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Dragon Throne – Tale Of The Two: Dawn

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Dragon Throne – Tale Of The Two: Dawn - Artwork
Dragon Throne – Tale Of The Two: Dawn - Artwork

Band: Dragon Throne 🇫🇮
Titel: Tale Of The Two: Dawn
Label: Eigenproduktion
VÖ: 15/12/25
Genre: Symphonic/Epic/Euro Power Metal

Tracklist

01. Dragon Empire
02. Sovereign
03. Way Of The Water
04. Amok
05. Silent One
06. World That Never Was

Besetzung

Santtu Korhonen – Gesang, Bassgitarre, Orchestration
Antti Liimatainen – Gitarren, Gesang
Tommi Laitinen – Schlagzeug

Bewertung: 3/5

60%

Etwas verspätet kommt hier noch ein Nachtrag, der vor allem Fans symphonischen Power Metals interessieren könnte.
Das finnische Trio DRAGON THRONE wurde ja schon im November des vergangenen Jahres in Form von Tale Of The Two: Dusk von Robert besprochen und dort als ambitioniert bezeichnet. Wie der Titel des exakt einen Monat später erschienenen Albums »Tale Of The Two: Dawn« offenlegt, ist dieses Werk

eine Fortsetzung der Symphonic/Power Metal Oper.

Und diese beginnt mit dem zwischen Sabaton und Blind Guardian befindlichen Einstieg »Dragon Empire« sogar richtig gut, weil das Konzept des zweifachen Gesangs hier für eine gute Dynamik sorgt.
Auch »Souverain« überzeugt durch den stampfenden Rhythmus und den melodischen Refrain, wird aber gegen Ende etwas chaotisch. Trotzdem bietet es, genauso wie das ähnlich gelagerte »Amok«, annehmbares Futter für hungrige Genrefans.

»Tale Of The Two: Dawn« hat, wie der erste Teil, seine Probleme.

So ist das eben erwähnte »Amok« zu sehr eine Blind Guardian-Blaupause und »Way Of Water« mit seinem ruhig-folkigen Anfang, dem sich allmählich steigernden Mittelteil und dem exzessiven Ende so vorhersehbar wie der neue Avatar – Film.
Ebenfalls muss man anmerken, dass die Produktion nicht immer optimal klingt. Die Gitarren könnten etwas mehr Schmackes vertragen und die Orchestrierung ist teilweise extrem überladen.

Dermaßen überladen, dass ich, wäre ich Verkehrspolizist und dieses Album ein Sattelzug mit den Songs als Ladung, bei einer Verkehrskontrolle vor allem wegen dem schwachen Profil im Klangbild als auch dem Chaos im Hintergrund von »Souverain« sowie im Ende vom abschließenden Höhepunkt »World That Never Was« mit sofortiger Stilllegung handeln müsste, bevor das Vehikel zusammenbricht oder vollends entgleist.

An sich bietet dieses Album ein durchaus interessantes Konzept der Finnen, aber gut gewollt und gut gemacht halten sich hier nur knapp die Waage. Sabaton- und Rhapsody-Fans allerdings könnte dies hier durchaus zusagen.

Internet

DRAGON THRONE – Tale Of The Two: Dawn

VOID MONUMENTS – Posthumous Imprecation

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cover artwork VOID MONUMENTS Posthumous Imprecation
cover artwork VOID MONUMENTS Posthumous Imprecation

Band: VOID MONUMENTS 🇷🇺
Titel: Posthumous Imprecation
Label: Blood Harvest
VÖ: 16/01/26
Genre: Black/Death Metal

Tracklist

01. Intro
02. Epitome of Fear
03. Devilish Prophecies
04. Decapitate the Saints
05. Ascent to the Crucifixion
06. Invocation
07. The Sign of Blasphemy
08. Father of Sin

Besetzung

Kreator – Guitars
Ivan – Bass
Bestial Barlog – Drums
P. Doom – Guitars
Oleg Malleus – Vocals

Bewertung:

2,5/5

Die Russen von VOID MONUMENTS präsentieren ihr Debütalbum „Posthumous Imprecation“ mit Erwartungen von Musik, die mit dynamischen Elementen und aggressivem Sound durchzogen ist.

Zwischen vielen Genres ohne klare Richtung

Eine bizarre Melodie kommt mit dem Eröffnungssong „Intro“ – symphonische Musik mit leicht finsterer Stimmung und gruseligen distanzierten Sounds, die das begleiten. Aber „Epitome of Fear“ bringt Growls und gnadenloses Drumming und einige Riffs. Ein leicht Retro-Sound, aber stilistisch irgendwo zwischen Black Metal und Death mit einem Hauch Heavy Metal. Und einigen anderen Einflüssen. Die Attitüde ist angepist, besonders bei den Vocals, weil die Instrumente nicht ganz schwer oder wütend sind und das Tempo nicht unbedingt sehr schnell. Technische Fähigkeiten sind klar, aber der Gesamtsound hat nicht die Schwere, die sie versprechen.

VOID MONUMENTS kommen aus Sankt Petersburg, 2020 gegründet, mit einer zweijährigen Pause nach der Formation, 2024 wieder vereint und präsentieren jetzt das Debütalbum. Kreator (Kirill Pantyukhin) ist das einzige Mitglied aus der ersten Periode, das noch in der Band ist. Spielte anfangs Vocals, jetzt nur Gitarren, bringt er auch viel Erfahrung in die Band von seiner vergangenen oder gegenwärtigen Teilnahme in lokalen Bands wie Khashm, Blasphererion, Ulvdalir oder Septory. Die restlichen Mitglieder sind Ivan am Bass, Bestial Barlog an den Drums, P. Doom an den Gitarren und Oleg Malleus für Vocals.

Mit Doom-Rhythmus und minimaler Instrumentierung eröffnet „Devilish Prophecies“ mit Akkorden, die so gut an Black Sabbath erinnern. Aber nach der Intro-Passage wird etwas Energie in den Song infundiert, ein besseres Tempo, die tremolierte Lead-Gitarre bringt etwas Melodie in den Song. Ansonsten simpel, nicht sehr komplex oder interessant. Und der orientalische Hintergrundsound gibt auch keinen besonders interessanten Akzent. Aber besser komponiert, ein komplexerer Ansatz, vollerer Sound – die vielen Einflüsse sind manchmal unverbunden, aber zumindest ein Song, der versucht, mehr zu bringen.

Flache Produktion ohne Tiefe

Die gruseligen Sounds kehren zurück in „Decapitate the Saints“ – immer noch langsam und dominiert von Lead-Gitarre und verhallten Vocals, aber stilistisch nicht sehr entschieden. „Ascent to the Crucifixion“ setzt denselben Sound fort, nicht viel Variation zwischen den Songs generell. Aber der Song hat etwas, das ihn zu einem der besten auf dem Album macht, höchstwahrscheinlich wegen der besseren Rhythmusgitarre. Im Gegenzug hat die Lead-Gitarre nur ein paar repetitive Quietscher, die sie hörbar, aber nicht geschätzt machen.

Der Sound ist nicht sehr modern, und die Qualität nicht die beste. Kein roher Sound, aber produktionstechnisch ist die Musik flach. Der Sound hat keine Tiefe, als wäre er auf einem Vierspur-Stereo aufgenommen worden – linear, fade, ohne genug Akzente oder Dynamik. Die Drums kommen mit klarem und modernerem Sound, aber keine Spur von Bass auf dem Album, und alles andere ist zusammengemischt. Die experimentelleren Teile sind besser produziert, aber weniger interessant musikalisch.

Invocation“ kommt aggressiver und auch melodischer – eine langsame Gitarre kombiniert mit einer aggressiveren. Es gibt einige musikalische Ideen hier, und der beste Teil ist, dass der Song, zumindest der erste Teil, anders klingt als die anderen Songs bis jetzt. Unglücklicherweise kehren sie im zweiten Teil zu den bekannten Akkorden und Strukturen zurück. Auch Vocals versuchen etwas anderes, einige Schreie sind eine willkommene Änderung.

Der Sound des Albums setzt sich ohne große Unterschiede fort mit „The Sign of Blasphemy„, aber trotz all dem ist der Song weniger melodisch, und auch wenn es musikalisch nicht hilft, ist ein stilistischer Wechsel in Doom-Metal-Territorien eine willkommene Änderung. Im Gegenzug ist das Solo langsam, melodisch und nicht mit dem eigentlichen Song verbunden, und auf bizarre Weise stoppt der Song in der Mitte des Solos. Ein Tiefpunkt für die Band und das Album. Der finale Song „Father of Sin“ startet epischer, aber der langsame Rhythmus ist immer noch da. Wollte komplexer sein, eröffnet mit einer experimentelleren Passage, aber dann kehrt die bewährte Melodie zurück.

In der Zeit gefangen und uninspiriert

Nicht die interessanteste Musik – es fühlt sich nach Musik an, die wir schon gehört haben. Anstatt Nostalgie zu bringen, gibt die Musik von VOID MONUMENTS mehr den Eindruck einer Band, die in der Zeit feststeckt, gefangen und nicht bewusst über die jüngsten musikalischen Entwicklungen. Die Black/Death Metal Kategorisierung passt nicht wirklich zur Musik, aber kein anderes Genre macht es besser. Die ewig verhallten Vocals spielen durchgehend im selben Register – etwas Variation würde der Musik sehr gut tun. Es fühlt sich an, als würden sich die Songs wiederholen, mit demselben uniformen Sound und sehr ähnlichen Kompositionen.

Der positive Aspekt von VOID MONUMENTS auf „Posthumous Imprecation“ ist ihre Energie, die die Musik dynamischer macht, auch wenn die Komposition selbst nicht wirklich glänzt. Die Black Metal Seite der Band wird repräsentiert durch eine Lead-Gitarre, die die Tremolo-Technik gemeistert hat und sie immer wieder wiederholt. Dieser Mangel an Variation kann sehr ermüdend werden. Als Bemerkung: Das Intro hat absolut nichts mit der Musik zu tun, die folgt – es ist nur ein Intro, weil es in Metal-Musik früher so war. Aber keine Verbindung zu irgendetwas, das folgt, und das macht es nutzlos.

Trotz aller Kritik gibt es einige gute Passagen auf dem Album. Es ist nicht unbedingt eine schlechte Arbeit, aber es hat etwas Unbefriedigende in sich. Der finale Teil des Albums beeindruckt nicht wirklich – sie verloren Momentum und es fehlte an Energie, und sie gingen in experimentelle Akkorde, die keine erfolgreiche Erholung wurden.

Fazit: Die Musik von VOID MONUMENTS auf „Posthumous Imprecation“ fehlt Originalität und fühlt sich in der Zeit gefangen an – repetitive Kompositionen ohne Variation.

