Band: Criminal 
Titel: Akelarre
Label: Massacre Records
VÖ: 2011
Genre: Death/Thrash Metal, Post-Thrash Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Robert

Immer wieder entdeckt man, das Bands die hierzulande eher ein Geheimtipp als sonst was sind behände weiter an ihrer Karriere mit guter Kraft arbeiten. Eine Truppe davon sind die Jungs von Criminal. Verfolge ich doch mit Wohlwollen schon seit vielen Jahren ihr Dasein und erfreue mich immer wieder ihrer markerschütternden Tracks, quer durch die ganze Discographie. Nach dem fulminanten Vorreiter „White Hell“ sind die Jungs zurückgekehrt und legen uns mit Ende August ihr nunmehr mittlerweile siebtes Album vor. „Akelarre“ steht weiterhin für das was Anton Reisenegger (guit & voc) und seine Combadres die letzten Jahre gestanden sind, purer Thrash Metal mal mehr, mal weniger modern verschönert. Dabei waren und sind sie auch weiterhin behände am Werkeln, das Genickstarre schon vorprogrammiert scheint.

„Order From Chaos“ kommt mit einer satten Old School Breitseite daher. Zwischen typischen Thrash, aber auch speedigen Death Elementen wird nur das Beste rausgesucht und zum Einsatz gebracht. Lange schon habe ich solch eine traditionelle Schiene nicht mehr von Criminal gehört. War man die letzten Jahre bestrebt etwas moderner rüber zu kommen, so ballert man hierbei wieder wie bei den Erstlingswerken rum. Besonders schmuck ist der hymnische Refrainteil, bevor man wieder aus allen Rohren feuert.

Wie ein nicht zu stoppendes Kettensägen Massaker wird mit „Resistance Is Futile“ weiter gemacht. Zwar in der klanglichen Ausstattung etwas sauberer produzier, verliert man aber nicht den Faden und donnert weiterhin mit brutaler Thrash Härte dahin. Im Gegensatz zum Vorgänger drückt man dabei nur noch mehr aufs Pedal. Auch die Vielzahl an traditionellen Thrash Fragmenten verpackt man sehr gut in einer neuen Schachtel, um sie Zehntelsekunden in die Luft zu jagen.

Eine Circle Pit Krachnummer jagt hier die nächste. „The Ghost We Summoned“ steht da schon in den Startlöchern und mit viel heftigen, hasserfüllten Speed wird hier die nächste Abrissbirne auf Hochtouren gebracht. Herrlich das sich Toni und Konsorten sich nie etwas vormachen lassen wollten. Denn diese Hammer Tracks aus ihren Federn haben viel Spirit intus und davon versprüht man fast komplett alle Reserven. Bangen, moshen und pogen alles ist hier möglich und auch bei den technisch etwas ausgefeilteren Linien geht der Thrash Party Spaß nicht verloren.

Richtig roh und ungeschliffen wird mit „Akelarre“ weiter gemetzelt. Die kürzere Spielzeit nützt man komplett, wie eine Massenvernichtungswaffe nur Schutt und Asche zu hinterlassen. Das gelingt ihnen eben wie erwähnt spielend und das mit einer straighten, angriffslustigen Rhythmik die infernal die Trommelfelle zum Wummern bringt.

Nicht um einen Deut minder wird „State Of Siege“ mit einer brutalen Hochgeschwindigkeit hinterher gejagt. Auch hier regieren fast astreine, straighte Thrash Rhythmen und verleiten so binnen Sekunden weiterhin die Thrash Metal Party zu feiern. Diesem Gebot folgt man nur zu gerne und dies zieht man mit eiserner Miene fast durch. Leidglich kleinere Melodie Parts lenken das Ganze in einer andere Richtung. Dabei wird aber nicht, wie bei so manchen Pseudokapellen der Bogen überspannt. Handsam muss das gemacht werden, um nicht die Freude am Abgehen zu verlieren und das machen die Jungs auch und liefern weiterhin Kraftfutter zum infernalen Bangen ab, sodass die Nackenschmerzen bereits hier einsetzen und schier unerträglich sind.

