Aeternus Prophet Interview mit Schlagzeuger Dessident

Die ukrainische Black/Death Formation ist seit langem schon umtriebig und trat in den Weiten des Internetzes an uns heran. Klarer Fall, dass wir da mehr von den Jungs aus Fastiv, Kyiv Oblast und deren Werdegang in Erfahrung bringen wollten!

Gunter: Hallo Dessident kannst du uns sagen wie ihr zusammen gefunden habt?

Hallo Leute, ich bin Dessident, der Drummer und wir haben uns 2010 gegründet. Gitarrist Oberan ist ein Schulfreund von mir und wir haben schon ewig viel Tapetrading betrieben. Nach unserer Schulzeit – im Studium – beschlossen wir eine Metalband zu gründen und nannten sie DEAD LANGUAGE. In Latein bedeutet das „Aeternus Prophet“.

Gunter: Erzähl uns doch etwas von eurem musikalischen Werdegang!

Da ich der Drummer bin, habe ich angefangen Geld zu verdienen, ich von verschiedenen Arbeitern Drums gekauft habe. Meine Eltern waren immer dagegen, dass ich Metal spiele. Immerhin sind sie fanatische Christen. Mit Hilfe der moralischen Glaubenssätze habe ich gegen die konservative Einstellung meiner Eltern argumentiert. Ich habe heimlich vor meinen Eltern schließlich ein Drumset gekauft. Für eine lange Zeit wussten sie nicht mal, dass ich Metal spiele. Der Gitarrist unserer Band ist ein sehr extremer Metalhead. Er fing an Gitarre zu spielen, nachdem ich ihm vorschlug eine Band zu gründen.

Gunter: Hattet ihr für eure Scheibe „Ruthlessness“ eine Plattenfirma als Stärkung im Rücken?

Wir haben „Ruthlessness“ unabhängig, außerhalb eines Labels veröffentlicht. Da kein Label uns helfen wollte, die Band richtig zu promoten. In der Ukraine haben wir sehr schlechte Erfahrungen mit Konzerten und dessen schlechte Organisation. Die Ukraine scheint ein Problem mit der Metal Industrie zu haben. Doch neben diesen negativen Aspekten, gibt es auch Positive. Unsere Fans würdigen unsere Musik und unterstützen uns in jeder Art und Weise. Wir sind ihnen sehr dankbar, bleiben in Kontakt und stay metal!

Gunter: Welcher Song ist auf dem Album euer absolutes Highlight?

Unser persönliches Highlight auf dem Album ist der Titelsong „Ruthlessness“. Denn wir haben die ganze Essenz unserer Ideologie in den Text gepackt – der Kampf bis zum bitteren Ende.

Gunter: Wie hat es in der Vergangenheit mit Live Auftritten ausgesehen, mit welcher Band würdet ihr gerne noch touren?

Wir haben mit verschiedenen Kult Black Metal Bands in Europa zusammen live gespielt: ENTHRONED, BOLZER, INFERNAL WAR, POSSESSION….

Beim Rites Of The Black Mass Festival in Rom und voriges Jahr in Polen, dieses Jahr eine Tour durch Polen und die Tschechische Republik mit lokalen Metal Acts. Die Organisation des Festivals war sehr professionell, das tschechische Bier war sehr gut und die Malerei im Underground Club im Stil des Black Mass Rituals – einfach großartig. Ich glaube, wir werden sehr bald wieder eine Europa Tour machen, doch dieses Jahr nicht mehr.

SVARTIDAUDI, BLACK FUNERAL, MAYHEM, XASTHUR, BURZUM und auch sehr gerne mit MARDUK.

Gunter: Beschreibt doch mal die Metalszene im russischen Raum?

Wir sind eine Band aus der Ukraine, was ein anderes Land ist. Ich glaube in Österreich könnte man russische Bands wie NOKTURNAL MORTUM, DRUDKH, KHORS, LUCIFUGUM, KRODA, HATE FOREST usw. kennen, denn sie haben bereits in Europa live gespielt. Es gibt eine Menge mehr Bands, aber die bewegen sich noch im Untergrund. Sie werden sich auch niemals dort heraus begeben, weil es ihre Ideologie widerspiegelt.

