HOKKA - Via Miseria IV - album cover

Band: HOKKA 🇫🇮
Titel: Via Miseria IV
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 24/04/26
Genre: Rock

Tracklist

01. Blackbird
02. In the Darkness
03. Death by Cupid’s Arrow
04. Via Miseria
05. Heart Said No
06. Bon Apetit
07. Murder Ballad
08. Angels Fall
09. Serpent’s Song
10. Kiss from a Rose

 

Besetzung

Joel Hokka – Vocals
Pauli Rantasalmi – Guitars
Jimi Aslak – Drums

 

Bewertung:

3,5/5

Zwei bekannte Namen, ein neues Kapitel

HOKKA ist das neueste Projekt von Joel Hokka und Pauli Rantasalmi. Joel Hokka, ehemaliger Frontmann der nu-metal-Band BLIND CHANNEL, bringt seine energiegeladene Stimme und seinen rebellischen Spirit ein. Pauli Rantasalmi, langjähriger Gitarrist der finnischen Rock-Ikone THE RASMUS wartet mit seinen erfahrenen Melodien, Gitarrensoli und Produktionskünsten auf. Jimi Aslak am Schlagzeug ergänzt das Duo. Gemeinsam formieren sie eine Band, die Tradition und Innovation verbindet. Rantasalmi, bekannt für seine Mitwirkung an Hits wie »In the Shadows«, bringt zudem seine Erfahrung aus der Songwriting- und Produzentenwelt ein, was sich im Sound von »Via Miseria IV« widerspiegelt.

Das Album »Via Miseria IV« ist im Genre Rock angesiedelt. Es präsentiert zehn Titel, die zwischen düsteren Atmosphären und kraftvollen Melodien oszillieren. Die Songs zeichnen sich durch eine klare Gitarrenarbeit, emotionale Vocals und eine dichte Atmosphäre aus. Der Titeltrack, der den Albumtitel trägt, zeigt die Balance zwischen Verzweiflung und Hoffnung, ein zentrales Thema des Werks.

Klangbild zwischen Druck und Melodie

Der Einstieg mit »Blackbird« macht schnell klar, wohin die Reise geht. Gitarren stehen im Vordergrund, die Produktion ist dicht, aber nicht überladen. Hokka singt mit viel Druck in der Stimme, ohne dabei in reine Aggression zu kippen. »In the Darkness« zieht das Tempo etwas zurück, arbeitet stärker mit Atmosphäre und Hallflächen, bevor »Death by Cupid’s Arrow« wieder mehr Härte zulässt.

Der Titeltrack »Via Miseria« bildet das Zentrum des Albums. Hier treffen eingängige Refrains auf ein rhythmisch kantiges Fundament. Man merkt, dass Rantasalmi seine Erfahrung im Schreiben großer Melodien einbringt, während Hokka die modernere, teils düstere Kante liefert.

»Heart Said No« und »Bon Apetit« zeigen eine zugänglichere Seite der Band. Besonders letzterer Song überrascht mit fast ironischem Unterton, ohne die rockige Grundstruktur zu verlassen. Gegen Ende verdichtet sich das Album wieder. »Murder Ballad« und »Angels Fall« setzen auf schwerere Riffs, während »Serpent’s Song« eine leicht hypnotische Stimmung aufbaut. Der Abschluss »Kiss from a Rose« wirkt bewusst als Bruch mit dem Rest, weniger aggressiv, dafür emotional aufgeladen.

Zwischen Härte und Popgefühl

Thematisch bewegt sich »Via Miseria IV« oft im Spannungsfeld zwischen innerem Druck, Beziehungen und Kontrollverlust. Die Texte bleiben eher direkt als poetisch verschlüsselt. Das passt zum Gesamtkonzept, das weniger auf Überhöhung setzt und mehr auf unmittelbare Wirkung.

Musikalisch ist deutlich hörbar, dass hier zwei unterschiedliche Prägungen zusammenkommen. Hokka bringt die moderne, teilweise düstere Rockästhetik ein, während Rantasalmi stärker melodisch denkt. Diese Kombination funktioniert nicht in jedem Moment gleich gut. Einige Übergänge wirken etwas vorhersehbar, andere dagegen überraschend stimmig.

Gerade in den ruhigeren Passagen zeigt sich, dass die Band noch nicht vollständig eine gemeinsame Handschrift gefunden hat. Gleichzeitig entstehen genau daraus Momente, die hängen bleiben, weil sie nicht glattgebügelt wirken.

»Via Miseria IV« ist kein perfektes Album, aber ein interessantes. Es lebt von der Spannung zwischen zwei Musikerbiografien, die sich hier neu sortieren. Wenn die Energie hoch ist, entsteht ein starker Sog aus Riffs und Refrains. Wenn das Tempo sinkt, verliert die Platte gelegentlich an Fokus.

Trotz dieser Schwankungen bleibt der Eindruck eines ehrlichen Versuchs, etwas Eigenständiges zu formen. Nicht jede Idee sitzt sofort, aber vieles wirkt bewusst ausprobiert statt kalkuliert.

Fazit: »Via Miseria IV« von HOKKA zeigt die Vielseitigkeit und das musikalische Können der Künstler.

Internet

HOKKA - Via Miseria IV - CD Review

Vorheriger ArtikelFORLORN CITADEL – An Oath Undone
Nächster ArtikelDyecrest – Defying Gravity
Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.