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WARFIELD WITHIN – Rise of Independence

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WARFIELD WITHIN Rise of Independence album cover
WARFIELD WITHIN Rise of Independence album cover

Band: WARFIELD WITHIN 🇩🇪
Titel: Rise of Independence
Label: Independent
VÖ: 07/11/25
Genre: Technical Death/Thrash Metal

Bewertung:

4/5

WARFIELD WITHIN melden sich mit »Rise of Independence« zurück und liefern ihr drittes Album ab, das sofort klarmacht, wo die Reise hingeht. Technischer-Death-Metal trifft auf klassischen Thrash, allerdings ohne nostalgische Verklärung. Stattdessen dominiert ein moderner, sehr kontrollierter Ansatz, der Druck erzeugt, ohne in bloße Reizüberflutung abzurutschen. Das Quartett setzt auf Präzision, auf klar erkennbare Songstrukturen und auf Riffs, die nicht unbedeutend beeindrucken, sondern hängen bleiben.

Angriff mit Struktur

Schon der Opener »King« macht unmissverständlich deutlich, dass hier keine halben Sachen gemacht werden. Scharf geschnittene Gitarren, ein druckvolles Schlagzeug und ein Gesang, der aggressiv bleibt, ohne monoton zu wirken. Der Sound ist dicht, im Kontrast hierzu nicht überladen. Jede Spur hat ihren Platz.

Songwriting statt Dauerfeuer

Was WARFIELD WITHIN von vielen Genre-Kollegen abhebt, ist das Gespür für Dramaturgie. Die Band kann Tempo, sie kann Komplexität, sie kann Brutalität. Doch sie weiß auch, wann es reicht. Titel wie »Rise of Independence« oder »Stand Your Ground« bauen Spannungsbögen auf, statt nur auf Geschwindigkeit zu setzen. Breaks kommen sinnvoll, Tempowechsel wirken organisch.

»Hecate« sticht durch seine düstere Atmosphäre hervor. Hier wird das technische Können bewusst zurückgenommen, um Raum für Stimmung zu schaffen. Das funktioniert erstaunlich gut und zeigt, dass WARFIELD WITHIN mehr können als reines Riffgewitter. »Chatterbox« gewiss geht wieder voll nach vorne, mit thrashigen Elementen und einem fast punkigen Drive, der live für Bewegung sorgen dürfte.

Gitarrenarbeit auf hohem Niveau

Christian Neumann und Felix Lemmen teilen sich Gitarre und Bass und liefern eine beeindruckend saubere Leistung ab. Die Riffs sind komplex, freilich zu keinem Zeitpunkt selbstverliebt. Soli tauchen punktgenau auf, ohne den Songfluss zu stören. Besonders auffällig ist das Zusammenspiel der beiden, das extrem tight wirkt. Man hört, dass hier viel Wert auf Arrangements gelegt wurde. Der Bass ist klar hörbar und nicht bloß Verstärkung der Gitarren. Gerade in Tracks wie »Three of Swords« oder »Circle« sorgt er für zusätzliche Tiefe und verleiht den Songs Gewicht.

Rhythmusgruppe mit Durchschlagskraft

Philipp Schmidt am Schlagzeug ist der heimliche Motor des Albums. Sein Spiel ist technisch stark, bleibt aber immer songdienlich. Blastbeats werden gezielt eingesetzt, Grooves bekommen genug Raum, um wirken zu können. Das Schlagzeug klingt trocken und direkt, was perfekt zum Gesamtbild passt.

Sebastian Meisen liefert einen Gesang ab, der zwischen aggressivem Shouting und kontrolliertem Growl pendelt. Er bleibt verständlich, ohne an Härte einzubüßen. Insbesondere bei »Sick Nation« und »First Blood« transportiert er Wut und Entschlossenheit, ohne ins Klischee abzurutschen.

Thematische Geschlossenheit

Inhaltlich zieht sich das Motiv von Selbstbestimmung und Widerstand durch das gesamte Album. Der Titel »Rise of Independence« ist Programm. Texte und Musik greifen ineinander, ohne belehrend zu wirken. Die Band bleibt direkt, manchmal konfrontativ, hingegen nie platt. Das verleiht dem Album eine gewisse Ernsthaftigkeit, die gut zum Genre passt.

Kleine Schwächen, starker Gesamteindruck

Nicht jeder Song erreicht das gleiche Niveau. »Jumping Jack« fällt im Vergleich etwas ab und wirkt stellenweise zu vorhersehbar. Auch hätte man an manchen Stellen mutiger kürzen können. Mit zehn Tracks bleibt das Album jedoch kompakt und überzieht seine Spielzeit nicht.

Unterm Strich liefert »Rise of Independence« ein starkes, durchdachtes Metal-Album, das Technik und Aggression sauber verbindet. WARFIELD WITHIN zeigen, dass sie ihr Handwerk verstehen und ein klares musikalisches Profil haben. Vier von fünf Punkten sind hier absolut gerechtfertigt, mit Luft nach oben für den nächsten Schritt.

Fazit: »Rise of Independence« ist ein kraftvolles, technisch anspruchsvolles Album, das die Stärken von WARFIELD WITHIN deutlich zeigt.

Tracklist

01. King
02. Rise of Independence
03. Hecate
04. Chatterbox
05. Three of Swords
06. Sick Nation
07. Jumping Jack
08. Circle
09. Stand Your Ground
10. First Blood

 

Besetzung

Christian Neumann – Guitars, Bass
Sebastian Meisen – Vocals
Felix Lemmen – Guitars, Bass
Philipp Schmidt – Drums

 

Internet

WARFIELD WITHIN – Rise of Independence CD Review

MISANTHROPIC MIGHT – Qualzucht

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cover artwork MISANTHROPIC MIGHT Qualzucht
cover artwork MISANTHROPIC MIGHT Qualzucht

Band: MISANTHROPIC MIGHT 🇦🇹
Titel: Qualzucht
Label: HFC Records / Independent
VÖ: 31/10/25
Genre: Black Metal

Bewertung:

4,5/5

2025 brachte eine große Anzahl starker Veröffentlichungen hervor, von denen viele bereits frühzeitig auf Metalunderground besprochen wurden. Einige Alben jedoch blieben – aus unterschiedlichen Gründen – ohne Review. Zum Jahresende greifen wir diese Veröffentlichungen noch auf. Diese Retro-Reviews verstehen sich nicht als Korrektur, sondern als Ergänzung: Alben, die inhaltlich, stilistisch oder innerhalb ihres jeweiligen Genres Gewicht haben und das musikalische Profil des Jahres entscheidend mitgeprägt haben.

Authentischer und aggressiver Black Metal aus dem Wiener Underground. MISANTHROPIC MIGHT präsentieren ein neues Album, den Nachfolger des viel geschätzten „Feindt“ – sieben Jahre danach, aber mit Leidenschaft und Inspiration besser als je zuvor.

Totaler Angriff mit Death und Black Metal

Gruselige, finstere Sounds eröffnen das Album. „Praeludium Excruciationis“ ist nur ein atmosphärisches Intro, doch sobald „Pestgrube“ einsetzt, ist der Angriff auf den Hörer total. Sehr dichte Instrumentierung, rasantes Drumming, trostlose, dämonische Vocals, Shrieks aus der Hölle. Dazu so gute Riffs und eine klare melodische Linie. Sehr aggressiv, aber mit einem Moment fast vollständiger Stille, wo eine klare und sehr technische Basslinie den Sound trägt. Die Death Metal Einflüsse sind offensichtlich, aber der Gesamtstil lässt keine Verwirrung zu – das ist direkte und aggressive Art von Black Metal.