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VOID MONUMENTS - Posthumous Imprecation

HyperioN – Cybergenesis

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HyperioN – Cybergenesis - Artwork
HyperioN – Cybergenesis - Artwork

Band: HyperioN 🇮🇹
Titel: Cybergenesis
Label: Fighter Records
VÖ: 15/01/26
Genre: (US-inspirerter) Power Metal/(leicht progressiver, europäisch beeinflusster) Melodic Metal

Tracklist

01. Deafening
02. Rewire, Rebuild
03. Yet We Still Fight
04. The Shackles Of Chronitus
05. Blood Over Chrome
06. Grain Of Sand
07. Rhizome Rider
08. The Whole Of Time

Besetzung

Max Morelli – Gesang
Davide Cotti –- Gitarren
Francis Dipasquale – Gitarren
Simone Cauli – Bassgitarre
Francesco Madonna – Schlagzeug

Bewertung: 4,5/5

87%

HYPERION aus Italien versuchen fünf Jahre nach dem sehr guten Into The Maelstrom mit »Cybergenesis« wieder auf dem Radar der Heavy Metal Gemeinde aufzutauchen, was nicht einfach werden wird.
Neben dem zeitlichen Abstand zwischen den Alben kommt hinzu, dass vom Line Up nur noch Gründungsmitglied Davide Cotti übrig ist, was einen musikalischen Umbruch bedeutet.
Die musikalische Mixtur der Band aus amerikanischen, britischen und mitteleuropäischen Heavy Metal – Elementen ist auf dem neuen Werk nicht mehr so ausgewogen, denn

»Cybergenesis« sind die Besetzungswechsel anzumerken!

Am deutlichsten wird dies beim neuen Sänger Max Morelli, dessen Stimme sehr oft an einen Rob Halford in den mittleren Tonlagen erinnert, der jedoch mit einem David Wayne – Schneidbrenner – Timbre ausgestattet ist.
Passend dazu ist die stilistische Ausrichtung auch direkter, ohne dem eigenen Stilmix aus den Inspirationsquellen wie Judas Priest, progressiven Elementen und US Metal Bands wie Metal Church, abzuschwören. »Cybergenesis« setzt lediglich die Prioritäten anders.

So könnte man, vom Judas Priest/Metal Church/Iron Maiden Dampfhammer »Deafining« über das hymnisch – melodische »Rewire, Rebuild« und dem Helloween/Judas Priest vereinenden (sowie alte Metal Church mit einbindenden) »Yet We Still Fight« bis zum harten, aber dennoch melodischen Midtempobanger »The Shackles Of Chronitus« davon auszugehen, dass hier Amis zu Werke gehen.

Selbst in den schwächeren Momenten überzeugt das dritte Werk der Band.

Und „Schuld“ daran ist vor allem die Gitarrenarbeit. »Blood Over Chrome« hat dermaßen eindrucksvolle Zwillingsgitarren, dass man an Maiden in deren Hochphase und alte Omen denken muss, wie auch beim dynamisch gehaltenen »Grain Of Sand«.
»Cybergenesis« bleibt aber leider nicht auf diesem Level. Mit der offensichtlichen Judas Priest – Verneigung »Rhizome Rider« und dem vordergründig von Moretti getragenen »The Whole Of Time« am Ende des Albums scheint die Luft raus zu sein.
Ein Schein, der jedoch trügt, denn für sich genommen sind beide Tracks immer noch großartig.

HYPERION bieten eine Menge Einflüsse feil.

Alte Metal Church und frühe Annihilator, Helloween und Scanner, dies in Kombination mit 90-er Judas Priest und Elementen alter Omen, und auch Bands wie Jacobs Dream und Symphony X fallen einen beim Hören immer wieder ein.
Auf den Punkt gebracht ist »Cybergenesis« einfach nur ein richtig starkes Heavy Metal Album mit einem extrem hohen Hörspaßfaktor!

Internet

HYPERION- Cybergenesis

TRIUMPHER – Drittes Album erscheint im März

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photo of heavy metal band triumpher
Photo Credit: Daisy Chain

TRIUMPHER – Drittes Album „Piercing The Heart Of The World“ erscheint im März 2026 über No Remorse Records – Musikvideo-Premiere

No Remorse Records gibt stolz das neue Werk der epischen Metaller TRIUMPHER aus Athen/Griechenland bekannt – „Piercing The Heart Of The World“ erscheint am 6. März 2026!

Ein Musikvideo zum Eröffnungstrack des Albums „Black Blood“ kann hier angesehen werden:

TRIUMPHER wurde 2020 von Mars Triumph gegründet. Die Band schafft eine kraftvolle Mischung aus epischem Heavy Metal mit Elementen aus Black und Extreme Metal und liefert einen Sound, der sowohl militant als auch grandios ist, in der Tradition verwurzelt und doch einzigartig in der Ausführung, wodurch sie ihren ganz eigenen Klangcharakter entwickeln.

Im Jahr 2023 veröffentlichte TRIUMPHER ihr Debütalbum „Storming The Walls“, das mit seinem unverwechselbaren und disziplinierten Ansatz für epischen Metal einen starken Eindruck auf die internationale Underground-Metal-Szene hinterließ. Nach dem Erfolg des Albums unterschrieb die Band einen Vertrag bei No Remorse Records (die auch das Debütalbum auf CD und Vinyl neu veröffentlichten), was einen wichtigen Schritt in ihrer Entwicklung und internationalen Reichweite darstellte. Ihr zweites Album, „Spirit Invictus“ (2024), festigte die Position von TRIUMPHER als eine der bemerkenswertesten modernen Bands der Epic-Metal-Bewegung weiter, verschaffte ihnen breite Anerkennung und erweiterte ihre weltweite Fangemeinde mit ihrem unbändigen, furiosen und dramatischen Epic Heavy Metal.

TRIUMPHER traten bei wichtigen Underground- und etablierten Metal-Festivals in ganz Europa auf, darunter Keep It True, Up The Hammers, Hell Over Hammaburg, Midálidare Rock Festival, Pyrenean Metal Warriors, Metal im Void, Metalheads Open Air und Rethymno Rocks. Außerdem supporteten sie große Acts wie Crimson Glory, Tom Gabriel Warriors Triumph of Death, Primordial, Grave Digger und Midnight. TRIUMPHER sind bekannt für ihre intensiven, elektrisierenden und dominanten Live-Auftritte.

Auf ihr mit Spannung erwartetes drittes Album „Piercing The Heart Of The World” folgt eine Europatournee, die am 19. März 2026 beginnt und ihren stetigen Aufstieg in der internationalen Metal-Szene fortsetzt. Das Album wurde von Achilleas Kalantzis im Suncord Audiolab aufgenommen, gemischt und gemastert. Produziert wurde es von Achilleas Kalantzis & TRIUMPHER. Das Cover-Artwork stammt von Anastasia Ziazopoulou.

Tracklist

01. Black Blood
02. Destroyer
03. The Mountain Throne
04. Ithaca (Return Of The Eternal King)
05. Vaults Of Immortals
06. The Flaming Sword
07. Erinyes
08. Naus Apidalia

 

Quellenangabe: Sure Shot Worx
Photo Credit: Daisy Chain

FILI BIBIANO’S FORTRESS – Neues Lyric Video online

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Fili Bibiano's FORTRESS - "Fugitive" (LYRIC VIDEO | HIGH ROLLER RECORDS)

FILI BIBIANO’S FORTRESS – Neues Lyric Video „Fugitive“ online – Album „Death Is Your Master“ erscheint am 30. Januar via High Roller Records

FILI_BIBIANOS_FORTRESS_-_death_is_your_master_-_artwork

FILI BIBIANO’S FORTRESS haben einen weiteren Song aus ihrem kommenden zweiten Album „Death Is Your Master“ veröffentlicht, das am 30. Januar 2026 über High Roller Records erscheinen wird.

Ein Lyric-Video zum Track „Fugitive“ ist hier verfügbar:

FORTRESS ist eine traditionelle Heavy-Metal-Band, die 2016 in Whittier, Kalifornien, gegründet wurde. Nach einer ersten EP veröffentlichten sie 2021 ihr Debütalbum „Don’t Spare The Wicked” bei High Roller Records. Um sich von all den anderen Bands mit dem gleichen Namen zu unterscheiden, wurde beschlossen, von nun an den Namen FILI BIBIANO’S FORTRESS zu verwenden, der sich auf das Gründungsmitglied der Band bezieht (das auch bei Intranced spielt).

„Death Is Your Master“ ist das zweite Album von FORTRESS. Neben Fili Bibiano, der auf dem Album Gitarre, Bass und Synthesizer spielt, sind Joey Mancaruso am Schlagzeug und Juan Aguila als Leadsänger zu hören. Das Album wurde größtenteils in Fili Bibianos eigenem Black Light Studio in Gardena, Kalifornien, und im Brothers Marc Studio in Gardena aufgenommen. Produziert wurde es von Fili Bibiano.

Genau wie auf dem Debütalbum ist auch auf „Death Is Your Master“ das Gitarrenspiel wieder herausragend. Fili Bibianos neoklassische Gitarrenläufe sind eines der größten Markenzeichen des FORTRESS-Sounds.

FILI_BIBIANOS_FORTRESS_-_death_is_your_master_-_artwork

Tracklist

01. Flesh And Dagger
02. Savage Sword
03. Fugitive
04. Night City
05. Blackest Night (Feat. Chris Nuñez)
06. Maze
07. B.Y.O.D.

 

Quellenangabe: Sure Shot Worx

UNBOUNDED TERROR – Through the Dark Desperation

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cover artwork UNBOUNDED TERROR Through the Dark Desperation
cover artwork UNBOUNDED TERROR Through the Dark Desperation

Band: UNBOUNDED TERROR 🇪🇸
Titel: Through the Dark Desperation
Label: Abstract Emotions
VÖ: 16/01/26
Genre: Death Metal

Tracklist

Disc 1
01. Nest of Affliction
02. Tears of Deception
03. Unchained Hate
04. Silent Scream (live)
05. Intro
06. DreamLord
07. Dead (By Deceit)

Disc 2
01. Fear (live)
02. Tears of Deception (live)
03. Sarcastic Soul (live)
04. Nest of Affliction (live)
05. DreamLord (live)
06. Unchained Hate (live)
07. Escape to the Void (live) (Sepultura Cover)
08. E.N.D (Enjoyment Near Your Death) (live)

Besetzung

Vicente J. Payá – Guitars
Andrew Espinosa – Vocals, Bass
Engelbert – Drums
Ancor Ramírez – Lead Guitars

Bewertung:

4,5/5

Die spanische Underground-Kultband UNBOUNDED TERROR präsentiert eine Compilation-Veröffentlichung, die mehr wie ein Dokument ihrer ersten Aktivitätsperiode Anfang der 90er ist, mit Songs aus zwei Band-Demos und einer Live-Aufnahme. Leidenschaftlich, roh aber aggressiv – authentischer Death Metal aus den Anfängen des Genres.

Kultsong mit frischem Sound nach all den Jahren

Die Eröffnungssongs stammen vom Band-Demo „Through the Dark Desperation (Evil Laughs Stronger)“ von 1993, und der Opening Song ist der beliebteste von UNBOUNDED TERROR. Es ist leicht zu verstehen, warum „Nest of Affliction“ zu einem Kultsong wurde – es ist einfach simpler und guter Death Metal mit gutem Rhythmus und guten unvergesslichen Riffs, alles in sehr hohem Tempo. Dazu massive knurrende Vocals, ein messerscharfes Solo, druckvoller Bass und eine gute Komposition. Es klingt überraschend frisch nach all den Jahren. Gnadenlos, brutal, aggressiv überträgt es die Essenz von Death Metal. Ein definitiver Höhepunkt.

