Band: The Agonist
Titel: Lullabies For The Dormant Mind
Label: Century Media Records
VÖ: 2008
Spielart: Melodic Death Metal/Metalcore
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Dir ist astreiner Metal Core zu langweilig und du möchtest dennoch auf eine gehörige Brise desselbigen Genre nicht verzichten. Dann kann ich dir nur The Agonist aus Montreal Kanada empfehlen. Alissa White-Gluz (voc), Danny Marino (guit), Chris Kells (bass) und Simon McKay (drums) haben genau eine melodischere Variante Parat und versuchen aber nicht auf den Bullet for my Valentine – Trivium Express aufzuspringen. Vielmehr bestechen die Herrschaften aus Kanada mit ihrer eignen, melodischen Version des Metal Core. Nach dem recht guten Vorgängeralbum „Once Only Imagined“ hat man sich zwei Jahre im Studio eingeschlossen um „Lullabies for the Dormant Mind“ einzuspielen. Selbiges wird am 20. Februar via Century Media erscheinen.

Ohne irgendwelche Spielereien wird mit „The Tempest (The Siren’s Song; The Banshee’s Cry)“ der Reigen eröffnet. Ein sehr aufbauschender Song, der immer wieder wechselt vom Core hinüber zu melodischeren Gefilden. Vor allem der bretternde Sound ist einfach grenzgenial in Szene gesetzt. Was dies soll ein und dieselbe Frau sein bei den Vocals, kaum vorstellbar, auf der einen Seite kreischt sich die blauhaarige Maid die Seele aus dem Leib um Sekunden später mit lieblichen Gesangsstrukturen aufzuwarten. So etwas macht ihr nicht so schnell eine Kollegin nach. Genau diese Wechsel machen es aus und dadurch klingt das Ganze so herrlich erfrischend. Auf der einen Seite wird trockene Kost geboten und Sekunden später wartet man mit einigen melodischen Einfällen auf. Um dies ohne irgendwelche Macken zu verbinden verlangt viel Können. Selbiges hat diese Truppe drauf und schafft den Spagat locker um beides zu vereinen. Etwas härter und knüppeliger geht es nun bei „… and Their Eulogies Sang Me to Sleep“ weiter. Wow die Frau erstaunt mich immer mehr, hier brüllt sie deutlich mehr, dadurch driften zwar die melodischen Part deutlich mehr in den Hintergrund, passt aber zu dieser Nummer bestens. Die sehr modernen Black Metal Blast Beats und die orchestralen Ideen die hier eingewoben wurden lassen einige Parallelen zu Dimmu Borgir zu, aber nur einige, kleine, wenige. Denn auch hier heißt es wilde Raufbeats treffen auf melodischere Ausrichtungen, wenn auch etwas verhaltener. Bei den groovigeren Parts grunzt Madame Fatale ordentlich ins Mikro das man schon Angst bekommen könnte. Deutlich knackiger und massentauglicher erschallt nun
„Thank You, Pain“. Hier kommen wieder gleichberechtigte Wechsel der Marke Knallhart meets Melodie zum Zuge. Durch diese ständigen Breaks könnte man leicht in die Schublade Überladen und zu verschachtelt gesteckt werden. Doch bei dieser Formation sollte man besser zweimal hinhören, diese Herrschaften glänzen mit einem Goldhändchen um nicht zu komplex zu wirken. Weiters ist genau diese ausgewogene Mischung ein Garant dafür um das Material erfrischender klingen zu lassen. Nach den sehr speedigen Vorgängertracks packt man es nun bei „Birds Elope with the Sun“ etwas grooviger an. Man sollte sich aber auch hier fest anschnallen denn einen auf Dauergroove können und wollen die Herrschaften nicht machen und treten einem auch bei diesem Song nach einigen Sekunden ordentlich in den Allerwertesten, wenn auch etwas mehr Groove aufkommt nach den sehr speedigen Vorgängern. Zwar startet „Waiting out the Winter“ dem Namen entsprechend etwas lieblicher, doch lange in dieser Ecke verweilt das Quartet nicht und startet immer wieder sehr flotte Ausbrecher um dann wieder in die sanften Gefilde zurückzukehren. Eine voll in die Fresse bekommt man nun bei „Martyr Art“. Hier wird wieder ordentlich auf die Zwölf gebrettert was das Zeug hält. Als willkommene Bereicherung wurden hier etwas mehr die orchestralen Arrangements eingearbeitet. Shaken, moshen und bangen hier ist wirklich alles erlaubt. Etwas in die melodische Death Metal Richtung wird nun bei „Globus Hystericus“ gedrängt. Man verliert aber nicht den Faden und besinnt sich auch auf Core Metal Trademarks auch wenn diese hier etwas mehr ins Hintertreffen geraten sind. Dafür hat man eine sehr gute Melodic Death Metal Nummer geschaffen die mich ein wenig an Tante Angela und ihre Arch Enemys erinnert. Ein besonderes Soundschmankerl ist nun „Swan Lake, Op. 20 – Scene, Act 2, #10 – Tchaikovsky“ der gute Peter würde sich wohl selbst ausbuddeln um mit den Kanadiern gemeinsame Sache zu machen wenn er dies hören würde. Zum restlichen Material ist es wohl als Auflockerung zu sehen. Denn hier versüßt man den Gehörgang mit lieblichen Frauensopranos. Nahtlos geht es nun über zu „The Sentient“ und spätestens hier würde der Widerauferstandene Herr Tchaikovsky sein Klavier anzünden um zu den Klängen ordentlich abzuhoten. Der Großteils im Metal Core angesiedelte Sound wird ein weiteres mal mit einigen melodischen, als auch bombastischen Arrangements angereichert und der im Hintergrund eingebettete klassische Klaviersound wertet das Ganze um Ecken auf. Messerscharf, mit einer aufbauenden speedigen Sound Struktur wird nun bei „When the Bough Breaks“ weiter gezockt. Nach und nach zünden hier die Triebwerke und laden zum ordentlichen Moshen ein. Die immer wieder eingeflochtenen melodischen Ausbrecher ziehen sich wie ein roter Faden durchs Album und auch beim vorletzten Stück behält man die eingeschlagene Richtung bei. Dadurch klingt das Material herrlich erfrischend und man kuckt zu keinem Zeitpunkt bei jemandem ab, auch wenn man durchaus einige Parallelen erkennen kann. Als Abschluss wird nun nach einer schizophrenen Streichereröffnung bei „Chlorpromazine“ zum finalen Todesstoss angesetzt. Doch hier bekommen die melodischen Gesänge nach und nach immer mehr die Oberhand. Dennoch die hübsche Frontfrau lässt sich zu einigen Brüllorgien hinreißen.

Fazit: Wirklich tolles Album, welches viel Abwechslung bietet. Wer nicht gänzlich auf Metal Core verzichten will und dem traditionellere Kapellen zu stupide sind, dem kann ich diese Truppe nur wärmstens empfehlen.

Tracklist:

01 The Tempest (The Siren’s Song; The Banshee’s Cry)
02 … and Their Eulogies Sang Me to Sleep
03 Thank You, Pain
04 Birds Elope with the Sun
05 Waiting out the Winter
06 Martyr Art
07 Globus Hystericus
08 Swan Lake, Op. 20 – Scene, Act 2, #10 – Tchaikovsky ( A Cappella )
09 The Sentient
10 When the Bough Breaks
11 Chlorpromazine

Besetzung:

Alissa White-Gluz (voc)
Danny Marino (guit)
Chris Kells (bass)
Simon McKay (drums)

Internet:

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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