Tracklist
01. Light The Flame
02. Cold Winter
03. End Of Tomorrow
04. Hands Of Fate
05. Spread Your Wings
06. Ride The Highway
07. You And I
08. Life To Crucify
09. Eyes Of Light
10. Mortality
11. Burned
Besetzung
Alan Clark – Vocals, Backing Vocals and Keys
Nick Catterick – Guitars, Keys, Backing Vocals
Extra Special Guests:
Pete Newdeck – Drums, Backing Vocals
Josh ‘Tabbie’ Williams – Bass
Zwischen Tradition und Moderne
Mit »Evolution« präsentieren DARK HEART ihr drittes Album, und es zeigt eine Band, die sich bewusst zwischen klassischem NWOBHM-Flair und modernen Metal-Elementen bewegt. Alan Clark liefert mit seiner markanten Stimme eine Performance, die irgendwo zwischen rauer Rock-Attitüde und melodischem Gesang pendelt, während Nick Catterick auf den Gitarren sowohl aggressives Riffing als auch verspielte Melodielinien einbringt. Die beiden bilden das Herzstück des Albums, unterstützt von einem starken Rhythmusfundament durch Pete Newdeck und Josh ‘Tabbie’ Williams.
Schon beim Opener »Light The Flame« wird klar, dass DARK HEART keine halben Sachen machen. Die Gitarrenarbeit ist satt, die Drums prägnant, und Clark setzt seine Stimme variabel ein, mal brüllend, mal mit fast balladeskem Ausdruck. Die Band zeigt direkt, dass sie sich in der NWOBHM-Tradition wohlfühlt, ohne in nostalgische Selbstreferenzen zu verfallen.
Melancholie und Energie: das Spannungsfeld
Mit »Cold Winter« verlagert sich die Stimmung. Der Song lebt von melancholischen Melodien und einem treibenden Rhythmus, der an frühe MAIDEN oder JUDAS PRIEST erinnert, aber gleichzeitig genug Eigenständigkeit besitzt, um nicht wie ein Abziehbild zu wirken. DARK HEART verstehen es, düstere Atmosphäre mit Ohrwurm-Potenzial zu kombinieren. Besonders auffällig ist, wie Clark und Catterick bei den Keyparts dezente, aber wirkungsvolle Akzente setzen. Eine Ebene, die den Songs mehr Tiefe verleiht, ohne sie zu überladen.
»End Of Tomorrow« fährt dann wieder die metallische Härte auf. Die Gitarrenriffs sind messerscharf, die Drums stoisch, und Clark kann hier seine aggressivere Seite zeigen. Die Produktion von Pete Newdeck sorgt dafür, dass der Sound transparent bleibt. Jeder Schlag, jeder Ton kommt klar durch. Das Mastering von Harry Hess trägt dazu bei, dass Evolution gleichzeitig modern und organisch klingt. Keine sterile Digitalästhetik, sondern echte Banddynamik.
Melodische Höhen und instrumentale Feinheiten
Songs wie »Hands Of Fate« und »Spread Your Wings« zeigen die melodische Seite der Band. Während erstgenannter Track mit hymnischen Refrains punktet, überrascht »Spread Your Wings« durch harmonische Gitarrenlinien und eine eingängige Gesangsführung. DARK HEART gelingt es, die Balance zu halten, hierbei offerieren die Briten Melodie ohne Schwäche, Härte ohne Übertreibung.
Mit »Ride The Highway« und »You And I« geht die Band sogar leicht in Richtung klassischer Rockhymne. Die Songs besitzen ein gewisses Stadium an Eingängigkeit, das sie live auf der Bühne sicher zum Mitgrölen animieren wird. Trotzdem verliert die Band nie ihre metallische Identität. Besonders interessant sind die Keyboard-Einsätze, die subtil Stimmungen aufbauen, ohne den Fokus von Gitarren und Gesang zu nehmen.
Dunkle Untertöne
Die zweite Albumhälfte, beginnend mit »Life To Crucify«, setzt stärker auf düstere Nuancen. »Eyes Of Light« und »Mortality« besitzen eine Schwere, die den NWOBHM-Wurzeln treu bleibt, aber die Songs inhaltlich und emotional erweitert. Die Riffs sind härter, die Melodien bedrohlicher, und Clark gelingt es, seine Stimme eindringlich zwischen Schmerz und Kampf zu modulieren.
Mit dem finalen Track »Burned« rundet DARK HEART das Album konsequent ab. Es ist ein Song, der sowohl Aggression als auch Melodie verbindet, mit einem Refrain, der hängenbleibt, und einer Gitarrenarbeit, die technische Raffinesse und Energie bündelt.
Solide Handwerkskunst mit Luft nach oben
»Evolution« ist ein Album, das in vielen Momenten überzeugt, ohne komplett zu überraschen. DARK HEART zeigen handwerklich, dass sie ihr Genre verstehen. NWOBHM trifft Heavy Metal, die Balance zwischen Härte und Melodie stimmt, und die Musiker verfügen über die technische Sicherheit, ihre Ideen sauber umzusetzen. Gleichzeitig fehlt manchmal der letzte Funke Innovation, der einzelne Songs zu echten Hits machen würde. Das Album lebt stark von Atmosphäre und Performance, weniger von dramaturgischen Überraschungen.
Die Produktion ist klar und transparent, das Zusammenspiel der Musiker stimmig, und die Gästebeiträge fügen sich harmonisch ein, ohne die Band in den Hintergrund zu drängen. Für Fans des Genres ist Evolution ein hörenswertes Werk, das klassische Elemente respektiert, aber eigene Akzente setzt.
Fazit: DARK HEART liefern ein solides, professionelles Album ab, das zeigt, dass sie ihre Stärken kennen, wenngleich es hier und da etwas mutiger sein dürfte.

