Agrypnie – Exit

Band: Agrypnie
Titel: Exit
Label: Supreme Chaos Records
VÖ: 2008
Genre: Black Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Black Metal ist für mich immer so eine Sache, er muss wirklich gut in Szene gesetzt sein, dass es mich vom Hocker reist. Melodie und viele Spielereien müssen inkludiert sein, damit man mich animiert bzw. überzeugt. Die stupide Evil Satan Schiene finde ich eher ermüdend. Eine Band die meinen Vorstellungen von gutem Black Metal genügt, sind die Herrschaften von Agrypnie. Die aus Groß Gerau stammende Formation hat sich aus einem Soloprojekt heraus entwickelt. Erst nach und nach hat man sich zu einer kompletten Band gemausert. Das erste längere Lebenszeichen dieser Truppe trug den Titel „F51.4″ und es hat zwei Jahre gedauert bis Torsten, der Unhold (voc), Domenik (guit), Andreas Ballnus (guit), Carsten Pinkle (bass) und René Schott (drums) das neuste Werk aus dem Höllenschlund geborgen haben. Mit dem kurzen Titel „Exit“ bietet man wieder einiges für die Fans, vor allem jene die auf philosophische Texte stehen und zusätzlich hat man viele Thematiken eingebaut, wo es um Träume geht. Sicherlich nicht um schöne, sondern eher um die dunkle Seite der Seele. Sprich viel Melancholie fließt auch ein. Erschienen ist das Ganze via Supreme Chaos Records, na dann mal rein mit dem Unding.

