Band: Megadeth
Titel: Th1rt3en
Label: Roadrunner Records
VÖ: 2011
Genre: Hardrock/Heavy Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Um es vorweg gleich klar zu stellen, meine Wenigkeit war immer schon mehr der Megadeth Fan als der Metallica Verehrer. Demnach ist das ganze drum herum und das Geplänkel wegen St.Anger und dem letzten Eklat namens Lulu (in Zusammenarbeit mit Lu Reed den ich als Musiker sehr hoch schätze) eher an mir spurlos vorüber gegangen, geschweige interessiert es mich Quatsch mit Sauce.

Doch Back to Dave und seinen Megalomaniax. Eine neue Scheibe ist in trockenen Tüchern und die gilt es zu rezensieren. Da zittern einem Verehrer der San Francisco/Los Angeles Metal Maschinerie einfach die Hände wenn man das Teil rein in den Player gibt. Ängste werden da natürlich gleichermaßen vorweg in den Vordergrund gerückt, als auch hohe, freudige Erwartungen. Fakt ist, alles ist Gott sei Dank beim alten geblieben. Dave und seine Mannen bleiben der Linie treu und versüßen uns den Spätherbst mit einer satten, toll gespickten Scheiblette die einem die Tränen in die Augen treibt.

Vorbei ist endgültig die experimentellere Phase und vielmehr werden weiterhin seit den tollen Scheibletten „United Abominations“ und „Endgame“ Ohrwürmer geboten, die sich dermaßen Festharken das man das nachbeben bis zum St. Nimmerleinstag verspüren wird.

Das Gesamtwerk an sich ist ein sehr offener, melodischer an die 1990er Ausgabe veröffentlichten Tracks angelehnter Rundling, wenn auch mit härteren Rändern und deutlich mehr Gitarrensolis, die das Geschehen oftmals sehr stark dominieren.

Solche Solieinlagen sind immer so eine Sache, es muss eine behände, ausgewogener Anteil dabei sein, zu viel Frickelei geht einem da doch wieder nur auf den Senkel. Getrost kann man sich zurück lehnen, denn Mister Mustaine hat es mit seinem Goldhändchen und seiner Mannschaft geschafft ein ausgewogenes Ausmaß einfließen zu lassen.

Vom Sound technischen Standpunkt aus gesehen tingelt man irgendwo zwischen „Peace Sells“ und „Youthanasia“ hin und her, oder sogar bei einigen Stücken kann man sogar von einer Fusion beider Phasen von Megadeth sprechen.

Den breiten Querschnitt den man dadurch geschaffen hat wird Fans quer durch alle Altersschichten begeistern. Alte True Fans werden gleichermaßen bedient, wie auch die noch recht jungen Bangerfreaks und das ist das Erfolgsrezept welches meiner Meinung nach Dave schon länger verdient hätte seien alten Kollegen vom Metal Thron zu stoßen, denn selbige eifern nur dem Geld nach. Gut sicher auch Dave will Geld mit seiner Musik machen. Doch dieses zweischneidige Schwert zwischen nachvollziehbar und totalem Ausverkauf hat der Großmeister deutlich besser im Griff.

Die Zerkleinerung ist so tiefgründig und anspruchsvoll wie man es von Megadeth gewohnt ist und noch mehr. Nicht zu Unrecht wird der Rotschopf als der technisch versierte Virtuose der Big 4 von den meisten Fans erachtet. Politische und soziale Themen mit Biss und Galle werden dabei rausgespuckt das man schon glaubt es geht nicht mehr.

Mit eine liebevollen Detailgenauigkeit besuchen Megadeth ihre Vergangenheit auf „Th1rt3en“ mit einer Weise die Bände spricht. Eigentlich sollte man glauben bei so einer Verliebtheit klingt das Teil altbacken. Tut es auf keinen Fall, denn es ist eine spritzig, erfrischende Erweiterung in der Discographie die vollends überzeugt.

Das einzige Manko ist in Sachen Produktion rauszuhören. „Endgame“ und „United Abomination“ wurden mit Produzent Andy Sneap ein gezimmert der stand aber bekanntlich nicht zur Verfügung stand und seine Abwesenheit fällt stark auf. Er half hadernden Tracks wie „Sleepwalker“ und „Never Walk Alone … A Call to Arms“ durch seine Mitarbeit auf die Sprünge härter zu klingen. Hard Rock Produzent Johnny K (Disturbed, 3 Doors Down, Trapt) fehlt das gewisse Know How gegenüber Sneap, der ja bekanntlich eine tiefe Verbundenheit mit dem Thrash Metal hat. „Th1rt3en“ klingt jetzt sicherlich nicht schlecht, aber es fehlt die aggressive Unmittelbarkeit und die Hochenergie-Angriffe die durch Sneaps Arbeit mit der Band ganz stark dominierten.

Fazit: Als Ergebnis ist „Th1rt3en“ nicht komplett perfekt, aber das bedeutet nicht dass das Machwerk nicht toll ist, beileibe nicht, denn das Album geht an sich und quer durch den Strich gut rein. Lediglich kleinere, etwas schlappere Phasen sind vorhanden, doch die kann man locker weg stecken um weiterhin ganz vorne mitzumischen.

Tracklist:

01. Sudden Death
02. Public Enemy No. 1
03. Whose Life (Is It Anyways)
04. We The People
05. Guns, Drugs & Money
06. Never Dead
07. New World Order
08. Fast Lane
09. Black Swan
10. Wrecker
11. Millennium Of The Blind
12. Deadly Nightshade
13. 13

Besetzung:

Dave Mustaine (voc & guit)
Chris Broderick (guit)
David Ellefson (bass)
Shawn Drover (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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