URNE – Interview

Interview: Charlene / Fotos: Band, Promo Material

Mit „Setting Fire To The Sky“ haben die Londoner URNE ein Album veröffentlicht, das ihre Sludge- und Doom-Wurzeln konsequent weiterdenkt und zugleich neue Facetten ihres Sounds offenbart. Wuchtige Riffs, technische Präzision und eine düstere Atmosphäre ziehen sich durch die Platte, während eingängige Strukturen und überraschende stilistische Ausbrüche dem Material zusätzliche Dynamik verleihen. Nach den ambitionierten Vorgängern „Serpent & Spirit“ und „A Feast on Sorrow“ zeigt sich die Band reifer und fokussierter – ohne dabei an Intensität zu verlieren.

Wir nutzten die Gelegenheit für ein Interview mit URNE, um über ihr neues Album zu sprechen. Gitarrist Angus Neyra und Sänger/Bassist Joe Nally gewähren uns Einblicke in die Entstehung von „Setting Fire To The Sky“. Sie sprechen über ihren Songwriting-Prozess, die Zusammenarbeit mit MASTODONs Troy Sanders und verraten, worauf sie sich bei ihren kommenden Festivalauftritten am meisten freuen.

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu eurer neuen Veröffentlichung und vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt! Natürlich würde ich euch gerne ein paar Fragen zu „Setting Fire To The Sky“ stellen und bin gespannt auf eure Antworten! Zuerst würde ich gerne mehr über die Entstehung von „Setting Fire To The Sky“ erfahren. Was waren eure musikalischen und lyrischen Einflüsse für das neue Album?

Angus: Danke, dass du dir Zeit für unser neues Album nimmst. Musikalisch lassen wir uns von einer großen Bandbreite an Musik inspirieren, wobei Metal im Zentrum von allem steht. Es war interessant zu hören, mit welchen Bands die Hörer uns vergleichen und welche Einflüsse sie bei uns vermuten – manche liegen ziemlich nah dran, andere eher weniger!

Joe: Wir wissen, wen wir mögen, und viele unserer Helden sind dieselben, seit wir Kinder sind. Ich kann aber sagen, dass ich beim Schreiben der Vocals viel Soulmusik gehört habe.

Wie lief der Schreibprozess ab?

Angus: Der Schreibprozess kann manchmal anspruchsvoll und herausfordernd sein, aber auf eine gute, produktive Weise. Wir sind keine Band, die sich mit dem ersten Riff oder der ersten Idee zufriedengibt. Es beginnt immer mit einer Grundidee, die wir dann immer wieder überarbeiten, bis sich Songs und Struktur für uns richtig anfühlen. In unseren Songs steckt auch immer eine gewisse Selbstreflexion – wir schauen, wovon wir vielleicht zu viel haben oder was einem Song noch fehlt. Zum Beispiel: Ist ein Song zu repetitiv, zu simpel oder zu kompliziert? Für uns lohnt es sich, so lange daran zu feilen, bis er für uns perfekt ist.

Joe: Angus und ich schreiben die gesamte Musik. Angus hat auf diesem Album wirklich extrem viel geschrieben – der wahre MVP der Platte.

Was waren einige der Herausforderungen?

Angus: Bei diesem Album ging es darum, alles zu straffen und sicherzustellen, dass es keinen Füllstoff gibt. Eine der größten Herausforderungen lag bei den kürzeren Songs der Platte. Wie können wir musikalisch und lyrisch in kürzerer Zeit das ausdrücken, was wir sagen wollen? Das bedeutet aber nicht, dass die längeren Songs leichter zu schreiben waren. Sie bringen ihre eigenen Herausforderungen mit sich, etwa sicherzustellen, dass jede Passage und jedes Riff einen Zweck innerhalb des Songs hat und die längere Laufzeit gerechtfertigt wirkt.

Was hebt dieses Album eurer Meinung nach vom Rest eurer Diskografie ab?

Angus: Ich habe das Gefühl, dass dieses Album vom ersten Hören an unser einprägsamstes und eingängigstes ist, ohne dabei an Härte einzubüßen. Joe hat einige großartige Ohrwürmer bei den Vocals geschrieben – genau das, was man braucht, um die Hörer zu packen. Die Reaktionen auf das Album spiegeln das auch wider.

Joe: Ich denke, das ist der beste Mix, den wir bisher hatten. Man kann alle Instrumente klar heraushören. Auf den letzten beiden Alben ging der Bass etwas unter, daher bin ich froh, dass wir das korrigiert haben. Außerdem hat dieses Album im Vergleich zu den letzten beiden einen echten Spaßfaktor.