Der nächste Song „Tears of Deception“ bringt Elemente von Thrash Metal ins Spiel, aber sobald die Startriffs durch sind, kehrt der Death Metal Ansatz zurück. Scharf, infernalisch, eine gute Gitarre mit ernsthaftem Riffing und gutem Tempo. „Unchained Hate“ bleibt im selben musikalischen Territorium – gnadenloses Schlagzeug, gute Riffs und prominenter Bass, ein langsameres Tempo, aber Vocals machen auch einen guten Job am Song. Und damit ist der Teil des dreiteiligen Demos „Through the Dark Desperation (Evil Laughs Stronger)“ abgeschlossen.

UNBOUNDED TERROR wurden 1990 gegründet, für eine kurze Periode spielten sie unter dem Namen Putrefeact Monstruosity, und ab 1991 unter dem aktuellen Namen. Sie kommen aus Mallorca, Spanien, und das Herz und die Seele der Band war von Anfang an Vicente Payá an den Gitarren. Die restlichen Bandmitglieder, wie sie auf dem Album erwähnt werden, sind Andrew Espinosa für Vocals und Bass, Engelbert an den Drums und Ancor Ramírez für Lead-Gitarren. Sicher waren während der Zeit ein paar andere am Projekt beteiligt. Nach der Veröffentlichung des Kultalbums „Nest of Affliction“ und den zwei Demos, die wir hier hören, lösten sie sich auf, bis Vicente 2019 das Projekt wieder zum Leben erweckte.

Beeindruckende Live-Qualität und technisches Können

Silent Scream“ ist eine Live-Aufnahme und hat eine überraschend gute Qualität. Die Rhythmusgitarre beeindruckt sofort, die Instrumente sind sehr eng und professionell gespielt. Vocals sind etwas weit weg und bei niedrigerer Lautstärke, aber der Gesamtsound ist sehr gut. Die Intensität, die sie live kreieren, ist wirklich beeindruckend, ebenso der typische Old-School-Sound, die massiven Riffs, die kontinuierlich mahlen. Das technische Können der Mitglieder sticht auch heraus. Ein guter Song, eine sehr gute Repräsentation.

Der Rest der Disc ist ein weiteres Demo „Growing on Sorrow“ von 1992, auch mit drei Songs. „Intro“ bringt finstere Sounds und groteske Atmosphäre. „DreamLord“ bringt einen komplett anderen Sound als die ersten Songs, erstens durch die Qualität und zweitens wegen eines anderen Tempos und eines anderen Sounds der Gitarren, aber der Song bekommt langsam etwas Power und Speed. Die Gitarren sind aber immer noch beeindruckend, ebenso die Vocals. „Dead (By Deceit)“ startet schnell und erdrückend und macht einen weiteren starken Eindruck. Die Qualität des Sounds mag nicht so gut sein wie bei den ersten Songs, aber die Musik klingt gut – authentischer Death Metal.

Die Produktion muss unter Berücksichtigung der Demo-Qualität des Sounds und der technischen Möglichkeiten gesehen werden, ein Live-Konzert damals aufzunehmen. Die ersten drei Songs haben eine sehr gute Dynamik, wahrscheinlich wurden sie remastered – es ist überraschend, wie gut der Bass klingt, auch die Vocals sind ziemlich beeindruckende Qualität. Der Sound ist dicht, kohäsiv, der leicht rohe Sound gibt der Produktion tatsächlich Authentizität. Das zweite Demo kommt mit roherem Sound und einer komplett anderen Produktion. Hier kann man fühlen, dass es eine alte Aufnahme ist, die Effekte, die sie auf Instrumenten hatten, sind schwächer, aber sie haben ein gutes Tempo und ausgearbeitete Kompositionen, und das kompensiert den Sound.

Live-Dokument mit schlechter Qualität aber beeindruckender Energie

Die zweite Disc ist offensichtlich mehr ein Dokument der Band-Live-Performance damals als ein angenehmes Hören eines Konzerts. Die Qualität ist sehr schlecht, roher und matschiger Sound. Aber der Enthusiasmus ist da, und das technische Können der Band ist leicht zu hören. Die Songs sind leidenschaftlich gespielt, hohes Tempo und insgesamt gute Musik. „Fear“ bringt ein leidenschaftliches Solo und infernalischen Rhythmus, „Tears of Deception“ und „Sarcastic Soul“ setzen das gnadenlose Tempo und die erdrückende Musik fort.

Und wieder kommt „Nest of Affliction“ sehr beeindruckend. Dieselben bestrafenden Riffs, massiver Sound, ein kohärenter Sound live – irgendwie kommt die Lead-Gitarre beeindruckender als auf dem Demo. Ein guter Song, und das ist sogar klarer in einem Live-Konzert. „DreamLord“ bringt beeindruckendes Schlagzeug und klingt kohäsiver als auf dem Demo, „Unchained Hate“ hat weiterhin einen frenetischen Drumming-Angriff, aber auch die Vocals machen einen soliden Job.

Escape to the Void“ ist ein Sepultura-Cover von ihrem berühmten Song, der 1987 auf dem Album Schizophrenia erschien. Die Rhythmusgitarre glänzt am Song, ebenso die Lead-Gitarre. Kein einfacher Song, um live gespielt zu werden, aber sie haben es wirklich gut gemacht. Das Konzert und Album endet mit „E.N.D (Enjoyment Near Your Death)“ in einer finalen Explosion von Aggression und verrückt schnellen Rhythmen. Beeindruckend.

Mehr als nur historisches Dokument

Sehr gute Art von Death Metal, eine sehr talentierte Band. „Through the Dark Desperation“ ist mehr als nur ein historisches Dokument der Band-Anfänge oder darüber, wie Death Metal vor 30 Jahren klang. Mehr als all das ist es einfach gute Musik, ohne unnötige Ornamente, ohne überkomplexe Kompositionen – simpler, bestrafender und direkter Death Metal. Leidenschaftliche Musiker, voll von Energie, viele gute musikalische Ideen, die auch heute noch frisch sind, viele unvergessliche Momente.

Auch wenn die Qualität der Aufnahme nicht heutigen Erwartungen entspricht, ist die Musik hinter der schlechten Aufnahmequalität sehr dynamisch. Der massive Band-Sound beeindruckt auf den Demos wie in den Live-Songs. Und wieder ist es sehr gut, dass die alten Aufnahmen eine Re-Issue-Edition bekommen oder die alten Live-Aufnahmen öffentlich gemacht werden – die Musik auf „Through the Dark Desperation“ verdient das wirklich.

Fazit: UNBOUNDED TERROR bringen mit „Through the Dark Desperation“ hochwertigen Death Metal aus den 90ern zurück ins Leben.

Internet

UNBOUNDED TERROR - Through the Dark Desperation

2025 – Der etwas andere Jahresrückblick III

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Juli – September

Kaum zu glauben, aber dieses Special geht dem Ende entgegen, denn während Ihr das lest, ist der letzte Teil schon so gut wie fertig und wird spätestens Ende der kommenden Woche auch online sein.
Wie Euch sicher auffallen wird, ist dieser Teil im Gegensatz zu Teil I und II nicht mehr ganz so üppig. Ebenfalls nicht allzu ausladend wird der letzte Teil dieser Odyssee ausfallen.
Dies liegt vor allem an dem Umstand, dass wir viele Alben schon rezensiert haben, die uns wichtig waren, was ein Privileg ist. Ebenfalls entdecken wir noch immer Alben aus dem vergangenen Jahr, was sich locker noch bis in den Frühling ziehen wird.

So ist beispielsweise die aktuelle Bullet meine erste Anschaffung aus dem neuen Jahr gewesen, während ich gerade erst die aktuelle Flaming Row aus dem letzten Oktober entdeckt habe. »Kickstarter« durfte ich übrigens schon lange vor der Veröffentlichung hören. Wer dieses Privileg erfahren möchte und es sich zutraut, eine Rezension zu schreiben, einen Livebericht zu verfassen oder ein Interview zu führen, kann sich gerne hier bewerben!
Ich wünsche allen viel Spaß bei Schmökern, Probehören und Entdecken!

Juli

cover artwork CLAIRVOYANCE Chasm Of Immurement

CLAIRVOYANCE 🇵🇱 – Chasm Of Immurement (Death Metal)
(Carbonized Records, 18.07.25)
CLAIRVOYANCE präsentieren auf ihrem Debütalbum eine äußerst aggressive Form von Death Metal, geprägt von tiefen Growls, wuchtigen Riffs und einem konstant hohen Tempo. Nach mehreren gut aufgenommenen Kurzveröffentlichungen zeigt die polnische Band mit „Chasm Of Immurement“ nun eindrucksvoll ihre ganze Härte. Trotz einzelner melodischer Momente dominiert eine unnachgiebige Abfolge massiver Riffkaskaden, unheilvoller Growls und verzweifelter Schreie. Das Rhythmusfundament ist permanent unter Spannung, furios und antreibend, wird jedoch immer wieder von kürzeren, doomigeren Passagen unterbrochen, die ebenso drückend und von einer höllischen Atmosphäre durchzogen sind. Grotesk, morbide, stark dissonant, dabei jedoch kontrolliert und strukturiert umgesetzt – ein Album, das massive Härte mit präziser Umsetzung verbindet und sich hervorragend zum Headbangen eignet. (3,5/5) Voicu

cover artwork ARKHAAIK Uihtis

ARKHAAIK 🇨🇭 – Uihtis (Blackened Death/Doom Metal)
(Eisenwald, 25.07.25)
Sechs Jahre nach dem Debüt melden sich ARKHAAIK aus Zürich mit einem lange erwarteten neuen Werk zurück, das inhaltlich und stilistisch konsequent an den Vorgänger anknüpft. Die Musik bewegt sich in einem eigenständigen Spannungsfeld zwischen aggressivem Blackened Death Metal und archaischen Elementen: rituelle Gesänge, tribalartige Rhythmen, obsessive Klagelaute und zahlreiche folkloristische Einflüsse prägen den Gesamteindruck. Diese unterschiedlichen Ansätze fließen organisch ineinander, wechseln mühelos zwischen dominanter Death-Metal-Wucht und den gegensätzlichen, fast meditativen Momenten, ohne je konstruiert zu wirken. Mit nur vier Stücken folgt „Uihtis“ einer klaren Doom-Tradition und besitzt nahezu konzeptuellen Charakter. Gerade Songs wie „Geutores Suhnos“ oder „Kerhos Mehnsos“ stechen hervor, da sie die verschiedenen Einflüsse besonders ausgewogen und wirkungsvoll verbinden. Die Mischung weist eine gewisse Eigenwilligkeit auf und kann stellenweise verstörend wirken, entfaltet jedoch insgesamt eine starke Sogwirkung und behauptet sich als unverwechselbare Veröffentlichung in einer überfüllten Metal-Landschaft. (4/5) Voicu

cover artwork BLOODLETTER Leave The Light Behind

BLOODLETTER 🇺🇸 – Leave The Light Behind (Melodic Thrash Metal)
(Wise Blood Records, 25.07.25)
Die aus Chicago stammende Band BLOODLETTER liefert mit „Leave The Light Behind“ kraftvollen Thrash Metal mit deutlicher melodischer Ausrichtung. Während bereits die früheren Veröffentlichungen überzeugten, hebt dieses Album das Niveau nochmals spürbar an. Ein konstant hohes Tempo, prägnante Riffs und tremolo-geführte Leadgitarren erzeugen eine starke melodische Linie, besonders deutlich in Stücken wie „On Blackened Wings“, das sogar Anklänge aus dem Black Metal erkennen lässt. Auch Songs wie „Terminal“, „Unearthing Darkness“ oder „Call Of The Deep One“ verbinden den typischen Thrash-Antrieb mit unterschiedlich stark ausgeprägten melodischen Elementen. Diese genreübergreifende Herangehensweise funktioniert über die gesamte Spielzeit hinweg und sorgt für einen durchgehend kurzweiligen Hörfluss. Der Wechsel zwischen aggressiven Riffattacken und melodischeren Passagen unterstreicht den charakteristischen Stil der Band, inklusive der markanten, bellenden Vocals. Für Thrash-Metal-Fans stellt „Leave The Light Behind“ eine lohnende und überzeugende Veröffentlichung dar. (4/5) Voicu

