamische Death Metal, den man erwartet.

Zu viele atmosphärische Passagen, zu wenig Death Metal

Das Album startet mit klarer Doom-Metal-Stimmung, sehr langsame Akkorde und eine zermalmende Atmosphäre. Aber „A Monument to Fallen Virtues“ ist nur ein kurzes Intro, und der Song schafft es, die Atmosphäre zu kreieren, die vom nächsten Song „The Great One“ aufgegriffen wird. Diesmal kommen entschiedenere Riffs und ein besserer Rhythmus, um eine überzeugendere Seite der Band zu zeigen. Verzweifelte Schreie und Growls, verhallt, dramatisch. Die Instrumentierung ist ziemlich minimal, die Songstruktur auch, aber trotzdem ist die Musik gut, erdrückend und überzeugend. Aber eine zu lange melodische und atmosphärische Passage nimmt den Fokus zu lange vom erwarteten Death Metal Sound weg – zu viel Atmosphäre, bevor der aggressive Sound zurückkehrt.

Eine sehr rohe Produktion und matschiger Sound helfen der Musik von ORACULUM nicht wirklich, in ihrer echten Qualität geschätzt zu werden. Die atmosphärischen Teile funktionieren besser als die dynamischen, der Sound ist klarer, die Lead-Gitarre kommt über die ganze Instrumentierung viel besser auf diesen Passagen. Ansonsten sind die Rhythmussektion und die Rhythmusgitarre dumpf im Sound, zu weit hinten. Unbalanciertes Mixing für das Album, und das ist schlecht, weil die Musik gewisse Qualitäten hat, die nicht an die Oberfläche kommen können. Für das Genre zu viel Fokus auf Lead-Gitarre, und auch Vocals sind zu sehr im Vordergrund, aber das funktioniert gut. Alle anderen Probleme sind hauptsächlich wegen unentschiedener Richtung und Songwriting, aber das Resultat ist unklar und unfokussiert.

Das Album setzt sich im selben Stil und mit dem dumpfen Sound fort. „Mendacious Heroism“ bringt etwas mehr Uptempo-Musik, mit weit entferntem, aber wichtigem Drumming, fast nur erahnte Riffs und sogar ein bisschen Bass. Trotz der schlechten Produktion hat der Song eine komplizierte Komposition, und in offeneren Passagen klingt die Musik gut. Wieder unterbricht eine ambiente Passage den guten Flow, und wieder zu viel Fokus auf einem Gitarrensolo, das den Gesamtsong nicht unterstützt.

Chilenische Underground-Größen ohne Energie

ORACULUM kommen aus Rancagua, O’Higgins, südlich der Hauptstadt Santiago. Sie wurden 2011 gegründet und sind eine der verehrtesten Bands im chilenischen Underground. Gründungsmitglieder Conqueror of FearDrums und Scourge of GodGitarren und Vocals, wurden später von Gaius CoronatusGitarren und Magnified WrathBass ergänzt. Der Letztere hat, auch wenn als Mitglied der Band genannt und zum Album beitragend, die Band inzwischen verlassen.

Der nächste Song „Carnage“ kehrt zu erdrückendem und aggressivem Sound zurück, Vocals sind verzweifelter als je zuvor, aber kurz danach übernehmen Doom-lastigerer Sound und Rhythmus die Kontrolle über den Song. Nicht der originellste Song, und außer bei den Vocals nichts besonders Interessantes hier – nicht einmal die zu spät im Song kommenden guten Riffs können den mittelmäßigen Eindruck retten. Immer noch mit Doom-Einflüssen und sehr langsam kommt „Dolos„. Nach einer langen Eröffnungspassage, mehr eine atmosphärische, die für mehr als die Hälfte des Songs gestreckt wird, mit nur spärlichen Akkorden, aber mit dämonischen, infernalischen Vocals – wenn einige energetische Riffs in den Song kommen, können sie den Eindruck eines langsamen und nicht wirklich Death Metal Songs nicht ändern.

Das Hörerlebnis ist mehr ein Warten darauf, dass etwas passiert. Die Spannung ist da, der ganze Sound tendiert in eine gute Richtung, aber nichts passiert wirklich. Und dieses Gefühl wird unterstrichen durch „The Heritage of Our Brotherhood„, ein weiteres Interlude, ein kurzer Song, der die Erkundung von langsamem, Doom-lastigerem Sound fortsetzt. Schon zu viele gesprochene Passagen, ein weiterer enttäuschender Song.

Triumphale Sounds eröffnen „Spiritual Virility„, und eine Serie von Riffs bringt etwas Hoffnung für einen besseren Moment. Das Tempo ist hoch, die Instrumentierung dicht und massiv, Gitarren spielen gnadenlos schnelle und bestrafende Riffs. Auch in langsameren Momenten ist der Rhythmus gut, getragen, sehr verzerrt im Sound, aber die gute Art von Verzerrung, surrend und abrasiv. Es gibt eine Tendenz zum Verlangsamen, aber endlich liefert die Lead-Gitarre ein aggressives Solo – der ganze Song fühlt sich wie ein Death Metal an, sie zeigen, dass es möglich ist. Nicht die Katharsis, die man erwartet, aber ein Song, der im Gesamtkontext als Höhepunkt betrachtet werden kann.

Das finale Stück des Albums „Posthumous Exultation“ kehrt zu Doom-lastigerem Sound zurück, mit langsamen heruntergestimmten Gitarren und verzweifeltem Schreien. Simpel in der Struktur, repetitiv, langsam, geladen mit Atmosphäre – wieder kommt ein hohes Tempo zu spät im Song und fühlt sich mehr wie eine Ausnahme als die Regel an. Nicht überzeugender Abschluss eines nicht überzeugenden Albums.

Unentschiedene Richtung und leere Pfade

Zu schade, dass die Band ein Rezept mit atmosphärischen Passagen für alle Songs anwendet – zu lang und ohne viel musikalische Substanz. Für die meisten Teile bauen sie gute Energie mit schneller und entschiedener Instrumentierung auf und zerstören sie dann mit melodischen und ambienten Passagen. Die Doom Metal Momente sind zu prominent, und das sollte klar in der Stilbeschreibung der Band sein, die eher als Doom/Death Metal betrachtet werden kann.

Das Songwriting ist das Hauptproblem der Band. Es fühlt sich an, als könnten sie sich nicht entscheiden, voll in Death Metal zu gehen, und auf dem Album ist der Sound ein permanentes Verharren im Limbo und erreicht nie einen Höhepunkt, eine Schlussfolgerung. Fühlt sich an wie eine Band ohne Energie, aber auch wie eine, die es schaffen könnte – die technischen Fähigkeiten sind da, aber alles löst sich auf in inkohärenter Musik, leere Pfade, die nirgendwohin führen.

Fazit: Das Debütalbum „Hybris Divina“ der Veteranen ORACULUM kommt mit inkohärenter Art von Death Metal, wo langsame und ambiente Passagen den Sound dominieren.

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ORACULUM - Hybris Divina