SACRIVERSUM - Before the Birth of Light - cover artwork

Band: SACRIVERSUM 🇵🇱
Titel: Before the Birth of Light
Label: Fireflash Records
VÖ: 08/05/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. From The Sea Side
02. We’re Storming Through The Night
03. Let Us Ride The World
04. Golden Lights Of Valhalla
05. March Of The Giants
06. Before The Birth Of Light
07. We Die, We Fly
08. Chaotic Realm Of The Sea
09. Chief Of The Fearless

 

Besetzung

Remigiusz „Remo” Mielczarek – Bass/Vocals
Krystian „MacKozer” Kozerawski – Guitar
Olaf „Olafsson“ Kozerawski – Guitar
Krzysztof „Baran” Baranowicz – Keyboards
Jan „Trocin” Traciński – Drums

 

Bewertung:

4,5/5

Rückkehr aus dem Schatten

SACRIVERSUM stammen aus Łódź und wurden 1992 gegründet, in einer Zeit, in der der osteuropäische Death-Metal noch rau, ungeschliffen und voller Hunger war. Nach einer langen Pause zwischen 2005 und 2022 meldet sich die Band mit »Before the Birth of Light« zurück. Statt sich neu zu erfinden, knüpfen sie genau dort an, wo sie einst aufgehört haben. Old-School-Death-Metal bildet weiterhin das Fundament, ergänzt durch progressive Strukturen und dichte, fast cineastische Atmosphären.

Das aktuelle Line-up besteht aus Remigiusz „Remo” Mielczarek (Bass, Gesang), Krystian „MacKozer” Kozerawski und Olaf „Olafsson” Kozerawski (Gitarren), Krzysztof „Baran” Baranowicz (Keyboards) sowie Jan „Trocin” Traciński (Drums). Diese Besetzung liefert ein Album ab, das zugleich nostalgisch wirkt und erstaunlich frisch klingt.

Klangbild zwischen Wucht und Weite

Schon der Opener »From The Sea Side« macht klar, wohin die Reise geht. Tiefe, sägende Gitarren treffen auf ein Schlagzeug, das präzise und dennoch organisch klingt. Remo spuckt seine Vocals mit der nötigen Rauheit aus, ohne dabei im Klangbrei unterzugehen. Auffällig ist die Produktion, druckvoll, aber nicht steril. Man hört Ecken und Kanten, und genau das passt zum Gesamtbild.

Die Band arbeitet viel mit Dynamik. »We’re Storming Through The Night« treibt nach vorne, während »Golden Lights Of Valhalla« mit epischer Breite überrascht. Hier kommen auch die Keyboards stärker ins Spiel. Sie wirken nie aufgesetzt, sondern legen eine zusätzliche Ebene unter die Gitarren, fast wie ein unsichtbarer Teppich, der die Songs zusammenhält.

Progression ohne Überladung

Was SACRIVERSUM schon in den Neunzigern ausgezeichnet hat, ist auch hier präsent. Der Mut, klassische Death-Metal-Strukturen aufzubrechen. Tracks wie »March Of The Giants« oder der Titeltrack »Before the Birth of Light« spielen mit Tempowechseln und ungewöhnlichen Übergängen. Trotzdem verliert sich die Band nie in technischer Selbstverliebtheit.

Gerade der Titeltrack ist ein Highlight. Er beginnt zurückhaltend, fast atmosphärisch, baut langsam Spannung auf und entlädt sich schließlich in einem dichten, vielschichtigen Finale. Hier zeigt sich, wie gut die Band ihre progressiven Einflüsse dosiert. Es geht nicht darum, möglichst kompliziert zu sein, sondern darum, eine Geschichte zu erzählen.

Thematische Wucht und Bildsprache

Inhaltlich bewegt sich das Album zwischen mythologischen Motiven, Naturgewalten und existenziellen Fragen. Titel wie »We Die, We Fly« oder »Chaotic Realm Of The Sea« lassen schon erahnen, dass es hier nicht um Alltägliches geht. Die Texte bleiben zwar teilweise abstrakt, transportieren aber eine klare Stimmung, Erhabenheit, Kampf, Übergang.

Musikalisch wird das durch gezielte Spannungsbögen unterstützt. »Let Us Ride The World« etwa hat etwas Hymnisches, ohne jemals ins Kitschige abzurutschen. Die Gitarrenlinien bleiben roh genug, um die nötige Erdung zu behalten.

Gitarrenarbeit als Herzstück

Besonders hervorzuheben ist das Zusammenspiel der beiden Gitarristen. Krystian und Olaf Kozerawski liefern sich kein klassisches Duell, sondern arbeiten eng miteinander. Riffs greifen ineinander, Leads werden weitergereicht, statt gegeneinander ausgespielt zu werden.

Das sorgt für einen fließenden Sound, der auch in komplexeren Passagen nie zerfasert. »Chief Of The Fearless«, der Schlusstrack, bringt das noch einmal auf den Punkt. Ein Wechsel aus aggressiven Riffs, melodischen Einschüben und einem Finale, das lange nachhallt.

Rhythmussektion mit Gefühl für Timing

Jan Traciński am Schlagzeug hält das Ganze zusammen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Sein Spiel ist präzise, aber nicht mechanisch. Kleine Variationen und gezielte Akzente sorgen dafür, dass die Songs lebendig bleiben.

Remo am Bass ergänzt das Fundament mit einem warmen, leicht angezerrten Ton, der besonders in ruhigeren Passagen zur Geltung kommt. Zusammen bildet die Rhythmussektion das stabile Rückgrat des Albums.

»Before the Birth of Light« ist kein Versuch, Trends hinterherzulaufen. SACRIVERSUM setzen auf ihre Stärken und bauen diese konsequent aus. Das Ergebnis ist ein Album, das sowohl Fans des klassischen Death-Metal als auch Hörer anspricht, die mehr Tiefe und Atmosphäre suchen.

Die Mischung aus roher Energie, durchdachten Arrangements und einer spürbaren Leidenschaft, macht die Platte zu einem der interessanteren Genrebeiträge der letzten Zeit. Man merkt, dass hier keine Band am Werk ist, die einfach nur zurückkommt, sondern eine, die noch etwas zu sagen hat.

Mit einer Bewertung von 4,5 von 5 Punkten gehört dieses Album klar zu den stärkeren Veröffentlichungen im aktuellen Death-Metal-Kosmos.

Fazit: Mit »Before the Birth of Light« beweisen SACRIVERSUM, dass sie auch nach langer Pause nichts von ihrer Faszination und ihrem Talent eingebüßt haben.

Internet

SACRIVERSUM - Before the Birth of Light - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.