NEFASTIS - Shadows At The Light Of Dawn - album cover

Band: NEFASTIS 🇮🇹
Titel: Shadows At The Light Of Dawn
Label: Rockshots Records
VÖ: 06/03/26
Genre: Symphonic Death Metal

Tracklist

01. Cosmic Silence at the Edge of the New World
02. Shadow Spell
03. Seduced by the Beauty of the Darkness
04. Absence of Illumination
05. Tears of the Past
06. Vortex of Light
07. Lights of Dawn
08. Alone Again
09. Stardust
10. Blackened Vision
11. Collapsing Dream
12. Flowers Swept Away by the Autumn

 

Besetzung

Simone Colombo – Lead Vocals, Lead & Rhythm Guitars
Andrea Lenzi – Lead & Rhythm Guitars, Acoustic Guitars, Backing Vocals, Orchestrations
Fulvio Manganini – Bass
Claudio Invidia – Drums

 

Bewertung:

4/5

Zwischen Melodie und Finsternis

Die italienische Formation NEFASTIS bewegt sich seit jeher an der Schnittstelle zwischen brutaler Death-Metal-Wucht und orchestraler Größe. Mit ihrem Album »Shadows At The Light Of Dawn« legt das Quartett ein Werk vor, das Atmosphäre, technische Präzision und emotionale Tiefe miteinander verbindet.

Die aktuelle Besetzung besteht aus Sänger und Gitarrist Simone Colombo, Gitarrist Andrea Lenzi, Bassist Fulvio Manganini sowie Schlagzeuger Claudio Invidia. Gemeinsam erschaffen sie einen Sound, der sich im Symphonic Death Metal verankert, aber immer wieder auch melodische und fast schon cineastische Momente zulässt.

Schon die ersten Minuten machen deutlich, dass hier keine gewöhnliche Extrem-Metal-Produktion wartet. Die Band setzt stark auf Dynamik, orchestrale Farben und ein erzählerisches Songwriting.

Ein atmosphärischer Auftakt

Der Einstieg gelingt mit »Cosmic Silence at the Edge of the New World«, einem Intro, das eher wie ein Vorspann zu einem düsteren Science-Fiction-Epos wirkt. Synthesizerflächen und orchestrale Arrangements bauen langsam Spannung auf und führen direkt in »Shadow Spell«. Hier zeigt sich bereits das Grundrezept der Platte. Druckvolle Riffs, wuchtige Drums und aggressive Growls treffen auf epische Melodielinien.

Besonders auffällig ist das Zusammenspiel der beiden Gitarren. Colombo und Lenzi wechseln souverän zwischen brachialen Rhythmuspassagen und melodischen Leads. Gerade diese Mischung sorgt dafür, dass das Album trotz seiner Härte stets zugänglich bleibt.

Dunkle Schönheit und emotionale Tiefe

Mit »Seduced by the Beauty of the Darkness« und »Absence of Illumination« verdichtet sich die Atmosphäre. Die Songs verbinden schwere Riffs mit orchestralen Elementen, die dem Sound eine beinahe filmische Größe verleihen.

»Tears of the Past« gehört zu den emotionalsten Momenten der Platte. Hier tritt die melodische Seite der Band stärker in den Vordergrund. Akustische Gitarren und atmosphärische Passagen sorgen für eine kurze Verschnaufpause, ohne die düstere Grundstimmung zu verlieren.

Danach zieht das Tempo wieder deutlich an. »Vortex of Light« entfaltet eine enorme Energie. Besonders Claudio Invidias Schlagzeugspiel sorgt für Vorwärtsdrang und Präzision. Blastbeats wechseln sich mit groovigen Mid-Tempo-Parts ab und halten die Spannung konstant hoch.

Der dramaturgische Kern des Albums

Mit »Lights of Dawn« erreicht das Album seinen zentralen Moment. Der Song verbindet epische Arrangements mit melodischen Leads und massiven Gitarrenwänden. Hier zeigt sich besonders deutlich, wie stark NEFASTIS auf Kontraste setzen. Brutale Growls stehen neben fast hymnischen Instrumentalpassagen.

»Alone Again«schlägt danach einen introspektiveren Ton an. Der Song wirkt persönlicher, fast melancholisch. Die Band reduziert das Tempo und lässt mehr Raum für Atmosphäre.

Auch »Stardust« arbeitet stark mit orchestralen Elementen. Die Kombination aus symphonischen Flächen und aggressivem Death Metal funktioniert hier besonders gut. Die Band versteht es, diese beiden Welten nicht nur nebeneinanderzustellen, sondern miteinander zu verschmelzen.

Finale mit Nachhall

Im letzten Drittel des Albums verdichtet sich die Stimmung erneut. »Blackened Vision« und »Collapsing Dream« wirken düster und kraftvoll zugleich. Hier stehen wieder schwere Riffs und aggressive Vocals im Vordergrund.

Den Abschluss bildet »Flowers Swept Away by the Autumn«. Der Song wirkt wie ein epilogartiger Ausklang und verbindet melancholische Melodien mit der typischen Härte der Band. Ein würdiger Schlusspunkt für ein Album, das stark auf Atmosphäre setzt.

Klangbild und Produktion

Auch produktionstechnisch bewegt sich die Platte auf hohem Niveau. Die E-Gitarren und der Bass wurden von Paolo Siconolfi im Virtual Light Studio in Vedano Al Lambro aufgenommen. Gesang und akustische Gitarren entstanden im 33Hz Studio unter der Leitung von Frank Altare, der später auch den Mix übernahm.

Das Schlagzeug wurde von Federico Pennazzato in seinem privaten Studio eingespielt. Das finale Mastering stammt von Tony Lindgren in den Fascination Street Studios, einer Adresse, die im Metal-Bereich für druckvolle und klare Produktionen bekannt ist.

Somit klingt das Ergebnis kraftvoll, differenziert und gleichzeitig atmosphärisch dicht. Die orchestralen Elemente bleiben stets klar hörbar, ohne die Gitarren zu überdecken.

Mit »Shadows At The Light Of Dawn« liefern NEFASTIS ein starkes Symphonic-Death-Metal-Album ab. Die Band verbindet Brutalität, Melodie und orchestrale Weite zu einem stimmigen Gesamtbild.

Besonders die abwechslungsreichen Arrangements und das dichte Klangbild sorgen dafür, dass die Platte auch nach mehreren Durchläufen interessant bleibt. Nicht jeder Song erreicht das gleiche Niveau, doch insgesamt überzeugt das Album durch seine Atmosphäre und musikalische Qualität.

Fazit: »Shadows At The Light Of Dawn« von NEFASTIS ist ein beeindruckendes Beispiel für modernen symphonischen Death Metal.

Internet

NEFASTIS - Shadows At The Light Of Dawn - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.