Band: Escapeinout 🇮🇹
Titel: The Age of Collapse: As Above, So Below
Label: Brutal Records
VÖ: 21.08.2026
Format: CD / Digital
Genre: Death Metal / Groove Metal / Extreme Metal / Atmospheric Metal

Tracklist

01. Behold the River feat. F. Burtone
02. The Wait
03. No Time feat. F. Burtone
04. Sink feat. Andy Neri
05. The Awakening
06. Out of the Shade
07. As Above, So Below
08. Filtered
09. The End of All Things Known

Besetzung

Elio Virtù – Gesang
Max Calleri – Gitarre
R.G. Noise – Bass
Ciccio Blandini – Schlagzeug

Gastmusiker:
F. Burtone – Gastbeiträge
Andy Neri – Gastbeitrag

Produktion:
R.G. Noise – Produktion
Escapeinout – Songwriting

Bewertung:

4 von 5 Punkten

Heute, am 30. Juni, nehmen wir das neue Album von Escapeinout bereits vor seiner Veröffentlichung unter die Lupe. »The Age of Collapse: As Above, So Below« erscheint am 21. August 2026 über Brutal Records. Doch ist hier der Name des Labels Programm? Finden wir es heraus. Die aus Catania auf Sizilien stammende Formation verbindet Death Metal und Groove Metal mit moderner Produktion, kontrollierter Rhythmik und atmosphärischen Passagen. Inhaltlich geht es um Umweltzerstörung, menschliche Maßlosigkeit, gesellschaftlichen Verfall und die Frage, was im Inneren eines Menschen geschieht, wenn auch die äußere Ordnung auseinanderbricht. Escapeinout betrachten den Zusammenbruch nicht aus sicherer Entfernung. Sie stellen den Hörer mitten hinein.

Official Visualizer: The Wait

DER ZUSAMMENBRUCH BEGINNT AM FLUSSUFER

»Behold the River« eröffnet das Album nicht mit einem langen Intro oder einer künstlich aufgeblähten Geräuschkulisse. Escapeinout bauen zunächst Spannung auf und lassen die tief gestimmte Gitarre anschließend mit kontrollierter Wucht einsetzen. Max Calleri arbeitet nicht allein mit stumpfem Akkorddruck, sondern setzt kurze rhythmische Verschiebungen und scharf umrissene Einzelnoten ein. Dadurch bleibt das Riffing beweglich, obwohl sich der Song überwiegend in einem schweren mittleren Tempo bewegt.

Der Fluss lässt sich als Grenze, Bewegung und unaufhaltsamer Prozess verstehen. Was einmal in Gang gesetzt wurde, kann nicht ohne Weiteres zurückgenommen werden. Dieses Bild passt zum Konzept des Albums: Ökologischer und gesellschaftlicher Verfall erscheinen nicht als plötzliches Einzelereignis, sondern als Folge einer langen Kette aus Ignoranz, Bequemlichkeit und menschlicher Selbstüberschätzung.

Der Gastbeitrag von F. Burtone erweitert die vokale Front, ohne den eigentlichen Charakter von Escapeinout zu verdrängen. Elio Virtù bleibt mit seinem rauen und druckvollen Gesang das Zentrum. Die zusätzliche Stimme verstärkt einzelne Passagen und erzeugt den Eindruck einer Auseinandersetzung, in der nicht nur eine Person, sondern eine ganze Gemeinschaft mit den Konsequenzen ihres Handelns konfrontiert wird.

Bereits der Opener zeigt, dass Escapeinout Brutalität nicht mit permanenter Höchstgeschwindigkeit verwechseln. Die Band setzt auf Gewicht, rhythmische Präzision und eine Produktion, in der Gitarren, Bass und Schlagzeug deutlich voneinander getrennt bleiben. Das Ergebnis ist massiv, aber nicht undurchsichtig.

THE WAIT VERWEIGERT DIE ERLÖSUNG

Mit »The Wait« folgt der erste vorab veröffentlichte Song und zugleich eine der unmittelbarsten Nummern des Albums. Das zentrale Riff ist kompakt, tief und stark auf Groove ausgerichtet. Ciccio Blandini hält das Stück mit einem kontrollierten Schlagzeugspiel zusammen, das nicht permanent in Doublebass-Salven ausbricht, sondern gezielt Druck aufbaut.