Neben den Haupt-Vocals in Shrieking- oder Screaming-Technik sorgen die Backing-Vocals von Sic mit tiefen Growls für einen starken Kontrast und unterstreichen die Aggressivität und infernalische Seite der Musik. Mit unmenschlichen Shrieks startet auch „Succubus Witchcraft„, anfangs langsamer, aber mit einem Tempo in Crescendo, das schnell sehr hohe Dynamik erreicht. Death Metal Einflüsse sind hier wieder deutlicher, nicht so melodisch, aber gut konstruiert und technisch beeindruckend.

Eine der beliebtesten und respektiertesten Bands im Wiener Black Metal Underground. MISANTHROPIC MIGHT wurden 2000 von Slavetrader (ex-Grohm, ex-Alastor) an den Drums und Purgatory – aka Marathon (Parental Advisory, ex-Seeds of Sorrow) für Vocals und Bass gegründet. 2002 stieß Purgatorys Kollege von Parental Advisory, Sic (Parental Advisory, ex-Punishment), an den Gitarren dazu. 2012 kam der andere Gitarrist der Schwesterband dazu, Maschine aka Otto (Parental Advisory, ex-Punishment) – eine Gemeinschaft zweier Bands, nur Drummer und musikalischer Stil unterscheiden sie. „Qualzucht“ ist das vierte Album und vervollständigt eine solide, qualitativ hochwertige Diskografie.

Beeindruckender Bass und unvergessliche Riffs

Massive Instrumentierung, klare Riffs und ein beeindruckender Bass prägen „Deathbell„. Uptempo, Tremolo-gepickte Lead-Gitarre, dazu ein simpler aber effektiver Refrain. Ein Song mit vielen Tempowechseln, sehr gut komponiert, mit einem klaren Rhythmus, der immer wieder zurückkehrt nach Momenten kontrollierten Chaos. Gnadenlose Drums vervollständigen beeindruckend die Klanglandschaft und halten alle Tempos effektiv im Griff. Ein definitiver Höhepunkt, ein Song, der im Gedächtnis bleibt.

Die Produktion ist sehr gut, behält einen gewissen Grad an Rohheit, bleibt aber klar und ausbalanciert. Eher wie eine typische Death Metal Produktion, erfasst sie dennoch die Essenz der Musik von MISANTHROPIC MIGHT sehr gut. Alle Instrumente sind klar und gleichmäßig präsent, die Vocals haben aber den Hauptspot – verdient. Die technischen Kenntnisse der Bandmitglieder sind in jeder Passage offensichtlich, die Produktion hat hier gute Arbeit geleistet. Mit Texten über Tod, Misanthropie und Krieg vervollständigt sich das Bild.

Viel klarerer Black Metal Sound kehrt zurück in „Flakturm“ – effektive Lead-Gitarre und gesprochene gutturale Vocals. Ein Song, der alle Death Metal Einflüsse abschüttelt und nah an den Wurzeln von purem Black Metal bleibt. Wenn die schreiende Stimme zurückkehrt, schätzt man den Kontrast zwischen den verschiedenen Vocal-Ansätzen. Kein sehr melodischer Song, mehr eine Demonstration technischer Fähigkeiten, aber dennoch beeindruckend und gut. In derselben Klanglandschaft geht es weiter mit „Walk Among the Tombstones„, langsamer, hermetischer in der Komposition, aber immer noch sehr Black Metal. Dazu ein weiterer sehr effektiver Backing Vocal, massiver Bass und eine weinende Lead-Gitarre, die die Atmosphäre unterstreicht.

Direkte Angriffe und groteske Atmosphäre

Aggressiv, aber diesmal mit melodischerer Lead-Gitarre – „The Harvest“ ist ein sehr direktes Stück. Gnadenlose Drums, leidenschaftliche Vocals, hohes Tempo. Wieder sehr komplexe Instrumentierung, ein sehr technischer Song. Direkt, mit klarer Struktur, wieder sind Death Metal Einflüsse zurück im Song, außer bei einer Tremolo-gepickten Gitarre, die an Black Metal erinnert, und den einschüchternden Shrieks – ansonsten mehr Death Metal. Die Gitarren im Dialog sind ein sehr starker Moment. Kurzer aber effektiver Track.

Der Titelsong „Qualzucht“ eröffnet mit gequälten finsteren Schreien – ein cinematisches Intro, groteske Atmosphäre. Der Song geht weiter mit einem simplen Refrain, der aber Atmosphäre und melodische Linie beibehält, ohne vom klaren Black Sound abzuweichen. Überzeugende Vocals, gute Riffs, auch kurze melodische Linien tauchen auf, bleiben aber meist im Hintergrund. Interessante Komposition, ein sehr guter Song, ein weiterer Höhepunkt.

Final Track „Morningstar“ mit melancholischem Vibe, aber angepissten Vocals, erdrückender Stimmung. Sehr gute Gitarren kombinieren Tremolo-gepickte Linien und entschiedeneres Riffing, die Rhythmussektion mit Drums und Bass macht einen guten Eindruck. Ein starkes Finale, irgendwie introspektiver in der Atmosphäre, aber nicht weniger aggressiv und energisch.

Stärker als je zuvor mit erneuerter Wut

Nicht aus lokalpatriotischen Gründen, sondern weil sie sehr gut sind und „Qualzucht“ ein sehr gutes Album ist. Der Bass beeindruckt durchgehend, dazu kommen so viele unvergessliche Riffs. Die Momente, wenn sich der hermetischere Black Metal in klare Riffs öffnet – nicht sehr charakteristisch für den Stil – gehören zu den besten auf dem Album.

Das Album live zu sehen, gab sicher eine komplett neue Dimension beim Hören und war auch eine weitere Demonstration technischer Fähigkeiten, authentische Atmosphäre und gute Musik.

Die Mischung aus Black und Death ist intelligent gemacht. Sie halten die Identität intakt, mischen aber beide Genres fehlerfrei. Sicher haben sie nichts Neues erfunden, aber sie haben einfach ein sehr gutes Album gemacht. Die älteren Alben sind auch sehr gut, aber mit „Qualzucht“ fanden sie eine neue Dynamik und erneuerte Wut. Es gibt so viele unvergessliche Passagen, auch wenn manchmal nur kurze, aber so gut komponiert und gespielt. Komplexer als der erste Eindruck sein kann, mit einer Tiefe, die sich dem Hörer langsam offenbart.

Fazit: MISANTHROPIC MIGHT kehren mit „Qualzucht“ stärker als je zuvor zurück – authentischer Black Metal, viel Leidenschaft und technisches Können.

