Band: Psi-Kotica
Titel: Lords Of Lies
Label: Selfreleased
VÖ: 2010
Genre: Progressive/Thrash Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Wenn man sich Portugal auf der Metal Landkarte ansieht kommt man nicht herum immer wieder sofort ganz laut Moonspell auszurufen. Diese Mannschaft war ja wegweisend für die kommenden Bands aus dem Land das wohl für viele eher wegen dem Fußball bekannt sein dürfte. Psi-Kotica Olhão, Algarve wurden bei uns vorstellig und ließen uns ihr Erstlingswerk „Lord of Lies“ zukommen. Bei genauer Nachforschung im Netzt kommt man drauf das die Jungs progressiven Thrash Metal spielen. Das trifft es allerdings nur teilweise, denn João Brito (voc & all instruments), Ricardo Silva (voc & keys) und João Neto (guit) haben weit mehr drauf als nur den genannten Einfluss. Auf ihrem Debüt verwerken sie Gothic, Melancholie und natürlich das erwähnte progressive Thrashing das hier als Grundlinie dient.

Bereits beim Opener „Into The Forest” wird hier gleich die volle Maschinerie aufgefahren. Immer wieder gibt es längere, verspielte Parts die einmal melancholisch – tiefgründig und auf der anderen Seite wieder deutlich doomiger rüber kommen. Bevor man zu sehr in die tiefste Seelengegend vordringt unterbricht man immer wieder ruckartig mit thrashigen Einlagen. Gekonnter, schwarz eingefärbter Song der bestens zum längeren sinnieren geschaffen ist.

Dreckig und rau wird nun „The Goat Feet Lady“ stampfend begonnen. Leichte Anleihen kommen hier zu Beginn etwas nordischer rüber. Diese Mischform behält man bei und so rotz man bei diesem Song einen Ast ab der nicht dreckiger klingen könnte. Das Tempo behält man dominant im eher Midtempobereich, auch wenn man von Seiten der Gitarrenarbeit her zu Beginn versucht mehr Dampf zu machen. Gelingt der Axtfraktion vorerst allerdings nicht. Erst ab der Mitte legt man einige Kohleschippen in den Ofen um das Feuer wieder höher aufflammen zu lassen.

Mehr Synthy und Keyboardlastig wird nun „Words“ eröffnet. Deutlich rockiger wird hier die Schiene vorerst verfolgt. Das unterstreicht den Ideenreichtum der Portugiesen, denn mit dieser Erweiterung kann man ordentlich einen drauf legen. Düster und melancholisch musiziert man hier und das zieht ordentlich runter. Dunkles Seelenfutter also das man uns für den Genuss serviert, denn hier handelt es sich um einen Track der erst beim zweiten, dritten Anlauf zündet, dafür umso gehöriger.

Etwas heroischer wird zwar nun „Fight For Freedom“ angestimmt, doch schon prescht man wieder völlig anders weiter. Dreckig und rau bleibt es auch hier, dennoch mit mehr Tempo unterm Hinterteil. Das dunkle Soundgefühl wird hier auf die nächste Ebene gehievt und das mit einer rauen Breitseite die ordentlich zu sägen vermag.

Mit einer verspielten Einleitung wird nun „Hell Is Here“ nachgeschoben. Vom Sound her wandelt man etwas auf klareren Pfaden. Allerdings hat man die Gitarrenlinien einmal mehr mit einer sehr rauen, dreckigen Produktion versehen. Gutes Aufeinandertreffen beider Soundlinien. Dennoch vermag keine eindeutig das Ruder an sich zu reißen und so wird uns hier ein herbes, melancholisches Gemisch präsentiert das einmal mehr für tiefsinnige Gefühlsfreunde ist. Diese werden dennoch durch flottere Ausbrüche immer wieder hochgejagt, bevor man sie wieder dominant in die erst genannte Ecke zurück drängt.
Mit einem doomigen Riff wird nun „The Lords Of Lies“ gestartet. Das Titelstück rattert mit einer erdig – hymnischen Klanglinie daher, welche einmal mehr sehr schwarz und tiefgründig klingt. Sinnierend schwingt man hier das Zepter und dabei verhilft man sich immer wieder durch die flotteren Einschläge das Programm flotter in andere Bahnen zu lenken.

An siebter Stelle hat man mit „One Hundred Years“ ein The Cure Cover gepackt. Gut setzt man bei diesem Stück den eigenen Stempel auf und noch mehr, denn mit vielen Verzerrungen und progressiven Einschlägen könnte man nicht gleich sagen dass es sich hier um ein Cover handelt. Für die einen mag das nach Frevel klingen, für die anderen dürfte dies ein guter Track zum Reinschnuppern sein, denn gekonnt vermischt man hier Gothic mit progressiven Thrash Metal.

Mehr mit Thrash Riffing wird beim nachfolgenden „Holy War“ hantiert. Raue Bretterschlagseite lässt man hier fast durchgehen freiem Lauf. Kleine Synthyeinlagen versetzen den Grundrhythmus sehr gut und lassen das Ganze etwas vielschichtiger klingen.

Sachte geleitet man uns nun in den Folgetrack „Point Of View“. Hier dreht man das Rad noch einmal um 180 Grad und so findet man sich eher im rockigen Gothic Bereich wieder. Mit flottem Tempo lädt man hier zum Tanze. Rabenschwarzer Soundbeigeschmack wird hier an allen Ecken und Enden dabei versprüht. Gute Kombination die das Album sehr gut bereichert.

Melodischer, mit leichtem 80er Feeling wird nun „Wendigo“ eröffnet. Schon wird aber an einer Ablöse im Hintergrund gewerkt und diese schiebt sich sachte nach und nach vor den eingangs gebotenen Klängen. Traurig – melodische auf der einen, hasserfüllt und anklagend auf der anderen Seite wird hier in die Saiten gegriffen. Stattliche Mischform die man hier sehr gut auf einen Konsens bringt.

„Timeless“ besiegelt nun den Reigen auf dem Debütalbum. Auch hier beherrschen eher die rauen Linien das Geschen. Weiters baut man aber hier auf vehemente Liniensprünge. Etwas ruckartiger kickt man uns hier im Gothic lastigen Bereich hin und her. Um Ecken progressiver und schwerer verdaulicher wird somit das Album beendet. Hier kommt man ebenfalls erst nach dem zweiten, dritten Durchlauf rein und somit sollte man sich auch bei dem Rausschmeißer etwas länger mit dem Sound befassen.

Fazit: Die Portugiesen bieten hier auf dem Debüt sehr viel. Gothic, Thrash und progressive Klangkunst vereint man hier sehr stattlich. Ganz eindeutig einzustufen ist das Material nicht und so könnten durchaus Gothic Fans, aber auch progressive Thrash Verehrer etwas für sich finden. Auf eine Weiterführung mit der derzeitigen Musik darf man durchaus gespannt sein.

Tracklist:

01. Into The Forest 05:23
02. The Goat Feet Lady 06:18
03. Words 08:50
04. Fight For Freedom 05:40
05. Hell Is Here 07:32
06. The Lords Of Lies 06:08
07. One Hundred Years (The Cure cover) 06:46
08. Holy War 06:45
09. Point Of View 05:16
10. Wendigo 05:28
11. Timeless 05:43

Besetzung:

João Brito (voc & all instruments)
Ricardo Silva (voc & keys)
João Neto (guit)

Internet:

Psi-Kotica @ MySpace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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