Band: Chimaira
Titel: The Age Of Hell
Label: SPV / Long Branch Records
VÖ: 2011
Genre: Neo Thrash
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Gut sind ja die beiden Vorgängeralben bei vielen Zines nicht davon gekommen. Davon ließen sich die Ohio Groove/Post-Thrash/Metalcore Metaller nicht beirren. Beim ersten Durchlauf des am 26.08.2011 erscheinenden Nachfolgers „The Age Of Hell“ wird einem bewusst, das sich die Clevelander wohl das Ganze sehr zu Herzen genommen haben. Binnen Zehntelsekunden treten die Jungs uns dermaßen in den Arsch, sodass man die Vorgänger sofort vergisst. Unter dem Motto: „Ordentlich Blut geleckt“ agiert das Team rund um Mark Hunter (voc) und prescht dabei einen Silberling durch die Boxen, das man nur nach mehr kreischen kann.

Das Höllentor öffnet sich mit „The Age Of Hell“ und dabei rotz und peitscht die Mannschaft mit sadistischem Grinsen auf uns hernieder und das ohne Gnade. Vom klanglichen hat man zusätzlich zu den doch eher moderneren Fragmenten viel Old School Feeling einfließen lassen. Somit wandert man gekonnt auf einem schmalen Grat dahin. Das wird somit nicht nur astreine Fans des Genres gefallen, nein durchaus könne Thrash Freaks auf diese Nummer locker abfahren, sofern sich natürlich mit einigen Verbesserungen und Ergänzungen leben können. Wunderschöner Anfang auf diesem Silberling, wo man sich bereits nach den ersten Sekunden herzhaft austoben kann.

Deutlich mehr dem Old School kehrt man mit „Clockwork“ den Rücken. Doch auch hier wird nicht minder mächtig abgegangen was die Maschinerie hergibt. Zur Beruhigung wurden einige idyllische Parts eingebaut und vor allem der etwas beschwichtigende Mittelpart erreicht richtig einen Ruhepol zur Entspannung. Doch sei hier Vorsicht geboten, denn schon steht die Kapelle wieder parat um im letzten Drittel noch einmal komplett aus den vollen zu schöpfen. Sehr farbenreich bzw. facettenreich wurde dieser Song in Szene gesetzt und man beweist, dass auch schöner verzierte Nummern der härteren Fraktion zu gefallen weiß.

Nahtlos leitet man den Vorgänger in den zweiten Part über. „Losing My Mind“ klingt etwas wie eine Fortsetzung des Vorreiters. Vorerst prägt man das Ganze mit einer guten Mischung aus Melodie und bretternden Groove Lines. Äußerst gut miteinander verpackt, kommt man nach etlichen Sekunden drauf, dass man hier deutlich mehr die Melodic Death Keule schwingt. Superbe versetzt mit modernen Akzenten und einer großen Schubkarre Groove.

Deutlich klarer erschließt sich einem nun „Time Is Running Out“. Zwar gibt es auch hier harschere Soundansätze, diese werden aber sehr bereichernd durch melodische, als auch einer Vielzahl von idyllischen Vibes verschönert. Alles in allem baut man hier auf ein farbenprächtiges, teils komplexeres Klangmuster, doch auch dies geht superb ins Gehör.

Verzerrt und deutlich experimenteller wird kurz „Year Of The Snake“ angestimmt, doch dann beginnt die Jagd und die Clevelander ballern aus allen Rohren das uns Hören und Sehen vergeht. Von Klangexperimenten ist bei der Fortsetzung kaum mehr was zu verspüren. Vielmehr bolzt man amtlich, mit einem ordentlichen Härtegrad dahin. Die Grundlinie wurde mit guter Abgehthematik versehen, diese wird aber recht reichhaltig mit einigen sanfteren, melodischen Ansätzen abgerundet. Alles in allem wird aber auch hier der Härtepegel ordentlich nach oben gehievt.