Tracklist

01. Praeludium Excruciationis
02. Pestgrube
03. Succubus Witchcraft
04. Deathbell
05. Flakturm
06. Walk Among the Tombstones
07. The Harvest
08. Qualzucht
09. Morningstar

Besetzung

Purgatory – Vocals, Bass
Sic – Guitars
Maschine – Guitars
Slavetrader – Drums

Internet

MISANTHROPIC MIGHT – Qualzucht CD Review

LUST OF DECAY – Entombed In Sewage

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LUST OF DECAY Entombed In Sewage album cover
LUST OF DECAY Entombed In Sewage album cover

Band: LUST OF DECAY 🇺🇸
Titel: Entombed In Sewage
Label: Comatose Music
VÖ: 12/12/25
Genre: Brutal Death Metal/Grindcore

Bewertung:

4/5

Mit ihrem vierten Album »Entombed In Sewage« liefern LUST OF DECAY nach einer zwanzigjährigen Pause eine gnadenlose Mischung aus Brutal-Death-Metal und Grindcore ab. Die Band aus den USA hat sich Anfang der 2000er Jahre durch kompromisslosen Sound und intensive Live-Auftritte einen Namen gemacht, und das neue Werk bestätigt diesen Ruf abermals eindrucksvoll. Mit einer Spielzeit, die keine Gnade kennt, präsentiert das Quartett acht Tracks, die durch technische Präzision, rohe Energie und dunkle Atmosphäre bestechen.

Brutal Death Metal auf Abruf

Die Besetzung liest sich wie eine eingespielte Einheit: Jay Barnes übernimmt den Gesang mit gutturalen Vocals, die zwischen tiefem Growl und verzerrtem Schrei wechseln. Steve Green liefert nicht unbedeutend die Gitarrenriffs, sondern sorgt außerdem mit Background-Gesang für zusätzliche Tiefe. Ryan Coulter am Bass gibt dem Sound den nötigen Druck, während Jordan Varela am Schlagzeug die rhythmische Brutalität mit hoher Präzision liefert.

Die Produktion des Albums lässt jedes Detail der Instrumente klar hervortreten, ohne dass die rohe Aggression verloren geht. Die Gitarren haben genug Schmutz, um den Death-Metal-Charakter zu transportieren, während der Bass durch den Mix drückt, ohne den Sound zu überladen. Die Drums sind tight, schnell und aggressiv, und Jay Barnes’ Stimme sitzt perfekt über allem, mal dominant, mal unheilvoll in den Hintergrund gemischt.

Aggression trifft Technik

Von Beginn an zeigt »Parasitic Exsanguination« die Stoßrichtung des Albums: Blastbeats, abgehackte Gitarrenriffs und gutturale Vocals lassen keinen Zweifel daran, dass LUST OF DECAY ihre Wurzeln im Brutal-Death-Metal nicht verleugnen. Der Track arbeitet mit Tempowechseln und Breakdowns, die gleichzeitig brutal und durchdacht wirken.

Mit »Hallucinations Of The Decrepit« ziehen sie die Hörer tiefer in eine Welt aus Verfall und Wahnsinn. Hier wechseln kurze, grindige Passagen mit längeren, doom-artigen Riffs. Die Band zeigt, dass sie nicht uneingeschränkt auf rohe Gewalt setzt, sondern auch das Handwerk der Songstruktur versteht.

»Nourishing The Swine« und »Fetal Contamination Process« steigern die Intensität weiter. Besonders die Leadgitarren von Steve Green stechen hier heraus, die mit dissonanten Melodien und schnellen Läufen für ein beklemmendes, fast klinisches Gefühl sorgen. Die Drums geben das Tempo vor, im Gegensatz hierzu bleibt die Band dynamisch, sie drückt die Energie nicht bloß über Geschwindigkeit, sondern über die Kombination von Timing und Riffing.

Ein verstörendes Klangbild

Mit »Rusty Razor Rimjob« und »Order 66« erreichen LUST OF DECAY eine ausgesprochen verstörende Dimension. Die Tracks sind experimenteller, setzen auf unorthodoxe Breaks und abrupte Übergänge. Die Vocals wechseln zwischen tiefem Gurgeln und schrillen Schreien, während das Schlagzeug die Spannung permanent aufrechterhält. »Order 66« überrascht mit einem Midtempo-Part, der sich wie eine dunkle, schleppende Passage anfühlt, bevor die Geschwindigkeit wieder entfesselt wird.

»Desiccate The Epithelium« ist technisch anspruchsvoll und zeigt die Band in Höchstform. Komplexe Rhythmuswechsel und präzise Gitarrenarbeit sorgen für ein dichtes, im Kontrast hierzu nie überladenes Klangbild. Jordan Varela überzeugt brennend in den Double-Bass-Passagen, die trotz hoher Geschwindigkeit noch differenziert bleiben.

Titeltrack als Höhepunkt

Das Album schließt mit »Entombed In Sewage«, dem Titeltrack, der das Gesamtbild des Albums zusammenfasst. Hier treffen alle Elemente aufeinander: brutale Riffs, technisch versierte Schlagzeugarbeit, dichte Basslinien und Jay Barnes’ schier unermüdliche Vocals. Der Song ist eine Mischung aus apokalyptischer Aggression und kontrollierter Präzision – ein würdiger Abschluss, der noch lange nachklingt.

LUST OF DECAY gelingt mit »Entombed In Sewage« ein Album, das sowohl Fans von klassischem Brutal Death Metal als desgleichen von Grindcore begeistert. Die Band kombiniert rohe Gewalt mit technischem Können und erschafft dabei ein durchgängiges, intensives Hörerlebnis. Einzig die Länge des Albums und die extreme Intensität könnten für weniger geübte Hörer herausfordernd sein. Dennoch verdient das Werk solide 4 von 5 Punkten.

»Entombed In Sewage« ist kein Album für zwischendurch. Es verlangt Aufmerksamkeit, aber wer sich darauf einlässt, bekommt ein durchkomponiertes, aggressives Werk geboten, das sowohl in der Produktion als daneben in der musikalischen Umsetzung überzeugt. LUST OF DECAY zeigen, dass sie mehr als nur ein weiteres Brutal-Death-Projekt sind – sie verbinden technische Raffinesse, unbändige Energie und eine düstere Atmosphäre zu einem homogenen Gesamtpaket, das Fans der Extremmusik nicht enttäuschen wird.

Fazit: LUST OF DECAY beweisen mit »Entombed In Sewage«, dass sie ihre Nische im extremen Metal weiterhin festigen.

Tracklist

01. Parasitic Exsanguination
02. Hallucinations Of The Decrepit
03. Nourishing The Swine
04. Fetal Contamination Process
05. Rusty Razor Rimjob
06. Order 66
07. Desiccate The Epithelium
08. Entombed In Sewage

 

Besetzung

Jay Barnes – Vocals
Steve Green – Guitars & Backing Vocals
Ryan Coulter – Bass
Jordan Varela – Drums

 

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LUST OF DECAY – Entombed In Sewage CD Review

SATOR – The Dying Light

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SATOR The Dying Light album cover
SATOR The Dying Light album cover

Band: SATOR 🇮🇹
Titel: The Dying Light
Label: Dusktone
VÖ: 12/12/25
Genre: Sludge/Doom Metal

Bewertung:

4/5

Mit »The Dying Light« melden sich SATOR zurück, und das Trio aus Italien zeigt, dass Sludge-Doom-Metal mehr als nur Krach und Dauergewitter sein kann. Valerio Donati am Gesang und Bass, Michelangelo Druido Piergallini am Schlagzeug und Mauro Sciaccaluga an der Gitarre liefern ein Album, das in seinen sechs Tracks gleichermaßen bedrückend, hypnotisch und überraschend dynamisch wirkt.

