Ice War – Sacred Land

Ice War – Sacred Land

Ice War - Sacred Land - album cover

Band: Ice War
Titel: Sacred Land
Label: Fighter Records
VÖ: 18. Mai 2021
Genre: Heavy/Doom/Epic Metal
Bewertung: 1,5/5

Schön! Jeder der mir erklären will, was für einen beschissenen Musikgeschmack ich doch habe, hat mit diesem Album ein Totschlagargument, dessen Gegenargumentation man sich eigentlich sparen kann. Ich versuche es trotzdem einmal:

Die große Kunst des Epic Metal ist es stets, erhabene und markant eigenartige Momente zu kreieren. Diese finden sich auf SACRED LAND genauso wenig wie im Allgemeinen markante Riffs, einem weiteren Merkmal der einzig wahren Art, Heavy Metal zu zelebrieren.
Jo Capitalicide, seines Zeichens der Macher von ICE WAR, hat beschlossen gleich drei Gänge herunter zu schalten und fischt nun vorrangig in doomig/epischen Gewässern.
Herauskommen sollte dabei vermutlich ein CANDLEMASS/MANILLA ROAD – Koloss, doch leider fischt man hier nicht nur im Trüben, sondern säuft regelrecht ab.

Denn sowohl die Kunst, angeblich unvereinbare Stilelemente zu kombinieren wie es die grandiosen Realmbuilder auf Blue Flame Calvery perfektioniert oder die Holländer Countess im Heavy Metal/Black Metal – Bereich erst dieses Jahr wieder mit Banner Of Blood großartig vollbracht haben, als auch das Geschick Disharmonien zu einem harmonischen Gesamtklang zu vereinen, vermisst man hier vollends.
Auch das typische Undergroundfeeling, wie es zum Beispiel Shining Steel mit Heavy Rockers authentisch rüber brachten, fehlt der Scheibe.

SACRED LAND klingt gewollt schief und auf Krampf falsch gespielt, also wie gewollt und nicht gekonnt.
Epic Metal klingt weder schief (sondern ist eigen) noch „kauzig“, eine Umschreibung die übrigens nur Kostverächter mit begrenzt musikalischem Empfinden benutzen würden. Und die beim Versuch, diese Kunst nachzuahmen, wahrscheinlich ähnliches zustande bringen würden wie dieses Machwerk.
Crystal Mirror, Nuclear Gods und Black Horse kann man sich von Bands wie Dantesco (RIP Erico Morales!) auf dem aktuellen Werk El día que murieron los dioses in zehnmal besseren Versionen geben.

Und wer 08/15 MANILLA ROAD/MANOWAR/OMEN – Verschwurbelungen wie Blood And Flames abfeiert, der hat von Hyborian Steel noch nichts gehört und sollte dies unbedingt nachholen.
Auch Bands wie LEGENDRY, welche mit siebziger Krautrockelementen ein großes Momentum erzeugen, oder Throne Of Iron, die eine Frische in den Reigen der Shelton – Verehrer bringen, die sollte man sich merken, das kanadische Projekt ICE WAR kann man hingegen vergessen.

Apropos Throne Of Iron:
Das erste Demo war noch ein Einmannprojekt und gilt bei mir immer noch als eines der besten Demos seit langem. An meinem unbestreitbar sensationell guten Musikgeschmack liegt es also nicht, dass ich bei Slay The Beast fast einschlafe. Dieses Werk ist schlichtweg nicht ernst zu nehmen!

Und apropos Kanada:
Wenn schon ein kanadisches Projekt in diese Richtung erwähnenswert wäre, dann die Illegal Bodies. Dessen mittlerweile zehn Jahre altes Werk läuft regelmäßig seit einem Jahrzehnt durch meine Boxen, bei SACRED LAND laufen nur die Tränen, und zwar vor Wut! 

SACRED LAND ist wirklich außergewöhnlich. Und zwar außergewöhnlich schlecht! Davon einmal abgesehen, dass es seit dem Zweitwerk Manifest Destiny sowieso kontinuierlich bergab ging, darf man spätestens jetzt davon ausgehen, dass der Tiefpunkt erreicht ist.
ICE WAR lassen mich zwar (wie man ansatzweise erahnen könnte) nicht kalt, aber dieses uninspirierte SACRED LAND schicke ich jetzt in die Wüste!

Tracklist

01. Sacred Land
02. Crystal Mirror
03.
Nuclear Gods
04. So Far Away

05. Black Horse
06. Blood And Flames
07. Slay The Beast

Besetzung

Jo „Steel“ Capitalicide – Gesang, alle Instrumente

Internet

Ice War – Sacred Land CD Review