Messenger – See You In Hell

Band: Messenger 
Titel: See You In Hell
Label: Massacre Records
VÖ: 2011
Genre: Heavy Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Power Metal aus deutschen Landen mag ja heut zu tage nichts mehr spezielles sein oder? Korrekt ist hier die Antwort und dennoch gibt es immer wieder Bands, die durch einen Beisatz das gewisse etwas aus diesem Gerne rauszuzeln, sowie im Falle von Messenger. Die Saarländer Hopefulls tendieren dabei auf eine kräftige Mischung zwischen Running Wild bis hinüber ins Kürbisköpfe Lager. Vor allem Rhythmisch gibt es eine Vielzahl von Ansätzen wo man sich wohl während einiger Support Shows bei den rennenden Wilden etwas abgeguckt hat. Nicht den Einsatz eines imaginären Drummers, oder gar das über Bord werfen sämtlicher Spirits wie bei den Hanseaten. Nein eher im Gegenteil man klingt Sound mäßig wie eine moderne Abform und das lässt das Power Metal Herz höher schlagen. „See You in Hell“ heißt das neueste Lebenszeichen und tritt somit die Nachfolge des Debüts „Under the Sign“ aus dem Jahr 2006 an.

Leicht idyllisch wird der Silberling durch das Intro „Flames Of Revenge“ gemütlich gestartet.

Das Titelstück steht sogleich im Anschluss parat. „See You In Hell“ ist ein kräftig gewürzter Power Kracher welcher zu Beginn hymnischer angestimmt wird. Erst nach und nach werden die Feuer entzündet, aber was für welche. Diese vereinen sich schlussendlich zu einem flächendeckenden Brand. Bretternde Running Wild Beats gibt es en Mas und das lässt mein Herz für die Frühphase der Truppe höher schlagen. Absolutes Muss für jeden der irgendwie auf Power Metal steht, denn man würzt und reichert das Süppchen gekonnt mit dunklen – rabenschwarzen Fragmenten an und das schlussendlich ist das gewisse Etwas der Mannschaft.

Ein dampfendes Ross galoppiert nun mit „Make It Right“ daher. Raue Bretter Beats werden im Dauerlauf uns hinterhergejagt und dabei wird auch kaum gebremst. Eher im Gegenteil man ist dabei bedacht alles etwas straighter und rauer anzugehen und somit verschwindet die satte Melodieauswahl fast gänzlich. Solche schroffen Banger Tracks sind einfach unglaublich aufbauschend und anstachelnd. Gesanglich wagt sich sogar der Fronter in ganz hohe Sphären vor, wo er ebenfalls sehr gut Stimmlich überzeugt. Doch das alleine wäre nicht alles in diesem Song zeigt er wie sehr variabel er sein Organ einzusetzen vermag.

Hymnisch wie zu „Blazon Stone“, „Pile of the Skulls“ oder „Black Hand In“ Zeiten wird auch „The Prophecy“ angestimmt. Dieser Track könnte durchaus aus dieser Ära der Rock n‘ Rolf Phase stammen. Rhythmisch bahnt man sich auch im Fortgang ähnliche Wege. Die teils sehr shakige Runde geht gut runter und dieses Mal ist alles etwas polierter ausgefallen. Auch bei dieser Technik beweisen die Saarländer ein gutes Händchen und so ist den Jungs eine Power Metal Hymne entstanden, die bei mir wieder die guten alten Tage hochkommen lässt, wo eben Running Wild und Helloween sich im Dauerlauf auf meinem Plattenteller abgewechselt haben.

Ein zackiger Rockrhythmus wird nun bei „Alien Autopsy“ eingeschlagen. Den guten Beisatz gibt dem Stück zu Beginn durch sphärische Soundeinsätze, welche aber schnell ad acta gelegt werden. Deutlich rauer, dunkler und wesentlich runter ziehender wird hier gewerkelt. Auch erscheint das Stück im Gesamten gesehen und das trotz seiner dezimierten Geschwindigkeit härter.