Mit einem sehr schönen Akustikgitarren Intro startet „Mauern“. Danach greift man ordentlich in die Seiten. Feinster Black Metal Stahl mit einer eisigen Brise weht uns hier um die Ohren. Zwar hat man ordentliche Blast Beats drauf, doch auch sehr viele Melodien hat man eingebaut. Vor allem diese sind eine sehr gute Unterbrechung, bevor es wieder bretterhart weiter geht. Weiter im Kontext geht es mit „Die Last der Erinnerung“ auch hier gibt es einen eher ruhigeren Start, der binnen Sekunden von einem ordentlichen Gewitter unterbrochen wird. Zu dieser Truppe kann man nicht nein sagen. Sie bieten einfach unglaublich viel und servieren uns dies in einem sehr fetten Soundgewand mit einer sehr amtlichen Produktion. Bei dieser Nummer bleibt man eher auf der melodischen Seite und die orchestralen Untermalungen die man im Hintergrund eingebaut hat, sind eine weitere Bereicherung zum Gesamtsound der Truppe. Dadurch wirkt das Ganze um Ecken komplexer. Doch dass man hier etwa auf die kitschige Seite driften würde, kann man nicht bestätigen. Man bleibt auch weiterhin auf der Dunklen Seite der Macht und dadurch verweilt man auch hier länger in der düsteren, melancholischen Ecke. Ein herrlich, schauriges Klangintro eröffnet schon den nächsten Track der sich „Zivilisation“ nennt. Erst nach etwa 1.30 Minuten donnert man wieder härter daher, darum oder gerade deshalb kann man die Soundspielerei zu Beginn sehr gut genießen und aufnehmen, bevor man mit dem Donnerschlag wachgerüttelt wird. Schleppende Breaks stehen hier vermehrt an der Tagesordnung, die ab der Mitte wieder durch ein ordentliches Black Metal Gebolze abgelöst werden. Auch hier haben einmal mehr die orchestralen Untermalungen Verwendung gefunden und passen sich spielend dem Gesamtsound an. Von der beschaulichen Seite zeigt man sich auch nun zu Begin von „0545″. Viel Melancholie versprüht hier der Sound. Dieses instrumentale Stück, das man uns hier kredenzt, weist viele Ideen auf die, die Herrschaften hier musikalische bestens in Szene gesetzt haben. Melancholischer, trifft immer wieder auf orchestralen Sound und die beiden Stilrichtungen hat man bestens vereint. Ordentlich dreckig und rau erschallt nun
„Fenster zum Hof“. Eine sehr düstere Nummer mit einer guten Geschwindigkeit zum Abbangen. Zwar hält man die Geschwindigkeit eine Zeit lang noch zurück, aber ab der Mitte ertönen wieder bekannte Black Metal Blast Beats in bester Manier. Der Fronter ist für mich ein Vorzeigesänger par Excellence. Da er immer sehr breit gefächert agiert, so bietet er nicht nur stupides Gebrüll, dieser Kollege zeigt sich sehr vielschichtig durch seinen abwechselnden Gesang, den er uns sehr kräftig offeriert. Weiter geht es nun auch schon mit „Wohin“. Eines kristallisiert sich hier sehr stark raus. Diese Burschen entwickeln sich sehr langsam, bis sie sich von der harten Seite zeigen und das finde ich persönlich sehr gut. Man bietet dadurch viele Experimente die sich trotz der langsamen Entwicklung äußerst schnell im Hirn festsetzen. Ein weiterer Beweis ist dieser Track, wo man sich auch erst nach und nach vollends entfaltet. So kann man es schon oft kaum mehr abwarten was nun denn als nächstes geboten wird. Dadurch ist die Spannung beim zuhören sehr groß und dies ist ein weiterer Pluspunkt, der für das Können und Einfallsreichtum der Band spricht. Nahtlos geht es weiter mit „Während du schläfst“. Hier allerdings zeigt man sich schon von Beginn an deutlich schneller und härter. Kompromisslos ballert uns die Truppe ihren Track mit rasanter Geschwindigkeit um die Ohren. Sehr doomig und schleppend startet nun „Schwarz“. Die übelste Seite wird uns hier serviert. Die Melancholie die hier gezeigt wird, paart sich sehr gut mit dem doomigen Sound, den man diesem Track verpasst hat. Der klassische Klaviermittelteil der hier geboten wird ist ein weiteres Schmankerl, der dann zum Ende hin wieder durch ein ordentliches Gepolter unterbrochen wird. „R40.2″ ist wieder etwas rau und kompromissloser ausgefallen. Ordentliche Black Metal Beats knallt man uns hier um die Ohren, doch auch hier hat man einige Abwechslungen für uns parat. Vor allem die theatralischen Soundbrocken die hier eingeflochten wurden sind eine weitere Bereicherung. Rau und schretternd erklingt an vorletzter Stelle „In den Weiten“. Doch wie schon gesagt die stupide Black Metal Schiene haben diese Herrschaften nicht drauf. Einige Abwechslungen werden hier durch das aufsuchen von doomigen Gefilden geboten. Im Anschluss galoppiert die Formation in geschlossener Einheit ordentlich daher. Zu guter letzt kredenzt man uns noch „Exit“. Treffender Titel für den Schluss eines Albums. Am Ende haben die Jungs noch mal ein sehr gutes Instrumental gepackt, das durch viele Spielereien glänzt. Guter Abschluss muss ich schon sagen.

Fazit: Kein Black Metal für Evil Kidies. Ausgereifter Black Metal mit vielen Raffinessen, der uns hier von der deutschen Band geboten wird. Gehört für mich zu einen der stärksten Black Metal Alben in diesem Jahr.

Tracklist
01. Mauern 04:35
02. Die Last der Erinnerung 05:49
03. Zivilisation 05:56
04. 0545 04:34
05. Fenster zum Hof 11:38
06. Wohin 06:42
07. Während du schläfst 04:35
08. Schwarz 05:20
09. R40.2 04:57
10. In den Weiten 04:53
11. Exit 03:32

Besetzung
Torsten, der Unhold (voc)
Domenik (guit)
Andreas Ballnus (guit)
Carsten Pinkle (bass)
René Schott (drums)

Internet
Agrypnie Official Website
Agrypnie @ MySpace

Roberthttps://www.metalunderground.at
Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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