Das Thrash Metal Karussell wird auch im Anschluss bei „Tyrannicide“ wild gedreht. Als Eingang zeigt man sich technisch deutlich verspielter, bevor man wieder auf die gewohnte, grundsolide Linie zurück kehrt und wie beim Countdown abzählen den wilden – ungestümen Part des Stücks einläutet. Doch auch hier zeigt sich die Gitarrenfraktion von einer sehr hochkarätigen Seite. Satte Solis werden hin und her gefeuert das es in Mark und Bein zum Zittern anfängt. Man schert sich nicht wirklich ob man bereit ist oder nicht. Mit wutentbrannter Härte wird das Zepter wie bei einen Befehl geschwungen und da kann man nicht anders als bis zum Herzkasper abgehen was das Zeug hergibt.

Deutlich schlichter und mehr direkter fühlt man uns mit „Feel The Void“ auf den Zahn. Zwischen satten Grooves und tollen Melodielinien wird dabei ein gutes Maß zum Einsatz gebracht. Technisch wandelt man zwar etwas eingängiger, dennoch verschwindet man nicht im zu stupiden Eck.

Mit stampfendem Aufmarschtempo hechtet die Mannschaft nun mit „The Power Of The Dog“ daher. Was vorerst etwas vom Tempo her gedrosselter rüber kam, wird immer wieder mit weiten Ausflügen in eine andere Richtung gelenkt. Wie eine Bestie im Blutrausch wird hierbei gezockt, kurz innegehalten und dann schon wieder gebolzt was die Reserven hergeben.

Leicht hymnisch stimmt man nun „Vows Of Silence“ an. Verspielte Melodien der heroischen Thrash Metal Art kommen dabei zum Vorschein die laut aufhorchen lassen. Lange hat man diesem Part aber nicht Platz gemacht und schon donnert man mit mächtigem Schritt weiter. Dabei wird aber weiterhin etwas verspieltere Kost zwischendurch immer wieder geliefert. Facettenreich und gut aufgemacht wissen auch solche Stücke aus der Feder von Criminal einen lang bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Der letzte Teufelsbrocken heißt „La Santa Muerte“ und wird ganz schön Old School lastig zum Anlaufen gebracht. Erst nach und nach verabschiedet man sich dezent von dieser Linie und kommt wieder in etwas gradlinigere Gefilde. Besonders die spanischen Lyriks verleihen dem Song das gewisse etwas. Hasserfüllt tritt man uns hier weiterhin gehörig ins Hinterteil.

Fazit: Criminal haben über all die Jahre niemals enttäuscht und tun es auch mit dem neuesten Machwerk nicht. Es stellt sich mir dann schon die Frage warum man nur absoluten Kennern bekannt ist. Technisch haben es die Jungs drauf und auch ihre markerschütternden Songs, mit viel Wiedererkennungswert dürften den Thrash Fan zum Frohlocken bringen. Na da kann man nur hoffen das man mit diesem Langstreich endlich für eine breitere Masse mal spielen darf bzw. man ausgiebig in Europa touren darf. Das Potential und die Klasse haben die Jungs und da verneige ich mich zum was weiß ich wievielten male.

Tracklist:

01. Order From Chaos 4:54
02. Resistance Is Futile 4:41
03. The Ghost We Summoned 4:03
04. Akelarre 2:01
05. State Of Siege 4:11
06. Tyrannicide 4:20
07. Feel The Void 4:41
08. The Power Of The Dog 3:37
09. Vows Of Silence 4:17
10. La Santa Muerte 4:48

Besetzung:

Anton Reisenegger (guit & voc)
Olmo Cascallar (guit)
Zac O’Neil (drums)
Dan Biggin (bass)

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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