August

cover artwork CENTURIES OF DECAY A Monument To Oblivion

CENTURIES OF DECAY 🇨🇦 – A Monument To Oblivion (Progressive Death Metal)
(Independent, 01.08.25)
Acht Jahre nach ihrem gelungenen Debüt kehren CENTURIES OF DECAY mit einem neuen, äußerst beeindruckenden Album zurück. Die kanadische Band bewegt sich im Death Metal, erweitert diesen jedoch um progressive Elemente, die sich weniger im Klangbild als vielmehr in der Struktur und Komplexität der Kompositionen widerspiegeln. Die Songs sind vielschichtig, bleiben dabei aber stets direkt, aggressiv und technisch versiert umgesetzt. Melodische Akzente und vereinzelte, entfernt wirkende Clean-Vocals mit progressiver Anmutung treffen auf massives, unerbittliches Drumming, schwere Riffs und eine insgesamt erdrückende Atmosphäre. Der Stil geht über klassischen Progressive Death Metal hinaus, da auch Metalcore-Ansätze sowie Passagen aus dem Technical Death Metal erkennbar sind. Vom dynamischen und aggressiven Opener „Cauterize“ über den titelgebenden Track „A Monument To Oblivion“ mit seinen dramatischen Tempowechseln bis hin zu „Tempest“, das mit einer nostalgischen Note den Abschluss bildet, bleibt das Album abwechslungsreich, ohne an Intensität zu verlieren. Ein Werk, das insbesondere Genre-Fans eine genauere Auseinandersetzung verdient. (3,5/5) Voicu

cover artwork MEHRWERTSTEUER Krone Der Schopfung

MEHRWERTSTEUER 🇩🇪 – Krone Der Schöpfung (Melodic Black/Death Metal)
(Selfrelease, 08.08.25)
Black Metal über finanzielle Themen, Börse, Bürokratie, wirtschaftliche Zusammenhänge, Besteuerung und staatliche Wirtschaftspolitik – allein diese Ausgangsbasis macht neugierig auf die Musik von MEHRWERTSTEUER und ihr Debütalbum „Krone Der Schöpfung“. Und tatsächlich folgt eine positive Überraschung: Ein dominanter Black-Metal-Sound, kombiniert mit Elementen aus dem Death Metal, funktioniert auf Albumlänge ausgesprochen gut. Die Songs sind eingängig, melodisch und dynamisch aufgebaut. Klanglich erinnert das Album stellenweise stark an die neue deutsche Black-Metal-Sensation Kanonenfieber. Das Ein-Mann-Projekt MEHRWERTSTEUER, hinter dem sich der Musiker unter dem Pseudonym „Der Vorstand“ verbirgt, behandelt seine Texte dabei nicht parodistisch, sondern klar kritisch und analytisch im Hinblick auf moderne Gesellschafts- und Wirtschaftsthemen. Atmosphärische Passagen treffen auf schwere, aggressive Abschnitte, permanent begleitet von tremolierten Gitarrenlinien. Gut komponierte Songs mit vielen einprägsamen Momenten machen „Krone Der Schöpfung“ zu einem interessanten und überzeugenden Debüt. (4/5) Voicu

Haunt 🇺🇸 – Ignite (Heavy Metal)
(Church Recordings, 13/08/25)
Bandleader Trevor Church macht was er jedes Jahr macht, nämlich ein Album raushauen. Kritiker werfen HAUNT gerne vor, Masse statt Klasse abzuliefern, objektiv betrachtet macht die Band jedoch beides. Keines der bisher zehn Alben plus ein Akustikwerk ist auch nur annähernd durchschnittlich und nach dem großartigen Dreamers folgte mit »Ignite« das vielleicht sogar beste Album. Was hier an Melodien (»Soaring Through The Ages«, »Not The Same«, »With Our Angel«!) abgefeurt wird, ist schlicht überragend. Auch der melancholische Gesang passt besser denn je zum düsteren, teilweise pechschwarzen Grundton der Scheibe. »Extraordinary Life«, »Long Cold Lonely Winter« und das schleppend depressive »If I Said Goodbye« sind dabei die Sahnehäubchen eines durchgehend beeindruckenden Albums. (4,5/5) Daniel

cover artwork BAEST Colossal

BAEST 🇩🇰 – Colossal (Death Metal)
(Century Media, 15.08.25)
Über klassischen Death Metal hinausgehend präsentieren BAEST auf ihrem aktuellen Album „Colossal“ eine stilistische Mischung aus Heavy Metal, Death/Doom, Metalcore und vor allem groovebetonter Ausrichtung. Blastbeat-dominierte Passagen wechseln sich mit simpleren, rhythmusgitarrengetragenen Teilen ab, langsame und erdrückende Riffs stehen schnellen, galoppierenden Momenten gegenüber. Das Album zeigt viele Facetten der Band. Für manche Hörer zu vielseitig und ohne klare Linie, für andere ein klares Jahres-Highlight – „Colossal“ ist ein polarisierendes Album. Höhepunkte sind etwa „King Of The Sun“ mit Jesper Binzer (D-A-D), das stark im Heavy Metal verwurzelt ist, oder „Mouth Of The River“, ein melodisch geprägter Death-Metal-Track. Insgesamt bewegt sich das Album permanent zwischen Genres, bietet eingängige Melodien und einige starke Riffs. Stilistisch vielleicht etwas hektisch und unentschlossen, musikalisch aber mit vielen gelungenen Momenten ausgestattet. (3/5) Voicu

cover artwork Pyrexia Unholy

PYREXIA 🇺🇸 – Unholy (Brutal Death Metal)
(Gravitas Entertainment / Time To Kill Records, 28.08.25)
Ein Album, das streng genommen kaum in eine Jahresretrospektive gehört, da es sich nicht um ein komplett neues Werk handelt: PYREXIA haben ihr 2018 erschienenes Album „Unholy Requiem“, das ursprünglich nur in Demo-Qualität veröffentlicht wurde, neu eingespielt. Aufgrund der starken musikalischen Substanz entschied man sich für eine vollständige Neuaufnahme mit neuer Produktion und punktuellen Verbesserungen – von der Band selbst als „re-imagined“ bezeichnet. Das Ergebnis, „Unholy“, zählt 2025 zu den repräsentativsten Veröffentlichungen im Brutal Death Metal. Die Qualität ist derart hoch, dass das Album sowohl für die Band als auch für das Genre insgesamt eine gewichtige Rolle einnimmt. Musikalisch handelt es sich um extrem brutalen, aggressiven Death Metal, sauber komponiert, durchgehend packend und getragen von einem druckvollen, klaren Sound, der die technische Instrumentierung und die Vocals optimal zur Geltung bringt. Massive Riffs, ein stabiler, treibender Rhythmus, unzählige Blastbeats – alles, was Fans dieses Genres erwarten, wird hier auf sehr hohem Niveau geboten. (4,5/5) Voicu

HALESTORM - Everest - CoverartHALESTORM 🇺🇸 – Everest (Alternative Metal/Hard Rock)
(Atlantic Records, 08/08/25)

HALESTORM sind in den letzten Jahren zu einer festen Größe im Rock- und Metal-Genre gewachsen. Als ich die Band 2018 erstmals live sah, spielten sie als Headliner in der Wiener Simm City vor rund 800 Leuten. Im November 2025 folgte eine ausverkaufte Headliner-Show im Gasometer vor etwa 3.500 Menschen. Zusätzlich wurden HALESTORM gemeinsam mit Größen wie METALLICA, PANTERA und SLAYER zum „Back To The Beginning“-Event zu Ehren von Ozzy Osbourne eingeladen.
Der Popularitätszuwachs mag auch mit dem musikalischen Wandel der Band zusammenhängen. Seit dem dritten Album „Into The Wild Life“ (2015) ist eine allgemeine Entwicklung hin zu aggressiveren, frecheren Songs spürbar. Während es anfangs nur einzelne härtere Tracks („Mayhem“, „Apocalyptic“) waren, fielen „Vicious“ (2018) und „Back From The Dead“ (2022) insgesamt metal-lastiger aus. Trotz guter Kritiken wirkten diese Alben für mich aber nicht ganz stimmig.
Umso mehr überzeugt „Everest“ – für mich eines der besten, wenn nicht das beste Album von HALESTORM. Lzzy Hales ohnehin starke Gesangsleistung erreicht hier ein neues Level. Auch musikalisch beschreitet die Band neue Wege. Die gleichnamige Single „Everest“ besticht durch ihren lauernden Aufbau und starke Lyrics. Power-Songs wie „Fallen Star“ und „Watch Out!“ liefern druckvolle Metal- und Hard-Rock-Passagen, während ruhigere Stücke wie „Shiver“, „Like A Woman Can“ und „Darkness Always Wins“ mit Tiefe, Feingefühl und Gänsehautmomenten punkten. Besonders „Darkness Always Wins“ überzeugt mit einem raffinierten Spannungsbogen und starkem Finale.Das Album kommt ohne Füllmaterial aus, wirkt abwechslungsreich und energiegeladen. Die Mischung aus gefühlvollen, frechen und metal-lastigen Songs macht „Everest“ zu einem kurzweiligen Highlight. Einziger Kritikpunkt ist der unsaubere Sound, der klarer und voller sein hätte könnte. (4,5/5) Charlene

