Tracklist
01. Above The Ice
02. Wrath Of The Witches
03. Forest Of Horrors
04. Requiem For A Doomed Soul
05. Abysmal Ascent
06. Path Of Penitence
07. Into The Temple Of Light
08. Ye Entrancemperium (Emperor Cover)
Besetzung
Arneriach (Arne Vandehoeck) – Vocals, Lyrics
Lykormas (Filip Dupont) – All Instruments, Music
Rückkehr in die Ruinen des Ursprungs
ARCHAIC OATH wirken wie ein Projekt, das nie ganz verschwunden war. Nach einem ersten kreativen Aufschlag im Jahr 2005 und einer langen Phase anderer musikalischer Wege kreuzen sich die Pfade von Lykormas (Filip Dupont) und Arneriach (Arne Vandehoeck) erneut. Beide sind tief im belgischen Underground verwurzelt, unter anderem bei MARCHE FUNÈBRE und HEMELBESTORMER aktiv, und bündeln hier ihre gemeinsame Faszination für die frühe Ästhetik des melodischen Black-Metal.
»Determined To Death And Beyond« versteht sich als bewusste Rückbesinnung auf eine Ära, in der Bands wie DISSECTION, NAGLFAR oder UNANIMATED die Schnittstelle zwischen Raserei und Melodie neu definierten. Das Projekt trägt diese DNA offen zur Schau, ohne sie bloß zu kopieren.
Handwerkliche Handschrift
Arneriach übernimmt Gesang und Texte, während Lykormas das komplette instrumentale Fundament und die musikalische Komposition verantwortet. Ergänzt wird das Duo durch ausgewählte Gäste, Jitte Boon und Cin Monrose liefern zusätzliche Vocals auf »Wrath of the Witches«, Kristof Vandebeek steuert akustische Gitarren sowie das Interlude »Requiem for a Doomed Soul« bei. Diese klare Arbeitsteilung sorgt für eine fokussierte künstlerische Handschrift. Nichts wirkt zufällig, vieles ist bewusst reduziert und auf Atmosphäre ausgerichtet.
Klangbild zwischen Frost und Struktur
Aufgenommen und gemischt wurde das Album im Crestfallen Audio Studio von Lykormas selbst, das Mastering übernahm Mario Dahmen bei Liquid Aether Audio. Diese Kombination bringt ein Klangbild hervor, das roh genug bleibt, um die Wucht des Genres zu transportieren, gleichzeitig aber ausreichend Transparenz besitzt, um melodische Linien nicht im Chaos versinken zu lassen.
Die Gitarren dominieren das Geschehen mit einem kalten, aber nie sterilen Ton. Drums wirken druckvoll, ohne überproduziert zu sein, während der Bass eher als tragende Schattenlinie fungiert. Besonders auffällig ist die Balance zwischen klassischer Black-Metal-Aggression und beinahe hymnischen Leadgitarren.
Zwischen okkultem Pathos und strukturiertem Chaos
Bereits der Einstieg »Above The Ice« setzt den Ton, frostige Riffs, schnelle Tremolo-Läufe und ein Gesang, der eher beschwört, als nur schreit. »Wrath Of The Witches« profitiert klar von den Gastvocals und bekommt dadurch eine zusätzliche dramatische Ebene.
Ein Höhepunkt liegt im Übergang zu »Requiem For A Doomed Soul«, das als akustisches Zwischenspiel den aggressiven Fluss bewusst unterbricht. Diese Passage wirkt wie ein Atemzug vor dem nächsten Abstieg.
»Into The Temple Of Light« spielt mit dem Spannungsfeld zwischen Lichtsymbolik und musikalischer Dunkelheit, ohne dabei in Ironie zu kippen. Das abschließende Cover von EMPEROR ist keine bloße Pflichtübung, sondern eine respektvolle Neuinterpretation, die sich gut in den Gesamtfluss einfügt.
Produktion und ästhetischer Rahmen
Die Produktion verzichtet auf moderne Glätte. Stattdessen dominiert ein leicht erdiger, organischer Klang, der dem Album eine gewisse Zeitlosigkeit verleiht. Gerade diese Entscheidung sorgt dafür, dass »Determined To Death And Beyond« eher wie ein verlorenes Werk aus einer anderen Dekade wirkt als wie ein aktuelles Studioalbum.
Einordnung und Wirkung
ARCHAIC OATH gelingt kein radikaler Bruch mit Genregrenzen, aber das war auch nie die Absicht. Vielmehr geht es um eine präzise formulierte Hommage an eine bestimmte Phase des Black-Metal, die hier mit spürbarer Erfahrung und handwerklicher Sorgfalt rekonstruiert wird.
Die Stärke liegt in der Konsequenz. Nichts wirkt halbherzig, auch wenn nicht jeder Song denselben Nachdruck entfaltet. Manche Passagen bleiben stärker im Gestus verhaftet als in erinnerungswürdiger Eigenständigkeit.
»Determined To Death And Beyond« ist ein Album, das seine Wurzeln kennt und sie nicht versteckt. Es bewegt sich sicher innerhalb eines klar abgesteckten Rahmens und überzeugt vor allem durch Atmosphäre, Produktion und musikalische Kohärenz.
Fazit: Archaisch, primal und voller Ehrfurcht vor den alten Göttern des Metals ARCHAIC OATH beweisen mit »Determined To Death And Beyond«, dass die dunkle Kunst des Black Metal niemals gestorben ist.






