Witchbound – End Of Paradise

Witchbound – End Of Paradise

Witchbound - End Of Paradise - album cover

Band: Witchbound
Titel: End Of Paradise
Label: El Puerto Records
VÖ: 30. April 2021
Genre: Heavy/Power Metal
Bewertung: 4/5

Nach sechs Jahren und vielen Rückschlägen (das Ableben von Martin Winkler steht da wohl ganz oben) beschert uns die süddeutsche Formation, wie schon seinerzeit bei Tarot`s Legacy, pünktlich zur Walpurgisnacht ihr Zweitwerk.
Und dieses offenbart durch die vielen Besetzungswechsel, allen voran hinter dem Mikro, neue Facetten im Klangbild von WITCHBOUND.
Wer also weitere wiederaufbereitete und vollendete Spenglerkompositionen erwartet, könnte anfänglich enttäuscht sein.

Thorsten Lichtner wurde schlussendlich durch zwei neue Stimmen, Natalie Pereira dos Santos und Tobias Schwenk, ersetzt.
Überraschenderweise funktioniert diese Lösung nicht nur ganz gut, mit jeder Umrundung, die END OF PARADISE bei mir macht, zeigt sich hier die ideale Konstellation für WITCHBOUND. Die beiden setzen nicht krampfhaft auf Duette, sondern setzen ihre Gesangslinien eher unterstützend ein, um den jeweils agierenden Hauptsänger im Hintergrund zu unterstützen. Und wenn es, wie bei Interstellar Odyssey, doch mal zu einem Duett kommt, hat es ein sehr hohes Niveau. Das Endergebnis wirkt durchweg sehr homogen.

Musikalisch verlässt man das gewohnte Terrain zu keinem Zeitpunkt ganz, lotet aber die Grenzen aus und schaut nur zu gern über den Tellerrand. Auch dies verdaut sich leichter, als man meinen könnte, denn das Fundament der Songs ist weiterhin die prägnante Gitarrenarbeit von Stefan Kaufmann.
Wer, wie ich es tat, mit einem weiteren Aufguss des Debüts rechnet, sollte sich aber vor Battle Of Kadesh besser anschnallen. Fette Gitarren und eine zeitgemäße Produktion prägen die Scheibe. Etwas verstört will man noch einmal nachschauen, ob hier die richtige Scheibe läuft, denn aggressiven Power Metal mit sinfonischen Anklängen und weiblicher Stimme wirken (in Bezug auf die Band) etwas befremdlich.

Mit fortschreitender Laufzeit ergibt sich jedoch ein vollständiges Bild, welches mit dem großartigen Titellied, dem vorläufigen Höhepunkt der Platte Carved In Stone sowie mit Flags Of Freedom, Seas Of Sorrow, Torquemada (bisher bestes Witchbound – Stück inklusive der Hexenscreams!) und Last Divide genug hochwertiges Futter für STORMWITCH – Fans bietet.
Definitiv gelobt werden muss zudem des zwischen modernen Groove und Heavy Metal variierende Nevermore, wobei Natalie Pereira dos Santos hier mit ihren Screams genauso heraussticht wie Tobias Schwenk mit der Präsentation seiner stimmlichen Bandbreite.

In dieser Verfassung spielen WITCHBOUND qualitativ oben mit und schaffen sich mehr Freiraum durch Eigenständigkeit. Lediglich dass man mit dem Folkrocker Foreign Shores und den Gothic Metal – Stücken These Tears und Dance Of The Dead drei Fremdkörper hineingepresst hat, um das ohnehin lange Album künstlich aufzublasen, schmälert den Gesamteindruck etwas.

Tracklist

01.Prelude
02.Battle Of Kadesh
03.Interstellar Odyssey
04.End Of Paradise
05.Carved In Stone
06.Flags Of Freedom
07.Torquemada
08.Nevermore

09.Last Divide
10.Sea Of Sorrow
11.Foreign Shores
12.Dance Of The Dead
13.These Tears
14.As Long As We Can Rock
15.Our Hope

Besetzung

Natalie Pereira dos Santos – Gesang
Tobias Schwenk – Gesang
Stefan Kauffmann – Gitarren
Julian Steiner – Gitarren
Frank Bittermann – Bassgitarre
Peter Langer – Schlagzeug

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Witchbound – End Of Paradise CD Review