Der Titel beschreibt kein geduldiges Hoffen auf eine bessere Zukunft. Das Warten wird vielmehr zum passiven Zustand, in dem Warnzeichen erkannt, aber keine Konsequenzen gezogen werden. Während politische Institutionen, Unternehmen und einzelne Menschen aufeinander zeigen, schreitet der Verfall weiter voran. Escapeinout übersetzen diese Lähmung in einen Song, der immer wieder Spannung erzeugt, sie jedoch nicht durch einen befreienden Refrain vollständig auflöst.

Elio Virtù klingt dabei angegriffen, aber kontrolliert. Seine Stimme besitzt genügend Schärfe, um sich gegen die Gitarren durchzusetzen, ohne dauerhaft über dem Instrumental zu schweben. Einzelne lang gezogene Passagen lockern den sonst rhythmisch eng geführten Vortrag auf.

Gerade der Verzicht auf übertriebene technische Zurschaustellung hilft dem Stück. Escapeinout könnten manche Übergänge komplizierter gestalten, entscheiden sich jedoch für eine nachvollziehbare Struktur. »The Wait« funktioniert deshalb sowohl als eigenständige Single als auch innerhalb des Albumkonzepts.

KEINE ZEIT FÜR AUSREDEN

»No Time« zieht das Tempo an und formuliert die Dringlichkeit des Konzepts wesentlich direkter. Wo »The Wait« die lähmende Passivität beschreibt, wirkt der dritte Titel wie die Erkenntnis, dass diese Passivität längst Teil des Problems geworden ist.

Die Gitarrenarbeit fällt kantiger aus. Kurze, voneinander abgesetzte Riffblöcke wechseln mit breiteren Passagen, in denen die Band dem Material mehr Raum gibt. Die Rhythmusgruppe reagiert präzise auf diese Wechsel. R.G. Noise legt unter die Gitarre keinen bloßen Tiefton, sondern sorgt mit einem deutlich wahrnehmbaren Bassfundament für zusätzliche Kontur.

Auch hier ist F. Burtone beteiligt. Der erneute Gastbeitrag wirkt nicht wie ein Versuch, zwei ähnliche Songs künstlich miteinander zu verbinden. Während »Behold the River« von seiner schweren Entwicklung lebt, ist »No Time« konzentrierter und konfrontativer.

Eine kleine Schwäche macht sich dennoch bemerkbar: Die Band arbeitet erneut mit einer vergleichbaren Verbindung aus tiefem Groove, kurzen Tempoverschärfungen und aggressiver Stimme. Innerhalb des Albums ist das konsequent, doch eine deutlicher herausgearbeitete melodische Gegenstimme hätte dem Stück ein noch eigenständigeres Profil gegeben.

SINK ZIEHT DEN BODEN WEG

»Sink« gehört zu den härtesten Momenten der Platte. Das Stück verlässt sich nicht auf Geschwindigkeit, sondern auf einen schweren Rhythmus, der jeden Gitarrenanschlag mit Nachdruck in den Vordergrund stellt. Die Komposition vermittelt den Eindruck, dass sich der Boden langsam absenkt und jede Gegenbewegung zusätzliche Kraft kostet.

Der Gastauftritt von Andy Neri bringt eine weitere Klangfarbe in den Song. Die zusätzlichen Akzente werden nicht zur Hauptattraktion erklärt, sondern bleiben Bestandteil einer geschlossen auftretenden Band. Escapeinout vermeiden damit eines der häufigsten Probleme prominenter Gastbeiträge: Der Song wird nicht für wenige Sekunden Fremdmaterial umgebaut.

Inhaltlich fügt sich »Sink« nahtlos in das Konzept ein. Der Untergang ist hier keine abstrakte Zukunftsvision. Er findet bereits statt, während die Beteiligten noch darüber diskutieren, ob überhaupt eine Gefahr besteht. Die Musik reagiert darauf mit Wiederholungen, die nicht monoton, sondern zunehmend bedrängend wirken.

Ciccio Blandini spielt besonders wirkungsvoll. Seine Schläge setzen feste Orientierungspunkte, während die Gitarren ihre Betonungen verschieben. Das verhindert, dass der Song in einer bloßen Folge moderner Stakkato-Riffs endet.

ERWACHEN HEISST NICHT AUTOMATISCH HANDELN

Auf den Untergang folgt mit »The Awakening« die Erkenntnis. Escapeinout behandeln das Erwachen allerdings nicht als triumphalen Wendepunkt. Wer die Wahrheit erkennt, hat das Problem noch lange nicht gelöst.

