Butcher – Iron Tiger

Band: Butcher
Titel: Iron Tiger
Label: Selfreleased
VÖ: 1996
Genre: Heavy/Power/Epic Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Die neue Frontdame der amerikanischen Band Butcher hat sich bei uns gemeldet und uns das erste Werk ihrer neuen Kollegen zugesandt. Das Machwerk „Iron Tiger“ ist zwar schon älteren Datums, dürfte aber in unseren Breitengraden eher wenigen was sagen. Herber Doom/Power Metal wird hier von Stoneage (bass & voc), Joel Myers (guit), C.T. Fritts (guit) und Gary Sheehan (drums) praktiziert. Bevor nun das erste Machwerk mit Lil Tang als Sängerin rauskommt, werde ich diesen Output mal genauer durchleuchten.

Unter dröhnenden Panzergeräuschen erschallt auch schon der erste Track Namens „Iron Tiger“. Eine flotte, galoppierende Nummer mit etlichen Doom Anleihen, welche man kompakt und nicht zu zäh vermengt hat. Durch diese Mixtur hat man einen doch recht flotten, dreckigen Bangertrack geschaffen. Mr. Stonage rotzt hier ordentlich ins Mikro und wird immer wieder durch rotzende Solieinschübe unterbrochen, bevor die Amis mit dem Panzer wieder dahin brettern und etliche Riff Geschosse abfeuern. Mit einer Drumeinlage, die einem Aufmarsch gleichkommt dröhnt von ähnlichem Kaliber wie der Vorgänger „I Am You“ aus den Boxen. Die Doomanleihen hat man nun noch mehr in den Hintergrund gestellt, dafür gibt es nun eine rotzend, schleppende Nummer mit vielen rauen Ecken und Kanten, die des Öfteren durch flottere Ausbrecher abgelöst werden. Deutlich härter fungiert hier der Fronter und streckenweise brüllt er gewaltig ins Mikro dass man schon Angst bekommen könnte. Auch klarere Solieinschübe hat man hier verwerkt die passend als Abwechslung fungieren. Sehr klar erschallt nun „Steal Your Soul“, bei dem man eindeutig klarere Wege bestreitet. Erinnert mich persönlich an alte Tracks der Alben Iron Maiden und Killers. Auch der Doomfaktor wurde hier wieder deutlich nach oben gedrückt, obwohl man selbigem nicht vollends frönt. Lediglich einige Anleihen hat man hier dem Gesamtsound beigemengt und die daraus resultierende Mischung hat es ordentlich in sich. Noch mehr an alte NWOBHM Legenden angelehnt ist nun „Covergirl Rocker“ und als Zusatz kommen kleinere Brisen aus dem Punk Bereich. Mit einem recht beachtlichen Tempo wird hier gewerkt und auch für die Fäustereckfraktion gibt es im Chorrefrainteil etwas zu entdecken. Schöner Rotzrocker, mit einigen punkigen Anleihen und zum Rhythmus kann man amtlich abshaken was das Zeug hergibt. Mit „Razor Eater“ wird erst einmal die Notbremse gezogen und es wird hier deutlich schleppender gezockt. Diese Kurskorrektur geht bis tief in die Magengegend und wühlt dort ordentlich auf. Vor allem der Gitarrensound ist einfach genial auf den Punkt gebracht. Die Herrschaften haben einfach ein Händchen wie man tiefer getrimmte Gitarren amtlich klingen lassen muss. Ruhig, beschaulich im klaren Gitarrensound ertönt nun „Frankenstein“. In der ruhigen Ecke verharrt man auch erst einmal länger und das erinnert mich ein wenig an Uriah Heep und andere Old School Rockhasen. Im klaren traditionellen, ruhigen Rocksound wird auch weiterhin gute Kost geboten die man in entspannter Lage genießen kann. Lediglich wird man halt immer wieder durch kurze Ausreißer dem beschaulichen zuhören entrissen. Wie ein Messerstoß dröhnt nun „When Darkness Calls“ durch die Boxen. Eine brachiale Gewalt im Doomsound der schnelleren Art, bei der sich der Frontmann immer wieder das innerste rausbrüllt. Durch den durchwegs analogen Sound klingt man sehr Old Schoolig, wobei man sich aber hüten sollte zu glauben es handelt sich hier um eine altbackene Truppe. Nein dies nicht, jedoch frönt man recht gerne alten Traditionen. Mit einem recht beachtlichen Tempo blasen uns Butcher nun „Knight