Tracklist
01. Valigeth
02. Damnation’s Veil
03. Cohorts of the Abyss
04. Imbued in Hellfire
05. Rituals in Thar’amath
06. Orphaned Throne
07. Wyrd of Strideborne
08. Beyond the Void
09. Vengeance Unto Rot
10. All Hail Treachery
11. Twilight’s Blade
Besetzung
Amelia Morris – Bass
Charles House – Rhythm Guitar
Ben Hageage – Vocals
Joey Burke – Drums
Liam McMahon – Lead Guitar
Keine lange Anlaufzeit
Bei NINTH REALM aus den USA geht es nicht um vorsichtiges Herantasten. „Damnation’s Veil“ kommt mit ordentlich Druck aus den Boxen und macht ziemlich schnell klar, was die fünf Musiker vorhaben. Death Metal und Thrash Metal bilden das Fundament, dazu gesellen sich hörbare Hardcore-Einflüsse und immer wieder kleine Heavy-Metal-Momente. Eine leicht angekratzte Black-Metal-Atmosphäre sorgt zusätzlich dafür, dass die Platte nicht komplett in vertrauten Bahnen läuft.
Am Bass steht Amelia Morris, Charles House übernimmt die Rhythmusgitarre, Ben Hageage brüllt sich durch die Songs, Joey Burke sitzt hinter dem Schlagzeug und Liam McMahon kümmert sich um die Leadgitarre. Gemeinsam entwickeln sie einen Sound, der vor allem eines will, Druck machen.
Das kurze „Valigeth“ dient als düsteres Vorspiel. Lange kann sich die Atmosphäre allerdings nicht halten, denn mit „Damnation’s Veil“ geht es direkt zur Sache. Die Gitarren sägen, das Schlagzeug treibt nach vorne und Hageages Stimme klingt so, als hätte sie gerade überhaupt keine Lust auf freundliche Umgangsformen. Ein Einstieg, der die Richtung ziemlich eindeutig vorgibt.
Riffs statt Schönwetterprogramm
„Cohorts of the Abyss“ setzt den Angriff fort. Hier kommt die Thrash-Schlagseite stärker zum Vorschein. Die Gitarren arbeiten mit schnellen Läufen und kantigen Riffs, während das Schlagzeug ordentlich nach vorne schiebt. Gleichzeitig bleibt dieser raue Hardcore-Einschlag präsent. Genau diese Mischung macht einen Teil des Reizes von NINTH REALM aus.
Mit „Imbued in Hellfire“ zeigt sich dann, dass die Band nicht ausschließlich auf Höchstgeschwindigkeit setzt. Der Song nimmt sich zwischendurch etwas zurück, bevor wieder ordentlich Druck aufgebaut wird. Solche Wechsel tun dem Album gut. Die Musik bleibt dadurch beweglich und klingt nicht wie ein einziger langer Angriff.
„Rituals in Thar’amath“ gehört zu den düstereren Momenten der Platte. Hier bekommt die leicht blackened Note mehr Raum. Das Stück wirkt dadurch etwas finsterer und bringt eine andere Farbe in den ansonsten sehr direkten Sound.
Fünf Musiker, ein ziemlich wuchtiger Sound
Gitarrist Charles House und Leadgitarrist Liam McMahon bilden dabei ein solides Team. Die beiden versuchen gar nicht erst, jeden Song mit technischen Kunststücken vollzustopfen. Stattdessen stehen die Riffs im Mittelpunkt. Das passt gut zur Musik, denn „Damnation’s Veil“ lebt weniger von filigraner Virtuosität als von Energie und Atmosphäre.
Bei „Orphaned Throne“ funktioniert dieses Konzept besonders gut. Der Song besitzt genügend Härte, bleibt aber trotzdem greifbar. Danach folgt „Wyrd of Strideborne“, dass etwas mehr mit Atmosphäre arbeitet und damit für eine angenehme Abwechslung sorgt.
Dann wird wieder aufs Tempo gedrückt. „Beyond the Void“ und „Vengeance Unto Rot“ gehören zu den Stücken, bei denen Ninth Realm ihre aggressive Seite besonders deutlich zeigen. Vor allem „Vengeance Unto Rot“ entwickelt ordentlich Wucht. Hier sitzen Gitarren und Schlagzeug dicht aufeinander, während Hageage die Vocals mit einer gehörigen Portion Wut nach vorne bringt.
Nicht jedes Riff bleibt hängen
Ganz ohne Schwächen kommt „Damnation’s Veil“ allerdings nicht davon. NINTH REALM haben hörbar verstanden, wie Death und Thrash funktionieren, bewegen sich dabei aber gelegentlich auf bekanntem Terrain. Einige Riffs machen während des Hörens Spaß, verschwinden danach aber relativ schnell wieder aus dem Gedächtnis.
Auch „All Hail Treachery“ gehört eher zur soliden Mitte des Albums. Der Song passt zum Gesamtbild, sorgt aber nicht unbedingt für den großen Aha-Moment. Dafür kann „Twilight’s Blade“ zum Schluss noch einmal Akzente setzen. Der Abschluss wirkt nicht überladen und bringt die Platte ordentlich über die Ziellinie.
Ein gutes Fundament
Was bleibt also von „Damnation’s Veil“? Vor allem eine Band, die ordentlich Energie besitzt und verschiedene Einflüsse miteinander verbinden kann, ohne dass daraus ein völlig zerfaserter Sound entsteht. Death Metal liefert die Härte, Thrash den nötigen Vorwärtsdrang, Hardcore sorgt für die raue Kante und der Heavy Metal bringt gelegentlich etwas Melodie ins Spiel.
NINTH REALM erfinden mit diesem Album das Rad sicher nicht neu. Dafür gibt es zu viele Momente, bei denen man sich an bereits bekannte Muster erinnert. Trotzdem steckt genügend Eigenenergie in den Songs, um die Platte interessant zu machen.
Besonders die Gitarrenarbeit, das druckvolle Schlagzeug und die dreckigen Vocals funktionieren gut. Gleichzeitig zeigt sich, dass bei Songwriting und Wiedererkennungswert noch Luft nach oben vorhanden ist. Genau dort könnte die Band beim nächsten Album ansetzen.
„Damnation’s Veil“ ist damit ein ordentliches Stück Death/Thrash Metal geworden, das seine Stärken nicht versteckt. Wer auf aggressive Riffs, wütende Vocals und eine leicht düstere Atmosphäre steht, sollte NINTH REALM durchaus eine Chance geben. Für den ganz großen Sprung nach vorne fehlt noch das eine oder andere besondere Element. Als kräftiger Einstieg ist die Platte aber allemal gelungen.
Fazit: NINTH REALM liefern mit „Damnation’s Veil“ ein Album ab, das atmosphärisch stark, musikalisch überzeugend und mit einer Prise Black Metal versehen ist.






