Bands: Ohrenfeindt, Double Crush Syndrome Date: 24.10.15 Venue: Musikzentrum, Hannover

Seit Wochen rotieren wieder verstärkt, abwechselnd sämtliche Werke der Vollgasrocker aus St. Pauli bei mir…ausgelöst durch das vor kurzem veröffentlichte Album „MOTOR AN!“ und nun stand der Livetermin an, um das neue Material den Fans und Followern zu präsentieren.
OHRENFEINDT gaben sich am 24.10.2015 in Hannover / Musikzentrum die Ehre und ich war eingeladen.
Vor dem Auftritt hatte ich noch ein kleines Gespräch mit Chris Laut (Bass & Voc) über den bisherigen Verlauf der aktuellen Tour. Lest selbst…

MU: Hi Chris, freut mich dich endlich mal wieder zu sehen.
Wie läuft es denn aktuell auf Tour? Gibt es „Sold-Outs“, ist es einfach „nur voll“, wie ist die Stimmung?

Chris Laut: Also die Stimmung ist unfassbar gut und wir haben unfassbar viel Spaß…das ging ja beim kurzfristig angebotenen Gig beim „Moin Moin Refugees-Festival“ los, wo wir auch nur ´ne Stunde gespielt haben weil wir eigentlich zu der Zeit hätten schon im Nightliner unterwegs nach Nürnberg sein müssen…auf jeden Fall haben wir erstmal in dem neuen Clubhaus am Spielbudenplatz ´ne Stunde gerockt und es war eine brandheiße Stimmung obwohl nix brannte sondern nur Rauchmelder austickten und die Feuerwehr im Laden antanzte, inklusive Stromausfälle…aber solche Sachen passieren halt in Neubauten…
Wir sind bei der Sache trotzdem mit viel guter Laune davon gekommen und so ergab es sich halt von Anfang an, das wir mit unfassbar viel Spaß die Tour angingen…

Auch das gemeinsame Reisen im Nightliner macht viel Spaß, ist ja unser 1.Mal…ist halt schon was anderes als mit Sprinter, Anhänger, usw…nun hängen wir gemütlich nach der Show zusammen und das finde ich sehr schön.

Die Shows sind überall gut besucht, mancherorts gingen die Vorverkaufstickets sehr gut weg, woanders nicht, und trotzdem füllten sich die Locations bis jetzt sehr gut.Auch hier in Hannover zogen die Vorverkäufe erst in den letzten Tagen an, aber erfahrungsgemäß passiert in Hannover immer noch viel an der Abendkasse. So wie auch heute.

Der Münchener zum Beispiel, der hat sein Ticket gern so früh wie möglich, dort sind schon knapp 400 Tickets im Vorverkauf weg.

MU: Kann man den heutigen Gig schon Halbzeit nennen?

Chris Laut: Nee…Halbzeit ist das noch nicht…das ist ungefähr das 1. Viertel, nur sind die Shows grade alle sehr geballt…es kamen ja noch einige Extra-Showcases dazu wie z.B. beim Harley-Händler, im Elektromarkt, etc…das geht natürlich auch auf die Stimme bei 8 Shows in 7 Tagen…
Demnächst wird es etwas lockerer, es gibt 3-4 Tage an denen wir unterwegs sind und ein paar Tage daheim verbringen.

MU: Wie sehen die Shows aus, ein kleiner Überblick über die Setlist?

Chris Laut: Wir spielen 6-7 Songs von der neuen Platte und natürlich auch die Klassiker die wir spielen müssen, spielen wollen..wir haben ein paar ganz alte Klassiker dabei…in Sachen Licht haben wir nochmal ordentlich aufgestockt, wir bieten den Zuschauern ein wahres Feuerwerk für die Augen und spielen ca. 2 Stunden…also es rockt!

MU: Eure eigene neue Lightshow ist hier komplett aufgebaut?

Chris Laut: Ja, wir fahren da eine Kombination aus dem Licht was die Clubs von sich geben und dann gibt es noch ´ne Menge Licht das wir mitbringen…und das ist schon Bombe…!

MU: Sonst irgendwelche Pleiten, Pech und Pannen Geschichten oder Anekdoten?