Of The Wulf“ durch die Gehörgänge. Flottes Doomrock Nümmerchen, welches mit einigen Chorrefrains komplettiert wurde. Gute Nummer um seine Rübe durchzuschütteln. Vor allem der 80er Sound macht das Album zu einer wahren Perle und da denkt man wirklich es handle sich hier um einen Output aus den frühen Achtzigern. Mit viel Gestöhne wird nun „Total Submission“ eröffnet. Danach gibt es wieder die Vollbedienung. Dem Vorgänger etwas ähnelnd, wobei man aber hier das Tempo deutlich gedrosselt hat und hier im dreckig, rauen, flotten Midtempogefilde weiter fungiert. Immer wieder gibt es einige druckvolle Passagen wo man glaubt, jetzt gibt es ein Donnerwetter. Dennoch fest hält man auch weiterhin am bereits eingeschlagenen Weg fest. Genau zum richtigen Zeitpunkt schiebt man nun „B.O.H.I.C.A.“ nach. Eine rotzfreche, mit viel Geschwindigkeit ausgestattete Nummer die man hier an die zehnte Stelle gerückt hat. Auch hier kommen etliche Einflüsse eindeutig aus der NWOBHM Szene und diese hat man mit einigen Elementen aus dem traditionellen, amerikanischen Metalbereich verbunden. Dies dürfte vor allem alte Kuttenträger erfreuen und man wird zu dem Track ordentlich abgehen. Die Schiene verlässt man auch bei „Tempter“ nicht und man ähnelt hier der Vorgängernummer sehr verdächtig. Wobei man hier als Abänderung etwas mehr das Tempo gesteigert hat und immer wieder hin und her wechselt. So gibt es auf der einen Seite gute Elemente aus dem NWOBHM Bereich, den man immer wieder durch viele amerikanische Metal Elemente aus den 80ies und zusätzlich einige Doom Anleihen auf einen Nenner gebracht hat. Das zeugt von viel Können und Potential und vor so einer Leistung kann man sich nur verneigen. Bei den ersten Tönen von „Ground Zero Child“ dachte ich schon es handle sich um den Led Zeppelin Gassenhauer „Stairway to Heaven“. Nein dies nicht, wobei man es hier sehr ähnlich angeht. Auch wenn dieser Track deutlich rotzender aus den Boxen schallt verbleibt man hier auf der Altrockschiene. Bei mehrmaligem durchhören entpuppt sich der Song als absolutes Schmankerl und man startet immer wieder einen erneuten Lauschangriff. Wie eine Running Wild Nummer aus alten Tagen wird im besten Stile „Follow Me“ nachgeschoben. Vor allem durch den sehr rauen Old School Gesamtsound macht man hier von sich reden. Erinnert einen dann sehr stark an Alben wie „Gates of Purgatory“ bzw. „Branded & Exciled“. „Dark Season“ ist da von einem ganz anderen Kaliber. Zum Schluss verlässt man noch einmal die alte Schiene und begibt sich erst einmal auf einen klareren Pfad. Doch auch weiterhin klingt jede Nummer der Amis wie eine ungeschliffene Perle. Wenn man es hier auch deutlich klarer anpackt als man es bei einigen anderen Songs des Albums getan hat.

Fazit: Wow ganz schön beeindruckend was die Burschen von Butcher hier abgeliefert haben. Mit einer guten Portion Motivation haben diese Jungs es geschafft alte Traditionen in die Jetztzeit zu befördern und dennoch klingt das Ganze nicht zu altbacken. Somit dürfen wir schon richtig gespannt sein wie es mit der neuen Fronterin weitergeht. Wenn man es weiterhin so anpackt wie auf diesem Album, wird man sich in kürzester Zeit bei vielen True Metallern einen guten Platz erspielen können.

Tracklist:

01. Iron Tiger
02. I Am You
03. Steal Your Soul
04. Covergirl Rocker
05. Razor Eater
06. Frankenstein
07. When Darkness Calls
08. Knight Of The Wulf
09. Total Submission
10. B.O.H.I.C.A.
11. Tempter
12. Ground Zero Child
13. Follow Me
14. Dark Season

Besetzung:

Stoneage (bass & voc)
Joel Myers (guit)
C.T. Fritts (guit)
Gary Sheehan (drums)

Internet:

Butcher Website

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Butcher @ MySpace

Roberthttps://www.metalunderground.at
Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.