Die Band hat sich in den letzten Jahren einen Ruf erarbeitet, der auf kompromissloser Intensität basiert. Auf »The Dying Light« setzen sie auf die rohe Kraft des Genres, ohne die Melodie und die atmosphärische Tiefe aus den Augen zu verlieren. Schon der Opener »When The Skies Collapse« beginnt mit einem wuchtigen Schlagzeugintro, das sofort die düstere Stimmung aufbaut. Sciaccalugas Gitarrenlinien wabern wie dichter Nebel, während Donatis tiefe Stimme das Gefühl von Untergang und Melancholie transportiert.

Schleppender Doom trifft hypnotischen Sludge

Die Mischung aus Sludge und Doom ist hier perfekt austariert. Während viele Bands des Genres Gefahr laufen, sich in endlosen Riffs zu verlieren, verstehen SATOR es, Spannung aufzubauen. »Mindfucked«, der zweite Track, ist ein Paradebeispiel dafür: Ein schleppender, annäherungsweise dröhnender Groove trifft auf monotone, beinahe tranceartige Vocals. Die Wirkung ist sofort spürbar – ein Song, der im Kopf bleibt, ohne sich aufzudrängen.

Auch »The Dancing Plague« zeigt die Vielseitigkeit der Band. Trotz der Schwere behalten die Italiener ein Gespür für rhythmische Variationen. Piergallinis Schlagzeugarbeit verleiht dem Song einen pulsierenden Charakter, der wie eine unsichtbare Kraft den Hörer durch das Stück trägt. Gleichzeitig bleiben die Gitarren unaufhörlich drückend, wodurch eine Balance zwischen Bewegung und statischer Bedrohung entsteht.

Elektrische Regengüsse und reine Gewalt

Mit »Electric Rain« bringen SATOR eine Spur elektronischer Textur ein. Sciaccalugas Gitarren flirren, als würden sie die Drähte eines Sturms berühren, während das Schlagzeug die rhythmische Basis liefert, die den Track vorantreibt. Donatis Bass fügt eine weitere Schicht hinzu, die den Song sowohl organisch als daneben bedrohlich wirken lässt. Der Effekt ist, als würde man durch einen bleischweren Regen wandern – unbarmherzig, faszinierend und hypnotisch zugleich.

»Purify« und »Dissolve« schließen das Album ab und zeigen die Band in ihrer konzentriertesten Form. »Purify« beginnt fast wie eine meditativ dunkle Hymne, bevor sie in einer Explosion aus Sludge-Massivität mündet. »Dissolve« wiederum wirkt wie der finale Schlag, der alles Bisherige zusammenfasst: schleppende Gitarren, donnerndes Schlagzeug und einen Bass, der den Abgrund spürbar macht. Das Stück hinterlässt einen bleibenden Eindruck von Schwere, sowie von Struktur und musikalischem Kalkül.

Stimmung und Produktion

Die Produktion von »The Dying Light« ist bemerkenswert klar für ein Genre, das oft in matschiger Dichte untergeht. Jeder Klang sitzt genau da, wo er soll. Man hört die Drums in all ihrer Kraft, die Gitarren in ihrer vollen Breite und den Bass als tiefe, approximativ körperlich spürbare Linie. Die Songs gewinnen dadurch an Schärfe, ohne ihre düstere, erdrückende Atmosphäre zu verlieren.

SATOR verstehen es, ihre Hörer zu führen. Man wird nicht einfach in Klangwände gedrückt, sondern durch die Tracks geleitet, wie durch einen finsteren, aber faszinierenden Tunnel. Die Band verzichtet auf überflüssige Füller und konzentriert sich auf das Wesentliche: Klang, Gefühl und Intensität.

Dunkelheit, die fesselt

»The Dying Light« ist ein Sludge-Doom-Album, das sich nicht hinter Genregrößen verstecken muss. SATOR liefern eine kompakte, intensive Platte, die sowohl für Fans der Szene als desgleichen für neugierige Hörer geeignet ist. Die Band beweist, dass sich schwere Musik mit Atmosphäre und Struktur verbinden lässt, ohne an Brutalität zu verlieren.

Mit sechs sorgfältig komponierten Tracks gelingt SATOR ein Album, das die dunkle Kraft des Sludge-Doom-Metal greifbar macht und zugleich genug Nuancen bietet, um wiederholt gehört zu werden. Wer sich auf »The Dying Light« einlässt, wird in eine Welt geführt, die beklemmend, spannend und zutiefst intensiv ist.

Fazit: SATOR gelingt mit »The Dying Light« eine eindrucksvolle Darbietung im Bereich des Sludge-Doom-Metal.

Tracklist

01. When The Skies Collapse
02. Mindfucked
03. The Dancing Plague
04. Electric Rain
05. Purify
06. Dissolve

Besetzung

Valerio Donati – Vocals & Bass
Michelangelo Druido Piergallini – Drums
Mauro Sciaccaluga – Guitar

Internet

SATOR – The Dying Light CD Review

HARAKIRI FOR THE SKY – Scorched Earth

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cover artwork HARAKIRI FOR THE SKY Scorched Earth
cover artwork HARAKIRI FOR THE SKY Scorched Earth

Band: HARAKIRI FOR THE SKY 🇦🇹
Titel: Scorched Earth
Label: AOP Records
VÖ: 24/01/25
Genre: Post-Black Metal

Bewertung:

4,5/5

2025 brachte eine große Anzahl starker Veröffentlichungen hervor, von denen viele bereits frühzeitig auf Metalunderground besprochen wurden. Einige Alben jedoch blieben – aus unterschiedlichen Gründen – ohne Review. Zum Jahresende greifen wir diese Veröffentlichungen noch auf. Diese Retro-Reviews verstehen sich nicht als Korrektur, sondern als Ergänzung: Alben, die inhaltlich, stilistisch oder innerhalb ihres jeweiligen Genres Gewicht haben und das musikalische Profil des Jahres entscheidend mitgeprägt haben.

Mit „Scorched Earth“ markieren HARAKIRI FOR THE SKY eine Rückkehr zu ihrer stärksten Form. Ein intensives Album, das den Kern ihres Sounds klarer freilegt als die unmittelbaren Vorgänger. Geprägt von eindringlichen, melancholischen Melodien und zugleich von viel Wut getragen, gelingt der Band erneut die Balance zwischen Gegensätzen, die stets emotional aufgeladen bleiben.

Emotionaler Einstieg mit Piano, Kontrasten und frühen Höhepunkten

Eines der ersten klaren Highlights ist der Opener „Heal Me“. Pianoklänge tragen den emotionalen Kern des Songs, während J.J. auf der anderen Seite des Spektrums mit wütenden, aufgewühlten Shouts agiert. Die Beteiligung von Gastmusiker Tim Yatras (Austere, Germ) ergänzt das vokale Gesamtbild wirkungsvoll. Gute Riffs, ein stark rhythmischer Mittelteil und ein atmosphärischer Abschnitt mit hallenden Vocals, der zum Piano zurückführt, ergeben eine vollständige Komposition mit wechselnden Klangräumen, die durch eine klare melodische Linie zusammengehalten werden. Ein beeindruckender Einstieg in das Album.

Ein weiterer deutlicher Höhepunkt ist „Keep Me Longing“. Wieder eröffnet ein Piano mit einer traurigen Melodie, die sich langsam zu einer komplexeren Struktur entwickelt. Besonders gelungen ist die Transformation dieser sensiblen, zerbrechlichen Linie in ein aggressiveres Klangbild, ohne dass der Song seine innere Geschlossenheit verliert. Prägnante Leadgitarren und wiederkehrende Pianochords begleiten das Stück durchgehend. Ein eindringlicher Song mit vielen emotionalen Ebenen und einer starken, einprägsamen Melodie.