Gunter: Was sind eure Lieblingsbands und musikalischen Einflüsse?

Ich liebe Black, Death und Thrash Metal, Grindcore, Death Core, Metal Core und Classic Rock und ebenso liebe und respektiere ich Live Musik und Musiker. Angefangen habe ich mit russischen Metal Bands an ARIA, AUGUST, CORROSION METAL – auch METALLICA, SLIPKNOT, RAMMSTEIN, dann wechselte ich zu Symphonic Black Metal.  Aus diesem Genre stammen meine Lieblingsbands SVARTIDAUDI, BLACK FUNERAL, MAYHEM, XASTHUR, BURZUM, MARDUK, DEATHSPELL OMEGA, MOR und ich versuche immer neue Raw Black Metal Bands zu finden, die ich noch nicht gehört habe.

Oberon hat mit Rammstein angefangen, danach aber auch in den Black Metal gewechselt. MAYHEM, KRIEG, NON OPUS DIE, BEHEMOTH, GRAVELAND, ANOREXIA NERVOSA etc. Nun hört er viel Doom Metal, wie z.B.: AHAB, CROWBAR, P.H.OB.B.O.S. etc.

Der neue Sänger von uns, Abaddon, hört gerne SLIPKNOT, MUSHROOMHEAD, METALLICA und dann Black Metal wie BURZUM oder MAYHEM und der Rest ist unterschiedlicher Black Metal.

Sänger Vereb bevorzugt Classic Rock AC/DC oder Beatles zum Beispiel. Genauso gerne hört er russischen Punk Rock.

Gunter: Welchen Musikstil könnt ihr gar nicht leiden

Ich hasse den Mainstream, vor allem russischer Natur. Die 90er Jahre brachten schlechte Musiker hervor. So mies, dass sie einen Platz in der Hölle verdient haben. Aber ich glaube daran, dass Trends sterben, zumindest mit der Zeit. Viele Musiker und Mainstream Bands werden in den Abgrund stürzen. Denn wie schon ein MARDUK Mitglied einst sagte: Licht erlischt, Dunkelheit bleibt.

Gunter: Welche soziale Plattform ist euer Meinung nach am besten, um mit euren Fans in Kontakt zu bleiben?

Früher war es über Last FM für europäische Fans, nun sind es Twitter und Instagram. Für russische Fans ist es VKontakte, aber diese Site ist leider oft ausgefallen.

Gunter: Habt ihr selbst Erfahrung mit selbst schädigenden Verhalten bzw. Suizid?

Jeden Tag sind wir dem Tod nahe, da unsere Gegend sehr extrem ist. Wir selbst denken nicht an Selbstmord, weil die Gesellschaft schlecht genug ist. Das ist eine sehr lange Geschichte und wir bräuchten ein extra Interview um dieses Thema genauer zu bearbeiten. Mit unserem Gitarristen haben wir auch gleichzeitig viele Verletzungen und Narben. Aber unsere Ideologie sieht das nicht als das Ende an. Wir haben eine sehr hasserfüllte Einstellung in Relation zu der Gesellschaft, in der wir leben.

Gunter: Wer sind für euch musikalische Vorbilder?

Die ersten Bands waren DIMMU BORGIR und CRADLE OF FILTH, doch mit der Zeit änderten sich die Interessen. Wir hören nun mehr Bands aus dem Underground.

Gunter: Vielen Dank für das Interview die letzten Worte gehören euch habt ihr noch etwas hinzuzufügen?

Ein großes „Dankeschön“ an Metal Underground Webzine Austria für das Interview, an METALLURCH CONCERT AGENCY für das Organisieren unserer Tour und an unsere Fans und allen Leser(innen) dieses Interviews. Bleibt bei uns und unterstützt uns über die Social Media. Es wird bald ein neues Album und Tour geben. STAY METAL!!!

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