Thompson – Ora et labora

Band: Thompson
Titel: Ora et labora
Label: Croatia Records
VÖ: 2013
Genre: Rock
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Der Kroate Marko Percovic ist in seiner Heimat ein bunter Hund und sofern man den Stimmen glauben darf ein Megastar. Das er jenseits der Grenzen noch nicht Fuß fassen konnte liegt wohl an den Lyrics. Songs mit kroatischen Lyrics sind halt nicht jedermanns Sache. Muss aber ehrlich sagen, alle Tracks die ich von dem Herrn und seiner Band Thompson kannte sind sehr gut. Einen Fable für Heimat, Volk und Glauben muss man schon haben, denn die Tracks waren und sind immer noch gespickt davon. Der neueste Rundling ist mit etwas Verspätung bei uns eingetroffen. Wie oder mit wem ist die Musik vergleichbar? Nun etliches kommt sicher aus dem epischen Rockbereich und viele spanische Bands bauen auf einen ähnlichen Sound, doch Marko und seinen Mannen geben sich auf dem neuesten Rundling deutlich, zumindest was den Sound betrifft europäischer. Teilweise würde ich sogar sagen sehr nordisch. Viele skandinavische Soundwurzeln, ob nun beabsichtigt oder reiner Zufall sind verankert, wirken aber eben mit den Lyrics in der Muttersprache der Band gekonnt. Das etwas überlange Intro ist sehr episch bietet zwar eine gute Einleitung, ist aber für meinen Geschmack sehr langatmig ausgefallen. Nach selbigen fällt mir aber auf, dass man es deutlich rauer und ungehobelter angeht. Die heißt nicht, dass die Formation ihre Roots von Bord jagt, nein vielmehr zeigt man sich weniger beeindruckt von den Hypes dieser Tage und serviert das Ganze in einem rauen Soundkleid, pariert aber immer wieder mit sehr an den finnischen Melodic Metal erinnernden Soundparts. Zwischen superben, mitreißenden Rockern, aber auch sehr gefühlvollen Nummern wurde das Album mit 10 aussagekräftigen Songs gespickt. Ob man nun das Lieblingsthema Familie, Volk und Heimat liebt muss jeder für sich entscheiden. Einerseits passt dies einfach zur Musik von Marko, andererseits könnte man sehr leicht in Verlegenheit geraten ihm hier etwas politisches anzukreiden (was ja in der Vergangenheit nur allzu oft passiert ist). Lassen wir die Vergangenheit ruhen und widmen wir uns lieber der neuen Schaffensphase von Mister Percovic und seinen Thompson Guys. Dies ist gut und geht locker ins Gehör. Bei der Stimme von Marko ist es so, man liebt oder hasst sie. Über all die Jahre konnte ich mit den Vocals des Kroaten immer viel anfangen, auch wenn ich ehrlich gesagt kein einziges Wort wirklich verstehe was der singt. Muss man aber auch nicht, lassen wir die Musik sprechen und diese spricht durchaus Bände. Ob nun gute, teils Partyfeeling verpackte Nummern, oder etwas derbere Bangernummern, alles wurde mit in das Album gepackt und gut verteilt auf diesen Rundling platziert. So gibt es eine sehr schöne Berg und Talfahrt. Der gute Percovic beweist, dass er in der südlichen Hemisphäre unseres Europas nicht unbegründet zu den großen Musikern zählt. Ob dies nun andere Fans, jene die nicht der kroatischen Sprache hold sind begeistern wird stellt sich wohl erst heraus. Wer allerdings was für Abwechslung sorgen will und mal genauer wissen will wie die Balkan Rock/Metal Bands klingen darf hier durchaus zugreifen und macht auch nichts falsch. Die Rhythmik und der komplette Sound sind nämlich deutlich angesiedelt, wie erwähnt teilweise sehr Skandinavisch. Würde sogar so weit gehen, das ich sage Nightwish (bsp. Marantha) lassen an und ab grüßen. Doch auch alte Roots aus der Rock/Metal Geschichte sind dabei und ob es sich nun um Einflüsse aus dem NWOBHM handelt (Zapali Vatru) oder um Linien aus dem Melodic Rock Bereich (Uvijek Vjerni Tebi) wurden alle gelungen in den eigenen Sound vereint und das wirkt nicht nur prächtig sondern überzeugt mich vom Fleck weg. Mein absolutes Highlight ist der Track „Nema Predaje“, welcher am besten wiederspiegelt wie viel in einer Fusion seitens dieser Band funktioniert.

Fazit: Man kann zur Vergangenheit und dem Inhalt der Lyrics von Thompson stehen wie man will. Eines ist Fakt, wer auf eine breite Klasse an epischen Rockstücken steht kommt um dieses Album nicht herum. Ein weiteres muss ist sicher das Auslangen mit den in der Muttersprache gesungenen Lyrics. Hat man mit diesen sein Auskommen wird man hellauf begeistert sein von dem Album.

Tracklist:

01. Sokolov krik 4:39
02. Dobrodošli 5:48
03. Bog i Hrvati 9:28
04. Zapali vatru 4:18
05. Marantha 5:36
06. Uvijek vjerni tebi 5:34
07. Bosna 8:50
08. Samo je ljubav tajna dvaju svjetova 5:50
09. Nema predaje 4:56
10 Put u raj 5:57

Besetzung:

Marko Perković (voc)
Tiho Orlić (bass)
Ivan Ivanković (guit)
Duje Ivić (keys)
Ivica Ike Bilić (drums)

Internet:

Thompson Website

Thompson @ Facebook

Roberthttps://www.metalunderground.at
Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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