Band: Draconian
Titel: A Rose for the Apocalypse
Label: Napalm Records
VÖ: 2011
Genre: Gothic/Doom Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Die Gothic Doomster Draconian melden sich nach gut 3 Jahren und dem fulminanten Vorgänger „Turning Seasons Within“ zurück. „A Rose for the Apocalypse“ nennt sich der neueste Reiter in der Bandkarriere. Besonders hellhörig darf man wieder auf das Gesangsdoppel Lisa Johansson/Anders Jacobsson sein. Man bewahrt die Linie welche man beim Vorreiter dieses Silberlings uns hinterlassen hat und verfeinert nur dezent das ganze Konzept. Somit kann man zwar von einer zaghaften Fortsetzung sprechen, aber die Schweden müssen auch nichts Neues erfinden, mit ihrer Art des doomige Gothic Metal haben sie uns schon seit 1995 gezeigt das man behände und äußerst standhaft das Banner gegen den Wind hält.

Dunkel und bedrohlich wagt man den Anfang bei „The Drowning Age“ und ballert flott aber auch schwarz episch dahin. Genau das macht Draconian aus, ihre sachte Fortsetzung in Sachen Veränderung der Rhythmik. Klarer wird es erst ab gut der Mitte. Orchestrale Sound geben sich versöhnlich die Hände mit harschen Beats und dabei brüllt der Frontmann amtlich Gischt und Galle. Besonders zu gefallen wissen mir persönlich die weitrauslaufenden Melodien die das Ganze immer wieder in die hymnische Richtung lenken. Somit bietet man bereits beim Opener eine farbenvielfallt wie man sie sich nur wünschen kann.

Mehr dem kalten Doom Sound der epischen Art ist man mit „The Last Hour Ancient Sunlight“ angetan. Man offeriert aber auch bei diesem Stück eine schöne idyllische Seite die ordentlich unter die Hau geht. Sanfte Klänge beschwichtigen, bevor man den donnernden Doom Hammer wieder auf uns hernieder schnellen lässt.

Zwar weiterhin etwas doomiger, wenn auch weit nicht so rau wird mit „End Of The Rope“ weiter gemacht. Sicher man bietet auch hier nicht einen glasklaren Sound, aber deutlich verschönerte Linien. An und ab legt man über das harmonische Grundsoundbild einen rauen Schleier darüber und vor allem durch den bahnbrechenden Growlgesang des Fronters wirkt alles härter und vermischter.

Noch um einen Tick klarer, als auch etwas fröhlicher schallt nun „Elysian Night“. Mehr vom Doom bewegt man sich hier in die Gothic Richtung. Man muss aber Draconian eines attestieren, sie lassen nichts solider oder stupide klingen. Das heißt aber auch nicht dass man gleich mit zu vielen Soundvibes beübt wird. Farbenprächtig und in schönen Scheibchen vollführt man so den nächsten Streich eben, wo eindeutig die Frontnachtigal weites gehend das Sagen hat. Doch ins Abseits kann sie ihren Frontkollegen dennoch nicht und immer wieder brüllt sich dieser lange genug ins Geschehen um uns das Fürchten zu lehren. Gute Wechselgesangthematik die etwas mehr in die Magengrube geht.

Mit traurigem Soundklang wird nun etwas depressiver bei „Deadlight“ weiter gemacht. Zwischen betrüblichem Idyll und sanften, teils härteren Eskapaden wir reichhaltig heraus genommen und in guter, Wechselmischung zum Besten gegeben.

Etwas mehr in die flottere Richtung kehrt man nun durch „Dead World Assembly“ zurück. Weiterhin lässt man alles sehr betrüblich klingen, allerdings wurde das Ganze eben mit flotteren Soundrhythmen verfeinert. Doch auch harmonische Klänge kommen nicht zu schlapp zum Einsatz und bilden dabei einen sehr guten Ruhepol der zum Hörgenuss dient und eine kurze entspannte Stimmung auslöst.

Sehr folkloristisch wirkt die Einleitung von „A Phantom Dissonance“ schon im Hintergrund macht sich ein dröhnender Dunkelsound bemerkbar, welcher Sekunden später zum einem eisigen Orkan ausbricht. Epik, eisernes Gepeitsche, als auch warmherzigere Parts werden uns hier in mehreren Phasen zum Besten gegeben und das weckt weiterhin das Interesse an dieser Mannschaft und ihrem neuen Silberling.

Etwas moderner angehaucht kommt nun „The Quiet Storm“ daher. Vorerst verdingen sich auch hier ruhige Linien, welche aber durch verzerrte Vibes wesentlich moderner in Szene gesetzt wurden. Wie eine eisige, steife Meeresbrise peitscht uns immer wieder die vehemente Durchstartphase ins Gesicht. Sehr nordisch angehaucht und die tollen Doom Beats lassen es dabei ordentlich rumoren vom Kopf bis zum Fuß verspürt man ein nachhaltiges Beben!!!

Zurück zur etwas epischeren, heldenhafte Startlinie befördert man uns mit „The Death Of Hours“. Satter Doom Sound der nordisch – hymnischen Art wird uns stattlich präsentiert. Dabei bieten vor allem die langatmigen Melodien das besondere Schmankerl bei dieser Nummer. Was etwas doomiger begonnen wurde mündet bis zur Mitte mehr und mehr im Gothic Metal Sound. Dennoch kann man auch hier locker noch von einer gleichberechtigten Mischung sprechen, auch wenn beiden Elementen mal mehr Mal weniger Augenmerk geschenkt wird. Somit ergibt sich eine herrliche Melange die sich im Gehörgang festharkt.

Wo man uns im Vorhinein sitzen hat lasse, genau an diesem Zipfel knüpft und spinnt man nun weiter bei „Wall Of Sighs“ das Soundnetz. Erneut gibt es diesen herrlich nordischen Doomsound der immer mehr das Zepter schwingt und dadurch den klareren, idyllischen Gothic Sound fast gänzlich auslöscht.

Fazit: Draconian sind ein Unikum, was sie anpacken wird zu einem wahren Schatz für das verwöhnte Gehör. Man bietet eine Vielzahl an Sounds aus dem Bereich Doom und Gothic und verfeinert diese Elemente mal mehr Mal weniger mit guten Soundergänzungen und neueren Ideen. Superbe Fortsetzung in der Bandkarriere, die vor allem alle Gothic Metal interessierte sehr begeistern wird!!!!

Tracklist:

01. The Drowning Age 7:18
02. The Last Hour Ancient Sunlight 5:26
03. End Of The Rope 6:34
04. Elysian Night 7:52
05. Deadlight 6:32
06. Dead World Assembly 5:52
07. A Phantom Dissonance 5:39
08. The Quiet Storm 6:37
09. The Death Of Hours 7:48
10. Wall Of Sighs 5:14

Besetzung:

Anders Jacobsson (voc)
Lisa Johansson (voc)
Johan Ericson (guit)
Jerry Torstensson (drums)
Daniel Arvidsson (guit)
Fredrik Johansson (bass)

Internet:

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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