Band: Boarders
Titel: The World Hates Me
Label: Retroactive Records
VÖ: 2009
Genre: Thrash Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Der 80er Thrash Metal hat ja bekanntlich seine zweite Blütezeit und viele neue Bands frönen den traditionellen Klängen. Eine weitere in der Flut dieser Bands sind die Italiener von Boarders, mit dem großen Unterschied, dass diese Jungs den herkömmlichen Thrash Sound mit vielen erdigen Rocktrademarks verschönern. Was im ersten Moment etwas belanglos klingen mag, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als sehr spritzig und weis in allen Facetten zu überzeugen. Einflüsse von Megadeth und Metallica haben sie sich groß auf ihrem Banner geschrieben. Diese hört man auch recht gut raus, doch auch einige Rockgrößen aus den 80ies komplettieren hier den Gesamtsound. Egidio Casati (voc & guit), Luigi „Gigi“ Civardi (guit), Roberto Agnelli (drums) und Oskar Sasso (bass) (handelt es sich hier etwa um den Cousin eines gewissen Angelo Sasso) haben via Retroavtive Records ihr neuestes Machwerk „The World Hates Me“ in die Läden gestellt und dieses ist eine Mischung aus AC/DC meets Metallica/Megadeth, welches mit viel Power Metal verfeinert wurde. Gute Mischung die mit viel Pfiff in Szene gesetzt wurde.

Recht treibend, rockend wird das Machwerk mit „True Rebellion“ eröffnet. Die Thrash Elemente sind hier noch nicht zu verspüren und man ackert sich recht erdig – rockend durchs Programm. Eine schöne pfiffige Schlagseite haben die Jungs dabei, welche ordentlich in die Magengegend runter groovt. So genug gerockt, denn bei „Baptized with Fire“ startet der Trupp nach und nach die Thrashmotoren, bis man auf einer ordentlich speedigen Fahrt angelangt ist. Etwas Power Metal lastig mit leichten Anleihen im Thrash Metal wurde hier alles ausgerichtet. Viele galoppierende Passagen werden immer wieder durch viele Power Metal Melodien komplettiert und die Mischung erinnert mich ein wenig an die Jungs von Grim Reaper. Auch der Gesang des Fronters ist dem von Steve Grimmet sehr ähnlich. Ruhig und beschaulich startet nun „Schmertzgarten“. Kurz nach etlichen Sekunden liefert man uns so manchen speedigen Riffleckerbissen, bevor man in beschauliche Gefilde zurück kehrt. Nur die Gitarrenlinien verbleiben in einer etwas treibenden, der Gesang verbleibt und besänftigt eher. Somit hat man eine recht gute Midtemponummer mit einigen flotteren Ausreißern geschaffen. Zum Ende hin bekommt man dann nun endgültig bestes Kraftfutter aus den early Days von Metallica geboten, die dann eine weitere Abwechslung bieten. „Never Alone“ wartet nun ebenfalls mit einer recht ruhigen Einleitung auf. Hier bekommt man rockende Midtempogefilde um die Ohren geknallt, welche eher untypisch sind und zusätzlich gibt sich eine Dame mit ihrer warmherzigen Stimme ein Stell dich ein. Ganz schön Crossover packen es die Burschen an und dadurch geht man nicht unbedingt in der Masse unter. Das Megadeth Cover „In my Darkest Hour“ steht nun an fünfter Stelle. Im Großen und Ganzen weis der Trupp zu begeistern, dennoch ein Megadave Fan sollte hier schnell weiter drücken, denn es fehlt einfach das gewisse etwas, welches eben nur durch das Geraunze eines gewissen Herrn Mustaine geliefert wird und überzeugen kann. Mit viel 80ies Spirit wird nun bei „Jump for Joy“ weiter gewerkelt, auch hier frönt man nicht vollends dem Thrash Metal sondern verbindet ihn ein weiteres mal mit flotten, treibenden Rockelementen. Auch einige Maideneinflüssen seitens der Gitarren kristallisieren sich hier sehr deutlich raus. Etliche Blicke und Eckpfeiler setzt man hier eindeutig in Richtung Amerika. Guter Thrash Metal der alten Schule wird nun durch „For What it’s Worth“ geliefert. Hier donnern die Italiener das erste Mal richtig waschecht im Thrash Metal Rhythmus daher und dabei klingt man äußerst räudig was dem ganzen noch einen drauf setzt. „Deliver You Back to Hell“ klingt ein weiteres mal so verdächtig an Grim Reaper das man schon fast glauben könnte es handle sich hier um unveröffentlichtes Material der Amis. Wer auf diese Mischung des Power/Thrash Metal mit hohen Shouts steht und sich noch zusätzlich mit melodischen Solis und Riffs verwöhnen lassen will, der sollte hier länger verweilen. Deutlich kantiger und wieder mit viel Thrash Metal im besten Reinheitsgebot wird nun „W.P.D.“ nachgeschoben. Galoppierende Gitarren wühlen hier ordentlich auf und laden zum ordentlichen Abhoten ein. Viele Metallica Elemente aus den Achtzigern kristallisieren sich vor allem bei den Gitarrenlinien raus, aber auch etliche Eckpfeiler zu den bereits erwähnten amerikanischen Kollegen wurden ein weiteres Mal verarbeitet. Ob nun eine Ballade auf solch einem Album stehen darf oder nicht muss jeder mit sich selbst ausmachen. Mit „Till Your Life Do Us One“ schiebt man uns einen ordentlichen Weichspüler nach. Schöner sanfter Track keine Frage, doch auf einem solchen Album hat diese Art von Songs nichts zu suchen, ist zumindest meine Meinung. Recht doomig und rotzig ist der Anfang von „The World Hates Me“ ausgefallen. Der gleichnamige Titeltrack ist nun nach der vorangegangenen Valiumtablette die willkommene Abwechslung. Ein Instrumental hat man hier geschaffen das recht düster aus den Boxen dröhnt und das Album abrundet.

Fazit: Gut ein reines Thrash Metal Album haben die Herrschaften nicht eingespielt. Eher Power/Thrash wird hier geboten der durch viele Eckpfeiler an die Jungs von Grim Reaper erinnert. Somit sei ist dieser Output eher für die 80er Power Metal Liebhaber gedacht. Abgesehen von einem Weichspüler bekommt man aber recht guten Power/Thrash mit etlichen rockigeren Anleihen geboten. Sicher nicht jedermanns Sache. Reine Thrash Fans sollten dabei aber lieber die Finger davon lassen, denn zu Crossover wurde dieses Album ausgerichtet und dürfte für genannte Verehrer ein Schlag in die Fresse sein.

Tracklist:

01. True Rebellion 03:57
02. Baptized with Fire 03:51
03. Schmertzgarten 04:23
04. Never Alone 04:21
05. In my Darkest Hour (Megadeth cover) 06:14
06. Jump for Joy 04:11
07. For What it’s Worth 03:06
08. Deliver You Back to Hell 04:11
09. W.P.D. 03:23
10. Till Your Life Do Us One 03:56
11. The World Hates Me 05:22

Besetzung:

Egidio Casati (voc & guit)
Luigi „Gigi“ Civardi (guit)
Roberto Agnelli (drums)
Oskar Sasso (bass)

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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