cover artwork ASYMMETRIC UNIVERSE A Memory And What Came After

ASYMMETRIC UNIVERSE 🇮🇹 – A Memory And What Came After (Jazz Fusion / Djent / Progressive Metal)
(InsideOut, 29.08.25)
Musik, die Genregrenzen konsequent auflöst: ASYMMETRIC UNIVERSE bewegen sich zwischen Jazz, Fusion, Djent und Progressive Metal, ergänzt durch zahlreiche weitere Einflüsse, die im Verlauf des Albums deutlich hörbar werden. Dabei handelt es sich nicht nur um eine Demonstration technischer Fähigkeiten, sondern um Instrumente, die mit großer Sicherheit und Ausdrucksstärke eingesetzt werden. Die Musik ist überwiegend aggressiv, zugleich komplex und vielschichtig. Nach zwei EPs, mit denen sich das Duo bereits eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut hat, beweisen sie mit ihrem Debütalbum „A Memory And What Came After“ erneut, dass sie einen sehr eigenständigen Weg verfolgen. Die Musik ist schwer zu kategorisieren, musikalisch herausragend und technisch äußerst beeindruckend. Trotz der Besetzung aus lediglich Gitarre und Bass entsteht ein dichtes, komplexes Klangbild mit häufigen Tempowechseln, dem Wechsel zwischen melodischen und aggressiven Passagen sowie zwischen jazztypischen Solos, massiven Riffs und verschachtelten Strukturen. Polyrhythmik spielt eine zentrale Rolle, ebenso der Bass, der hier bewusst melodisch agiert und nicht nur als rhythmische Grundlage fungiert. Ein sehr dynamisches, spannendes Album mit hohem Wiederhörwert. (4,5/5) Voicu

cover artwork IHLO Legacy

IHLO 🇬🇧 – Legacy (Progressive Metal)
(Independent, 29.08.25)
Progressive Metal bildet weiterhin den Kern der Musik von IHLO, doch mit „Legacy“ bewegt sich die britische Band deutlich in Richtung melodischer, zugänglicher Klanglandschaften. Nach einem beeindruckenden Debüt, fest im Progressive Metal verankert, aber offen für vielfältige Einflüsse, markiert dieses Album eine klare stilistische Verschiebung hin zu poppigeren und kommerzielleren Strukturen. Elektronische Elemente und sehr eingängige, emotional aufgeladene Melodien prägen nun den Sound, während progressive Elemente eher ergänzend wirken und nicht mehr im Zentrum stehen. Parallelen zur stilistischen Entwicklung von Astronoid sind ebenso erkennbar wie musikalische Ähnlichkeiten. „Legacy“ bietet durchaus starke Momente, schwere und komplexe Riffs sowie kraftvolle Instrumentierung, diese fungieren jedoch meist als Kontrast oder Hintergrund für eher leichte, emotional geprägte Songs. Nach hohen Erwartungen ist das Album für viele langjährige Hörer eine Enttäuschung, für neue Fans hingegen ein möglicher Einstieg in eine Welt, die über klassische Popmusik hinausgeht und komplexere, härtere Elemente integriert. Aus dieser Perspektive besitzt „Legacy“ durchaus seine Berechtigung – bleibt insgesamt aber ein ernüchternder Schritt. (2,5/5) Voicu

September

Metal Faust 🇩🇪 – Demo 2025 (Heavy Metal)
(Eigenproduktion, ?/09/25)

Das Demo sorgte im Underground für etwas Wirbel und erweckte auch meine Neugierde. Geboten werden vier Songs, die vor allem an alte DDR – Bands wie Formel 1, Metal und MCB erinnern, »Theater auf der Weltbühne« hat zudem was von Böhse Onkelz Ende der Achtziger. Die Aufmachung der einseitig bespielten Kassette als auch die Produktion erwecken in der Tat Erinnerungen an so manche Demoaufnahme aus den Anfangstagen des Heavy Metal, was dieses Demo zu einem Tribut an diese Zeit macht. Ein gelungenes, wohlgemerkt. Für meinen Geschmack ist der Hype mehr der Geheimniskrämerei über die hier beteiligten (und durchaus bekannten) Musiker und des Erscheinungstages denn der Qualität der Lieder geschuldet, allerdings macht diese Aufnahme als Gesamtkunstwerk durchweg richtig Spaß. Ich sage nur „METAL FAUST Kommando, gefürchtet so das keiner lacht, METAL FAUST Kommando, Heavy Metal an die Macht!“ Genau so und nicht anders! (3,5/5) Daniel

cover artwork GREEN CARNATION A Dark Poem, Part I- The Shores Of Melancholia

GREEN CARNATION 🇳🇴 – A Dark Poem, Part I: The Shores Of Melancholia (Gothic/Progressive Metal/Rock)
(Season Of Mist, 05.09.25)
Die norwegischen Veteranen kehren nach fünf Jahren Pause mit einem neuen Album zurück. Bereits der Titel „A Dark Poem, Part I: The Shores Of Melancholia“ deutet an, dass es sich um den Auftakt eines größeren Konzepts handelt. Ursprünglich im Death Metal verwurzelt, hat sich GREEN CARNATION im Laufe der Jahre zunehmend in Richtung Progressive Metal und Rock bewegt und dabei immer stärker auch Gothic-Elemente integriert. Auf dem neuen Album dominiert ein progressiver Ansatz, der melodisch, aber nie überladen wirkt und zugleich eine spürbare Schwere bewahrt, die hervorragend zum Bandsound passt. Die Gesangslinien erinnern stellenweise an klassischen Hard Rock, wirken dabei warm, leidenschaftlich und verleihen dem gesamten Album eine durchgehend melancholische Grundstimmung. Diese wird durch ausgefeilte Kompositionen und eine sehr präzise Instrumentalarbeit zusätzlich vertieft. Stücke wie „In Your Paradise“, das mit folkigen Einflüssen und epischer Ausrichtung zu den Höhepunkten zählt, oder „The Slave That You Are“, das mit klaren Black-Metal-Anleihen und den unverkennbaren Schreien von Grutle Kjellson (Enslaved) aufwartet, unterstreichen die stilistische Vielfalt. Ein reichhaltiger Sound, starkes Songwriting und zahlreiche einprägsame Momente machen „A Dark Poem, Part I: The Shores Of Melancholia“ zu einem wichtigen Werk in der Bandgeschichte und zu einem der bedeutendsten Progressive-Releases des Jahres. (4/5) Voicu

cover artwork AUTREST Burning Embers, Forgotten Wolves

AUTREST 🇧🇷 – Burning Embers, Forgotten Wolves (Atmospheric Black Metal)
(Northern Silence Productions, 05.09.25)
Ein sorgfältig ausgearbeitetes Album mit starken Melodien, eindrucksvollem Synth-Einsatz und einer Vielzahl atmosphärischer Momente, die eine traurige, verlassene Stimmung transportieren. Zwar bewegt sich AUTREST innerhalb eines mittlerweile stark frequentierten Bereichs des Atmospheric Black Metal, doch hier überzeugt vor allem die Qualität der Kompositionen und die sensible Herangehensweise an das Genre. Aggressive Passagen sind ebenso präsent, fügen sich jedoch organisch in einen kontinuierlichen, emotional aufgeladenen Fluss ein. Neben klassischen Black-Metal-Strukturen sind zahlreiche weitere Einflüsse zu hören, insbesondere aus dem Post-Black-Metal- und Blackgaze-Umfeld, die sehr stimmig integriert werden. Die klare und ausgewogene Produktion unterstützt den Gesamtklang erheblich und lässt die Feinheiten der Musik deutlich hervortreten. Das Ergebnis ist ein introspektives, intensives und zugleich sehr zugängliches Hörerlebnis. (4,5/5) Voicu

cover artwork BETWEEN THE BURIED AND ME The Blue Nowhere

BETWEEN THE BURIED AND ME 🇺🇸 – The Blue Nowhere (Progressive Metal)
(InsideOut Music, 12.09.25)
Zwischen funkigen Rhythmen und den typischen progressiven Klangmustern wurde das neue Album von BETWEEN THE BURIED AND ME im Vorfeld als Rückkehr zu früherer Stärke angekündigt. Tatsächlich stellt „The Blue Nowhere“ jedoch eher eine konsequente Fortsetzung der jüngeren Bandphase dar. Das lange erwartete Werk auf dem Niveau von „Colors“ bleibt aus. Zwar ist man die hektischen Kompositionsstrukturen der Band gewohnt, doch während diese auf früheren Alben trotz aller Komplexität klar durchdacht und strukturiert wirkten, dominiert hier ein deutlich chaotischerer und eklektischer Ansatz. Funkige und jazzige Elemente nehmen viel Raum ein, während die progressiven Death-Metal-Passagen vergleichsweise zurückhaltend und selten ausfallen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass es sich um hochklassige Musiker handelt, deren Erfahrung und technisches Können immer wieder zu interessanten Momenten führt. Trotz aller Kritik ergibt sich insgesamt ein in sich geschlossenes Klangbild, das zwischen karnevalesker Atmosphäre, groovigen Passagen und vereinzelten schweren Momenten pendelt und damit zumindest klar im Metal-Kontext verankert bleibt. (3,5/5) Voicu

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PARADISE LOST 🇬🇧 – Ascension (Death Doom Metal, Gothic Metal/Rock)
(Nuclear Blast, 12.09.25)
Für viele eines der meistgelobten und einflussreichsten Alben des Jahres 2025, wenn auch nicht auf persönlicher Ebene. Der Einfluss, den „Ascension“ im Veröffentlichungsjahr hatte, ist jedoch unbestreitbar und rechtfertigt eine Aufnahme in diese Rückschau. Nicht wenige betrachten das Album sogar als einen Höhepunkt der Bandkarriere. Eine Karriere, die seit der Gründung 1988 zahlreiche stilistische Wandlungen erlebt hat, vom frühen Doom/Death über stark vom Gothic Rock, Synthesizern und New-Wave-Elementen geprägte Phasen bis hin zur späteren Rückkehr zu schwereren Klängen. „Ascension“ vereint diese unterschiedlichen Entwicklungsstufen in konzentrierter Form: massive Death/Doom-Passagen stehen neben fragilen, emotional aufgeladenen Gothic-Momenten, ergänzt durch elektronische Effekte, vereinzelte Folk-Anklänge und stellenweise sogar melodische Death-Metal-Elemente. Die Spannweite reicht von epischen Songstrukturen bis hin zu bewusst einfach gehaltenen, beinahe kommerziellen Passagen. Gerade diese Vielschichtigkeit dürfte ein wesentlicher Grund für die enorme Aufmerksamkeit sein, die das Album erfahren hat. Unabhängig persönlicher Präferenzen handelt es sich um eine bedeutende Veröffentlichung, die von einer großen und treuen Fangemeinde entsprechend gewürdigt wurde. (3/5) Voicu