Was lässt sich über HARAKIRI FOR THE SKY sagen, das nicht bereits bekannt wäre? Eine der bedeutendsten österreichischen Metal-Exportbands, mit beachtlichem Erfolg auf den europäischen Bühnen. 2011 in Salzburg gegründet, erschien 2012 das selbstbetitelte Debüt, gefolgt von „Aokigahara“ zwei Jahre später – zwei Veröffentlichungen, die die Band rasch zu einem der vielversprechendsten Acts ihres Genres machten. „III: Trauma“, vielfach als ihr Meisterwerk angesehen, stellte einen weiteren Entwicklungsschritt dar und gilt als herausragendes Beispiel für Post-Black-Metal. Seit Beginn besteht die Band aus M.S. (ex-Bifröst, ex-Karg live), der alle Instrumente spielt und für das Songwriting verantwortlich ist, sowie J.J. (Karg, Lûs, ex-Seagrave), der die Vocals und sämtliche Texte übernimmt.

Konsequente Weiterentwicklung und klare Handschrift

Das hohe Niveau hält auch „Without You I’m Just A Sad Song“, stilistisch leicht anders gelagert, aber nicht weniger emotional. Der Ansatz ist direkter, die Leadgitarre tritt stärker in den Vordergrund. Melodische, obsessive Akkorde tragen eine melancholische Linie, die sich zu massiven Klangwänden steigert, dabei jedoch immer wieder zu reduzierten, intimen Momenten zurückkehrt. Eine komplexe, vielschichtige Komposition von großer emotionaler Dichte.

Die Produktion ist sehr ausgewogen und genretypisch, mit der melodischen Leadgitarre als zentralem Element und den Vocals als bewusst gesetztem Kontrast. Doch die Musik von HARAKIRI FOR THE SKY geht darüber hinaus: Die Instrumentierung kann dicht und überwältigend sein, bleibt aber stets eingebettet und bildet das notwendige Fundament für die tragenden Elemente. Verantwortlich für die Produktion ist wie bei früheren Alben M.S., der das Klangbild präzise auf die gewünschte Wirkung abstimmt.

Aggression, Melancholie und stilistische Vielfalt im Albumverlauf

Die folgenden Songs führen die eingeschlagene Richtung konsequent fort. „No Graves But The Sea“ betont stärker die Black-Metal-Wurzeln der Band und wirkt insgesamt aggressiver. „With Autumn I’ll Surrender“ hingegen setzt elektronische Elemente ein, die Atmosphäre und Gesamtklang deutlich verändern, ohne den emotionalen Kern zu verlieren. J.J.s Shouts transportieren weiterhin Wut, während Gitarren und Keyboards Melancholie tragen.

I Was Just Another Promise You Couldn’t Keep“ ist besonders dramatisch angelegt. Weniger melodisch, dafür mit extrem eindringlichen Vocals, in denen J.J. herausragt. Vielschichtige Soundlagen, verzweifelte Schreie und eine dichte Instrumentierung prägen den Song, dessen Klang direkter und in Teilen sehr aggressiv ausfällt.

Too Late For Goodbyes“ kehrt zu einer stark melancholischen, klagenden Atmosphäre zurück. Der Gastbeitrag von Serena Cherry (Svalbard) verleiht dem Stück zusätzliche emotionale Tiefe. Den Abschluss bildet „Street Spirit (Fade Out)“, eine Coverversion des Radiohead-Klassikers von 1995. Mit Gastvocals von P.G. (Groza) entsteht eine eigenständige, intensive Interpretation, die sich deutlich vom restlichen Album abhebt und einen besonderen Platz in der Diskografie der Band einnimmt.

Verdichtete Emotionen und nachhaltige Wirkung

J.J.s Shouts stehen in starkem Kontrast zu den zerbrechlichen Melodien – ein bekanntes Markenzeichen der Band. Auf „Scorched Earth“ treten diese Gegensätze noch deutlicher hervor als zuvor und fügen sich dennoch zu einem geschlossenen Gesamtbild. Unter der scheinbar direkten Oberfläche verbirgt sich eine Vielzahl komplexer Schichten und detailreicher Klangräume, die mit jedem Hördurchgang neue Facetten offenbaren.

Ein Album voller einprägsamer Momente und markanter Songs, die ein Highlight an das nächste reihen. Mit über einer Stunde Spielzeit knüpft die Band an ihre bevorzugte epische Ausrichtung an. Die Länge der Stücke erlaubt es den Kompositionen, sich organisch zu entfalten, Entwicklungen auszuspielen und Emotionen konsequent auszudrücken. Verzweiflung, Verlust, Liebe, Zorn und existentielle Konflikte werden spürbar transportiert – und genau darin erfüllt das Album seinen Anspruch.

Fazit: HARAKIRI FOR THE SKY setzen mit „Scorched Earth“ einen markanten Punkt in ihrer Laufbahn – ein Werk, das Melodie und Aggression überzeugend vereint.

Tracklist

01. Heal Me
02. Keep Me Longing
03. Without You I’m Just A Sad Song
04. No Graves But The Sea
05. With Autumn I’ll Surrender
06. I Was Just Another Promise You Couldn’t Keep
07. Too Late For Goodbyes
08. Street Spirit (Fade Out) [Radiohead cover]

Besetzung

M.S. – All instruments
J.J. – Vocals

Drums by Kerim „Krimh“ Lechner 
Guest vocals on „Heal Me“ by Tim Yatras (Austere, Germ)
Guest vocals on „Too Late For Goodbyes“ by Serena Cherry (Svalbard)
Guest vocals on „Street Spirit“ by P.G. (Groza)
Backing vocals by Jorge Cisternas (Sunvher)

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HARAKIRI FOR THE SKY – Scorched Earth CD Review

NECKBREAKER – Mental Void

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NECKBREAKER Mental Void album cover
NECKBREAKER Mental Void album cover

Band: NECKBREAKER 🇨🇱
Titel: Mental Void
Label: Witches Brew
VÖ: 12/12/25
Genre: Thrash Metal

Bewertung:

3,5/5

Mit »Mental Void« liefert das chilenische Thrash-Metal-Kollektiv NECKBREAKER ein Album ab, das kompromisslos nach vorne prescht. Die Band um Gabriel “Kastor” Valenzuela (Gitarre), León Cox (Gitarre), Nicolás Zamorano (Gesang), Nacho Santa Cruz (Bass) und Daniel Inostroza (Schlagzeug) zeigt, dass sie ihren Stil mittlerweile präzise geformt hat. Elf Tracks, die zwischen aggressiven Riffs, treibenden Drums und wütendem Gesang balancieren, lassen keinen Zweifel daran, dass Thrash Metal noch lange nicht tot ist.

Präzision und Aggression

Schon der Opener »Radiopersecution« setzt den Ton: schnelles Tempo, präzise Gitarrenarbeit und ein treibender Bass, der die Rhythmussektion fest im Griff hat. Kastor und Cox liefern sich ein Gitarrenduell, das sowohl Melodie als auch rohe Gewalt transportiert. Zamoranos Stimme arbeitet wie ein zusätzlicher Schlagstock, rau, kompromisslos, beständig präsent.