Musikalisch öffnet sich das Album erstmals deutlicher. Atmosphärische Gitarrenflächen und länger gehaltene Töne schaffen Abstand zu den besonders kompakten Vorgängern. Die Band verliert dabei ihre Schwere nicht, verändert aber deren Funktion. Die Gitarren drücken nicht permanent nach vorn, sondern erzeugen Spannung durch kontrollierte Zurückhaltung.

Elio Virtù passt seinen Vortrag geringfügig an. Seine Stimme bleibt rau und aggressiv, besitzt in den offeneren Abschnitten jedoch mehr Raum. Gerade dort wird deutlich, dass er nicht ausschließlich über körperliche Lautstärke funktioniert. Die Artikulation bleibt verständlich genug, um die inhaltliche Ebene nicht vollständig hinter dem Klang verschwinden zu lassen.

Der Song markiert die Mitte des Albums und erfüllt diese Aufgabe überzeugend. Nach mehreren stark riffbetonten Nummern verändert er die Perspektive, ohne wie ein separates Zwischenspiel zu wirken.

AUS DEM SCHATTEN IN DIE NÄCHSTE KRISE

»Out of the Shade« führt die atmosphärische Seite weiter, setzt aber wieder stärker auf Rhythmus. Der Titel kann als Schritt aus Verdrängung und Unwissenheit gelesen werden. Sobald der Schatten verlassen wird, treten jedoch nicht automatisch bessere Verhältnisse ein. Sichtbarkeit bedeutet zunächst nur, dass sich das Ausmaß der Zerstörung nicht länger ignorieren lässt.

Das Riffing besitzt mehr melodische Bewegung als in den ersten Stücken. Max Calleri setzt einzelne Linien über das rhythmische Fundament und sorgt damit für eine klarere Trennung der Gitarrenfunktionen. Solche Momente stehen Escapeinout gut, weil sie dem ansonsten sehr geschlossenen Klangbild zusätzliche Tiefe verleihen.

R.G. Noise bleibt als Bassist und Produzent auffällig präsent. Der Bass verschwindet nicht unter der Gitarre, sondern trägt vor allem die Übergänge zwischen den offenen und den schweren Passagen. Die Produktion behandelt das Instrument damit als eigenständigen Bestandteil der Komposition.

Im direkten Vergleich mit »The Wait« oder »Sink« wirkt »Out of the Shade« weniger unmittelbar. Dafür entwickelt sich die Nummer mit jedem Durchlauf stärker und zählt zu jenen Stücken, die das Album vor einer zu gleichförmigen zweiten Hälfte bewahren.

WIE OBEN, SO UNTEN

Das Titelstück »As Above, So Below« bildet den konzeptionellen Kern. Die bekannte Formel beschreibt die Entsprechung verschiedener Ebenen: Was im Großen geschieht, findet sich im Kleinen wieder. Der gesellschaftliche und ökologische Zusammenbruch spiegelt sich demnach in der psychischen Verfassung des Einzelnen.

Escapeinout bringen diesen Gedanken in einer Komposition unter, die Härte und Atmosphäre besonders ausgewogen miteinander verbindet. Schwere Riffs stehen neben offeneren Passagen, ohne dass die Wechsel willkürlich wirken. Die Band nimmt sich mehr Zeit für Entwicklung und verzichtet darauf, jeden Spannungsbogen sofort mit einem erneuten Ausbruch zu beenden.

Virtù liefert hier eine seiner stärksten Leistungen. Sein Gesang klingt nicht nur aggressiv, sondern zunehmend erschöpft und verbittert. Dadurch erhält das Stück eine emotionale Ebene, die über die reine Beschreibung äußerer Katastrophen hinausgeht.

Calleri setzt die Gitarre variabler ein. Neben tiefen Akkorden treten dissonante Akzente und melodische Linien, die den inneren Konflikt des Stücks unterstreichen. Blandini bleibt präzise, reagiert aber flexibler auf die dynamischen Veränderungen als in den geradlinigeren Songs.

Der Titeltrack ist kein eingängiger Mittelpunkt im klassischen Sinne. Er bündelt jedoch die musikalischen und inhaltlichen Eigenschaften des Albums und zählt deshalb zu dessen wichtigsten Kompositionen.

