Lichtblick Interview

Die Depressive Suicidal Black Metal aus Ried im Innkreis erschienen uns in den weiten des WWW und somit ein guter Grund einen Abstecher bei den Jungs aus dem nördlichen Oberösterreich einen Abstecher abzuhalten um mehr über sie und ihre Schaffensprozesse in Erfahrung zu bringen!

lichtblickhausKönnt ihr euch kurz vorstellen? Wie habt ihr zusammengefunden?

Hallo. Wir sind Lichtblick, eine Depressive Suicidal Black Metal (DSBM) Band aus Ried im Innkreis und Wien. Die Band besteht aktuell aus vier Mitgliedern. Wir sind Alex (Sänger), neben mir sitzen unser Drummer, Jan aus Wien, und unsere Gitarristen Dave (Lead) und Mani (Rhythm). Mani und ich (Alex) kennen uns schon lange und haben Lichtblick damals 2013 als zwei Mann Projekt gegründet. Alex hat Drums gespielt und gesungen und Mani hat die Gitarre bedient. 2016 sind dann Dave und Jan zur Band gestoßen. Wir haben bis jetzt eine EP („Drown in Emptiness“) und ein Album („Phrenesis“) veröffentlicht.

Was gibt es Neues/Aktuelles?

Momentan sind wir am Schreiben neuer Nummern für ein neues Album. Das neue Album soll, wie das erste auch, nach einem bestimmten Konzept ausgerichtet sein, aber wir wollen noch nicht zu viel verraten. Aber Konzept und Artwork stehen bereits. Geplant wäre im Frühjahr 2020 ins Studio zu gehen. Label haben wir keines derweil, also läuft alles noch Independent.

Ein paar Worte zum Album „Phrenesis“?

Wir haben „Phrensis“ sehr früh aufgenommen und das ganze Artwork, das wir selbst gemacht haben, hat lange gedauert. Wir haben über ca. 3 Monate Fotos gemacht, bearbeitet und das Artwork designed bis wir zufrieden waren.

Bezüglich der Songtexte: Diese haben wir bewusst nicht abgedruckt. Wir möchten, dass jede/jeder sich selbst ein Bild im Kopf von jeder Nummer machen soll. Die Musik und das von uns dazu ausgewählte Artwork sollen hierbei als Unterstützung oder Anreiz dienen.

Welcher Song von eurem aktuellen Album „Phrenesis“ gefällt euch selbst am besten?

Dazu kann ich (Alex) nicht so viel sagen. Wenn wir live spielen falle ich komplett aus dem Rahmen und steigere mich so sehr in die Musik, dass ich mich selbst komplett verliere, also quasi in Trance falle.

Jan: Meine Lieblingsnummmer ist „10 Cent Pistol“. Da ist Tempo drinnen, vor allem was das Schlagzeug betrifft. Ich finde, dass das Lied alles hat: ein melodiöses Intro, schnelle Riffs und ein ausgeklügeltes Outro. Die Vocals von Alex kommen auch gut zu tragen, sowohl die cleanen Parts als auch das Geschrei.

Mani: „Call of the void“. Ich finde das der Song einer unserer vielseitigsten ist, weil recht viele Emotionen darin eingefangen wurden. Von langsamen, doomigen Parts, bis zum intensiven Outro ist es ein auf und ab an Eindrücken. Nebenbei wurde dieser Song erst im Studio geschrieben, weshalb für mich auch seine Entstehung noch mit besonderen Erinnerungen und Emotionen verbunden ist.

Dave: „10 cent pistol“ und „Cyle of despair“ gefallen mir musikalisch am besten und die beiden nummern geben gefühlsmäßig und inhaltlich die Richtung des Albums meiner Meinung nach am besten wieder.

Mit welchen Bands würdet ihr gerne auf Tour gehen?

Touren würden wir am liebsten mit den bekannten Größen im DSBM. Z.B. …Make A Change Kill Yourself, Psychonaut 4, Totalselfhatred, etc. Das sind auch die Sachen, die wir selbst gerne privat hören.

Was sind eure Lieblingsbands/musikalischen Einflüsse?

Großen Einfluss auf uns haben natürlich die Bands, mit denen wir gerne auf Tour gehen würden (siehe oben).  Andere Einflüsse sind bei mir (Alex), vor allem was Gesang und die Stimmung angeht, zum Beispiel die Band „Low“. Generell geht es aber von elektronischen Sounds bis hin zu Straight forward low fi Black Metal. Die Stimmung muss eben passen. Das Allerwichtigste ist, dass die Musik, die wir hören (und auch spielen) eine gewisse Atmosphäre erzeugt und aufrecht erhält… dass wir selber gleich die Augen zu machen und uns fallen lassen können.

lichtblick-Feel-Free-to-Lose-Your-Life-album-coverWie seht ihr die Metalszene (speziell DSBM) in Österreich?

In Österreich gibt es, denken wir, praktisch keine wirkliche „DSBM-Szene“. Im Black Metal selbst jedoch gibt es sehr wohl eine „Szene“ in Österreich, vor allem in den Großstädten natürlich. Aber generell würden wir die Szene (relativ zur Größe Österreichs) als „ok-groß“ einstufen. Man sieht zwar immer dieselben Gesichter auf Konzerten und Festivals, stören tut das aber keinesfalls.

Wieso wollen sich manche Black Metal Bands vom DSBM distanzieren?

Das wissen wir nicht genau. Wir vermuten mal, dass einige Black Metal Bands oder Fans der „alten kultigen Schiene“ treu bleiben wollen und somit den klassischen Black Metal von anderen, neueren Black Metal Subgenres bewusst unterscheiden und diese auch nicht als „echten“ Black Metal ansehen. DSBM z.B. ist ein Subgenre, welches sehr emotionsgeladen ist und dementsprechend auch ganz andere Thematiken verarbeitet und sich natürlich musikalisch auch anders anhört (als z.B. Black Metal aus den 90er Jahren). Es gibt bei uns z.B. cleane Passagen, manchmal sogar „normalen“ Gesang. Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich die „kultigen Black Metal“-Angehörigen davon distanzieren wollen. Das ist auch ihr gutes Recht, Geschmäcker sind halt verschieden.

Habt ihr selbst Erfahrung mit selbst schädigenden Verhalten? Welche Aufgabe hat DSBM dabei?

Ja, haben wir…aber auf das wollen wir hier nicht näher eingehen. Die Musik, die wir spielen, soll als eine Art Selbsttherapie wahrgenommen werden. Zumindest wirkt sie so auf uns. Das Schreiben und Spielen der Lieder ist wie eine seelische Stütze, wir können so negative Gefühle bzw. negative Affekte besser ausleben und abbauen…und hoffen, dass andere das durch unsere Musik auch machen können.

Wie kann man euch am besten erreichen bzw. mit euch in Kontakt treten?

Wir sind auf Instagram und Facebook recht aktiv. Wir versuchen auch so gut es geht immer ein paar neue Bilder, Audio-Clips oder einfach nur Instagram-Stories von unseren Proben oder von Dingen, die einfach zu unserer Musik uns unserem Leben dazu passen zu posten. Nebenbei gibt es unsere Musik auch auf Soundcloud, Bandcamp, iTunes, Spotify, Amazon und natürlich auf YouTube. Danke Distrokit!

Vielen Dank für das Interview!

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