Der Titelsong »Mental Void« zeigt die andere Seite der Band. Trotz der Geschwindigkeit bleibt genügend Raum für Spannung, die Breaks wirken organisch, nicht erzwungen. Die Mischung aus kontrollierter Technik und roher Energie zieht sich durch das gesamte Album. »Perception of Risk« punktet mit einem cleveren Einsatz von Tempowechseln, während »Crush Zionism« in seiner Aggressivität fast schon politisch aufgeladen wirkt.

Dynamik statt Monotonie

»Written in Gunpowder« und »The Flight of the Puma« demonstrieren die Fähigkeit der Band, Melodie und Wut zu verbinden. Gerade die Gitarrenarbeit ist bemerkenswert: Kastor und Cox wechseln zwischen scharfen Thrash-Riffs und eingängigen Leads, ohne dass es beliebig wirkt. Daniel Inostroza hält die Drums tight, jede Double-Bass-Passage sitzt, jeder Fill hat Gewicht. Nacho Santa Cruz ergänzt das Ganze mit einem Bassspiel, das mal groovt, mal einfach nur Druck erzeugt.

Von der Aggression zum Chaos

Die zweite Hälfte des Albums steigert die Intensität. »Alcoholic Possession« wirkt wie ein wütender Sturm, »Rotten Clue« kombiniert rabiate Riffs mit cleveren Rhythmuswechseln. »Cries« sorgt für kurzzeitige Entspannung, bevor »Rats« die Abrissbirne auspackt und das Album auf einer hochoktanigen Note beendet. Die Songs leben von ihrer direkten Wirkung, atmosphärische Experimente gibt es kaum, die Energie steht im Vordergrund.

Produktion und Sound

Der Sound von »Mental Void« ist klar und druckvoll. Gitarren klingen scharf, im Kontrast hierzu nicht überladen, der Bass ist präsent ohne zu dominieren, und das Schlagzeug sitzt im Mix perfekt. Trotz der Aggressivität der Musik bleibt alles differenziert, sodass man jede Nuance hören kann. Gerade im Thrash-Metal ist das keine Selbstverständlichkeit, NECKBREAKER gelingt hier eine gute Balance zwischen roher Kraft und technischer Präzision.

»Mental Void« ist kein Album, das auf sanfte Töne setzt. Es ist ein Statement, das deutlich macht, dass Thrash-Metal noch immer relevant ist, wenn man ihn ernst nimmt. Die Band hat ihre Stärken klar im Griff, punktet mit tightem Zusammenspiel und wuchtigen Kompositionen. Ein paar Songs wirken ein wenig vorhersehbar, aber insgesamt überzeugt das Album durch Energie, technische Finesse und konsequenten Thrash-Drive.

Fazit: »Mental Void« von NECKBREAKER ist ein Album, das Fans des Genres nicht verpassen sollten.

Tracklist

01. Radiopersecution
02. Mental Void
03. Perception of Risk
04. Crush Zionism
05. Written in Gunpowder
06. The Flight of the Puma
07. Alcoholic Possession
08. Rotten Clue
09. Cries
10. Rats

 

Besetzung

Gabriel “Kastor” Valenzuela – Guitar
León Cox – Guitar
Nicolás Zamorano – Vocals
Nacho Santa Cruz – Bass
Daniel Inostroza – Drums

 

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KING HEAVY – Atlantic Reborn

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KING HEAVY Atlantic Reborn album cover
KING HEAVY Atlantic Reborn album cover

Band: KING HEAVY 🇨🇱
Titel: Atlantic Reborn
Label: Witches Brew
VÖ: 12/12/25
Genre: Doom/Heavy Metal

Bewertung:

3/5

Mit »Atlantic Reborn« meldet sich die Doom/Heavy-Metal-Band KING HEAVY zurück. Nach ihrem Debüt versucht das Quartett, ihre Mischung aus drückenden Riffs, melancholischer Melodie und klassischem Metal-Drive weiter auszubauen. Die Band setzt dabei auf die klassische Formation: Daniel Pérez Saa am Bass, Matías Aguirre an der Gitarre, Miguel Canessa am Schlagzeug und Jorge Jones am Mikrofon. Das Line-up zeigt, dass KING HEAVY ihre musikalische Identität klar im Griff hat – das Experimentieren mit verschiedenen Stilen bleibt auf einem kontrollierten Level.

Ein introvertiertes Auftaktstück

Der Opener »The Aquatic Sleep« ist ein kurzes, einstimmendes Intro. Die Basslinien von Pérez Saa verleihen dem Intro Tiefe, während Aguirres Gitarren sparsamen, immerhin effektiven Einsatz zeigen. Es ist kein Song, der sofort im Ohr bleibt, aber er bereitet auf die kommenden, schwereren Tracks vor und markiert den Übergang zum Hauptteil des Albums.

Härte trifft Melodie

Mit dem zweiten Track, »Atlantic Slayer Reborn«, beginnt das Herzstück des Albums. Hier zeigt sich, was KING HEAVY am besten kann: schwere, doomige Riffs gepaart mit klassischen Heavy-Metal-Strukturen. Jones’ Gesang bewegt sich zwischen kraftvollem Screaming und melodischer Klarheit, während Canessas Schlagzeug das Tempo variabel hält und den Songs Raum zum Atmen lässt. Die Songstruktur ist traditionell, demgegenüber wirksam: Vers-Bridge-Refrain in einer Weise, die das Genre respektiert, ohne altbacken zu wirken.

Stärkere Momente und kleine Schwächen

»Nero Megaton« setzt die Linie fort, wird gleichwohl stellenweise unruhig. Die Riffs sind dicht, die Gitarrenarbeit präzise, doch der Song wirkt nahezu überladen. Die Band versucht, viel in kurze Zeit zu packen, was den Fluss stört. Ähnlich verhält es sich bei »Horror Absoluto«, wo die düstere Atmosphäre der Lyrics und der Musik von instrumentaler Unausgewogenheit getrübt wird. Trotz dieser kleinen Schwächen beweist die Band, dass sie die Grundprinzipien des Doom-Metal verstanden hat: Schwere, Dramatik und ein Hauch von Melancholie.

Klassiker in neuem Gewand

Die Tracks »La Gargola« und »Guardian Demon« zeigen, dass KING HEAVY desgleichen ohne große Experimente spannend bleiben kann. Besonders »Guardian Demon« überzeugt durch seine druckvolle Rhythmik und die dynamischen Wechsel zwischen langsamen, doomigen Passagen und energiegeladenen Heavy-Metal-Parts. Hier tritt die Chemie der Band besonders hervor: Pérez Saa und Aguirre liefern ein enges Zusammenspiel aus Bass und Gitarre, während Canessa und Jones den Rhythmus perfekt unterstützen. Diese Songs erinnern daran, dass das Album in seinen besten Momenten die Schwere und Energie des Genres glaubwürdig einfängt.

Roh und unverfälscht

Das letzte Stück, »The Origin of the Witch Hunts (First Rehearsal)«, wirkt wie ein roher Schnappschuss aus dem Proberaum. Die Aufnahme vermittelt einen direkten, beinahe ungeschliffenen Eindruck. Das kann polarisieren: Einerseits zeigt es die Band authentisch und ungekünstelt, andererseits stört die Produktionsqualität etwas den Hörfluss. Dennoch ist gerade diese rohe Energie ein Spiegelbild der Doom-Ästhetik: intensiv, direkt und zeitweilig unberechenbar.

