UUHAI – Human Herds

UUHAI - Human Herds album cover

Band: UUHAI 🇲🇳
Titel: Human Herds
Label: Napalm Record
VÖ: 09/01/26
Genre: Folk Rock/Metal

Tracklist

01. Beginning
02. Human Herds
03. Ancient Land
04. Uuhai
05. Dracula
06. Khurai
07. Khar Khulz
08. Paradise
09. Uvdis
10. Secret History Of The Mongols

 

Besetzung

Otgonbaatar Damba – Drums
Zorigoo Battsooj – Horsehead Fiddle, Throat Vocals
Khurtsgerel Damiranjav – Horsehead Fiddle, Throat Vocals
Saruul Tsogt-Erdene – Vocals
Batbayar Dulamsuren – Percussions
Dalaitseren Nasanbuyan – Guitars
Anand Naranbaatar – Bass Guitar

 

Bewertung:

4,5/5

Die mongolische Band UUHAI vereint Folk-Rock und Folk-Metal zu einer kraftvollen Symbiose. Mit traditionellen Instrumenten und modernen Klängen schaffen sie eine einzigartige Atmosphäre, die sowohl Fans des Genres als daneben Neueinsteiger begeistert. Die Band besteht aus talentierten Musikern: Otgonbaatar Damba am Schlagzeug, Zorigoo Battsooj und Khurtsgerel Damiranjav an Pferdekopfgeigen und Kehlkopfgesang, Saruul Tsogt-Erdene am Gesang, Batbayar Dulamsuren an Percussion, Dalaitseren Nasanbuyan an der Gitarre und Anand Naranbaatar am Bass. Ihre Musik spiegelt die reiche mongolische Kultur wider und verbindet sie mit zeitgenössischem Ausdruck.

Zwischen Steppe und Verstärker

Mit »Human Herds« legen UUHAI ein Debütalbum vor, welches eine beeindruckende Reise durch die mongolische Geschichte und Mythologie ist. Mit zehn kraftvollen Tracks entführt das Werk die Zuhörer in eine Welt voller Mythen, Traditionen und moderner Melodien. Das Album bewegt sich allemal zwischen Folk Rock und Folk Metal, ohne sich je festnageln zu lassen. Die Musik schöpft aus mongolischer Tradition, wirkt aber nie museal. Statt Folklore als Dekoration einzusetzen, wird sie hier zum tragenden Fundament. Kehlkopfgesang und Pferdekopfgeige stehen gleichberechtigt neben verzerrten Gitarren und treibendem Bass. Genau darin liegt die Stärke dieser Platte.

Der Klang der Herde

Der Opener »Beginning« ist mehr als ein Intro. Er zieht langsam Spannung auf, mit weiten Flächen und ersten vokalen Akzenten, die wie Rufe über die Steppe wirken. Danach setzt der Titeltrack »Human Herds« ein und macht klar, wohin die Reise geht. Druckvolle Riffs treffen auf rhythmische Percussion, darüber legt sich der raue Gesang von Saruul Tsogt-Erdene. Das Stück wirkt approximativ hymnisch, ohne platt zu werden, und trägt das zentrale Motiv des Albums: Gemeinschaft, Bewegung, manchmal auch blinde Gefolgschaft.

Alte Geschichten, moderne Wucht

»Ancient Land« und »Uuhai« vertiefen diesen Ansatz. Besonders hier glänzen Zorigoo Battsooj und Khurtsgerel Damiranjav mit ihren Pferdekopfgeigen, deren Klang zwischen Melancholie und Kampfgeist pendelt. Der Kehlkopfgesang wirkt nicht als exotischer Effekt, sondern als erzählerisches Mittel. Die Songs atmen Geschichte, ohne sich in Nostalgie zu verlieren. Gitarrist Dalaitseren Nasanbuyan hält die Balance zwischen Zurückhaltung und Durchschlagskraft, während Bassist Anand Naranbaatar das Ganze erdig zusammenhält.

Unerwartete Abzweigungen

Mit »Dracula« überrascht die Band. Der Titel klingt nach klassischem Metal, doch musikalisch bleiben UUHAI ihrem Stil treu. Dunkle Grooves, fast tänzerische Rhythmen und eine leicht ironische Note machen den Track zu einem der eigenständigsten Momente des Albums. »Khurai« und »Khar Khulz« gehen danach wieder stärker in Richtung Ritual und Trance. Hier zeigt sich, wie sicher das Zusammenspiel der Band inzwischen ist. Schlagzeuger Otgonbaatar Damba und Percussionist Batbayar Dulamsuren verzahnen ihre Patterns präzise, ohne steril zu wirken.

Lichtblicke und Weite

»Paradise« öffnet den Sound, wirkt luftiger und melodischer. Der Song gönnt sich Raum, lässt die Instrumente atmen und bleibt trotzdem eingängig. »Uvdis« setzt ebenfalls mehr auf Atmosphäre als auf Härte. Die Band beweist hier, dass sie nicht uneingeschränkt Druck erzeugen kann, sondern desgleichen leise Spannung. Diese Momente verhindern, dass »Human Herds« zu gleichförmig wird.

Ein historischer Abschluss

Der letzte Track »Secret History Of The Mongols« ist ein würdiger Schlusspunkt. Das Stück greift thematisch wie musikalisch weit aus und verbindet vieles, was zuvor angerissen wurde. Traditionelle Motive, Rockstruktur und erzählerischer Gesang fließen zusammen. Man hört, dass hier ein Konzept zu Ende gedacht wird, nicht einfach nur ein Album aus Einzeltracks.

»Human Herds« ist ein starkes Statement. UUHAI schaffen es, ihre kulturellen Wurzeln selbstbewusst zu präsentieren und sie gleichzeitig in einen zeitgemäßen Kontext zu setzen. Das Album klingt roh, durchdacht und lebendig. Kleine Längen verzeiht man gern, weil die Platte insgesamt eine klare Haltung hat und musikalisch überzeugt. Für Fans von Folk Rock, Folk Metal und ungewöhnlichen Klangwelten ist dieses Werk ein Volltreffer.

Fazit: UUHAI haben mit ihrem Debütalbum »Human Herds« ein bedeutendes Zeichen gesetzt

Internet

UUHAI - Human Herds - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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