FIVE FINGER DEATH PUNCH, MEGADETH & BAD WOLVES, 19. 02. 2020 Stadthalle Wien

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Was für ein Line-Up, was für ein unvergesslicher Abend! FIVE FINGER DEATH PUNCH haben am 19. Februar die Wiener Stadthalle in Flammen gesetzt. MEGADETH und BAD WOLVES sorgten beim Publikum ebenfalls für einen bleibenden Eindruck.

Bad Wolves

Die Jungs von Bad Wolves wissen, wie man sich als Vorband beliebt macht – mit reichlich Interaktion, einem sympathischen Auftreten und nicht zu verachtender Musik. Der Sound war zu Beginn noch ziemlich übersteuert, das hat sich im Laufe des ersten Songs zum Glück gebessert, sodass auch was vom Gesang rüberkam. Unbekannt waren die fünf aus Los Angeles dem Publikum nicht, denn vereinzelt habe ich sogar Fans mit Bad Wolves-Merch gesehen.

Sänger Tommy hat bereits im zweiten Song zur Wall of Death aufgefordert, was ein bisschen übermotiviert rüberkam. Von meiner Position aus konnte ich keine erkennen, nur einen kleinen Mosh Pit. Ein paar treue Seelen dürften sich doch noch einen Ruck gegeben haben, weil ich ein Foto im Internet gesehen habe, auf der eine Wall of Death zu erkennen war, wenn auch im Kleinformat.

Killing Me Slowly“ wurde mit der Bitte eingeleitet, alle Freundinnen, Ehefrauen oder Frauen, von denen man in die Friendzone verdammt wurde, mit denen man an diesem Abend gemeinsam gekommen war, auf die Schultern zu nehmen. Die Damen konnte man an zwei Händen abzählen (soweit ich das beobachten konnte). Ein bisschen mehr Einsatz beim nächsten Mal, meine Herrschaften…

Sober“ war laut Bad Wolves ursprünglich gar nicht auf der Setlist vorhanden. Allerdings haben sich auf Social Media so viele Leute gewünscht, dass sie dieses Lied spielen und siehe da – Wunsch erfüllt! Richtig nette Geste und ein tolles Lied, das unter die Haut geht.

Einmal sollte das gesamte Publikum auf den Boden knien und auf Kommando aufspringen. Echt lustig, wie viele Bands das mittlerweile machen… danke Slipknot.

Richtig Gänsehaut hatte ich, als Tommy von einer Freundin erzählte, die am Valentinstag von ihrem Freund ermordet worden ist… Nach dieser tragischen Offenbarung spielten sie ihr letztes Lied – „Zombie“, ein Cover von The Cranberries. Dass es einem dann noch einmal kalt den Rücken runterlief, muss ich hoffentlich nicht erklären.

Fazit: Bad Wolves haben mich sehr positiv überrascht. Eine sympathische, junge Band, die Vollgas auf der Bühne gibt und definitiv im Gedächtnis bleibt! Im Dezember sollen sie noch einmal nach Wien kommen. Ich habe das Gefühl, dass sich die Tickets sehr schnell verkaufen werden…

Setlist

01. No Messiah
02. Foe or Friend
03. Remember When
04. No Masters
05. Killing Me Slowly
06. Sober
07. I’ll Be There
08. Zombie

Megadeth

Viele werden sich gewundert haben, warum Megadeth – eine der Big Four des Thrash Metals – VORBAND von Five Finger Death Punch waren. In was für einer verrückten Welt leben wir eigentlich? Tja, Fakt ist, die jungen Metalheads fühlen sich von einer Band wie FFDP mehr angesprochen als von den hart gesottenen Thrashern, die in den 80ern und 90ern ihre Glanzzeiten genossen und das stets im Schatten von Metallica und der ewigen Scheißfrage „Metallica oder Megadeth?“.

Ich muss zugeben, ich liebe Metallica. Aber das ist kein Grund für mich, Megadeth aus Prinzip nicht zu mögen, so viel vorweg…

Megadeth haben hauptsächlich Klassiker rausgehauen und wenige neue Songs. Die meisten davon kannte ich bereits dank des Bests Of-Albums „Back to the Start“. Dave Mustains Stimme ist leider ziemlich untergegangen neben Schlagzeug, Gitarren und Bass. Die vier hatten allerdings sichtlich Spaß auf der Bühne und kamen total sympathisch rüber.

Gefreut hat mich, dass das Publikum involviert und animiert wurde. Natürlich waren auch viele Megadeth-Fans vor Ort, die die Band doppelt so hart gefeiert haben. Mit dem wohl bekanntesten Lied, „Symphony of Destruction“, heizten die vier der Stadthalle ordentlich ein und ab da hatte man letztlich das Gefühl, dass diese Bombenstimmung beim Großteil des Publikums angekommen war. Die letzten drei Lieder waren wirklich der Hammer.

Während „Peace Sells“ kam jemand verkleidet als Vic Rattlehead auf die Bühne, was richtig cool war. Einen einprägsamen Moment gab es noch gegen Ende, als Dave von seinem Kampf gegen Krebs bzw. seiner Diagnose erzählt hat. Da hat es dann noch mal extra Applaus gegeben.

