OLYMP – Rising

Olymp - Rising - album cover

Band: OLYMP 🇩🇪
Titel: Rising
Label: Metalizer Records
VÖ: 19/12/25
Genre: Heavy Metal

Bewertung:

4/5

Mit »Rising« legt die Band OLYMP ihr bereits zweites Full Length Album vor, das keinen Zweifel daran lässt, wohin die Reise gehen soll. Hier will niemand vorsichtig anklopfen oder Trends bedienen. OLYMP treten die Tür ein, mit erhobenem Haupt und einem klaren Bekenntnis zum Heavy-Metal alter Schule, ohne sich darin zu verlieren. Das Album wirkt durchdacht, ambitioniert und erstaunlich geschlossen für einen Erstling.

Souverän zwischen kraftvoller Klarheit und rauer Schärfe

Im Zentrum steht Sebastian Tölle, der nicht nur Leadgesang und Gitarre übernimmt, sondern dem Material auch seinen Stempel aufdrückt. Sein Gesang bewegt sich souverän zwischen kraftvoller Klarheit und rauer Schärfe, ohne je ins Theatralische abzurutschen. Gerade in den hymnischen Momenten zeigt sich, dass hier jemand weiß, wie man Spannung aufbaut und hält. Gitarristisch ergänzt ihn Armin Feigl, dessen Spiel weniger auf Effekthascherei als auf saubere Riffs und stimmige Leads setzt. Die beiden Gitarren greifen oft ineinander, mal treibend, mal episch, und sorgen für die melodische Dichte des Albums.

Das rhythmische Fundament liefern André Möbius am Bass, der zusätzlich Backgroundgesang beisteuert, und Dominik Rankl am Schlagzeug. Rankl spielt druckvoll, aber nie überladen. Seine Beats geben den Songs Struktur und Vorwärtsdrang, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Möbius’ Bass bleibt erfreulich präsent im Mix und sorgt dafür, dass die Songs ebenfalls in den ruhigeren Passagen Substanz behalten.

Markanten Gesangslinie

Der Einstieg mit Intro »Prodromos« ist bewusst atmosphärisch gehalten. Das kurze Instrumental baut Spannung auf und öffnet den Raum für das, was folgt. »Olive Wreath« setzt dann ein erstes Ausrufezeichen. Ein klassisches Heavy-Metal-Riff, getragen von einer markanten Gesangslinie, die sofort hängen bleibt. Hier wird klar, dass OLYMP auf starke Refrains setzen, ohne ihre Songs auf bloße Hooklines zu reduzieren.

»Thread of Life« zeigt eine melodischere Seite der Band, angenähert schon nachdenklich, ohne an Kraft zu verlieren. Der Song entwickelt sich langsam, gewinnt an Intensität und mündet in ein Solo, das mehr erzählt als viele Worte. »Fire and Brimstone« zieht das Tempo wieder an und klingt wie eine Verbeugung vor der alten Schule, ohne nostalgisch zu wirken. Das Stück lebt von seiner Dynamik und der spürbaren Spielfreude.

Wechselnden Stimmungen

»Olymp« bildet das Herz des Albums. Episch angelegt, mit wechselnden Stimmungen und einem Refrain, der Größe ausstrahlt, ohne pathetisch zu werden. Hier passt alles zusammen: Songwriting, Arrangement und Performance. »Eternal Torment« und »Titan War« schlagen härtere Töne an, riffbetont und kompromisslos. Besonders »Titan War« überzeugt durch seinen treibenden Rhythmus und einen fast martialischen Charakter.

Mit »Orpheus« erlauben sich OLYMP einen Ausflug in ruhigere Gefilde. Der Song wirkt introspektiv, beinahe melancholisch, und zeigt, dass die Band desgleichen mit Zurückhaltung überzeugen kann. Das abschließende »White Rose« rundet das Album stimmig ab. Es vereint noch einmal die verschiedenen Facetten von »Rising« und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck.

Produktionstechnisch ist »Rising« sauber und druckvoll, ohne steril zu klingen. Die Instrumente haben Luft zum Atmen, der Gesang sitzt gut im Mix, und die Songs profitieren von der klaren Struktur. Man hört, dass hier Wert auf Details gelegt wurde.

Tradition respektierend

»Rising« ist ein starkes Heavy-Metal-Album, das Tradition respektiert und dennoch eigenständig wirkt. OLYMP zeigen Mut zur Größe, ohne sich darin zu verlieren. Mit 4 von 5 Punkten ist das Album eine klare Empfehlung für alle, die handgemachten Metal mit Substanz schätzen.

Fazit: OLYMP beweisen mit »Rising«, dass sie einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht haben.

Tracklist

01. Prodromos
02. Olive Wreath
03. Thread of Life
04. Fire and Brimstone
05. Olymp
06. Eternal Torment
07. Titan War
08. Orpheus
09. White Rose

 

Besetzung

Sebastian Tölle – Lead Vocals / Guitars
Armin Feigl – Guitars
André Möbius – Bass / Backing Vocals
Dominik Rankl – Drums

 

Internet

OLYMP – Rising CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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