Band: Stream of Passion
Title: The Flame Within
Label: Napalm Records
VÖ: 2009
Genre: Progressive/Symphonic Gothic Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Recht gespannt war ich auf die neue Cd von Stream of Passion. Kann man etwa auch ohne Arjen Lucassen überzeugen. Na da sind wir mal gespannt, denn auf dem Erstling der unter dem Banner Stream of Passion veröffentlicht wurde setzte einige Maßstäbe. Drei Jahre haben sich Marcela Bovio (voc & violin), Eric Hazebroek (guit), Stephan Schultz (guit), Johan van Stratum (bass), Jeffrey Revet (keys) und Davy Mickers (drums) Zeit gelassen um „The Flame Within“ in trockene Tücher zu holen. Das Machwerk ist nun via Napalm Records erhältlich und dürfte all jene interessieren die auf progressiven Metal mit Frauenstimme stehen. Doch auch Neugierige die das erste Album der Truppe vergöttert haben könne sich schon mal beruhigt Richtung Plattenladen aufmachen, denn ihr neuestes Machwerk dürfte auch diese Personengruppe nicht enttäuschen.

Recht klassisch startet man diesmal den Output mit „The Art Of Loss“, welches durch einen monumentalen Teil abgelöst wird und dieser mündet dann in einen recht rauen, melancholischen Teil. In diesem verweilt man nun etwas länger und vor allem die sehr rotzigen Gitarren lassen die Nummern nicht zu glatt poliert klingen. Die hübsche Mexikanerin macht auch auf dem neuesten Output eine sehr gute Gesangsfigur und vor allem besticht sie durch ihren durchwegs warmherzigen, klaren Gesang. Satte Riffs und Solis gibt es am laufenden Band und auch ohne Multitalent und Riese Arjen Lucassen macht die Truppe einen sehr guten Eindruck und somit sind schon beim ersten Song alle Befürchtungen verblasst. Zumindest bei mir ist es so. Etwas schwermütiger geht es nun mit „In The End“ weiter. Die wankelmütige Stimmung behält man auch bei, wenngleich es nun deutlich lieblicher zugeht und das schretternde Grundriff eine Zeit lang von klassischem Klavierspiel begleitet wird. Der sehr bombastische Mittelteil der nun folgt dröhnt sehr amtlich und kräftig aus den Boxen, jedoch wird immer mit diesem und dem lieblichen stet gewechselt und das macht das gewisse etwas aus. Auch das nun folgende „Now Or Never“ ist erst einmal fürs Seele baumeln gedacht, doch besticht man hier etwas früher mit einer flotteren Stilausrichtung. Vor allem der Seitenhexer macht richtig Dampf mit seinem schretternden Spiel, wenngleich die Frontdame ihn immer versucht zu besänftigen. Viele symphonische Ausbrüche werden druckvoll, gekonnt in Szene gesetzt und das zusätzlich dazu eingeflochtene klassische Klavierspiel fügt sich nahtlos in den recht metallischen Gesamtsound ein. „When You Hurt Me The Most“ startet ebenfalls mit viel klassischem Feeling und danach bekommt man eine richtig mit viel Leid und Pathos angereicherte Liebesballade kredenzt. Wobei die Cello Streicherparts der wohl absolute Hammer sind. Sanfte Mischung aus balladesken Elementen und viel klassischem Spiel, welches man gemeinsam auf einen Konsens gebracht hat. Vor allem bei diesem Track erinnert man mich sehr stark an die Szenekollegen von Within Temptation. Wenngleich man aber hier von eine Gleichberechtigung reden muss und nicht in die Versuchung kommen sollte diese Band als schlappe Kopie von den Landsmännern abzutun. Bei „Run Away“ driftet man ebenfalls nahtlos in die Balladenecke. Sehr ähnlich kann man hier von einer Weiterführung bzw. einem zweiten Part reden. Deutlich mehre orchestrale Arrangements in Form von sanften Streichersymphonien hat man hier eingebaut. Fast gänzlich ist bis zum Ende hin auf härtere bzw. druckvolle Parts verzichtet