TIMELESS RAGE - My Kingdom Come - album cover

Band: TIMELESS RAGE 🇩🇪
Titel: My Kingdom Come
Label: Metalapolis Records
VÖ: 27/03/26
Genre: Symphonic Power Metal

Tracklist

01. My Kingdom Come
02. The Seed of Fear
03. The Devil’s Masquerade
04. Conquistadores
05. Moonbite Serenade
06. A Vampire’s Legacy
07. Regrets
08. The Enemy Is You
09. We All Shall Fall
10. The Pale Death

 

Besetzung

Nicolaj Ruhnow – vocals
Michael Benk – guitar
Christian Pirch – guitar
Daniel Wengle – bass
Klaus Buchfink – drums
Anna Keil – Keyboard

 

Bewertung:

3,5/5

TIMELESS RAGE gehören zu jenen Bands im europäischen Power-Metal-Kosmos, die nie auf schnellen Ruhm aus waren. Stattdessen hat sich die Gruppe über Jahre (gegründet 2012) eine kleine, treue Hörerschaft erspielt. Mit ihrem neuen, zweiten Album, »My Kingdom Come«, knüpft die Formation nun an klassische Tugenden des symphonischen Power-Metal an, große Melodien, epische Themen und ein Hang zum Dramatischen.

Die aktuelle Besetzung besteht aus Sänger Nicolaj Ruhnow, den Gitarristen Michael Benk und Christian Pirch, Bassist Daniel Wengle, Schlagzeuger Klaus Buchfink sowie Keyboarderin Anna Keil. Gerade die Kombination aus zweistimmigen Gitarren und orchestralen Keyboardflächen prägt den Klang des Albums entscheidend. Ruhnows Stimme bildet dabei den Mittelpunkt, kraftvoll, klar und mit genügend Ausdruck, um sowohl heroische als auch düstere Momente zu tragen.

Symphonischer Power-Metal mit dunkler Note

Schon der Titeltrack »My Kingdom Come« macht deutlich, wohin die Reise geht. Eine orchestrale Einleitung baut Spannung auf, bevor Gitarren und Doublebass einsetzen. Der Song verbindet klassische Power-Metal-Dynamik mit einer leicht düsteren Atmosphäre, die sich durch große Teile des Albums zieht. Die Refrains sind eingängig, ohne zu sehr auf den schnellen Effekt zu setzen.

»The Seed of Fear« schlägt anschließend eine härtere Richtung ein. Die Gitarren wirken kantiger, während die Keyboards im Hintergrund für dramatische Akzente sorgen. Besonders auffällig ist hier das Zusammenspiel der beiden Gitarristen, die sich zwischen Riffarbeit und melodischen Leads immer wieder gegenseitig antreiben.

Mit »The Devil’s Masquerade« zeigt die Band ihre Vorliebe für theatrale Elemente. Der Song arbeitet mit Tempo­wechseln und chorartigen Passagen, die fast schon an eine Metal-Oper erinnern. Gerade Anna Keils Keyboardarrangements verleihen dem Stück eine filmische Qualität.

Geschichten von Eroberern, Vampiren und inneren Konflikten

Inhaltlich bewegt sich das Album durch eine klassische Metal-Themenwelt. Historische Bilder, Fantasy-Motive und persönliche Konflikte wechseln sich ab. »Conquistadores« etwa greift das Thema Eroberung auf und kombiniert stampfende Rhythmen mit einem hymnischen Refrain. Der Song gehört zu den eingängigeren Momenten der Platte.

Etwas überraschend wirkt »Moonbite Serenade«. Hier nimmt die Band Tempo heraus und setzt stärker auf Atmosphäre. Akustische Gitarren und dezente Keyboards schaffen eine fast romantische Stimmung, bevor der Song gegen Ende wieder an Intensität gewinnt.

Düster wird es mit »A Vampire’s Legacy«. Der Track lebt von einem treibenden Basslauf und einer melodischen Gesangslinie, die sich schnell im Ohr festsetzt. Gleichzeitig bleibt das Arrangement angenehm vielschichtig. Gerade im Mittelteil entfaltet sich eine epische Instrumentalpassage, die den Song deutlich aufwertet.

Zwischen Pathos und Nachdenklichkeit

Die zweite Hälfte des Albums zeigt eine etwas nachdenklichere Seite der Band. »Regrets« ist eine ruhige Ballade, die vor allem von Ruhnows Stimme getragen wird. Hier tritt die orchestrale Seite stärker in den Vordergrund, während die Gitarren eher zurückhaltend agieren.

»The Enemy Is You« bringt danach wieder Energie ins Spiel. Der Song arbeitet mit schnellen Riffs und einem Refrain, der klar für die Bühne geschrieben scheint. Inhaltlich geht es um Selbstzweifel und innere Konflikte, ein Thema, das im Power-Metal eher selten so direkt angesprochen wird.

»We All Shall Fall« gehört zu den dramatischsten Momenten der Platte. Chorpassagen und ein schweres Riff erzeugen eine düstere Stimmung, fast schon apokalyptisch. Das Stück wirkt wie der große Vorlauf zum Finale.

Ein epischer Abschluss

Den Schlusspunkt setzt »The Pale Death«. Der Song beginnt ruhig und steigert sich langsam zu einem epischen Finale. Die Gitarrenlinien sind melodisch, das Schlagzeug treibt das Stück stetig voran, während die Keyboards eine breite Klangkulisse aufbauen. Als Abschluss funktioniert der Track gut, auch wenn er nicht unbedingt der stärkste Song des Albums ist.

Solide Arbeit mit kleinen Schwächen

»My Kingdom Come« ist ein Album, das viele klassische Zutaten des symphonischen Power-Metal vereint. Große Refrains, orchestrale Elemente und epische Themen sind reichlich vorhanden. Besonders die Gitarrenarbeit und die Keyboardarrangements sorgen immer wieder für starke Momente.

Gleichzeitig fehlt es einigen Songs an der letzten Eigenständigkeit. Man hört deutlich, aus welcher musikalischen Tradition die Band kommt, doch nicht jeder Track hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Manche Refrains wirken vertraut, ohne sofort herauszustechen.

Trotzdem bleibt ein positives Gesamtbild. Die Produktion ist klar, das Songwriting solide, und die Musiker verstehen ihr Handwerk. Vor allem Fans von melodischem, symphonisch angehauchtem Power-Metal dürften hier einiges entdecken.

Fazit: TIMELESS RAGE beweisen mit »My Kingdom Come« ihr Können im symphonischen Power-Metal.

Internet

TIMELESS RAGE - My Kingdom Come CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.