Band: Lost Without Direction
Titel: Fragile
Label: Self Released
VÖ: 2014
Genre: Progressive Metalcore
Bewertung: 3.5/5
Written by: Lex

LOST WITHOUT DIRECTION bezeichnen ihren Stil als progressiven Metalcore und präsentieren mit ihrer Fünf-Track-EP “Fragile“ ein Mini-Konzept-Album im Storyteller-Format. (Auf der unten verlinkten Bandcamp-Seite bieten die Jungs das Teil übrigens zum Gratis-Download an). Die Songs erzählen textlich eine zusammenhängende Geschichte, was auch tatsächlich musikalisch dementsprechend umgesetzt wurde. Sprich: Die EP wirkt gewissermaßen wie ein langer Song, ebenso wie die Lyrics des Albums sich gewissermaßen wie ein fließender Prosatext lesen lassen. Als ich das las, dachte ich zunächst: „Na das wird wohl eher nix geworden sein. Wir reden hier schließlich von Metalcore. Eine Art Metalcore-Operette, wenn ich schon dran denke.“

Empiriker der ich bin, hab ich meinem A Priori kräftig eine reingehauen, mir die Lyrics auf den Bildschirm geladen und habe dazu der Klänge geharrt, welche das Konzept umzusetzen geschaffen wurden. Und ja, das Konzept hinter der EP geht auf: Obwohl Metalcore stimmungsmäßig nicht viel mehr als Aggression und äh…Aggression ausdrücken kann, schafft die Band es, aus diesem immens breiten Spektrum des Ausdrucks das Maximum rauszuholen, indem sie über die cleanen Parts noch etwas Wahn und Verzweiflung mit einbringen. Das ist kein Easy Listening, aber „Fragile“ funktioniert ohne Frage. Reich werden die Newcomer aus Mainz-Bingen damit nicht, aber das dürfte dieser Band aus Überzeugung herzlich schnurz sein (das 2013-er Debut gibt’s ebenfalls für lau). An den Instrumenten sehr versiert und die meiste Zeit im Hau-Drauf-Tempo, prügelt die Band erfolgreich ihre Geschichte herunter. Ein lohnendes Experiment für offene Geister.

Ein negativer Knackpunkt ist allerdings die Geschichte selbst, die auf mich recht cheesy und etwas weit hergeholt wirkt: Typ landet auf der Straße, nimmt Drogen, entscheidet das mit den Drogen zu lassen, verliebt sich und führt ein geregeltes Leben, Frau wird ermordet, Typ ermordet Mörder, Mörder war sein eigener Vater, Typ denkt sich „Oh je ich hab meinen alten Herrn abgemurkst“, Typ bringt sich selber um. Vielleicht hab ich´s auch nicht so ganz verstanden. Dennoch gilt in musikalischer Hinsicht: Daumen hoch für ein gewagtes Experiment!

Tracklist:

01. Burdens
02. Colours
03. Deeds
04. Envy
05. Fragile

Besetzung:

Kevin (Vocals)
Maik (Guitar)
Ben (Guitar)
Johnny (Bass)
Max (Bass/Guitar)
Roddy (Drums)

Internet:

Lost Without Direction @ Bandcamp

Lost Without Direction @ Facebook

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