BYGONE – Bygone

bygone bygone album cover

Band: BYGONE 🇺🇸
Titel: Bygone
Label: Svart Records
VÖ: 12/12/25
Genre: Heavy Metal/Rock

Bewertung:

3,5/5

Ein Album, das den Namen der Band trägt, ist oft mehr als nur eine Visitenkarte. Es ist Standortbestimmung, Selbstvergewisserung und Ansage zugleich. »Bygone« erfüllt genau diese Funktion. Die gleichnamige Band bewegt sich klar im Spannungsfeld von Heavy-Rock und Metal, ohne sich auf eine Schule festzulegen. Statt Retro-Pose oder moderner Hochglanzästhetik setzt das Sextett auf handgemachte Songs, die spürbar aus dem Proberaum kommen. Nicht alles sitzt perfekt, im Gegensatz hierzu wirkt vieles ehrlich und mit Nachdruck gespielt.

Einstand mit Ecken, Kanten und Ambition

Produktionstechnisch bleibt »Bygone« angenehm bodenständig. Die Gitarren von Noah und CC stehen breit im Mix, mal Riff-betont, mal melodisch ausgreifend. Renato am Keyboard sorgt für Farbe, ohne den Songs die Schwere zu nehmen. Das Instrument bleibt meist im Hintergrund, öffnet aber Räume, gerade in den ruhigeren Momenten. Cecelias Bass ist präsent und erdig, wiederholt mehr treibende Kraft als bloße Verdopplung der Gitarren. Connor am Schlagzeug spielt kontrolliert, schnörkellos und Song-dienlich. Keine unnötigen Showeinlagen, dafür solides Fundament.

Über allem steht Jim am Mikrofon. Sein Gesang schwankt bewusst zwischen rauer Direktheit und melodischer Klarheit. Nicht jede Linie bleibt sofort hängen, im Kontrast hierzu verleiht die Stimme dem Album Charakter. Man hört, dass hier jemand singt, der etwas erzählen will, desgleichen, wenn die Texte nicht immer bis ins Letzte ausgearbeitet wirken.

Der Einstieg: Energie und Erwartung

»Lightspeed Nights« eröffnet das Album mit Tempo und einem klaren Statement. Ein direkter Rocksong, der keine Umwege macht und sofort zeigt, wo die Reise hingeht. Der Refrain ist griffig, ohne anbiedernd zu sein, das Zusammenspiel der Gitarren wirkt eingespielt und entschlossen. »Shadow Rising« legt danach an Härte zu und bringt düsterere Farben ins Spiel. Hier funktionieren vor allem die Spannungsbögen zwischen Strophe und Refrain, ebenfalls wenn der Song im Mittelteil einigermaßen Luft verliert.

Zwischen Hymne und Introspektion

Mit »Take Me Home« zeigt die Band ihre melodischere Seite. Der Song ist zugänglicher, fast hymnisch, und dürfte live gut funktionieren. Er bleibt überdies nah genug am Grundsound, um nicht aus dem Album zu fallen. »Into The Gleam« schlägt einen introspektiveren Ton an. Die Keyboards bekommen mehr Raum, das Tempo wird zurückgenommen. Hier zeigt sich, dass BYGONE nicht bloß über Lautstärke arbeiten will, sondern daneben über Atmosphäre.

Der lange Atem

»The Last Horses Of Avalon« ist der ambitionierteste Track der Platte. Länger, epischer, erzählerischer. Nicht jede Idee zündet sofort, hingegen wächst der Song mit der Zeit. Gerade die dynamischen Wechsel und das geduldige Songwriting machen ihn interessant. Er verlangt Aufmerksamkeit und belohnt sie mit Details, die sich erst beim zweiten oder dritten Hören erschließen.

Alltag und Feuer

»City Living« holt das Album zurück auf den Boden. Ein straighter Rocksong mit urbanem Puls, der thematisch näher an der Gegenwart bleibt. Hier sitzt der Groove, hier greifen Band und Sänger besonders gut ineinander. »Fire In You Fire In Me« bildet den Abschluss und fasst vieles zusammen, was »Bygone« ausmacht. Druckvolle Riffs, ein emotionaler Kern und ein Refrain, der bleiben will, ohne sich aufzudrängen. Kein großes Finale, sondern ein konsequenter Schlusspunkt.

»Bygone« ist kein Album, das alles neu erfindet. Es will das auch nicht. Stattdessen liefert die Band ein solides, teilweise sehr starkes Debüt, das von ehrlichem Zusammenspiel und spürbarer Leidenschaft lebt. Schwächen gibt es vor allem im Feinschliff mancher Arrangements und in der Konsequenz einiger Ideen. Trotzdem überwiegt der Eindruck einer Band, die weiß, was sie will und genug Substanz hat, um darauf aufzubauen.

3,5 von 5 Punkten sind hier gut angelegt. »Bygone« ist ein Album, das man ernst nimmt, das wächst und das neugierig macht auf den nächsten Schritt von BYGONE.

Fazit: BYGONE gelingt mit »Bygone« ein solides Album, das durch seine Energie und Vielseitigkeit besticht

Tracklist

01. Lightspeed Nights
02. Shadow Rising
03. Take Me Home
04. Into The Gleam
05. The Last Horses Of Avalon
06. City Living
07. Fire In You Fire In Me

 

Besetzung

Jim – Vocals
Noah – Guitars
CC – Guitars
Renato – Keyboards
Cecelia – Bass
Connor – Drums

 

Internet

BYGONE – Bygone CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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