Uberkid – They Hate us in New York

Band: Uberkid
Titel: They Hate us in New York
Label: STF Records
VÖ: 2010
Genre: Punk, Screamo
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Rotzfrech präsentieren uns die Berliner Uberkid ihr Debütalbum „They Hate us in New York“. Florian (voc), Christian (guit), Matthis (guit), Jens (drums) und Micha (bass) wandeln auf dem Album am Grat zwischen Bullet for my Valentine, Billy Talent und Konsorten. Wer vielleicht meinen mag das wäre billig der irrt. Während die Kollegen vor allem erstere immer mehr in die kommerzielle Ecke drängen, klingen die Berliner herrlich erfrischend und authentisch. Eine Schnittmenge zwischen fetzenden Rhythmen und satten Melodieeinlagen wird auf dem Machwerk geboten und dies ist für Metal Fans jüngerer Semester einmal mehr bestens geschaffen um abzugehen wie die sprichwörtliche Post.

Rotzig legt man sogleich „The Continental Breakfast Club“ aufs Bankett. Schnittiger, messerscharfer Mitmachsong der zu vielen animiert. Moderne, teilweise punkige Gitarrenläufe treffen hier auf leichte Metal Core Schübe. Gut verbindet man diese beiden Einflüsse miteinander. Sehr mitreißend ist dadurch der Rhythmus entstanden und der ist bestens geeignet ordentlich um zu fetzen.

Leichte elektronische Klänge, gefolgt von einem sägenden Riffing steht zu Beginn von „The Disko Inferno“ im Vordergrund. Weiterhin baut man auf fetzige Mitmachklänge, die einen nur so aufstacheln. Vermehrt achtet man auf viele Melodiebeigaben die man steht’s stattlich dazwischen rein presst. Bekommen zwar nicht Oberwasser, bereichern aber das Grundbild sehr gut und dieses komplettiert man noch mit einigen Technoeinlagen der sachten Art.

Deutlich hantiger ist nun der „Potomac Romance“ ausgefallen, aus dieser Startposition setzt man auch sogleich zum nächsten Angriff an. Sehr schroff wird hier weiter gedonnert, bevor man erneut zur Startposition zurück kehrt. Dadurch wirkt das Stück sehr verspielt und komplex und zeigt dass man auch in dieser Richtung die Songs besser und nicht so eingängig ausstatten kann.

Bei „Grafton Street“ erinnert man mich persönlich verstärkt an Billy Talent. Billig oder gar abgelutscht klingt diese Mischung aber nicht. Mit vielen spritzigen Einlagen setzt man eigene Akzente. Auch klingt der Song deutlich härter als die Musik der Szene Kollegen. Sägende, punkige Riffs treffen immer wieder auf melodischere Weiterführungen. Den Übergang bestreitet man sehr gut und so führt man uns sachte hin und her.

Schwerer und dunkler setzt man nun mit „Phantoms“ nach. Gute Abgehmucke die man uns mit einer dermaßen druckvollen Rhythmik um die Ohren ballert, das einem Hören und Sehen vergeht. Als Erweiterung unterwandert man das Grundgerüst mit leichten Elektro Klängen. Zu dem Stück lässt es sich ordentlich Abhotten was das Zeug hergibt.

An sechster Stelle hat man das Titelstück „They hate us in New York“ gepackt. Selbiges startet man mit sägendem Riffing, welches von einem mitreißenden Rhythmus abgelöst wird. Erneut treibt man uns mit schweißtreibender Musik voran. Zwar legt man einige besonnene Halte ein, diese wären aber nicht lange und so geht es wieder sehr temporeich voran.

Mit dem Zwischenspiel „Everything I need to know“ verleiht man mir aber eher Ohrenschmerzen. Klingt wie eine kaputte Scheibe bzw. ein altes Computerspiel, das man mit einem Kassettenrecorder aufgenommen hat und schneller abspielt. Nicht sonderlich begeisterungswürdig!!!!

Dafür ist aber der Nachfolgetrack umso schöner. „Yes Yes Yes“ ist eine sehr hymnische Nummer, mit vielen härteren Ausbrüchen. Einerseits baut man auf mitreißende Rhythmen und löst diese immer wieder mit melodischen und leichten hymnischen Klängen ab. Gut aufeinander abgestimmt kann man hier den Ausrutscher von vorhin sofort vergessen lassen.

Dem Songtitel „Supernova“ entsprechend baut man elektronisch, mit leichter Sphärenstimmung das Eingangstor auf. Weiterhin wird dieses sehr experimentelle Klangbild ausgebaut. Nichts ist den Burschen zu wieder und so beweist man viel Einfallsreichtum, welchen man klanglich sehr gut wieder spiegelt. Sicherlich etwas sehr komplex und schwerer verdaulich, dennoch sehr interessant anzuhören.

Als Nachfolge tritt „Capital Letters are still a Gold Mine“ in die Fußstapfen. Vermehrt werden wieder eingängigere Vibes geboten. Auch setzt man wieder härter das Messer an und bittet den Hörer zum Abgehen. Doch auch gefühlvollere Einlagen kommen zum Tragen und bereichern das Stück sehr gut.

Etwas eingängiger und simpler legt die Truppe mit „Heartbreak Karaoke“ nach. In moderner, streckenweiße breitentauglichen Mischform serviert man uns dies mit einer sehr temporeichen Ausrichtung. Nach Herzenslust kann man dabei rum fetzen, denn genau für solch Momente ist das Stück gedacht.

Noch um einen Tick wutentbrannter legt man noch mit „Let the Good Times Roll“ einen drauf. Wutentbrannter, hasserfüllter, als auch anklagender Track. Sehr gut ist die Kombination aus leichtem Punk Rock und Metal Core lastigen Klängen ausgefallen. Standhaft versucht man durch die Bank härter rüber zu kommen. Dennoch legt man zwischendurch immer wieder gefühlvollere Stopps ein.

Fazit: Abgehmucke für Junge Metal Fans. Zu keinem Zeitpunkt kommt hier Eintönigkeit oder dergleichen auf. Ausgereift und dennoch sehr rotzfrech unterbreitet man uns hier eine Abgehrunde zu der man einfach nicht anders kann als mitzumachen.

Tracklist:

01. The Continental Breakfast Club
02. The Disko Inferno
03. Potomac Romance
04. Grafton Street
05. Phantoms
06. They hate us in New York
07. Everything I need to know
08. Yes Yes Yes
09. Supernova
10. Capital Letters are still a Gold Mine
11. Heartbreak Karaoke
12. Let the Good Times Roll

Besetzung:

Florian (voc)
Christian (guit)
Matthis (guit)
Jens (drums)
Micha (bass)

Internet:

Uberkid Website

Uberkid @ MySpace

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Roberthttps://www.metalunderground.at
Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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