GEFILTERTE WAHRNEHMUNG

»Filtered« richtet den Blick auf die Mechanismen, durch die Wirklichkeit verändert, sortiert oder vollständig ausgeblendet wird. Das passt sowohl zu sozialen Medien und algorithmisch erzeugten Informationsräumen als auch zur allgemeinen menschlichen Neigung, nur das wahrzunehmen, was die eigene Position bestätigt.

Musikalisch kehrt die Band zu einer kompakteren Struktur zurück. Das Riffing wirkt nervöser und stärker unterbrochen. Die kurzen Pausen zwischen einzelnen Gitarrenfiguren erzeugen eine Unruhe, die gut zum Titel passt. Nichts fließt vollständig zusammen; Informationen erscheinen in Ausschnitten.

Der Song gehört nicht zu den größten Höhepunkten des Albums, erfüllt aber innerhalb der Dramaturgie eine wichtige Funktion. Nach dem weit ausgearbeiteten Titelstück bringt er erneut unmittelbare Härte zurück und bereitet das Finale vor.

Gleichzeitig zeigt sich hier die größte Grenze von »The Age of Collapse: As Above, So Below«. Wenn Gitarrenton, Stimmlage und rhythmische Grundausrichtung über mehrere Stücke eng beieinanderliegen, verschwimmen einzelne Details. Eine mutigere melodische Abweichung oder eine zusätzliche vokale Ebene hätte »Filtered« deutlicher von den vorherigen Nummern getrennt.

DAS ENDE ALLER BEKANNTEN DINGE

Mit »The End of All Things Known« endet das Album folgerichtig nicht mit einer versöhnlichen Botschaft. Der Titel beschreibt den vollständigen Verlust vertrauter Strukturen. Escapeinout lassen jedoch offen, ob daraus zwangsläufig endgültige Vernichtung oder die Möglichkeit eines Neubeginns entsteht.

Das Stück fasst die wichtigsten musikalischen Eigenschaften der Platte zusammen. Tiefe Groove-Riffs, präzise gesetzte Tempowechsel und atmosphärische Flächen stehen nebeneinander. Der Song wirkt weniger wie ein eigenständiger Nachtrag als wie der Abschluss einer durchgehenden Entwicklung.

Besonders gelungen ist die kontrollierte Steigerung. Die Band setzt nicht sofort alle verfügbaren Mittel ein, sondern verdichtet das Arrangement schrittweise. Dadurch besitzt das Finale eine Größe, die einigen kürzeren Stücken fehlt.

Der Schluss verzichtet auf einen künstlichen Triumph. Es gibt keinen melodischen Befreiungsschlag, der die zuvor behandelten Probleme nachträglich relativiert. Das Album endet mit Unsicherheit und Konsequenz. Damit bleibt die zentrale Frage bestehen: Was geschieht, wenn die bekannte Ordnung zusammenbricht und niemand mehr behaupten kann, davon nichts gewusst zu haben?

VIER MUSIKER, EIN GEMEINSAMER DRUCKPUNKT

Die Stärke von Escapeinout liegt im geschlossenen Zusammenspiel. Max Calleri stellt seine Gitarre in den Dienst der Komposition. Seine Riffs sind technisch kontrolliert, ohne sich in komplizierten Konstruktionen zu verlieren. Besonders in »Sink«, »Out of the Shade« und dem Titelstück zeigt sich, dass er neben massivem Groove auch atmosphärische und melodische Akzente setzen kann.

R.G. Noise sorgt am Bass für ein belastbares Fundament und übernimmt zugleich die Produktion. Der Bass ist deutlich wahrnehmbar, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Seine Präsenz verleiht den Gitarren zusätzliches Gewicht und verhindert, dass die tiefen Frequenzen ausschließlich aus einer verdoppelten Gitarrenspur bestehen.

Ciccio Blandini spielt präzise, druckvoll und songorientiert. Er könnte das Material mit deutlich mehr technischen Verzierungen versehen, entscheidet sich jedoch meist für kontrollierte Akzente. Gerade bei den rhythmischen Verschiebungen ist diese Disziplin entscheidend. Das Schlagzeug hält die Stücke zusammen, statt sie durch unnötige Fills weiter zu verkomplizieren.

Elio Virtù besitzt eine überzeugende Extreme-Metal-Stimme. Sein Vortrag transportiert Wut, Überforderung und Anspannung. Über die gesamte Spielzeit bleibt er allerdings überwiegend in einem ähnlichen aggressiven Bereich. Wenige gezielte Wechsel zu tieferen Growls, gesprochenen Passagen oder zurückhaltenderen Stimmen hätten die besonders harten Ausbrüche noch wirkungsvoller gemacht.