Auch „Beyond The Grave“ wurde mit einem verzerrten Eingang versehen. Dieser hält aber merklich länger an, als beim Vorgänger. Dadurch steigert man maßgeblich das Interesse und lässt etwas auf Nadeln sitzen. Teils entlockt man hier dem Ganzen ein hymnisches Flair und das offeriert man uns mit satten Melodien. Verstärkt wird dies nur noch durch satte Grooves und so manche barschen Shouts und Screams. Tempomäßig verfolgt man eine stampfende Linie, dennoch vermögen die Jungs auch hier locker ordentlich Staub aufzuwirbeln.

Wie von der Tarantel gestochen bolzt man nun mit dem harschen „Born In Blood“ dahin. Dabei wütetet und metzelt man dermaßen das einem die Spucke weg bleibt. Alle bisher verwendeten, sanfteren bzw. schöneren Verzierungen wurden komplett ad acta gelegt. Dafür fungiert man deutlich hämmernd und peitscht uns ordentlich den Rücken aus. Das Stück tritt richtig gehend in den Arsch und man stachelt die komplette Spielzeit hindurch an sich einem schweißtreibenden Tanz hinzugeben.

Bei „Stoma“ werden aber binnen Sekunden wieder verspieltere Züge in den Vordergrund gestellt. Leichte Industrial Sounds wurden mit einer sanften Grundmelodie vorerst versehen. Solche Überleitungen lassen etwas ruhe aufkommen, aber man wird sich schon bewusst, dass der Härteschlag auf dem Fuß folgen wird.

Selbstredend folgt dieser und zwar mit dem ungestümen Härtebrocken „Powerless“. Also Power hat das Stück genug und man serviert uns dies mit einer sehr farbenprächtigen Aneinanderreihung von Vibes und Komplettierungen. Besonders die hymnisch – melodischen Linien gehen ordentlich ins Gehör. Den Rest erledigt man mit einer straighten Bretterschlagseite.

Auch zu Beginn von „Trigger Finger“ wird eine hymnische Einleitung geboten. Die erinnert mich persönlich ganz leicht durch den Old School Faktor an Slayer. Doch der Tradition sieht man sich hier weniger verpflichtet. Sicherlich sind klitzekleine Fragmente vorhanden, doch der Hauptbestandteil der Nummer besteht aus moderneren Härtebeats zu denen man locker wieder die Rübe kreisen lassen kann, bis die Schmerzen einsetzen. Vermehrt drückt man dem Ganzen noch als gelungenen Zusatz einen feinen Death Stempel auf.

Zwar wird auch bei „Scapegoat“ ordentlich Stoff gegeben, dennoch überwiegt hier immer mehr die Melodielinie. Somit hat man eine sehr hin und her zerrende Nummer geschaffen und erst ab der Mitte kommt man etwas mehr in den Genuss von astreinen harten Beats.

„Samsara“ bildet das Schlusslicht. Zu guter Letzt werden noch einmal alle Register gezogen. Der idyllische Start versprüht angenehme Wäre, doch nach gut einer Minute bricht der Sturm los. Dabei offeriert man uns diesen dermaßen farbenprächtig das einem vor Staunen die Kinnlade runter klappt. Satte, teils etwas progressivere Beats und Melodien werden von einer guten Härtefraktion sauber begleitet. Sehr monumentaler Schluss der den Silberling gekonnt abrundet.

Fazit: Chimaira haben es geschafft ihren Fortbestand wieder deutlich zahniger zu präsentieren. Der Rundling wird nicht nur die astreine New Metal Fraktion begeistern. Nein hierbei bedient man eine breit gefächertes Klientel, welches viel Freude mit dem Langeisen haben wird.

Tracklist:

01. The Age Of Hell
02. Clockwork
03. Losing My Mind
04. Time Is Running Out
05. Year Of The Snake
06. Beyond The Grave
07. Born In Blood
08. Stoma
09. Powerless
10. Trigger Finger
11. Scapegoat
12. Samsara

Besetzung:

Mark Hunter (voc)
Rob Arnold (guit)
Matt DeVries (guit)
Emil Werstler (bass)
Austin D’amond (drums)
Sean Z (keys & voc)

Internet:

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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