Sanhedrin – The Poisoner

Sanhedrin-The-Poisoner-album-cover

Band: Sanhedrin
Titel: The Poisoner
Label: Cruz Del Sur
VÖ: 22/02/2019
Genre: Heavy Metal
Bewertung: 4.5/5

Das aufstrebende Trio um Erika Stoltz, ihres Zeichens zuständig für den Bass und den markanten Gesang von SANHEDRIN, hat es 2018 (A Funeral For The World) zurecht auf die Einkaufslisten aller halbwegs Underground-kundigen Metalheads geschafft. Wir sehen alle langsam aber sicher einer Zeit entgegen, in der die Granden unseres Lieblingsgenres nicht mehr touren und aufnehmen werden. Zum Glück scheint es – wenn schon nicht kommerziell, dann zumindest qualitativ – in letzter Zeit keinen Mangel mehr an jungen talentierten Nachfolgern zu geben.

SANHEDRIN waren mit ihrem sehr eigenständigen Stil, der dennoch die ein oder andere Verbeugung vor den Klassikern nicht vermissen lässt, mit ihrem Debut dabei bereits ganz weit vorne. Völlig zurecht, hatten sie mit „Riding On The Dawn“ auch noch einen einwandfreien Mega-Ohrwurm im Gepäck, der einem meisterhaften Debut den absoluten Endschliff verlieh.

Der Nachfolger dagegen wird von einem vergleichsweise schleppenden und sperrigen Überlängen-Song eingeleitet. Mutig und unkonventionell, keine Frage, aber hier wäre das famose „Wind On The Storm“ in jeder Hinsicht ein besserer Einstieg gewesen. Ansonsten bleibt sich die Band treu und hält das bereits hohe Niveau des Erstlings. Eine Steigerung oder endgültiger Ritterschlag gelingt der Band hier aber in meinen Ohren nicht. Zwar nehme ich insgesamt einige weitere Verbesserungen in Sachen Songwriting wahr, auf der anderen Seite fehlt dem Album diesmal diese packende Übernummer, die „A Funeral For The World“ so herausgehoben hat.

Das ist aber – wohlgemerkt – Gemecker auf verdammt hohem Niveau, und gewissermaßen sogar unfair: Denn Sanhedrin definieren sich ganz klar abseits des hitproduzierenden und faustreckenden Party-/Mainstream-Metals, sondern verlangen nach Hörern, die sich noch bewusst mit Musik auseinandersetzen und auf sich wirken lassen. Unter dieser Voraussetzung ist „The Poisoner“ ein mächtiger Grower von einem Album, vielleicht sogar Vorbote eines Magnum Opus in der Zukunft der Band. Ich freue mich schon drauf, Jungs und Mädel demnächst live zu erleben.

Anspieltipps: „Wind On The Storm”, “The Poisoner”, „The Getaway“ und Blood From A Stone”.

Tracklist

01. Meditation (All My Gods Are Gone)
02. Wind On The Storm
03. Blood From A Stone
04. The Poisoner

05. The Getaway
06. For The Wicked
07. Saints And Sinners
08. In From The Outside

Besetzung

Jeremy Sosville (Guitar)
Erica Stoltz (Bass, Vocals)
Nathan Honor (Drums)

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Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

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