Produktion und Klangbild

Die Produktion von »Atlantic Reborn« ist solide, hingegen nicht herausragend. Die Instrumente sind klar hörbar, das Schlagzeug druckvoll, die Gitarren definieren die melodischen Linien deutlich. Allerdings fehlt an einigen Stellen die Feinabstimmung, die das Album zu einem echten Highlight machen könnte. Gerade in den komplexeren Passagen geraten die Sounds manchmal leicht durcheinander, was das Hörerlebnis trübt. Trotzdem passt die Produktion zum Stil der Band: roh, ehrlich und heavy.

Solider Versuch mit Luft nach oben

»Atlantic Reborn« ist kein Meisterwerk, im Kontrast hierzu ein hörenswertes Album für Fans von Doom- und Heavy Metal. KING HEAVY zeigen, dass sie ihre Instrumente und die Grundstimmung des Genres beherrschen, wenngleich das Album in einigen Passagen überladen wirkt oder die Produktion kleine Schwächen aufweist. Die stärksten Tracks bleiben »Atlantic Slayer Reborn« und »Guardian Demon«, die den Kern der Band am klarsten transportieren. Das Album verdient eine Bewertung von 3 von 5 – solide, im Gegensatz hierzu mit Luft nach oben.

KING HEAVY beweisen, dass sie ihre Nische gefunden haben. Wer schwere, melodische Riffs mag, wird hier einiges entdecken, auch wenn das Album nicht durchgängig überzeugt. »Atlantic Reborn« ist ein Schritt in die richtige Richtung, ohne den Sprung zu einer echten Referenz im Genre zu schaffen.

Fazit: »Atlantic Reborn« von KING HEAVY ist ein solides Werk für Liebhaber dunkler Metal-Genres.

Tracklist

01. The Aqautic Sleep (Intro)
02. Atlantic Slayer Reborn
03. Nero Megaton
04. Horror Absoluto
05. La Gargola
06. Guardian Demon
07. The Origin of the Witch Hunts (First Rehearsal)

 

Besetzung

Daniel Pérez Saa – Bass
Matías Aguirre – Guitars
Miguel Canessa – Drums
Jorge Jones – Vocals

 

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KING HEAVY – Atlantic Reborn CD Review

THE LOSTS – Venom Within

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The Losts Venom Within album cover
The Losts Venom Within album cover

Band: THE LOSTS 🇫🇷
Titel: Venom Within
Label: Inverse Records
VÖ: 29/12/25
Genre: Heavy Metal

Bewertung:

3,5/5

Mit »Venom Within« liefern THE LOSTS ihr neuestes Heavy-Metal-Album ab, das eine klare Botschaft trägt: düster, aggressiv und dabei überraschend facettenreich. Die Band, bestehend aus YGC an Gesang und Gitarre, DGC an der Gitarre, PPG am Bass und JCR am Schlagzeug, zeigt, dass sie ihre Instrumente nicht nur beherrschen, sondern damit Geschichten erzählen wollen.

Schwer, bedrohlich und dennoch melodisch

Der Opener »A Dark Place To Hide« setzt sofort die Tonalität des Albums: schwer, bedrohlich und dennoch melodisch. YGCs Stimme trägt das Lied, unterstützt von druckvollen Gitarrenriffs und einem Bass, der tief ins Mark geht. Besonders auffällig ist JCRs Schlagzeugarbeit, die den Songs nicht bloß Rhythmus, sondern eine annähernd narrative Intensität verleiht. Wer auf Metal steht, der seine Wurzeln nicht verleugnet, hingegen trotzdem modern klingt, findet hier einen gelungenen Einstieg.

»Black Out Days« zieht die Geschwindigkeit an. Die Gitarrenarbeit von DGC ist tight, aggressiv, approximativ schon maschinenhaft, während der Bass die dunkle Grundlage liefert. Es ist ein Track, der live sicher sein volles Potenzial entfalten wird. THE LOSTS zeigen hier, dass sie das Spiel zwischen Melodie und Härte beherrschen.

Kontraste und Experimente

Mit »Back To Never« und »Magical Idea« zeigt die Band ihre experimentellere Seite. »Back To Never« baut auf komplexen Rhythmen auf, die fast progressive Züge tragen, ohne den Headbanger aus dem Blick zu verlieren. »Magical Idea« überrascht mit einer angenähert hypnotischen Eingängigkeit, die den Hörer kurz innehalten lässt – ungewöhnlich für ein Heavy-Metal-Album, im Kontrast hierzu passend und erfrischend.

Ein besonders atmosphärisches Stück ist »Mellem Verdenerne«. Hier erzeugen THE LOSTS eine dichte, geheimnisvolle Stimmung, die mehr an ein Soundtrack-Element erinnert als an klassischen Metal. Die Band beweist, dass sie neben Kraft und Härte auch Gespür für Klanglandschaften hat.

Mythologie und Epik

»Muspellsheim Ascent« greift mythologische Motive auf und verwandelt sie in epischen Heavy-Metal. Das Stück wirkt wie ein kleines Drama, in dem jeder Schlag, jeder Gitarrenakkord eine Szene zeichnet. Mit »Exponential Law« folgt ein Track, der mathematische Strukturen in rhythmische Patterns übersetzt – technisch anspruchsvoll, im Gegensatz hierzu stets nachvollziehbar und spannend.

Die Band zeigt sich in »The Headless Cross Reloaded« von einer verspielten Seite. Ein Song, welcher mit seiner dunklen Handschrift für Aufsehen sorgt. Die Mischung überzeugt und lässt den Hörer gekonnt mit dem Kopf wohlwollend mitwippen.

Zusammenarbeit und Vielfalt

Ein Highlight ist die Zusammenarbeit mit Valérie Penumbra auf »Here Comes Tragedy«. Ihre Stimme kontrastiert YGCs rauem Gesang und öffnet eine neue Klangdimension. Dieser Track hebt sich deutlich vom Rest des Albums ab und zeigt, dass THE LOSTS bereit sind, musikalische Grenzen auszuloten.

Mit »Into The Unknown…« und »The Whisperers« schließen die vier Musiker das Album atmosphärisch und eindringlich ab. »Into The Unknown…« wirkt wie ein musikalischer Schritt ins Ungewisse, getragen von subtilen Details in der Instrumentierung. »The Whisperers« bleibt im Ohr, nicht durch Überwältigung, sondern durch subtile Nuancen, die beim wiederholten Hören ihre volle Wirkung entfalten.

THE LOSTS entfachen ihr dunkles Feuer

»Venom Within« ist kein Album für schnelle Zugriffe oder oberflächliches Hören. Es fordert Aufmerksamkeit, belohnt überdies mit komplexen Strukturen, intensiven Stimmungen und einer klaren musikalischen Handschrift. THE LOSTS balancieren zwischen klassischem Heavy Metal, progressiven Momenten und experimenteller Atmosphäre.

Technisch sitzt alles: Die Gitarren sind präzise, der Bass drückt, das Schlagzeug treibt an und der Gesang variiert gekonnt zwischen aggressivem Schreien und melodischen Passagen. Die Produktion ist sauber, ohne steril zu wirken, und trägt die düstere Stimmung des Albums konsequent.

