IN RUINS – We Are All To Perish

IN RUINS - We Are All To Perish - album cover

Band: IN RUINS 🇷🇴
Titel: We Are All To Perish
Label: Meuse Music Records
VÖ: 13/03/26
Genre: Funeral Doom/Death Metal

Tracklist

01. I’m Tired of Living in My Land
02. I Do Not Regret and I Do Not Shed Tears
03. We’ll Depart This World for Ever, Surely
04. Farewell

 

Besetzung

Urmuz – Vocals, Guitars, Bass
St. Oliver – Drums

Guest vocals:
Dr. Schnabel on „We’ll depart this world for ever, surely“
Lycan on „I’m tired of living in my land”
Anca Bendis on ”We’ll depart this world for ever, surely” and “Farewell”

 

Bewertung:

3,5/5

Funeral-Doom in Reinform

Die rumänische Formation IN RUINS hat mit ihrem Debüt-Album »We Are All To Perish« ein Werk abgeliefert, das sich zwischen Funeral-Doom und Death-Metal bewegt. Gegründet von Urmuz (Vocals, Gitarre, Bass) und unterstützt von St. Oliver am Schlagzeug, zeigen sie, dass sie auf bedrohliche Atmosphäre und tiefe, drückende Klanglandschaften setzen. Das Album umfasst vier epische Tracks, die die Band als Ausdruck von Verzweiflung, Verlust und existenzieller Erschöpfung charakterisieren.

Düstere Klangwelten

Der Opener »I’m Tired of Living in My Land« legt sofort die Tonalität des Albums fest. Ein schleppender Rhythmus, verzerrte Gitarren, die sich durch drückende, fast greifbare Melancholie ziehen, und Urmuz’ kehliger Gesang erzeugen ein Gefühl der Erschöpfung und Resignation. Gastvokalist Lycan verstärkt die düstere Dimension des Tracks und ergänzt die ohnehin schwere Stimmung um zusätzliche Textur.

»I Do Not Regret and I Do Not Shed Tears« folgt nahtlos. Hier dominieren schleppende Gitarrenriffs, die sich langsam aufbauen, bis sie in einem rhythmischen Zusammenbruch gipfeln. Die Produktion von Andrei Jumugă im Consonance Studio trägt viel zur bedrückenden Atmosphäre bei. Jeder Schlag auf die Becken, jeder Bassanschlag scheint genau kalkuliert, um die depressive Stimmung zu verstärken. Die Mischung und das Mastering verleihen den einzelnen Instrumenten Klarheit, ohne die dunkle Grundstimmung zu verwässern.

Finale und Gastauftritte

»We’ll Depart This World for Ever, Surely« markiert den emotionalen Höhepunkt des Albums. Mit Gastgesängen von Dr. Schnabel und Anca Bendis wird die ohnehin erdrückende Stimmung auf eine fast kathartische Ebene gehoben. Die Songs entfalten sich hier wie düstere Erzählungen, in denen jeder Ton und jedes Crescendo ein Statement von Vergänglichkeit und Endlichkeit ist. Die Mischung aus Funeral-Doom und Death-Metal ist hier besonders intensiv spürbar. Das langsame, zähe Tempo trifft auf aggressive, fast schneidende Gitarrenläufe.

Der Abschluss »Farewell« schließt den Kreis. Anca Bendis bringt hier mit ihrem Gesang eine melancholische Leichtigkeit, die das Album sanft ausklingen lässt. Trotz des langsamen Tempos verliert die Komposition nie an Spannung. Die Instrumentierung bleibt komplex, die Gitarrenlinien sind verzweifelt schön, und St. Olivers Schlagzeug treibt die Tracks in einem hypnotischen, fast unerbittlichen Rhythmus voran.

Produktion und Sounddesign

Die Produktion des Albums ist sorgfältig durchdacht. Andrei Jumugă versteht es, jede Stimme und jedes Instrument klar hörbar zu machen, während er gleichzeitig die dunkle, dichte Atmosphäre bewahrt. Besonders die Gastvokalisten fügen sich nahtlos in das Klangbild ein, ohne dass die Grundstimmung leidet. Die Abmischung ist sauber, das Mastering druckvoll, und die akustische Tiefe lässt den Hörer das Gefühl haben, mitten im Raum mit der Band zu stehen.

Atmosphäre und Konzept

»We Are All To Perish« ist kein leicht zugängliches Album. Es verlangt Geduld, Aufmerksamkeit und ein gewisses Maß an Bereitschaft, sich auf die Langsamkeit und Schwere einzulassen. Die Themen Müdigkeit, Abschied, Vergänglichkeit ziehen sich durch alle Tracks und machen das Album zu einem in sich geschlossenen, stimmungsvollen Gesamtkunstwerk. IN RUINS gelingt es, Funeral-Doom nicht nur als Musikrichtung zu bedienen, sondern als Erlebnis, das körperlich spürbar ist.

Mit 3,5 von 5 Punkten zeigt das Album sowohl Stärken als auch kleine Schwächen. Die Musik ist emotional intensiv und handwerklich solide, doch das langsame Tempo und die konsequent düstere Stimmung könnten für manche Hörer ermüdend wirken. Wer jedoch bereit ist, sich auf die Tiefe der Songs einzulassen, findet hier ein Album, das lange nachhallt.

IN RUINS liefern mit »We Are All To Perish« ein Werk ab, das für Fans von Funeral-Doom und Death-Metal genau das Richtige ist. Langsam, schwer und melancholisch, aber voller Details und Atmosphäre. Das Album ist ein Beweis dafür, wie man in einer scheinbar endlosen Dunkelheit musikalische Schönheit findet.

Fazit: »We Are All To Perish« von IN RUINS ist ein beeindruckendes Beispiel für die emotionale Kraft des Funeral-Doom/Death-Metal.

Internet

IN RUINS - We Are All To Perish - CD Review

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Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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