cover artwork MANGLED RECREMENT Demo

Band: MANGLED RECREMENT 🇵🇱
Titel: Demo
Label: Caligari Records
VÖ: 15/05/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Boiled to Death
02. Irresponsive Cephalic Fracture
03. Bile Seeping Crypt
04. Buried Beneath Grubs

Besetzung

 

Bewertung:

3,5/5

Eine neue Band präsentiert ihr Debütwerk. Das polnische Trio MANGLED RECREMENT kommt mit „Demo“ – tatsächlich ein Demo-Tape, das der Welt ihre ersten musikalischen Ideen vorstellt. Ein guter Sound und insgesamt eine solide Produktion prägen den ersten positiven Eindruck dieses ersten Releases der Band.

Schwerer Einstieg im Old-School-Gewand

Stark verzerrt, aber klar im schwedischen Old-School-Death-Metal verwurzelt, bringt der Opener „Boiled to Death“ ein massiv drückendes Klangbild. Tiefer gestimmte Gitarren, infernalische Growls, eine klare Rhythmik, ein aggressiver und bedrückender Sound, insgesamt eine morbide und düstere Atmosphäre. Die Musik funktioniert dabei sehr gut, die Einflüsse von Entombed oder Dismember sind in jeder Passage hörbar, was an sich nichts Negatives ist. Den Sound dieser Ära aufzugreifen, ist absolut legitim, solange die Umsetzung stimmt – und genau das gelingt MANGLED RECREMENT hier überzeugend.

MANGLED RECREMENT sind ein Underground-Death-Metal-Trio aus Lublin in Polen. Gegründet 2024, handelt es sich hier um ihr erstes Demo mit vier Songs. Viel mehr ist über die Band nicht bekannt, außer dass sie „seit 2024 in den Kellern von Lublin vor sich hin verwesen“ und dass die Mitglieder auch in anderen lokalen Bands aktiv sind, etwa bei Leucotome und Toughness.

Ein ähnliches Klangbild setzt sich im nächsten Song „Irresponsive Cephalic Fracture“ fort, diesmal mit komplexeren Gitarren und deutlichen Tempowechseln, während die drückenden Riffs weiterhin das abrasive Gesamtbild tragen. Eine ambientartige, düstere Zwischenpassage in der Songmitte ist zwar sauber eingebaut, bringt aber weder musikalisch noch atmosphärisch echten Mehrwert, sondern wirkt eher wie eine Kopie bekannter Stilmittel. Schade, denn dadurch verliert der Song an Substanz. Auch wenn danach wieder die verzahnten Leadgitarren und soliden Riffs einsetzen, bleibt der Bruch im Fluss spürbar.

Solide Produktion für ein Demo

Die Produktion ist gut, deutlich besser, als man es von einem Demo erwarten würde. Die Instrumente sind klar hörbar, der Mix wirkt ausgewogen, stellenweise sind sogar moderne Akzente zu erkennen. Insgesamt eine balancierte und professionelle Produktion für dieses kurze Release.

Weniger fokussiert als die vorherigen Tracks zeigt sich „Bile Seeping Crypt“, der mit unterschiedlichen Tempos arbeitet und in seinen Höhepunkten eine rasante, technisch anspruchsvolle Passage bietet. Der Bass tritt hier besonders hervor, und alle Instrumente greifen sehr gut ineinander. Ein eigenständigerer Song und ein überzeugender Moment auf dem Demo.

Auch im abschließenden „Buried Beneath Grubs“ gibt es keine großen stilistischen Veränderungen: kraftvolle Riffs und wütende Vocals dominieren, ergänzt durch chorartige Backing-Vocals der gesamten Band, die dem Song zusätzliche Tiefe verleihen. Prägnante Gitarren, die zwischen Riffs und fuzzigen Texturen wechseln, sowie eine leicht chaotische Rhythmussektion ergeben erneut eine interessante Interpretation klassischer Genre-Elemente. Kompositorisch etwas fragmentierter und weniger inspiriert als die stärksten Momente zuvor, aber dennoch ein gelungener Abschluss.

Klarer Fokus auf Riffs und Wirkung

Alles auf diesem „Demo“ ordnet sich den massiven, verzerrten Riffs unter, genau so, wie es im Old-School-Kontext sein sollte. Gerade hier gelingt die Verbindung zum klassischen Sound am überzeugendsten, und MANGLED RECREMENT zeigen ausreichend technisches Können, um zu belegen, dass sie das Genre verstanden haben. Roh, aggressiv, direkt und druckvoll – ein kurzes Debüt, das klare Ansätze erkennen lässt.

Besonders originell ist das Material nicht, eher eine weitere Verbeugung vor Bands wie Entombed, Grave oder Dismember und der ursprünglichen schwedischen Death-Metal-Welle. Dennoch gelingt es MANGLED RECREMENT, diese Einflüsse in einigen starken Passagen sinnvoll zu bündeln. Angesichts ihres jungen Alters wirkt die Band vielversprechend und dürfte in Zukunft noch mit interessanten Veröffentlichungen nachlegen.

Fazit: MANGLED RECREMENT liefern mit „Demo“ ein solides Debüt im schwedischen Old-School-Death-Metal-Stil, technisch überzeugend, wenn auch wenig originell, mit klar erkennbarem Potenzial.

Internet

MANGLED RECREMENT - Demo

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