Wer bereits Fans der Band ist, wird die Weiterentwicklung zu schätzen wissen. Neue Hörer könnten sich zunächst an der Dichte und der dunklen Stimmung reiben, finden immerhin schnell in die Welt von THE LOSTS hinein. Die Bewertung von 3,5 von 5 spiegelt eine solide Leistung wider, die gelegentlich kleine Brüche in der Dramaturgie zeigt, aber insgesamt ein stimmiges, kraftvolles Paket liefert.

»Venom Within« ist kein Album, das man nebenbei hört. Es ist eine Einladung, sich auf ein intensives, dunkles Klangabenteuer einzulassen – Heavy Metal, der sowohl den Körper als desgleichen den Kopf anspricht.

Fazit: »Venom Within« von THE LOSTS ist ein solides Heavy Metal-Album, das Fans des Genres ansprechen dürfte.

Tracklist

01. A Dark Place To Hide
02. Black Out Days
03. Back To Never
04. Magical Idea
05. Mellem Verdenerne
06. Muspellsheim Ascent
07. Exponential Law
08. The Headless Cross Reloaded
09. Here Comes Tragedy (feat. Valérie Penumbra)
10. Into The Unknown…
11. The Whisperers

 

Besetzung

DGC – Lead & rhythm guitars, thrash & backing vocals
JCR – Drums, extreme & backing vocals
PPG – Bass guitars, backing vocals
YGC – Lead & backing vocals, lead & rhythm guitars

 

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THE LOSTS – Venom Within CD Review

PHANTOM CORPORATION – Time And Tide

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PHANTOM CORPORATION Time And Tide album cover
PHANTOM CORPORATION Time And Tide album cover

Band: PHANTOM CORPORATION 🇩🇪
Titel: Time And Tide
Label: Supreme Chaos Records
VÖ: 12/12/25
Genre: Death Metal/Crust

Bewertung:

4,5/5

Mit ihrem neuesten Album »Time And Tide« zeigen PHANTOM CORPORATION einmal mehr, dass sie im Death-Metal- und Crust-Genre zu den kreativsten Bands ihrer Generation gehören. Elf Tracks liefern eine Mischung aus roher Aggression, technischer Finesse und atmosphärischer Dichte, die Fans von düsterem Metal sofort in ihren Bann zieht. Die Band kombiniert wuchtige Riffs mit präzisen Drums, während Leif Jensens Gesang zwischen gutturalem Growl und markantem Screaming pendelt.

Härte trifft Präzision

Die Eröffnung mit »Frantic Disruption« legt sofort die Messlatte hoch. Der Song startet mit einem intensiven Gitarrenriff, das Philipp Schulte und Arne Berents perfekt aufeinander abstimmen. Marc-Andrée Diekens Schlagzeug treibt den Track kompromisslos voran, während Ulf Imwiehe den Bass als pulsierendes Rückgrat einsetzt. Schon hier zeigt sich die Stärke der Band: rohe Energie trifft auf durchdachte Songstruktur. Der Hörer wird sofort in ein stürmisches Klangbild gezogen, das kaum eine Atempause zulässt.

Mit »Dead Of Night« verlagert die Band den Fokus auf ein dunkleres, bedrohliches Klangbild. Die Gitarrenarbeit entwickelt eine annähernd schon hypnotische Qualität, während Jensens Gesang wie ein warnender Schatten über die drückenden Rhythmen gelegt wird. Die Mischung aus Tempowechseln und doom-artigen Passagen sorgt zusammenschließend, dass der Track weit mehr ist als ein einfacher Metal-Song. Hier zeigt sich das Talent der Band, verschiedene Facetten des Genres nahtlos zu verbinden.

Brutalität mit Struktur

»Crushed« und »Krokodil« verdeutlichen, dass PHANTOM CORPORATION weder auf technische Verspieltheit noch auf rohe Gewalt verzichten will. Während »Crushed« mit schnellen, thrashigen Riffs und komplexen Schlagzeugmustern überrascht, baut »Krokodil« auf tiefer gestimmte Gitarren und stampfende Rhythmen, die eine approximativ apokalyptische Stimmung erzeugen. Die Band schafft es, dass jedes Instrument seinen Raum bekommt, ohne dass der Gesamtfluss verloren geht. Besonders Arne Berents Lead-Gitarrenarbeit sticht heraus, die präzise Soli mit dramatischem Ausdruck verbindet.

»Pound Of Flesh« und »To The Hilt« zeigen die dunkle Seite der Band, die lyrisch und musikalisch eine Mischung aus Wut und Verzweiflung transportiert. Die Songs wirken wie eine künstlerische Verarbeitung von inneren Konflikten, die gleichzeitig den typischen Death-Metal-Sound weitertragen. Jensens Stimme bleibt dabei das emotionale Zentrum, seine Growls und Screams verschmelzen mit den instrumentalen Schichten zu einem aggressiven, aber kontrollierten Gesamterlebnis.

Höhepunkt des Albums

Der Titeltrack »Time And Tide« ist das Herzstück des Albums. Mit einem Wechsel aus melancholischen Melodien und brachialen Blastbeats erzählt die Band eine Geschichte von Vergänglichkeit und Widerstand. Die Lead-Gitarren erzeugen eine fast epische Dimension, während das Schlagzeug die Dramatik kontinuierlich aufrechterhält. Hier zeigt sich die Vielschichtigkeit von PHANTOM CORPORATION am deutlichsten: Ein Song, der sowohl technisch beeindruckt als desgleichen emotional greifbar ist.

»Sorcerer« und »For All The Wrong Reasons« bringen wieder die rohe Energie zurück. Treibende Rhythmen, markante Breaks und ein stetiges Wechselspiel zwischen Gitarren und Bass sorgen verschmelzend, dass kein Moment der Monotonie entsteht. Besonders im Zusammenspiel von Schulte und Berents wird deutlich, wie gut die Band ihre Kräfte bündelt. Jeder Song wirkt durchdacht, selbst wenn er die Intensität beinahe bis an die Schmerzgrenze steigert.

Todbringendes Finale

»Western Apocalypse« bildet den Abschluss des Albums und setzt ein weiteres Mal ein starkes Ausrufezeichen. Die Mischung aus Doom-artigen Passagen, schnellen Blastbeats und markanten Riffs hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck. Die Produktion von »Time And Tide« sorgt dafür, dass jeder Ton klar hörbar ist, ohne dass die rohe Aggression verloren geht.

PHANTOM CORPORATION liefern mit »Time And Tide« ein Album ab, das sowohl für langjährige Fans als auch für Neueinsteiger im Death-Metal- und Crust-Bereich spannend ist. Die Band zeigt technische Finesse, musikalische Vielseitigkeit und eine Energie, die direkt unter die Haut geht. Mit 4,5 von 5 Punkten verdient sich das Werk eine starke Empfehlung.

Fazit: PHANTOM CORPORATION präsentieren mit »Time And Tide« ein kraftvolles, atmosphärisch dichtes Werk, das durch seine Vielfalt und Energie überzeugt.

Tracklist

01. Frantic Disruption
02. Dead Of Night
03. Crushed
04. Krokodil
05. Pound Of Flesh
06. To The Hilt
07. Time And Tide
08. Sorcerer
09. For All The Wrong Reasons
10. Crisis
11. Western Apocalypse

 

Besetzung

Leif Jensen – Vocals
Philipp Schulte – Guitar
Arne Berents – Lead Guitar
Ulf Imwiehe – Bass
Marc-Andrée Dieken – Drums

 

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PHANTOM CORPORATION – Time And Tide CD Review