ACT OF CREATION – The Uncertain Light

Act of creation - the uncertain light - album cover

Band: ACT OF CREATION
Titel: The Uncertain Light
Label: Black Sunset Records
VÖ: 16/10/2020
Genre: Melodic Death/Thrash Metal
Bewertung: 4,5/5

Die Death/Thrash Maschinerie ACT OF CREATION ist mir seit ihrem Debütwerk bekannt und stetig in guter Erinnerung nach den Releases ihrer Alben geblieben. Nach dem letzten Werk Thionaus dem Jahr 2016 war eine vierjährige Durststrecke seitens der Truppe zu vermelden. Zumindest in Release technischer Hinsicht. Darüber hinaus kam es am Mikro zu einem Besetzungswechsel und für Uwe Laska ist nun Jess gekommen. Ein weiblicher Brüllwürfel also mittlerweile in den Reihen der deutschen Death/Thrash Formation aus Siegen. Große Fußstapfen, in die sie treten musste und mit „The Uncertain Light“ haben wir nicht nur einen neuen Silberling der deutschen Combo, nein, dies ist daneben die Feuertaufe für die neue Sängerin.

Gleich vorneweg, bei weiblichen Growlbeiträgen bin ich seit Jahren vorsichtig, bekanntermaßen gibt es kurzerhand zu viele Affinitäten zu großen Nummern und Vorreiterinnen in der Härteszene. Dies meistert die neue Frau hinterm Mikro für meinen Geschmack wunderbar und biedert sich ihren Kolleginnen nicht an. Ihr Gesangsbeitrag hat die sogenannte Eigennote und Interpretation an Growls und Shouts. Insbesondere die keifenden Shouts lassen einen etwas zucken, denn sitzt man mit dem Rücken zu den Boxen schwant einem übles.

Auch was die musikalische Breitseite betrifft haben sich ACT OF CREATION merklich verändert. War das Material bis dato eine rein derbe Angelegenheit, zeigen sie bei ihrem mittlerweile vierten Longplayer vermehrt Melodie und driften dominant in den Melo-Death Bereich. Keine Angst, es handelt sich nicht um einen ARCH ENEMY Abklatsch.

Eine energievolle Mischung aus gnadenlosem Thrash und emotionalem Melodic Death Metal ist das neue Konzept innerhalb der deutschen Combo. Dies funktioniert in seiner Vermischung ausgezeichnet und mit viel Innovation wird frischer Wind geboten. Anhaltend verwehrt sich der Trupp vor Vergleichen mit anderen Combos in welchen weiblichen Shouterinnen ihr Unwesen treiben und das funktioniert mit diesem frischen Anstrich innerhalb des Band- und Soundkonzepts vorzüglich.

Mit unglaublich satten Soundlinien wird der Ton angeben und diese werden nebenbei von enormen Groove Einlagen superb ergänzt. Druckvolles Schlagzeug treibt durch die Bank die Axtfraktion an und diese servieren viele lecker in Szene gesetzte Licks. Dennis Koehne (u. a. SODOMCALIBANEXHUMER) unterbreitet hier sein fachliches Können und deswegen klingt das Album in einem Guss warm und druckvoll zugleich. Der Wechsel zwischen klaren Parts und derben Ausreißern wurde gut gewählt und verleiht den Songs ihre besondere Extranote.

Ein perfekter Boden für mittenbetonte Gitarrensalven, Flitzefinger-Soli und -tappings. Das Spielfeld ist breit gefächert und in allen Belangen können ACT OF CREATION mit ihrer neuen Sängerin überzeugen und gelten fortan als ernstzunehmende Konkurrenz für viele Truppen im Härtesektor mit weiblichen Brüllwürfeln hinterm Mikro.

Durch das Album hindurch wird kein Hehl darum gemacht, dass man wie eine wild gewordene Bestie Blut geleckt hat und im infernalen Einklang wird die Peitsche auf Gedeih und Verderb geschwungen.

Fazit: ACT OF CREATION reizen nach allen Regeln der Kunst mit ihrem bombig produzierten Sound. Sie treiben jedem Death/Thrasher mit melodischen Fable auf „The Uncertain Light“ Freudentränen in die Augen.

Tracklist

01. The Burning Place
02. Break New Ground
03. Violet Red
04. Reflection
05. Sector F

06. Legion
07. State Of Agony
08. Confused Illusion
09. Hatefriend
10. The Uncertain Light

Besetzung

Jess (Vocals)
Chris (Guitar)
Casi (Guitar)
Holger (Bass)
Jan (Drums)

Internet

ACT OF CREATION – The Uncertain Light CD Review

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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