Castle Rat 🇺🇸 – The Bestiary (Epic/Doom/Stoner Metal)
(Black Funeral Recordings, 19/09/25)
Die Mischung aus Black Sabbath, Jex Thoth und The Wizar`d funktioniert bei den New Yorkern auch auf »The Bestiary« nahezu perfekt. Die Riffs in »Wolf I: Tooth & Blade«, »Unicorn: Carnage And Ice« und »Sun Song: Behold The Flame« sind tonnenschwer, hinzu kommt ein erhöhter Melodieanteil sowie komplexere Songstrukturen. Für das Zweitwerk braucht man Zeit, anfänglich eher mau daherkommende Songs wie das folkloristische »Crystal Cave: Enshrined« oder das relativ flotte »Serpent: Coiled Figure« offenbaren erst nach unzähligen Durchläufen ihre große Klasse. Wer das Debüt mochte, wird nach dieser Geduldsprobe »The Bestiary« allerdings lieben! (4,5/5)

cover artwork REVOCATION New Gods, New Masters

REVOCATION 🇺🇸 – New Gods, New Masters (Technical Death/Thrash Metal)
(Metal Blade, 19.09.25)
Als eine der prägenden Bands des technischen Death Metal der letzten Jahre, mit starkem Thrash-Einschlag, legen REVOCATION mit „New Gods, New Masters“ erneut ein Album vor, das sowohl technische als auch kompositorische Stärken eindrucksvoll demonstriert. Weniger wütend als einige frühere Veröffentlichungen, überzeugt das Werk dennoch mit einer Vielzahl markanter Riffs, einem sehr präsenten Bassspiel und einem durchgehend treibenden, präzisen Schlagzeug. Das Album bleibt über die gesamte Laufzeit in hohem Tempo und zeichnet sich durch einen dichten, druckvollen Sound aus. Titel wie „Sarcophagi Of The Soul“ oder „Confines Of Infinity“ verdeutlichen zudem, dass David Davidson weiterhin ein Gespür für einprägsame Songstrukturen, starke Harmonien und eingängige melodische Akzente innerhalb eines aggressiven Rahmens besitzt. Ein Album, das die Stärken der Band bündelt und definitiv eine intensive Beschäftigung verdient. (4/5) Voicu

Maahes 🇩🇪 – Nechacha (Melodic Black Metal)
(Massacre Records, 19/09/25)
Auch das zweite Album dreht sich um die ägyptische Mythologie und ist eine leichte Steigerung zum gelungenen Debüt von vor fünf Jahren. »Nechacha« zeichnet sich vor allem durch seine klare, jedoch nicht steril klingende Produktion aus. In diese eingebettet sind es vor allem Songs wie das fiese »Magic Slave«, das zwischen Aggression und Epik wandelnde »Morbid Love« und das abwechslungsreiche »Keeper Of The Secret«, die nicht nur Genre – Ultras begeistern sollten. »Nechacha« ist vielseitig und bringt vom hervorragend ausgearbeiteten, ergreifenden »The Resurrection« über das orientalisch geprägte »Patron Saint Of Pharaos« bis zum gnadenlosen »Medusa« gekonnt alles unter einen Hut. (3,5/5) Daniel

IGORRR-Amen-CoverartIGORRR 🇫🇷 – Amen (Experimental Extreme Metal)
(Metal Blade Records, 19.09.25)
IGORRR begann 2006 als Soloprojekt des Franzosen Gautier Serre und entwickelte sich spätestens mit der Vertragsunterzeichnung bei Metal Blade Records und der Veröffentlichung von „Savage Sinusoid“ (2017) zu einer vollwertigen Band. Mit „Amen“ setzt das Projekt diesen Weg konsequent fort. Die Musik entzieht sich weiterhin jeder klaren Kategorisierung: Extreme Metal, Elektronik, klassische Musik und orientalische Harmonien prallen aufeinander und erzeugen ein Spannungsfeld zwischen Wahnsinn und Genialität. Zugänglich ist das nicht – zumindest nicht auf den ersten Blick. Klassische Songstrukturen werden bewusst zerschmettert, Genregrenzen ignoriert. Und doch wirkt „Amen“ kontrollierter als frühere Veröffentlichungen. Das Chaos ist weniger übergriffig, da die Songs sehr groovig und fokussierter arrangiert sind. Damit ist das Album wohl das bislang zugänglichste der Diskografie, ohne an Exzentrik einzubüßen. Töne werden ausgeschlachtet, verzerrt, Songelemente zerlegt, wieder neu zusammengesetzt und am Ende fügen sie sich dennoch zu einem kohärenten Klangbild zusammen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Single „Headbutt“: Hier trifft Black Metal auf Klaviermelodien, aggressive Growls auf Operngesang. Getragen wird alles von einer aufbauschenden Atmosphäre und verrückten Verzerrungen. „Amen“ akzentuiert all das, was IGORRR ausmacht – progressive, experimentelle Songstrukturen und die Furchtlosigkeit der Genremischung. (5/5) Charlene

Christone „Kingfish“ Ingram 🇺🇸 – Hard Road (Blues Rock)
(Red Zero Records, 26/09/25)
„Some call it blues, some say it’s rock ’n‘ roll
I don’t know what it is, it all comes from my soul
People love to talk and throw around the bull
I don’t care what you call it, long as it feels good.“

Mit diesen Worten im groovenden Eröffnungsstück »Truth« bringt der Kingfish seine Art der Musik perfekt den Punkt. »Hard Road« ist das aktuelle Album des bald gerade einmal 26-jährigen Ausnahmegitarristen und das persönlichste. Musikalisch schafft er es weiterhin, den Blues in die Neuzeit zu transportieren, ohne dass dieser seinen alten Charme verliert. »Bad Like Me« bietet Funkelemente, Classic Rock wird in »S.S.S.« und »Crosses« genauso selbstverständlich mit eingebunden wie moderner Hardrock in »Back To LA«. Hingegen regiert der Soul in den überragend gesungenen Herzschmerzsongs »Nothin`But Your Love« und »Clearly« genauso mächtig wie der Bluesrock in »Voodoo Charme« und »Standing On Business«. Dass man zum Abschluss in »Hard To Love« (gute!) Popelemente mit einbringt und darauf mit »Memphis« auch der Delta Blues Beachtung erfährt, ist hierbei genauso konsequent wie das gesamte Werk wie aus einem Guss komponiert wirkt. CHRISTONE „KINGFISH“ INGRAM ist einer der besten Musiker der Neuzeit hat (inklusive diesem Meisterstück) drei grandiose Alben in petto, wurde bisher zweimal für den Grammy nominiert, ist Blues Music Award -Dauerabonnent und verdient auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit von den Rockfans auf dem alten Kontinent! (4,5/5) Daniel

Fortsetzung folgt

DUNKELHATEFST VIII – Black Metal over Graz

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Dunkelhatefest VIII – Schwarze Messe im Club Wakuum (Graz) – 10.01.26

Gestern Abend versammelte sich die steirische Black-Metal-Gemeinde erneut im Club Wakuum in Graz, um dem Dunkelhatefest in seiner nunmehr achten Auflage beizuwohnen. Was als Underground-Zusammenkunft begann, hat sich längst zu einem Fixpunkt für Liebhaber finsterer Klänge entwickelt – und Dunkelhatefest VIII bestätigte diesen Status eindrucksvoll.

SYNKENDE

Den Auftakt machten die aus der Steiermark stammenden SYNKENDE, die mit ihrem rohen, kompromisslosen Black Metal sofort die richtige Atmosphäre setzten. Kalte Riffs, treibende Drums und eine aggressive Bühnenpräsenz ließen keinen Zweifel daran, dass hier keine Gefangenen gemacht werden sollten. Der Sound war dreckig, direkt und genau so, wie man ihn in diesem Kontext erwartet – ein gnadenloser Einstieg in den Abend.

BLESSMON

Anschließend betraten die ebenfalls heimische Black Metal Band BLESSMON die Bühne und verstärkten den Fokus auf düstere Strukturen. BLESSMON sind in der Szene keine Rookies mehr und zeigten in Graz volle Routine. Live zu sehen gibt es die Band auch auf dem Kaltenbach Open Air 2026.

STERBENSWILLE

Den Abschluss bildeten die Deutsche Black Metal Band STERBENSWILLE, die ihrem Namen alle Ehre machten. Mit einer finsteren Mischung aus melancholischen Ausbrüchen und nihilistischer Grundstimmung zogen sie dem Abend den endgültigen Abgrundsblick auf. Schon alleine das Bühnenbild überzeugte auf ganzer Linie. Die Band agierte routiniert, gnadenlos und mit einer spürbaren Verachtung für alles Helle und Harmlosere. Spätestens hier war klar: Das Dunkelhatefest ist kein Ort für Kompromisse.

Fazit

Der Club Wakuum erwies sich einmal mehr als perfekter Austragungsort für diese Art von Veranstaltung. Eng, dunkel und schweißgetränkt bot er den idealen Rahmen für einen Abend voller Hass, Kälte und klanglicher Finsternis.

Sterbenswille (D)
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Blessmon (AUT)
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Synkende (AUT)
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ANTI-SAPIEN – At The Mercy Of The Merciless

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cover artwork ANTI-SAPIEN At The Mercy Of The Merciless
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Band: ANTI-SAPIEN 🇺🇸
Titel: At The Mercy Of The Merciless (EP)
Label: Terminus Hate City Records
VÖ: 16/01/26
Genre: Death Metal/Grindcore

Tracklist

01. Old Drugs
02. Eater Of Ghosts
03. D.E.A.D.
04. At The Mercy Of The Merciless
05. Grinding The System
06. George Washington’s Teeth

Besetzung

Blake Charlton – Guitar, Lead Vocals
Alex Fewell – Drums
Ryan Murphy – Bass, Backup Vocals
Nathan „Nate“ Rand – Lead Guitar

Bewertung:

3/5

Die amerikanische Death Metal/Grindcore Band ANTI-SAPIEN kommt drei Jahre nach ihrem Debütalbum mit einer EP, die eine Evolution der Band zeigt – besser komponiert und reifer als das letzte Album.

Vielversprechender Start mit massiven Riffs

Der Albumstart mit „Old Drugs“ ist sehr vielversprechend: massive Akkorde, sehr impaktvolle Vocals, tiefe Growls, guter Rhythmus. Die Riffs sind beeindruckend, fühlt sich nach einer guten Art von Death Metal an. Die Grindcore-Einflüsse sind hörbar in der angepissten Attitüde der Band, auch wenn der Song nicht sehr schnell ist. Auch die Backing Vocals haben einen wichtigen Einfluss auf den Gesamtsound. Brutal, roh, bestienartige Growlings, aggressiver Sound – ein guter Start.

Nicht ganz melodisch, aber auch niemand will ein Grindcore-Album, das auf Melodie basiert, und „Eater Of Ghosts“ beweist das mit gnadenlosem Rhythmus und wieder soliden Riffs. Ausgespuckte Vocals ergänzt mit hochgepitchten Shrieks – das Vocal-Duo ist das dominierende Element im Song. Das Gitarrensolo kommt sehr laut und vorne, kreiert ein Gegengewicht zu den Vocals, und der ganze Sound wird durch konstante und gute Riffs ausbalanciert. Ein guter Headbanger-Song, voll von Energie.

ANTI-SAPIEN kommen aus Brooklyn, New York, gegründet 2021. Nathan „Nate“ Rand (Lead-Gitarre) und Blake Charlton (Gitarre, Lead Vocals) sind die Originalmitglieder, mit Alex Fewell (Drums) und Ryan Murphy (Bass, Backup Vocals), die ein Jahr später dazustießen. Alle sind Musiker mit vergangener Erfahrung in Underground-Bands auf der lokalen Szene.

Trostlos und voll von Wut kommt „D.E.A.D.“ mit vielen Tempowechseln und zu vielen verschiedenen melodischen Linien, basiert hauptsächlich auf Vocals statt auf soliden Riffs. Die langsameren Passagen fühlen sich an, als würde ihnen der Treibstoff ausgehen und sie müde werden – dieser Eindruck wird unterstrichen durch das lange Solo, melodisch und sehr langsam, das sich fehl am Platz im Song-Kontext anfühlt und den Song zu einem Ende bringt. Ein bizarrer Moment nach dem kraftvollen Start des Albums.

