AXEMASTER - Of Beasts And Plagues - cover artwork

Band: AXEMASTER 🇺🇸
Titel: Of Beasts And Plagues
Label: Cosmic Fire Records
VÖ: 19/06/26
Genre: Heavy Metal, Thrash Metal, Doom Metal

Tracklist

01. The Plagues Among Us….
02. Murder of Crows
03. The Dark Side
04. Kissed With a Fist
05. Clinging to Life
06. Terrortory
07. Forsaken II
08. Dealers
09. Danse Macabre
10. Machine
11. Dagon Rising
12. Shadows Cast

 

Besetzung

Joe Sims – Lead Guitar
Jenson Kozar – Bass
Adam Windisch – Drums
Geoff McGraw – Vocals

 

Bewertung:

3,5/5

Vier Jahrzehnte Underground mit ungebrochener Leidenschaft

AXEMASTER gehören zu jenen US-amerikanischen Metalbands, die zwar nie den ganz großen kommerziellen Durchbruch schafften, sich über Jahrzehnte aber eine treue Fangemeinde erspielten. Bereits in den 1980er Jahren gegründet, entstand die Formation in einer Zeit, als klassischer Heavy-Metal, epische Hymnen und kraftvoller Doom ihren festen Platz in der Szene hatten. Zahlreiche Besetzungswechsel und Veränderungen innerhalb der Musikbranche konnten die Band nie ausbremsen. Statt Trends hinterherzulaufen, blieb AXEMASTER ihrem eigenen Stil treu und verbindet bis heute traditionellen Heavy Metal mit Power-Elementen und einer düsteren Atmosphäre. Mit »Of Beasts And Plagues« unterstreichen die Musiker erneut ihren Anspruch, zeitlosen Metal mit Herzblut und Charakter zu erschaffen.

Zwischen düsteren Visionen und klassischem Metal-Handwerk

Bereits das kurze Intro »The Plagues Among Us« schafft eine bedrohliche Stimmung und bereitet den Boden für das eigentliche Album. Der Übergang zu »Murder of Crows« gelingt fließend und präsentiert die Marschrichtung! Kräftige Gitarrenriffs, eingängige Melodien und eine Produktion, die bewusst organisch wirkt. Dabei steht weniger technische Perfektion als vielmehr die Atmosphäre im Vordergrund.

Joe Sims liefert mit seinem Gitarrenspiel den roten Faden des Albums. Seine Soli bleiben melodisch und verzichten auf unnötige Virtuosität, während Bassist Jenson Kozar und Schlagzeuger Adam Windisch für ein solides Fundament sorgen. Sänger Geoff McGraw setzt auf eine markante Stimme, die den Songs Persönlichkeit verleiht und sowohl in kraftvollen als auch in ruhigeren Momenten überzeugt.

Vielseitigkeit ohne den roten Faden zu verlieren

»The Dark Side« und »Kissed With a Fist« schlagen etwas energischere Töne an und zeigen die Nähe zum klassischen US-Power-Metal, ohne den doomigen Unterton ganz abzulegen. Gerade diese Mischung macht den Reiz der Platte aus. Die Songs besitzen ausreichend Dynamik, um abwechslungsreich zu bleiben, wirken aber dennoch wie aus einem Guss.

Mit »Clinging to Life« folgt ein Stück, das stärker auf Atmosphäre setzt. Die Gitarren entfalten ihre Wirkung in gemächlichem Tempo und lassen Raum für den Gesang. »Terrortory« zieht das Tempo anschließend wieder an und gehört zu den griffigeren Nummern der Platte. Hier gelingt es AXEMASTER besonders gut, traditionelle Heavy-Metal-Elemente mit modernen Einflüssen zu kombinieren.

Auch »Forsaken II« überzeugt durch seine epische Ausrichtung. Der Song entwickelt sich langsam und baut kontinuierlich Spannung auf. Fans melodischer Soli kommen dabei ebenso auf ihre Kosten, wie Liebhaber dunkler Harmonien.

Starke Ideen treffen auf kleinere Längen

Im weiteren Verlauf sorgen »Dealers« und »Danse Macabre« für unterschiedliche Akzente. Während Ersteres mit markanten Riffs punktet, lebt Letzteres von seiner düsteren Grundstimmung und einer fast schon erzählerischen Struktur. Beide Stücke verdeutlichen, dass AXEMASTER viel Erfahrung im Songwriting besitzen und ihre Kompositionen sorgfältig aufbauen.

»Machine« präsentiert sich kantiger und riffbetonter, ohne dabei die melodische Linie zu verlassen. »Dagon Rising« zählt anschließend zu den atmosphärischen Höhepunkten des Albums und entfaltet besonders gegen Ende eine eindrucksvolle Wirkung. Den Abschluss bildet »Shadows Cast«, das den Hörer mit schweren Gitarren und einer nachdenklichen Stimmung verabschiedet.

Allerdings erreicht nicht jeder Song das gleiche Niveau. Einige Passagen wirken etwas zu lang ausgearbeitet und hätten von einer kompakteren Struktur profitiert. Gerade im Mittelteil schleichen sich Momente ein, in denen die Spannung leicht abfällt. Dadurch fehlt dem Album stellenweise der letzte Funke, der aus einem guten Werk ein herausragendes machen würde.

Authentischer Metal für Liebhaber klassischer Klänge

Produktionstechnisch setzt »Of Beasts And Plagues« nicht auf Hochglanz, sondern auf Natürlichkeit. Die Instrumente besitzen genügend Druck, ohne steril zu klingen, und vermitteln das Gefühl einer Band, die ihre Musik aus Überzeugung spielt. Dieser Ansatz passt hervorragend zum traditionellen Charakter der Platte.

Die Mischung aus Heavy-, Power- und Doom-Metal funktioniert über weite Strecken ausgezeichnet. AXEMASTER verzichten auf modische Experimente und konzentrieren sich stattdessen auf starke Riffs, eingängige Refrains und eine dunkle Grundstimmung. Das Ergebnis richtet sich vor allem an Hörer, die ehrlichen Metal mit klassischen Wurzeln schätzen.

»Of Beasts And Plagues« ist kein Album, das durch spektakuläre Innovationen auffällt. Vielmehr lebt es von Erfahrung, Spielfreude und einer klaren musikalischen Identität. Die Band beweist, dass sie auch nach vielen Jahren noch relevante und überzeugende Musik schreiben kann. Kleinere Längen verhindern zwar eine höhere Wertung, doch unterm Strich steht ein solides und stimmungsvolles Werk, das insbesondere Fans traditionellen US-Metal ansprechen dürfte.

Fazit: AXEMASTER gelingt mit »Of Beasts And Plagues« ein solides bis gutes Album, das die Essenz ihrer musikalischen Identität einfängt.

Internet

AXEMASTER - Of Beasts And Plagues - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.