Fazit: Toller Auftritt einer wichtigen Band, der länger hätte dauern können.

Setlist

01. Hangar 18
02. The Threat Is Real
03. Dread and the Fugitive Mind
04. Sweating Bullets
05. Conquer or Die!
06. Trust
07. Angry Again
08. Dystopia
09. Symphony of Destruction
10. Peace Sells
11. Holy Wars… The Punishment Due

Five Finger Death Punch

Nach Megadeth wurde die Bühne mit einem weißen Vorhang verdeckt. Kurz bevor Five Finger Death Punch auf die Bühne kamen, wurde ihr Logo auf den Vorhang projiziert, das sich mehrmals um die eigene Achse drehte – richtig cooler Effekt. Dazu gab’s die Titelmusik von der Serie „Vikings“, also „If I Had a Heart“ von Fever Ray.

Kurz bevor es losging, sah man einen großen roten Kreis in der Mitte und darin einen schwarzen Umriss von Ivan Moody. Dann dauerte es nur mehr Sekunden bis der Vorhang endlich Sicht auf die Bühne freigab und die Bombe platzte.

Mit „Lift Me Up“ ging die Party los, denn anders kann man den Auftritt nicht beschreiben. Die Stimmung war überwältigend! Es wurde mitgesungen, geschrien und gekreischt, gesprungen, geheadbangt – genau so, wie man sich das vorstellt.

Die Bühnenshow war toll, Kostümwechsel gab es auch reichlich, soweit ich das von meiner Position beobachten konnte. Während „Jekyll and Hyde“ hat sich Ivan in eine neue Kluft geworfen, die natürlich zum Song passte. Zu „Sham Pain“ regnete es goldenes Konfetti.

Five Finger Death Punch haben die Menge super unterhalten und bei Laune gehalten mit Interaktion und lustigen Szenen. Wie etwa in der Mitte der Show, als plötzlich eine Stehlampe und eine Couch auf die Bühne gestellt wurden. Ivan und Zoltan haben es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht, Ivan mit seinem Mikro, Zoltan mit Akustikgitarre. Dort haben sie eine Akustik-Session abgeliefert, in der sie ein paar ruhigere Lieder, wie z.B. „The Wrong Side of Heaven“ oder „Battle Born“ gespielt haben, wenn auch nicht komplett. Das Publikum sang schön laut mit, was nicht nur bei der Band für Erstaunen und Gänsehaut sorgte. Ich fand diesen Teil der Show wunderschön, aber das wurde noch getoppt als sie „Blue on Black“ komplett spielten – ein atemberaubend geiles Cover.

Es ging tiefgründig weiter mit „Coming Down“ und danach wieder härter und frecher mit „Never Enough“. Das absolute Highlight folgte ein bisschen später…

Nach diesen beiden Liedern wurden wir mit einem fetzigen Drum Solo beglückt, währenddessen brav im Takt mitgeklatscht wurde. Man konnte die Anspannung richtig fühlen – „Welches Lied kommt jetzt?!“. Als es dann „BURN MOTHERFUCKER!“ hieß, ist die Stadthalle komplett ausgerastet. Ich bin noch nie so hoch gesprungen während eines Konzerts, ich hab die Barriere vor mir als Springbock benutzt und hab noch mal alles gegeben, womit ich definitiv nicht alleine war. Headbangen und Springen gleichzeitig ist ganz schön anstrengend aber das Lied muss gefeiert werden, verdammt‼ passend dazu gab’s Pyrotechnik und massig Interaktion mit dem Publikum.

Nach diesem verrückten Ausraster spielten Five Finger Death Punch ein ganz neues Lied, das bald auf ihrem neuen Album veröffentlicht wird: „Inside Out“.

Five-Finger-Death-PunchDarauf folgte ein älterer Klassiker „Under and Over It“ und ganz zum Schluss „The Bleeding“, wo noch einmal die letzten Energiereserven aus sämtlichen Zellen geholt wurden.

Obwohl Five Finger Death Punch extrem viele Lieder spielten, wollten wir immer noch mehr als es „Goodbye“ hieß. Ich fand es unglaublich herzig, dass die Band sich so lange verabschiedet hat und den Fans so viel geschenkt wurde (Picks, Setlist, Drumsticks, Ivans Kette, etc.). Währenddessen wurde das Cover von „House of the Rising Sun“ abgespielt, also war klar, dass das Konzert tatsächlich zu Ende war und trotzdem bewegten sich die Leute kaum vom Fleck – nein, es wurde mitgesungen und so getan, als würde es immer noch weitergehen.

Fazit: Ein extrem sympathischer Auftritt, der einer fetten Party glich, die noch viel viel länger hätte dauern können.

Setlist

01. Lift Me Up
02. Trouble
03. Wash It All Away
04. Jekyll and Hyde
05. Sham Pain
06. Bad Company
07. Burn It Down
08. Got Your Six
09. The Agony of Regret (tape)
10. The Tragic Truth (acoustic)
11. Wrong Side of Heaven (acoustic)
12. Battle Born (acoustic)
13. Blue on Black
14. Coming Down
15. Never Enough
16. Drum Solo
17. Burn MF

Encore:
18. Inside Out
19. Under and Over It
20. The Bleeding
The House of the Rising Sun (tape)

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