Chris Laut: Nöö, bis jetzt läuft schon alles ziemlich nach Plan…Vorgestern waren wir für einen Gig in der Schweiz und wg. dem EU-Kram ist es halt etwas umständlicher bedingt durch Zoll, Papiere, etc..
Manchmal hat man Zöllner die sehr sehr sehr genaue Beamte sind und manchmal funktioniert es halt problemlos…
Tatsächlich war es auch so…als wir nach Deutschland nachts zurückfuhren, haben wir am Rand der Abfertigung mitbekommen, das die komplette Wachmannschaft auf Schweizer Seite ´ne Schweizer Metalband ist…was sich alles aus Gesprächen ergibt…

MU: Ihr seid nur für einen Gig in die Schweiz gefahren?

Chris Laut:
Ja, denn letztendlich ist ja auch so, das wir nicht überall in der Schweiz spielen können, weil dort ja eine andere Sprache gesprochen wird. Was sollen wir z.B. in Lousanne wo uns keiner versteht?
Also bleibt ja nur Basel, Zürich, so die Ecke…und in der Nähe von Basel gibt´s Pratteln mit der sehr renomierten Location Z7, sehr angesagt der Laden…unglaublich freundliche und kompetente Crew…nun hat man ja auch seine persönlichen Favoriten an Clubs die einem aus vielen Gründen in guter Erinnerung bleiben weil der Veranstalter weiß was zu tun ist, Catering lecker ist, Crews kompetent sind und dann gibt es natürlich auch Läden wo du dir sagst: Muss man auch irgendwie hinter sich bringen….aber in solchen Läden ist es ja dann auch wieder unser Publikum was uns immer freundlich aufnimmt und so trägt uns unser Publikum durch den Gig und das passt schon!

MU: Ihr steht 2 Stunden auf der Bühne, wann geht es los?

Chris Laut:
Wir fangen um 21 Uhr an und sind kurz nach 23 Uhr durch. Es kommt aber auch vor das wir mal 2 ¼ Stunden oder 2,5 Stunden spielen, je nachdem wie wir Bock haben und das Publikum auch mitgeht.

MU: Besten Dank, ick freu mir uff die Show!

Während Chris zurück zu seinen Bandkollegen geht, habe ich genug Zeit, mir das Merch genauer anzusehen und kann nur feststellen: Verdammt faire Preise!

01-double-crush-syndrome-03Gegen 20 Uhr betraten DOUBLE CRUSH SYNDROME die Bühne, die in der Vergangenheit (leider!!!) irgendwie an mir vorbeigingen. Ich sah auf die Bühne und mir fiel absolut nicht ein, woher ich den Sänger kenne…

Mal kurz ins mobile Internet gelugt und… ACHJA…. Andy Brings steht da mit Band auf der Bühne, den ihr u.a. von SODOM, den TRACEELORDS, POWERGOD und vielen weiteren Einsätzen kennt. Nun rockt er mit Julian Fischer an den Drums und Slick Prolidol am Bass durch´s Land und heizt mit seinem melodischen Rock´n´Roll (der hier und da auch mit doublebassigen Punkelementen durchzogen ist) ordentlich die Zuschauer an. Mit-Sing-Spielchen, Besuchen im Publikum inbegriffen.

Prädikat „gut“ und sollte von mehr Menschen gehört werden, die sowieso ein Faible für´s Genre haben. Es wird keine Minute Zeit verschwendet und die Songs gingen live recht eingängig in den Schädel. Ich kenne leider das Album nicht, vllt. ändert sich das ja noch und wir erfahren noch etwas mehr von der Band selbst.

Setlist:

01. She’s A Pistol
02. Yeah! Pain!
03. I’m In Love With You
04. On Top Of Mt. Whateverest
05. Blood On My Shirt
06. Can’t You Be Like E.E.
07. Fuck You Is My Answer
08. Die For Rock ’n‘ Roll
09. Gimme Everything
10. Revolution
11. Tonight

Nach einer kurzen Umbaupause betraten pünktlich um 21 Uhr unter lautem „Gejohle“ und cool wie Trockeneis OHRENFEINDT die Bühne.

Hannover hat den bluesrockenden Dreier von der Waterkant eindeutig vermisst und ungläubige Blicke zwecks der Besetzung gab es auch kaum.