BRUTAL, ABER NICHT UNKONTROLLIERT

Die Produktion ist modern, klar und druckvoll. Escapeinout klingen nicht nach einer Band, die Rohheit durch einen künstlich schlechten Mix beweisen möchte. Gitarren, Bass, Schlagzeug und Gesang besitzen klar definierte Positionen. Selbst in den dichter arrangierten Passagen bleiben die wesentlichen Elemente nachvollziehbar.

Der Gitarrenton ist tief und massiv, behält aber ausreichend Schärfe. Das Schlagzeug klingt kraftvoll, ohne vollständig mechanisch zu wirken. Besonders die Bassdrum besitzt genügend Durchsetzungskraft, wird jedoch nicht dauerhaft über die übrigen Instrumente gelegt.

Die atmosphärischen Ebenen sind zurückhaltend eingebunden. Sie schaffen Raum und verstärken die düstere Grundstimmung, ohne das Album in eine überladene Filmkulisse zu verwandeln. Gelegentlich hätten diese Passagen noch weiter ausgebaut werden können. Vor allem »The Awakening« und »Out of the Shade« zeigen, wie wirkungsvoll Escapeinout klingen, wenn die Band den schweren Riffs mehr Luft gibt.

Brutal ist dieses Album also durchaus. Allerdings entsteht die Brutalität weniger durch ununterbrochene Geschwindigkeit oder technische Überforderung als durch kontrollierte Schwere. Der Name des Labels ist damit Programm, nur eben nicht in der plumpsten Auslegung.

VOM KRANKEN PLANETEN ZUM ZEITALTER DES ZUSAMMENBRUCHS

Escapeinout wurden bereits 2011 gegründet und veröffentlichten im selben Jahr ihr Debütalbum »Born in a Sick World«. Schon damals standen moderne Thrash- und Groove-Metal-Riffs, gesellschaftliche Krisen und eine deutlich düstere Perspektive im Mittelpunkt.

Nach einer längeren Unterbrechung leitete die Band 2023 mit der EP »A Journey to Rebirth« einen kreativen Neustart ein. Ein Jahr später folgte »Trauma«. Die beiden Veröffentlichungen dienten nicht bloß als Erinnerung an den Bandnamen, sondern als Vorbereitung auf eine konzentriertere und atmosphärisch breiter aufgestellte Phase.

»The Age of Collapse: As Above, So Below« führt diese Entwicklung konsequent weiter. Die Groove-Metal-Wurzeln bleiben hörbar, werden jedoch stärker mit Death Metal, moderner rhythmischer Präzision und atmosphärischen Elementen verbunden.

Vollständig eigenständig ist diese Mischung noch nicht. An einzelnen Stellen lassen sich Parallelen zu modernen Vertretern zwischen Gojira, Lamb of God, Machine Head und technisch kontrolliertem Death Metal erkennen. Escapeinout kopieren diese Bands nicht, bewegen sich jedoch in einem stark besetzten Feld.

Das Album gewinnt sein Profil vor allem durch das konsequente Konzept und die Verbindung äußerer Zerstörung mit innerem Zerfall. Musikalisch könnten künftig noch deutlichere melodische Wiedererkennungsmerkmale, variablere Gesangsebenen und mutigere atmosphärische Ausweitungen hinzukommen.

FAZIT:

»The Age of Collapse: As Above, So Below« ist ein druckvolles, geschlossenes und inhaltlich konsequentes Extreme-Metal-Album. Escapeinout verbinden Death Metal und Groove Metal mit moderner Präzision, schweren Rhythmen und wirkungsvoll eingesetzten atmosphärischen Passagen. »The Wait«, »Sink«, »Out of the Shade«, das Titelstück und »The End of All Things Known« bilden die stärksten Momente. Kleinere Abzüge gibt es für die stellenweise ähnliche rhythmische Grundausrichtung und die begrenzte vokale Bandbreite. Dennoch ist der Name Brutal Records hier keineswegs Etikettenschwindel: Escapeinout liefern kontrollierte Brutalität mit Konzept, Substanz und einer klaren Vorstellung davon, wie der moderne Zusammenbruch klingen soll.

Internet

Escapeinout - The Age of Collapse: As Above, So Below - CD Review

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