Wechsel zwischen Kraftlosigkeit und Energie

Bessere Stimmung im Titelsong „At The Mercy Of The Merciless„, aber der Rhythmus bleibt sehr langsam. Fühlt sich wirklich nach einer anderen Band an als die, die die ersten zwei Songs gespielt hat. Ein klarer Refrain mit entschiedener melodischer Linie, aber mit besserem Rhythmus, und die repetitiven Reime geben dem Song eine gute Struktur. Gute Riffs und eine finale Passage, die zeigt, dass es möglich ist, die Kontrolle über einen Song nach schwachem Start zurückzugewinnen.

Die Produktion ist typisch für das Genre, viel Akzent fällt auf Gitarren und Vocals. Aber die Rhythmusgitarre und die Riffs könnten mehr im Rampenlicht stehen – das würde besser für den Band-Sound funktionieren, die Lead-Gitarre fühlt sich bei den meisten Interventionen an, als würde sie andere Musik spielen. Die Rhythmussektion ist nicht beeindruckend, hält nur das Tempo, sticht aber mit nichts heraus. Offensichtlich verlassen sie sich massiv auf Vocals, und diese doppelten Vocals – die Growls und die Shrieks – sind der Teil, der am besten auf dem Album funktioniert. Ziemlich rohe Produktion auch, aber nichts Schlechtes hier. Texte über reale Weltthemen, persönliche Schäden und sehr kritisch über das System passen sehr gut in den Grindcore-Sound, wie es traditionell ist.

Wieder ein vielversprechender Name für den nächsten Song „Grinding The System„, aber der cinematische Start gefolgt von moderatem Rhythmus, mit dem Song als konstante Alternation zwischen schnell und langsam – dennoch ist der Gesamteindruck positiv. Wieder versucht die Lead-Gitarre, etwas Melodie in den Song zu bringen. Die verzweifelten Schreie entlang der finalen Akkorde geben Gänsehaut, aber wie auf dem gesamten Album kontrastieren die Backing Vocals wirklich und fügen den Haupt-Vocals Wert hinzu.

Final Song der EP „George Washington’s Teeth“ bringt endlich mehr Grindcore ins Spiel, und der Sound passt besser zur Band als die langsamen und unentschiedenen Rhythmen. Hier haben wir eine klarere musikalische Richtung und einen entschiedeneren Sound. Guter Rhythmus – es fühlt sich an, als hätten sie endlich entschieden, aggressiver zu sein und mehr Energie ins Spiel zu bringen. Chaotisch und dissonant fühlt sich die Band einheitlich an und pusht zusammen in eine gute Richtung. Sie beenden die EP auf einem Hoch.

Grindcore mehr Attitüde als Musik

Für ein Grindcore-Album könnte es aggressiver und wütender sein. Und für einen echten Impact wäre ein schnellerer Rhythmus besser gepasst. Aber insgesamt simple, nicht sehr prätentiöse Musik und ein spaßiges Hören. Nicht überarbeitete Songs, direkt und mit einer guten Dosis Aggression.

Wie bereits erwähnt kommt das Grindcore-Tag mehr von der Attitüde als dass es durch die Musik ausgedrückt wird. Aber der finale Song vereint die Band-Instrumente und die musikalischen Ideen in einen kohäsiven und fokussierten Song, und das war der beste Moment der Band auf „At The Mercy Of The Merciless“ – ein finaler Aufwand, der es wert ist. Keine revolutionäre Arbeit, aber ein Album, das ein paar Durchläufe verdient.

Fazit: Eine anständige Mischung zwischen Death Metal und Grindcore – „At The Mercy Of The Merciless“ von ANTI-SAPIEN ist vielversprechender als das Debütalbum.

Internet

ANTI-SAPIEN - At The Mercy Of The Merciless - CD Review

DOME RUNNER – Interview

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Photo Credit: Saara Samane

Interview: Simo Perkiömäki /Foto: Saara Samane

Mit ihrem zweiten Album World Panopticon erweitert das finnische Industrial-Metal-Projekt DOME RUNNER seine klangliche und konzeptionelle Identität weit über die geradlinige Aggression des Debüts hinaus. Die Platte ist ein 77-minütiger Abstieg in dystopische Überwachungsstrukturen, der zwischen hartem Industrial Metal, hämmernden rhythmischen Konstruktionen und unerwartet atmosphärischen elektronischen Passagen wechselt. Es ist ein Werk, das gleichermaßen von Science-Fiction, gesellschaftlicher Beobachtung und einem präzisen Verständnis dafür geprägt ist, wie Maschinenhaftigkeit, Wiederholung und Spannung zu narrativer Form werden können. Wir sprachen mit DOME RUNNER, genauer gesagt mit Simo Perkiömäki (Songwriting, Gesang, Gitarre, Programmierung), über die Ideen, Prozesse und Einflüsse hinter World Panopticon – und darüber, wie ihre Zukunftsvision die Welt widerspiegelt, in der wir heute leben.

Viele behaupten, Industrial Metal sei tot – euer Album beweist das Gegenteil. Wie siehst du den aktuellen Zustand von Industrial Metal, und wo positioniert ihr euch darin?

Simo: Naja, ich weiß nicht, ob er so tot ist, wie er einfach beschissen ist. Statt reiner, seelenerschütternder Brutalität ist zumindest finnischer Industrial Metal schon lange nichts als Bullshit-Disco für Metalheads, und wir haben kein Problem damit, ein wohlverdienter giftiger Stich gegen diese misogynistische Ooga-Booga-Bullshit-Sphäre zu sein. Insgesamt gibt es aber ein paar Bands, die etwas Bemerkenswertes für das Genre als Ganzes getan haben, wie Code Orange, vor allem mit „Forever“, und auch die letzten beiden Alben von Candy, aber das ist auch schon alles, was auf meinem Radar ist. Ich habe allerdings nicht das Gefühl, dass wir einfach eine Band unter vielen innerhalb eines bestimmten Stils sind. Und das ist gut so.

Finnland hat derzeit eine sehr starke Extreme-Metal-Szene mit vielen bemerkenswerten Bands. Fühlst du dich als Teil dieser Gemeinschaft, oder bevorzugst du es, dass Dome Runner eher isoliert von Trends und Szenen bleibt?

Wir sind von Natur aus von Trends isoliert, aber ich habe schon das Gefühl, dass wir zu einer Art Underground-Gemeinschaft von Bands gehören, einfach weil wir viele Bands spielen, Shows buchen und aktiv bleiben. Auch wenn wir mit vielen Freunden aus ganz unterschiedlichen Bands Konzerte gespielt haben, habe ich das Gefühl, dass wir der finnischen Hardcore-Szene in gewisser Weise verdanken, wer wir sind – sie hat uns die Möglichkeit gegeben, Shows zu spielen und Dinge konkret zu formen, zu einer Zeit, als es sonst niemand getan hätte, und hat uns von Tag eins an unterstützt. Dafür gebührt Respekt.

cover artwork DOME RUNNER World Panopticon„World Panopticon“ ist ein Konzeptalbum. Wie wichtig ist das Konzeptformat für den Ausdruck eurer Musik?

Nicht sehr wichtig und sehr wichtig zugleich. Der Punkt ist, dass unser kreativer Prozess nicht besonders selbstbewusst oder geplant ist, bis wir irgendwann feststellen, dass wir eine Reihe von Songs haben, die – richtig sequenziert – eine klare rote Linie ergeben. Wir haben keinen 77-minütigen Koloss geschrieben, sondern lediglich erkannt, dass er sich selbst erschaffen hatte. Und es gibt keine verdammte Möglichkeit, dass wir auf die Bremse treten wegen irgendeiner Bullshit-Ausrede, wenn sich Dinge auf natürliche Weise weiter vorantreiben.

Was ist die thematische Verbindung zwischen dem „beobachtenden Selbst“ und eurer Idee des Panoptikons?

Die Texte sind bloße Beobachtungen von Situationen und Erfahrungen in unserer heutigen Welt, aus der Perspektive eines Individuums und zugleich aus der Perspektive eines Individuums von außen, das auf diese Welt blickt, während es gleichzeitig mit der eigenen Existenz unter dem Gewicht dieser Welt ringt. Die Verbindung und die letztliche Aussage ist, dass das Panoptikon im Beobachter selbst liegt, aber das, was dieses Panoptikon formt, eine Kombination aus Beobachtungen und Realitäten ist, die wir jeden Tag teilen und erleben – während man letztlich einen freien Geist annimmt, der Autorität und sich selbst hinterfragt und offen für Fortschritt bleibt sowie ohne Angst bereit ist, sich neu zu definieren.

Wenn du über den „beobachtenden Beobachter“ schreibst, ist das eher eine Metapher, ein psychologisches Konzept oder eine wörtlichere Vorstellung von Identität? Und was bedeutet „Rebirth“ auf eurem Album – ist es eine echte Erlösung, ein technischer Neustart oder etwas völlig anderes?

Gute Frage. Ich schreibe Texte eher, um Bilder zu erzeugen, statt mein persönliches Leben und mich selbst direkt auszudrücken, auch wenn das natürlich trotzdem darin enthalten ist. Insofern ist es eine eher wörtliche Vorstellung von Identität, aber nicht ganz. Die Idee der Wiedergeburt bedeutet keine echte Erlösung, vielleicht in gewisser Weise einen technischen Neustart, aber vielmehr den Prozess, Strukturen von Geist und Selbst – und damit die Menschheit als Ganzes und die Gesellschaft – zu hinterfragen. Nicht, um das Selbst zu zerstören, sondern um es neu zu definieren und weiterzuentwickeln.

In eurem Promotionmaterial beschreibt ihr das Album als „eine Mischung aus Beobachtung, sozialer Analyse und persönlicher Erneuerung“. Wie viel davon funktioniert als dystopische Warnung, und wie viel spiegelt unsere reale Welt wider?

Auch wenn meine Texte nicht zwingend direkt sind, spiegelt letztlich alles die reale Welt wider. Die Welt in ihrem aktuellen Zustand ist sehr dystopisch, und der digitale Albtraum, der vor Jahrzehnten imaginiert wurde, ist durch ein langsames Gären Realität geworden. Auch wenn Fiktion inspiriert, braucht man keinen Universitätsabschluss, um zu analysieren, was um einen herum passiert – ständig, überall. Man muss nur ein wenig hinschauen. Es ist nicht alles dunkel, aber definitiv auch nicht alles hell.

Eure Musik trägt klar eine Botschaft. Welche Stimmungen, emotionalen Zustände oder Reaktionen möchtet ihr beim Hörer auslösen?

Was auch immer sie in dir auslöst. Diese Songs kommen aus einem Ort, der manchmal dunkel, manchmal hell ist, aber fast ohne Ausnahme kathartisch und immer pur. Ich habe dabei nichts und alles zu verlieren. Also kann es genauso gut laut erklingen.

Science-Fiction spielt offensichtlich eine große Rolle als nicht-musikalischer Einfluss. Woher kommt diese Inspiration, und welche weiteren nicht-musikalischen Einflüsse prägen Dome Runner?