Nachdem ich „Setting Fire To The Sky“ ein paar Mal gehört habe, fiel es mir trotzdem schwer, den Stil des Albums kurz und knapp zu definieren. Wie würdet ihr ihn beschreiben?

Angus: Ich würde es einfach als Metal definieren!! Es ist unsere gemeinsame Liebe zur Musik, die in diesen Songs steckt. Solange das Album bei den Menschen etwas auslöst und sie eine Verbindung dazu spüren, ist das für uns das Wichtigste.

Persönlich finde ich das Albumcover sehr schön. Was war eure Inspiration dafür und wer hat es gemacht?

Joe: Als wir den Albumtitel im Kopf hatten, habe ich sofort angefangen mir vorzustellen, wie das Cover aussehen könnte. Am liebsten hätte ich jemanden auf einen Berg fliegen lassen, um dort das Foto zu machen – man darf ja träumen. Aber als unser Label Dan Zollinger vorgeschlagen hat und wir gesehen haben, wie sich das Artwork entwickelt, waren wir alle umgehauen. Die Farben sind perfekt!!URNE – Setting Fire to the Sky - Artwork

Der Song „Harken the Waves“ enthält einen Gastbeitrag von MASTODONs Troy Sanders. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?

Joe: Ein bisschen Hilfe von unserem Label – und auch von Johann (der das Album gemischt hat). Er ist der Soundtechniker für GOJIRA und MASTODON und hat Troy kurz darauf angesprochen. Aber wir wussten, dass der Song ihn umhauen musste – und zum Glück hat er das!

Ihr habt bereits angekündigt, dass ihr diesen Sommer auf einigen Festivals spielen werdet. Auf welche neuen Songs freut ihr euch besonders, sie live zu spielen?

Angus: Wir haben bereits einige der Singles wie „Be Not Dismayed“ und „The Spirit, Alive“ bei unserer EU-Tour im Februar ins Set aufgenommen, und sie machen live richtig Spaß und klingen riesig. Trotzdem wollen wir auch einen Teil des Sets als Überraschung behalten. Vielleicht schmuggeln wir ja auch den Titeltrack des neuen Albums hinein – ihr werdet es sehen.

Auf welche Bands freut ihr euch selbst am meisten, sie auf eurer Sommer-Festival-Tour live zu sehen – und vielleicht auch zu treffen?

Angus: Auf Festivals haben wir immer Spaß daran, einige unserer Lieblingsbands zu sehen und vielleicht sogar unsere Helden zu treffen. Wir freuen uns darauf, zu Festivals wie Summer Breeze und Dynamo zurückzukehren, aber ein großes Highlight für uns ist die Rückkehr von NEVERMORE bei Bloodstock. Es wäre cool, Jeff Loomis zu treffen – und allein schon mit ihnen auf derselben Bühne zu stehen, ist ein Privileg.

Joe: NEVERMORE! Mehr brauche ich nicht und mehr will ich nicht, haha!

Zum Schluss würde ich gerne noch wissen: Was steht als Band noch auf eurer Bucket List? Das kann ein persönliches Ziel sein, eine Venue, in der ihr gerne spielen würdet, oder etwas Ähnliches.

Angus: Jeder, der mich persönlich kennt, weiß, dass ich eine besondere Verbindung zum Shepherd’s Bush Empire und zum Hammersmith Apollo in London habe – beides ikonische Venues, in denen ich aufgewachsen bin und viele Konzerte gesehen habe. Dort zu spielen wäre etwas ganz Besonderes. Natürlich wäre es auch ein absoluter Bucket-List-Moment für uns, mit Giganten wie METALLICA auf Tour zu gehen.

Joe: Genau das, was Angus gesagt hat! Davon träumen wir, seit wir die Band gegründet haben.

Das war’s! Vielen Dank für eure Zeit. Möchtet ihr noch etwas hinzufügen oder den Leserinnen und Lesern unseres Magazins noch etwas mit auf den Weg geben?

Angus: Danke, dass ihr euch die Zeit nehmt, unser neues Album zu hören. Wir sind wirklich stolz darauf und dankbar für jeden, der die Band unterstützt, zu Shows kommt oder auf seine eigene Weise eine Verbindung zur Musik aufbaut. Hoffentlich sehen wir uns bald auf der Straße – wir freuen uns darauf, euch diese Songs live und noch härter zu präsentieren.

URNE – Interview

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