Sehr idyllisch lässt man nun „Final Thunder“ anlaufen. Zwar denkt man hier kommt eine neue Runde in Sachen Power Metal Hymne. Nun gut, einige Ansätze behält man auch bei, allerdings drückt man deutlich stärker die Tube und einigt sich schlussendlich darauf den Refrainteil hymnischer klingen zu lassen, die restliche Spielzeit nutzt man um satten, knackigen Power Metal abzuliefern und das animiert auf ein Neues seine Rübe rotieren zu lassen.

Warmherziger wird nun „Falconlord“ angestimmt und sofort driftet die Mannschaft ins satte, ausschlaggebende Hymnengewässer. Langläufige Melodien schallen an allen Ecken und Enden und lassen selbstredend laut aufhorchen. Wieder sehr an die Schandtaten der Piraten aus Hamburg angelehnt wird rhythmisch das Gehör bis zum Exzess getrieben. Was verlangt der Power Metaller mehr? Richtig rein gar nichts und so kann man hier gemächlicher seine Faust recken und weiterhin sich einer satten Hymne erfreuen.

Zwar weiterhin sehr hymnisch ausgelegt, aber deutlich eigenständiger und auch wesentlich verspielter setzt man nun mit „The Dragonships“ nach. Dabei soliert sich die Axtfraktion durch Frickelpassagen die Finger wund. Die restliche Spielzeit gönnt man uns ein stampfendes Power Metal Stück das Mal mehr Mal weniger epochal aus den Boxen kracht. Gute aufeinander abgestimmt tut diese Mischform dem Power Metal Herz nur zu gut.

„Lindisfarne“ steht seinem Vorreiter in nichts nach, auch wenn man eine deutlich solidere, handsamere Version an dieser Stelle bietet. Dennoch vom Grundgedanken her ist es dem Vorgänger nicht unähnlich und lediglich die härteren, durchgreifenden Parts lassen das Ganze etwas anders klingen.

Seher monumental – epochal wird nun „Valkyries“ zum Anlaufen gebracht. Ein satter, etwas länger andauernder Bombastpart steht zu Beginn im Vordergrund unsere Fantasien anzuregen. Erst nach und nach kommt man von dieser Linie weg und schlussendlich wird einem ab gut der Mitte klar, dass man es mit einer Bombasthymne der besonderen Art zu tun hat.

Den zweiten Part in Sachen emotionaler Epochal Klangkunst schlägt man mit „Land Of The Brave“, welches aber im Anschluss deutlich flotter und treibender weiter vorangetrieben wird. Bis zur Mitte hin spielt man sich in einen Bangerrausch und vor diesem gibt es kein Entrinnen.

Den Abschluss bildet die Hommage an Helloween, die man mit dem wirklich tollen Cover von „Dr. Stein“ vollzieht. Gut ans Original angelehnt klingt auch Siggi wie der kleine Bruder eines gewissen Michael Kiske. Das erfreut und so macht dieses Cover richtig Laune und geht gut die Kehle runter.

Fazit: Power Metal wie er eben gehört. Zwar Traditionell angelehnt und dennoch mit leichten modernen Ansätzen angereichert. Vor allem die oftmals sehr dunklen Soundansätze passen dermaßen gut dass man kaum genug bekommen kann. Genrefans werden viel Freude haben, denn Messenger haben es sich echt verdient gehört zu werden. Somit Pflichtkauf, denn solche Alben dürfen in keiner Sammlung fehlen.

Tracklist:

01. Flames Of Revenge 1:06
02. See You In Hell 4:35
03. Make It Right 4:16
04. The Prophecy 4:32
05. Alien Autopsy 5:10
06. Final Thunder 5:47
07. Falconlord 7:55
08. The Dragonships 5:41
09. Lindisfarne 5:24
10. Valkyries 6:50
11. Land Of The Brave 6:32
12. Dr. Stein 4:32

Besetzung:

Siggi Schüssler (voc)
Patrick Deckarm (guit)
Frank Kettenhofen (guit)
Thomas Scherer (bass)
Marco Schmieden (drums)

Internet:

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Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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