Tracklist
01. Terror From The Skies
02. Conquistador
03. Never A Prophet
04. Gypsy Roller
05. The Bigger They Are
06. Iron Mask
07. Phantom Chaser
08. Flying Dutchman
09. Prodigal Son
10. Seven Sacred Wonders
Besetzung
Lee Payne – Bass
Harry (the Tyrant) Conklin – Lead Vocals
Luke Hatton – Lead Guitar
Chris Coss – Lead Guitar
Ash Baker – Drums / Backing Vocals
Chris Dando – Keyboards / Backing Vocals
CLOVEN HOOF sind eine dieser Bands, bei denen man eigentlich gar nicht mehr groß erklären muss, worum es geht. Britischer Heavy Metal, tief verwurzelt in der NWOBHM, klassische Gitarrenarbeit und Songs, die lieber mit Stahlkappe als mit Samthandschuhen auftreten. Bassist und Bandkopf Lee Payne hält die Fahne seit Jahrzehnten hoch und schickt mit „Never A Prophet In Your Own Land“ mittlerweile das zehnte Studioalbum der Band ins Rennen.
Interessant wird die Sache vor allem durch den Mann am Mikro. Harry „The Tyrant“ Conklin ist inzwischen fest mit CLOVEN HOOF verbunden und bringt natürlich einen ziemlich großen Namen mit. Als ehemaliger JAG PANZER-Frontmann muss er niemandem mehr beweisen, dass er Heavy Metal singen kann. Gleichzeitig war die Erwartungshaltung nicht gerade klein. Russ North war für viele Fans die Stimme von CLOVEN HOOF schlechthin und seine Nachfolge entsprechend keine leichte Aufgabe. Conklin macht allerdings nicht den Fehler, North kopieren zu wollen. Er bleibt Conklin. Und das ist gut so.
Stahl aus Großbritannien
„Terror From The Skies“ eröffnet das Album mit genau der Sorte Heavy Metal, die man von CLOVEN HOOF erwartet. Keine elektronische Spielerei, kein überproduzierter Firlefanz, sondern Gitarren, Drums und ein Sänger, der sofort klarstellt, wer hier das Kommando hat. Conklin sitzt erstaunlich gut im Sound und verleiht den Songs ordentlich Druck.
Mit „Conquistador“ kommt gleich einer der stärkeren Momente hinterher. Die Gitarren liefern dieses typische britische Metal-Gefühl, irgendwo zwischen melodisch und bissig. Der Song hat genügend Ecken, um nicht einfach nur durchzulaufen, und bleibt auch nach dem ersten Durchgang hängen.
„Never A Prophet“ macht anschließend ziemlich genau das, was der Name CLOVEN HOOF verspricht. Klassisches Riffing, ein hymnischer Refrain und eine Band, die keinerlei Interesse daran zeigt, plötzlich modern klingen zu müssen. Das wirkt angenehm ehrlich. Die Jungs wollen keinen neuen Trend setzen. Sie wollen Heavy Metal spielen.
Und genau deshalb funktioniert „Gypsy Roller“ ebenfalls ziemlich gut. Der Song lockert die Sache etwas auf und bringt mehr Rock’n’Roll in die Angelegenheit. „The Bigger They Are“ geht anschließend wieder stärker in Richtung traditioneller Metal und erinnert daran, warum diese Band überhaupt noch relevant ist. CLOVEN HOOF können Songs schreiben, die nach alter Schule riechen, ohne dabei wie eine reine Kopie ihrer eigenen Vergangenheit zu wirken.
Conklin gibt Gas
„Iron Mask“ gehört zu den Nummern, bei denen Harry Conklin besonders gut zur Geltung kommt. Seine Stimme hat diesen rauen, leicht wahnsinnigen Unterton, der dem Material ordentlich Charakter verpasst. Gerade bei einer Band wie CLOVEN HOOF ist das Gold wert. Zu glatt produziert, würden manche Songs wahrscheinlich ziemlich schnell ins Museum wandern. Conklin hält sie dagegen lebendig.
„Phantom Chaser“ setzt etwas stärker auf Atmosphäre und Melodie, ohne die metallische Grundhaltung aufzugeben. Danach folgen mit „Flying Dutchman“ und „Prodigal Son“ zwei weitere Nummern, die das Album solide im Fahrwasser halten. Keine Totalausfälle, aber auch nicht jeder Song schlägt einem sofort die Rübe vom Hals.
Das ist gleichzeitig der Punkt, an dem „Never A Prophet In Your Own Land“ ein wenig an Spannung verliert. CLOVEN HOOF haben ihren Sound gefunden und wissen genau, wie sie ihn einsetzen müssen. Manchmal merkt man aber auch, dass sie lieber auf Nummer sicher gehen. Ein paar schmutzigere Kanten, ein unerwarteter Ausbruch oder ein Song, der wirklich komplett aus dem Rahmen fällt, hätten dem Album durchaus gutgetan.
Das ist Jammern auf einem ziemlich hohen Niveau, denn handwerklich gibt es wenig auszusetzen. Lee Payne hält den Laden zusammen, die beiden Gitarristen Luke Hatton und Chris Coss liefern ordentlich Futter für die Ohren und Ash Baker sorgt hinter den Drums für den nötigen Vortrieb. Die Keyboards von Chris Dando werden sinnvoll eingesetzt und kleistern die Songs nicht unnötig zu.
Kein Nostalgie-Zirkus
Produktionstechnisch bleibt die Platte ebenfalls angenehm bodenständig. Aufgenommen wurde „Never A Prophet In Your Own Land“ in den Vault Studios in Kidderminster von Chris Dando und Ben Fitzharris. Patrick W. Engel übernahm anschließend Mix und Mastering. Das Ergebnis ist sauber und druckvoll, ohne dass dabei sämtlicher Old-School-Charme aus dem Sound geprügelt wurde.
Zum Abschluss steht „Seven Sacred Wonders“, das noch einmal ziemlich gut zusammenfasst, wofür dieses Album steht. Klassischer Heavy Metal, große Melodien, starke Vocals und genügend Gitarren, damit die Kutte nicht im Schrank verstaubt.
CLOVEN HOOF machen auf „Never A Prophet In Your Own Land“ keine Gefangenen und auch keine musikalischen Experimente. Sie spielen Heavy Metal. Punkt. Und zwar so, wie sie ihn seit Jahrzehnten verstehen.
Das Album besitzt einige richtig starke Nummern, Harry Conklin passt überraschend selbstverständlich ins Bandgefüge und die Gitarrenarbeit liefert immer wieder kleine Highlights. Ganz frei von Routine ist die Platte allerdings nicht. Zwischen den stärkeren Songs gibt es ein paar Momente, bei denen man sich etwas mehr Dreck, Risiko und Wahnsinn gewünscht hätte.
Trotzdem bleibt am Ende ein Album stehen, das seine Herkunft nicht verleugnet und auch keinen Grund dazu hat. „Never A Prophet In Your Own Land“ klingt nicht nach einer Band, die verzweifelt versucht, jung zu wirken. Es klingt nach Musikern, die immer noch Bock auf Heavy Metal haben. Und manchmal ist genau das mehr wert als jeder moderne Studio-Trick.
Fazit: „Never A Prophet In Your Own Land“ ist ein starkes, gut produziertes Album, das die Stärken von CLOVEN HOOF erneut unter Beweis stellt.