02-ohrenfreindt-04Die Fans sind gut informiert und heißen nicht nur Chris sondern natürlich auch Andi und Keule intensiv „Willkommen“.
Unter großem Lichtspektakel wird der Reigen auch gleich mit dem Opener des aktuellen Albums „MOTOR AN!“ gestartet, „Zeit für Rock´n´Roll“ hätte nicht passender gewählt werden können denn die knapp 260-300 Zuschauer waren bereits ordentlich angejuckt, äähhh angerockt!

Es folgte ein gut gewählter Mix älter Hits bevor der 2. neue Song „Gib mir mein Problem zurück“ durch´s Musikzentrum geblasen wird und auch vom Publikum vertraut mitgesungen werden kann.

„Alles auf rot“ tauchte die Location in komplett rotes Licht, bevor der Gassenhauer vom vorigen Album „Auf die Fresse ist umsonst…“ das Publikum komplett mitsingen ließ.

Ich war auch sehr glücklich als „Harley-Luja“ folgte, einer meiner Faves des deutschen AC/DC Trios in dem die Band vorgestellt wurde denn einige andere meiner persönlichen Highlights kamen heute leider nicht zum Zuge. Aber knapp 21 Jahre Musik auf etwas über 2 Stunden zu „reduzieren“, bedeutet nun mal auch diverse Abstriche machen, zudem die Band auf der vorigen Tour (Dank der von den Fans gewählten Setlist) diverse Klassiker und Highlights zum Besten gegeben hat.
„Motor an“! heißt es danach, gefolgt von „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ & „Früh oder später“ vom neuen Album. Die Fans nahmen alles textsicher mit und feierten den auffällig hyperaktiven Keule, der zu jeder Zeit in bester Rockstar-Manier poste, was bestimmt so manchen Fotografen zur Verzweiflung brachte…aber zu jeder Zeit für ´ne Menge Spaß und Unterhaltung sorgte.
Es folgten weitere Höhepunkte der Bandgeschichte und „Zu jung, zu schnell“ markierte das Ende der „regulären“ Show. Doch mit dem sechsten dargebotenen Song vom neuen Album, „1910“, wurde der Zugabenblock eingeläutet, der mit „Zum Rocken geboren“ & „Ohrenfeindt“ gespickt war.

Ich war sehr positiv erstaunt, wie gut sich die neuen Songs in das Live-Gefüge einbringen, ohne wirklich aufzufallen, das es neue Songs sind.

Drummer Andi erinnerte so einige Male an „Animal“, den tierischen Drummer aus der Kindersendung, beherrschte aber sein Metier perfekt und spendierte ein kurzweiliges und gutes Drum-Solo.

Auch beim Licht wurde ordentlich geklotzt, OHRENFEINDT hatten ihre eigene Lichtanlage im Schlepptau, die so einiges hermachte und den musikalischen Dreier jederzeit bestens in Szene setzte.

Die Zeit verging leider viel zu schnell, aber es waren nur zufriedene Gesichter auszumachen und eine Armee Ohrenfeindt-Shirts-tragender Rocker und Rockerinnen machten sich auf den Weg heim, oder sonstwo hin…!
OHRENFEINDT & DOUBLE CRUSH SYNDROME? Immer wieder gern!!!

Danke an Ohrenfeindt, Chris Laut, Andi Rohde und Pierre „Keule“ Blesse sowie natürlich auch an Double Crush Syndrome für einen gelungenen und unterhaltsamen Rock´n´Roll Abend der wieder einmal gezeigt hat, das 3 Leute auf der Bühne reichen, um Wände zum Schwitzen zu bringen.

Setlist:

01. Zeit Für Rock ’n‘ Roll
02. Energie
03. Komm Schon Und Hols Dir
04. Spiel Mit Dem Feuer
05. Kalter Kaffee
06. Gib Mir Mein Problem Zurück
07. Alles Auf Rot
08. Auf die Fresse ist umsonst
09 Harley-Luja
10. Motor An
11. Die Hoffnung Stirbt Zuletzt
12. Früh Oder Später
13. Sie Hat Ihr An St. Pauli Verloren
14. Strom
15. So Laut Wie Ich Kann
16. Rock ’n‘ Roll Sexgott
17. Zu Jung, Zu Schnell

Zugabe:

18. 1910
19. Zum Rocken Geboren
20. Ohrenfeindt
21. Schläft Wie ’ne Katze
22. Jetzt Oder Nie

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