Band: EMBRACE THE SILENCE 🇩🇪
Titel: Lies Of Empathy
Label: Odyssey Music Network/FUGA
VÖ: 28/08/26
Genre: Metalcore

Tracklist

01. Hearts Broken Everlong
02. Feverdream
03. Misery
04. Taste Of Eternity
05. Lies Of Empathy
06. Triggerpoint
07. Virtue Or Vice
08. Another Farewell (Cold Embrace)
09. Autum’s Dawn

 

Besetzung

Felix Wagner – Vocals & Rhythm Guitar
Tim Demuth – Vocals & Bass
Simon Meier – Drums
Marvin Krause – Lead Guitar

 

Bewertung:

4/5

Ein Debüt mit ordentlich Gefühl und Druck

EMBRACE THE SILENCE gibt es seit 2021. Ins Leben gerufen wurde die Band von Felix Wagner, der Vocals und Rhythmusgitarre übernimmt, und Tim Demuth an Bass und Gesang. Mit Leadgitarrist Marvin Krause und Schlagzeuger Simon Meier ist das Quartett inzwischen komplett. Alle vier Musiker bringen bereits reichlich Erfahrung aus Live- und Studioarbeit mit. Was sie verbindet, ist der Wunsch, Metalcore nicht nur hart, sondern auch emotional zu gestalten. Genau diesen Ansatz hört man auf „Lies Of Empathy“, dem ersten Album der Band. Die Platte zeigt ziemlich deutlich, wohin sich EMBRACE THE SILENCE seit ihrer Gründung entwickelt haben.

Schon „Hearts Broken Everlong“ macht klar, dass hier niemand lange um den heißen Brei herumreden will. Die Gitarren drücken, das Schlagzeug treibt nach vorne und die Vocals wechseln zwischen aggressiver Attacke und melodischeren Momenten. Gleichzeitig bekommt der Song genug Raum, damit sich seine emotionale Seite entfalten kann. Das funktioniert überraschend gut und gibt dem Einstieg gleich eine eigene Handschrift.

Härte trifft auf Melodie

„Feverdream“ legt noch einmal nach. Der Song klingt wütend, ohne einfach nur auf maximalen Krawall zu setzen. Gerade die Gitarren sorgen immer wieder für kleine Details, die beim ersten Durchlauf vielleicht noch gar nicht auffallen. Dazu kommt ein Gesang, der sich passend zwischen Härte und Melodie bewegt.

Bei „Misery“ wird es düsterer. Der Titel passt ziemlich gut zur Atmosphäre, denn hier geht es weniger um reine Aggression als um eine bedrückende Stimmung. Die Band versteht es, Spannung aufzubauen und nicht jede freie Sekunde mit Gitarrenwänden zuzukleistern. Dadurch wirken die härteren Stellen später umso stärker.

„Taste Of Eternity“ gehört für mich zu den Songs, die besonders gut zeigen, was EMBRACE THE SILENCE können. Der Track besitzt genug Wucht, um live ordentlich funktionieren zu können, bleibt aber gleichzeitig melodisch und zugänglich. Gerade diese Mischung macht den Song interessant. Die Band muss sich nicht zwischen Härte und Gefühl entscheiden, sondern bringt beides zusammen.

Der Titelsong sitzt

Mit „Lies Of Empathy“ folgt der Titelsong und damit einer der zentralen Momente des Albums. Hier kommen die unterschiedlichen Seiten der Band besonders schön zusammen. Die Gitarrenarbeit von Felix Wagner und Marvin Krause sorgt für Druck und Melodie, während Tim Demuth und Simon Meier das Fundament liefern. Dazu kommen die wechselnden Gesangspassagen, die dem Stück zusätzliche Dynamik geben.

„Triggerpoint“ geht anschließend wieder deutlich mehr nach vorne. Das Schlagzeug klingt druckvoll, die Gitarren treiben und der Song entwickelt diese typische Spannung, die man im Metalcore gerne hört. Erst wird aufgebaut, dann kommt der nächste Schlag. Trotzdem bleibt der Track nachvollziehbar und verliert sich nicht in einer Flut aus Breakdowns.

„Virtue Or Vice“ zeigt eine etwas andere Seite. Der Song wirkt stellenweise verspielter und lässt erkennen, dass sich EMBRACE THE SILENCE nicht auf eine einzige Formel festlegen wollen. Genau solche kleinen Abweichungen tun dem Album gut.

Wenn der Druck nachlässt

Mit „Another Farewell (Cold Embrace)“ nimmt die Band etwas Geschwindigkeit heraus und rückt die emotionale Seite stärker in den Vordergrund. Das Stück wirkt dadurch keineswegs wie ein Lückenfüller. Im Gegenteil, gerade solche ruhigeren beziehungsweise atmosphärischeren Momente braucht ein Album wie „Lies Of Empathy“. Wenn permanent Vollgas gegeben wird, verliert selbst der härteste Breakdown irgendwann seine Wirkung.

Den Abschluss bildet „Autum’s Dawn“. Der Song setzt einen eher nachdenklichen Schlusspunkt und lässt die Platte nicht einfach mit dem nächsten schweren Riff auslaufen. Nach den vorherigen acht Tracks fühlt sich das durchaus passend an.

„Lies Of Empathy“ ist kein Album, das den Metalcore neu erfinden möchte. Dafür ist die Band viel zu sehr in den bekannten Zutaten des Genres verwurzelt. Das ist allerdings kein wirklicher Kritikpunkt. Entscheidend ist, was man daraus macht, und hier liefern EMBRACE THE SILENCE ein solides und vor allem glaubwürdiges Debüt ab.

Besonders stark ist das Album immer dann, wenn die Band Härte und Emotion wirklich miteinander verbindet. Die Gitarren haben genügend Biss, das Schlagzeug sitzt druckvoll im Hintergrund und die unterschiedlichen Gesangsstile bringen Bewegung in die Songs. Manchmal könnte das Quartett noch etwas mutiger eigene Wege gehen, denn an einigen Stellen erkennt man die bekannten Metalcore-Muster recht deutlich.

Trotzdem bleibt nach dem letzten Ton ein positiver Eindruck zurück. „Lies Of Empathy“ klingt nach einer Band, die noch einiges vorhat und bereits eine gute Grundlage dafür geschaffen hat. EMBRACE THE SILENCE liefern ein Debüt ab, das Druck besitzt, Gefühle zulässt und vor allem nicht künstlich auf Härte getrimmt wirkt. Wer modernen Metalcore mit Melodie und einer emotionalen Note mag, sollte dieser Band definitiv ein Ohr schenken.

Fazit: Insgesamt ist „Lies Of Empathy“ ein beeindruckendes Debüt, das die musikalische Entwicklung der Band deutlich macht.

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EMBRACE THE SILENCE - Lies Of Empathy - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.