Die Welt um uns herum und die Menschen in ihr sind definitiv ein nicht-musikalischer und nie endender Einfluss auf unsere Musik, hahaha. Soweit ich mich erinnern kann, bin ich damit aufgewachsen, alles zu hinterfragen und mir selbst Antworten zu suchen, und Science-Fiction verkörpert genau diese Idee. Zu hinterfragen und offen sowie neugierig zu bleiben.

Was sind eure wichtigsten musikalischen Einflüsse?

ZZ Top, Kickback und Throbbing Gristle.

Euer Sound verbindet Extreme Metal, Hardcore, industrielle Maschinenstrukturen und elektronische Elemente. Wie entscheidet ihr, wann ein Song mehr „metallische Gewalt“ braucht und wann eine mechanischere, industrielle Struktur?

Gar nicht. Die Songs entstehen einfach. Es gibt immer Rhythmus und eine Synchronität zwischen Fleisch und Maschine, aber wie genau – dafür gibt es keine Regeln oder Gewissheiten.

Welche Rolle spielen industrielle Klanglandschaften, Geräusche und texturale Elemente bei der Formung eurer dystopischen Klangidentität?

Offensichtlich eine große. Wenn wir Programmierung und Sampling wegnehmen, haben wir eine Band, die Death Metal, Noise Rock, Metallic Hardcore, Thrash Metal, Alternative Rock, Killing Joke der 2000er … spielt. Die Synchronität zwischen uns und der Maschine ermöglicht es uns, alles zu tun und alles zu sein, was wir wollen.

„World Panopticon“ ist ein Doppelalbum mit einer Laufzeit von über 77 Minuten. Welche Herausforderungen gab es dabei, ein so langes, in sich geschlossenes Werk mit einem funktionierenden dynamischen Fluss zu schaffen? Und glaubst du, dass Hörer:innen heute noch die Zeit aufbringen, ein so langes Album am Stück zu hören?

Es mag manche überraschen, aber eigentlich gab es kaum welche – abgesehen von einem totalen mentalen Zusammenbruch beim Mischen. Es hat Zeit gekostet, aber ich habe es durchgezogen. Um ehrlich zu sein, haben wir irgendwann einfach festgestellt, dass wir verdammt viele Songs haben und dass sie alle funktionieren. Ich habe wirklich versucht herauszufinden, was man aus dem Ding streichen könnte, und ich konnte keinen einzigen Song fallen lassen. So ist das manchmal. Solche Platten macht heute niemand mehr, aber das ist deren verdammtes Problem. Ein gutes, in sich geschlossenes langes Album ist für mich Musik in ihrer besten Form – wenn deine Aufmerksamkeitsspanne von zehn Sekunden das nicht aushält, dann ist es eben nicht für dich gedacht. Diejenigen, die es können, finden vielleicht etwas, zu dem sie Jahre später zurückkehren. Oder vielleicht auch nicht. Entweder man mag es oder man mag es nicht. Aber ich lege mir bis heute Platten wie „October Rust“ von Type O Negative oder „The Downward Spiral“ von Nine Inch Nails auf, und kein einziges Mal stolpere ich darüber, wie lang sie sind. Der Schlüssel ist für mich, sich darauf zu konzentrieren, großartige Songs zu schreiben, die aus einem reinen Impuls heraus entstehen, statt sich darauf zu fixieren, ein 77-minütiges Doppelalbum zu machen.

cover artwork Dome Runner Conflict State DesignWie unterschied sich der Songwriting-Prozess für „World Panopticon“ vom Schreiben eures Debüts?

Nicht besonders stark. Die Ideen sind stellenweise etwas wilder geworden, aber wir haben uns schon immer darauf konzentriert, gute Songs zu schreiben, und das war’s. Ich denke, wir hatten diesmal ein etwas breiteres Spektrum an Einflüssen, aber ja.

Ihr habt euch für einen stärker Trip-Hop-inspirierten, elektronisch geprägten Mittelteil entschieden – weniger Metal, mehr Atmosphäre. War das eine bewusste narrative Entscheidung oder haben sich die Songs einfach in diese Richtung entwickelt?

Ich habe das spontan beim Mischen des Albums entschieden, also ja, in gewisser Weise war es eine bewusste narrative Entscheidung.

Euer Sound hat sich deutlich weiterentwickelt. In Bezug auf Produktion, Gitarrensounds, Rhythmen, Gesang und Gesamtkomposition – was waren die größten technischen oder kreativen Durchbrüche bei „World Panopticon“?

Ich denke, dass eine gewisse Definition und ein über die Zeit entwickelter Charakter dazu geführt haben, dass wir ziemlich genau wussten, wie die Dinge „klingen sollen“. Außerdem haben wir aufgehört, die Vocals ständig in Effekten zu ertränken, und sind je nach Song, Part usw. breiter an die Sache herangegangen. Ich glaube, die Songs wirken natürlicher, und unsere Arroganz, sich einen Dreck darum zu scheren, was richtig oder falsch ist, solange es gut ist, scheint deutlich durch. Ich werde immer dafür verdammt sein, unsere eigenen Platten zu mischen, aber die Wahrheit ist, dass die Detailversessenheit und der Grad an Kontrolle jemand anderen in den Wahnsinn treiben würden – also ist es etwas, das man selbst machen muss, wenn man ohnehin schon mittendrin ist, haha.

Aufnahmen können inspirierend, aber auch schwierig sein. Wie war die Erfahrung diesmal? Gab es besondere Schwierigkeiten oder Unterschiede im Vergleich zu früheren Sessions? Das Album hat Momente mit roher, fast abrasiver Produktion und andere, die klarer und ausgefeilter klingen. War das ein bewusst gesetzter künstlerischer Kontrast oder das Ergebnis von Aufnahmeproblemen?

Die Aufnahmen waren tatsächlich sehr einfach. Die Instrumente haben ein paar Tage gebraucht, Vocals und Programmierung wie immer den Großteil der Zeit. Es gab aber keine wirklichen Schwierigkeiten. Ich habe im Prozess genug Abstand genommen, um mich darauf zu konzentrieren, wo und wie man Dinge verbessern kann. Die Vielfalt in der Produktion ist immer ein bewusst gesetzter künstlerischer Kontrast. Wir machen unsere Hausaufgaben, bevor wir im Studio die Richtung festlegen, aber manche Dinge sollen genau so brutal und abrasiv sein, wie sie sind.

Euer Album ist erst seit ein paar Wochen draußen. Wie läuft es bisher, und wie fühlst du dich persönlich jetzt damit, wo es draußen in der Welt ist?

Es fühlt sich gut an, dass die Platte draußen ist. Sie hat alles gefordert, was wir hatten, und die Tafel für neue Musik komplett leergewischt. Ich denke, so ein Album braucht etwas Zeit, um anzukommen, aber ich bin zuversichtlich. Es wäre nicht veröffentlicht worden, wenn es komplett scheiße wäre.

Wenn eure Musik oft mit Maschinen oder fabrikartigen dystopischen Bildern verbunden wird: Wie wichtig ist der visuelle Aspekt – Artwork, Videos, Ästhetik, Live-Visuals – für Dome Runner? Und wie nutzt ihr Live-Auftritte, um die visuelle und konzeptionelle Welt hinter eurer Musik zu verstärken?

Sehr wichtig. Deshalb machen wir das meiste selbst. Wir haben einfach zu viel eigene Vision für alles, haha. Wann immer es zur Gelegenheit passt, haben wir bei unseren Live-Shows Visuals eingesetzt, aber nicht immer. Das hängt stark von den Umständen ab.

Plant ihr, visuelle „Panoptika“, Machine-Art-Elemente oder andere konzeptionelle Installationen künftig stärker in eure Live-Shows zu integrieren? Gibt es in naher Zukunft Konzerte? Kommt ihr nach Wien oder irgendwo nach Österreich?

Vielleicht. Wir werden sehen. Sehr wahrscheinlich zumindest bei manchen Gelegenheiten. Unser Ziel ist es, nächstes Jahr zu touren und generell so viel wie möglich zu spielen. Wir hoffen, auch in Wien und/oder Österreich spielen zu können.

cover artwork Dome Runner Catastrophe PlatformGehen wir zurück zum Anfang: Wie begann deine persönliche Reise im Metal? Was hat dich speziell zu extremem Metal gezogen? Welche Bands oder Künstler haben dich am stärksten geprägt?

Nun ja, mein Vater hat es irgendwie verbockt und mir Metallica vorgespielt, als ich fünf oder sechs Jahre alt war, und seitdem war nichts mehr wie zuvor, haha! Kurz danach habe ich angefangen, Gitarre zu spielen, und der Rest ist Geschichte. Ich erinnere mich, dass ich mit etwa acht Jahren heimlich nach dem Zubettgehen Headbangers Ball Mitte der 2000er geschaut habe und dort viele Bands entdeckt habe, die mich fürs Leben geprägt haben. Ich denke, YouTube war revolutionär für neue Musik, aber nachdem ich durch Punkrock meine bis heute besten Freunde kennengelernt habe, habe ich auch gleichgesinnte Menschen mit ähnlichen Interessen an Musik und verschiedenen Stilen gefunden. Künstler, die mich am meisten geprägt haben, sind wohl Killing Joke, Metallica, Anthrax, Sepultura, Integrity, Kaaos, Godflesh, Strapping Young Lad, Nine Inch Nails, Fear Factory, Pitchshifter, Beherit, Faith No More und Type O Negative – um nur einige zu nennen, aber es gibt viele mehr.

Euer Bandname ist sehr ungewöhnlich. Was bedeutet „Dome Runner“ für dich, und wie seid ihr darauf gekommen? Gibt es eine konkrete Geschichte hinter dem Namen?

Ein bisschen simpel vielleicht, aber letztlich stand während der Demoaufnahmen 2019 entweder Domecrusher oder Dome Runner zur Auswahl, und wir haben uns für Letzteres entschieden. Zur Erklärung: Ich hatte bereits 2014 einige Songs geschrieben, darunter „In Pain“ vom ersten Album, damals unter dem Namen Domecrusher, habe das Projekt aber wegen mangelndem Selbstvertrauen und Mut, mich auszudrücken, auf Eis gelegt – so wie viele andere gemobbte und kaputtgemachte Kids. Später wurde mir klar, dass der Name letztlich den Beobachter von außen repräsentiert. Außerdem ist Dome Runner eine Figur aus Warhammer, die Necromundan-Underhive-Vagabunden bezeichnet, die als lokale Guides für Gangs fungieren, wenn diese ihr Territorium in bislang unbekannte Gebiete ausdehnen. Auch wenn wir keinen Warhammer Metal spielen, hatte diese Definition eine ähnliche Note wie das, was ich mir vorgestellt habe – und das hat den Namen zusätzlich bestärkt.

Zum Abschluss dieses Interviews: Die letzten Worte gehören dir. Gibt es noch etwas, das du hinzufügen möchtest – eine Botschaft an eure Hörer:innen, einen Gedanken zum Album oder etwas, das du teilen willst?

Hab keine Angst davor, der zu sein, der du bist. Angst ist der Gedankenkiller. Bleib offen und fokussiert.

DOME RUNNER – Interview