worden. Diese bekommt man aber als Ausklang dann zum Schluss geboten. Etwas druckvoller wird nun als Wachrüttler „Games We Play“ nachgeschoben, jedoch gänzlich auf die lieblichen Grundlinie will man auch hier nicht verzichten und diese bekommen immer wieder als Abwechslung die Oberhand. Auf der anderen Seite wird härter gezockt was die Seiten hergeben und vor allem Drummer und Gitarrist geben viel Stoff. Sehr symphonisch startet nun mit amtlichen Streicherarrangements „This Endless Night“. Sehr verdächtig klingt hier der komplette Track an allen Ecken und Enden an Bands wie After Forever bzw. Within Temptation. Meckerer werden wohl von Nachahmung sprechen. Mag wohl so sein das man den Kollegen/innen sehr ähnelt und dennoch kann man viele eigene Akzente setzten und bei diesen besticht man mit sattem Spiel und amtlichen orchestralen, als auch symphonischen Elementen die sehr druckvoll aus den Boxen schallen und nur die Fronterin den lieblichen Part abliefert. Denn durch die Beifügung des Opern lastigen Sound hat man sich mehr in die düstere, melancholische Ecke begeben. „My Leader“ ist nun eine Grenzwanderung zwischen lieblichen und düsteren Soundfragmenten, über diese hat man einen sehr guten Steg gebaut und so kann man bestens sich immer hin und her verschieben lassen. Viele Gefühlswechsel sind dadurch entstanden, wobei der sanfte Hauptanteil einmal mehr von Miss Bovio geboten wird. „Burn My Pain“ ist zu Beginn mit einer beschaulichen Einleitung versehen worden auf der man auch weiterhin aufbaut. Nach etwa einer Minute dröhnen die satten, rauen Gitarrenriffs aus den Boxen und verleiten nun sein Haupt etwas geneigter zu schütteln. Dennoch verbleibt man weiterhin auf der überschaubaren Schiene, die man mit etlichen zackigen Ausbrechern versehen hat. Wie ein Donnerschlag wird nun „Let Me In“ nachgeschoben. Druckvolles, melodische Rhythmusfraktion die man hier vorfindet, doch Stream of Passion liebäugeln auch hier wieder in die sanfte Ecke und dahin wird man auch des Öfteren entführt, obwohl die Rhythmusfraktion, gestärkt von satten symphonischen Elementen etwas mehr versucht Dampf zu machen. Schöne Streichersymphonien versüßen auch bei Beginn vom gefolgten „Street Spirit“ die Gehörgänge und erst nach und nach tendiert man in eine flottere Richtung. Auf dieser angekommen macht man für mich einen sehr guten Eindruck, die flotte Schiene verlässt man aber auch hier für kürzere Zwischenstopps, bevor es wieder deutlich flotter weiter geht. Sehr rau und kantig startet nun „A Part Of You“, welches mit viel Rotz Feeling daher kommt. Bei dieser Nummer verbindet man dreckige Härte äußerst gut mit dem lieblichen Organ der Fronterin. Sehr farbenbunt und facettenreich zeigt sich der Trupp hier. Das Ende erfolgt mit einem ruhigen, balladesken und auch klassischen Song, welcher sich „All I Know“ nennt und zum Zurücklehnen und träumen verleitet.

Fazit: Gute Weiterführung der als Projekt gestarteten Band Stream of Passion. Die gute Mischung sollte man allemal antesten und wird die Truppe für sich entdecken.

Tracklist:

01. The Art Of Loss 03:57
02. In The End 04:01
03. Now Or Never 04:13
04. When You Hurt Me The Most 04:46
05. Run Away 04:16
06. Games We Play 04:02
07. This Endless Night 04:20
08. My Leader 04:53
09. Burn My Pain 04:18
10. Let Me In 03:32
11. Street Spirit 05:22
12. A Part Of You 04:48
13. All I Know 02:12

Besetzung:

Marcela Bovio (voc & violin)
Eric Hazebroek (guit)
Stephan Schultz (guit)
Johan van Stratum (bass)
Jeffrey Revet (keys)
Davy Mickers (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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